Verlage suchen gute Autoren?

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Dozen-Roses

Verlage suchen gute Autoren?

von Dozen-Roses (13.11.2008, 15:23)
Ich stelle mir in letzter Zeit (Hallo erst einmal) oft die Frage, welche rechtlichen Konsequenzen diese Werbung hat. "Verlag sucht gute Autoren", heißt es da immer oder so ähnlich.
Schaut man auf die Website, kommt das übliche: Mann und Frau soll mehr oder weniger tief in die Tasche greifen.

Wenn eine Firma jemanden sucht, einen Angestellten oder sonstwas, dann bezahlt er sein Personal. Ich habe jedenfalls noch nie meinen Chef bezahlt, dafür, dass ich arbeiten darf.

Mir geht es nur darum: Ist das in Ordnung, wenn diese Verlage so werben? Was ist Eure Meinung dazu.

So, die Schimpfe kann kommen! cheezygrin

büchernarr

Re:

von büchernarr (13.11.2008, 16:45)
Hallo Rose,
zu schimpfen gibt es ja wohl nichts bei deiner Frage.
Rechtlich wird den DKZV wohl nicht beizukommen sein, es ist ja nur ein Angebot. Wenn ein Autor darauf eingeht, wird ein rechtsverbindlicher Vertrag geschlossen. Trotzdem finde ich es eine Sauerei, wenn Autoren so (bei manchen "Verlagen" jedenfalls) ausgenommen werden. Ich denke, hier hilft nur Aufklärung, z.B. hier im Forum.
Grüße
Bernd

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Bücherwurm
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Re:

von Bücherwurm (13.11.2008, 18:28)
Guten Abend Rose,

seriöse Verlage werden niemals eine solche Annonce schalten. Und die DKZV Verlage bleiben nur dann unbehelligt, wenn sie die im Vertrag zugesicherten Leistungen auch erbringen. Und wenn die betrogenen Autoren sich nicht wehren. Der Fielding Verlag hatte seine spezielle Art, mit Verträgen unzugehen. Damit landete das Ehepaar vor Gericht und wurde verurteilt. thumbbup

Gruß, Gabi
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M-F Hakket
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Re:

von M-F Hakket (13.11.2008, 19:17)
Uhhuuaaa ... cheezygrin

Darüber könnte man wahrscheinlich ewig diskutieren.
An der reinen Aussage: "Verlag sucht ... Autoren" ist - würde ich sagen -, erstmal nichts auszusetzen. Es ist ja nicht gelogen. Er sucht ja. Dass er eher "Kunden" sucht, stimmt zwar auch, aber das halte ich eben für einen legitimen Fall von Werbung.
(Und wer glaubt, dass Werbung immer der Wahrheit entspricht ... die Werbung soll etwas suggerieren, aber gute Werbung suggeriert, lässt sich jedoch nicht festnageln ... aber lassen wir das ... cheezygrin )
Kein Gebrauchtwagenhändler wird ein gebrauchtes Auto unter Wert verkaufen - er wird immer mehr haben wollen, als das Auto wert ist. Dürfte eigentlich jedem klar sein.

Wenn sich ein Autor soweit mit der Sache auskennt, dass er weiß, dass ein Verlag (normalerweise) vorlegt, dürfte ihm auch klar sein, dass er bei einer solchen "Werbung" letztlich bezahlen soll.
Und ich möchte nicht gehässig sein, aber jeder mündige Bürger wird - wenn er einen Vertrag vor sich liegen hat - erkennen, ob er für eine Leistung Geld bezahlen soll. Die Entscheidung liegt bei ihm.
Verträge sind natürlich zu erfüllen. Im Zweifelssfall kann man den Vertrag vorher von einem Anwalt prüfen lassen - auch das sollte kein Problem sein.

Ich finde es nicht so ganz okay, wenn nirgends (oder fast nirgends) auf der Webseite des Verlages zu erkennen ist, dass er ein Dienstleister ist. Meiner Meinung nach braucht sich heutzutage - bei den heutigen Möglichkeiten - kein Dienstleister mehr dafür schämen, dass er ein solcher ist.
Aber bis zu einem gewissen Grad ist auch das verständlich (nicht zu entschuldigen), denn zum Teil spielt (in Autorenkreisen?) das Ego eine nicht gerade kleine Rolle - was jetzt nicht böse gemeint ist - da sollte sich vielleicht jeder selbst hinterfragen.
Wenn jemand sein Buch veröffentlichen will, und keiner finanziert ihm das, dann muss er es eben selbst finanzieren.
Wo ist das Problem? Ist das verwerflich?
Wo ist - im Zweifelssfall - das Problem, es selbst zu machen? ISBNs kann man kaufen, Druckreien kann man anschreiben - und dann kann man sich überlegen, ob man es selbst machen will, oder - wenn die Zeit und/oder ähnliches nicht vorhanden ist - eben machen lässt.

Dazu sei auch gesagt, dass jemand, nur weil er einen (echten) Verlagsvertrag unterschrieben hat (ohne Kosten), keine Garantie dafür bekommt, dass sich das Buch auch gut verkauft.

Ich finde auch hier, dass Aufklärung etwas Not tut:
Einem potenziellen Kunden (Autor) zu erzählen, dass er das "vorgelegte" Geld locker durch die Buchverkäufe wieder einnimmt, halte ich für Augenwischerei. Aber mal ganz ehrlich: Jeder wird doch rechnen können. Jeder wird sich doch ausrechnen können, wieviele Bücher er verkaufen muss, um sein Geld wieder hereinzubekommen. Und mit ein bisschen nachdenken und recherchieren müsste demjenigen doch auch klar werden, dass das sehr, sehr schwer ist.

Schreiben ist Kunst. Man kann von Kunst nicht erwarten, dass sie sich gut verkauft!

Und mal andersherum: Ich lehne Manusktipte auch ab - nicht nur wegen (subejktiv) schlechter Qualität. Es kann auch schon vorkommen, dass ich dem Autor sage, dass ich einfach glaube, dass NIEMAND das Buch kaufen wird. Trotz dieser meiniger Aussage besteht der Autor dann aber auf Veröffentlichung. Was soll ich dann dazu sagen?

"Verlag sucht gute Autoren"
cheezygrin
Ist schon okay cheezygrin ... Wie würde es aussehen, wenn da stehen würde: Verlag sucht schlechte Kunden?
blink3

Gruß
Hakket

Lennet

Re:

von Lennet (04.12.2008, 23:28)
"Verlag sucht gute Autoren" finde ich als Formulierung eher unpassend, da es den betreffenden Verlagen ja weniger um den Autoren, als um den Sponsoren geht, den sie melken möchten. In der Regel findet nicht mal entsprechende Promotion für die Bücher statt und der "Autor" sitzt dann auf seinen Bücherkartons und den monatlichen Zahlungen. Die Kosten sollten immer dick in den entsprechenden Angeboten hervor gehoben sein.

Die DKZV-Werbung erinnert mich an die Süßwarenwerbung, in denen die Zuckerpastillen als "100% fettfrei" beworben werden und den Konsumenten vorgegaukelt wird, sie würden sich etwas Gutes tun.

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (05.12.2008, 02:28)
Lennet hat geschrieben:
"Verlag sucht gute Autoren" finde ich als Formulierung eher unpassend, da es den betreffenden Verlagen ja weniger um den Autoren, als um den Sponsoren geht, den sie melken möchten.


Was ist an der Formulierung unpassend?

Ich habe in einer Tageszeitung dies gefunden:

Nachmieterin /Mieter gesucht

Nette Mansardenwohnung in ruhiger, aber verkehrsmäßig guter Lage. Alle Räume mit Fenster. Warmmiete derzeit 325€, Fläche 48 qm. Bad mit Wanne. Küche komplett eingerichtet abzugeben mit Einbauküche Kiefernholz, Einbauherd mit Heißluft und Grill, 4 Ceran-Kochfelder, Abzugshaube, Edelstahlspüle (rund)+Ablage, Mischbatterie, kleiner Tisch und 2 Stühle, Kühl-Gefrierkombination. Alles 2 Jahre alt. Preis ist VB.


Da wird auch jemand zum Bezahlen gesucht. cheezygrin

Oder das hier:

Während andere noch vom Job träumen, feilst Du bereits gemeinsam mit MLP an Deiner Karriere

Seminarteilnehmer gesucht!

Wofür:
Bewerbungscheck
Softskills im Auswahlverfahren
Benimmregeln im Vorstellungsgespräch
Gehaltsverhandlung


Das Seminar kostet Geld. cheezygrin

Manchmal frage ich mich, woher dieser gedankliche Automatismus kommt: "Jemand sucht mich, also bekomme ich Geld" ... cheezygrin

LG
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Jakob W.
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Re:

von Jakob W. (02.01.2009, 18:16)
Natürlich ist das eine Masche um sich als Guter unter den anderen zu stellen. Kunden als Potential zu erwerben und darüber hinaus Profit für die eigene Geldtasche zu machen. Wir sind alle Menschen; Käufer und Kunden - wer meint so eine Strategie zu haben, sei es ihm es gelungen - aber wer Dumm genug ist, entschuldigt den Ausdruck - von vorn herein auf schöne Bilder und nette Texte reinfällt; ist im Grunde genommen selbst Schuld.

Trotz dass ich versuche einen normalen Verlag zu fördern, in ihn Geld reinstecke, werde ich damit wohl nicht viel Erfolg haben. Daher liegt es ebenfalls daran mit dem Autoren zu arbeiten, vielleicht auch mit kleinen Beträgen (für ein Cover = oftmals sieht man sich das Cover an und denkt; joa, Mist. Das kann jeder 14 Klässler nachmachen), oder fürs Lektorat einen kleinen Beitrag beisteuern.
Auch große Verlage machen das, nur bei bekannten Autoren sieht die Sache widerum anders aus - da schätzt man was man hat.
Beste Grüße
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Jakob
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PvO
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Re:

von PvO (03.01.2009, 10:03)
"Verlag sucht gute Autoren"

Gute Verlage suchen keine Autoren!

Jakob W.
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Re:

von Jakob W. (03.01.2009, 10:46)
PvO hat geschrieben:
"Verlag sucht gute Autoren"

Gute Verlage suchen keine Autoren!


Hm... das bezweifle ich.
Beste Grüße

******

Jakob

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AF Verlag

Re:

von AF Verlag (03.01.2009, 10:58)
PvO hat geschrieben:
"Verlag sucht gute Autoren"

Gute Verlage suchen keine Autoren!


Hm... ich auch

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JulyRose
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Re:

von JulyRose (03.01.2009, 15:12)
PvO hat geschrieben:
"Verlag sucht gute Autoren"

Gute Verlage suchen keine Autoren!


Das hieße ja, dass Debütanten bei guten Verlagen überhaupt keine Chance haben. Was so nicht stimmt.

Gute Verlage - auch große Publikumsverlage - suchen immer wieder gute, neue Stoffe, neue Autoren, die neue Impulse geben. Wie sonst sollten die Autoren bei den guten Verlagen unterkommen, wenn die nicht suchen?!

LG, Juliane
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Siegfried
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Re:

von Siegfried (03.01.2009, 15:39)
JulyRose hat geschrieben:
PvO hat geschrieben:
"Verlag sucht gute Autoren"

Gute Verlage suchen keine Autoren!


Das hieße ja, dass Debütanten bei guten Verlagen überhaupt keine Chance haben. Was so nicht stimmt.

Gute Verlage - auch große Publikumsverlage - suchen immer wieder gute, neue Stoffe, neue Autoren, die neue Impulse geben. Wie sonst sollten die Autoren bei den guten Verlagen unterkommen, wenn die nicht suchen?!


Die Aussage, gute Verlage suchen keine Autoren, ist wohl mehr dahin zu verstehen, dass solche Verlage keine Anzeigen schalten, um Autoren zu bekommen. Vielmehr werden solche Verlage zugeschüttet mit Manuskripten - und sind jedes Jahr aufs Neue darüber entsetzt, wie viel "Schrott" sie da auf den Schreibtisch bekommen. Wenn solche Verlage dann auch noch offensiv um Autoren werben würden - au weia! cheezygrin

LG
Siegfried

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PvO
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Re:

von PvO (05.01.2009, 09:12)
Genau so wollte ich dass verstanden wissen.

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