Keine falschen Hoffnungen

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Siegfried
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Re: Du hast recht

von Siegfried (03.08.2008, 17:47)
chiquitita hat geschrieben:
LOFI hat geschrieben:

Dieses Grundlektorat müsste natürlich schon beim Verlag/Dienstleister geschehen, das ist doch klar; zumindest im Sachbuchbereich.

LG

lorenz


da wäre ich auch gleich mit dabei - und nicht nur im Sachbuchbereich. Bei Belletristik kann man sich bei gravierenden Rechtschreibfehlern eben auch nicht auf "künstlerische Freiheit" berufen. Ein Korrektor oder Lektor sieht eben doch Dinge, die einem selbst nicht auffallen und auf Freunde ist auch nicht immer Verlaß.


Das ist lustig, das mit dem Grundlektorat. cheezygrin

Punkt 1:
Ein Grundlektorat kostet. Frage: Wie viel?
Und vor allem: Wer bezahlt das?
Und wer kontrolliert, ob das, was der Lektor bemängelt hat, vom Autor auch korrigiert wurde? Also muss neben dem Erst-Lektorat auch ein Schluss-Lektorat durchgeführt werden - was die Kosten nach oben treibt.
Ich denke mal, so ein Grund-Lektorat dürfte eine vierstellige Summe kosten

Punkt 2:
Das Grundlektorat (Erst-Lektorat) kommt zu dem Schluss, dass bei diesem Autor Hopfen und Malz verloren sind. Nicht wegen der Rechtschreib- und Grammatikfehler (die lassen sich ja noch anhand des Duden beweisen), sondern wegen eklatanter Schwächen in der Figurenzeichnung, der Dramaturgie, der Wortwahl, und noch so einigem mehr. Der Lektor kann einen Druck des Buches nicht empfehlen. Wenn das so ist, was unterscheidet dann dieses Buchprogramm von dem eines normalen Verlages? Und was verlangt man vom Autor, wenn das Grundlektorat durchgeführt, aber negativ ausgefallen ist? Immerhin hat der Lektor eine Menge Arbeit in das Manuskript gesteckt. Oder sollte er nach Lektüre der ersten drei Seiten der Sekretärin "Absage - Standardbrief" diktieren? Womit wir wieder beim alten Problem wären: 99,9% aller Manuskripte werden abgelehnt.


Grüße
Siegfried

LOFI

Re:

von LOFI (03.08.2008, 17:52)
Hi Siegfried,

ich glaube nicht, dass es 99 % wären, aber einige.
Die Frage nach der Bezahlbarkeit ist eine andere, ohne Zweifel. Und trotzdem, wäre es eine der wenigen Möglichkeit, um zumindest den Sachbuchmarkt auf BOD-Ebene zu entschlacken.

LG

lorenz

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Judith
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Re:

von Judith (03.08.2008, 22:30)
Noch schwieriger wird es im Sachbuchbereich. Dann bräuchte man Lektoren mit Wissen in sämtlichen Fachbereichen, die bei BoD veröffentlicht werden. Das wird kaum machbar sein.

Zum Glück reagierte die Redakteurin unserer Tageszeitung auch eher mit "na und", als ich ihr sagte, dass ich meine Bücher selbst über BoD verlegt hätte. Sie meinte, man hätte ja nur Chancen, einen Verlag zu finden, wenn man Bohlen heißen oder jemanden umbringen würde. :wink: Und auch die umliegenden Buchhändler waren mir in der Regel freundlich gesonnen. :P

Grüßle,
Judith
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hawepe
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Re: Du hast recht

von hawepe (04.08.2008, 08:02)
Hallo Chiquitita,

chiquitita hat geschrieben:
Aber da sind wir wieder bei dem alten Thema angelangt: BoD ist kein Verlag sondern eine Druckerei. Das macht eben den Unterschied aus.


So ist es. So sehr ich auch immer die Qualitaet vieler book on demand verlegter Buecher kritisiere, als Kunde bestimme immer noch ICH, was die Druckerei druckt und die Buchbinderei bindet.

Meiner Meinung kann jegliche Qualitaetssicherung immer nur von den Autoren ausgehen. Aber mein Beispiel des Reise-Knowhows hat damals ueberwiegend sehr boese Kommentare ausgeloest. Ich sehe derzeit weder ein wirkliches Interesse an einer Qualitaetssicherung noch praktikable Umsetzungsmoeglichkeiten.

Beste Gruesse,

Heinz.

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PvO
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Re:

von PvO (04.08.2008, 08:48)
BoD ist kein Verlag sondern eine Druckerei.

Das finde ich maßlos übertrieben. Es gibt solche und solche. BOD ist ein System und es ist ein gutes System. Herkömmliche Verlage haben das erkannt und ihre Kleinauflagen z.T. ebenfalls auf BOD umgestellt. Es mag ja sein, dass der Verlag BOD nur eine Druckerei ist, bei anderen sieht es anders aus. Und wenn der Verlag BOD nur Bücher druckt und nichts weiter, wer hindert die Autoren dran, wo anders hinzugehen?
Der schlechte Ruf von BOD existiert an erster Stelle in diversen Foren, die sich damit befassen. Dem Leser ist es sowas von egal, wie sein Buch entstanden ist, hauptsache es gefällt.

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hawepe
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Re:

von hawepe (04.08.2008, 08:52)
Hallo Peter,

PvO hat geschrieben:
Herkömmliche Verlage haben das erkannt und ihre Kleinauflagen z.T. ebenfalls auf BOD umgestellt.


Kannst du mal ein paar Beispiele nennen? Ich kenne naemlich keinen herkoemmlichen Verlag, der auf diese Weise produziert. Auf Digitaldruck wird bei Kleinauflagen inzwischen haeufiger gesetzt, aber das ist etwas anderes als Book on Demand.

Beste Gruesse,

Heinz.

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chiquitita
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Re:

von chiquitita (04.08.2008, 09:54)
PvO hat geschrieben:
BoD ist kein Verlag sondern eine Druckerei.

Das finde ich maßlos übertrieben. Es gibt solche und solche. BOD ist ein System und es ist ein gutes System. Herkömmliche Verlage haben das erkannt und ihre Kleinauflagen z.T. ebenfalls auf BOD umgestellt. Es mag ja sein, dass der Verlag BOD nur eine Druckerei ist, bei anderen sieht es anders aus. Und wenn der Verlag BOD nur Bücher druckt und nichts weiter, wer hindert die Autoren dran, wo anders hinzugehen?
Der schlechte Ruf von BOD existiert an erster Stelle in diversen Foren, die sich damit befassen. Dem Leser ist es sowas von egal, wie sein Buch entstanden ist, hauptsache es gefällt.


Peter, da widerspricht Du Dir jetzt selber. BoD heißt Books on Demand = Bücher auf Anforderung. Wenn ein Verlag Kleinauflagen digital druckt, ist das etwas anderes. Bei BoD wird jedes Buch einzeln gedruckt. Bei einer Kleinauflage eines Verlages wird - wie der Name schon sagt - eine kleine Auflage gedruckt. Das heißt aber nicht, dass der Verlag dann jeden Mist (Entschuldigung, ich muss das mal so drastisch sagen) druckt. Auch kleinere Verlage, die digital drucken lassen, werden aussuchen, was sie drucken, das macht BoD nicht.
Chiquitita

hwg
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Re:

von hwg (04.08.2008, 10:24)
Auch ich kenne etliche seriöse Kleinverlage, die sich des BoD-Systems bedienen, wenn vielleicht auch nicht bei BoD Norderstedt. Inzwischen gibt es auch in Österreich etliche BoD-Anbieter bzw. Druckereien, die Bücher in Kleinstauflagen zu besonders günstigen Preisen produzieren.

Kleinverlage, die garantiert keinen Druckkostenzuschuss verlangen und übliche Honorarabrechnungen vornehmen, ersparen sich durch das BoD-System lediglich Lagerkosten, die Autoren müssen bloß ein Typoskript übermitteln (entweder per E-Mail oder per Post, das ist unterschiedlich), welches vom Verlag bzw. dessen Lektorat aber auch angenommen werden muss.

Mit Buchgestaltung und dgl. haben Autoren dabei nichts zu tun, bestenfalls wird ihnen ein Mitspracherecht eingeräumt hinsichtlich "alter" oder "neuer" Rechtschreibung.

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PvO
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Re:

von PvO (04.08.2008, 10:41)
Schließe mich hwg an.
Auf Digitaldruck wird bei Kleinauflagen inzwischen haeufiger gesetzt, aber das ist etwas anderes als Book on Demand.

Das wusste ich nicht, ich dachte es wäre das Gleiche.
Namen kann ich nicht (mehr) nennen, hab sie vergessen. Hab das mal im Net gelesen. Ich glaube der Hauptvorteil von BOD ist der, dass man keine Auflage druckt, sondern nur ca 20 Stück, dass man ein paar Exemplare zu liegen hat. Keine Lagerhaltung und man setzt auch nicht auf das falsche Pferd, in dem man denkt, das wird schon gehen und das Buch liegt dann wie Blei in den regalen. Und das machen sich eben auch andere zu nutze, so hatte ich das gemeint.
Ich finde es trotzdem nicht angebracht, Bod Verlage nur als Druckereien zu bezeichen.

hwg
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Re:

von hwg (04.08.2008, 10:49)
BoD ist ein Dienstleister, der Bücher komplett fabriziert. Kleine Druckereien haben oft keine Bindemöglichkeit und vergeben diese
Aufträge an andere Unternehmen. Digitaldruck ist ein Verfahren, das
besonders kostengünstig ist, hat aber mit BoD grundsätzlich nichts zu tun.
Das Digitalverfahren wird auch von allen anderen Druckereien angewandt, beispielsweise auch für Zeitschriften, wobei aber nicht jede Papiersorte dafür geeignet ist (jedenfalls habe ich es so "gelernt", obwohl ich kein Drucker oder Buchbinder bin).

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Judith
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Re:

von Judith (04.08.2008, 14:31)
Ich weiß von einer Verlegerin in unserer Nähe, dass auch sie auf BoD umgestiegen ist. Sie hat einen Kleinverlag (keinen Selbstverlag, obwohl es meines Wissens so begonnen hatte) mit ca. 10 - 15 Büchern im Programm. Seit sie über BoD drucken lässt ist sie auch bei amazon etc. gelistet, was ihr - wie uns - Vorteile bringt. Sie nimmt immer kleine Auflagen auf Vorrat, so dass sie selbst auch schnell liefern kann. Ich würde es als Kleinverlagerin vermutlich ebenso machen.

Grüßle,
Judith
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Der_Meinige
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Re:

von Der_Meinige (04.08.2008, 14:52)
Seit sie über BoD drucken lässt ist sie auch bei amazon etc. gelistet, was ihr - wie uns - Vorteile bringt.


Die Wahl der Druckerei hat aber nichts mit einer Listung bei Amazon zu tun ... :roll:

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hawepe
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Re:

von hawepe (04.08.2008, 16:47)
Hallo Peter,

PvO hat geschrieben:
Schließe mich hwg an.
Auf Digitaldruck wird bei Kleinauflagen inzwischen haeufiger gesetzt, aber das ist etwas anderes als Book on Demand.

Das wusste ich nicht, ich dachte es wäre das Gleiche.


Ich gebe gerne zu, dass die Grenzen immer mehr verfliessen. Die Beweggruende fuer Autoren wie Kleinverlage sind die gleichen: Das Risiko ist vergleichsweise gering.

Die Kleinverlage legen aber verstaendlicherweise darauf wert, ihre eigenen ISBN zu verwenden und selbst nach aussen als Verleger aufzutreten. Meistens durchlaufen die Buecher auch ein Korrektorat und zumindest einfaches Lektorat. Als Verlag betreiben sie in der Regel auch ein, wenn auch oft nur bescheidenes Marketing.

Ich finde es trotzdem nicht angebracht, Bod Verlage nur als Druckereien zu bezeichen.


Sind sie auch nicht, da sie z.B. auch buchbinderische und logistische Leistungen erbringen. Sie erbringen tatsaechlich eine Vielzahl an Leistungen. Lediglich ;-) die verlegerische fehlt.

Beste Gruesse,

Heinz.

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Judith
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Re:

von Judith (04.08.2008, 22:02)
Der_Meinige hat geschrieben:
Die Wahl der Druckerei hat aber nichts mit einer Listung bei Amazon zu tun ... :roll:


Doch. Wenn sie die Bücher über BoD drucken lässt, kommen die - genau wie meine über BoD veröffentlichten Bücher - automatisch ins Barsortiment. Das war einer der Beweggründe, warum sie BoD gewählt hat.

Grüßle,
Judith
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Zoba
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Re:

von Zoba (04.08.2008, 22:31)
Hi,

was ich nicht verstehe, wie machen es diese Kleinverlage mit dem angemessenen Buchpreis, wenn sie über BoD arbeiten?

Ich habe grade ein wirklich schön bebildertes Paperback mit ziemlich hartem bunten Glanzcover und jeder Menge Farbphotos gekauft. Der Verlag ist ein US-Kleinverlag, der Preis liegt bei 16,80 US$, also ca. 12 Euro. Über 250 Seiten und viele Seiten Glanzdruck auch innen. Das Buch wurde von einem Kleinverlag verlegt, wie kann jemand mit sowas konkurrieren, wenn er BoD-Preise nehmen muß? Das ist ja schon bei TBs deutlich teurer als normal.
Gruß,

Zoba

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