Das Kind

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Benni125
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Das Kind

von Benni125 (16.10.2008, 23:27)
Letzte Strophe sollte eigentlich die Form eines Kreuzes haben.

Das Kind

Die Lebensdauer unerwartet lang.
Lebt nun schon so seit drei Wochen.
Hat bis jetzt noch keinen Schrei getan.
Das haben die Europäer so versprochen.


Es wächst und gedeiht auch ohne viel zu essen.
Nein. Das Essen braucht es nicht.
Lacht und freut sich immer wie besessen,
weil's der Europäer so verspricht.

Kannst du
es glauben?
So eine Gerechtigkeit, die
es ja gar nicht gibt? Bleibe
ruhig und
bleibe leis`
Denn deine
Hautfarbe
ist weiß.

Dozen-Roses

Re: Das Kind

von Dozen-Roses (17.10.2008, 05:57)
Guten Morgen!

Vielleicht ist es noch zu früh am Morgen oder ich zu unkultiviert, denn ich versteh irgendwie nicht, um was es gehen soll?

Kann mir mal jemand die Hintergründe erklären *kratz, kratz* dozey:

LOFI

Re:

von LOFI (17.10.2008, 09:22)
Könnte mir vorstellen, dass das "Kind" eine politische Ausgeburt Europas sein soll, oder die EU selber? Aber welche?

VG

Lorenz

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Benni125
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Re:

von Benni125 (20.10.2008, 01:20)
is simpler ^^... freut mich aber, dass man sich so den Kopf zerbricht...
Das Kind is ein afrikanisches Kind... Also ich finde den Text ziemlich direkt... okay ich habs auch geschrieben.
Es ist sehr viel Utopie dabei... vielleicht wird's jetzt klarer.

Dozen-Roses

Re:

von Dozen-Roses (20.10.2008, 19:28)
Vielleicht die milliardenschwere Bankenbürgschaft? (kratz, kratz) book:

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Benni125
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Re:

von Benni125 (20.10.2008, 23:04)
jetzt bin ich aber über fordert :?
banken?????? ^^
Was soll es bedeuten...?

Dozen-Roses

Re:

von Dozen-Roses (21.10.2008, 14:52)
Benni125 hat geschrieben:
jetzt bin ich aber über fordert :?
banken?????? ^^
Was soll es bedeuten...?


Lach ... sollte die Finanzkriese und die milliardenschwere Bürgschaft des Staates gegenüber den Banken an dir vorüber gegangen sein? angle:

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Benni125
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Re:

von Benni125 (23.10.2008, 02:19)
Nein das nicht. Aber .... wo findet man in diesem Gedicht das Wort "Bank"???? :shock::

Dozen-Roses

Re:

von Dozen-Roses (23.10.2008, 08:45)
Benni125 hat geschrieben:
Nein das nicht. Aber .... wo findet man in diesem Gedicht das Wort "Bank"???? :shock::


Lass Dein Gedicht einfach so stehen, wie es steht, oder erkläre den Hintergrund. Ich werde mich nicht weiter dazu äußern. :roll:

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Benni125
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Re:

von Benni125 (26.10.2008, 23:43)
es geht ganz einfach um ein afrikanisches Kind. Es ist gestorben. Kurz nach der Geburt. Oder eines anderes Kind verhungert.
Und das alles während sich viele (nicht alle) den Hintern breit sitzen und ganz gelassen Fernsehen schauen und ihre Süßigkeiten in sich rein schlingen.
Das ganze Gedicht (außer dritte Strophe) ist eine reine Utopie. Welches Kind wächst ohne etwas zu essen?

Darum gehts in kurzform.

Johanna
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Re:

von Johanna (27.10.2008, 07:46)
Hallo Benni

Benni125 hat geschrieben:
es geht ganz einfach um ein afrikanisches Kind. Es ist gestorben. Kurz nach der Geburt. Oder eines anderes Kind verhungert.
Und das alles während sich viele (nicht alle) den Hintern breit sitzen und ganz gelassen Fernsehen schauen und ihre Süßigkeiten in sich rein schlingen.
Das ganze Gedicht (außer dritte Strophe) ist eine reine Utopie. Welches Kind wächst ohne etwas zu essen?

Darum gehts in kurzform.


Dein Gedicht sagt aber, das es lebt - schon 3 Wochen, womit die Eltern nicht gerechnet haben. Der Europäer hats aber anscheinend gewußt und versprochen.

Du schreibst weiter, dass es wächst und gedeiht (ist also nicht gestorben, im Gegenteil - gedeiht sogar) und dass es sich freut, weil der Europäer es so verspricht.

Eine logische Handlungskette kann ich da nicht mal ansatzweise erkennen, auch wenn ich erahne, dass es sozialkritisch gemeint ist. Vielleicht fehlt der ironische Ton, der nötig wäre. Den kannst du beim Leser aber nicht voreinstellen. Das Gedicht muss also auch ohne Ton verständlich sein.

Ich glaube nicht, dass die Europäer den Afrikanern versprochen haben, dass ihre Kinder sich ohne Essen freuen werden. Und auch nicht, dass die Afrikaner das glauben würden und sich freuen.

Das Gedicht kommt mir vor, wie die Bilder der modernen Maler, auf denen ich nur Kritzel sehe und von denen mir die "Kenner" erzählen wollen, was der Maler sich dabei gedacht hat. Oder wie das Märchen "Des Kaisers neue Kleider", wo alle dem nackten König einreden wollen, was er Tolles anhat.

Einzig und allein die gedachte Kreuzform des Gedichtes halte ich für eine richtig gute Idee, am Text würde ich noch arbeiten, bis sich Wörter finden, die sich reimen und gleichzeitig einen klaren Sinn geben.

Schöne Grüße Johanna

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Benni125
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Re:

von Benni125 (27.10.2008, 20:13)
Die antwort auf einige deiner Frage findest du jeweils in der 2. Zeile jeder Strophe:
Hat bis jetzt noch keinen Schrei getan....

Nein. Das Essen braucht es nicht.

Klar muss ich einsehen, dass es deine Meinung ist, aber ich finde es sehr wichtig, auch über Kritik zu diskutieren, weil dann meistens einiges klarer wird.

Die wirkliche Kritik, die dieses Gedicht ausdrücken soll, ist nicht durch "bloßes Gekritzel" zu erkennen (zumindest meine Meinung). Die Kritik liegt gerade in dem furchtbar Naiven. Es ist naiv zu glauben, dass ein Kind nach der Geburt drei Wochen lang kein einzigen Mucks von sich gibt, es ist außerdem naiv zu glauben ein Kind brauche kein Essen.
Der Europäer verspricht auch keinem Afrikaner, dass er nicht Hungern brauch. Ich finde es zum Teil einfach nur abartig, wie wir uns in unserem Überfluss es tatsächlich noch schaffen auzuregen, über meist belanglose Sachen. Unterhalte dich mal ersthaft mit Mitmenschen über ihre Problemchen und stelle es in Relation zu dem was wo anders abgeht. Du wirst merken, dass es sich wirklich nur um Problemchen handelt.

Außerdem wird in der letzten Strophe gefragt, ob du das alles glaubst. Anscheinend tust du das nicht, wo mit ich eigentlich finde, dass du es verstanden hast. Bei dieser Thematik gibt es glaube ich auch nicht viel zu verstehen. Der eigentlich Vorwurf ist: "Bleibe ruhig und bleibe leis', denn deine Hautfarbe ist weis."

Damit wäre auch die letzte Strophe erklärt. Ich wollte in diesem Gedicht, dass ursprünglich als Lied geplant war, garnichts irgendwie krass darstellen. Ich wollte naiv, verwirrend, durch die Wortwahl abschwächend sein und ich wollte auch nichts erklären. Es sollte einfach zum nachdenken anregen, was ich ja geschafft habe (im gewissen Sinne :wink:)

Ich weiß nicht, aber vielleicht kannst du es jetzt mehr verstehen.

Liebe Grüße Benni

PS: Ich hasse im übrigen auch das Gekritzel mancher Maler, künstlerisch nennt man sowas aber Abstraktion oder Verfremdung. Genauso hasse ich solche Theaterstücke.
Aber ich kann sowas nicht in diesem Gedicht entdecken.

Johanna
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Re:

von Johanna (27.10.2008, 20:28)
Hallo Benni

Benni125 hat geschrieben:
Die antwort auf einige deiner Frage findest du jeweils in der 2. Zeile jeder Strophe:
Hat bis jetzt noch keinen Schrei getan....

Nein. Das Essen braucht es nicht.


Na gut, wenn du das so erklärst, verstehe ich das auch. Aber kein anderer, dem es noch nicht erklärt wurde.

Weil

- ein Kind, das noch keinen Schrei getan hat, ist nicht unbedingt tot. Vielleicht einfach nur stumm oder schwach.

- Das Essen braucht es nicht, sagt nicht aus, dass es tot ist. Vielleicht ist's im Moment einfach satt oder die Zeile meint, es braucht was anderes nötiger.

Du lässt dem Leser durch diese Ungenauigkeiten m.E. zu viel Freiraum zum Interpretieren und deshalb kommt er selbst beim Nachdenken auf so viele verschiedene Auslegungsmöglichkeiten, dass er das als unverständlich empfindet.

Natürlich haben wir Überfluss, aber diese Sätze mit dem "Europäer, der verspricht" die passen trotzdem nicht dazu. Aber das ist meine Meinung.

Und die wolltest du ja u.a. auch hören :lol:

Schöne Grüße Johanna

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Benni125
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Re:

von Benni125 (27.10.2008, 22:38)
Johanna hat geschrieben:
Hallo Benni

Benni125 hat geschrieben:
Die antwort auf einige deiner Frage findest du jeweils in der 2. Zeile jeder Strophe:
Hat bis jetzt noch keinen Schrei getan....

Nein. Das Essen braucht es nicht.


Na gut, wenn du das so erklärst, verstehe ich das auch. Aber kein anderer, dem es noch nicht erklärt wurde.

Weil

- ein Kind, das noch keinen Schrei getan hat, ist nicht unbedingt tot. Vielleicht einfach nur stumm oder schwach.

- Das Essen braucht es nicht, sagt nicht aus, dass es tot ist. Vielleicht ist's im Moment einfach satt oder die Zeile meint, es braucht was anderes nötiger.

Du lässt dem Leser durch diese Ungenauigkeiten m.E. zu viel Freiraum zum Interpretieren und deshalb kommt er selbst beim Nachdenken auf so viele verschiedene Auslegungsmöglichkeiten, dass er das als unverständlich empfindet.

Natürlich haben wir Überfluss, aber diese Sätze mit dem "Europäer, der verspricht" die passen trotzdem nicht dazu. Aber das ist meine Meinung.

Und die wolltest du ja u.a. auch hören :lol:

Schöne Grüße Johanna


Ich nochmal...
An den Stellen: "... keinen Schrei getan" und "... Essen braucht es nicht."
meine ich nicht, dass es tot ist.
Ich meine nur, dass es naiv ist zu glauben. Ach je... ich bin jetzt an einem Punkt angelangt, an dem ich es nicht weiter, detailierter erklären kann. Es ist glaube ich auch nicht wichtig, was ich denke, sondern, was der Leser denkt.
Viel Raum für interpretation muss ja nicht unbedingt schlecht sein. Aber ich werde dieses Gedicht einfach so stehen lassen und nicht verändern. Nicht aus Trotz, nicht falsch verstehen. Ich bin immer dankbar für jede Kritik. thumbbup Deshalb vielen Dank Johanna.

Es mache sich jeder seinen eigenen Reim.

Liebe Grüße
Der Benni

Johanna
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Re:

von Johanna (28.10.2008, 10:52)
Benni125 hat geschrieben:
Aber ich werde dieses Gedicht einfach so stehen lassen und nicht verändern.


Das halte ich auch für durchaus o.k. Schließlich bist du der Autor und dein Name steht drunter. :lol:

Schöne Grüße Johanna

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