Anneliese Wipperling - Prosa

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Anneliese
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Anneliese Wipperling - Prosa

von Anneliese (31.07.2007, 10:56)
Der Gedankendieb

Es soll tatsächlich Banausen geben, die noch nie etwas von Carlos Mansilla gehört haben! Ich weiß nicht, wie die das schaffen, denn mich kann man praktisch überall und in allen großen Sprachen des Quadranten lesen. Es vergeht keine Woche, wo ich nicht zu Vorträgen und Talkshows eingeladen werde. Ich bekam schon dreimal den Pegasusorden erster Klasse, zweimal den Federico García Lorca-Ehrenpreis, fünfmal den intergalaktischen Novastern und einmal sogar einen goldenen Ehrenring vom Planeten Nakkar. Ich bin gut. Diese hoch bezahlten Kritiker können sich gar nicht irren!
Mir ist egal, was die neidische Literatenfront geifert. Solange das Publikum in Scharen kommt und die Mädchen – sogar Kah´Gelah, eine hoch gelobte junge Poetin vom Planeten Heyla lag mir zu Füßen. Sie hat mich geheiratet, obwohl ich mehr als zweimal so alt wie sie bin. Gelly sieht auf ihre spezielle Weise ganz passabel aus und sie ist ziemlich wild im Bett, aber deshalb habe ich sie nicht genommen. Es ist ausgesprochen nützlich, die Konkurrenz im Griff zu haben. Heylaner sind Telepathen, ihre Ehepaare mental auf Gedeih und Verderb verbunden. Ich weiß immer, was meine Frau denkt und fühlt. Sie wird mich niemals übertreffen, denn ihre Ideen, Metaphern und Träume gehören mir.
Wenn ich bloß an die letzte Lesung denke. Oh, ich liebe diese verzückt zum Podium gereckten Gesichter, das schmachtende Seufzen der jungen Frauen, verstohlene Tränen bei den Großmüttern und die steinernen Mienen, hinter denen die Männer ihre Ergriffenheit verbergen. Natürlich genieße ich hinterher den frenetischen Applaus und das duftende Ruhmesgemüse aus zarter Hand.
Gelly hat, seit wir zusammen sind, nichts mehr veröffentlicht. Sie ist total blockiert, depressiv, wahrscheinlich von meinem strahlenden Ruhm geblendet. Als ich für mein neuestes Werk endlich den heiß begehrten Kristallobelisken der interplanetaren Dichtergilde erhielt, wurde sie grün vor Eifersucht. Na ja, eigentlich ist sie immer grün aber diesmal war es besonders schlimm. Drei Tage später ist sie nach Heyla abgedüst. Sie hat mir nur einen Zettel hinterlassen: „Carlos, ich brauche dringend einen Gedankenmeister. Ich weiß nicht, ob und wann ich wiederkomme. Kah´Gelah aus dem Hause Boras.“
Erst wollte ich hinterher und sie zurückholen. Aber dann habe ich es mir anders überlegt: Heylanische Gedankenmeister sollen kreuzgefährlich sein und überhaupt: eine ganze Welt voller pinselohriger grünblütiger oberschlauer Supertelepathen? Nein danke!
Es war schon schwierig genug, Gellys Visionen unbemerkt aufzuschreiben, zu glätten, zu feilen und das Ergebnis heimlich zu meinem Verleger zu tragen. Glaubt mir, damals ist die Hälfte meiner Einkünfte für Schnaps draufgegangen, aber es hat sich gelohnt. Ich kam eher zufällig dahinter: Schon ein mittlerer Rausch verzerrt die Gedankenmuster von uns Menschen so sehr, dass keine telepathische Spezies des Universums mehr was damit anfangen kann. Wir sind schwach und das verhilft uns ausnahmsweise zu einem Vorteil gegenüber gewissen Pinselohren und anderen nervtötenden Besserwissern!
Meine weise katalanische Großmutter hatte recht: „Alles im Leben ist zu irgendetwas gut. Man weiß nur nicht gleich, wofür.“
Für meine speziellen Probleme wusste sie leider keinen Rat. Ich werde nämlich seit Jahren von Neidern als gemeiner Ideendieb denunziert! Die Kollegen sichern ihre Computer mit immer raffinierteren Passwörtern, sind in meinem Beisein äußerst reserviert, begnügen sich unter fadenscheinigen Vorwänden mit Limonade. Was für Geizkragen und Heuchler! Als wenn die nie irgendwas von anderen aufgeschnappt und verwurstet hätten! Schleimbolzen, hinterhältige! Ich bin einsam, mir fällt seit Monaten nichts mehr ein und in elf Tagen soll ich mein Manuskript abgeben! Vertrag ist Vertrag, sagt der alte Gabin immer. Das schaffe ich nie! Und dann bin ich weg vom Fenster. Womöglich endgültig.
Ich höre schon, wie sich meine Erzfeinde die Mäuler zerreißen: „Ah, der große Carlos Mansilla ist in der Krise! Der kriegt sein Buch nicht fertig und das ausgerechnet, wenn seine Frau auf Heyla ist. Ist das nicht äußerst merkwürdig?“
Gelly ist eine naive egoistische Kuh! Was blökt sie dauernd von geistigem Eigentum und ähnlichem Schwachsinn? Beim großen Apoll! Es gibt seit der Antike keine neuen Ideen mehr, nur noch das stilvolle Spiel mit vertrauten Mustern. Wir alle sammeln Eindrücke, biegen und schleifen sie ein bisschen – sind wir deshalb gleich Betrüger?
Ich renne seit Stunden in meinem riesigen Arbeitszimmer auf und ab. Ich komme mir vor wie eins dieser rastlosen Zootiere. Gott! Die Brusthaare quellen wie Grizzlyfell aus dem Ausschnitt meines goldfarbenen Xanthapischlafrocks, seine Schöße wedeln wie Gänseflügel und enthüllen schamlos mein bestes Stück. Ach! Wen schert das? Wen geht es was an, wenn ich mittags noch nicht gewaschen und angezogen bin! Ich sehe genau richtig aus: malerisch wie ein Poet im Schöpfungsrausch. Wie jemand, den die Musen in Ekstase versetzt haben. Pah! Seit wann gelten die Regeln des Pöbels für ein Genie wie mich? Ich diene nur meiner heiligen Maschinerie zum Ernten, Ordnen und Verarbeiten von Eindrücken. Ich liebe ihr Zischen, Pfeifen und Rattern, wenn sie denn was zu Fressen hat.
„Es kann eigentlich gar nicht sein, dass die kleine Gelly mir so viel bedeutet, dass ich ohne sie ...“ Ich lasse den Satz unvollendet im Raum hängen und bleibe in Denkerpose neben meinem prestigeträchtigen antiken Mahagonipult stehen. Es hat früher dem chilenischen Dichter Neruda gehört. Zumindest hat das mein Antiquitätenhändler behauptet. Ich aktiviere das auf der schrägen Platte deplatziert wirkende Aufnahmegerät.
„Morgennebel“, deklamiere ich und registriere nebenbei, wie versoffen meine Stimme klingt. „Galaktischer Nebel, Parfümnebel ... Duftattacke der Walrösser ... Quatsch ... Duftattacke der Seekühe ... äh Sirenen ... ich ... ich erliege dir, du grünblütige ... du staubige Wüstenkuh, Worte malmende Wüstenkuh, geizige Wüstenkuh mit Zähnen aus ... und Euter. Ach Shit! Was für ein sinnloser Müll!“ Ich begreife nicht sofort, woher diese schrillen Wutschreie kommen, wieso mein sauteurer Rekorder mit voller Wucht an die Wand klatscht und zu meinem maßlosen Entsetzen kurzerhand in seine Einzelteile zerfällt. „Ah! Ah! Du hässliches grünes Aas gönnst mir rein gar nichts! Komm endlich nach Hause! Antworte auf meine Nachrichten! Monatelange Klausur in der Wüste! Wo gibt es denn so was? Du bist verheiratet! Mit mir!"
Als wenn mein Geschrei auf eine kontrollierte, logikverliebte Heylanerin Eindruck machen könnte! Und nun ist auch noch mein schöner Rekorder futsch! Na gut, klauben wir die Einzelteile vom Teppich, bevor die Putzfrau sich darüber wundern kann. Vielleicht finde ich wider Erwarten jemanden, der mir das billig repariert. Was mache ich aber, wenn mich gerade jetzt die Muse küsst? Zu Stift und Papier greifen? Das Gekrakel kann doch hinterher niemand entziffern ... nicht einmal ich selbst!
Plötzlich überkommt mich ein zwanghaftes Kichern: „Hihi! Das ist eine geniale Idee! Ich lasse Doc Morgan, eine Eilbotschaft nach Heyla schicken: ‚Sofort heimkommen! Der große Carlos Mansilla liegt im Sterben.‘ Das klappt bestimmt! Meinem Lektor schmeiße ich bis dahin ein paar halbgare Brocken zu und sage ihm ... ach was, der kann warten. Schließlich bin ich ein gefeierter Hausautor.“
Ich befummele abwesend mein berühmtes Stehpult, dann hole ich eine staubige Flasche aus dem Wandschrank und gieße mir ein Glas Cognac ein. Ich brauche das Zeug dringend, um mich zu beruhigen.
„Wenn Gelly kommt,“ erkläre ich trotzig. „Wenn sie wieder da ist, sauge ich mir all ihren Hass und ihre Sehnsucht herunter ... heiße Wüsten, spitze Felsen und – nicht zu vergessen – ihre typisch heylanische Geilheit. So was mögen die Leute. Der Verlag wird's liebend gern fressen. Ein gescheiter Kerl darf kein dummes Luder sein.“ Das ist auch ein beliebter Wahlspruch meiner Oma.

Die Albatros, ein schrottreifer Billigraumer der Standardroute Heyla´Thur – Paris-Orly, hat soeben die Plutobahn überquert. In einer Stunde ist mein Frauchen bei mir. Vermutlich schläft sie gerade. Typisch Heylaner! Immer schön ruhig bleiben, alles griffbereit haben und keinen Moment zu früh aufstehen! Die tun so überlegen und organisiert! Das ist vielleicht widerlich! Aber hey! Ich habe endlich wieder mentalen Kontakt! Gelly pennt tatsächlich. Erst empfange ich nur ein diffuses Rauschen. Aber jetzt! Sie träumt. Hurra! Futter für meine organische Festplatte! Faszinierend! Wenn auch nicht gerade schmeichelhaft:
Gelly besteht seltsamerweise nur aus riesigen Augen, haarigen Ohren, einer spitzen Nase, dem grünen Mund. Mehr sehe ich nicht. Ein vollständiges Abbild von mir liegt splitternackt in malerischer Pose im Treppenhaus unserer Pariser Wohnung. Es schläft fest und sie glotzt es irgendwie hungrig an. Sicher bewundert sie meinen liebevoll getrimmten Waschbrettbauch und vor allem meinen prächtigen Lümmel. Plötzlich spüren wir beide, dass sich schräg hinter ihr etwas regt. Die Augen wirbeln hastig herum: Der Deckel des Müllschluckers hebt sich ganz langsam. Mehrere rosige, mit Saugnäpfen versehene Tentakel kriechen darunter hervor. Brrr! Was für ein ekliges Zeug! Gelly beobachtet mit krankhafter Neugier, wie die Fangarme sich witternd aufrichten und mit widerwärtigen Schlängelbewegungen meinem reglosen Körper nähern. Als sie ihn berühren, wacht mein anderes Ich schreiend auf und beginnt ungeschickt um sich zu schlagen. Es nützt rein gar nichts. Innerhalb von Sekunden liegt da nur noch ein wohl verschnürtes zuckendes Bündel. Als sich ein wurmförmiger, besonders dicker Fortsatz des Abfallmonsters energisch in seinen weit offenen Mund zwängt, wird es abrupt still. Mein allseits bekannter Charakterkopf färbt sich scheußlich violett, die glutvollen spanischen Augen hängen aus den Höhlen, sorgfältig manikürte Finger greifen verzweifelt ins Leere ... Dann ist es vorbei. Gelly schaut reglos zu, wie das Ungeheuer meine Leiche zum Müllschlucker schleift und mit verblüffender Geschicklichkeit durch den Spalt zwischen Schacht und Deckel bugsiert. Endlich verschwindet der letzte rosige Saugnapf und die Abdeckung klappt mit einem lauten Knall herunter. Sämtliche Lampen im Korridor erlöschen. Oder ... nur die frei schwebenden Augen sind weg! Da wabern im Halbdunkel noch ein Paar durchsichtige Pinselohren und eine spitze Nase. Ich höre den Wind leise heulen und ich riecheetwas Fremdes, Herbes – ein heylanischer Mann? Das fehlt mir gerade noch!

Da kommen ja endlich die Shuttles von der Albatros! Ich wedele pflichtgemäß mit einem riesigen Begrüßungsstrauß, versuche mein kleines Frauchen zärtlich zu küssen.
„Du hast mich belogen!" faucht Gelly erbost. „Du bist gar nicht krank."
„Ich bekenne mich schuldig", säusele ich so gefühlsduselig wie möglich. „Die Sehnsucht nach dir hat mich überwältigt."
Gelly verzieht verächtlich den grünen Mund. „Lass das billige Geschwafel! Ich weiß doch, wann du dein Manuskript abgeben musst.“
„Ach du! Kleine! Denkst du immer noch, dass ich dich beraubt habe? Es ist doch ganz normal, dass Eheleute alles miteinander teilen! Meinetwegen kannst du auch einige ganz tolle Ideen von mir haben und ...“ Ich taste vorsichtig nach ihren Gedanken aber da ist nichts! Nur eine glatt polierte Wand aus schwarzen Steinquadern und ein wolkenloser Himmel darüber. „Was ... was zum Teufel ist das? Was hast du mir angetan? Gelly!“
„Nenn mich nie wieder mit diesem albernen Kosenamen!“ antwortet sie steif. „Ich bin nicht mehr deine kleine Gelly und vor allem nicht dein Selbstbedienungsladen.“
Plötzlich ist mir speiübel vor Wut und Hass. „Du!“ zische ich eiskalt. „Was meinst du, warum ich dich geheiratet habe? Wegen deiner glitschigen grünen Zunge etwa?“
„Schade, dass du nicht wirklich im Müll gelandet bist!“ kontert sie spitz.

Ich hocke im ‚Goldenen Affen‘ vor einem Teller gedünsteter Muscheln und verfluche halblaut den heylanischen Scharlatan, der meiner Frau geholfen hat, mich auszusperren. „So was müsste glatt verboten werden! Der Mistkerl mischt sich in meine Ehe ein, hetzt meine Gelly auf und jagt mich in den Ruin! Wer soll jetzt die Familie ernähren? Diese grünblütige Wüstenkuh etwa? Die bringt doch rein gar nichts zustande. Soviel zur begnadeten Lyrikerin!“
Ein schrilles Auflachen in meinem Geist sorgt dafür, dass mir die Gabel aus der Hand rutscht und klirrend auf den Teller fällt. Erst jetzt merke ich, dass mich sämtliche Kellner und Gäste irritiert anstarren. Sogar der speckige Koch schiebt seinen Kopf neugierig aus der Durchreiche. Einen Moment bin ich so durcheinander, dass ich die Wut meiner Frau problemlos verstehen kann. Wenn jemand wagen würde, mir so was anzutun ...
„Gib es auf“, antwortet eine giftige mentale Stimme auf meine Gedanken. „Du bist nur ein erbärmlicher Gedankendieb! Du hast noch nie in deinem Leben etwas Eigenes geschaffen. Du weißt gar nicht, wie man das macht.“
Die hinterhältige Wüstenhexe kann weiter in meinem Schädel herumstochern und ich stehe wie der allerletzte Trottel vor ihrer beknackten Wand! Die weidet sich an meinen vergeblichen Schreibversuchen! Das ist so demütigend! Zum Glück ist es einfach, die Schnecke loszuwerden: „Kellner! Bitte einen doppelten Cognac!“
Wenig später sind meine Gedanken weich und breiig, beruhigend langsam und mit einem diffusen Rauschen verquirlt. Die mentale Präsenz meiner Frau ist spurlos verschwunden, was mich mit irrationalem Triumph erfüllt. Plötzlich überläuft es mich siedendheiß. „Ver ... verdammt. Ich m-muss ... ich komme zu spät ... Maurice wartet. K-kellner! Einen M-mokka b-bitte!“
Als ich das Verlagsgebäude betrete, ist mein Verstand zwar immer noch isoliert, dickflüssig und träge, aber das Koffein hilft mir, meinen desolaten Zustand halbwegs zu verbergen. „Wie erkläre ich, weshalb ich in einem ganzen Jahr nur ein einziges Gedicht geschrieben habe? Gott! Wenn ich mich verquatsche!“ Natürlich siegt der Alkohol über das Koffein und ich verplappere mich tatsächlich.
„Habe ich Sie richtig verstanden?“ fragt der Lektor Maurice Seurat außer sich. „Weltstaub stammt in Wirklichkeit von Ihrer Frau?“
„Das stimmt doch gar nicht!“ protestiere ich zutiefst gekränkt. „Ich habe nur ein paar Gedankenfetzen von ihr verarbeitet. Ich musste alles noch in die richtige Form biegen, schleifen, polieren. Ich habe wochenlang Synonymwörterbücher und Datenbanken gewälzt. Ich habe wie ein Vieh gerackert! Weltstaub ist mein Buch!“
„Ihre Frau war eine viel versprechende Debütantin. Meinen Sie nicht, dass sie das auch selbst hingekriegt hätte? Und womöglich besser als Sie?“
„Ich ... äh ...“
Der Lektor beäugt mich wie ein seltenes, besonders unappetitliches Insekt. „Ich habe schon früher Gerüchte über Sie gehört, böse Gerüchte von Aufnahmegeräten bei Saufgelagen mit jungen Autoren. Und dass Sie einen Hacker dafür bezahlen, dass er die Computer der Konkurrenz anzapft. Ich habe das alles nie geglaubt. Aber nun, wo Sie es selbst zugeben ... die sauberste Lösung wäre, sofort das interplanetareTribunal und die Medien zu informieren aber das darf ich nicht allein entscheiden.“
„Der alte Gabin?“ frage ich alarmiert.
„Ja, warten Sie bitte!“ Damit rennt Seurat wie gehetzt aus seinem Büro. Er ist froh, dass er das Problem los ist.

Der bullige Chef des Hauses ist ein berüchtigter Choleriker, der weder auf subtile Befindlichkeiten noch auf den Narzissmus seiner Autoren Rücksicht nimmt. Wenn er richtig in Wut gerät, färbt sich sein Gesicht karminrot, er hämmert wie ein Irrer mit den Fäusten auf den Schreibtisch und es kann sogar passieren, dass Datenträger, Belegexemplare und kleine Blumentöpfe haarscharf am Ohr des Delinquenten vorbeisausen, gegen die Wand krachen und stückweise zu Boden fallen. Okay, manchmal trifft er aus Versehen auch etwas anderes als die Wand. Natürlich beschwert sich niemand. Schließlich hat der Verlag einen sehr guten Ruf und die Honorare liegen weit über dem Durchschnitt.
„Sie dämlicher Klaubruder!“ brüllt Gabin, als ich mich wie eine Natter in sein Büro schlängele. „So was hat mir gerade noch gefehlt! Ein Möchtegernpoet, der mir massenweise Scherereien einbrockt! Ein Niemand mit einem Ego, das so fett wie der Mount Everest ist! Warum sind Sie eigentlich nicht Politiker geworden? Aber nein! Sie versteifen sich ausgerechnet auf etwas, wofür Sie null Talent haben! Was fange ich jetzt mit Ihnen an? Wissen Sie überhaupt, was mich der ganze Unfug kosten kann?“
„N-nein ...“ Jetzt heißt es Demut heucheln. „Ich ... ich habe Ihnen nie Ärger gemacht ...“
Gabins Trommelsolo verstummt abrupt. Er sieht mich scheel aus blutunterlaufenen Augen an. „Das stimmt“, bestätigt er unerwartet ruhig. „Sie haben immer pünktlich geliefert und niemand konnte Ihnen je etwas nachweisen. Glauben Sie, dass ihre Frau vor Gericht gehen wird? Hat sie überhaupt Beweise in der Hand?“
„Nein, nur ein heylanischer Gedankenmeister könnte eventuell ...“
„Das heißt, dass wir Weltstaub gar nicht einstampfen müssen und wahrscheinlich können wir sogar Ihr nächstes Buch ... die Vorankündigung ist längst raus, da wäre es verdammt blamabel ... nein, ein Rückzug kommt nicht in Frage.“
Auf einmal ist der gefürchtete Gabin nur noch ein kühl rechnender Geschäftsmann. Ich habe inzwischen den Verdacht, dass die meisten seiner Wutausbrüche wohl kalkulierter Theaterdonner sind. Der hat es nötig, den Moralapostel zu spielen! Am besten lasse ich ihn spüren, dass ich ihn durchschaut habe.
„Gelly kann nicht ewig mit einer Mauer im Kopf herumlaufen“, erkläre ich entspannt. „Sie ist jung und unerfahren. Bestimmt lässt sie sich wieder von mir einwickeln. Jede Frau liebt Süßholz und wenn ich noch ein bisschen Hand anlege ... Monsieur Gabin! Geben Sie mir ein wenig Zeit und Sie kriegen Ihr Manuskript. Großes Ehrenwort!“
Der Mann hinter dem Schreibtisch fixiert mich kalt. Wahrscheinlich missfällt ihm mein familiärer Ton. „Behalten Sie Ihre Sauereien für sich!“, poltert er. „Ich brauche nur eine klare Zusage und einen verbindlichen Liefertermin. Wenn Sie das nicht hinkriegen, können Sie sich gleich einen neuen Verlag suchen.“
„Aber wie soll ich ...“ protestiere ich erschrocken. Ich habe den Choleriker unterschätzt: Der ist ja noch gefährlicher, wenn er nicht wütend ist!
„Mansilla, Sie waren doch bisher ziemlich clever! Ich habe gehört, dass manche Heylaner Drogen nehmen, um ihre famosen Gedankenmeister vergessen und beim Sex ordentlich die Sau herauslassen zu können. Bestimmt hilft das auch gegen diese Mauer. Vielleicht weiß Ihr Hausarzt Näheres."
„Sie meinen, der kann mir das Zeug besorgen?“
„Ich meine gar nichts“, kontert Gabin staubtrocken. „Ich will Ihr Manuskript in acht Wochen auf dem Tisch haben. Wie Sie das anstellen, ist Ihre Sache.“
Wenn ich mich wieder voll dröhne, bis ... Doc Morgan kann das Präparat vermutlich problemlos bestellen .., überlege ich. Gelly wird nicht mitkriegen, was ich plane und wenn die Scheißmauer erst weg ist, nehme ich alles, was ich kriegen kann. Das reicht für mehr als ein Buch! Und falls die Kuh auf die bescheuerte Idee kommt, unsere Bindung trennen zu lassen? Dazu braucht sie einen heylanischen Mentaltechniker und obendrein den Segen ihrer Clanmutter ... das wagt sie nie.
Laut sage ich zu dem alten Berserker: „Einverstanden! Ich halte den Termin."
Gabin knallt eine eckige Whiskyflasche und zwei Gläser auf den Tisch und lächelt dünn. „Auf weitere gute Zusammenarbeit, Mansilla!“
„Auf gute Zusammenarbeit, Monsieur Gabin!“ Die Grobheit des Chefs schmeckt wie bittere Medizin ... aber was soll’s?

Meine Gelly lehnt wie ein Schluck Wasser am offenen Fenster, schaut hinauf zu dem vollen Mond über dem funkelnden Lichtermeer und atmet schwer. Sie sieht aus, als wäre ihr meine präparierte Paella nicht bekommen. Das ist gar nicht gut! Ich muss sie ablenken, trösten ... und vor allem inspirieren.
Ich schleiche mich lautlos von hinten an. „Der Frühling und die Stadt der Liebe ...“ wispere ich verführerisch. „Ein Silbermond spiegelt sich in der Seine. Ist das nicht romantisch? Wollen wir einen Spaziergang machen?“
„Nein“, antwortet Gelly und wischt einfach meine Hände von ihren Brüsten. „Ich gehe ins Bett. Deine Paella ... vermutlich war der Tintenfisch schon zu lange tot. Und dein süßliches After shave macht alles noch schlimmer.“
„Du Arme! Ich komme natürlich mit.“ Jetzt gestattet Gelly, dass ich sie streichele und sanft ins Schlafzimmer bugsiere. „Brauchst du einen Arzt?“ frage ich besorgt.
„Nein. Bring mir einen Eimer!“
„Ja klar!“
So ein Dreckzeug schlucken die Heylaner freiwillig?, sinniere ich, während ich mechanisch die Hand meiner schlafenden Frau streichele. Ihr Erbrochenes riecht eigenartig. Plötzlich ekele ich mich vor ihren blassgrünen Lippen und Brustwarzen, den weichen Haarbüscheln an den spitz zulaufenden Ohren und ihren Körpergeruch. Anfangs fand ich Gellys Interesse echt schmeichelhaft. Sie war verrückt nach alter spanischer Lyrik, vor allem der von Federico García Lorca und da ich auch ein spanischer Poet bin ... Und selbstredend war sie wie alle jungen Mädchen von meinem weltmännischen Charme hingerissen und natürlich auch von meinem strahlenden Ruhm.
Ganz am Anfang haben wir wie Zwillinge alles geteilt: Eindrücke, Gedanken, Visionen, Träume. Noch nie bin ich so leicht an gutes Rohmaterial gekommen! Wir hatten zusammen eine wunderschöne Zeit! Und nun? Ich hätte nie gedacht, dass die kleine Gelly so kalt und egoistisch sein kann! Warum schenkt sie mir ihre Einfälle nicht? Das wäre ein Liebesbeweis! Stattdessen ... Gabin und Doc Morgan sind Vollidioten! Seit die Bindung weg ist, komme ich gar nicht mehr bei ihr rein. Ich darf nur die Kotze wegschaffen. Plötzlich entdecke ich in dem stinkenden Brei bläuliche Schlieren. Das Pülverchen ... sie hat nur einen Bruchteil der Dosis verdaut. Unsere Bindung ist womöglich nur geschwächt und wenn ich ...
Kurz entschlossen nehme ich den Kopf meiner Frau in beide Hände, konzentriere mich wie nie zuvor in meinem Leben: Gelly träumt von Heyla. Die endlose Wüste flimmert unter einer riesigen blauen Sonne. Hoch am grünen Himmel kreisen zwei durchsichtige Vögel. Ich höre sie laut schreien. Ab und zu blitzen ihre glänzenden Schwingen im schrägen Nachmittagslicht auf. Plötzlich erscheint aus dem Nichts ein großer schwarzer Mann in einem seidigen weißen Mantel. Ein Heylaner, der so stark und makellos aussieht, dass mir der blanke Sexualneid wie ein Schwall ätzender Säure in die Kehle schießt. Ich erkenne seinen Geruch sofort. Das ist bestimmt mein Intimfeind! Der Gedankenmeister, bei dem sie das ganze Jahr ...
„Kah´Gelah! Wach auf!“ Die Stimme des Unbekannten klingt kühl und dunkel zugleich. „Ein Dieb hat soeben die Mauer überwunden!“

Kah´Gelahs riesige weit offene Augen glühen unheimlich. Ich fühle mich wie die sprichwörtliche Maus vor der Schlange, überlege hektisch, wie viel sie mir im Ernstfall nachweisen könnte und dann ...
Die Mauer ist wieder da, abweisender und höher als vorher. Jäh züngeln auf ihrer Krone gleißend blaue Elmsfeuer. Glutfetzen lösen sich und schießen auf mich zu. Ich kann die heylanischen Hexe nicht mehr sehen, aber ich fühle ihre maßlose Wut. Wie konnte ich nur mit so einer Furie ins Bett kriechen?
Winzige blaue Dolche bahnen sich einen Weg durch mein empfindliches Fleisch, arbeiten sich quälend langsam in meinem Hals empor, beginnen, in meinem Kopf zu einer schrillen Musik zu tanzen. Als Letztes spüre ich, wie sie meine heilige Maschine zum Sammeln und Verarbeiten von Eindrücken zerkratzen, zerbeulen, kaputtschneiden. Jetzt ist sie nur noch Schrott. Dann zerbröselt die Welt ... Angst, Schmerz, Verlust ... ein wattiger Nebel aus gedämpften Schreien ... und ... nichts mehr ... gar nichts.

Ich ... ich ... ich ... alles ist weich und hell ... mein feiner rosa Anzug ... der Gummibund der Hose ... da, ein rundes Fenster ... dahinter Augen ... große böse Augen starren mich an! Kalte Augen ... ich ... Angst! Ich will weg ... krieche zur weichen Wand ... verstecke mein Gesicht ...
Plötzlich piept und rattert etwas in meinem Kopf ... ein seltsames zerbeultes rostiges Ding. Es frisst das Licht, die Polster, das Bullauge mit den bösen Hexenaugen ... die klebrige Landschaft unter meiner rosa Hose und ihren interessanten Geruch ... dann kreischt es und spuckt alles wieder aus ... wie ich Mamis Spinatbrei.
Ich muss oben und unten weinen, weil mein Spielzeug kaputt ist ... ganz lange weinen ... ich bin ... mein rosa Anzug ist überall nass und ... da ist ein Lied ... ich singe es begeistert mit: „Ringel Ringel Reihen! Wir sind der Kinder Dreien. Wir sitzen unterm Hollerbusch und rufen alle husch husch husch ...“
Ich habe ... keine Angst mehr ... muss hüpfen und laut schreien: „Hihihi! Carlito ist groß! Carlito hat ein Lied erfunden! Hihihi! Carlito ist ein großer Liedererfinder!“
Endlich sind die Hexenaugen hinter dem runden Fenster fort. Ich bin allein und sehr nass. „Ääääh!“


Erstveröffentlichung:

phantastisch! neues aus anderen welten
ISSN 1616-8437
Ausgabe 2 : 2007

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Anneliese
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Schwere Literatur (Essay 2005)

von Anneliese (31.07.2007, 14:12)
Schwere Literatur? Ich kenne ausgesprochen kluge und sensible Menschen, die schon bei dem bloßen Gedanken daran erhebliche Fluchtreflexe zeigen. Ich frage mich, was mit ihnen passiert ist, wer sie so sehr traumatisiert hat, dass ihnen jegliche Neugier abhanden gekommen ist ... und leider auch der ganz normale sportliche Ehrgeiz. Immerhin stärkt es das Selbstbewusstsein gegenüber gewissen selbstgerechten Bildungsbürgern beträchtlich, wenn man locker einwerfen kann: „Dostojewski? Klar habe ich den gelesen, manches sogar mehrmals. Eigentlich war das gar kein Problem für mich. Ich verstehe nicht, was daran schwer sein soll ... okay, einige der Charaktere sind ziemlich schräg, manchmal beinahe wie Aliens ... aber ich fand gerade das faszinierend.“
Manch einer wird angeekelt kontern, dass er diese Art Geprotze nicht nötig hätte, ihm all die albernen weltfremden Ästheten sowieso schnuppe wären und ihm seine bodenständigen Freunde völlig reichen würden. Ja, das ist ein ziemlich gutes Argument.
Andererseits, wenn manche Leute sich so sehr für bestimmte Bücher begeistern ... irgendetwas könnte vielleicht doch dran sein. Oder haben die sich womöglich eigens zu dem Zweck verbündet, weniger komplizierte Seelen zu verunsichern? Oder um unter sich zu bleiben ... sich vom gewöhnlichen Volk abzugrenzen?
Die konkrete Wahrheit kann man schwer herausfinden ... eigentlich nur, indem man sich auf das eine oder andere dieser schwer verdaulichen und ungewohnt gewürzten Monstren einlässt und sich eine eigene Meinung bildet. So lange die Zähne scharf sind und der Magen robust genug ist, kann eigentlich nichts Schlimmes passieren ...
Gut, es ist natürlich ganz allein die Entscheidung des Lesers! Schwere Literatur: ja, nein, jein ... weiß nicht? Bloß ... kann man das überhaupt so pauschal entscheiden? Womöglich gibt es ja ganz verschiedene Sorten von schwierigen Büchern? Und manche von ihnen sind gar nicht so übel, wenn man sie näher kennt ...
Sicher, manch einer fragt sich, warum es die Autoren ihren Lesern so schwer machen. Wollen sie beweisen, wie hoch sie über dem Durchschnittsmenschen – wen immer sie dafür halten – stehen? Ist das ganze komplizierte Zeug womöglich nur Spielerei? Oder können die Dichter aus irgendeinem geheimnisvollen Grund gar nicht anders, als uns mit diesem kryptischen Geschreibsel quälen? Hmmm, das verdient eine nähere Untersuchung!

1. Es geht nicht immer nur um den Leser

Warum ist ein Mensch kreativ? Sicher nicht nur, um anderen zu imponieren oder viel Geld zu verdienen. Dagegen spricht einiges: Es gibt zum Beispiel Dichter, die sich gar nicht nach einer Veröffentlichung drängeln ... die zu empfindlich, uneitel oder pessimistisch sind, um die Ochsentour durch die Vorzimmer diverser Verlage und Lektoren auf sich zu nehmen. Dennoch können sie die Finger nicht von der Tastatur ihres Computers lassen. Sie machen einfach weiter, obwohl keinerlei Aussicht auf Ruhm oder Geld besteht. Andere Autoren schreiben Bücher, bei denen sie sicher sein können, dass ein Großteil der Leser sich darüber ärgern wird. Wieder andere bekämpfen das Establishment, die Regierung oder ihre Gesellschaftsordnung und verbauen sich so jeden finanziellen Erfolg. Tja ... und dann gibt es noch die Ästheten und Forscher, die vollauf damit beschäftigt sind, die Möglichkeiten ihrer Muttersprache zu erkunden und neue unberührte Pfade zu suchen ...
Ein Autor, den nur die kommerzielle Seite seiner Arbeit interessiert, wird zwangsläufig irgendwann von der Inspiration verlassen, weil er bei jeder Szene und jedem Dialog darüber nachdenken muss, wie das wohl bei seinen Kunden oder seinem Lektor ankommen wird. Er muss seine Geschichten immer wieder knebeln und verstümmeln ... landet irgendwann bei den üblichen Klischees und verliert so den Bezug zu seiner eigenen Mitte.
Ein Autor, der es sich leisten kann, seine Leser völlig zu ignorieren – oder der glaubt, dass ihm das zustehen würde – wird sich vielleicht eines Tages im Dickicht seiner eigenen komplizierten Gedankengebäude und Wortspielereien verlieren. Dann können nur noch Leute mit ähnlichen Ambitionen und vergleichbarer Bildung etwas damit anfangen ... eventuell sogar nur der Autor selbst. Am Ende dieses Weges wird seine Arbeit sinnlos, weil niemand sie wirklich braucht.
Wer mich kennt, weiß, dass mir Fundamentalismus jeder Art zuwider ist. Ja, ich denke, dass es vernünftig ist, sich einen Weg zwischen beiden Extremen zu bahnen. Ganz ohne Publikum macht die ganze Schreiberei wenig Sinn ... andererseits ist der Autor auch nicht der Sklave seines Lesers und nicht verpflichtet, alles in mundgerechte Stücke zu hacken und ihm vorgekaut in den erwartungsvoll aufgesperrten Rachen zu werfen. Ich finde, es steht ihm zu, vom Leser ein kleines bisschen Entgegenkommen und Mühe zu erwarten ...

2. Traditionalisten und Vordenker

Eine Kultur lebt, solange sie sich verändert und weiter entwickelt. Die Kunst braucht ständig neue Impulse, sonst wiederholt sie sich nur noch, verkümmert und stirbt irgendwann ab. Andererseits ist es wichtig, Traditionen und bisher gewonnene Erkenntnisse davor zu bewahren, dass sie von übereifrigen Revoluzzern vernichtet werden. Gleichgültig, ob es sich um Malerei, Musik, Tanz oder Dichtkunst handelt: Die Avantgarde ist ebenso wichtig, wie die konservativen Bewahrer der Tradition. Zwischen beiden Polen besteht ein dynamisches Gleichgewicht und auch wenn sich das zuweilen unter dem Druck äußerer Umstände in der einen oder anderen Richtung verschiebt ... solange sich noch etwas bewegt, besteht kein ernsthafter Grund zur Sorge. Unter diesem Aspekt ist es ziemlich unverantwortlich, nur nach leicht verdaulicher, traditioneller Kost oder kühnen Experimenten zu verlangen.
Die Mehrzahl der Autoren bewegt sich im Mainstream und bedient den momentanen Geschmack und Zeitgeist, andere scheinen Zeitreisende aus der Ära Goethes oder Fontanes zu sein. Sie mögen die Moderne mit ihrer hektischen Betriebsamkeit, ihrem Zynismus und ihrer technokratischen Kälte nicht und flüchten sich in die scheinbar heilere Welt der Vergangenheit. Wieder andere scheinen wie Wahrträumer die Zeitlinie verbiegen zu können. Sie schreiben Geschichten, die heute kaum jemand versteht, weil sie auf ein zukünftiges Publikum zielen ... der Nachruhm ist ihnen zwar sicher aber leider sterben sie häufig bettelarm. Es ist schwer, vorauszusagen, welche Autoren man auch in hundert Jahren noch kennen und verehren wird ... und welche wie Homer oder Shakespeare beinahe ewig leben werden. Aber es ist interessant, gegenwärtige Literatur auf ihre Allgemeingültigkeit hin zu prüfen, nach Innovation und Weitblick zu fragen ... in ihr Antworten auf heutige und zukünftige Fragen zu suchen.
Aber nicht nur die Inhalte können progressiv oder konservativ sein ... das Gleiche gilt auch für die Sprache. Den meisten Autoren macht es Spaß, bestimmte Möglichkeiten auszuloten, Grenzbereiche zwischen verschiedenen Genres zu erforschen ... Varianten von Kälte und Hitze, asketischer Strenge und üppiger Bildhaftigkeit auszuprobieren. Zu allen Zeiten und in allen Künsten wurde und wird mit der Form experimentiert ... sehr zum Ärger oder zur Freude des Publikums. Und man kann immer wieder beobachten, wie bestimmte Erfindungen vorangetrieben und bis zur Schmerzgrenze ausgereizt werden ... und dass das Neue wieder ein Stück zurückgenommen wird und sich irgendwann auf einem allgemein verständlichen Level einpegelt.
Nur ein Beispiel: Der kolumbianische Autor Gabriel García Marquez hat in seinen Romanen und Erzählungen ganz offensichtlich mit der Bildhaftigkeit der Sprache experimentiert. Er bewegt sich virtuos in einem Grenzbereich zwischen Lyrik und Prosa. Mit „Hundert Jahre Einsamkeit" ist ihm schließlich die perfekte Synthese gelungen. Aber Marquez war viel zu neugierig, um jetzt aufzuhören. Er wollte vermutlich herausfinden, wie weit man gehen kann, ohne den Kontakt zur Mehrheit der Leser zu verlieren und verschob im „Herbst des Patriarchen" das Gleichgewicht mutig noch weiter in Richtung Lyrik. Herausgekommen ist ein hochinteressantes Buch ... aber eins, bei dem wohl nur Liebhaber surrealistischer Gedichte wirklich auf ihre Kosten kommen. Marquez ist danach wieder zur realistischeren Schreibweise von „Hundert Jahre Einsamkeit" zurückgekehrt.
Ich ahne, was ihr jetzt denkt: „Was geht uns das eigentlich an? Solche Spielereien waren noch nie unser Ding. Wir interessieren uns vor allem für den Inhalt einer Geschichte ... und wir mögen nun mal keinen Stress beim Lesen.“
Ich verstehe das ... dennoch wäre es besser, wenn angehende Autoren diese Haltung wenigstens teilweise überdenken würden. Sie brauchen von Berufs wegen einen weiteren Horizont und einen analytischen Blick auf das, was andere geschrieben haben. Ja, sie müssen das Verbotene tun, dem innig geliebten Teddybär den Bauch aufschneiden und nachsehen, womit er ausgestopft ist. Sie sollten bei der Gelegenheit auch gleich den Schnitt, die Nähte und das Fell studieren ... dann werden sie schnell herausfinden, wie man einen anderen Teddy, ein Pferd oder sogar ein Einhorn bastelt. Wer immer meint, dass sich das nicht gerade nach unbeschwertem Lesevergnügen anhört ... ich kann ihn trösten. Teddybären sezieren kann riesigen Spaß machen und außerdem ist die Pflicht zum Schnippeln der Preis dafür, dass man jetzt auf der anderen Seite des Tresens steht ...

3. Was heißt eigentlich schwer?

Manche besonders heftig traumatisierte Opfer pingeliger Deutschlehrer setzen schwere Literatur einfach mit Weltliteratur beziehungsweise E-Literatur gleich. Sie wollen nie wieder darüber nachdenken müssen, was der Dichter dem unglückseligen Schüler mit seinem Werk sagen wollte ... und vergessen dabei, dass ein Autor beim Lesen ganz andere Fragen, als ein Lehrer stellt. Er fragt eher selten nach dem was und warum ... und schon gar nicht nach irgendwelchen standardisierten Interpretationen, bei denen dem vergewaltigten Schöpfer der Geschichte vermutlich die Haare zu Berge stehen würden. Nein, ein Autor will wissen, wie es gemacht ist ... welche Kunstgriffe den Leser fesseln und ihn lachen oder weinen lassen ... womit wir wieder bei dem Teddybär sind. Der andere Autor ist ein geschätzter oder verabscheuter Kollege, an dem man sich misst oder reibt ... und von dem man möglicherweise das eine oder andere lernen kann.
Niemand ist in der Lage, alle Veröffentlichungen eines Jahres zu lesen ... auch nicht alle Wichtigen. Ein nebenberuflicher Autor braucht seine karge Freizeit – da gibt es ja noch Arbeit, Weiterbildung und Familienpflichten – vor allem zum Schreiben. Er sollte sehr sorgfältig solche Lektüre auswählen, die ihm weiterhilft ... an der er wachsen kann. Vorurteile sind da eher hinderlich und eine Beschränkung auf literarisches Fast Food verhindert zuverlässig, dass er je ein Gefühl für den sensiblen Umgang mit der Sprache entwickeln kann. Wer sich ein Leben lang von Tütensuppen ernährt, taugt auch nicht zum Gourmetkoch. Also nichts wie ran an die anspruchsvollen Bücher! Es wird mit Sicherheit nur halb so schlimm, wie ihr denkt. Versprochen!
Am einfachsten ist es, den eigenen Bedarf genau zu analysieren, das Problem in seine Bestandteile zu zerlegen und dann zu entscheiden, was wichtig sein könnte und was eher nicht. Ein simples Beispiel ist: Jemand, der ausschließlich Romane schreiben möchte, muss sich nicht intensiv mit Sachbüchern, Gedichten oder Theaterstücken auseinander setzen.
Aber es gibt noch andere Möglichkeiten, zu differenzieren, denn das etwas diffuse Attribut schwer kann sich auf alles Mögliche beziehen: komplizierte Charaktere, innovativen Tiefsinn, schwierige Handlung, fremdartige Schreibweise oder absichtlich abgehobene kryptische Sprache. Ich versuche, das nach bestem Wissen und Gewissen zu systematisieren.

4. Ausländer und Aliens

Ausländische Literatur spielt erfahrungsgemäß im Deutschunterricht nur eine untergeordnete Rolle und nicht alle Sprachlehrer kümmern sich so liebevoll wie nötig um die Dichter ihres Lehrfachs. Außerdem ... die meisten Schüler lernen nur Englisch und Französisch. Mit Briten und Franzosen haben wir jedoch weniger interkulturelle Schwierigkeiten als zum Beispiel mit Mongolen oder Ägyptern. Sicher empfindet das jeder ein wenig anders und ein Fachmann kann da viel besser als ich Auskunft geben ... andererseits bin ich schon mehrmals auf Bücher gestoßen, die allein wegen ihrer Fremdartigkeit schwierig zu lesen waren. Zumindest muss man damit rechnen, in einem Buch, das aus einem anderen Kulturkreis kommt, auf überraschende Inhalte und ungewohnte Stilmittel zu stoßen. Die von mir angeführten Beispiele sind nur ein winziger Ausschnitt aus einer riesigen Palette ...
In der russischen Literatur kommen einem zum Beispiel die Charaktere zuweilen leicht verrückt oder zumindest ziemlich extrem vor ... bei merkwürdigen Anlässen schwermütig oder überdreht, abwechselnd barbarisch und hoch kultiviert ... interessant und gruselig zugleich. Ich glaube nicht, dass die Autoren dieser Bücher übertreiben ... Russen sind halt ein wenig anders als Mitteleuropäer – und vielleicht wundern sie sich über uns genauso wie wir über sie. Wer dieses Volk verstehen möchte, muss sich wahrscheinlich auf Gorki, Scholochow, Tolstoi, Gogol, Turgenjew, Tschechow oder eben Dostojewski einlassen ...
Asiatische Literatur kommt mir manchmal extrem subtil vor ... dagegen bin ich nur eine ungehobelte Barbarin. Diese faszinierende Welt aus Metaphern, Andeutungen und Symbolen kann einen harmlosen Europäer schon verblüffen. Und natürlich sind selbst die abgedroschensten Klischees für uns ungewohnt und faszinierend. Wer kommt schon ohne weiteres darauf, dass das viel strapazierte Spiel der Wolke und des Regens (‚Der Traum der roten Kammer‘) nur ein chinesisches Pendant der in der deutsche Trivialliteratur inflationär gebrauchten Floskel ‚Er drang kraftvoll in sie ein und bewegte sich heftig in ihr‘ ist ...
Spanische und lateinamerikanische Autoren arbeiten viel stärker mit Symbolen und Metaphern als Mitteleuropäer. Aber, anders als bei uns, werden die Dramen von Federico García Lorca und die Lyrik von Pablo Neruda in den Heimatländern der Dichter problemlos vom einfachen Volk und sogar von Analphabeten verstanden, während sie unsereinem ausgesprochen abgehoben vorkommen. Mitteleuropäer, die versuchen, diesen verschwenderischen Stil nachzuahmen, greifen übrigens öfter mal gründlich daneben oder wirken unangenehm gekünstelt. Man merkt, dass sie nicht wirklich bildhaft denken und empfinden ...
Ich denke schon, dass es für einen angehenden Autor wichtig ist, sich auf fremdartige Konzepte einzulassen ... vor allem, wenn er SF und Fantasy schreiben möchte. Wie soll er mit Aliens oder Elben fertig werden, wenn er nicht einmal in der Lage ist, sich in einen japanischen Fischer oder einen chilenischen Putschisten hinein zu versetzen?
Fremde Literatur erweitert den Blickwinkel ... und bei all der Mühe, die sie unter Umständen bereiten kann, sollte man nie vergessen, dass der Autor nichts dafür kann, wenn Ausländer nicht auf Anhieb mit seinem Werk zurechtkommen. Solange ihn das eigene Volk versteht ...

5. Schwierige Themen

Es gibt Bücher, die man nicht leichtverdaulich schreiben kann. Wenn eine meiner Hauptpersonen ein berühmter Philosophieprofessor ist – um mal aus dem eigenen Nähkästchen zu plaudern – kann ich nicht umhin, ihm ab und zu ein paar Weisheiten in den Mund zu legen ... und die sollten dann auch nicht nach Stammtisch oder Wäscheplatz klingen. Zitate von Surak, Ennu oder Andal zu erfinden ist für mich harte Arbeit ... und ich bin jedes Mal sehr enttäuscht, wenn manche Leser das einfach überfliegen, weil sie nur an Action oder Sex interessiert sind. Aber gute Zitate machen so eine Figur noch lange nicht rund: Sie wirkt unglaubwürdig, wenn sie nicht wie ein typischer Intellektueller denkt, handelt und ihr Leben reflektiert. Ganz zwangsläufig steigt der Anteil an Tiefsinn in so einer Geschichte.
Auch Bücher über Krieg, Terror, politische Wirren, Konzentrationslager oder Völkermord können schon vom Inhalt her ziemlich schwer verdaulich sein. Wenn der Autor an der Wahrheitsfindung interessiert ist, lässt sich nicht vermeiden, dass er das eine oder andere politische oder soziale Problem näher beleuchten muss. Erfahrungsgemäß werden zwar desinteressierte Leser solche Passagen frustriert überblättern aber der Autor kann es leider nicht jeden recht machen ... nicht riskieren, dass die klugen und aufgeschlossenen Leute ihn für oberflächlich und verantwortungslos halten. Und mal ehrlich: Krieg als Jump-and-Run-Spiel muss wirklich nicht sein!
Aber auch in der SF-Literatur gibt es so manchen zähen, aber ausgesprochen gehaltvollen Brocken: die Spätwerke von Stanislaw Lem und A. & B. Strugatzki zum Beispiel, ‚Der verwundete Himmel' von Diane Duene oder ‚Singularität' von Charles Stross. Das sind hochinteressante Bücher ... aber ohne naturwissenschaftliche Grundkenntnisse kommt man sich leider beim Lesen wie das berühmte Schwein bei der Betrachtung eines Uhrwerks vor.
Auch historische Romane, Vatikanthriller oder Geschichten, die sich auf andere Geschichten – die Bibel oder die Ilias zum Beispiel – beziehen, können ohne Vorkenntnisse ziemlich unverständlich sein ... aber wer die Herausforderung annimmt und sich das notwendige Wissen aneignet, wird oft reich belohnt. Und es schadet ja nichts, über die Wurzeln unserer Kultur oder über moderne Kosmologie ein wenig Bescheid zu wissen ...

6. Die Geheimnisse der Sklavensprache

Manche Autoren empfinden sich als Lehrer oder moralische Instanz für ihr Volk. Sie werden von dem leidenschaftlichen Wunsch angetrieben, dafür zu sorgen, dass ihre Mitmenschen besser oder klüger werden. In offenen Gesellschaften wird so etwas manchmal zu Unrecht belächelt und viele Leser stürzen sich lieber mit Begeisterung auf weniger anspruchsvolle Unterhaltungslektüre. Das mag man beklagen ... aber wenn die Menschen satt und frei sind, haben sie einfach weniger Fragen.
Aber was passiert, wenn sie unzufrieden sind und ihre Freiheit durch Polizeiterror und Zensur geknebelt ist? Dann suchen sie verzweifelt Antwort ... nicht in den offiziellen Medien und nicht in den Reden der Politiker, sondern in Büchern, Filmen, Theaterstücken. Die Dichter werden zur wichtigsten moralischen Instanz ... wenn sie denn den Mut aufbringen, sich der Obrigkeit zu widersetzen und die unvermeidlichen Verfolgungen – unter Umständen sogar den Tod – auf sich zu nehmen. So wurden die spanischen Lyriker Federico García Lorca und Miguel Hernández unter der Francodiktatur zu Märtyrern ... ebenso wie der chilenische Liedermacher Victor Jara unter Pinochet. Ja, die Diktatoren hassen niemanden so sehr, wie Künstler, die sich ihrer Allmacht mutig in den Weg stellen!
Und die weniger tapferen Künstler? Die können sich anpassen, ins Exil gehen ... oder ihre Botschaften so geschickt zwischen den Zeilen verbergen, dass die Zensoren sie nicht bemerken. Ihre Leser entwickeln eine Art sechsten Sinn für verborgene Inhalte ... der manchmal sogar so weit geht, dass in völlig harmlose Zeilen allerlei hineingeheimnist wird ...
Solche Bücher lesen sich naturgemäß nicht immer leicht. Verwirrende Zeitsprünge, eine metaphorische Ausdrucksweise oder wilde Fantasien ermüden und verwirren den oberflächlichen Leser ... und der Dichter hofft darauf, dass manche Zensoren auch nur Dienst nach Vorschrift machen, lieber mehr Zeit für ihre Familie hätten und vor allem nicht über den hungrigen Forscherdrang ihrer Zielgruppe verfügen. Besonders ängstliche Autoren verschlüsseln ihre Botschaften so sehr, dass sie sogar einer juristischen Überprüfung standhalten würden. An diesem Punkt kapituliert ein Teil der gutwilligen Leser, sodass auch die Arbeit dieser Autoren irgendwann der völligen Sinnlosigkeit entgegen driftet.
Da ich auch nicht besonders tapfer bin und mit meinem Rudel frecher verwöhnter Katzen äußerst ungern ins Exil gehen würde, kann ich gut verstehen, was diese eingeschüchterten Künstler durchgemacht haben. Bürger eines freien Landes brauchen diese Art Literatur möglicherweise nicht unbedingt und nehmen sich deshalb selten die Zeit, hinter ihr Geheimnis zu schauen. Andererseits gehört dieses Phänomen zur Menschheitsgeschichte und schon aus historischem und psychologischem Interesse heraus kann es faszinierend sein, sich damit zu beschäftigen. Zumindest sollte man bei sehr schwer verdaulichen Büchern nach den Umständen, unter denen sie entstanden sind, fragen ... und den geknebelten Dichtern mildernde Umstände zubilligen.

7. Kunst um der Kunst willen

L´art pour l´art – Kunst als Selbstzweck ... wer immer sich mit diesem Etikett identifiziert, sich mehr oder weniger vergeblich davon abgrenzt oder es von Kritikern aufgeklebt bekommt – ist möglicherweise so alt wie die Menschheit. Nur ein kleiner elitärer Kreis schafft und konsumiert diese Stilrichtung und hebt sich damit ganz bewusst gegen den Geschmack und das Lebensgefühl der Masse ab. Ein außen Stehender hat zumeist große Schwierigkeiten, sich diesen Kunstwerken zu nähern oder ihre Berechtigung anzuerkennen.
Ich kann verstehen, dass bodenständige Menschen keine elitäre Kunst mögen – und bevor jemand jetzt vornehm die Nase rümpft: Es ist unlogisch, von jemandem, den man selbst aus ganzem Herzen verachtet, Respekt zu fordern. Ein selbstbewusster Mensch vergilt Beleidigungen nicht mit unterwürfiger Anbetung ... und das ist gut so.
Allerdings würde ich nie so weit gehen, elitäre Künstler zu verdammen oder gar zu wünschen, dass es sie nicht gäbe. Zum einen sollte jeder nach seiner Fasson selig werden – da bin ich ganz Preußin – zum anderen sind es oft die Extremisten in der Kunst, die wichtige Neuerungen entdecken, die dann in gemäßigter Form dennoch die Masse erreichen.
Außerdem braucht wahrscheinlich jeder wahre Künstler ab und zu einen kleinen Höhenflug, einen Moment schöpferischer Einsamkeit, während dessen er keinen Gedanken an sein Publikum verschwendet ... einfach nur fliegt und fliegt. Daran ist nichts Schlechtes und wenn er sich danach wieder einkriegt, muss niemand beleidigt sein. Und vielleicht erlebt ihr irgendwann selbst, wie sich das anfühlt ...

Fazit:

Nicht alle so genannten schweren Bücher sind auf die gleiche Weise kompliziert und nicht alle verdienen es, dass man sie meidet. Ausländische Literatur dient der Verständigung zwischen den Völkern und manche Bücher mit schwierigem Inhalt können sehr nützlich für die eigene Entwicklung sein.
Sklavensprache und l´art pour l´art sind nicht jedermanns Sache ... dennoch sollte man beides nicht pauschal verurteilen. Kunst braucht Vielfalt und auch Extreme, um wachsen und gedeihen zu können. Man muss sich ja nicht auf alles einlassen ...


Nachtrag:

Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich diesmal nicht alle Facetten des Problems erfasst habe. Dazu ist der Artikel viel zu persönlich. Es würde mich freuen, wenn andere Autoren ihn mit ihren eigenen Erfahrungen ergänzen würden.

Wie ist es Euch ergangen? Und wie helfen Euch Bücher beim Schreiben? Ich bin neugierig ...

Eure Anneliese :)

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