Schreibblockaden, Ideenlosigkeit

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Judith
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Re:

von Judith (10.10.2008, 02:30)
Hallo Siegfried,

während des normalen Arbeitslebens wäre ich nicht in der Lage, einen Roman zu schreiben. Ich hätte tatsächlich zu wenig Zeit. Wenn ich nicht dranbleiben kann, bin ich nicht zu einem längeren Projekt in der Lage. Dafür schreibe ich in den Ferien, und wenn ich mir das Schreiben für eine oder vier Wochen vorgenommen habe, dann hat es in der Zeit oberste Priorität. So habe ich im Laufe eine Jahres auch immerhin das neue Hannah-Buch geschrieben, außerdem ein Erstlesebuch und einen Mädchenroman. Ist nicht die große Masse, aber ich bin zufrieden. Ob man am Block schreibt oder lieber jeden Tag ein Stündchen, das muss man mit sich selbst ausmachen, denke ich.

Grüßle,
Judith
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pheinen
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Re:

von pheinen (10.10.2008, 07:39)
Hallo,

was mir tatsächlich immer hilft ist ein Spaziergang in der Natur. Ist es, dass ich mich aus meiner Schreib"werkstatt" herauskatapultiere oder eher die erhöhte Sauerstoffzuführung des Gehirns? Auf jeden Fall vielleicht ein nützlicher Hinweis ;)

schöne Grüße

pierre

hwg
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Re:

von hwg (10.10.2008, 08:29)
Den Beitrag von Siegfried kann ich nur doppelt unterstreichen!

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Vivanini
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Re:

von Vivanini (10.10.2008, 09:48)
Ganz kann ich Siegfrieds Beitrag nicht ganz befürworten.

Er schreibt:

"Aber irgendwann kommt jeder in den Tageszeitbereich, wo eine eigene Entscheidung ansteht. "

Dieser Bereich ist beispielsweise in meiner persönlichen Situation so minimal, das Prioritäten setzen kaum noch Sinn macht. Und meine Hobbies wirklich zurückstecken müssen.

Wer die Schreiberei als 1. oder 2. Standbein nutzt, da geb ich Siegfried recht, da findet man bestimmt immer mal wieder Dinge, die in dem Moment "wichtiger " sind als das Schreiben cheezygrin. Ist aber in jedem anderen Job ebenso. :lol: Für einen Job, den wir tagtäglich ausüben, haben wir in der Regel auch Strategien, wie wir aus solchen Arbeitstiefs wieder rauskommen.

Bin ich zu hause und habe durch mein Organisationstalent 10 min Freizeit rausgearbeitet, hab ich die Wahl diese 10 min fürs Schreiben, Lesen, Malen, Joggen, Musik hören oder einfach mal alle viere grade sein lassen, zu nutzen. Da ist die Wahl nicht immer ganz einfach.

Und entscheide ich die 10 min fürs Schreiben zu nutzen, muss mir auf Anhieb auch was einfallen, sonst sind die 10 min verstrichen und ich sitze immer noch vor einem leeren Blatt. Wiederholt sich das mehrmals kommt man irgendwann auf den Gedanken nicht schreiben zu können. Und die Blockade im Kopf ist perfekt. Ausgelöst durch akutem Zeitdruck.

Was im Übrigen auch im Job geht, egal welche Branche. Wer da permanent unter Zeitdruck perfekt arbeiten soll, blockiert auch da irgendwann, wenn nicht zwischendurch der Druck reduziert wird.

Wohin das führen kann, werd ich jetzt nicht weiter ausführen.

Aber das es keine Schreib-, Mal-, Lese-, oder Sonstwasblockade gibt kann ich nicht bestätigen.
LG Anja

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Marie von Ebner-Eschenbach

LOFI

Re:

von LOFI (10.10.2008, 10:36)
Das, was Siegfried sagt, macht Sinn, wenn es um die Überwindung des eigenen Schweinehundes geht.
Es gibt aber reale Blockaden (psychologisch nachweisbar), die in der Tat hemmen, klare Gedanken zu fassen, sie zu strukturieren und dann entlastend niederzuschreiben. Die hemmung/Blockade tritt also nicht einfach so auf, sondern hat mit der Dynamik der Gedankenstrukturen zu tun.
Der Ablauf ist in etwa folgender Maßen zu sehen:

Vorlauf:
Thema ist vorhanden im Kopf - Wille es zu bearbeiten auch

Aktion: Sitzen vor dem Blatt/PC - Gedankenstruktur wird nicht klar - verschiebt sich ins Unterbewußtsein - Empfindung einer Leere.

Reaktion: Frustration oder Coping.

Die Blockade gibt es also wirklich, nur die Reaktion darauf, läßt sich mit Siegfrieds Ansicht erklären. Soll heißen: Habe ich die Blockade, kann ich sie hinnehmen und sagen: Kann man nix machen.
oder ich kann mich fragen: Warum habe ich die plötzliche Leere und Blockade. Bei Letzterem habe ich die Chance, immer wieder zu versuchen, neu gedankenstrukturen zu bilden. Bei Ersterem verlasse ich mich darauf, dass ales von selbst zurückkommt.
Blockaden dieser Art können aktiv bewältigt werden, es sei denn, es liegen krankhafte Züge vor.
LG

lorenz

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (10.10.2008, 13:15)
LOFI (Moderator) hat geschrieben:
Es gibt aber reale Blockaden (psychologisch nachweisbar), die in der Tat hemmen, klare Gedanken zu fassen, sie zu strukturieren und dann entlastend niederzuschreiben. Die hemmung/Blockade tritt also nicht einfach so auf, sondern hat mit der Dynamik der Gedankenstrukturen zu tun.
Der Ablauf ist in etwa folgender Maßen zu sehen:

Vorlauf:
Thema ist vorhanden im Kopf - Wille es zu bearbeiten auch

Aktion: Sitzen vor dem Blatt/PC - Gedankenstruktur wird nicht klar - verschiebt sich ins Unterbewußtsein - Empfindung einer Leere.

Reaktion: Frustration oder Coping.

Die Blockade gibt es also wirklich, nur die Reaktion darauf, läßt sich mit Siegfrieds Ansicht erklären. Soll heißen: Habe ich die Blockade, kann ich sie hinnehmen und sagen: Kann man nix machen.


Doch. Man kann was machen. Gerade dann.

Das Zauberwort heißt "Automatisches Schreiben":

Automatisches Schreiben

Das automatische Schreiben ist ein Verfahren, ohne Unterbrechung Gedanken aufzuschreiben. Künstler wie Dalí haben diese Methode genutzt, um Ideen für ihre Bilder zu sammeln.

Die Aufgabe lautet:
Sieh dir ein Bild an und versuche alles um dich herum zu vergessen.
Stell dir vor, du könntest das Bild betreten: Geh eine Weile in der Landschaft auf und ab. Sieh dir alles genau an. Beginne nun deine Gedanken aufzuschreiben.
Versuche ohne den Stift abzusetzen und ohne über das Geschriebene nachzudenken zehn Minuten „automatisch“ durchzuschreiben. Du kannst dabei ruhig Wörter aneinander reihen ohne auf den Satzbau zu achten –Punkt und Komma können fehlen. Wenn dir nichts mehr einfällt, die Gedanken nicht mehr fließen, dann kritzle einfach weiter –oft werden aus den Kringeln wieder Wörter.



Statt "Bild" kann man auch eine "Idee" als Basis nehmen. Oder die eigene, gerade aktuelle Situation - die vermeintliche Schreibblockade (ich erlaube mir weiterhin, die Schreibblockade für eine Ausrede zu halten). Dann fängt man z.B. so an:

"ich kann nichts schreiben mir fällt beim besten willen absolut nichts ein und dabei will ich doch schreiben aber aus irgendeinem grund will nichts aufs papier und das ist so dämlich ich hasse mich ich hasse mich ich hasse mich dabei habe ich doch so gute idee wie die von dem mann der unterm apfelbaum sitzend langsam stirbt und dabei sein leben vorbeiziehen lässt ..."

Na ja ... usw. usw. usw.
Was man schreibt, ist völlig egal (und geht auch niemanden was an). Hauptsache man schreibt. Einfach drauflos. Ohne Ziel, ohne Korrektor, ohne Zensor.

Kleiner Trick: Einen Zettel im Blickfeld befestigen. Darauf steht in fetten Buchstaben:

"Hiermit gestatte ich Herrn/Frau <Vorname einsetzen> <Nachname einsetzen>, zehn Minuten lang alles niederzuschreiben, was ihm/ihr gerade einfällt - ohne Rücksicht auf Inhalt, Logik, Rechtschreibung, Zeichensetzung, Grammatik.

gez. Der innere Zensor"


Man glaubt es nicht, aber es wirkt.

LG
Siegfried

LOFI

Re:

von LOFI (10.10.2008, 13:21)
Siegfried hat geschrieben:
LOFI (Moderator) hat geschrieben:
Es gibt aber reale Blockaden (psychologisch nachweisbar), die in der Tat hemmen, klare Gedanken zu fassen, sie zu strukturieren und dann entlastend niederzuschreiben. Die hemmung/Blockade tritt also nicht einfach so auf, sondern hat mit der Dynamik der Gedankenstrukturen zu tun.
Der Ablauf ist in etwa folgender Maßen zu sehen:

Vorlauf:
Thema ist vorhanden im Kopf - Wille es zu bearbeiten auch

Aktion: Sitzen vor dem Blatt/PC - Gedankenstruktur wird nicht klar - verschiebt sich ins Unterbewußtsein - Empfindung einer Leere.

Reaktion: Frustration oder Coping.

Die Blockade gibt es also wirklich, nur die Reaktion darauf, läßt sich mit Siegfrieds Ansicht erklären. Soll heißen: Habe ich die Blockade, kann ich sie hinnehmen und sagen: Kann man nix machen.


Doch. Man kann was machen. Gerade dann.



Siegfried, das hast du falsch verstanden!!
Da kann man nix machen bedeutet in dem zusammenhang: Ich nehm es hin und will einfach nicht.
Dass man was machen kann, wenn man gewillt ist, ist klar! Coping nennt sich das.
Das hatte ich ja bereits erklärt.
LG

lorenz

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Vivanini
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Re:

von Vivanini (10.10.2008, 13:30)
Das mit dem Automatischen Schreiben hab ich irgendwio schon gelesen und ein Satz ist es wieder, der mich "stört"

Die Aufgabe lautet:
Sieh dir ein Bild an und versuche alles um dich herum zu vergessen.



Ironiemodus an cheezygrin
Versuche alles um dich herum zu vergessen.

Spätestens, wenn der Kleinste das Bad unter Wasser gesetzt hat,
das Bügeleisen dem Mittleren die Hand verbrand hat,
weil die Mittlere unbedingt was bügeln mußte,
was nicht gebügelt werden darf,
der Hund mit den kleine Kater Fange spielt
und der Große Kater denkt er müsse den kleinen Kater retten,
das Telefon für die Große klingelt, sie aber nichts hört,
weil sie über Kopfhörer am PC spielt,
ja spätestens dann merkste, dass es nicht möglich ist,
alles um sich herum zu vergessen. cheezygrin Ironiemodus aus
LG Anja



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Siegfried
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Re:

von Siegfried (10.10.2008, 13:32)
Vivanini hat geschrieben:
Bin ich zu hause und habe durch mein Organisationstalent 10 min Freizeit rausgearbeitet, hab ich die Wahl diese 10 min fürs Schreiben, Lesen, Malen, Joggen, Musik hören oder einfach mal alle viere grade sein lassen, zu nutzen. Da ist die Wahl nicht immer ganz einfach.

Und entscheide ich die 10 min fürs Schreiben zu nutzen, muss mir auf Anhieb auch was einfallen, sonst sind die 10 min verstrichen und ich sitze immer noch vor einem leeren Blatt.


In so einem Fall würde ich meinen Tagesplan mal genau analysieren. Nur 10 Minuten für etwas, was mir wichtig ist - da kann was m. E. nicht am Tagesplan stimmen.

Mein normaler Tagesablauf (Werktag) sieht so aus:

6:15 Aufstehen, Morgentoilette, Frühstück
7:15 Fahrt zur Arbeit
7:45 Arbeitsbeginn
16:15 Arbeitsende, Heimfahrt
16:45 Ankunft zuhause, frei verfügbare Zeit (Aufarbeitung der Tagespost, sportliche Aktivitäten, Familienthemen)
18:30 Abendessen mit der Familie
19:00 Fernsehen (Nachrichten, gelegentlich auch einen Film oder eine Serie)
21:30 Rückzug in Arbeitszimmer, Kopfhörer drüber, Schreiben
23:00 Schlafenszeit

Einmal die Woche habe ich abends einen festen Termin, Besuche bei Freunden finden meist am Wochenende statt.

Eine Bekannte von mir arbeitet als Diplom-Chemikerin in der Pharmaziebranche. Sie hat sich einen anderen Tagesablauf zugelegt. Da sie einen späteren Arbeitsbeginn hat, hat sie ihre Schreibaktivitäten in die Morgenstunden verlegt (sie ist ohnehin ein Morgenmensch). Rein theoretisch könnte sie es sich leisten, bis 7 Uhr zu schlafen. Sie steht aber jeden Tag bereits um halb sechs auf und setzt sich bis 7 Uhr an den PC und schreibt. So hat sie bereits drei Romane von jeweils mehr als 1.000 Seiten geschrieben. Auch eine Methode.

Nachtrag
Diesen Absatz habe ich gerade in einer Anleitung einer Schreibgruppe gefunden:

Und schaffe Dir einen Arbeitsplatz, an dem Du weder von Eigenem abgelenkt, noch von anderen gestört wirst. Du brauchst einen Schreibtisch und einen Computer, alle Nachschlagewerke und Materialien, die Du benötigst, einen Wecker und ev. etwas zu trinken, damit Dich nichts vom Schreiben abhält. Mache allen, mit denen Du zusammenlebst, klar, daß dies Deine Stunden sind, in denen niemand das Recht hat, Dich zu stören (und halte das auch Dir gegenüber durch!). Und dann schreibe!


LG
Siegfried
Zuletzt geändert von Siegfried am 10.10.2008, 13:42, insgesamt 2-mal geändert.

LOFI

Re:

von LOFI (10.10.2008, 13:37)
@Vivanni

Ja, so ist es auch.
Das was als Lösungsansätze so schön thoretisch beschrieben wird, ist vom grünen Tisch, wenn man das Gegenteil nicht erfahren hat. Es geht nun mal im Leben nicht immer so, wie man "Kann" oder "Können sollte" oder "Können müßte, wenn man wollte".
Es gibt Persönlichkeitsfaktoren, die das eben manchmal ausschließen, man ist ein Mensch und keine "rationale Maschine", deren Programm bei Fehlsteuerung automatisch die richtigen Algorithmen zur Funktionsregulierung aufruft.

LG

Lorenz

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Vivanini
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Re:

von Vivanini (10.10.2008, 16:59)
So, hab mir auch mal die Arbeit gemacht und meinen Tagesablauf im Groben aufzuschreiben.

5 Uhr
aufstehen
Frühstück bereiten
Morgentoilette
Frühstücken
Brote und Getränke für die Kids bereiten

6.30 Uhr
-Kids wecken
-aufpassen, dass alles angezogen wird
-dass Frühstücksbrote auch eingepackt werden
-dass Schwimmzeug und Sportzeug nicht vergessen wird
- letzte Absprachen tätigen

7.20 Uhr Kids in die Schule bringen
7.40 Uhr Sachen schnappen und ab auf Arbeit
8.30 Uhr Dienstbeginn
17. 00 Uhr Dienstende
17.40 Uhr Einkaufen
18.15 Abendbrot bereiten
18.30 Abendbrot essen
19.00 Uhr alle Maschinen beladen
19.30 HA kontrollieren, alle Unterschriften geben etc.
20.00 Uhr Kids ins Bett bringen
21.00 Uhr entlich alle Kids im Bett
Maschinen leeren, Wäsche zusammenlegen und wegräumen
21.30 Uhr Bürokram (Schreiben, Überweisungen etc)
22.00 Uhr Bettgehzeit

Nur noch umfallen und einschlafen. sleep:

Termine wie Arzt, Elternversammlungen und der gleichen hauen diesen Plan natürlich komplett durcheinander.
Ebenso der Job, den mein Mann seit Montag hat, aber auch da wird sich eine Lösung für finden.




Zitat:

Und schaffe Dir einen Arbeitsplatz, an dem Du weder von Eigenem abgelenkt, noch von anderen gestört wirst. Du brauchst einen Schreibtisch und einen Computer, alle Nachschlagewerke und Materialien, die Du benötigst, einen Wecker und ev. etwas zu trinken, damit Dich nichts vom Schreiben abhält. Mache allen, mit denen Du zusammenlebst, klar, daß dies Deine Stunden sind, in denen niemand das Recht hat, Dich zu stören (und halte das auch Dir gegenüber durch!). Und dann schreibe!


Schön wer einen eigenen Raum sein eigen nennen kann.
Bei mir steht der Laptop auf dem Küchentisch, die Staffelei in der Küchenecke. Nichts mit Ruhe. Nebenbei wird alles erledigt, die Küche liegt dafür schön zentral in der Wohnung.
LG Anja



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Haifischfrau
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Re:

von Haifischfrau (10.10.2008, 17:48)
Es kommt ja wirklich darauf an, welche Verpflichtungen jemand hat und ob jemand "hauptsächlich" schreibt oder noch einen anderen Job - und ggf. zusätzlich Familie hat.

Von daher gibt es sicherlich kein Patentrezept. Ich kenne eher Ideenblockaden als Schreibblockaden, d.h. wenn die Idee erstmal da ist, habe ich schnell ein klares Konzept und mich hält dann auch fast nichts vom Schreiben ab. Manchmal muss ich eine Weile über die weitere Feinstruktur und deren Inhalte nachdenken, dazu nutze ich sowohl die leidige Hausarbeit als auch Spaziergänge mit Hund in der Natur.

Mit einem Zeitfenster von 10 Minuten oder auch nur einer Stunde kann ich rein gar nichts anfangen, ich brauche Zeit "open end". Auftragstexte kann ich gut mal eben zwischendurch schreiben, Lyrik und Kurzgeschichten dann, wenn ich einen entsprechenden Einfall habe und für meine Sachbücher benötige ich halt viel offene Zeit, bei der ich auch nicht unterbrochen werden möchte.

Maryanne

Johanna
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Re:

von Johanna (10.10.2008, 18:03)
Hallo,

ob man es nun Schreibblockade oder Ideenlosigkeit nennt - es kennt sicher jeder. Man hat mit den "Sahnehäubchen" angefangen, sprich die guten Ideen verbraucht und nun will einem nicht sofort etwas Gleichwertiges einfallen. Man spürt, dass die Qualität nachlässt und kommt aus dem Tritt.

Auch mein Alltag ist ein Hausfrauenalltag mit Büroanteil, Kindern, Tieren, sozusagen Mama/Mädchen für Alles. Aber gerade, wenn die Hände beschäftigt sind, lässt sich prima nachdenken. Ob beim Möhren schnippeln oder beim Straße kehren, beim Warten im Sprechzimmer oder Straßenbahn fahren, ich nutze diese Zeiten der anspruchslosen Arbeiten, um mein Projekt weiterzudenken.

Wenn dann mal Minuten sind, die frei bleiben, schreibe ich alles brockenweise auf Zettel und in den Computer.

Ganze Formulierungen, Fotoarrangements und Layouts lassen sich so unsichtbar in meinen Tag einbacken. Und wenn es mir dann druckreif erscheint, lasse ich alles liegen und stehen - dann gibts hier nix zu essen usw., bis ich meine Ideen abgearbeitet habe.

Im übrigen muss ja nicht immer alles druckreif aus der Feder kommen. Insoweit stimmt die Kritzeltheorie schon - man schreibt sich warm. Meist ist der Anfang zum Fortschmeissen, die Mitte wird immer besser und am Ende weiß man auch, was dem Anfang fehlt und kann es beheben.

Im Zweifel hilft immer "im Garten arbeiten", wahrscheinlich wegen dem erhöhten Sauerstoffgehalt - da hat Pierre Recht.

Schöne Grüße

Johanna

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Conny
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Re:

von Conny (11.10.2008, 13:29)
Also, ich kann nur sagen, dass ich erst unter "Druck" so richtig zur Hochform auflaufe!
Wenn mein Tag mal wieder so richtig voll ist, ja gerade DANN kommen mir die besten Ideen!
Meine Kolleginnen kennen mich als diejenige mit winzigem Bleistift und Zettel in der Hosentasche.
Wie oft bin ich mal eben stille Örtchen verschwunden, um dort kurz einige Stichworte zu notieren.
Und egal wo ich hingehe, ob zum Arzt, zum Elternabend, in die Bahn, zu Freunden... ich hab immer Zettel und Stift dabei.
Papier ist Gott sei Dank geduldig. Und da ich meine guten Einfälle nicht vergessen möchte, schreib ich sie kurz auf.
Dann vor dem PC mache ich es ähnlich wie Siegfried es beschrieben hat. Ich reihe die Sätze meiner Ideen einfach so aneinander, ohne auch nur einen Blick auf Rechtschreibung oder Grammatik zu werfen.
Aber daraus entstehen dann innerhalb von ein paar Tagen ganze Kapitel. Und nach dem korrigieren, lektorieren und was weiß ich hab ich dann tatsächlich irgendwie eine logische Handlung. Und was wichtig ist: mit genau den irren Ideen, die mir in den unmöglichsten Alltagssituationen gekommen sind...

GLG, Conny
"Ein Text ist nicht dann vollkommen, wenn man nichts mehr hinzufügen kann, sondern dann, wenn man nichts mehr weglassen kann."
Antoine de Saint- Exupéry

www.kundenkoller.over-blog.de

LOFI

Re:

von LOFI (11.10.2008, 14:04)
Conny hat geschrieben:
Und egal wo ich hingehe, ob zum Arzt, zum Elternabend, in die Bahn, zu Freunden... ich hab immer Zettel und Stift dabei.


Sowas empfehle ich auch immer. Hab ich auch immer am Mann. Denn die Ideen kommen, wann sie kommen und nicht unbedingt, wenn mandarüber sinniert. Dann können zwar auch Ideen sprießen, aber sie sind irgendwie gelenkter (was nicht schlecht sein muß), aber die plötzlichen Einfälle waren bei mir fast immer die, die den Geschichten die Essenz gaben. Die bewußt erdachten Ideen waren oftmals Beiwerk.

LG

Lorenz

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