Was, wenn echte personen im Buch sind?

Verträge, Rechte und Pflichten: Was man als Autor beachten sollte.


LOFI

Re:

von LOFI (20.07.2008, 22:20)
@Thorsten

Aber so ist sie richtig thumbbup

Leilah

Re:

von Leilah (20.07.2008, 22:31)
Joah!!! Hi, hi! Überarbeitet (Nachtschicht im Tonstudio), Schalk im Nacken und überhaupt reif für die Insel.

Aber ich gebe zu, dass Eure Vorschläge ein bisschen einfacher umzusetzen wären. Meiner dafür authentischer. Und erst der Spaß für den Leser beim Auspacken! Bücher mit Gimmick, stark.

cheezygrin cheezygrin cheezygrin
Ich schicke Euch liebe Grüße und werde gleich wieder vernünftig, gleich, gleich..., ach egal....

Leilah

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hawepe
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Re: Was, wenn echte personen im Buch sind?

von hawepe (21.07.2008, 07:43)
Hallo,

sannibabe hat geschrieben:
Hallo, ich möchte meine Hauptfigur nach einem Sänger benennen,


Warum?

Ein Anwalt schrieb mal in einer Mailingliste, dass Fragen wie deine auch fuer Laien relativ leicht zu beantworten seien.

Sie braeuchten lediglich ganz ehrlich die Frage beantworten, warum sie gerade diesen Namen und keinen anderen verwenden wollten. Klinge in der Antwort auch nur im entferntesten an, dass dies fuer das eigene Projekt vorteilhaft sei, sollte man besser gleich fuer ein gut gefuelltes Bankkonto sorgen.

Achja, beantworten sollte man diese Frage nicht oeffentlich, sondern wegen der Ehrlichkeit ausschliesslich im stillen Kaemmerlein.

Beste Gruesse,

Heinz.

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Alexandra_Sperling
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Re: Was, wenn echte personen im Buch sind?

von Alexandra_Sperling (21.07.2008, 10:33)
Hi Heinz,

hawepe hat geschrieben:
Ein Anwalt schrieb mal in einer Mailingliste, dass Fragen wie deine auch fuer Laien relativ leicht zu beantworten seien.

Sie braeuchten lediglich ganz ehrlich die Frage beantworten, warum sie gerade diesen Namen und keinen anderen verwenden wollten. Klinge in der Antwort auch nur im entferntesten an, dass dies fuer das eigene Projekt vorteilhaft sei, sollte man besser gleich fuer ein gut gefuelltes Bankkonto sorgen.


... ich würde sagen, das ist echt der perfekte Test in der Beziehung. thumbbup

Einziger Wehrmutstropfen: Absolute Ehrlichkeit gegenüber sich selbst und seinem Projekt ist von Nöten - also, Sannibabe, nicht schwindeln, gell?

Viele Grüße,
Alex

sannibabe
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Re:

von sannibabe (21.07.2008, 10:59)
Nein, um den Erfolg geht es ganz sicher nicht. ICH SCHWINDEL NICHT :P :P :P
Als ich diese Geschichte nämlich geschrieben habe, hatte ich absolut nicht im Kopf sie eines Tages veröffentlichen zu wollen. Ich habe einfach drauf los geschrieben, hatte viele Ideen, war inspiriert von IHM, habe ihn die Geschichte natürlich keine Auftritte eingebracht oder so. Habe selbst nicht gedacht, dass ich letztendlich so zufrieden mit meinem Werk sein würde. Es ist besser geworden, als ich anfangs gedacht habe. Und deswegen wollte ich es veröffentlichen, damit ich ein eigenes Buch in den Händen halten kann und damit Leute lesen können, was ich schreibe.
Auch wenn ich jetzt zugeben muss, ein wenig verunsichert zu sein, über eure teilweise ironischen als auch ernstgemeinten Kommentare.

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Seshmosis
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Re:

von Seshmosis (21.07.2008, 11:27)
Hallo sannibabe!

Es geht nicht darum, ob Max B. Vorteile (Auftritte) von Deiner Geschichte hat, sondern ob Du von seiner Berühmtheit profitieren willst.

Stell Dir doch bitte foglende Fragen:

Was macht den Namen "Max B." für Deine Geschichte notwendig?
Davon abgesehen, dass ein auf eine Initiale reduzierter Nachname im Text immer sperrig ist und emotional die Leser rauswirft.
Funktioniert Deine Geschichte auch mit einem anderen Namen?
Wenn ja, warum willst Du dann Ärger risikieren?
Oder erzählst Du, wie Du die Geschichte des "wahren Max B." von außen am Bildschirm erlebt hast?
Dann darfst Du sie aus Deiner Perspektive erzählen, aber nichts hinzu erfinden oder gar in die Perspektive von Max B. wechseln.

Wenn die Geschichte wirklich gut ist, dann ist sie allgemein gültig und weist über einen Max B. oder Dieter B. oder wen auch immer hinaus. Dann brauchst Du keine realen Namen, dann überzeugt Deine Story.

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (21.07.2008, 11:37)
Alexandra_Sperling hat geschrieben:
Zunächst mal ganz wichtig: eMail ist NICHT schriftlich und damit auch nicht rechtsverbindlich.


Da hake ich mal ein:
Woher hast du diese Aussage?


Es gibt inzwischen mehrere Gerichtsurteile, die genau das Gegenteil besagen. Eine eMail ist danach sehr wohl einer schriftlichen Willenserklärung gleichgestellt und damit rechtsverbindlich.

Voraussetzung dafür ist, dass die eMail-Adresse veröffentlicht ist (etwa im Briefkopf), eine regelmäßige Kommunikation darüber erfolgt oder in Schreiben auf eben genau diese Kontaktmöglichkeit hingewiesen wird, weil so ein schnellerer Informationsaustausch möglich sei. Dies gilt auch für eine eMail-Adresse auf einer Homepage.

Der eMail-Eingangspostkorb ist von den Gerichten dem heimischen Briefkasten gleichgestellt. Das Fehlen einer persönlichen Unterschrift unter einer eMail ist dabei irrelevant, da per PC auch Faxe ohne Unterschrift generiert und versendet werden können.

Zitat aus http://www.brennecke-partner.de/42605/Z ... hen-E-Mail

Auch rechtliche Erklärungen, die über E-Mail abgegeben werden, werden von den Gerichten zunehmend als rechtsverbindlich angesehen. So stellte beispielsweise das Arbeitsgericht Frankfurt am Main in einem Fall klar, dass ein Verzicht auf Ansprüche aus dem Arbeitsverhältnis mittels elektronischen Briefs rechtswirksam ist (7 Ca 5380/01).



Weitere interessante Uretile zu dem Thema:
Urteil des LG Nürnberg-Fürth vom 07.05.2002
2 HK O 9431/01

Urteil des OLG Düsseldorf vom 04.10.2002
23 U 92/02

Urteil des AG Westerburg vom 14.03.2003
21 C 26/03

(alle auf http://www.jurpc.de zu finden)


Grüße
Siegfried

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hawepe
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Re:

von hawepe (21.07.2008, 11:52)
Hallo Siegfried,

Siegfried hat geschrieben:
Es gibt inzwischen mehrere Gerichtsurteile, die genau das Gegenteil besagen. Eine eMail ist danach sehr wohl einer schriftlichen Willenserklärung gleichgestellt und damit rechtsverbindlich.


Du pokerst damit allerdings sehr hoch, indem du auf ahnungslose Richter hoffst.

Eine Email mit fingierter Mailadresse zu versenden oder gar komplett selbst im eigenen Maileingang zu erstellen, ist kein Problem, auch wenn manche Richter das nach wie vor fuer unmoeglich halten.

Beste Gruesse,

Heinz.

sannibabe
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Re:

von sannibabe (21.07.2008, 12:00)
Die Geschichte ist authentisch. Wenn ich Namen und Musiktitel ändere, geht es dann???

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (21.07.2008, 13:22)
hawepe hat geschrieben:
Du pokerst damit allerdings sehr hoch, indem du auf ahnungslose Richter hoffst.


Ich hätte eine Bitte an dich:
Bitte mach nicht mich für Gerichtsurteile anderer verantwortlich. Ich weise nur auf Gerichtsentscheidungen und entsprechende Quellen hin und pokere nicht mit solchen Dingen.

Hier ging es ausschließlich darum, dass ein hiesiges Mitglied die Aussage in den Raum gestellt hat, eMails seien keine Form des Schriftverkehrs und damit nicht rechtsverbindlich (ohne Angabe einer Begründung - bei so einer absoluten Aussage wäre gute Recherche sicher von Vorteil), der ich entsprechende Gerichtsurteile, also Begründungen für eine andere Auffassung, entgegengesetzt habe.

Wenn ein Richter ahnungslos in dieser Beziehung ist, kann ein Rechtsanwalt entsprechende Urteile in der Verhandlung zitieren oder - falls der Richter bei seinem Urteil des Ahnungslosen bleibt - eine entsprechende Revision, wenn es sein muss bis hoch zum BGH oder EuGH, durchziehen.

Es bleibt natürlich hier jedem überlassen, weiterhin zu glauben, eMails seien nicht rechtsverbindlich - wer bin ich, dass ich hier Vorschriften erlasse? Allerdings darf man sich dann nicht wundern, wenn man einen entsprechenden Gerichtsprozess verliert.

Grüße
Siegfried

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hawepe
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Re:

von hawepe (21.07.2008, 13:54)
Hallo Siegfried,

Siegfried hat geschrieben:
Bitte mach nicht mich für Gerichtsurteile anderer verantwortlich. Ich weise nur auf Gerichtsentscheidungen und entsprechende Quellen hin und pokere nicht mit solchen Dingen.


Ich mache dich nicht fuer Urteile verantwortlich, aber ein Halbsatz der Relativierung waere nicht verkehrt gewesen. Wir sind hier kein Juristenforum, in dem solche Einschraenkungen als bekannt vorausgesetzt werden duerfen.

Es bleibt natürlich hier jedem überlassen, weiterhin zu glauben, eMails seien nicht rechtsverbindlich - wer bin ich, dass ich hier Vorschriften erlasse? Allerdings darf man sich dann nicht wundern, wenn man einen entsprechenden Gerichtsprozess verliert.


Und es sei ebenso jedem ueberlassen, ob er von der Rechtsverbindlichkeit von Emails ueberzeugt ist.

Ich meine allerdings, dass beide Positionen fuer Book-on-Demand-Autoren teuer werden koennen. Die Ausgangsfrage war hier, ob eine per Email erteilte Genehmigung, einen Namen in einem Buch zu verwenden, ausreichend ist. Und da waere ich eben sehr vorsichtig, weil das Verfaelschen oder Nachmachen von Mails kein Problem darstellt. Wenn der Namensgeber ploetzlich Probleme macht, waere das Argument der Email mir zu schwach.

Wuerde ich den Namen trotzdem verwenden und bekaeme von dem Namensgeber plaetzlich per Email eine Aufforderung, dieses sofort zu unterlassen, wuerde ich natuerlich die Rechtskraeftigkeit nicht anzweifeln, weil es im unguenstigsten Falle sehr teuer werden koennte.

Natuerlich muss und darf jeder selbst abwaegen, aber man sollte dieses Risiko auch offen benennen. Eine Rechtsschutzversicherung hilft hier naemlich gar nichts :-(

Beste Gruesse,

Heinz.

LOFI

Re:

von LOFI (21.07.2008, 14:11)
sannibabe hat geschrieben:
Die Geschichte ist authentisch. Wenn ich Namen und Musiktitel ändere, geht es dann???


Hi,

vielleicht kehrt ja nun einer der Rechtsexperten kurz zu dieser Frage zurück, sie brennt ihr nämlich auf der Seele.
Kann also eine authentische Geschichte über einen authentischen Künstler, ohne nachzufragen, veröffentlicht werden, wenn man einfach alle Namen komplett austauscht?

LG

Lorenz

wortaholic

Re:

von wortaholic (21.07.2008, 16:17)
ausführungen dazu z.b. in "Meine Rechte als Urheber" von G. Schulze (Beck, dtv) im kapitel "Welche Rechte hat der Urheber zu beachten?", Abschnitt "Persönlichkeitsrechte".

in jeder gut sortierten bücherei (oder per fernleihe).

LOFI

Re:

von LOFI (21.07.2008, 16:32)
wortaholic hat geschrieben:
ausführungen dazu z.b. in "Meine Rechte als Urheber" von G. Schulze (Beck, dtv) im kapitel "Welche Rechte hat der Urheber zu beachten?", Abschnitt "Persönlichkeitsrechte".

in jeder gut sortierten bücherei (oder per fernleihe).


oder vielleicht auch hier? falls es jemand wirklich weiss.

LG

Der Meinige
Beiträge: 35
Registriert: 20.07.2008, 20:02

Re:

von Der Meinige (21.07.2008, 17:01)
Das Bundesverfassungsgericht hat erst unlängst im Fall des Buchs „Esra“ eine eindeutige Entscheidung gefällt.

Daraus geht hervor, dass das Persönlichkeitsrecht – im Speziellen das Intimrecht – Vorrang vor der künstlerischen Freiheit besitzt. Wenn also jemand eine Biografie schreibt, ist es meines Erachtens unwichtig, wenn zwar Namen verändert wurden, aber die Handlung eindeutig einer bestimmten Person zugeordnet werden kann. Das wird vor allem dann unangenehm werden, wenn die Authentizität verletzt oder Sachverhalte verfälscht dargestellt wurden.

Im konkreten Fall würde ich eine Erlaubnis einholen, bevor ich zu schreiben begänne und das Manuskript am Ende noch einmal ausdrücklich genehmigen lassen.

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