noelle - Prolog

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Bitte beurteilt meinen Prolog nach deutschen Schulnoten.

Umfrage endete am 27.11.2008, 13:34

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Abstimmungen insgesamt: 13

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hawepe
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Re: Prolog

von hawepe (14.11.2008, 16:40)
Hallo Siegfried,

Siegfried hat geschrieben:
P.S.: Mehr als dieser sprachlich unzulängliche Satz (so etwas kann immer mal jemandem passieren) überrascht mich, dass niemand hier solche Schwachpunkte bemängelt. Nehmt ihr es in Texten einfach hin? Ist es euch egal, wenn ihr so etwas lest? Oder sagt ihr tatsächlich, das es gut und lesbar sei?


Warum sollte ich dazu etwas schreiben? Ersnthafte Kritik ist hier höchst selten erwünscht.

Okay, Rechtschreibung und Zeichensetzung werden häufiger angesprochen, aber die Texte "an sich" sind per Definition fast immer gut - mal weil die Idee gut ist, mal weil es gute Ansätze gibt, mal weil es vom Herzen kommt, mal ...

So ist dann auch nur eine Verschörung der Verlage, fehlendes Vitamin B junger Autoren, die Ignoranz der Buchhändler und, und, und schuld, wenn es mit den Verlagsveröffentlichungen nicht so ganz klappt. Dass es auch an den Texte liegen könnte, kommt in den Diskussionen selten als Idee vor.

Textkritiken machen Arbeit, sehr viel Arbeit sogar, wie du selbst gut genug weißt. Also überlege ich es mir sehr genau, ob ich die Zeit opfere, zumal ich Anfang der Woche ganz spontan ein neues Buch angefangen habe.

So beschränke ich mich auf Textdiskussionen per PN oder Mail. Das ist deutlich effektiver und nervenschonender.

Beste Grüße,

Heinz.

anja1989
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Re:

von anja1989 (14.11.2008, 17:48)
ja, es geht um etwas Psychologisches und zwar aus eigener Erfahrung.

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Siegfried
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Re: Prolog

von Siegfried (14.11.2008, 18:54)
hawepe hat geschrieben:
Warum sollte ich dazu etwas schreiben? Ersnthafte Kritik ist hier höchst selten erwünscht.


Wem sagst du das ...
Und wenn man sich mal die Mühe macht, dann "stinkt es" jemandem ganz erheblich. Bisher habe noch von keinem, der an Kritiken irgendwelche Duftkomponenten sucht, eine qualitativ brauchbare und umfangreiche Textbeurteilung gelesen (was ich durch die Frage, warum denn niemand auf solche offensichtlichen Schwachstellen wie jener Satz im Text reagiert, ansprechen wollte)

hawepe hat geschrieben:
Okay, Rechtschreibung und Zeichensetzung werden häufiger angesprochen, aber die Texte "an sich" sind per Definition fast immer gut - mal weil die Idee gut ist, mal weil es gute Ansätze gibt, mal weil es vom Herzen kommt, mal ...


Du bringst es auf den Punkt.

hawepe hat geschrieben:
Textkritiken machen Arbeit, sehr viel Arbeit sogar, wie du selbst gut genug weißt. Also überlege ich es mir sehr genau, ob ich die Zeit opfere,


Das ist der Punkt, der mich einerseits traurig macht (weil diese Arbeit hier keine Wertschätzung findet), andererseits ich mich immer frage, welches Selbstverständnis die Leute haben, die sich Autor / Autorin nennen. Literarisches Schreiben ist nicht vergleichbar mit dem Aufsatz in der Schule "Mein schönstes Ferienerlebnis", aber anscheinend denken viele offenbar so.

hawepe hat geschrieben:
So beschränke ich mich auf Textdiskussionen per PN oder Mail. Das ist deutlich effektiver und nervenschonender.


... was ein Verlust, wenn nicht sogar ein Schaden für alle ist.

LG
Siegfried

LOFI

Re: Prolog

von LOFI (14.11.2008, 18:58)
Siegfried hat geschrieben:
andererseits ich mich immer frage, welches Selbstverständnis die Leute haben, die sich Autor / Autorin nennen.


Ihr eigenes, und das bleibt einfach zu akzeptieren, auch wenn du das als noch so unprofessionell ansiehst.

VG

lorenz

anja1989
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Re:

von anja1989 (14.11.2008, 19:02)
Hallo Siegfried,

ich schätze deine Kritik, es freut mich dass du dir die Arbeit machst meine Texte durchzulesen.
Wie geschrieben, ich habe großen Respekt vor deiner Kritik in meiner anderen Geschichte. thumbbup
Nur, es ist eben nicht in Ordnung, dass du die Meinungen der anderen kritisierst.
Jeder hat seine eigene Meinung und das ist besser so.

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (14.11.2008, 19:26)
anja1989 hat geschrieben:
Nur, es ist eben nicht in Ordnung, dass du die Meinungen der anderen kritisierst.
Jeder hat seine eigene Meinung und das ist besser so.


Klar kann jeder seine eigene Meinung habe - nur sollte er oder sie dann auch seine Meinung begründen können. Ich schreibe ja auch nicht: Ich finde den Text schlecht und Punkt. Ich versuche immer, meine Meinung so ausführlich wie möglich zu begründenl. Gleiches würde ich gerne von jenen lesen, die Texte als gut bezeichnen.

Warum gefällt mir dieser Text? Was finde ich daran gut und warum?

Deshalb mal die Frage an all jene, die den Text gut finden: Warum? Was im Detail fasziniert euch so, dass ihr die Mängel nicht zur Kenntnis nehmt bzw. die Mängel nicht ansprecht?

Und kommt mir nicht mit dem Satz: Ich finde den Text gut, weil ich ihn gut finde ...

Wenn ihr den Text spannend findet ... okay, aber warum? Was ist da spannend? Was löst bei euch diese Spannung aus?

LG
Siegfried

LOFI

Re:

von LOFI (14.11.2008, 19:38)
Siegfried hat geschrieben:
Und kommt mir nicht mit dem Satz: Ich finde den Text gut, weil ich ihn gut finde ...


Es bleibt dabei. Du musst schon jedem selbst überlassen, wie er urteilt und wieviel, ob er begründet oder nicht, und es steht keinem zu, das als "ungültig", unprofessionell o.ä. abzuwürgen.

Und jeder, soweit ich das lesen konnte, hat hier begründet, warum er den Text in manchen Punkten gut findet, und wenn es nur kurz ist, was solls?
Wir sind hier alles keine Deppen, die sich nichts dabei denken, wenn sie über was urteilen, nur weil sie nicht so professíonell argumentieren wie du, was ja keine Schande ist.

G

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Siegfried
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Re: Prolog

von Siegfried (14.11.2008, 20:54)
LOFI (Moderator) hat geschrieben:
Siegfried hat geschrieben:
andererseits ich mich immer frage, welches Selbstverständnis die Leute haben, die sich Autor / Autorin nennen.


Ihr eigenes, und das bleibt einfach zu akzeptieren, auch wenn du das als noch so unprofessionell ansiehst.


Professionell oder unprofessionell, darum geht es doch nicht. Die Frage, die sich jeder stellen soll, ist doch:

Will ich schreiben - oder will ich gut schreiben?

Will ich für das Veröffentlichen meiner Texte zwischen zwei Buchdeckeln weiterhin bezahlen - oder will ich es bezahlt bekommen?

Will ich mich weiterhin mit dem Verkauf meiner Bücher herumquälen, Flyer produzieren, auf der Homepage werben, Buchhandlungen abklappern und den Postversand eigenhändigen abwickeln - oder will ich das nicht lieber der Marketingabteilung eines Verlages überlassen und mich auf das Wichtige konzentrieren?

Die Frage ist also, was ich erreichen will, welches Ziel ich habe. Wer nicht den Wunsch hat, wenigstens einmal ein Buch bei einem richtigen Verlag unterzubringen, okay ... der soll seine Werke weiterhin selbstfinanziert veröffentlichen. Wem das reicht, gut. Der braucht keine Hilfe, was Schreibtechnik, Arbeitsmethoden, dramaturgische Logik, Handlungsaufbau, sprachlicher Ausdruck angeht. Der soll so schreiben, wie er es für richtig hält. Und gut ist's.

Wer aber den Traum lebt vom eigenen Buch bei einem richtigen Verlag, der muss an seiner Schreiberei arbeiten. Der sollte sich Gedanken um sein Selbstverständnis machen. Und da ich davon ausgehe, dass hier die allermeisten diesen Traum träumen, wundere ich mich über genau dieses Selbstverständnis. Locker vom Hocker rein bei Rowohlt, Heyne, Goldmann, genau das geht eben nicht.

Also: Wollen wir bei den großen Jungs mitspielen oder nicht?

LG
Siegfried

LOFI

Re: Prolog

von LOFI (14.11.2008, 21:09)
Siegfried hat geschrieben:
Wem das reicht, gut. Der braucht keine Hilfe, was Schreibtechnik, Arbeitsmethoden, dramaturgische Logik, Handlungsaufbau, sprachlicher Ausdruck angeht. Der soll so schreiben, wie er es für richtig hält. Und gut ist's.


Und genau diese Akzeptanz würde ich mir hier wünschen.

Siegfried hat geschrieben:
Wer aber den Traum lebt vom eigenen Buch bei einem richtigen Verlag, der muss an seiner Schreiberei arbeiten. Der sollte sich Gedanken um sein Selbstverständnis machen. Und da ich davon ausgehe, dass hier die allermeisten diesen Traum träumen, wundere ich mich über genau dieses Selbstverständnis. Locker vom Hocker rein bei Rowohlt, Heyne, Goldmann, genau das geht eben nicht.


Es ist eben ein Traum, und man muss sich nicht wundern, denn ein Traum muss nicht unbedingt in Erfüllung gehen wollen, sondern für viele reicht es schon, ihn als reine Triebfeder für ihr Tun anzusehen, und eben soweit zu kommen, wie man kommt.

VG

Lorenz

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Siegfried
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Re: Prolog

von Siegfried (14.11.2008, 23:19)
LOFI (Moderator) hat geschrieben:
Siegfried hat geschrieben:
Wem das reicht, gut. Der braucht keine Hilfe, was Schreibtechnik, Arbeitsmethoden, dramaturgische Logik, Handlungsaufbau, sprachlicher Ausdruck angeht. Der soll so schreiben, wie er es für richtig hält. Und gut ist's.


Und genau diese Akzeptanz würde ich mir hier wünschen.


cheezygrin cheezygrin cheezygrin cheezygrin cheezygrin

Klasse!

Der braucht keine Hilfe, was Schreibtechnik, Arbeitsmethoden, dramaturgische Logik, Handlungsaufbau, sprachlicher Ausdruck angeht.
&
Und genau diese Akzeptanz würde ich mir hier wünschen.


Damit ist dann ja alles geklärt! Also keine weitere Hilfe. Erleichtert die Sache ungemein. cheezygrin cheezygrin cheezygrin
(Aber wozu dann diese Wünsche um Kritik am eigenen Text, wenn Hilfe nicht gewollt ist?)

LG
Siegfried

LOFI

Re: Prolog

von LOFI (15.11.2008, 08:59)
Siegfried hat geschrieben:
LOFI (Moderator) hat geschrieben:
Siegfried hat geschrieben:
Wem das reicht, gut. Der braucht keine Hilfe, was Schreibtechnik, Arbeitsmethoden, dramaturgische Logik, Handlungsaufbau, sprachlicher Ausdruck angeht. Der soll so schreiben, wie er es für richtig hält. Und gut ist's.


Und genau diese Akzeptanz würde ich mir hier wünschen.


cheezygrin cheezygrin cheezygrin cheezygrin cheezygrin

Klasse!

Der braucht keine Hilfe, was Schreibtechnik, Arbeitsmethoden, dramaturgische Logik, Handlungsaufbau, sprachlicher Ausdruck angeht.
&
Und genau diese Akzeptanz würde ich mir hier wünschen.


Damit ist dann ja alles geklärt! Also keine weitere Hilfe. Erleichtert die Sache ungemein. cheezygrin cheezygrin cheezygrin
(Aber wozu dann diese Wünsche um Kritik am eigenen Text, wenn Hilfe nicht gewollt ist?)

LG
Siegfried


Das eine schließt das andere nicht aus, es ist doch so einfach:

Kritik nach deiner Art: erwünscht!
Die Meinung Anderer: ebenfalls erwünscht!
Koexistenz und gut is!!! Ist das denn so schwer zu kapieren?
Ich denke nicht.

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Siegfried
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Re: Prolog

von Siegfried (15.11.2008, 13:46)
LOFI (Moderator) hat geschrieben:
Kritik nach deiner Art: erwünscht!


Da habe ich einen anderen Eindruck:

Dozen-Roses hat geschrieben:
Es gibt Menschen, die müssen scheinbar immer und überall rumkrakeelen und meckern. An allem herumnörgeln.

Also, deine Art stinkt mir gewaltig. Dass muss ich hier einfach mal loswerden. :twisted:


LG
Siegfried

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hawepe
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Re: Prolog

von hawepe (15.11.2008, 13:50)
Hallo Siegfried,

Siegfried hat geschrieben:
Damit ist dann ja alles geklärt! Also keine weitere Hilfe. Erleichtert die Sache ungemein. cheezygrin cheezygrin cheezygrin
(Aber wozu dann diese Wünsche um Kritik am eigenen Text, wenn Hilfe nicht gewollt ist?)


Warum ist denn hier immer wieder zu lesen, dass sich bewusst für Book on Demand entschieden wurde, damit kein Verlagslektor im Manuskript herumfuhrwerken kann?

Und warum entscheiden sich denn so viele Autoren für DKZV, wenn nach Freunden, Bekannten, Familie auch noch der DKZV das Manuskript in höchsten Tönen lobt?

Leider weiß ich nicht mehr, wer das gesagt hat: Lobe deine Feinde und kritisiere deine Freunde (oder so ähnlich).

Falls du ein Autorenforum kennst, in dem man mit negativer Kritik nicht aneckt, kannst du mir das gerne mal per PN verraten. Ich habe bisher keine solche Foren gefunden.

Beste Grüße,

Heinz.

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cosmopolit
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re.Prolog

von cosmopolit (15.11.2008, 14:05)
Lofi (Moderator) hat folgendes geschrieben:
Das eine schließt das andere nicht aus, es ist doch so einfach:

Kritik nach deiner Art: erwünscht!
Die Meinung Anderer: ebenfalls erwünscht!
Koexistenz und gut is!!! Ist das denn so schwer zu kapieren?
Ich denke nicht.


Genau miteinander nicht gegeneinander
Erwachsen wirst du nicht mit dem alter,sondern erst dann wenn du die Fehler zuerst bei dir suchst. http://uae-alfred.blogspot.com/

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haekelschwein
Beiträge: 122
Registriert: 08.11.2008, 21:46

Re: Grundsatzdiskussion

von haekelschwein (17.11.2008, 00:59)
Ich denke, es gibt zwei Motivationen, einen Text hier im Forum zu posten:

1)
Zum einen freut man sich natürlich über Lob, denn das gibt einem Auftrieb und erhöht den Spaß am Schreiben.

Wenn man aber feststellt, dass diejenigen, die sich lobend äußern, dies bei jedem x-beliebigen Text tun, und sei er noch so dürftig, dann wird man diese Laudes nicht mehr als so schmeichelhaft empfinden, sondern als irrelevant. Ein Lob ist nur dann wertvoll, wenn es von jemandem kommt, der auch tadeln kann. Genau deshalb sind unsere Freunde und Familie so schlechte Ratgeber, was die eigene Schreibkunst betrifft: Sie wollen uns nicht verletzen oder finden schon deshalb alles toll, weil sie uns gern haben.

Wenn man einen Text gut findet, sollte man das sagen. Aber ein richtig tolles Lob wird es erst dadurch, dass man an anderer Stelle gezeigt hat, dass man auch schlechte Texte zu kritisieren weiß.

Loben ist immer einfacher als Bemängeln. Man braucht es nicht so genau begründen, weil der Gelobte selten nachfragt, womit er das verdient habe - der Kritisierte hingegen schon.

2)
Die zweite Motivation, hier seinen Text zu veröffentlichen, liegt darin, endlich einmal eine objektive Beurteilung zu erhalten. Von Leuten, die einen nicht persönlich kennen, die einen weder lieben noch hassen noch Geld an einem verdienen.

Wo hat man diese Möglichkeit sonst schon, wenn nicht in solchen teilanonymen Internetforen? Selbst in Schreibwerkstätten trauen sich die anderen Teilnehmer vielleicht nicht, einem die Wahrheit ins Gesicht zu sagen, sondern lassen einen lieber in dem Gefühl, der Text sei besser als er ist, weil es eben immer eine psychologische Belastung ist, einen anderen Menschen zu kritisieren und damit zu riskieren, dass man ihn verletzen könnte.

Die zweite Motivation ist also eine, die man außerhalb eines Forums selten befriedigt bekommt. Deshalb wäre es besonders schade, wenn gerade in einem solchen Forum Kritik als unschön oder Stimmungskiller empfunden würde.


Voraussetzung ist natürlich immer, dass die Kritik konstruktiv geübt wird. Ich halte nicht viel davon, jemanden zu sagen, dass er überhaupt nicht schreiben könne und es lieber sein ließe. Das Ziel von Kritik kann nicht sein, nur Bestsellerautoren hervorzubringen, sondern nur, jeden zu einem besseren Schreiber zu machen als er es vorher war. Es sollte mehr um relative Verbesserungen, nicht um absolute Qualitätsmaßstäbe gehen. Viele werden bei einem großen Verlag nie eine Chance haben, aber trotzdem kann es nicht Sinn der Sache sein, ihnen das Schreiben durch Kränkungen zu verleiden, sondern man muss ihnen ihre Optimierungsmöglichkeiten motivierend aufzeigen, damit sie im Endeffekt bessere Bücher schreiben als sie es ohne die Kritik getan hätten, wenn man ihre verbesserungswürdige Prosa nur unkritisch gelobt hätte.

Ein Gleichnis:

Wenn man einen unsportlichen Freund hat, der für einen Marathon trainiert, indem er Sportsendungen im TV guckt und Vitaminpillen schluckt, dann kann man seine tolle Vorbereitung loben und ihm freudestrahlend bestätigen, dass er den Lauf bestimmt durchhalten werde. Aber spätestens am Wettkampftag wird man ihn nach zwei Kilometern zusammenbrechen sehen. Wenn man ihn stattdessen auffordert, seinen Hintern vom Sofa zu erheben und ihn täglich zwei Runden durch den Stadtpark jagt, wird man sich zwar sein Gejammer anhören müssen, aber er wird den Marathon erst nach zwanzig Kilometern aufgeben - hat ihn damit zwar immer noch nicht geschafft, ist nun aber ein sportlicherer, gesünderer Mensch als vorher.

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