Keine falschen Hoffnungen

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wortaholic

Re:

von wortaholic (25.07.2008, 15:32)
Seshmosis hat geschrieben:
wortaholic hat geschrieben:
umgerechnet ergeben die 5 millionen von BoD verkauften bücher
pro autor 31 exemplare (stand 2006).
da bleibt nicht viel in der kasse des einzelnen...

Das ist zwar interessant, hat aber mit dem Thema hier, wo es um die Chancen bei Verlagen geht, nichts zu tun. Gehört wohl in den thread "Entwicklung von Umsatzzahlen."


denke schon, dass es zum thema gehört -
zeigt es doch die verkaufschancen mancher texte (das da kein verlag zugreift, ist doch verständlich).

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Seshmosis
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Re:

von Seshmosis (25.07.2008, 15:52)
Sicher sind für große Verlage auch die Verkaufszahlen bei BoD wichtig und die "Aufsteiger", die ich kenne, lagen alle bei über 1.000 verkauften Exemplaren bei BoD.
Dazu kommt die Presse-Aufmerksamkeit, die ein Titel erzielt und ob er etwas Neues bringt, das vom Verlag noch nicht abgedeckt ist.

Was mich störte, war die Behauptung, dass man als Anfänger bessere Aufstiegschancen zu Publikumsverlagen bei Engelsdorf & Co habe, als bei BoD.
Da dreh ich die Hand nicht um. :lol:
Wenn ein Buch schon einmal erschienen ist, egal wo, muss es sehr überzeugend sein, wenn ein großer Verlag es übernehmen soll.

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hawepe
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Re:

von hawepe (25.07.2008, 21:43)
Hallo Seshmosis,

Seshmosis hat geschrieben:
Wenn ein Buch schon einmal erschienen ist, egal wo, muss es sehr überzeugend sein, wenn ein großer Verlag es übernehmen soll.


Darauf bezog ich mich auch nicht.

Mir ging es darum, dass es sich immer gut macht, wenn man in seiner Biographie bereits einige Veroeffentlichungen nennen kann. Da es aber kein Kunststueck ist, selbst finanzierte Veroeffentlichungen vorweisen zu koennen, zaehlen die eben nicht.

Insider kennen natuerlich die wichtigsten Dienstleister, aber es ist eben psycologisch doch ein Unterschied, ob dies auch so in der Biographie steht oder nicht.

Am besten sind aber natuerlich zwei, drei Veroeffentlichungen in Literaturzeitschriften oder Anthologien klassischer Verlage.

Beste Gruesse,

Heinz.

Der Meinige
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Registriert: 20.07.2008, 20:02

Re:

von Der Meinige (25.07.2008, 23:04)
m besten sind aber natuerlich zwei, drei Veroeffentlichungen in Literaturzeitschriften oder Anthologien klassischer Verlage.


Im Prinzip stimme ich dir hier zu, Heinz (Nebenbei gefragt und weil ich neugierig bin: Bist du Schweizer - wegen der Umlaute und des scharfen 'S'?).

Aber kein herkömmlicher Verlag ist wirklich an dem interessiert, was anderswo bereits veröffentlicht wurde. Die Vorweisung einiger Veröffentlichungen in Anthologien – die ohnehin ihren eigenen Gesetzmäßigkeiten folgen und daher nicht gleichbedeutend mit dem Können eines Autors sein müssen – mag ein Opener für den ersten Entscheidungsträger sein, um sich überhaupt näher mit dem aktuell vorliegenden Manuskript näher auseinander zu setzen, aber nicht mehr.

Was wirklich zählt und Punkte bringt, ist nur das, was auf dem Tisch liegt. Und wenn das den Verlagsanforderungen nicht genügt oder nicht ins Programm passt, wird aussortiert – da helfen auch keine vorherigen Veröffentlichungen.

Versetzt euch einmal in die Lage eines seriösen Verlegers: ER muss das gesamte Werk vorfinanzieren, ER soll es vermarkten und ER (bzw. SIE) muss das alleinige Risiko tragen: Das ist und hat eine ganz andere Qualität als ein Buch bei einem Dienstleister für ein paar Teuros oder gar umsonst drucken zu lassen.

ER (SIE) wird daher ganz andere Bewertungskriterien zugrunde legen müssen, weil simple wirtschaftliche Interessen dahinter stecken. Das ist bei allen wirklichen Verlagen so und so bitter es für viele Autoren auch sein mag, entweder mehr oder weniger Geld für die alternativen Veröffentlichungsmöglichkeiten investieren zu müssen: Entweder man hat die Schreibe, den Stoff oder auch nur das Glück, den richtigen Verlag mit dem richtigen Plot zur rechten Zeit gefunden zu haben oder, um es ganz hart auszudrücken, man zahlt – schlimmstenfalls nur für seine Eitelkeit. Die DKZV verdienen sich dumm und dämlich an den zuletzt Genannten.

Dabei ist das „Erfolgsgeheimnis“ wirklich simpel. Aber das jetzt und hier in Bezug auf den Thread zu erörtern, würde wirklich zu weit führen. Vielleicht findet sich eine andere Gelegenheit, das Thema „Richtige Verlagsuche“ zu vertiefen ...

g.c.roth

Re:

von g.c.roth (26.07.2008, 06:47)
Hallo,
das ist sicher für alle interessant:
Dabei ist das „Erfolgsgeheimnis“ wirklich simpel. Aber das jetzt und hier in Bezug auf den Thread zu erörtern, würde wirklich zu weit führen. Vielleicht findet sich eine andere Gelegenheit, das Thema „Richtige Verlagsuche“ zu vertiefen ...


Eröffne doch bitte das Thema und lüfte das Geheimnis für uns thumbbup
nach dem Motto: Gelegenheiten findet man nicht, sondern schafft sie sich :D

LG Grete

Lally
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Re:

von Lally (26.07.2008, 12:53)
Der Meinige hat geschrieben:

... Die Vorweisung einiger Veröffentlichungen in Anthologien – die ohnehin ihren eigenen Gesetzmäßigkeiten folgen und daher nicht gleichbedeutend mit dem Können eines Autors sein müssen – mag ein Opener für den ersten Entscheidungsträger sein, um sich überhaupt näher mit dem aktuell vorliegenden Manuskript näher auseinander zu setzen, aber nicht mehr.

Was wirklich zählt und Punkte bringt, ist nur das, was auf dem Tisch liegt. Und wenn das den Verlagsanforderungen nicht genügt oder nicht ins Programm passt, wird aussortiert – da helfen auch keine vorherigen Veröffentlichungen...


Dem kann ich nur zustimmen. Genau diese Erfahrung habe ich gemacht (habe sogar vor Monaten eine einzige begründete und hilfreiche Ablehnungs-E-Mail erhalten).

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hawepe
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Re:

von hawepe (27.07.2008, 13:01)
Hallo,

Der Meinige hat geschrieben:
m besten sind aber natuerlich zwei, drei Veroeffentlichungen in Literaturzeitschriften oder Anthologien klassischer Verlage.


Im Prinzip stimme ich dir hier zu, Heinz (Nebenbei gefragt und weil ich neugierig bin: Bist du Schweizer - wegen der Umlaute und des scharfen 'S'?).


Nein, aber das ist eine Angewohnheit aus den Telex-, fruehen Mail- und Usenetzeiten, als Sonderzeichen generel unzulaessig waren oder mit ziemlicher Sicherheit zu Hieroglyphen fuehrten.

Ich versuche mir das zwar bereits in einem anderen Forum, in dem ich sehr wenig schreibe, abzugewoehnen, aber ohne zwei- oder dreimal Bearbeiten klappt es nie. Und so spare ich es mir hier noch, jedenfalls solange der aktuelle Stress fortdauert.

Die Vorweisung einiger Veröffentlichungen in Anthologien – die ohnehin ihren eigenen Gesetzmäßigkeiten folgen und daher nicht gleichbedeutend mit dem Können eines Autors sein müssen – mag ein Opener für den ersten Entscheidungsträger sein, um sich überhaupt näher mit dem aktuell vorliegenden Manuskript näher auseinander zu setzen, aber nicht mehr.


Mehr habe ich auch nicht behauptet.

Aber ich kenne es aus der Erfahrung als Redakteur. Ein Kollege in Urlaub, ein Kollege auf einem Kongress und ein weiterer Kollege ueberraschend erkrankt. Manuskripte von unbekannten Autoren, bei denen nicht schon die ersten beiden Saetze Tolles versprachen, wanderten bei mir dann auf einen hohen Stapel "Zu erledigen" :-(

Okay, in Buchverlagen laeuft es etwas anders, aber der Stress ist nicht minder gross. Und da KOENNEN bereits erfolgte Veroeffentlichungen ein Anlass sein, doch mal genauer zu schauen.

Was wirklich zählt und Punkte bringt, ist nur das, was auf dem Tisch liegt.


Aber erst, wenn es auch tatsaechlich gelesen wird. Die meisten Verlage bestreiten zwar, dass viele Manuskripte ungelesen abgelehnt werden, aber mein gesunder Menschenverstand laesst dies bezweifeln. Dazu ist die Zahl der taeglich eingehenden Manuskripte viel zu hoch.

Beste Gruesse,

Heinz.

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PvO
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Re:

von PvO (27.07.2008, 13:40)
bei denen nicht schon die ersten beiden Saetze Tolles versprachen, wanderten bei mir dann auf einen hohen Stapel "Zu erledigen"

Wie oft kommt es aber vor, dass sich ein Buch/Manuskript erst entwickelt, wenn man mehr liest und das ein langweiliger Anfang dann einen ganz anderen Stellenwert bekommt.

Der Meinige
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Re:

von Der Meinige (27.07.2008, 13:42)
Zitat:
Was wirklich zählt und Punkte bringt, ist nur das, was auf dem Tisch liegt.


Aber erst, wenn es auch tatsaechlich gelesen wird. Die meisten Verlage bestreiten zwar, dass viele Manuskripte ungelesen abgelehnt werden, aber mein gesunder Menschenverstand laesst dies bezweifeln. Dazu ist die Zahl der taeglich eingehenden Manuskripte viel zu hoch.


Das Manuskript ist nur ein Teil davon, Heinz. Wenn schon im Anschreiben oder Expose Schwächen unübersehbar sind, schaut niemand mehr in das Manuskript.

Das "Verkaufen" beginnt schon beim ersten Satz im Begleitschreiben und die meisten Bewerber scheitern schon an dieser Stelle kläglich.

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hawepe
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Re:

von hawepe (27.07.2008, 13:56)
Hallo Peter,

PvO hat geschrieben:
Wie oft kommt es aber vor, dass sich ein Buch/Manuskript erst entwickelt, wenn man mehr liest und das ein langweiliger Anfang dann einen ganz anderen Stellenwert bekommt.


Du hast voellig recht, aber auch Redakteure und Lektoren sind nur Menschen und wollen irgendwann Feierabend haben.

Liest du in diesem Forum wirklich alle Beitraege? Ich nicht, weil mir einfach die Zeit fehlt, auch wenn mir dadurch vielleicht der eine oder andere fuer mich interessante Beitrag durch die Lappen geht.

Das ist das Leben.

Beste Gruesse,

Heinz.

Maya

Re:

von Maya (28.07.2008, 08:35)
Hallo an alle,

vielen Dank für eure Meinungen! thumbbup

Ich habe auch schon gemerkt, dass es wirklich so ist wie "Der Meinige" gesagt hat: Der gesamte Eindruck muss gut sein. Habe es auch schon an anderen Stellen gelesen, dass nicht nur das Manuskript top sein muss, sondern auch alles drumrum.

Werde jetzt meine ganze Story nochmal gründlich überarbeiten, ein Expose schreiben und mir selbst fest die Daumen drücken. cheezygrin

Gruß
Maya

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PvO
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Re:

von PvO (28.07.2008, 08:51)
Alles richtig, was hier gesagt wird. Aber es gibt auch Ausnahmen. Eines Tages hatte ich keine Lust mehr, Exposees zu verschicken und auf eine Standartabsage zu warten und so fragte ich bei einem Verlag per Mail an, ob sie Interesse hätten. Umgehend antworteten sie: schicken sie uns das Manuskript auf Diskette oder per Anhang, was ja schon mal völlig unüblich ist. Bis dahin wollte jeder Verlag ein fein säuberlich ausgedrucktes Exposee haben. Nachdem ich einige Änderungen eingearbeitet hatte, die der Verlag im Anschluss verlangte, bekam ich einen Vertrag. Es entstand eine Dreitausender Auflage. Ein Exposee hat es in diesem Fall nie gegeben.
Was sagt uns das? Das Exposee kann noch so gut ausgefeilt sein, wenn das Manuskript nichts taugt, hat man keine Chance und: wenn das Manuskript gut ist, kann das Exposee ruhig etwas schwächeln.

lverlag
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Re:

von lverlag (28.07.2008, 09:03)
PvO hat geschrieben:
...
Was sagt uns das? Das Exposee kann noch so gut ausgefeilt sein, wenn das Manuskript nichts taugt, hat man keine Chance und: wenn das Manuskript gut ist, kann das Exposee ruhig etwas schwächeln.


Das ist die Argumentation, in der die Ausnahme zur Regel gemacht wird ;)

In den meisten Fällen wird ein Lektor keinen Blick in das Manuskript werfen, wenn das Exposé nichts taugt. Klar gibt es Ausnahmen, allerdings sollte man sich am Regelfall orientieren.

Ich hab grad mal nachgeguckt. In den letzten 5 Monaten habe ich etwa 300 belletristische Anfragen bekommen.

Ca. 20% ohne Exposé, nur eine Leseprobe und eine 'zweifelhafte' eMail dazu -> direkte Absage
Ca. 75% Exposé mit Leseprobe, jedoch hat schon das Exposé nicht überzeugt -> direkte Absage, ohne Prüfung der Leseprobe bzw. Manuskript
ca. 5% Exposé mit Leseprobe bzw. ganzes Manuskript, Leseprobe bzw. Manuskript 'angelesen' bzw. geprüft -> Absagen

De Facto ziehe ich momentan in Erwägung zwei Einsendungen zu veröffentlichen, wobei erstere noch nicht endgültig entschieden ist. So in etwa sieht die Relation wohl in den meisten Verlagen aus, wobei ich da mit zwei guten Manuskripten bei 300 Einsendungen sicher im positiven Bereich liege.

hwg
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Re:

von hwg (28.07.2008, 09:04)
...und meinen Kurzbeitrag zum Thema: Ich habe bis heute kein einziges Exposé verfasst und bin doch ganz gut "ins Geschäft" gekommen. :lol:

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PvO
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Re:

von PvO (29.07.2008, 08:46)
thumbbup Null Kommentar, HWG.

direkte Absage ... direkte Absage, ohne Prüfung der Leseprobe bzw. Manuskript ... Manuskript 'angelesen' bzw. geprüft -> Absagen.


Das selbe haben diverse Verkleger auch zu Frau Rowling gesagt. Mittlerweilen ist sie Multimillionärin und jene Verleger dürften sich in den A... beißen.
Herzlichen Glückwunsch für diese Weitsicht, kann man da nur sagen.

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