Wie schreibt ihr?

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Heidi Gotti
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Re:

von Heidi Gotti (11.08.2007, 16:48)
Hallo Judith,
genauso wie bei dir, läuft es auch bei mir ab.
Nie gehe ich "ohne" zum Entspannen auf die Terrasse. Immer begleiten mich Block und Kugelschreiber.
Das Geschreibsel wird dann irgendwann in den PC gebracht.
Fehler interessieren mich beim "per Hand" schreiben nicht, denn da eilt es immer, meine Finger kommen meinen Gedanken nicht hinterher.
Natürlich schreibe ich auch viele Geschichten oder Kapitel direkt in den PC, aber am meisten Ideen bekomme ich, wenn ich mich entspanne, zurücklehne und ...
Kommt es dann einmal vor, dass ich nicht weiterkomme, beende ich sofort und lasse alles ruhen. Irgendwann kommt mir die zündende Idee, oder wenn ich es irgendwann wieder anschaue.
Werden Geschichten zur Veröffentlichung von mir verlangt, steht das MUSS dahinter, da es sich hierbei um vorgegebene Themenbereiche handelt, oder es ist eine Sommer-, Herbst-, Advents- usw. -Beilage für eine Zeitschrift. Da sorge ich oft schon vor, dass "Material" auf meinem PC schlummert, ebenso Krimis usw. ...
Aber ansonsten siehe oben.
Gib jedem Tag die Chance,
der schönste deines Lebens zu werden.

Versailles
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Re:

von Versailles (13.08.2007, 11:49)
Hallo Judith,

ich möchte auch meine Schreibweise noch vorstellen:
ich habe während der Arbeit am Roman festgestellt, dass ich mit dem Vorschreiben (Blatt und Stift) nicht klar komme. Es ist für mich schwierig, ein ganzes Kapitel oder eine Kurzgeschichte vorzuschreiben und dann noch einmal abzutippen. Deshalb schreibe ich das Manuskript in den PC. Das drucke ich dann aus (meistens auf die Rückseite irgendwelcher Altpapiere, um das gute weisse Papier zu sparen) und korrigiere von dort. Die Rohfassung der Kapitel lese ich meinem Mann und meinem Mönch (am Telefon) vor und da merke ich dann schon mal selbst, wo es hakt. Beide geben ihr Feedback und dann lege ich diesen Teil des Textes erst einmal beiseite.

Wenn das Wetter lockt, sitze ich mit dem Laptop im Park oder auf dem Balkon oder auch schon mal im Klostergarten. Sonst habe ich vor allem nachts (im Barock gab es ja nun mal keine Autos und das ständige Hupen etc. hat mich immer wieder in die Gegenwart gescheucht) und am Wochenende geschrieben.

Viele Überarbeitungen und die letzten Korrekturen des Romans habe ich im Gastraum der Abtei Königsmünster vorgenommen - allein und in absoluter Stille mit einem Stapel der vorher korrigierten Texte und den Feedback-Notizen.

Von Hand schreibe ich nur Recherchen in Bibliotheken, ultrakurze Texte und Ideen, die mir unterwegs einfallen. Aber selbst die Texte für die Autorengruppe, mit der ich mich alle zwei Wochen treffe, schreibe ich am PC. Für Synonyme nutze ich den Thesaurus, für Recherchen daheim mein Allerheiligstes, den Brockhaus in 30 Bänden :D . Was da nicht steht, finde ich im Netz oder bei Menschen, die Ahnung haben - und die habe ich alle in der Danksagung erwähnt.

Am Roman habe ich vier Jahre geschrieben - das ging bei mir nicht ohne vollständige Lebensläufe, Zeitpläne und Bildkarten. Ich hatte zwischendurch Phasen, in denen ich nicht schreiben konnte, weil 1000 andere Dinge dazwischen kamen (Beruf, familiäres) und ich habe mich immer wieder eingearbeitet. Dazu möchte ich aber auch sagen, dass ich jeden Tag am Text war - sei es, dass ich einfach nur die Recherchen aufgefrischt habe oder dass ich den Text selbst gelesen habe.

Zur Zeit habe ich Spaß daran, unterwegs Akrostichen zu schreiben. Das ist ein Projekt der o.g. Autorengruppe und kann (wie Sudoku) süchtig machen :wink: Ein Beispiel: ein Akrostichon auf den Namen meines Hundes:

Ohne
Liebe
Ist
Vieles
Im
Argen

Ich wünsche viel Inspiration und jederzeit Freude bei der zweiliebsten Beschäftigung der Welt :wink:

Amalia
DIE COMTESSE ab sofort als "EDITION BOD"
www.comtesse-heloise.de

Autorenphoto von J. Nemeth, Photostudio Kannengiesser, 58095 Hagen (2007)

franziska rechperg
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Re:

von franziska rechperg (13.08.2007, 19:24)
Hallo,
mir geht es ähnlich wie Amalia. Wenn ich mir handschriftliche Notizen mache und die dann in den PC übertragen will, kommt jedes Mal etwas ganz anderes dabei raus als ursprünglich vorgesehen :? . Stichworte schreibe ich mir natürlich schon auf irgendwelche Zettel. Ansonsten ist es am Besten, ich klopfe alles gleich in den PC. Meistens macht sich dann der Text oder die Handlung (beim Roman) ohnehin selbstständig. :oops: Korrigiert wird hinterher, und natürlich immer wieder, wie üblich. An meinem jetzigen Buch habe ich 2 1/2 Jahre gearbeitet., teilweise sogar in widrigen Situationen (Krankheit meines Lebenspartners, Tod meiner Mutter) Aber mir hat das Schreiben viel geholfen, mit Schicksalsschlägen fertig zu werden. Seit einem halben Jahr bin ich mit der "Feinabstimmung" beschäftigt. Ursprünglich wollte ich es wieder BOD zum Drucken geben. Aber jetzt zeichnet sich eine andere Möglichkeit ab. Andererseits glaube ich, dass es für mich eine größere Herausforderung und auch Befriedigung wäre, wenn ich nichts aus der Hand geben würde, sondern wie bei BOD gezwungen wäre, alles selbst zu managen. Na, mal abwarten! 8)
Franziska Rechperg
www.franziskas-buchwelt.de

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Heidi Gotti
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Re:

von Heidi Gotti (13.08.2007, 19:32)
Hallo Franziska,
auch mir hat das Schreiben sehr geholfen, war eine Art Vergangenheitsbewältigung.
Habe am ersten Buch drei Jahre geschrieben usw. ...
beim zweiten 2 1/2 Jahre, da hatte ich beim ersten Band schon vorgearbeitet und konnte es übernehmen.
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Judith
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Re:

von Judith (14.08.2007, 01:45)
Es ist wirklich interessant zu sehen, wie viele verschiedene Arbeitsweisen und auch wie viele verschiedene Stilrichtungen hier vertreten sind.

Ich gehöre wohl eher zu den Schnellschreibern - was bei Kinder- und Jugendliteratur wohl auch häufig vorkommt. Viele Autoren in dem Bereich bringen pro Jahr 5 - 6 Bücher heraus, um sich über Wasser zu halten. Bei mir ist es an einem freien Tag meist ein Kapitel mit 6 - 9 Seiten. Heute hing ich jedoch fest, da ich die letzten Tage den Kopf mit anderen Dingen voll hatte, deshalb überarbeitete ich meine bisherigen 9 Kapitel. Im Laufe der nächsten beiden Woche möchte ich die Geschichte gerne abschließen, denn die Phase der vielen freien Zeit ist dann vorbei. Wenn ich wieder bei meiner normalen Arbeit voll eingespannt bin, wird in der Freizeit immer mal wieder überarbeitet.

Bei mir ist das ganze natürlich nicht so zeitintensiv wie z.B. bei historischen Romanen, da es nicht allzu viel zu recherchieren gibt bei einem Kinderbuch für 8-jährige. :)

Grüßle,
Judith

Andreas T.
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Re:

von Andreas T. (14.08.2007, 11:43)
Goodbye!
Zuletzt geändert von Andreas T. am 28.07.2009, 15:35, insgesamt 1-mal geändert.

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Judith
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Re:

von Judith (14.08.2007, 23:39)
Andreas T. hat geschrieben:
Regelmäßig fertige ich Ausdrucke an, die ich dann mit Schmutztitel, Inhaltsverzeichnis und allem Drum und Dran mit einer Ringbindung zu einem richtigen Buch im Originalformat fertige. Dann versuche ich, dieses Büchlein möglichst hintereinander weg zu lesen und festzustellen, ob es sich "rund" liest, oder ob es Ecken und Kanten hat, die ich weiter bearbeiten sollte.


Ja, das kann ich gut verstehen und werde ich wohl auch so machen. Mir sind bei meinen Fun Book auf Anhieb vier Fehler aufgefallen, die ich im Manuskript nicht gesehen hatte. Man ist gewohnt, in Buchform zu lesen, und da "läuft" es vollkommen anders als auf einem A4-Manuskript.

Andreas T. hat geschrieben:
Zum Schluss noch ein Kompliment und Dankeschön an alle, die sich hier in diesem Thread schon geäussert haben. Hatte ich zunächst befürchtet, dass sich möglicherweise eine gewisse Schlaumeierei bei solch einem Thema einschleichen würde, so bin ich doch nun sehr angetan von der frischen und anregenden Art, wie Ihr über Eure Erfahrungen schreibt und berichtet.
Wer behauptet da noch, Autoren wären ein Haufen elitärer Spinner?!


Da muss ich dir absolut Recht geben! Es ist wirklich äußerst interessant zu lesen, wie unterschiedlich alle arbeiten. Es gibt immer wieder Parallelen, und doch hat jeder seine ureigene Art zu schreiben. :D

Grüßle,
Judith

P.S. Einige schreiben, sie arbeiten draußen mit dem Notebook. Habt ihr da keine Probleme damit, dass das Licht zu hell ist und man dadurch auf dem Bildschirm nur schwer lesen kann? Oder habt ihr das Problem mit irgendwelchen Tricks gelöst? Ich würde bei schönem Wetter auch gerne draußen ins Notebook eintippen, aber irgendwie funktioniert es nicht. :(

Andreas T.
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Re:

von Andreas T. (15.08.2007, 08:44)
Goodbye!
Zuletzt geändert von Andreas T. am 28.07.2009, 15:35, insgesamt 1-mal geändert.

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hawepe
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Re:

von hawepe (15.08.2007, 09:05)
Hallo Judith,

Judith hat geschrieben:
P.S. Einige schreiben, sie arbeiten draußen mit dem Notebook. Habt ihr da keine Probleme damit, dass das Licht zu hell ist und man dadurch auf dem Bildschirm nur schwer lesen kann? Oder habt ihr das Problem mit irgendwelchen Tricks gelöst? Ich würde bei schönem Wetter auch gerne draußen ins Notebook eintippen, aber irgendwie funktioniert es nicht. :(


Funktioniert bei mir auch nicht, allerdings weil ich mich dort viel zu sehr ablenken lasse. Draussen ist einfach viel zu viel los, als dass ich mich konzentrieren koennte.

Ansonsten mit der Helligkeit und dem Kontrast spielen, die Kipprichtung aendern, sich den richtigen Platz suchen. Meistens habe ich dann doch ein halbwegs gut lesbares Schriftbild hinbekommen. Aber so wie drinnen ist es natuerlich nie.

Jeder Mensch empfindet das aber auch anders. Alle vier PC in unserem Haushalt sind anders eingestellt, weil jeder etwas anderes als angenehm empfindet. Waehrend die anderen den Monitor einmal einstellen, reguliere ich ihn staendig nach. Heute ist der Himmelwolkenverhangen, da brauche ich eine andere Einstellung als bei Sonne. Und am Abend stelle ich ihn wiederum um.

Beste Gruesse,

Heinz.

robertwalden
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Re:

von robertwalden (16.08.2007, 08:39)
Ich höre furchtbar laute Rockmusik, und schreibe in der Regel von links oben nach rechts unten :-)

Da ich gerne und oft mobil bin, schreibe ich über google docs - da hab ich den Text ständig zur Verfügung.

Und das Schreiben von Geschichten von Romanen? Das ist wie Krafttraining: Je länger und öfter man es macht, desto leichter wird es, und desto leichter wird es auch, auf den formalen Quatsch wie Plotten, Nebenhandlungsgerüste, Erzählperspektive, etc ... zu verzichten. All dies geht in Fleisch und Blut über. Und wenn man nicht gerade darauf besteht, den erstgeschriebenen Roman als das Nonplusultra anzusehen, sondern erst an Publikation denkt, wenn man seine ersten, sagen wir mal, 1000 Seiten verfasst hat, dann braucht man sich über all das fast keinen Kopf mehr zu machen.

beste grüße
robertwalden

hwg
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Re:

von hwg (16.08.2007, 09:48)
Bravo Robert,
offenbar sind wir, was das Schreiben betrifft, seelenverwandt. :D
Gruß nach Wien aus der Obersteiermark!

dbs

Re:

von dbs (16.08.2007, 13:56)
robertwalden hat geschrieben:
Und das Schreiben von Geschichten von Romanen? Das ist wie Krafttraining: Je länger und öfter man es macht, desto leichter wird es, und desto leichter wird es auch, auf den formalen Quatsch wie Plotten, Nebenhandlungsgerüste, Erzählperspektive, etc ... zu verzichten.


Hast du mal Titel, Verlag, ISBN von deinen Romanen "ohne den formalen Quatsch" ?

Grüße
Siegfried

hwg
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Re:

von hwg (16.08.2007, 14:26)
Auch ich bin auf der Suche nach den Büchern von Robert Walden -
"ergooglet" habe ich jedenfalls noch nichts. Vielleicht verrät uns
Robert doch noch Werke und Verlage.

robertwalden
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Re:

von robertwalden (16.08.2007, 14:32)
Wenn ich das tun würde, bräuchte ich hier ja kein Pseudonym :-)

lg/robertwalden

Andreas T.
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Re:

von Andreas T. (16.08.2007, 15:15)
Goodbye!
Zuletzt geändert von Andreas T. am 28.07.2009, 15:33, insgesamt 1-mal geändert.

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