Was, wenn echte personen im Buch sind?

Verträge, Rechte und Pflichten: Was man als Autor beachten sollte.


sannibabe
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Re:

von sannibabe (21.07.2008, 17:03)
Vielen Dank für die Information!

LOFI

Re:

von LOFI (21.07.2008, 17:04)
Der Meinige hat geschrieben:
Das Bundesverfassungsgericht hat erst unlängst im Fall des Buchs „Esra“ eine eindeutige Entscheidung gefällt.

Daraus geht hervor, dass das Persönlichkeitsrecht – im Speziellen das Intimrecht – Vorrang vor der künstlerischen Freiheit besitzt. Wenn also jemand eine Biografie schreibt, ist es meines Erachtens unwichtig, wenn zwar Namen verändert wurden, aber die Handlung eindeutig einer bestimmten Person zugeordnet werden kann. Das wird vor allem dann unangenehm werden, wenn die Authentizität verletzt oder Sachverhalte verfälscht dargestellt wurden.

Im konkreten Fall würde ich eine Erlaubnis einholen, bevor ich zu schreiben begänne und das Manuskript am Ende noch einmal ausdrücklich genehmigen lassen.


@Der Meinige

Das ist doch mal ein Wort. Danke.

LG

Lorenz

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (21.07.2008, 17:14)
hawepe hat geschrieben:
Siegfried hat geschrieben:
Bitte mach nicht mich für Gerichtsurteile anderer verantwortlich. Ich weise nur auf Gerichtsentscheidungen und entsprechende Quellen hin und pokere nicht mit solchen Dingen.


Ich mache dich nicht fuer Urteile verantwortlich, aber ein Halbsatz der Relativierung waere nicht verkehrt gewesen. Wir sind hier kein Juristenforum, in dem solche Einschraenkungen als bekannt vorausgesetzt werden duerfen.


Nochmal:
Es ging nicht um die Aussage, ob das Erscheinen real existierender Personen in einem Buch erlaubt ist oder nicht, sondern um die pauschal geäußerte Meinung, dass eMails keine Schriftform darstellen und deshalb keine rechtsverbindliche Willenserklärungen seien.

Dass wir hier kein Juristenforum sind, ist klar. Für um so schlimmer halte ich solche Aussagen wie "eMail ist nicht schriftlich und damit auch nicht rechtsverbindlich". Diese Aussage ist faktisch falsch - nach Stand bestehender Gerichtsurteile.

That's all.

Grüße
Siegfried

Der Meinige
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Re:

von Der Meinige (21.07.2008, 17:27)
Im Prinzip habt ihr beide recht: Emails sind de facto verbindlich, aber ihre Echtheit ist ein fragliches Beweismittel. Nichts ist weniger anfechtbar als eine echte Unterschrift ... :lol:

Hier ein Link dazu:

http://www.online-werberecht.de/emailbeweis.html

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Alexandra_Sperling
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Re:

von Alexandra_Sperling (21.07.2008, 17:48)
Hi Sigfried,

Siegfried hat geschrieben:
Nochmal:
Es ging nicht um die Aussage, ob das Erscheinen real existierender Personen in einem Buch erlaubt ist oder nicht, sondern um die pauschal geäußerte Meinung, dass eMails keine Schriftform darstellen und deshalb keine rechtsverbindliche Willenserklärungen seien.

Dass wir hier kein Juristenforum sind, ist klar. Für um so schlimmer halte ich solche Aussagen wie "eMail ist nicht schriftlich und damit auch nicht rechtsverbindlich". Diese Aussage ist faktisch falsch - nach Stand bestehender Gerichtsurteile.


Also DA bist Du jetzt aber komplett auf dem Holzweg mit Deiner Argumentation. Der Grund: Gerichtsurteile haben in Deutschland ausschließlich Bedeutung für den Fall, der beschlossen wurde und können höchstens als Beispiel dienen, mehr aber auch nicht.

Präzedenzfälle, wie man sie aus den Gerichts-Sendungen der USA kennt, gibt es bei uns keine. Am Ende zählt NUR das, was im Gesetzestext steht und die Interpretaion dessen durch den jeweiligen Richter.

Sprich: da kannst ganz schon auf die Nase fallen, deshalb mein Rat an die 16 jährige Schreiberin, sich alles schriftlich MIT Unterschrift geben zu lassen und nicht zu zocken.

Die rechtsverbindlichkeit von eMails wäre zwar alles in allem eine wunderbare Sache, ist aber schlicht nicht gegeben. Der Grund liegt wie vorhin schon geschrieben wurde vor allem in der problemlosen Fälschung des Headers nebst Sende-IP, Zeitpunkt etc. Zur Beweisführung müßte also ein Protokoll des Providers offengelegt werden, und der rückt das wahrscheinlich erst auf staatsanwaltlichen Beschluss raus (ob und wie lange die Daten gespeichert werden dürfen, darüber streiten sich die Datenschützer ja noch immer).

Für eine einseitig empfangsbedürftige Willenserklärung, von der Du schreibst, mag das ausreichen. Aber die Bestätigung, ob sie den Namen eines Künstlers für ihr Buch VERWENDEN darf oder nicht?

Also ich würde auf Nummer sicher gehen und mich nur auf die Schriftform verlassen und das auch so jedem raten - und jugendlichen Schriftstellern ohne Rechtsschutzversicherung und XXL-Bankkonto gleich dreimal!

Viele Grüße,
Alex

frangsen
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Re:

von frangsen (21.07.2008, 18:10)
@Alex
"Schriftform" ist eine Sache, die nicht notwendigerweise identisch mit "Rechtsverbindlichkeit" ist.
Für manche Erklärungen sieht das Gesetz die Schriftform vor, zB Kündigung des Mietvertrags oder des Arbeitsvertrags. "Schriftform" in diesem Sinne wahrt eine Kündigung per E-Mail nicht. (Beim Arbeitsvertrag ist jedenfalls eine Kündigung durch den Arbeitgeber per E-Mail ausgeschlossen mangels Schriftform.) Das heißt aber nicht, dass man per E-Mail nicht zB einen normalen Kaufvertrag schließen könnte. Für den bedarf es keiner Schriftform. Wenn es auf die (Schift-)Form ankommt, genügen sie diesem Kriterium zuweilen nicht. Jedenfalls sind die Inhalte bei E-Mails grundsätzlich rechtsverbindlich.
Dass E-Mails gefälscht sein könnten, ist wiederum eine andere Frage, die die Beweisbarkeit betrifft. Ob man sich allein auf eine E-Mail verlassen will, muss man selbst entscheiden, und wenn irgendwelche Zweifel an der Echtheit hat, sollte man dies natürlich nicht tun.

VGe
Frank

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Alexandra_Sperling
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Re:

von Alexandra_Sperling (21.07.2008, 18:35)
Hi Frank,

frangsen hat geschrieben:
@Alex
"Schriftform" ist eine Sache, die nicht notwendigerweise identisch mit "Rechtsverbindlichkeit" ist.
Für manche Erklärungen sieht das Gesetz die Schriftform vor, zB Kündigung des Mietvertrags oder des Arbeitsvertrags. "Schriftform" in diesem Sinne wahrt eine Kündigung per E-Mail nicht. (Beim Arbeitsvertrag ist jedenfalls eine Kündigung durch den Arbeitgeber per E-Mail ausgeschlossen mangels Schriftform.) Das heißt aber nicht, dass man per E-Mail nicht zB einen normalen Kaufvertrag schließen könnte. Für den bedarf es keiner Schriftform. Wenn es auf die (Schift-)Form ankommt, genügen sie diesem Kriterium zuweilen nicht. Jedenfalls sind die Inhalte bei E-Mails grundsätzlich rechtsverbindlich.
Dass E-Mails gefälscht sein könnten, ist wiederum eine andere Frage, die die Beweisbarkeit betrifft. Ob man sich allein auf eine E-Mail verlassen will, muss man selbst entscheiden, und wenn irgendwelche Zweifel an der Echtheit hat, sollte man dies natürlich nicht tun.


... und DU erklärst dann auch dem Mädel, warum sie jetzt verklagt wird und ihre email, in der ihr sonst wer mitgeteilt hat, dass sie in ihrem Buch den Namen dieses Max Sonswie benutzen darf, den Zettel nicht wert ist, auf dem sie das ausgedruckt hat?

Es geht nicht um einen Kaufvertrag oder darum, ob Du in der Lage bist, mich über die genaue juristische Definition des Begriffs "Schriftform" aufzuklären, sondern um die Frage, ob man einer 16 jährigen Ratschläge erteilen sollte, die sie unter Umständen in Teufels Küche bringen, nur um recht zu haben.

Glaub mir einfach mal so viel: ich weiß, was Schriftform bedeutet und auch, welche Art der rechtsverbindlichen Erklärung welcher Form bedarf.

Ich weiß aber auch, dass ich einem Teenager nicht raten kann, sich auf Eventualitäten zu verlassen. Würde ich bei einem Erwachsenen auch nicht machen... Man läßt Leute nicht ins Messer rennen - meine Meinung...

Und nochmal: ja, ich bin der Ansicht: bei sowas, auf Nummer sicher gehen und die Schriftform (in diesem Falle: Zettel, Text, Unterschrift, Stempel... all die altmodischen Sachen, die man im Streitfalle dem Richter unter die Nase halten kann) für eine eventuelle Genehmigung wählen.

Viele Grüße,
Alex

frangsen
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Re:

von frangsen (21.07.2008, 19:06)
@Alex
"Entschuldigung", aber ich habe ausdrücklich auf Dein Posting geantwortet, und ich habe auch gesagt, dass man sich selbst fragen sollte, inwieweit man dem Inhalt einer E-Mail trauen sollte. Dass E-Mails offenbar relativ leicht zu fälschen sind, ist ja zuvor ebenfalls bereits von anderen ausdrücklich betont worden.

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Re:

von Alexandra_Sperling (21.07.2008, 19:13)
Hi Frank,

frangsen hat geschrieben:
@Alex
"Entschuldigung", aber ich habe ausdrücklich auf Dein Posting geantwortet,


ja, und irgendwie scheinst Du den Eindruck gehabt zu haben, ich weiß nicht, wovon ich schreibe... Macht aber auch nichts.

Was genau ein Entschuldigung in Anführungszeichen für einen Sinn haben soll vollziehe ich tatsächlich nicht ganz nach. Ich bin da sehr direkt: entweder, ich entschuldige mich tatsächlich, oder ich lasse es... Aber andere Menschen, andere Vorstellungen von sozialem Miteinander... so isses halt nunmal...

und ich habe auch gesagt, dass man sich selbst fragen sollte, inwieweit man dem Inhalt einer E-Mail trauen sollte. Dass E-Mails offenbar relativ leicht zu fälschen sind, ist ja zuvor ebenfalls bereits von anderen ausdrücklich betont worden.


öhm... ja... ich finde wieder keinen Sinn... verflixt...

Sollte mir das Posting denn nun noch was mitteilen, oder war das nur das berühmte "letzte Wort"? Wenn ja, dann lass es mich wissen, oder schreib nochmal irgendwas, egal ob sinnvoll oder nicht. Ich verspreche auch, nicht mehr zu antworten, denn ich lege auf das letzte Wort keinen Wert...

Viele Grüße,
Alex, etwas verwirrt und noch immer nach dem Sinn suchend...

frangsen
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Re:

von frangsen (21.07.2008, 19:37)
Liebe Alex,

da ich den Eindruck hatte, Dir evtl. meine Motivation erklären zu müssen, habe ich das versucht in wenigen Sätzen - nichts von wegen "letztes Wort" oder so, das möchte/könnte ich mir ohnehin nicht erlauben.

Deine Sorge um eine junge Kollegin halte ich für berechtigt, und insofern stimme ich mit Dir überein. (Hieran mag ich nicht genügend gedacht haben.)
Netter Avatar übrigens!

VGe
Frank

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (21.07.2008, 20:01)
Alexandra_Sperling hat geschrieben:
Die rechtsverbindlichkeit von eMails wäre zwar alles in allem eine wunderbare Sache, ist aber schlicht nicht gegeben.


Okay - übergeredet.
eMails sind nicht rechtsverbindlich.

Die genannten Gerichtsurteile sind alles Fälle für die OLGs und für das BGH und dürften kassiert werden - denn eMails sind nicht rechtsverbindlich.

Ich denke, ich gebe keine Ratschläge mehr. Es ist Zeitverschwendung, wenn selbst qualifizierte Quellen ignoriert werden.

eMails sind nicht rechtsverbindlich.

Grüße
Siegfried

sannibabe
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Re:

von sannibabe (21.07.2008, 20:10)
Mensch, nicht streiten :( :(

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LordKotz
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Doch

von LordKotz (21.07.2008, 21:10)
streiten streiten streiten!!!!! :twisted:

Aber im Ernst das Grundthema ist wieder in weite Sphären gekommen^^
Ich frag mal nen Rechtsverdreher, den der mich auch berät im Bezug auf die Satiren???
Wenn Du es mit selbstherrlichen Arroganzlingen zu tun hast, lächle einfach in dem Wissen, dass Arroganz die Karikatur des Stolzes ist.
www.oliver-wehse.de

Der Meinige
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Re:

von Der Meinige (21.07.2008, 21:50)
Ich frag mal nen Rechtsverdreher, den der mich auch berät im Bezug auf die Satiren???


Hm, bei allem Respekt, aber auch ein Rechtsanwalt hat ein Recht auf Anerkennung seiner langjährigen Ausbildung. Oder bezeichnet er dich etwa als Schriftverdreher? 8) Rein grammatikalisch betrachtet, läge er nicht einmal so weit daneben ... :D

Nimm's mir nicht übel, aber mit der Vorlage, die du abgeliefert hast, hätte sogar ein Ballack nur noch den Fuß hinhalten zu müssen, um einzulochen.

Und Deutschland wäre Europameister! cheezygrin

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LordKotz
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Nö warum?

von LordKotz (21.07.2008, 22:18)
Sollte ich es übel nehmen?

Sicherlich spreche ich niemanden seine berufliche Qualifikation ab :lol:
Aber ob Du es glaubst oder nicht ich kenne ihn privat und er stellt sich jedesmal via Telefon oder email als Rechtsverdreher meines Vertrauens vor
Also greif ich das auf thumbbup

Und mich nennt er in der Regel Lord cool5
Wenn Du es mit selbstherrlichen Arroganzlingen zu tun hast, lächle einfach in dem Wissen, dass Arroganz die Karikatur des Stolzes ist.

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