der Anfang meines Buches.

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Wie findet ihr das Kapitel

Umfrage endete am 18.11.2008, 21:54

gelungen
1
8%
nicht gelungen
11
85%
durchschnitt
1
8%
 
Abstimmungen insgesamt: 13

anja1989
Beiträge: 60
Registriert: 11.11.2008, 21:50

der Anfang meines Buches.

von anja1989 (11.11.2008, 21:54)
editiert
Zuletzt geändert von anja1989 am 27.12.2008, 00:02, insgesamt 1-mal geändert.

anja1989
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Re:

von anja1989 (12.11.2008, 10:28)
für die, wo meinen es wäre nicht gelungen, gebt mir doch bitte rückmeldung, warum nicht. book: blink3

anja1989
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Re:

von anja1989 (12.11.2008, 16:47)
warum gibt ihr mir denn keine Rückmeldung? :(
Ich würde echt gerne wissen was ich besser machen kann.

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Seshmosis
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Re:

von Seshmosis (12.11.2008, 16:59)
Tja, erinnert vom Plot an die vielen "Ich weiß, was Du letzten Sommer gemacht hast ..."-Geschichten.
Und ich bin einer, wo meint, dass das nicht so gelungen ist.

Die Straße spaltete sich,


Toll, dass die Kids nicht in den durch den Spalt entstandenen Abgrund gefallen sind. :lol:
Spaß beiseite: Straßen spalten sich nicht, sie gabeln sich.

Die Bäume spendeten unheimliche Schatten

Das passt nicht so gut in die Nacht. Außerdem "schattet" es im Text ziemlich häufig.

Wir nickten – aber erst als er mehrmals auf uns eingeredet hatte.

Wenn es interessant werden könnte, schweigst Du. Wie hat er auf sie mehrmals eingeredet? Hat er sie bedroht? Wenn ja, mit was?

an dem wir eine Leiche ertränkt hatten


Ist das ironisch gemeint? Eine Leiche ertränken ist nämlich gar nicht so einfach. Bei Toten kriegt man so schlecht das Wasser in die Lungen.

LOFI

Re:

von LOFI (12.11.2008, 17:08)
Hi Anja,

ich finde die Geschichte etwas wirr herunter geschrieben. Es fehlt für mich ein Spannungsbogen. Es geht zwar alles Schlag auf Schlag, was ja auch irgendwie in den Kontext passt, aber es fällt mir trotzdem schwer dem verlauf zu folgen, der Text strengt mich an.

Soll das ein Auftakt eines Romanes werden, da würde ich gleich in die erste Szene mehr Spannung rein bringen.

Auch am Ausdruck würde ich noch einiges feilen.

z.B. Die Bäume spendeten unheimliche Schatten

das kannst du so nicht schreiben. Schatten spenden Bäume in romantischen Gärten. Hier würde "Bäume warfen unheimliche Schatten" besser passen.

Überarbeite den text noch einmal und entzerre ihn etwas.

VG

Lorenz

andie

Re:

von andie (12.11.2008, 17:22)
Hallo Anja,

meine Meinung: zu viel wörtliche Rede und zu viele Namen, die ich mir nicht merken kann. Das ist für mich immer ein Grund, sofort wieder mit dem Lesen aufzuhören. Deshalb hab ich dann leider auch nur wenige Zeilen geschafft. Schade eigentlich, weil meistens eine gute Idee hinter oder in jedem Erzählstoff steckt. Versetzt dich mal in den Leser (egal welcher Altersgruppe) und überleg, was der damit anfangen kann, ohne dein persönliches Hintergrundwissen zur Geschichte zu haben. Versuch, die Figuren mehr im Erzählstil herauszuarbeiten und so dem Leser näher zu bringen.
Vielleicht hilft dir das ein wenig weiter, ist ja nur meine Meinung. Das Gleiche könnte ich auch zu einigen anerkannten und berühmten und von mir geschätzten Autoren sagen. Da kommen immer wieder mal Romane zustande, die ich wegen der unsäglichen wörtlichen Rede entnervt beiseite lege. (Nichts gegen wörtliche Rede, die die Geschichte weiterbringt und lebendig hält.)
Mach aber bitte weiter und lass dich nicht verunsichern thumbbup

LG, Andrea

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (12.11.2008, 17:44)
book:
:roll:
book:
:shock::

Nee, ich sach da nichts zu.
Ich krich dann wieder Haue!
:cry:

LG
Siegfried

LOFI

Re:

von LOFI (12.11.2008, 17:48)
Siegfried hat geschrieben:
book:
:roll:
book:
:shock::

Nee, ich sach da nichts zu.
Ich krich dann wieder Haue!
:cry:

LG
Siegfried


Och Siegfried, komm. Hier haut keiner. Du kannst es doch. Nun lass dich nicht so bitten. cheezygrin Anja ist für konstruktive Tipps sicher dankbar.

VG

lorenz

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Seshmosis
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Re:

von Seshmosis (12.11.2008, 18:00)
@ Siegfried

Dann werden die aufrechten "Wahrsager" immer weniger.
Na ja, es muss wohl auch einen Streichelzoo geben.

LOFI

Re:

von LOFI (12.11.2008, 18:07)
Seshmosis hat geschrieben:
@ Siegfried

Dann werden die aufrechten "Wahrsager" immer weniger.
Na ja, es muss wohl auch einen Streichelzoo geben.


Das hat mit Streichelzoo nix zu tun, aber man kann Kritik so oder so rüberbringen, aber die Diskussion hatten wir ja schon öfter.
Nur wäre es wirklich eher von Nöten, denke ich, wenn man Anja ein paar gute Tips geben würde, als jetzt diese Anfrgae von ihr erneut in Befindlichkeitsstörungen ausarten zu lassen.

VG

lorenz

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (12.11.2008, 21:44)
LOFI (Moderator) hat geschrieben:
Das hat mit Streichelzoo nix zu tun, aber man kann Kritik so oder so rüberbringen


Siehste ... genau deshalb habe ich jetzt Probleme, überhaupt eine Kritik an einem Text zu verfassen. Weil ich im Text genau das und genau so kritisieren würde, was und wie ich es für richtig halte. Da dies aber hier zu massiven Problemen (in Form von ausufernden Diskussionen gegen mich) führt, lasse ich es zum Schutz meiner Nerven lieber bleiben.

Alle anderen sind natürlich aufgefordert, eine umfassende und qualitätiv hochwertige Kritik zu verfassen, die der Mehrheitsmeinung bzgl. Ausdrucksweise, Empathie etc. pp. usw. entspricht. Ich bin noch immer ganz gespannt darauf, wie so etwas aussieht, den Finger in alle offene Wunden zu legen, ohne dabei weh zu tun (denn genau darüber reden wir hier).

Also: Hau rein! Mach den Anfang! thumbbup

LG
Siegfried
Zuletzt geändert von Siegfried am 12.11.2008, 21:53, insgesamt 1-mal geändert.

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (12.11.2008, 21:52)
@ Anja1989

anja1989 hat geschrieben:
warum gibt ihr mir denn keine Rückmeldung? :(
Ich würde echt gerne wissen was ich besser machen kann.


Der Grund, dass ich dir keine Rückmeldung liefere, liegt schlicht im Beißreflex einiger Leute hier, die dir - ob gewünscht oder nicht - als Verteidiger zur Seite springen und dich vor mir (bzw. meiner gefühlsverletztenden Textkritik) zu schützen glauben müssen.

Es liegt also nicht an dir und auch nicht an deinem Text. Es liegt an den Folgen, die eine Textkritik für den Kritiker nach sich zieht.

LG
Siegfried

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Nedea
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Re:

von Nedea (12.11.2008, 22:32)
hi, ich auch ^senf^dazugeben...

Ich schließe mich in sofern den Vorrednern an, das da zu viele Namen auf einem einprasseln...hab sie einfach überlesen...

Spannung...ist schon dabei, aber ich konnte mir irgendwie das Grinsen nicht verkneifen....dachte wohl selbst an so manchen Streich, oder Fehltritt...

Ansonsten ist, bis auf ein paar Satzumstellungen und die üblichen kleinen fehler, soweit alles i.O.

Aber ich muß fährer weise dazu sagen, das ich nicht wirklich Kritik üben kann...bin kein Profi.

anja1989
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Re:

von anja1989 (13.11.2008, 01:21)
ach sigfried gib mir doch bitte auch eine kritik cheezygrin
an alle anderen, vielen dank für eure kritik. Ihr habt recht, es treten zu viele namen auf :(
problem ist nur, dass ich jeden der personen später brauche. Wie also kann ich von anfang an dem Leser die personen näher bringen? Hab darüber nachgedacht ob ich es im prolog mache...
nur noch zu info: in der geschichte geht es weder um sowas wie in "ich weiß was du letzten sommer getan hast" oder irgend welche Jugendstreiche, eig geht es darum, dass liebe krank macht. Es geht um diese Jacky die später an einer zwangsstörung erleidet. Das finde ich ist ein ernstes thema.
Naja aber trotzdem vielen dank für die tipps, thumbbup

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (14.11.2008, 15:22)
anja1989 hat geschrieben:
ach sigfried gib mir doch bitte auch eine kritik cheezygrin


Zunächst erst einmal dies: Den ersten Satz deiner Geschichte finde ich, sehr gut sogar. Genau so stelle ich mir den Einstieg in eine Erzählung vor: Zack, Knüppel auf den Kopf, Leser in die Geschichte gezogen. So muss das sein. Viele andere beginnen mit Wetter oder Landschaft, was zu einem langsamen, trägen und leider oft langweiligen Anfang führt.

Wie gesagt: Das ist richtig gut. Leider aber der Rest nicht. Die Struktur der Szene funktioniert nicht, der Spannungsbogen bricht eklatant zusammen, die Personen verhalten sich unlogisch, die Motivation der Leute ist unklar, eine Vielzahl von guten Möglichkeiten für eine spannende Story wird vergeben.

Der Anfang der Geschichte funktioniert also nicht. Warum? Weil dem Leser keine Chance gegeben wird, sich in Zeit und Ort einzufinden und das in der Szene benutzte Personal kennen zu lernen.

Wir befinden uns in einem Fahrzeug, das als „Kleinbus“ bezeichnet wird. Dieser Begriff deutet stark auf eine deutsche Szenerie hin, während die benutzten Namen in Richtung USA (bzw. einem anderen englisch sprechenden Land) weisen. In den USA wäre der Begriff „Van“ zutreffender (ein Van ist Fahrzeug mit drei meist durchgehenden Sitzbänken mit bis zu 9 Plätzen – genaueres dazu siehe Wikipedia).

Die Aussage, sie dürften niemals ihren Führerschein machen, wenn die Polizei sie erwischt, deutet darauf hin, das keiner der Leute im Auto einen Führerschein besitzt. Sofern die Handlung in den USA spielt, wären damit alle Autoinsassen etwa 15 Jahre alt (in den USA ist der Autoführerschein ab 15 Jahren möglich). Allerdings spricht der Verzehr von Dosenbier wiederum gegen die USA, da der Kauf von Alkoholika wie Bier durch Jugendliche dort erheblich schwieriger ist als hier in Deutschland.

Mir als Leser fällt es also extrem schwer, die Handlung einem Ort bzw. einem Land zuzuordnen bzw. die handelnden Personen in der Szene altersmäßig zu bestimmen.

Problematisch ist auch die gedankliche Zuordnung der Personen im Auto. Wer sitzt wo und macht gerade was?

Klar ist, dass Benny fährt und Thomas neben ihm auf dem Beifahrersitz Bier trinkt. Ob noch eine dritte Person vorne sitzt, lässt sich nicht erkennen. Auf der zweiten Sitzbank sitzen nach meinem Verständnis gleich vier Leute: die „Ich“-Erzählerin Jacky, Amy, Mike und Catherine. Mike sitzt vermutlich an der Seite, da er stoisch aus dem Fenster starrt. Auf der hinteren Bank befinden sich Katie und Daniel, die beide schlafen.

Diese Sitzkonstellation lässt sich aber nur mit sehr viel Mühe aus den Beschreibungen herauslesen. Letztlich ist sie eine Vermutung und bleibt unklar.

Im Wagen selbst herrscht ein chaotisches Durcheinander. Offenbar fährt Benny in einem halsbrecherischen Stil mit maximaler Geschwindigkeit durch die Nacht (und das ohne Fahrkenntnisse, denn er hat ja keinen Führerschein! Da runzel ich das erste Mal die Stirn). Amy, in Todesangst völlig aufgelöst, schreit ihre Furcht heraus und brüllt Benny aus Leibeskräften an. Dies tut sie aber offenbar so leise, dass davon Katie und Daniel nicht im Geringsten in ihrem Schlaf gestört werden (bei mir schieben sich wegen dieser Logik die Augenbrauen zusammen).

Benny reagiert auf Amys Schreien mit einem Spruch und dreht offenbar das Autoradio bis zum Anschlag auf. Jedenfalls so laut, dass es der Ich-Erzählerin Jacky in den Ohren dröhnt (und nicht „pocht“ – das ist etwas ganz anderes). Im Bus wird gebrüllt – von Amy und Benny -, die Rolling Stones dröhnen mit 90 Dezibel, der Wagen rast derart holpernd und schlingernd über die Landstraße, was die Insassen auf der zweiten Bank in Todesangst versetzt, und Katie und Daniel schlafen weiter den Schlag der Gerechten. Spätestens an der Stelle bekomme ich als Leser arge Zweifel, ob die Autorin ihre Figuren und ihre Szenerie im Griff hat (bzw. sauber durchdacht hat).

Noch unlogischer wird es in den nächsten Zeilen. Mindestens zwei der Insassen, nämlich Amy und die Ich-Erzählerin Jacky, stehen Todesängste aus. Und was tun sie? Die eine, Jacky, ergibt sich in ihr Schicksal, die andere, Amy, spielt mit ihren Handy herum. Und die dritte im Bunde namens Catherine schließt die Augen und döst vor sich hin.

Hallo? Wie bitte?

Da wird von der Autorin ein handfester Konflikt zwischen ihren Figuren aufgebaut, da haben mindestens zwei Todesangst – und dann löst sich der Konflikt in Wohlgefallen auf? Wie geht denn so was?

Statt den Streit im Fahrzeug zwischen den Leuten eskalieren zu lassen, wird plötzlich der ganze Dampf herausgenommen. Wie reagieren Jugendliche um die 15 oder 16, wenn ihnen so richtig die Flatter geht und sie kurz vor der Panik stehen? Entwickeln sie eine Art Fatalismus nach dem Motto „Wenn ich lange genug dem Fahrer zuschaue, dann wird schon nichts passieren“? Das ist – gelinde gesagt – ziemlicher Käse.

Wesentlich nachvollziehbarer wäre es, wenn der Streit im Fahrzeug weiter eskalieren würde. Wenn sich mehr Leute einmischen, unterschiedliche Positionen einnehmen – die einen auf Amys Seite, die anderen auf Bennys – und dadurch eine Unaufmerksamkeit beim Fahrer ausgelöst wird, die dann Ursache für den Unfall ist. Denn auch und gerade in Romanen gilt das Prinzip von Ursache und Wirkung. Ich persönlich glaube jedenfalls nicht, dass bei so einer Teufelsfahrt durch die Nacht die Leute samt und sonders irgendwann in die Polster sinken und schlafen.

Also: Lass die Situation eskalieren! Bring die Szenerie im Auto zum Kochen! Überleg dir, wie Amy reagieren wird, wenn sie Benny nicht davon abhalten kann, weiterhin auf Teufel komm raus zu fahren. Wie sie panisch wird, weil sie sich in Gedanken jeden Moment an einen Baumstamm wiederzufinden glaubt. Wie sie mit ihrer Panik die anderen ansteckt.

Das erst einmal zum Einstieg in die Szene. Der zweite Teil der Szene ist leider nicht minder konfus aufgebaut.

Wie aus dem Nichts kommt es zum Unfall. Ein Schatten, ein Schrei, ein Schlag. Danach das Chaos – nicht nur am Unfallort, auch in der Art und Weise, wie die Szene erzählt wird.

Zunächst einmal frage ich mich, wie es zu dem Unfall kommen konnte. Hat Benny geschlafen? Waren die Scheinwerfer aus? Ist der Mann absichtlich vor das Auto gesprungen? Die Kernfrage ist: Warum hat Benny den Mann nicht gesehen – Jacky hingegen doch, wenn auch zu spät?

Verschenkt wird die Situation direkt nach dem Unfall. Wie reagieren Jugendliche, wenn sie in einen Unfall verwickelt werden? Was für Gefühle entwickeln sie in diesem Moment? Angst, Furcht, die Hoffnung, doch nur ein Reh oder ein Wildschwein erwischt zu haben? Nichts davon findet in der Geschichte statt. Einige werden träge wach, Benny springt aus dem Auto, um das Unfallopfer im Scheinwerferlicht zu betrachten.

Im Scheinwerferlicht?

Wenn ein größeres Fahrzeug eine Person mit hoher Geschwindigkeit trifft, wird das Unfallopfer meist zur Seite geschleudert. Selbst bei einer Vollbremsung braucht ein Auto etwa 30 bis 40 Meter, bis es zum Stehen kommt. Der Mann müsste also entweder irgendwo am Straßenrand oder auf der Straße liegen, auf jeden Fall aber hinter dem Auto. Die Leiche im Scheinwerferlicht funktioniert nicht.

Ebenfalls funktioniert das Verhalten der Jugendlichen nicht. Denn wer hat Schuld am Unfall? Ausschließlich Benny. Er ist gefahren, alle anderen haben geschlafen, von Jacky mal abgesehen. Warum Benny behauptet, er hätte keine Schuld, ist für mich nicht nachvollziehbar. Genau an dieser Stelle rächt sich, dass die Streitigkeiten im Auto zwischen den Leuten sang- und klanglos eingeschlafen sind.

Nicht nachvollziehbar sind dann die ganzen Aktionen danach. Die Leiche wird in den Kofferraum gepackt und entsorgt – und es gibt keinen Streit und keinen Konflikt darüber zwischen den Leuten. Wieso eigentlich nicht? Warum sind alle so schnell damit einverstanden, den Toten zu entsorgen und der Polizei nichts zu erzählen? Insbesondere bei jenen, die die ganze Zeit geschlafen haben und erst jetzt eine Straftat begehen würden? Oder jener Mike, der als vernünftig vorgestellt wurde und „nie auf solche schwachsinnigen Ideen“ kommen würde, aber kein Wort zur Beseitigung des Toten sagt.

Völlig unglaubwürdig wird Benny in seinem Charakter am Ende der Szene, wo er mit der goldenen Uhr wedelt. Am Anfang war er Mister Obercool, der ohne Führerschein mit dem Auto eine rasende Fahrt hinlegt, dann nach dem Unfall ein winselndes Häufchen Elend ist und am Ende wieder den den locker-flockigen Sprücheklopfer mimt. Sorry, aber das kaufe ich dem Benny – und der Autorin – einfach nicht ab.

Wie wäre die Szene zu retten?

Der Einstiegssatz sollte beibehalten werden, den finde ich einfach gut. Den Streit zwischen Benny und den anderen würde ich eskalieren lassen, so dass sich bereits in den ersten Absätzen eine Gruppenbildung abzeichnet. Und wo deutlich wird, wer das Sagen hat.

Der Streit im Auto müsste so gestaltet werden, dass jeder (und das ist wichtig!) irgend eine wichtige Rolle darin spielt. Ziel ist es, dass jeder jedem am Ende Vorwürfe machen kann, zumindest Teilschuld am Unfall zu haben: Benny rast durch die Nacht, Amy bekommt die Panik und schreit herum, Thomas macht sich lustig über sie, was die Stimmung nur weiter anheizt, Amy attackiert daraufhin Thomas, was Mike und Jacky unterbinden wollen, Amy wehrt sich, tritt gegen Jacky, Thomas und Mike kriegen sich in die Wolle, Jacky wird von Amy zurückgestoßen und prallt heftig gegen den Bennys Fahrersitz, wodurch das Auto ins Schlingern kommt, Amy wird noch panischer und zerrt an Bennys Arm bzw. an seinen Haaren, alle versuchen irgendwie, die Panik in den Griff zu bekommen, Benny wird abgelenkt – und genau da macht es RUMMS!

Als das Auto zum Stehen kommt, herrscht stummes Entsetzen im Auto. Jeder hofft, dass das nur ein Reh oder Wildschwein war. Nur ganz zögerlich steigen die Jugendlichen aus. Nach einiger Zeit finden sie den Toten. Jeder macht jedem Vorwürfe. Die Gruppe spaltet sich. Auf der einen Seite die Gruppe um Benny, auf der anderen die um Jacky. Nun baut Benny ein Drohszenario auf, mit der er die Gruppe um Jacky so unter Druck setzen kann, dass die auf den Anruf bei der Polizei verzichtet (das muss sehr genau durchdacht sein). Benny zeigt seine dunklen Charaktereigenschaften und überzeugt die anderen, die Leiche verschwinden zu lassen. Damit hat er die Gruppe insgesamt unter Kontrolle, weil die durch die Beseitigung des Toten ihre Mitschuld am Unfall eingesteht.

Die Handlung würde ich bis zum Unfall ausschließlich im Inneren des Wagens spielen lassen. Alle Andeutungen und Beschreibungen, die auf Dinge außerhalb des Wagens zeigen, würde ich rauswerfen. Kein Mondlicht, keine Nacht, keine Straße, die sich gabelt (bitte nicht „spaltet“), keine Bäume mit merkwürdigem Schattenwurf, keine entgegenkommenden Fahrzeuge. Das Auto ist die Grenze, in dem eine klaustrophobische Atmosphäre aufkommen muss.

Dann solltest du sehr genau die Charaktereigenschaften deiner Personen bestimmen. Was für ein Charakter ist Benny, ist Jacky, ist Amy, ist Thomas usw.? Was wollen die einzelnen Personen? Warum verhalten sie sich so, wie sie sich verhalten? Wer ist eine Führungsfigur, wer nur ein Mitläufer? Wer lässt sich leicht beeinflussen und warum? Welche Rolle spielen sie überhaupt in der Szene? Mir ist nicht klar geworden, warum Katie und Daniel in dieser Szene überhaupt auftauchen und welche Bedeutung sie haben.

Und dann vor allem: Viel tiefer in die Gefühlswelt der Jugendlichen hinein. Momentan kratzt du noch nicht einmal an der Oberfläche. Wenn Amy in Panik gerät, wie sieht das aus? Was macht Amy außer im Auto herumzubrüllen? Panik kann man nicht nur im Licht des Armaturenbretts sehen, man kann Panik auch fühlen (etwa wenn sich jemand an meinem Arm festkrallt oder mir auf die Füße oder gegen das Schienbein tritt), vermutlich kann man Panik auch riechen in der Dunkelheit.

Was an sprachlichen Mängeln in dem Text auftaucht, stelle ich erst einmal zur Seite, weil die Szene von ihrer Grundstruktur her nicht funktioniert. Das zu klären ist erst einmal wichtiger als sprachliche Kinken.

Auf einen Punkt muss ich aber noch zu sprechen kommen. In deiner Aufforderung an mich, doch eine Kritik zu verfassen, schreibst du:

in der geschichte geht es weder um sowas wie in "ich weiß was du letzten sommer getan hast" oder irgend welche Jugendstreiche, eig geht es darum, dass liebe krank macht.

Wenn das dein Thema ist, dann ist der von dir vorgestellte Text als Anfangsszene denkbar unbrauchbar. Denn mit diesem ersten Kapitel schickst du deine Leser in eine ganz andere Erwartungshaltung. Nach dem hier vorgestellten Text dürfte es um die Vertuschung einer Straftat, um die charakterlichen Veränderungen bei Jugendlichen in Folge des Unfalls, um einen gruppendynamischen Prozess innerhalb der Gruppe, vielleicht auch um die Eskalation von Gewalt innerhalb der Gruppe gehen. Aber ein Thema wie „Liebe macht krank“ (übrigens eine sehr allgemein gehaltene Aussage und deshalb als Prämisse für einen Roman nicht unbedingt brauchbar) hätte ich nach dieser Eröffnungsszene nie und nimmer vermutet.

Wenn der Unfall die Ursache für die Aussage „Liebe macht krank“ darstellt, dann darf der Unfall niemals am Anfang der Geschichte stehen. Der Unfall ist das Geheimnis, das sich hinter der krank machenden Liebe verbirgt. Die Begründung dafür, dass aufkeimende Liebe bei der Hauptfigur deines Romanes zu Krankheiten oder psychisch bedingten Defekten führt. Der Leser will das Geheimnis langsam im Laufe der Handlung entschlüsselt bekommen. Wenn du also tatsächlich einen Roman mit der Aussage „Liebe macht krank“ schreiben willst, dann ist das hier der völlig falsche Anfang dafür.

LG
Siegfried

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