Buchverkauf bei Lesungen

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KathrinBaltzer
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Buchverkauf bei Lesungen

von KathrinBaltzer (26.09.2008, 10:17)
Habt Ihr Erfahrungen damit, ob sich ein Buchhändler dazu überreden läßt, dass man für die Dauer der Lesungsveranstaltung seine eigene Kleinauflage selbst verkaufen kann? Ich kann es mir ja nicht denken, denn dann hätte die Lesung ja kein Vorteil für ihn. Aber vielleicht hat ja einer von Euch doch andere Erfahrungen gemacht.

Dann bedrückt mich noch etwas: Bin ich für das Finanzamt automatisch ein Unternehmer, wenn ich meine Kleinauflage von BOD selbst verkaufe? Sollte ich das lieber überhaupt lassen?

Kathrin
Kathrin

LOFI

Re:

von LOFI (26.09.2008, 10:21)
Hallo nochmal cheezygrin

ich habe in meiner Heimatstadt schon mal eine Lesung eines BOD Autoren erlebt, der durfte zwar in der Buchhandlung nicht von sich aus die Bücher verkaufen, nach der Lesung, aber der Buchhändler nahm einen Pakken davon in sein Sortiment auf. Im Zweifel einfach fragen.



LG

Lorenz

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hawepe
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Re: Buchverkauf bei Lesungen

von hawepe (26.09.2008, 10:51)
Hallo Kathrin,

KathrinBaltzer hat geschrieben:
Habt Ihr Erfahrungen damit, ob sich ein Buchhändler dazu überreden läßt, dass man für die Dauer der Lesungsveranstaltung seine eigene Kleinauflage selbst verkaufen kann? Ich kann es mir ja nicht denken, denn dann hätte die Lesung ja kein Vorteil für ihn.


So pauschal lässt sich das nicht sagen. Fragen und ggfs. verhandeln tut nicht weh, also es versuchen. Es hängt immer davon ab, wie solche Lesungen in das Geschäftskonzept eingebunden sind.

Dann bedrückt mich noch etwas: Bin ich für das Finanzamt automatisch ein Unternehmer, wenn ich meine Kleinauflage von BOD selbst verkaufe? Sollte ich das lieber überhaupt lassen?


Was ist für dich ein Unternehmer? Wenn du meinst, ob du dann Gewerbetreibender wirst: Nein. Der Verkauf der eigenen Bücher fällt in die Freiberuflichkeit, die du als Autorin ausübst.

Solange das Finanzamt das nicht als Hobby einstuft, darfst du deine Verluste steuerlich absetzen.

Da du im öffentlichen Dienst beschäftigt bist, musst du deine Autoren- und Verkaufstätigkeit allerdings deinem Arbeitgeber melden.

Beste Grüße,

Heinz.

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Cornelia
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Re:

von Cornelia (26.09.2008, 11:28)
Hallo Kathrin,

BoD gibt kurze, aber verständliche Information darüber, was man als BoD-Autor beim Finanzamt und der Steuer beachten muss.

http://www.bod.de/fileadmin/bod_de/pdfd ... Steuer.pdf

Ich werde bei meiner Einkommenssteuererklärung im nächsten Jahr den Bogen über Einnahmen durch Selbständige Arbeit dort holen, dort muss man dann seine Ein- und Ausgaben eintragen.
Der Eigenverkauf der Kleinauflagen ist überhaupt kein Problem, man darf ja auch sonst auf Trödelmärkten, ebay, Tierbörsen usw. Privatverkäufe bis zu einer bestimmten Grenze machen, ohne Gewerbe- oder Steuerpflichtig zu werden.

Da Batty kein Bestseller ist und ich mir alle Ausgaben in Form von Rechnungen und Quittungen, die ich für BoD, Lektorin, Porto für Rezensionsexemplare, Werbung, Messen u.ä. notiere und aufbewahre, werde ich gut nachhalten können, was ich an Verdienst hatte.

Da zu erwarten ist, dass ich die Höchstgernze bis zu der man keine zusätzlichen Steuern abführen muss, auf grund der ganzen Unkosten im ersten Jahr nicht erreichen werde, mache ich mir über mögliche Steuerschuld keine Sorgen. cheezygrin Und wenn Batty doch noch der Überflieger wird, na dann zahl ich doch gerne meinen Steueranteil dafür nach cheezygrin .

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KathrinBaltzer
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Re:

von KathrinBaltzer (27.09.2008, 09:29)
Hallo Cornelia,

vielen Dank für den hilfreichen Link. Ein bisschen unsicher bin ich trotzdem, denn dort steht:

da BOD Produktion und Vertrieb übernimmt, (was, wenn man es selbst täte, als Gewerbe gelten würde) müsse man kein Gewerbe anmelden. Ausnahme: wenn man als Autor größere Mengen in eigener Regie verkauft.

Wo fängt die größere Menge an? Ich werde wohl mal bei BOD nachfragen müssen.

Danke jedenfalls.

Kathrin
Kathrin

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Cornelia
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Re:

von Cornelia (27.09.2008, 18:39)
Hallo,

eine größere Menge würde ich ansehen, wenn man z.B. 'hauptberuflich' mit seinen Büchern von Markt zu Markt, von Stadt zu Stadt tingeln würde, um sie an den Mann und die Frau zu bringen, oder, wenn man einen Laden eröffnen würde, auch für einen mobilen Bauchladen braucht man z.B. einen Kleingewerbeschein., oder auch, wenn man als Vetreter losziehen würde.

Beim normalen Verkauf der Kleinauflagen ist es aber echt kein Problem, ich denke die wenigsten hier im Forum haben ein eigenes Gewerbe, in dessen Rahmen sie auch ihre Bücher anbieten.

Viele Grüße
Cornelia

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Seshmosis
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Re:

von Seshmosis (27.09.2008, 20:47)
Hallo Kathrin!

Ich habe in einem anderen Thread hier im Forum zum Thema "Gewerbeschein" folgendes geschrieben:

Ich bin seit vielen Jahren in Deutschland freischaffender Schriftsteller und bildender Künstler und arbeite schon lange mit einem Steuerberater zusammen.
Für den Verkauf meiner Werke, egal ob Bücher, Grafiken, Bilder, Objekte usw., brauche ich keinen (Klein)Gewerbeschein!
Ich darf sogar bis zu einem bestimmten Prozentsatz meines Einkommens Fremdware (Bücher, Kunst anderer) verkaufen.
Ich hatte voriges Jahr eine Steuerprüfung, bei der diese Praxis anstandslos anerkannt wurde.

Mein Tipp für Anfänger:
Macht euch nicht durch eventuelle Behördenvorschriften kirre, die meist sowieso nicht für euch zutreffen.. Konzentriert euch einfach darauf, ein gutes Buch zu schreiben.

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hawepe
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Re:

von hawepe (28.09.2008, 12:56)
Hallo Seshmosis,

Seshmosis hat geschrieben:
Macht euch nicht durch eventuelle Behördenvorschriften kirre, die meist sowieso nicht für euch zutreffen.


Und was auf einen zutrifft, erfährt man am schnellsten durch einen Anruf beim Gewerbeamt und Finanzamt. Ich habe damit jedenfalls sehr positive Erfahrungen gemacht. Unter dem Strich geht das schneller, als hier im Forum nachzufragen und hinterher doch immer noch unsicher zu sein.

Beste Grüße,

Heinz.

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constanze
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Re:

von constanze (13.10.2008, 00:20)
ihr erfahrenen leser,

ich habe ja meine ersten lesungen gerade vor mir:

wenn 60 leute geladen werden, ob auch alle 60 ein buch kaufen werden?
die buchhänderlin meint, 20 seien sehr viel!

viel?
ich wäre enttäuscht, wenn manche die lesung nur als event besuchten, ich sie nicht berühren könnte, dass sie unbedingt ein werk von mir haben wollten.

wie ist eure erfahrung?

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hawepe
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Re:

von hawepe (13.10.2008, 07:46)
Hallo Constanze,

constanze hat geschrieben:
wenn 60 leute geladen werden, ob auch alle 60 ein buch kaufen werden?
die buchhänderlin meint, 20 seien sehr viel!

viel?
ich wäre enttäuscht, wenn manche die lesung nur als event besuchten, ich sie nicht berühren könnte, dass sie unbedingt ein werk von mir haben wollten.


Wenn jeder Dritte kauft, könntest du wirklich zufrieden sein.

Zum einen kommen immer Besucher, die eine Lesung als Event erleben wollen, und zum anderen kommen immer eine ganze Menge mit Partner, und die kaufen seltenst zwei Exemplare.

Und dann muss man, auch wenn es schwer fällt, immer einkalkulieren, dass dem einen oder anderen das Buch doch nicht gefällt.

Beste Grüße,

Heinz.

Klaus D. Klimke

Re:

von Klaus D. Klimke (13.10.2008, 08:10)
Hallo Constance

Buchverkauf bei Lesungen

Da spielen viele Faktoren eine Rolle:
Bekanntheitsgrad der AutorInnen
Werbung (gezielt und/oder flächendeckend)
Ort (Ambiente dem Buch entsprechend auswählen - "Schweinchen Babe", vorgelesen in einer Schlachterei, getoppt mit einem Spanferkel-Essen wäre wohl voll daneben)
Termin (nicht überlagert von anderen in der Nähe stattfindenden Veranstaltungen)
Wetter (leider nicht beeinflussbar)
Erscheinen auch wirklich alle geladenen Gäste?
Wie viele kommen allein? Die meisten kommen zu zweit.
Wie viele also mit einer Partnerin oder einem Partner? (Paare werden sich kaum zwei Bücher kaufen.)
Presse (Freiexemplare, wenn nicht schon vorher geschehen)
Manche möchten auch zwei Exemplare (eins zum Verschenken)

Also kaufen im supergünstigsten Fall 40 bis 60%.
Trotzdem sollte man sich gut eindecken, da meist ein paar Tage nach der Veranstaltung noch ein Echoeffekt auftritt.
Tipps:
Wie ist das "Danach" organisiert?
Zeit zum Fragenstellen einkalkuliert?
Bleibt danach noch genug Zeit für Unterhaltungen?
Vielleicht ein kleiner Umtrunk?
Geh' auf die Leute zu, verringere die Distanz nach dem Vorlesen ein wenig, aber ohne sie ganz aufzuheben (das macht interessant und beliebt), baue Barrieren ab (eine Schriftstellerin zum "Anfassen").
Die Leute wollen wissen WER dieses Buch geschrieben hat, was hat sie oder ihn dazu getrieben, ist das wirklich alles wahr?

Verkauf am besten zu zweit: Erst verkaufen, dann signieren.
Versuche es erst gar nicht allein, das wäre Stress hoch zehn.
Du signierst, der oder die andere packt aus und kassiert.
Und vergiss den Kugelschreiber nicht (einen der funktioniert und nicht kleckst), schnelltrocknend möglichst.
Und pass auf, dass du keine Verträge für Waschmaschinen etc. unterschreibst (War jetzt ein Scherz).
Viel Erfolg wünscht dir
Klaus

Nele Neuhaus
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Re:

von Nele Neuhaus (13.10.2008, 09:08)
Hi Constanze,

ich bin's wieder ... :-)

Ich habe - als ich mein erstes Buch selbst herausgegeben
habe - eine Buchpräsentation organisiert und dazu schriftlich
jeden eingeladen, den ich kannte. Dazu hatte ich ein tolle
Location ausgesucht, die ich günstig für einen Abend mieten
konnte, inklusive Imbiss und Sekt. Es kamen ca. 150 Leute,
die tatsächlich die Bücher wie verrückt kauften, am Ende des
Abends hatte ich 300 Bücher verkauft. Vorher hatte ich gute
presse in Lokal- und örtlicher Presse.

Beim zweiten Buch machte ich es ähnlich, beim dritten Buch
reichte gerade mal die Kelkheimer Stadthalle.

Von Anfang an habe ich alles selbst gemacht: Bücher
verkaufen und signieren, später hatte ich Hilfe beim
Verkauf. Aber noch heute verkaufe ich bei kleineren
Lesungen die Bücher selbst und signiere sie gleichzeitig.

Ich hatte schon Lesungen, bei denen ich fünf Bücher verkauft
habe - allerdings waren da Leute, die die Bücher eben alle
schon hatten, aber ich hatte auch - gerade letzten Donnerstag -
Lesungen, bei denen ich dreißig Bücher verkauft habe (es waren
etwa fünfzig Leute da).

Ein neues Buch wird gleich besser gekauft. Ach ja: du solltest
einen Laudator haben, der dich und dein Buch vorstellt und
zum Schluss den Satz einfließen lässt: "Übrigens, der
Künstler lebt nicht vom Applaus allein - er freut sich, wenn
Sie eifrig sein Buch kaufen." Das wirkt super. Vielleicht
kennst du irgendeine dir wohlgesonnene Koryphäe aus
dem Kultursektor, Kulturdezernent oder ähnliches, der
Erfahrung auf diesem Gebiet hat.

Im Vorfeld von Lesungen erstelle ich gelegentlich selbst
Flyer, die ich in Büchereien und Buchhandlungen und
auch in Geschäften im Ort, wo ich lese, auslege. Solltest
du Interesse haben, ich kann dir eine Vorlage schicken,
melde dich einfach per PN.


Denk an genug Wechselgeld und einen gut schreibenden
Kugelschreiber! Viel Vergnügen wünsche ich dir!!

Beste Grüße

Nele

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constanze
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Re:

von constanze (16.10.2008, 17:14)
wow, NELE!

danke, und weiterhin volle hallen!

lg constanze*

und wenn du in bücherläden liest: eintrittsgelder in prozenten auch für dich? buchverkäufe aus eigenem oder derem bestand?

Nele Neuhaus
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Wohnort: Kelkheim

Re:

von Nele Neuhaus (17.10.2008, 09:47)
Liebe Constanze,

das Eintrittsgeld behalten die Veranstalter. Die
können damit gerade so ihre Kosten decken.
Meistens bieten die dann noch ein Gläschen Sekt
und einen kleinen Imbiss an,.

Ich habe eigentlich durch den Verkauf meiner
Bücher ausreichend verdient und am Anfang
war ich einfach nur glücklich, wenn ich eine
Möglichkeit zum Lesen bekommen habe.

Mittlerweile bekomme ich Geld für meine Lesungen,
bei kleineren Veranstaltern nehme ich EUR 150,00
bei größeren (oder wenn eine weitere Anfahrt ansteht)
bis zu EUR 300,00.

Noch verkaufe ich Bücher meistens aus meinem eigenen Bestand,
ich habe ja immer beim MV-Verlag Auflagen drucken lassen,
die ich zu einem großen Teil auch selbst an die Buchhandlungen
in der Region verkaufe und ausliefere. Ab nächstes Jahr ist
das dann anders, wenn meine Bücher bei Ullstein erscheinen
(September 2009) werden die Veranstalter Buchhandlungen
organisieren müssen, die einen Büchertisch machen.

Liebe Grüße,

Nele

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