Geklaute Kurzgeschichte?

Verträge, Rechte und Pflichten: Was man als Autor beachten sollte.


Versailles
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@ Siegfried

von Versailles (30.07.2008, 16:42)
Hi,
Besser ist ein Einschreiben mit Rückschein,
sagte ich schon und Satyr hat's vermutlich auch gemeint :wink:
Allerdings ist auch das kein gerichtsfester Beweis dafür, was sich im Briefumschlag befunden hat.
Deshalb wird ja bei Kündigungen von Versicherungen gern darum gebeten, den Kündigungswunsch schriftlich zu bestätigen. Wenn ich bei Verlagen schon das Schlimmste annehmen muss, kann ich ja auch gleich noch darum bitten. Wird mir dieser Wunsch verwehrt, darf ich befürchten, woran ich da geraten bin.

...kann so ein Brief per Gerichtsvollzieher zugestellt werden. Da sollte man sich aber vorher überlegen, was das kostet.
Na, da wollen wir doch mal die Kirche im Dorf lassen. Da kannst du gleich zum Verleger fahren und dir die Unterschrift persönlich abholen dozey:

Grüße
Amalia
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Siegfried
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Re: @ Siegfried

von Siegfried (30.07.2008, 18:30)
Versailles hat geschrieben:
...kann so ein Brief per Gerichtsvollzieher zugestellt werden. Da sollte man sich aber vorher überlegen, was das kostet.
Na, da wollen wir doch mal die Kirche im Dorf lassen. Da kannst du gleich zum Verleger fahren und dir die Unterschrift persönlich abholen dozey:


cheezygrin Das Wort "Gerichtsvollzieher" löst gleich Angst und Schrecken aus, was? cheezygrin

Ein normaler Brief als Einschreiben mit Rückschein kostet 4,40 Euro (0,55 Euro Porto + 2,05 Euro Einschreibegebühr + 1,80 Euro Rückschein)

Quizfrage: Was kostet ein durch Gerichtsvollzieher beglaubigtes Schreiben, das durch eben diesen Gerichtsvollzieher auch dem Adressaten zugestellt wird?

Na?

8 Euro! cheezygrin

0,50 Euro kostet die Beglaubigung einer Seite durch den Gerichtsvollzieher,
7,50 Euro kostet die Zustellung an den Adressaten

Mit 3,60 Euro mehr als bei der Post hat man dann aber einen gerichtsfesten Beleg in der Hand.

Stellt sich die Frage, ob das Misstrauen gegen den Verlag 3,60 Euro wert ist. cheezygrin

Grüße
Siegfried

Lally
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Re:

von Lally (30.07.2008, 20:50)
Vielen Dank für die Tipps.

Wenn ich ehrlich sein soll, dann ist es mir im Grunde eher egal, wo und unter welchem Namen mein Text kursiert. Aber ich bin lediglich über die Konsequenzen besorgt, die folgen, wenn irgendwann Derjenige vom Verlag A, der die Antho ins Leben gerufen hat, meinen Text bei Verlag B entdeckt und behauptet, die Story käme von ihm. Denn ich kann ja nicht nachweisen, dass ich die KG ursprünglich geschrieben habe.

LOFI

Re:

von LOFI (30.07.2008, 20:57)
Lally hat geschrieben:
Vielen Dank für die Tipps.

Wenn ich ehrlich sein soll, dann ist es mir im Grunde eher egal, wo und unter welchem Namen mein Text kursiert. Aber ich bin lediglich über die Konsequenzen besorgt, die folgen, wenn irgendwann Derjenige vom Verlag A, der die Antho ins Leben gerufen hat, meinen Text bei Verlag B entdeckt und behauptet, die Story käme von ihm. Denn ich kann ja nicht nachweisen, dass ich die KG ursprünglich geschrieben habe.


Hi,
nochmal, Einschreiben per Rückschein mit Rückzugserklärung deines Angebotes. Dann hast du relative Sicherheit.

Versailles
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Re:

von Versailles (30.07.2008, 22:38)
@ Siegfried
Was kostet ein durch Gerichtsvollzieher beglaubigtes Schreiben, das durch eben diesen Gerichtsvollzieher auch dem Adressaten zugestellt wird? Na? 8 Euro!

Na, da frage ich mich doch, weshalb diese so günstige Dienstleistung nicht viel öfter in Anspruch genommen wird :wink:

@ Lally
Denn ich kann ja nicht nachweisen, dass ich die KG ursprünglich geschrieben habe.
Schick' dir selbst morgen das Manuskript per Post als Einschreiben (und nicht unbedingt mit dem Gerichtsvollzieher :wink: ) - dann hast du zumindest den Beleg, dass der Text am 31.7.2008 existierte und die Vermutung liegt damit nahe, dass er von dir stammt.

Eine gute Nacht wünscht
Amalia
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Lally
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Re:

von Lally (31.07.2008, 10:30)
Gut, dann versuche ich es am besten so.


Ich habe zum Thema Romanidee-Klau gelesen, dass man seinen Roman sichern kann, indem man ihn ebenfalls an sich schickt und den Umschlag ungeöffnet lässt. Für alle Fälle.

Wie ist es, wenn man seinen Roman als "BoD Fun"-Variante veröffentlicht, und ihn bei sich behält? Er hat ja keine ISBN-Nummer.
Oder kann ebenfalls Jeder, der will, diesen Roman kaufen, und dann wäre der Roman veröffentlicht und nicht mehr interessant für den Verlag (falls er überhaupt so überwältigend wäre, dass ein Verlag ihn veröffentlichen möchte)?

Satyr
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Re:

von Satyr (31.07.2008, 11:00)
Hier die billigste Variante für alle, die den Nachweis über die Urheberschaft ihres Manuskriptes erbringen wollen/müssen:

Manuskript als E-Mail (z.B. PDF-Datei) an zwei befreundete Personen schicken, um Bestätigung und um Speicherung bitten. Kostet keinen Cent und bietet zwei Beweise: den elektronischen und den persönlichen des Empfängers...

Gruß vom Satyr

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hawepe
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Re:

von hawepe (31.07.2008, 22:31)
Hallo,

die Frage, wie man ggfs. seine Urheberschaft nachweisen kann, ist hier schon einige Male diskutiert worden. Einschreiben und Emails moegen zwar nett sein, aber als Beweis taugen sie nur wenig.

Hier zwei bereits von mir gepostete Links, die es etwas sicherer machen:

www.law-blog.de/206/nachweis-der-urhebe ... -variante/

www.law-blog.de/297/einsatz-der-notarie ... berschutz/

Beste Gruesse,

Heinz.

Stefan Lamboury

Re:

von Stefan Lamboury (31.07.2008, 23:50)
@Sartyr, Email taugt garnichts, jeder Mensch der etwas mehr als Grundkenntnisse im Bereich Internet hat, kann den Absender wie auch das Datum der Sendezeit locker fälschen. Von daher wird eine Email als Beweis der Urheberschafft mit Sicherheit von keinem Gericht anerkannt werden, sollte es zu einem Rechtsstreit kommen. Sicherer ist es sich die Texte selber per Übergabeeinschreiben zu schicken vor allen Dingen ist es glaubwürdiger. Und selbst das ist nicht ein eindeutiger Beweis, ein hundertprozentiger Beweis für die Urheberschaft sind hinterlegte Manuskripte bei einem Notar, oder aber noch sicher einfach nicht veröffentlichen.

Schönen Gruß

Stefan

http://stefanlamboury.de.tl/-Ue-ber-mich.htm

Satyr
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Re:

von Satyr (01.08.2008, 09:59)
@Stefan

Ich habe diese Antwort richtig erwartet...

Um die E-Mail als Beförderungsmittel geht es hier gar nicht. Sie ist nur der billigste Weg!
Entscheidend ist, dass zwei Personen als Zeugen vorhanden sind, die
- das Manuskript als Datei in Händen haben,
- das Datum notiert haben, an dem sie die E-Mail erhielten (es ist also belanglos, ob das Datum der E-Mail gefälscht wurde!)
- den Empfang dem Absender bestätigt haben

Den Kläger möche ich sehen, der dies anzweifelt. Und du wirst keinen Richter finden, der dies nicht anerkennt.

Solltest du allerdings ein Manuskript mit äußerst wertvollem (wissenschaftlichen) Inhalt zu verschicken haben, so würde ich den Weg per E-Mail nicht wählen. (Da würde ich einen berittenen Boten schicken...)

Im Übrigen ist es ohnehin so, dass Plagiate ungemein selten sind. Es sind eher ängstliche Autoren, die davon träumen.

Nette Grüße
vom Satyr

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hawepe
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Re:

von hawepe (01.08.2008, 10:28)
Hallo Satyr,

Satyr hat geschrieben:
Im Übrigen ist es ohnehin so, dass Plagiate ungemein selten sind. Es sind eher ängstliche Autoren, die davon träumen.


In welcher Welt lebst du? Gerade im Hobbyautorenbereich wird geklaut, was das Zeug haelt. Dass es praktisch keine Gerichtsverfahren gibt, hat den einfachen Grund, dass das Risiko fuer den Klaeger in der Regel groesser ist als ein eventueller Schadensersatz.

Wir haben das mal anhand konkreter Faelle mit zwei Anwaelten durchdiskutiert.

Als unbekannter Autor ist es fast unmoeglich, einen nennenswerten materiellen Schaden nachzuweisen. Auf immaterielle Schaeden zu klagen ist in D jedoch extrem schwierig.

Fuer einen voraussichtlich laecherlich niedrigen Schadensersatz muss man aber bereits finanziell in Vorleistung gehen. Bei einem Erfolg muss zwar die Gegenseite die Kosten tragen, aber zwischen Recht haben und Recht bekommen besteht ein gewaltiger Unterschied. Bei einem nur Teilerfolg bleibt man in der Regel auf Kosten sitzen, die um ein mehrfaches hoeher als der eventuelle Schadensersatz sind.

Beste Gruesse,

Heinz.

Satyr
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Re:

von Satyr (01.08.2008, 10:58)
Hallo Heinz,

ich lebe in dieser Welt: rund 150 Kurzgeschichten, die über 1700 mal veröffentlicht wurden, in über 200 Zeitungen und Zeitschriften. Pardon, ich will mich nicht brüsten, aber wenn ich schon so direkt angesprochen werde, muss ich die Katze aus dem Sack lassen. Ich habe in diesen zehn Jahren nicht ein einziges Plagiat erlebt! Außerdem ist mir das in einer sehr langen Verlagslaufbahn ebenfalls nie passiert.

Mag sein, dass Plagiate bei Hobbyautoren vorkommen. In der Verlagswelt und bei professionellen Autoren tauchen sie so selten auf, dass alle längeren Diskussionen darüber Nonsens sind. Geklaut werden sicherlich Ideen, das gibt es in allen denkbaren Branchen (der neue VW Passat sieht einem Mercedes Coupé verdammt ähnlich...), aber dass z. B. ein Roman von einem anderen Autor weitgehend abgekupfert wird, ist eine Rarität.

Warum Anwälte davon reden, hat einen anderen Grund. Sie wollen an Prozessen verdienen!

Was jedoch häufiger vorkommt, ist ein widerrechtlicher Abdruck oder eine nicht genehmigte Veröffentlichung im Internet. Da ich juristisch etwas bewandert bin, habe ich in zwei dreisten Fällen Betrugsanzeige bei der Staasanwaltschaft erstattet. Es kam, was kommen musste. Ablehnung, weil kein öffentliches Interesse vorliegt. Honorare habe ich aber in allen Fällen (teils samt kräftigem Strafaufschlag, den ich forderte) erhalten. Man muss sich zu wehren wissen, sonst ist man leider verloren.

Herzlichst
Satyr

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hawepe
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Re:

von hawepe (01.08.2008, 11:13)
Hallo Satyr,

Satyr hat geschrieben:
ich lebe in dieser Welt: rund 150 Kurzgeschichten, die über 1700 mal veröffentlicht wurden, in über 200 Zeitungen und Zeitschriften.


Eben, du bist alles andere als ein Hobbyautor, wie die meisten in diesem Forum.

Mag sein, dass Plagiate bei Hobbyautoren vorkommen. In der Verlagswelt und bei professionellen Autoren tauchen sie so selten auf, dass alle längeren Diskussionen darüber Nonsens sind.


Wir sind hier kein Forum von Berufsautoren, auch wenn etliche Berufsautoren hier lesen und schreiben.

Was jedoch häufiger vorkommt, ist ein widerrechtlicher Abdruck oder eine nicht genehmigte Veröffentlichung im Internet.


Wo liegt fuer dich der Unterschied zwischen Klauen und widerrechtlicher Abdruck unter eigenem Namen? Letzteres ist aber Alltag. Dass du damit im Verlagsalltag nicht in Beruehrung kamst, ist klar, denn betroffen sind davon praktisch ausschliesslich Hobbyautoren.

Da ich juristisch etwas bewandert bin, habe ich in zwei dreisten Fällen Betrugsanzeige bei der Staasanwaltschaft erstattet. Es kam, was kommen musste. Ablehnung, weil kein öffentliches Interesse vorliegt.


Wenn selbst du als Berufsautor erfolglos bist, wie geht es dann erst den Freizeitautoren?

Honorare habe ich aber in allen Fällen (teils samt kräftigem Strafaufschlag, den ich forderte) erhalten. Man muss sich zu wehren wissen, sonst ist man leider verloren.


Bei ueber 1700 Veroeffentlichungen hast du mehr als ausreichend Zahlen, anhand derer du fordern kannst. Aber was macht der Autor, der schon froh ist, wenn er fuer eine Veroeffentlichung nichts bezahlen muss? Sarkastisch koennte man sagen, er erzielt einen Gewinn, weil er vor einer kostenpflichtigen Veroeffentlichung bewahrt wurde ;-)

Wenn man als Berufsautor einem Berufsverband angehoert, ist man zudem haeufig rechtsschutzversichert. Ich habe jedenfalls schon auf sie zurueckgreifen muessen. Die ueblichen Rechtsschutzversicherungen helfen einem dagegen ueberhaupt nichts.

Beste Gruesse,

Heinz.

Satyr
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Re:

von Satyr (01.08.2008, 11:53)
Hallo Heinz,

nur noch zwei Klarstellungen:

Ich bin NICHT erfolglos mit dem Einfordern von Honoraren. Ich hole mir das Honorar immer! Worauf ich keinen Einfluss habe, sind Verhaltensweisen von Staatsanwaltschaften. An die wende ich mich nicht mehr.

Juristisch spielt es keine Rolle, ob ein Text von einem Hobbyautor oder einem professionellen Autor stammt. Dass der Hobbyautor naturgemäß weniger Erfahrung, vielleicht auch weniger Zeit hat, steht auf einem anderen Blatt.

Ich kann persönlich nicht nachvollziehen, dass angeblich so viele Texte aus der "Feder" von Hobbyautoren geklaut werden. Wobei ich unter Klauen zweierlei verstehe: Das komplette Veröffentlichen eines Textes unter anderem Autorennamen (= Betrug, weil Vorsatz in der Regel nachweisbar) sowie eine ungenehmigte Veröffentlichung, bei der weder ein Beleg geschickt noch Honorar bezahlt wurde. Letzteres kommt auch bei mir immer wieder vor und gilt bei Statsanwaltschaften als "Versehen". Wenn ich jemanden erwische, muss er zahlen. Letzter Fall war die TAZ in Berlin, die im Jahr 2000 (!) eine Satire von mir brachte, "versehentlich" keinen Beleg schickte und wieder "versehentlich" kein Honorar zahlte. Ich bin durch meine ständigen Recherchen sogar auf diesen Fall gestoßen.

Jeder Autor, der Texte an Redaktionen mailt, sollte deshalb regelmäßig bei Google nachsehen. Es könnte sich lohnen...

Einen schönen Tag noch
Satyr

LOFI

Re:

von LOFI (01.08.2008, 13:01)
Satyr hat geschrieben:
Dass der Hobbyautor naturgemäß weniger Erfahrung, vielleicht auch weniger Zeit hat, steht auf einem anderen Blatt.


Das scheint mir aber für viele aus diesem Forum ein wesentliches Blatt zu sein.

Satyr hat geschrieben:
Ich kann persönlich nicht nachvollziehen, dass angeblich so viele Texte aus der "Feder" von Hobbyautoren geklaut werden.


Warum nicht? Gerade dann, wenn es zwar unbekannte aber vielleicht gute Texte sind, wiegt man sich als Urheberrechtsverletzer doch eher in Sicherheit, als wenn man einen bekannten Autoren "anzapft".

LG

lorenz

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