Gutschein bei Tchibo

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MW
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Re:

von MW (27.11.2008, 11:28)
wie viele neuveröffentlichungen gibt es jedes jahr? 50.000? 80.000? 200.000? auf jeden fall eine waaaaahnsinnsmenge. ich denke, die tchibo-mehrschreiber werden da wohl kaum ins gewicht fallen.

schon längst steht jedes buch einem ganzen bücherwald entgegen und hat es schwer sich zu behaupten ... trotzdem: ein gutes buch (was auch immer das sein soll) wird sich auch durchsetzen ... egal ob BOD oder nicht.

und machen wir uns nichts vor: das "durchsetzen am markt" hat auch nicht immer etwas mit qualität zu tun, sondern jede menge mit vermarktungbudget (mal vorsichtig ausgedrückt).

fazit: mir ist es im grunde völlig wurscht, wo mein buch gedruckt ist. entweder es gefällt oder nicht. und da die zahl der jährlichen buchveröffentlichungen meinen aktiven wortschatz übersteigt, brauche ich mir auch keine gedanken darüber machen, ob nun noch ein paar mehr bücher dazu kommen oder nicht. der markt ist ohnehin völlig unüberschaubar. da reicht es schon längst nicht mehr aus im dunkel zu winken. die kraftanstrengung muss eher in die richtung feuerwerk gehen. :lol:

LG
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Thorsten Boose

Re:

von Thorsten Boose (27.11.2008, 11:39)
MW hat geschrieben:
wie viele neuveröffentlichungen gibt es jedes jahr? 50.000? 80.000? 200.000? auf jeden fall eine waaaaahnsinnsmenge.


Marcel Reich-Ranicki hat im Interview mit Thomas Gottschalk vor einigen Wochen im ZDF dazu einen schönen Kommentar gegeben:

"Also, wissen Sie, es wird immer behauptet, dass der Buchmarkt jährlich überhäuft wird mit Hunderttausenden Publikationen, die dann auf den Buchmessen präsentiert werden. Das mag auch stimmen, aber die meisten dort präsentierten Bücher sind Ratgeber für Hebammen oder wissenschaftliche Werke für Professoren. Zieht man das alles ab, bleibt eine geringe Anzahl an Büchern, die ich zur Literatur zählen würde. Und davon gibt es hierzulande weniger als man meinen könnte . . ." (sinngemäß wiedergegeben).

Ich stimme MW zu, dass der Markt kaum übeschaubar ist. Und es wird dank BOD noch unübersichtlicher werden. Es kommt dann auf einen jeden selbst an, welche Bücher rausgefiltert werden und welche nicht.

"Die guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen . . ."

Beste Grüße,
Thorsten

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hawepe
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Re:

von hawepe (27.11.2008, 11:48)
Hallo Thorsten,

Thorsten hat geschrieben:
Es kommt dann auf einen jeden selbst an, welche Bücher rausgefiltert werden und welche nicht.


Könntest du mal beschreiben, wie du dir das vorstellst?

Der Börsenverein sprach im Rahmen der Frankfurter Buchmesse von 90.000 Neuerscheinungen in ... Ich weiß jetzt nicht mehr, ob von 2007 oder als Hochrechnung für 2008 gesprochen wurde, aber das ist auch kein wesentlicher Unterschied. Auf der nächsten oder spätestens übernächsten Frankfurter Buchmesse dürfte die 100.000 überschritten werden.

Ich kann da nur ein frohes Filtern wünschen.

Wenn ich einen praktikablen Ansatz wüsste, würde ich ihn übrigens hier nicht verraten, sondern ihn für viel, viel Geld verkaufen cheezygrin

Beste Grüße,

Heinz.

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MW
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Re:

von MW (27.11.2008, 11:52)
:-)) ich befürchte, es ist wie immer "die summe aller teile": lesungen, pressepräsenz, tv-auftritte, internetpräsenz, flyer, plakate etc. etc.

letzen endes ist das eigene buch nichts weiter als ein zu bewerbenes produkt. und je mehr geld ich in die hand nehme, desto größer ist auch die resonanz (vorausgesetzt, mein verkaufsversprechen wird durch das buch auch bewiesen)
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MW
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Re:

von MW (27.11.2008, 11:57)
noch mal zu tchibo:

ist der gutschein im prinzip der comfort-tarif? wenn ich eh alles online abwickel, habe ich also eigentlich gar keinen gewinn, oder? (außer einer beratung vielleicht) ... oder übernimmt tchibo auch die monatlichen gebühren?
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andie

Re:

von andie (27.11.2008, 12:00)
Monatliche Gebühren für ein Jahr (übernimmt BoD) und ein gedrucktes Freiexemplar.

LG, Andrea
Zuletzt geändert von andie am 27.11.2008, 12:07, insgesamt 1-mal geändert.

Thorsten Boose

Re:

von Thorsten Boose (27.11.2008, 12:03)
hawepe hat geschrieben:
Hallo Thorsten,

Thorsten hat geschrieben:
Es kommt dann auf einen jeden selbst an, welche Bücher rausgefiltert werden und welche nicht.


Könntest du mal beschreiben, wie du dir das vorstellst?


Ich glaube kaum, dass Autobiographien von Bruce Darnell, Detlef D! Soost, Gina-Lisa und wie sie alle heißen auf Dauer (damit meine ich über Jahre hinweg) bei den Menschen hierzulande ernsthaft als unterhaltende und bildende Literatur angesehen werden. Sollte das so sein, frage ich mich ernsthaft, was aus dem Land der Dichter und Denker geschehen ist. blink3

Natürlich kann ich keine Vorgehensweise zu obigem Zitat von mir präsentieren. Ich meinte damit lediglich, dass jeder Leser seinen Kopf schon vor dem Kauf benutzen sollte. Meine persönliche Vorgehensweise: Ich sehe einen Ratgeberhaufen von Bohlen "Wie werde ich reich in 10 Songs" und daneben liegt ein einziges Exemplar von Wiebke Niemandslands "Nahtodberichte und wissenschaftliche Erklärungsansätze" . . . ich würde zu Zweiterem greifen, weil ich dadurch mehr Wichtiges (!) lernen kann. Dem bin ich mir sicher.

Das klingt wieder sehr idealistisch von mir, oder? :D
Nun ja, man darf ja noch träumen dürfen.

Beste Grüße,
Thorsten

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Rainer Paul
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Re:

von Rainer Paul (27.11.2008, 12:08)
Hallo in die Runde,
also jetzt mal keine Panik wegen eines zu befürchtenden BoD-Tsunamis:
ich glaube nicht, daß unendlich viele Menschen auf diese Weise eine Publikation starten werden, wenn auch etliche sicher das eine oder andere Manuskript in der Schublade haben.
Der Ablauf mit seinen hier schon genügend diskutierten Tücken wird nochmals viele an der Vollendung ihres Buches hindern.
Ich habe mir auf der Tchibo-Seite mal die angebotenen Informationen angesehen, auch den "Film" zum Projekt. Es handelt sich dabei um die Standartversion Classic, ohne Hilfe von BoD, also auch kein besonders tolles "Schnäppchen". Da haben wir hier schon besssere Verfahren diskutiert ( z.B. erst Fun, dann wechseln zu Classic).

Was letztendlich zählt, ist doch der Verkaufserfolg, und den bestimmt nicht allein die günstige Produktion bei BoD, sondern unser eigener Einsatz in Sachen Werbung: Klinkenputzen beim Buchhandel, Presse anschreiben / ansprechen, Rezensionsexemplare an Zeitungen schicken, etc. etc.

Ich sehe diese Aktion recht gelassen. Tut es auch.

Einen schönen Tag euch allen
Rainer
www.puca-prints.de: Bücher, die Appetit machen!

holz

Re:

von holz (27.11.2008, 12:11)
MW hat geschrieben:
noch mal zu tchibo:

ist der gutschein im prinzip der comfort-tarif?



so siehts aus.
nur eine werbeaktion von bod.
bei tschibo liegt mit sicherheit kein buch rum.

LOFI

Re:

von LOFI (27.11.2008, 12:19)
holz hat geschrieben:
MW hat geschrieben:
noch mal zu tchibo:

ist der gutschein im prinzip der comfort-tarif?



so siehts aus.
nur eine werbeaktion von bod.
bei tschibo liegt mit sicherheit kein buch rum.


Man müsste einfach mal zu Tschibo wandern und dreist fragen und den Kostenspieß umdrehen:

Wenn ihr das schon bewerbt, würde ich gerne mein Buch als Werbung in euer Schaufenster stellen - gegen Gebühr natürlich. :lol:

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MW
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Re:

von MW (27.11.2008, 12:47)
´ne "tchibo-edition" wäre auch nicht schlecht. auf jedenfall würde man ´ne klasse pr bekommen.
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Versailles
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Re:

von Versailles (27.11.2008, 13:03)
Hallo zusammen

ich sehe es lässig.

Ich meine, dass BoD mit der Preissenkung des Classic-Pakets schon eine Menge für eine Bücherflut getan hat, wobei die meisten dieser Werke eh' nicht im Buchhandel landen. Getreu dem Motto: "ihr steht nicht im Stau, ihr seid der Stau" :wink:
Angesprochen waren all jene, die unbedingt mal ihre Stories in einem "echten" Buch sehen wollten = Befriedigung verschafft und fast alle waren happy. Eine Folge war jedoch eine mitunter endlose, fast unhaltbar Wartezeit im vergangenen Winter für all' jene, die händeringend auf ihre Bestellungen warteten.

Nun werden über Tchibo die Autoren motiviert, die seinerzeit noch nicht so weit waren und jetzt die Chance nutzen können. So what? Glaubt ihr, Lieschen Müller greift deswegen zum Stift und haut in 5 Tagen einen 200-Seiten-Roman 'raus? Und wenn schon. Auch in dem Fall wird letztlich eine natürliche Auslese stattfinden. Wenn ihr 5-Tage-Werk wirklich gut ist, kann sie sich doch freuen.

Im besten Fall - ja, ich bin unverbesserliche Optimistin - beschert das Tchibo-Angebot zu Weihnachten ein besonders schönes Stück Literatur und es liegt an jedem von uns, dieses Buch zu liefern. Oder nicht?
Genauso wie es an jedem einzelnen von uns liegt, Werbung für sein Werk zu betreiben und Erwartungen zu wecken und zu erfüllen.

Und nicht jeder, der ein druckfrisches Manuskript in der Schublade liegen hat, traut sich an eine Veröffentlichung. Da ist es meines Erachtens völlig unerheblich, ob der Gutschein nun von Tchibo oder Herrn Reich-Ranicki höchstselbst kommt.

Leben und leben lassen

Liebe Grüße
Amalia
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Bücherwurm
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Unsäglich schlechte Manuskripte

von Bücherwurm (27.11.2008, 13:04)
Hallo in die Runde,

ich bekomme täglich die Börsenblatt Nachrichten als E-Mail. Die Tschibo-BoD Kooperation war auch da Thema.
Ich zitiere mal einen Kommentar eines Lesers: ... ich wünsche BoD, dass der Server platzt. Aber wenigstens bleiben so die Mengen der unsäglich schlechten Manuskripte den Verlagslektoren erspart. (Zitat aus dem Kopf)
Ich weiß nicht, woher dieser Mensch seine Weisheit nimmt und ob er überhaupt je ein BoD Buch gelesen hat. Aber so geht Meinungsmache, nur so und nicht anders.


Beste Grüße, Gabi
Titel bei BoD:
Hunger auf Leben - Ein Mädchen kämpft gegen den Krebs
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Bea_Wagner
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Re:

von Bea_Wagner (27.11.2008, 13:18)
Ich sehe sie, so sie sich keine schweren betriebswirtschaftlichen Fehlkalkulationen leisten, erst am Anfang.


Stimmt, Heinz, das ist erst der Anfang ...

Es erinnert an andere umwälzende Revolutionen in diesem Bereich. Als in den Zwanziger Jahren die ersten „Buchclubs“ aufkamen und somit auch den „unteren“ Schichten der Zugang zu Büchern erleichtert wurde, gab es einen Aufschrei. AutorInnen, deren Bücher dort verlegt wurden, bekamen zunächst keinen Fuß mehr in die etablierten Verlage.
Ähnliches passierte nach 1945, als wegen des Materialmangels die Taschenbücher geboren wurden – „richtige“ Literatur gehörte zwischen zwei harte Buchdeckel.

Der Digitaldruck und die damit verbundenen Möglichkeiten befinden sich noch in den Kinderschuhen. In einigen Jahren wird es keine Gutscheine mehr bei Tchibo geben. Nein, dann wird eine Miniausgabe der iGens3, die heute noch so an die zehn Meter lang ist, in jeder Filiale stehen. Eingabe erfolgt mit einer Art USB-Stick und nach zwei Minuten wird ein fertiges Buch ausgespuckt werden ... und der Buchhandel und all die Verlage werden sich daran gewöhnen und fleißig nachziehen, wenn sie wirtschaftlich überleben wollen. Bestes Beispiel dafür ist ja die bereits jetzt bestehende Kooperation zwischen Suhrkamp und BoD.

Gruß
Bea

andie

Re:

von andie (27.11.2008, 13:18)
Immerhin hat BoD eine bemerkenswerte Marketingstrategie entwickelt. In jeder Hinsicht ...
So funktioniert's eben. Besser könnte es für einen Dienstleister gar nicht laufen. Die Aufmerksamkeitswelle rollt.
In wenigen Tagen/Wochen kommt mein neues Buch raus. Ihr könnt es ja alle kaufen und mal gucken, ob da irgendwo eine Kaffeebohne versteckt ist :wink:

LG, Andrea

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