Über die Kunst des literarischen Erzählens

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Leilah

Über die Kunst des literarischen Erzählens

von Leilah (22.07.2008, 23:38)
Wie ich sehe, kommen wir über den unten stehenden Beitrag von "Der Meinige" zu den Grundlagen der Schreibkunst zurück, was ich sehr erfreulich finde. Ohne vor allem den ganz jungen Nachwuchsautoren zu nahe treten zu wollen, hege ich die Befürchtung, dass - durch die Möglichkeit der preiswerten Selbstveröffentlichung - die Anforderungen an ein erstklassiges Werk und die dazu nötige mentale Reife häufig unterschätzt werden, was wiederum vielen Kollegen und einer ganzen Sparte schaden könnte.
Schreiben auf hohem Niveau ist einfach mehr als Orthographie, Grammatik und ein Thema.

Nachfolgend also ein Essay:


Eine gelungene Erzählung vermag mich komplett in ihren Bann zu ziehen, auf wunderbare Weise in sich aufzusaugen und in die zarten Handlungsfäden zu verweben.
Manchmal genügen schon wenige Worte, um ein Gefühl tiefer Zuneigung gegenüber dem Sprachgefühl des Autors zu wecken. Manchmal genügen schon wenige Worte, um das Gegenteil zu erreichen.
Noch ehe ich seine Protagonisten, Schauplätze und Intentionen kennen lerne, eröffnet er mir mit der Wahl und Stellung seiner Worte, ja selbst mit dem Raum dazwischen, einen Blick in sein Wesen.
Ich folge der Spur seiner Gedanken, die er mir in Sätzen legt, und finde mich nach kurzer Zeit inmitten seiner Welt, die nun für Stunden oder Tage auch zu einem realen Teil meiner Welt wird. Und manchmal, da trage ich diese Bilder auch mit mir hinaus ins Leben, weil sie Bestandteil des eigenen Ichs wurden, dem sie fehlten.
Von welch komplexer Natur die Arbeit des Erzählers doch ist! Wie der unbehauene Marmorrohling eines Bildhauers liegt die Idee vor ihm. Er nähert sich ihr mit Vorsicht und Bedacht, wägt Technik, Form und Struktur sorgsam ab, bevor er zum ersten Mal den Meißel ansetzt, um das Werk heraus zu arbeiten, das darin verborgen steckt. Die Erfahrung lehrt ihn, dass man sich den Gedanken wie dem Steinblock ein gutes Stück ergeben muss, sie nicht gewaltsam zwingen darf. Er gönnt der Arbeit die nötige Ruhe zum Werden, betrachtet sie immer wieder still von allen Seiten und lässt die Gedanken darüber streichen, um irgendwann ans feine Polieren zu gehen bis das Werk seinen Glanz ganz enthüllt.

So erstehen vor seinem und meinem Inneren Auge Gestalten von großer Lebendigkeit, die mich bei der Hand nehmen und sie durch ihren Kosmos begleiten lassen.
Eine gute Geschichte entzieht sich in meinen Augen der Notwendigkeit detaillierter Textanalyse, da sie so, wie sie daher kommt, ein harmonisches Gesamtwerk ergibt, dem man nicht sezierend mit spitzer Rezensentenfeder oder Kritikerskalpell Gewalt antun sollte.

Allgemein besehen offenbart sich mir große Erzählkunst durch ihre Beseeltheit einerseits und das eingebrachte technisch-stilistische Können andererseits. Keine Geschichte, in der nicht der Autor selbst durch seine Figuren Tränen vergoss, lachte wie irre oder mit dem Schicksal haderte, wird mich je fesseln können. Sie wird leblos auf weißem Grund dahinvegetieren und keine Kerbe in mir hinterlassen.
Nur wer aus dem Reichtum eigenen Erlebens und Empfindens schöpfen kann, wird auch Lesenswertes zu erzählen haben. Und so, wie man kein fremdes Leben leben kann, kann man auch ohne innerliche Involviertheit keine Geschichte verfassen.
Die Auffassungen darüber, was guter Stil sei, gehen wohl weit auseinander. Bei eingehender Lektüre der meisten geschätzten Autoren zeigt sich jedoch, dass ihnen folgendes gemeinsam ist: Die Fähigkeit, ihre Gedanken in allgemein verständlicher Form geschmeidig aneinander zu reihen und in wohldosierter Farbigkeit in Worte zu kleiden. Wo sich der Autor hingegen in Abstraktion und pseudo-intellektuellem Argumentations-Wirrwarr ergeht, mag ihm der Leser gewöhnlich nicht folgen.

Vieles ließe sich über eine gelungene Erzählung noch sagen, doch nicht, ohne Bände zu füllen. Zum Schluss nur ein Merkmal noch, das meines Erachtens auf sie alle zutrifft: Das wehe Gefühl, welches den Leser ergreift, wenn die Geschichte sich merklich dem Ende neigt und die jähe Einsamkeit beim Zuklappen des Buchrückens beziehungsweise beim Schließen der Internetseite.
Die wunderbarsten Geschichten lassen uns noch lange schweigend verharren.

Der Meinige
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Re:

von Der Meinige (23.07.2008, 12:54)
Die Auffassungen darüber, was guter Stil sei, gehen wohl weit auseinander. Bei eingehender Lektüre der meisten geschätzten Autoren zeigt sich jedoch, dass ihnen folgendes gemeinsam ist: Die Fähigkeit, ihre Gedanken in allgemein verständlicher Form geschmeidig aneinander zu reihen und in wohldosierter Farbigkeit in Worte zu kleiden. Wo sich der Autor hingegen in Abstraktion und pseudo-intellektuellem Argumentations-Wirrwarr ergeht, mag ihm der Leser gewöhnlich nicht folgen.


Das hast du scharfsinnig erkannt und feinsinnig ausgedrückt. thumbbup

Allerdings gibt es schon einige elementare stilistische Grundlagen, an denen sich vor allem junge Autoren orientieren können. Erst wenn man das Handwerk – dazu gehört auch eine passable Rechtschreibung – beherrscht, sollte man ernsthaft daran denken, sich auf die Suche nach einem Verlag zu begeben.

Nebenbei: Wer die Regeln kennt, darf sie natürlich auch verletzen ...
:lol:

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skipteuse
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Re:

von skipteuse (23.07.2008, 13:08)
Hallo Leilah!

Obgleich ich in einigen Punkten nicht unbedingt deiner Meinung bin, stimme ich ich dir in anderen durchaus zu.

Deine Passage "Nur wer aus dem Reichtum eigenen Erlebens und Empfindens schöpfen kann, wird auch Lesenswertes zu erzählen haben." erinnert mich an Christa Wolf Konzept der "subjektiven Authentizität" ...

Als Leserin genieße ich gern ein "fesselndes Gesamtwerk", als Literaturwissenschaftlerin "zerpflücke" ich aber auch gern einen Text und gehe Formen und Elementen auf den Grund und/ oder bringe si ein andere Zusammenhänge. Oft ergibt sich daraus ein gnz besonderer Literatur-"Genuss für mich ...

In diesem Sinne, interessante Gedanken hast du meiner Meinung nach formuliert, doch ich bleibe dabei: Die Kunst ist frei! (und was gut ist, setzt sich vielleicht doch durch ...?) angle:

Thesken

Re:

von Thesken (23.07.2008, 13:16)
Du hast das Wesen einer guten Erzählung oder eines guten Romans sehr treffend beschrieben thumbbup

Ich warte auch mit Bangen darauf, ob mein erster Roman die Leser wirklich in seinen Bann ziehen kann, so wie er mich während des Schreibens in seinen Bann gezogen hat. Aber ich habe schon einige positive Rückmeldungen zu meiner Leseprobe, was mich hoffen lässt :wink:

Liebe Grüße,
Theresa

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (23.07.2008, 22:52)
skipteuse hat geschrieben:
Deine Passage "Nur wer aus dem Reichtum eigenen Erlebens und Empfindens schöpfen kann, wird auch Lesenswertes zu erzählen haben." erinnert mich an Christa Wolf Konzept der "subjektiven Authentizität" ...


Einen ähnlichen Satz habe ich mal in einem Seminar zum Thema "Literarisches Schreiben" gehört. Die Folge war eine intensive Diskussion unter den Seminarteilnehmern.

Wenn eigenes Erleben und Empfinden die einzige Quelle sind, aus der man schöpfen kann, wieso gibt es dann z. B. gute Science Fiction Romane? Oder Romane aus anderen Genres, die nicht gerade alltäglich sind, etwa dem Mystery- oder Horror-Bereich, oder Romane über historische Epochen, die längst vergangen sind und die man daher nie erlebt hat?

Kann ein Autor einen Mord lesenwert darstellen, wenn er selbst noch nie einen Mord begangen hat? cheezygrin

Wie gesagt: Es waren damals lange und intensive Diskussionen! :wink:

Grüße
Siegfried
Zuletzt geändert von Siegfried am 23.07.2008, 23:44, insgesamt 1-mal geändert.

frangsen
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Re:

von frangsen (23.07.2008, 23:20)
Vermutlich genügt für ein "persönliches Erleben", dass man literarisch dargestellte Gefühle und Eindrücke nachempfinden kann.
Irgendwer gab einmal den Tip wieder (von S. King?), dass ein Schriftsteller soviel wie möglich lesen sollte (was auch gleich kritisiert wurde). Das dürfte sinnvoll sein, schon deshalb, weil es einem das Gefühl für Erzählungen oder Erzählweisen geben könnte, die es so noch nicht gegeben hat (zB).

VGe
Frank

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LordKotz
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Schmunzel

von LordKotz (23.07.2008, 23:31)
mir einen Ast :twisted:

Wenn eigenes Erleben und Empfinden die einzige Quelle sind, aus der man schöpfen kann, wieso gibt es dann z. B. gute Science Fiction Romane? Oder Romane aus anderen Genres, die nicht gerade alltäglich sind, etwa dem Mystery- oder Horror-Bereich, oder Romane über historische Epochen, die längst vergangen sind und die man daher nie erlebt hat?

Kann ein Autor einen Mord lesenwert darstellen, wenn er selbst noch nie einen Mord begangen hat? cheezy grin

Wie gesagt: Es waren damals lange und intensive Diskussionen! Wink

Oder um Günther Grass zu zitieren:
Das Handwerk kann man lernen, wenn die Emotion fehlt sollte man es leiber lassen.

Hoffe das war 100% Richtig wiedergegeben
Sonst hackt mir deswegen wieder wer ein Auge aus :P
Wenn Du es mit selbstherrlichen Arroganzlingen zu tun hast, lächle einfach in dem Wissen, dass Arroganz die Karikatur des Stolzes ist.
www.oliver-wehse.de

Leilah

Re:

von Leilah (24.07.2008, 01:04)
:wink: Selbstverständlich ging es nicht um das Durcherleben sämtlicher, denkbarer Aktivitäten, über die zu schreiben möglich wäre, sondern um einen durch Erlebtes gereiften, wachen Verstand und die damit häufig einher gehende, ausgeprägte Fähigkeit zu Empathie.

@skipteuse: "Die Kunst ist frei." Aber ja, hundertprozentig Deiner Meinung! Was allerdings wiederum für Kritik bedeutet: Wenn überhaupt, nur formal kritisierbar.

@Der Meinige: Logisch, sehe ich genauso: Wer die Regeln und Techniken beherrscht, darf sich darüber hinwegsetzen. Sind wir auch darin einer Meinung, dass dieses Hinwegsetzen ein anderes Resultat ergibt, als jenes desjenigen, der die Regeln nie beherrscht hat?
Ich meine in Texten zu erkennen, dass die forcierten Stilbrüche u. ä. eines großen Stilisten nicht denen eines Dilettanten gleichen.

Ein wenig desillusionierend finde ich meine eigene Ansicht, dass es in naher Zukunft für eher "schlichte" Texte einen ebenso großen Markt geben wird wie früher für hochklassige. Womit genau genommen mein Essay überflüssig wäre... :?

Der Meinige
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Re:

von Der Meinige (24.07.2008, 13:06)
Sind wir auch darin einer Meinung, dass dieses Hinwegsetzen ein anderes Resultat ergibt, als jenes desjenigen, der die Regeln nie beherrscht hat?
Ich meine in Texten zu erkennen, dass die forcierten Stilbrüche u. ä. eines großen Stilisten nicht denen eines Dilettanten gleichen.


Sind wir, Leilah ... :lol:

Ein wenig desillusionierend finde ich meine eigene Ansicht, dass es in naher Zukunft für eher "schlichte" Texte einen ebenso großen Markt geben wird wie früher für hochklassige. Womit genau genommen mein Essay überflüssig wäre...


Darüber ließe sich trefflich diskutieren. Meiner Meinung nach hat fast jede Literaturgattung ihre eigene Anforderung an die Schreiber. Wenn ich einen Thriller (Mainstream) verfasse, bediene ich mich einer einfacheren Textgestaltung und lasse höchstens in Dialogen die literarische Sau heraus. Schreibe ich hingegen eine Novelle, kann ich mich völlig dem Spiel mit der Sprache hingeben.

Das führt dann zwar manchmal zu kleinen Literaturpreisen, aber ein größeres Publikum erreicht man damit nicht. Aber – und das ist das Wichtigste – es macht Spaß! :D

Stefan Lamboury

Das glaub ich nicht

von Stefan Lamboury (13.08.2008, 22:38)
Leilah ich glaube nicht, dass es für minderwertige Bücher jemals einen großen Markt geben wird. Außerdem wer sagt was gut und was schlecht ist? Nur weil Verleger Manuskripte ablehnen muss das Werk nicht gleich schlecht sein. Bestes Beispiel Harry Potter. Johanne K. Rowling war Hartz IV Empfängerin und eine einfach Hausfrau. Ich glaube nicht, dass sie sich bewusst mit dem Schreiben auseinandergesetz hat. Sie hatte Glück du hast natürlich Recht damit, dass BOD eine zweifelhafte Branche ist. Viele Verläge nehmen Autoren erst garnicht auf wenn sie lesen erstes Buch im BOD Verlag erschienen. Nicht alle aber viele. Auf der anderen Seite kann BOD aber auch eine Chance sein. Ich sage mal so 98 % der BOD Autoren werden niemals den großen Durchbruch schaffen und weiter 95 % werden keinen anderen Verlag finden weil die Verlage gleich abwinken wenn sie BOD hören. Und trotzdem gibt und gab es Autoren die sehr erfolgreich im Selbstverlag veröffentlicht haben wie z.B. Karl May.

Schönen Gruß

Stefan

http://stefanlamboury.de.tl/Home.htm

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Judith
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Re: Das glaub ich nicht

von Judith (13.08.2008, 23:07)
Stefan Lamboury hat geschrieben:
Johanne K. Rowling war Hartz IV Empfängerin


Wow, hat der Hartz sogar in der englischen Politik mitgemischt? :wink: :lol:

Grüßle,
Judith
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Birgit Fabich
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Re:

von Birgit Fabich (13.08.2008, 23:37)
so schnell nimmt ein neuer Begriff die Hürde als Allgemeingut,
was früher Sozialhilfe war, heißt halt jetzt so,
ob allerdings auch in anderen Ländern wohl nicht,
aber so versteht es jeder :shock::
Mimi und der große Brand
Geschichten für ....
www.blix-derneueselbstverlag.de
www.geschichtenfuer.blogspot.com

Leilah

Re:

von Leilah (13.08.2008, 23:45)
Hallo Stefan,
ich glaube nicht, dass es für minderwertige Bücher jemals einen großen Markt geben wird.


Warum sollte es sich in der Literatur anders verhalten als in anderen Kulturbereichen? Oder hältst Du die Masse der internationalen Musikproduktionen z. B. für hochwertig?

Außerdem wer sagt was gut und was schlecht ist?


Der Verstand und der allgemeine Konsens Rechtschreibung, Grammatik sowie formale und stilistische Fragen betreffend. Ich denke, kaum jemand wird mir darin widersprechen, dass es Manuskripte gibt, die nur so vor Fehlern und objektiven Unstimmigkeiten strotzen, von unbeholfener Ausdrucksweise ganz zu schweigen.
Ich spreche nicht von Geschmack oder Zeitgeist!

Ich glaube nicht, dass sie sich bewusst mit dem Schreiben auseinandergesetz hat. Sie hatte Glück...


Ich habe mich nicht mit der Person von Frau Rowling beschäftigt, aber wenn ich ihre Texte so anschaue, bezweifle ich, dass diese ausgeklügelten Storys Ergebnis unreflektierten, naiven Tuns und glücklicher Fügung sind. Und nebenbei: Wer sagt denn, dass Sozialhilfeempfänger und Hausfrauen nicht ausgesprochen gebildet und gescheit sein können. Davon abgesehen, war manch einer vor dem Hausfrauen- (Hausmann-) Dasein oder vor der Sozialhilfe beruflich höchst erfolgreich.

du hast natürlich Recht damit, dass BOD eine zweifelhafte Branche ist.


Upps, das habe ich weder geschrieben, noch gemeint. Nicht an der Branche oder den vielen guten Autoren von BOD hege ich manchmal Zweifel, sondern an Leuten, die unbedingt ein Buch veröffentlichen müssen, obwohl sie nicht wirklich die Qualifikationen dafür mitbringen. Klar kann und will ich das keinem verbieten, aber ich stehe zu meiner Überzeugung, dass manche Texte besser im privaten Bereich aufgehoben wären, weil es an wesentlichen Punkten (siehe oben) mangelt und weil andere Autoren sonst irgendwann mit über diesen Kamm geschoren werden.
Mein Bäcker käme nie auf die Idee, einen Schrank schreinern und verkaufen zu wollen, mein Friseur lasert keine Augen und mein Augenarzt macht keine Dauerwellen. Aber so manch ein Tagebuchschreiber nennt sich heute Schriftsteller, weil er ein Buch mit seinem Namen darauf hat. Nur: Heutzutage macht ein Buch noch keinen Schriftsteller.

Liebe Grüße
Leilah

Stefan Lamboury

Re:

von Stefan Lamboury (14.08.2008, 00:33)
@leilah, bei Harry Potter scheiden sich die Geister, ich sage nicht dass die Frau kein Talent hat. Aber selbst in den großen Verlägen gibt´s Bücher wo ich nur noch mit dem Kopf schütteln kann. Dazu wieder ein Beispiel Thomas Harris Hannibal Rising. Zwar nett zu lesen aber ziemlich unglaubwürdiger Plot. Bei dem Buch hatte ich das Gefühl ein drittklassiger Hobbyautor der seine Geschichten in Foren wie KV veröffentlicht hätte das Buch geschrieben, aber nicht Thomas Harris und immerhin spielt der Autor bei den ganz großen Autoren mit. Oder Stephen King´s Roman Puls, zwar guter Anfang aber das war es dann auch schon. Die Charaktere blass, das Ende war total unlogisch, unglaubwürdig und offen. Ich habe es mir angewöhnt leilah keinen Autoren wegen eines schlechten Buches abzuwerten. Sondern ich bilde mir mein Urteil erst wenn ich drei oder vier Bücher von einem Autoren gelesen habe und alle durchweg Müll sind. Ích weiß so läuft es nicht im Verlagswesen und auch nicht bei den Lesern, bei mir aber schon.

Schönen Gruß

Stefan

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Zoba
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Re:

von Zoba (14.08.2008, 07:07)
Hi,

Rowling hat meines Wissens ein Studium für englische Literatur erfolgreich abgeschlossen. Sozialhilfe war die Folge einer Trennung bei kleinen Kindern und einem offenbar nicht zahlenden Vater. Ihre Sprachwahl ist einfach, aber ihre Stärke liegt im Handlungs- und Spannungsbogen, sowie der Charakterzeichnung.

Ich denke, kaum jemand wird mir darin widersprechen, dass es Manuskripte gibt, die nur so vor Fehlern und objektiven Unstimmigkeiten strotzen, von unbeholfener Ausdrucksweise ganz zu schweigen.


Guckst du in den Dosenfutterthread, alle Manuskripte sind ausnahmslos gut heißt es da, nur die Lektoren spinnen :twisted:
Gruß,

Zoba

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