Wie sieht es denn mit ganzen Manuskripten aus?

Stellt euren Text vor und holt euch Feedback der BoD Community.


Thorsten Boose

Re:

von Thorsten Boose (20.07.2008, 14:14)
Andreas T. hat geschrieben:
Das Ganze geht jetzt ein Wenig über das hinaus, was ich eigentlich anregen wollte! Lektorat ist harte Arbeit, die natürlich auch angemessen honoriert werden muss.
Ich sprach aber von einer "neutralen Meinung" zu einem Manuskript und ich ging dabei auch davon aus, dass Interessierte sich nur mit Werken beschäftigten, die sie selbst auch evtl. als fertiges Buch im Buchladen kaufen würden. Man benutzt dafür ja auch den etwas unschönen Begriff "Hausfrauen Test".
Es sollte für die Probeleser eine Lektüre sein, zu der sie anschließend ihre unbefangene Meinung abgeben, mehr erst einmal nicht.
Wenn einen die Lektüre so stark interessiert und fesselt, dass man dann zu so konkreten Anmerkungen kommt, wie in meinem Beispiel mit "Moskito" beschrieben, dann ist das sicherlich eine erfreuliche Ausnahme.


Dein geplantes Buch ist ein Roman in welchem Genre?!
Wenn du eine objektive Meinung dazu suchst, ist das etwas anderes als ein professionelles Lektorat, klar. Dennoch ist es mit Arbeit und Zeit verbunden.

Um mögliche Interessenten hier darauf aufmerksam zu machen, wären weitere Informationen u.a. eine kleine Leseprobe vielleicht nützlich. So wäre man schon einen Schritt weiter.

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LordKotz
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Also neben

von LordKotz (20.07.2008, 14:14)
Foren wo ich meine Texte mal begutachten lasse, gebe ich immer eine Batterie davon an 3-5 Leute die ich zumeist nicht kenne! Damit ein möglichst unverfälschtes Feedback kommt.
Überlege mir dazu einen Fragebogen in dem die Leute ankreuzen können und selbst schreiben können was ihnen nicht oder eben besonders gefiehl.
Wenn Du es mit selbstherrlichen Arroganzlingen zu tun hast, lächle einfach in dem Wissen, dass Arroganz die Karikatur des Stolzes ist.
www.oliver-wehse.de

hwg
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Re:

von hwg (20.07.2008, 16:25)
Die Meinung von Heinz deckt sich mit meiner.

Ein Lektor ist aus meiner Sicht so etwas wie
ein "Schiedsrichter", der sich ja, unabhängig
von irgendwelchen Sympathien, an die vorge-
gebenen Regeln halten sollte...
Und hinsichtlich Stil und Rechtschreibung gibt
es eben welche... :lol:

Es soll ja auch Lektoren geben, die mangels
eigener Kreativität ihr Hauptaugenmerk dem
unbedingten Veränderungswillen am vorlie-
genden Text schenken - gerät man an einen
solche, hat man eben sprichwörtliches Pech... :lol:

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (20.07.2008, 17:05)
Thorsten hat geschrieben:
Wenn du eine objektive Meinung dazu suchst, [...]


Was ist eine "objektive Meinung"?

Ein objektive Beurteilung setzt voraus, dass es Maßstäbe gibt, die man an einen Text anlegt. Den einzigen objektiven Maßstab, den ich kenne, ist die Sprache bzgl. Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung, weil es hier ein klares Richtig oder Falsch gibt.

Alles andere ist rein subjektiv. Der eine mag den verschachtelten Satzbau, für den anderen ist das ein Graus. Manche stehen auf ellenlange Beschreibungen, andere langweilen sich bei so etwas zu Tode. Wie soll da ein vernünftiges Urteil ausfallen? Nach welchem Katechismus soll ein Text beurteitl werden, wenn mehr als nur ein "gefällt mir (nicht)" herauskommen soll? Oder mit anderen Worten: Wer ist wirklich in der Lage, Lektoratsarbeit abzuliefern?

Ein Verlags-Lektor hat bestimmte Vorgaben, die sich aus dem geplanten Programm für die nächsten zwölf Monate ergeben - und der inhaltlich-qualitativen Ausrichtung des Verlages. Was bei Heyne angenommen wird, bekommt bei Suhrkamp vielleicht ein "nein, danke".

Frage also an alle: Wonach soll ein Pool-Lektor Texte bewerten?

Grüße
Siegfried

hwg
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Re:

von hwg (20.07.2008, 17:26)
Objektiv urteilen gibt's gar nicht. Selbst bei der Rechtschreibung herrschen oft gravierende Meinungsverschiedenheiten. Allein bei den Satzzeichen gibt es auch unter Experten keine einheitliche Meinung. Überdies kann der Autor bestimmen, ob die "alte, die "neue" oder die "revidierte" Rechtschreibung für seinen Text angewandt werden soll.

Ob ein Buchprojekt in das jeweilige Verlagsprogramm passt, entscheidet nicht (nur) der Lektor, sondern - in großen Verlagshäusern - vor allem die Marketingmanager. Und das oft auch erst dann, wenn der Text bereits lektoriert worden ist.

Zuerst ist der Autor dem Verlagslektor meistens persönlich nicht bekannt.
Der Kontakt ergibt sich meistens erst dann, wenn das Typoskript für eine Veröffentlichung in Erwägung gezogen wird. Und dann beginnen (oft) erst
die relevanten Auseinandersetzungen zwischen Autor und Lektor.

Und deren Verlauf bzw. Ausgang kann manchmal sehr wohl auch etwas mit gegenseitigen Sympathiewerten zu tun haben.

Das alles fällt ja bei BoD-Produkten, so viel ich mitbekommen habe, weg.

Bei einem herkömmlichen Verlag ist das Lektorat, auch wenn der Roman nicht veröffentlicht wird, kostenlos. Der engagierte freie Lektor wird vom Verlag bezahlt, der angestellte Lektor hat ohnehin sein Fixgehalt.

LOFI

Re:

von LOFI (20.07.2008, 17:30)
hwg (Moderator) hat geschrieben:
Objektiv urteilen gibt's gar nicht. Selbst bei der Rechtschreibung herrschen oft gravierende Meinungsverschiedenheiten.



Alles Unsinn,

hier er weiß bescheid cheezygrin

http://www.myvideo.de/watch/919788/Hors ... utsch_Test

hwg
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Re:

von hwg (20.07.2008, 17:35)
Leider funktioniert das Video bei mir nicht.

LOFI

Re:

von LOFI (20.07.2008, 17:36)
hwg (Moderator) hat geschrieben:
Leider funktioniert das Video bei mir nicht.


Hach ja, ich vergass, dein Flashproblem.

Schade.

Thorsten Boose

Re:

von Thorsten Boose (20.07.2008, 17:51)
Siegfried hat geschrieben:
Thorsten hat geschrieben:
Wenn du eine objektive Meinung dazu suchst, [...]


Was ist eine "objektive Meinung"?


Das war Stuss. :shock::
So etwas kommt heraus, wenn Mann mehr als vier Dinge gleichzeitig tut. :?

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Bärentante
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Re:

von Bärentante (21.07.2008, 01:44)
Es ist mir schon klar, dass ein Lektorat/Korrektorat neutral sein muss/sollte. Aber wie ich das verstanden habe, geht es Andreas um eine Meinung zum Manuskript.

Andreas T. hat geschrieben:
Resultat sollte nicht ein lupenreines, professionelle Lektorat sein, sondern eine möglichst hilfreiche Beurteilung, die dem Autor eine gewisse Orientierung über seine Arbeit gibt.


Und da kann mir niemand erzählen, dass dabei der persönliche Geschmack (oder auch der Bauch) ausgeschaltet werden. Wobei wir wieder beim alten Thema "Was ist ein gutes Buch?" wären. :lol:
Liebe Grüße
Christel

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hawepe
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Re:

von hawepe (21.07.2008, 08:12)
Guten Morgen Hans,

hwg (Moderator) hat geschrieben:
Objektiv urteilen gibt's gar nicht. Selbst bei der Rechtschreibung herrschen oft gravierende Meinungsverschiedenheiten. Allein bei den Satzzeichen gibt es auch unter Experten keine einheitliche Meinung. Überdies kann der Autor bestimmen, ob die "alte, die "neue" oder die "revidierte" Rechtschreibung für seinen Text angewandt werden soll.


Eigentlich sollten gravierende Meinungsverschiedenheiten ausgeschlossen sein. Bei klassischen Verlagen gibt es Verlagsvorgaben und beim Book on Demand entscheiden die Autoren.

Das Problem beim Book on Demand ist nur, dass viele Book-on-Demand-Autoren allein schon von der Sprachbeherrschung her keinen Einbuergerungstest bestehen wuerden. Der Lektor muss deshalb weit mehr als lektorieren.

Beste Gruesse,

Heinz.

julia07
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Re:

von julia07 (21.07.2008, 10:34)
Andreas T. hat geschrieben:
Man benutzt dafür ja auch den etwas unschönen Begriff "Hausfrauen Test"

Diesen in der Tat "unschönen" oder besser, diskriminierenden Ausdruck, auch als "Putzfrauentest" bekannt, kann man sehr schön vermeiden, wenn man das schlichte Wort "Laientest" verwendet :wink:
LG,
Julia

hwg
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Registriert: 24.04.2007, 16:39

Re:

von hwg (21.07.2008, 10:59)
Hallo Heinz,

Verlagsvorgaben bezüglich Rechtschreibwahl und einheitliche Satzzeichensetzung sind mir fremd.

In vielen großen Verlagen gibt es diesbezüglich zahlreiche unterschiedlich gefertigte Bücher. Das kann ich aus eigenen aktuellen Beständen ersehen.

Ein bekannter Autor beharrt auf seine (im Grunde richtige, wenn auch "alte")) Schreibweise, ein Neuling wird wohl die Vorschläge seines Lektors annehmen.

Gruß Hans

Andreas T.
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Re:

von Andreas T. (21.07.2008, 11:18)
Goodbye!
Zuletzt geändert von Andreas T. am 30.07.2009, 10:57, insgesamt 1-mal geändert.

M-F Hakket
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Re:

von M-F Hakket (21.07.2008, 11:35)
Was hier schon im Großen und Ganzen angeklungen ist, würde ich bestätigen.
Ein Lektor hat es nicht leicht, und der Autor mit ihm meistens auch nicht cheezygrin .

Ich denke, dass ein reger Austausch zwischen beiden die beste Lösung ist. Klar, wenn der Lektor Verbesserungsvorschläge hat (abgesehen von Rechtschreibung u.ä.), so zum Beispiel der Meinung ist, dass dieser oder jener Abschnitt nicht stimmig ist, diese Stelle spannender sein sollte, oder es da und dort einen Logikfehler gibt, sollte das besprochen werden.
Es kommt nicht selten vor, dass auf einmal - aufgrund einer Diskussion über einen Abschnitt - völlig neue Ideen auftauchen, die beide Vorstellungen übertreffen.

Ich halte es eben auch für die Pflicht eines Lektoren, mit dem Autoren zusammenzuarbeiten, miteinander zu reden, miteinander darüber nachzudenken, wie man das beste aus dem Text machen kann.

Gruß
Hakket

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