Exposé oder Manuskript an Verlag schicken?

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Biene_2008
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Exposé oder Manuskript an Verlag schicken?

von Biene_2008 (22.10.2008, 13:15)
Hallo,

ich denke ja schon länger darüber nach, einen Roman zu schreiben. Ein Krimi sollte es immer werden. Nun hatte ich kürzlich endlich eine (wie ich finde) gute Idee dafür und informiere mich momentan über das ganze Thema etwas mehr. Ich dachte, ich baue jetzt erst mal das Grundgerüst auf und fang dann an zu schreiben und wenn ich fertig bin, dann schick ich das an Verlage, und wenn ich Glück habe, krieg ich einen und wenn nicht, dann wars eben n schönes Hobby.

Nun hab ich gestern in einem Buch gelesen, dass man auf keinen Fall ein fertiges Manuskript an einen Verlag schicken sollte, sondern grundsätzlich nur ein Exposé. Man solle erst zu schreiben anfangen, wenn man einen Verlag hat, der einem dann auch sagt, was er wie haben muss. Ansonsten müsse man hinterher alles umschreiben.

Ist das wirklich so? Als Laie hab ich keine Ahnung davon, wie das funktionieren soll. Also ich kann natürlich ein Exposé schreiben, das Grundgerüst der Geschichte steht ja. Aber über solche Sachen wie z. B. die Länge des Buches kann ich natürlich keine Aussage machen, das weiß ich ja jetzt noch nicht.

Kann mir da jemand weiterhelfen?

Danke und viele Grüße
Sabine

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JulyRose
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Re:

von JulyRose (22.10.2008, 13:18)
Hallo Sabine,

vermutlich hast Du das Buch von Dirk R. Meynecke gelesen? Der vertritt nämlich diese These, die zugegeben, in einem gewissen Rahmen schon stimmt. Sie hat aber vor ein paar Jahren sehr viel mehr gestimmt als heute. Inzwischen binden sich Verlage nur ungern an unerfahrene Autoren, die noch kein komplettes Manuskript vorzuweisen haben. Woher weiß der Verlag, ob der Autor das Manuskript überhaupt zu Ende schreibt? Ob er die Klasse der ersten 50 Seiten auch hält? Ob er termingerecht abliefert?

Ich würde gerade Anfängern immer dazu raten, den Roman erst fertigzuschreiben, ehe sie ihn Verlagen oder Agenturen anbieten. Eine Umarbeitung kommt so und so in einem gewissen Maß noch auf den Autor zu.

Herzliche Grüße
Juliane
Das Lied der Sonnenfänger (Januar 2011)
Die Rose der Kreuzritter (März 2011)

Biene_2008
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Re:

von Biene_2008 (22.10.2008, 13:24)
Hallo Juliane,

faszinierenderweise hab ich tatsächlich genau dieses Buch gelesen. :?

Dankeschön für deine Tipps. Das ist sehr aufschlussreich. Dann werd ich wohl doch erst mal "zum Spaß" mein Buch schreiben und dann hinterher mal kucken, ob was geht damit oder ob ichs meiner Mutti als Erst- und Letztausgabe unter den Weihnachtsbaum lege. :lol:

Danke und liebe Grüße
Sabine

Dozen-Roses

Re: Exposé oder Manuskript an Verlag schicken?

von Dozen-Roses (22.10.2008, 13:45)
Biene_2008 hat geschrieben:
Hallo,

ich denke ja schon länger darüber nach, einen Roman zu schreiben. Ein Krimi sollte es immer werden. Nun hatte ich kürzlich endlich eine (wie ich finde) gute Idee dafür und informiere mich momentan über das ganze Thema etwas mehr. Ich dachte, ich baue jetzt erst mal das Grundgerüst auf und fang dann an zu schreiben und wenn ich fertig bin, dann schick ich das an Verlage, und wenn ich Glück habe, krieg ich einen und wenn nicht, dann wars eben n schönes Hobby.

Nun hab ich gestern in einem Buch gelesen, dass man auf keinen Fall ein fertiges Manuskript an einen Verlag schicken sollte, sondern grundsätzlich nur ein Exposé. Man solle erst zu schreiben anfangen, wenn man einen Verlag hat, der einem dann auch sagt, was er wie haben muss. Ansonsten müsse man hinterher alles umschreiben.

Ist das wirklich so? Als Laie hab ich keine Ahnung davon, wie das funktionieren soll. Also ich kann natürlich ein Exposé schreiben, das Grundgerüst der Geschichte steht ja. Aber über solche Sachen wie z. B. die Länge des Buches kann ich natürlich keine Aussage machen, das weiß ich ja jetzt noch nicht.

Kann mir da jemand weiterhelfen?

Danke und viele Grüße
Sabine


Hallo Sabine!
Ich schaue immer auf den jeweiligen Webseiten der Veralge nach. In der Regel stehen dort Tipps zum Einreichen des Manuskriptes. Manch ein Verlag möchte nur ein Exposee haben, manch einer eine mehr oder weniger lange Leseprobe. Außerdem sollte man sich informieren, ob das Manuskript zum Verlagsprogramm passt. Darauf wird auch immer wieder hingewiesen.

Wenn du Krimis im Buchhandel siehst, schreibe dir einfach die Verlagsnamen auf und schau im Internet nach. cheezygrin

LOFI

Re: Exposé oder Manuskript an Verlag schicken?

von LOFI (22.10.2008, 13:48)
Dozen-Roses hat geschrieben:
Außerdem sollte man sich informieren, ob das Manuskript zum Verlagsprogramm passt. Darauf wird auch immer wieder hingewiesen.


Besonders toll, wenn man genau dies gemacht hat, dementsprechend ein Exposee eingesandt hat und dann die Antwort bekommt:
"Leider passt ihre Geschichte nicht in unser Programm" dozey:
Ist mir passiert.

VG

Lorenz

Dozen-Roses

Re: Exposé oder Manuskript an Verlag schicken?

von Dozen-Roses (22.10.2008, 13:52)
LOFI (Moderator) hat geschrieben:
Dozen-Roses hat geschrieben:
Außerdem sollte man sich informieren, ob das Manuskript zum Verlagsprogramm passt. Darauf wird auch immer wieder hingewiesen.


Besonders toll, wenn man genau dies gemacht hat, dementsprechend ein Exposee eingesandt hat und dann die Antwort bekommt:
"Leider passt ihre Geschichte nicht in unser Programm" dozey:
Ist mir passiert.

VG

Lorenz



Ist vielleicht für den Verlag die einfachste Lösung, eine Absage zu schreiben. Aber nicht sehr formidabel :-(

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LordKotz
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Re:

von LordKotz (22.10.2008, 14:09)
Ja so wie Dozen Roses mach ich das auch, und die Sache die Lofi beschreibt hatte ich vor ein paar Tagen auch erst!

Dieser Verlag macht u.a. Kinder und Jugendbücher und rühmt sich damit gerade unbekannte Künstler aus der Region zu unterstützen.

"Kinder und Märchengeschichten haben wir nicht im Programm und gedenken auch nicht diese aufzunehmen" war die Antwort.
(exacter Wortlaut will mir gerade nicht einfallen)
Wenn Du es mit selbstherrlichen Arroganzlingen zu tun hast, lächle einfach in dem Wissen, dass Arroganz die Karikatur des Stolzes ist.
www.oliver-wehse.de

powbase
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Re:

von powbase (22.10.2008, 14:44)
Hallo Sabiene,

ich kann ja mal kurz berichten, wie es in den letzten Monaten bei mir gelaufen ist, auch wenn ich ein Buch aus dem Bereich "Lebenshilfe" etc. geschrieben habe.

1) Schreibe erstmal Dein grobes Manuskript fertig.
2) Parallel kannst Du Dir Verlage aus dem Internet raussuchen die zu Deinem Bereich "Krimi" passen. In der Regel steht auf der Homepage beschrieben, ob der Verlag an Zusendungen Interesse hat und falls ja, wie diese Zusendungen aussehen sollen, sprich z.B. ein Expose oder ein komplettes Manuskript sowie Angaben zur Gestaltung. Wichtig ist auch eine kurze Erklärung, warum Dein Werk zu dem Verlag passt und kurz das Auflisten von Verkaufsargumenten etc., halt ein paar persönliche Worte.
3) Erfahrungsgemäß bekommst Du von den Verlagen keine Antwort oder nach Monaten eine Absage. Deswegen ist es besser, vor dem Verschicken einen namentlich bekannten Ansprechpartner zu kennen, bei dem man ggf. auch mal höflich nach dem Stand der Dinge nachfragen kann.
4) Wenn dem Verlag Dein Expose gefällt, wird kurzfristig um Nachreichung des gesamten Manuskriptes gebeten. In der Zeit nach der Zusendung des Manuskriptes nicht ruhen, sondern am besten weiter an Deinem Manuskript arbeiten, sonst kommst Du später in Zeitnot und immer in Kontakt zu Deinem Ansprechpartner (Lector) bleiben.
5) Wenn Du Glück hast, bekommst Du einen Vertrag angeboten. Ich hatte Glück. Allerdings dauert es noch Monate bis zur tatsächlichen Veröffentlichung des Buches. Mein Buch erscheint frühestens Mitte des kommenden Jahres 2009.

Werde dann hier im Forum natürlich stolz Bescheid geben :)

Viel Glück und nie aufgeben !

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JulyRose
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Re:

von JulyRose (22.10.2008, 17:05)
Hallo powbase,

der Vergleich hinkt tatsächlich, denn wenn ich's richtig sehe, hast Du einen Ratgeber bzw. ein Sachbuch geschrieben. Da gelten andere Regeln als bei der Belletristik, denn bei Sachbüchern (ganz allgemein gesprochen) begleiten Lektoren gerne den Entstehungsprozess, um noch Einfluss nehmen zu können (z.B. auf die Gewichtung einzelner Themen).

Auf jeden Fall Glückwunsch zur Veröffentlichung!

LG, Juliane
Das Lied der Sonnenfänger (Januar 2011)

Die Rose der Kreuzritter (März 2011)

powbase
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Re:

von powbase (22.10.2008, 22:35)
JulyRose hat geschrieben:
Hallo powbase,

der Vergleich hinkt tatsächlich, denn wenn ich's richtig sehe, hast Du einen Ratgeber bzw. ein Sachbuch geschrieben. Da gelten andere Regeln als bei der Belletristik, denn bei Sachbüchern (ganz allgemein gesprochen) begleiten Lektoren gerne den Entstehungsprozess, um noch Einfluss nehmen zu können (z.B. auf die Gewichtung einzelner Themen).

Auf jeden Fall Glückwunsch zur Veröffentlichung!

LG, Juliane


Erstmal danke für die Glückwünsche. Ganz richtig habe ich mich nicht ausgedrückt. Es ist eine Mischung von Sachbuch/Belletristikund dazu Autobiografie, das Ganze witzig verpackt, jedoch teilweise mit ernstem Hintergrund.
Erste Auflagenhöhe immerhin 5000 Stück. Hoffe das Buch wird erfolgreich.
Viele Grüße

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Judith
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Re:

von Judith (23.10.2008, 00:27)
Hallo Sabine,

erstmal ein WILLKOMMEN in diesem Forum!

Deine Fragen - und viele andere - beantwortet das Buch So finden Sie einen Verlag für Ihr Manuskript. Kann ich sehr empfehlen!

Grüßle,
Judith
Du willst mehr wissen? Bitte hier - meine Website.

Biene_2008
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Danke!

von Biene_2008 (23.10.2008, 06:51)
Danke für die vielen Tipps!

Judith, das Buch werde ich mir auf jeden Fall mal besorgen, ich bin mir ziemlich sicher, dass noch einige Fragen auftauchen werden, die durch ein gutes Buch wahrscheinlich schon im Vornherein beseitigt werden können.

Danke für eure Hilfe!

Liebe Grüße
Sabine

Scouty
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Re:

von Scouty (23.10.2008, 08:17)
Für noch unbekannte Autoren ist es tatsächlich ratsam, zuerst einmal alle Energie ins Manuskript zu schicken. Nicht nur grob (hier speziell belletristische Themen angesprochen), sondern mit aller Sorgfalt. Das Ding muss einfach fertig und überarbeitet, überarbeitet, überarbeitet ... sein.

Die meisten Verlage haben mittlerweile eine Homepage und dort auch eine Rubrik, in der konkret nachzulesen ist, in welcher Form Manuskripte einzureichen sind.
Das sollte aber niemanden davon abhalten, vorher akribisch zu recherchieren und auch mal zum Telefon zu greifen, um einen direkten Ansprechpartner zu erreichen. In vielen Fällen ergeben sich durch diesen direkten Kontakt Alternativen. Z.B. der Versand von Ex und LP per Mail direkt an den zuständigen Lektor.
Jemand, der kompetent auftritt und seine Story professionell mit wenigen Worten überzeugend darstellen kann, bekommt diese Chance nicht selten.
Dieser Weg hat zwar nicht unbedingt Einfluss auf die spätere Antwort, aber er kann durchaus die Prozedur um Wochen oder Monate abkürzen.

Außerdem habe ich schon mehrfach erlebt, dass, wenn der Funke überspringt, die Chemie zwischen Lektor und Autor stimmt und Letzterer zwar etwas geschrieben hat, das i.M. nicht wirklich passt, aber immerhin überzeugend schreiben kann, trotzdem Verträge drin sind.

Man muss sich einfach vor Augen halten, dass Autoren mehr und mehr aus der Anonymität gerissen werden. Verlage kaufen heute nicht mehr nur Geschichten, sie kaufen den Autor als Marketingprodukt gleich mit.
Es macht also schon Sinn, sich aus der Papieranonymität zu erheben und sich als Persönlichkeit vorzustellen. ;)

Die Sache mit "nur Exposee" verkaufen funktioniert überwiegend bei gut gegliederten Sach-/Fachbüchern (hier sollte zumindest ein Kapitel und das geplante Inhaltsverzeichnis vorhanden sein, wenn der Autor noch nichts vorweisen kann) und in Verlagen, in denen man schon "bekannt" ist oder wenn man relevante Vorgänger in anderen Verlagen vorweisen kann.
Stimmt natürlich, was hier erwähnt wurde, dass jeder Verlag erst mal sehen will, was der Autor wirklich drauf hat, ob er eine angekündigte Story auch zu Ende schreiben kann und ob sie grundsätzlich funktioniert.

Es gibt auch den Autorenstatus, dass man als Person für den Verlag überaus interessant ist und die Buchidee willkommen, so dass hier seitens des Verlags ein Co-Autor oder Ghostwriter zur Verfügung gestellt wird, damit das Projekt auf jeden Fall kompetent zustande kommt, selbst wenn der eigentliche Autor damit überfordert ist. Das kommt eher selten vor, aber es kommt vor ;)

Kausde
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Registriert: 25.09.2007, 10:05

Re:

von Kausde (12.11.2008, 14:35)
Die wenigsten jungfräulichen Autoren (also solche, die noch nie was veröffentlicht haben, nicht falsch verstehen ;) ) haben das Glück, gleich bei einem großen Verlag unterzukommen, der das Geld und die Zeit hätte, sich schon bei der Manuskriptentstehung um den Autor und sein Werk zu kümmern. Und selbst, wenn Geld und Zeit da sind, heißt das auch lange nicht, dass das in so ein Risikoprojekt gesteckt wird.

Gehen wir also besser von mittelgroßen und kleinen Verlagen aus. Natürlich ist es am besten, wenn ein Manuskript fertig ist und gleich losgeschickt werden kann, sobald ein Verlag das Exposé (mit Schluss!) und eine Leseprobe von 20 Seiten oder so gesehen hat und sagt: Yeah, das wollen wir! Aber es ist auch okay, wenn das Manuskript noch in Arbeit ist. Wobei, "in Arbeit" ist ja ein weitläufiger Begriff. Damit kann die erste Rohfassung ebenso gemeint sein wie das Vollenden der letzten Korrekturen. Also am besten Exposé und Leseprobe an Verlage erst losschicken, wenn das Ding zumindest soweit fertig ist - Überarbeitung und dergleichen ist dann immer noch drin.

Andreas T.
Beiträge: 344
Registriert: 11.04.2007, 19:08

Re:

von Andreas T. (05.12.2008, 13:21)
Goodbye!
Zuletzt geändert von Andreas T. am 30.07.2009, 10:50, insgesamt 1-mal geändert.

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