Copyright für Buchtitel sichern ohne (unnötig) zu zahlen

Verträge, Rechte und Pflichten: Was man als Autor beachten sollte.


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reservoir-Dog
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Copyright für Buchtitel sichern ohne (unnötig) zu zahlen

von reservoir-Dog (17.08.2008, 13:26)
Hallo,

als möchtegern Autor, mit mehreren angefangenen und einem fertig geschriebenen Buch und vielen Buchtiteln im Kopf habe ich eine brennende Frage:

WIE KANN MAN DEN SICH EINEN NAMEN SICHERN, OHNE DAFÜR (unnötig) ZU LÖHNEN?
Wenn der Klügere immer nachgibt herrscht die Diktatur der Dummen.
Daher: Wenn Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zu Pflicht.
Doch: Das Einzige das einen davon abhalten kann, die Warheit zu finden, ist zu denken man kenne sie bereits.

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battlefox
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Re:

von battlefox (17.08.2008, 15:41)
Da wäre wohl boersenblatt.de deine erste Anlaufstelle:
http://www.boersenblatt.net/template/b4 ... telschutz/

Kostenlos lässt sich das aber kaum bewerkstelligen.


Auszug aus Wikipedia:
---------------------------------------------------------------------------
Grundsätzlich entsteht ein Markenrecht an einem Buchtitel mit dem Erscheinen des Werkes. Um schon im Vorfeld, also während Entwicklung und Produktion gegen Nachahmer geschützt zu sein, kann durch eine Titelschutzanzeige der Anspruch auf so genannten vorgezogenen Werktitelschutz bekannt gemacht werden.

Die Wirkung dieser Anzeige entspricht – zeitlich begrenzt – bereits der, die auch das Erscheinen des Werkes haben würde. Das geplante Buch sollte jedoch innerhalb einer „angemessenen Frist“ auf den Markt kommen, sonst verfällt der vorgezogene Werktitelschutz. Welche Frist angemessen ist, richtet sich nach der Art des Werkes. So werden etwa sechs Monate bis zum Erscheinen eines Titels im Bereich von Printmedien für ausreichend gehalten.

Das „Titelschutzjournal“ bringt als Anzeigenblatt Titelschutzanzeigen nach § 5 Abs. 3 MarkenG. zur Kenntnis. Titelschutzanzeigen können auch im „börsenblatt“ – dem Wochenmagazin für den deutschen Buchhandel, das vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels herausgegeben wird – geschaltet werden. Dort gibt es auch eine Schiedsstelle für Streitigkeiten. Ebenfalls möglich ist inzwischen die Schaltung einer Titelschutzanzeige direkt im Internet, hierzu gibt es jedoch noch kein rechtskräftiges Urteil über die Wirksamkeit.

Um schützenswert zu sein, muss ein Titel ein Minimum an Unterscheidungskraft besitzen. Kafka wäre kein schützenswerter Titel, Kafka - Die Jahre der Entscheidungen schon.

Eine Behörde oder eine sonstige Einrichtung für die Anmeldung von Titelschutz gibt es nicht. Es gilt das Prinzip: „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.“
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reservoir-Dog
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Danke für die schnelle Antwort.

von reservoir-Dog (17.08.2008, 16:23)
Danke für die schnelle Anwort.

Zum Teil war mir das auch bereits bekannt, doch du konntest meinen gegoogelten Wissensstand noch bereichern.

Hatte dennoch die Hoffnung, das es vor dem Verkauf des Buches eine nicht kostspielige Möglichkeit gibt, seinen Titel zu sichern.

Klar, nichts ist umsonst, aber ein guter Titel hat ja schon eine gute Idee, also kreative Gedanken und Zeit gekostet...

Ich hab wie gesagt ein Buch soweit fertig, dass es zur Zeit ein paar ausgesuchte (kompetente u. kritikfreudige) Menschen probelesen...
Zum Teil kennen die meinen möglichen Titel. Nun habe ich die Befürchtung, dass durch die Leser andere davon erfahren, den Titel gut finden und gut gebrauchen können (wär schon Pech, aber echt großes) oder ein anderer Autor, die gleiche Titelidee schneller umsetzt.

PS: Der Titel deines Buches klingt auch nicht schlecht, werd mal reinlesen...
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Rabert
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Re:

von Rabert (17.08.2008, 16:32)
Ich hatte früher auch öfter solche Bedenken. Die Wahrscheinlichkeit, dass so etwas passiert, ist nicht auszuschließen aber verschwindend gering. Ohne es jetzt mathematisch beweisen zu können würde ich mal sagen ungefähr so groß wie die Wahrscheinlichkeit, dass du morgen von einem Auto angefahren wirst.

Also, entspanne dich, schreibe dein Buch fertig, und veröffentliche es.

Gruß

Rabert

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reservoir-Dog
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Wann gilt ein Buch als "erschienen"?

von reservoir-Dog (17.08.2008, 16:43)
Auf dem oben genannten Link hab ich meinen Titel schon einmal -noch- nicht gefunden. Kann aber auch an meiner -noch- vorhandenen Internet-Schwäche liegen (da erst seit kurzem Internet-Nutzer).

Bisher dacht ich ja immer: Die besten & neuesten Viren, Trojaner etc. bekommt man ausm Netz. Is zwar nach wie vor so, aber nachdem ich ein Gewerbe angemeldet habe... Teilselbständigkeit versuche... Selbständigkeit anstrebe, komme ich dem Netz nicht mehr aus.

Das Netz hat auch seine positiven Seiten, aber im Moment komme ich mir noch vor wie eine Fliege im Netz...

Man merkt vielleicht, ich schreibe gern meine Gedanken auf, aber bevor ich jetzt noch meinen ersten Roman im Netz direkt verfasse, komme ich doch lieber zurück zum Thema:

Wer kann mir sagen, ab wann ein Buch als erschienen gilt. Gerne mit Links zu interessanten Seiten. Dann kann ich selbst nachlesen. Des Lesens bin ich mächtig book: , des richtigen googelns noch nicht so ganz...
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reservoir-Dog
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Re:

von reservoir-Dog (17.08.2008, 16:47)
An Rabert:

Danke für die wohl beruhigend gemeinten Worte.

Ich hoffe jedoch stark, dass die Wahrscheinlichkeit weit unter deinem Vergleich liegt, denn von Autos werd ich täglich beinah über-fahren.

Als umweltbewusster Radler hat man es in ner Großstadt nich leicht.
Wenn ich nicht ständig meine Augen offen halten würde... :shock::

Grüße zurück
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hwg
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Re:

von hwg (18.08.2008, 08:22)
Wenn der Roman einem Verlag (keinem Druckkostenzuschussunternehmen!) angeboten wird,
kommt es in der Regel zu einer Überprüfung des
Titels.

Außerdem ist es so, dass der vom Autor
gewählte Titel nicht immer vom Verlag goutiert und
deshalb geändert wird.

Grundsätzlich beginnt der Titelschutz mit der Ver-
öffentlichung. Sollte eine Duplizität fest-
gestellt werden, muss eine verkaufsfördernde
Absicht nachgewiesen werden. Schlimmstenfalls,
sollte es überhaupt zu einem Verfahren kommen,
müsste das Buch vom Markt genommen und mit
einem neuen Titel versehen werden.

Nicht selten sind Klagsdrohungen (meistens von
kaum bekannten Autoren, seltener von Verlagen)
reine "Schaumschlägerei" und haben vor Gericht
kaum Erfolg.

Erst wenn Dein Buch ein Bestseller werden würde,
was jedem Autor zu wünschen ist, bestünde even-
tuell Interesse, wegen des möglicher Weise irre-
führenden Titels sich am finanziellen Erfolg irgend-
wie "anzuhängen".

Das würde dem Buch allerdings auch zusätzliche
Verkaufszahlen bescheren... :lol:

Auch ich denke, erst einmal veröffentlichen und sich
vorher nicht allzuviele Gedanken über mögliche
"Gefahren" zu machen.

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reservoir-Dog
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Re:

von reservoir-Dog (18.08.2008, 23:12)
Alles klar,

die meisten Gedanken mach ich mir zur Zeit ohnehin darüber, wie der kleine aber nicht kritikscheue Probe-Leserkreis mein Buch derzeit aufnimmt.

Danach werde ich sehen, ob ich es als Ringbuch bei Bekannten in deren Shops auslege, oder tatsächlich Verlage anschreibe...

Bis dahin hab ich hier wies scheint noch gute Gelegenheiten mich auf kommende Gegebenheiten vorzubereiten.

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Kay Fischer
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Wohnort: Berlin

Re:

von Kay Fischer (03.09.2008, 22:52)
Hallo zusammen,

ich hatte vor einigen Jahren auch das Problem mit "Zeit im Sand".
Aber nicht so sehr, daß jemand den Titel klaut, sondern eher, daß jemand "zufällig" auf dieselbe Idee kommt, beschäftigte mich.

Die vielen Beiträge hierzu sind gut, es ist tatsächlich eher so, daß man sich zuviele Gedanken macht. Es heißt ja auch, daß über 90 % aller
Sorgen nicht Realität werden ...

Ergänzen möchte ich noch drei Dinge. Meine damaligen Recherchen
haben folgendes ergeben:

- eine Titelschutzanzeige heißt nicht, daß man die Rechte an diesem
Titel hat, sondern nur anzeigt, diesen Titel zu benutzen beabsichtigt.
Streng genommen könnte es sein, daß jemand Drittes nachweislich
diesen Titel zuvor erfunden hat, dies aber nicht angezeigt hat, trotzdem
aber die älteren Rechte besitzt (Juristen werden es sicher am besten
wissen).

- Als Unterscheidungsmerkmal reicht ein Wort. Gibt es zum Beispiel
einen Titel "Die Büchse", kann ein anderer Autor "Die grüne Büchse"
auswählen.

- Trotzdem gibt es Beispiele, in denen Doppeltitel durchgelaufen sind.
Zum Beispiel "Der Abschied" - das gab es einmal als Erfahrungsbericht
einer Familie, die aus der DDR auswandert und als Roman von L.-G.
Buchheim.

Na dann -
K a y F i s c h e r

www.kayfischer.de

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