Reclam? Schön wär's.

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cosmopolit
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Re:

von cosmopolit (04.12.2008, 09:28)
hawepe hat geschrieben:
Hallo Lennet,

Lennet hat geschrieben:
Wenn du dein Verhalten als taktvoll erachtest, dann hast du keine gute Erziehung genossen.


Hurra, solche Menschen liebe ich :twisted:

Erst verkünden sie, dass ihnen andere Menschen, in diesem Fall Verlagslektoren, völlig egal sind, aber wenn dies plötzlich gegen sie selbst gerichtet wird, sind sie hellauf empört.

Denke einfach mal ein wenig über deine Gesinnung nach. Vielleicht geht dir dann doch noch ein Licht auf.

Heinz.


Hallo Heinz
ich denke das dieser Vergleich kräftig hinkt.
Wenn ich in einem anderen Fall,weil ich einen Job suche meine Bewerbung unaufgefordert sende ist mir der Personalchef(Verlagslektor) doch nicht völlig egal.(Ansonsten dürfte sich jeder nur Bewerben wenn er die Aufforderung dazu hat.)So denke ich verhält es sich ja auch mit einem Manuskript,es ist ja auch eine Bewerbung.
Erwachsen wirst du nicht mit dem alter,sondern erst dann wenn du die Fehler zuerst bei dir suchst. http://uae-alfred.blogspot.com/

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hawepe
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Re:

von hawepe (04.12.2008, 12:24)
Hallo Lennet,

Lennet hat geschrieben:
Verlagsleute tun ihren Job. Entweder sie akzeptieren unverlangt eingesandte Manuskripte - oder sie tun es nicht. Das ist alleine ihre Entscheidung. Wenn ich mich der Gefahr aussetze, dass ich eine Absage erteilt bekomme, dann ist das meine Sache, die niemandem schadet. Die "Rücksichtslosigkeit" die Lektoren in ihrem Job zu belästigen hält sich sicherlich in Grenzen.


Vielleicht sagst du jetzt, dass die das Thema des Threads nicht interessiert, aber hier ging es ganz konkret um den Reclam-Verlag.

Und der schreibt ausdrücklich, wie in dem ziemlich am Anfang geposteten Link nachzulesen ist, "Wir verlegen also keine Lyrik, keine Erzählungen, keine Romane, keine Autobiographien und keine Biographien von zeitgenössischen, noch nicht etablierten Autoren/-innen. Wir bitten daher, von der Zusendung entsprechender Manuskripte abzusehen."

Darauf damit zu reagieren, solche Hinweise solle man einfach ignorieren, weil es ein Problem der Lektoren sei, okay ... was ich davon halte, habe ich deutlich gesagt.

Viele erfolgreiche Schriftsteller wurden von Verlagen abgewiesen - und sie haben trotzdem nicht aufgegeben.


Nenne mir nur [b]ein[Ub] Beispiel, in dem z.B. ein Erotikthriller-Autor sein Manuskript an einen Kinderbuchverlag geschickt und dieser deshalb sein Verlagsprogramm geändert hat.

Allen Unkenrufen zum Trotz. Absagen gehören zu diesem Geschäft dazu und Miesmacherei ist sicherlich nicht konstruktiv.


Nur, darum ging es in diesem Thread nicht.

Ich selbst habe meinen Job als Redakteur nur bekommen, weil ich meine Artikel "unverlangt" vorgestellt hatte. Darum geht es hier: Etwas wagen und nicht danach schauen, wie es die machen, die es nicht geschafft haben.


Etwas wagen heißt aber nicht, einer Fußballzeitschrift Manuskripte über zeitgenössische Musik oder den Bergbau des 18. Jahrhunderts anzubieten.

Okay, man kann es natürlich tun, wenn man für sein Ego ein paar Absagen braucht. Aber andere aufzufordern, ruhig immer Manuskripte hinzuschicken, weil es schließlich Aufgabe der Redakteure sein, die Spreu vom Weizen zu trennen ... Dass ich da eine andere Meinung habe, ist ja inzwischen bekannt.

Beste Grüße,

Heinz.

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hawepe
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Re:

von hawepe (04.12.2008, 12:32)
Hallo cosmopolit,

cosmopolit hat geschrieben:
Wenn ich in einem anderen Fall,weil ich einen Job suche meine Bewerbung unaufgefordert sende ist mir der Personalchef(Verlagslektor) doch nicht völlig egal.(Ansonsten dürfte sich jeder nur Bewerben wenn er die Aufforderung dazu hat.)So denke ich verhält es sich ja auch mit einem Manuskript,es ist ja auch eine Bewerbung.


Wie schon in der Antwort an Lennet geschrieben: Hier ging es darum, ruhig Manuskripte auch an Verlage zu schicken, wenn sie schreiben, dass sie bestimmte Genres oder Themen grundsätzlich nicht verlegen.

Wenn jemand trotzdem sein Manuskript hinschickt, verbaut er sich vielleicht nur seine eigenen Möglichkeiten, aber anderen vorzuschlagen, das einfach zu ignorieren, finde ich nicht korrekt.

Übrigens sollte man auch nicht vergessen, dass es Menschen mit gutem Gedächtnis gibt. Ich finde es jedenfalls immer wieder faszinierend, an welchen Stellen man manchmal Menschen wiedertrifft, die man überall, nur nicht dort erwartet hätte. Ob es dann wirklich gut ankommt, wenn dieser vielleicht den Eindruck hat, ein Manuskript würde wie sauer Bier angeboten?

Beste Grüße,

Heinz.

holz

Re:

von holz (04.12.2008, 14:10)
thorsten,
aus welchem grund eigentlich reclam ?

Thorsten Boose

Re:

von Thorsten Boose (04.12.2008, 14:40)
Ohweh, hier ist ja ein Kleinkrieg ausgebrochen, wie ich gerade lese. Das war nicht meine Absicht! :shock::

Erst einmal danke an Chris für den Link!

So, und natürlich werde ich nicht gleich mein ganzes Manuskript am besten noch unfrankiert an Reclam senden. Wie Judith schon richtig festgestellt hat, bin ich leider noch kein etablierter Autor. Trotzdem werde ich eine Anfrage stellen. Eben aus dem alleinigen Grund, den Lennet hier schon aufgeführt hat:

Lennet hat geschrieben:
Allerdings solltest du es trotzdem versuchen, wenn du dir gewisse Chancen ausrechnest - oder dein Herz an Reclam hängt. So wirst du dir in 20 Jahren nicht vorwerfen müssen, dass du es nicht wenigstens einmal versucht hast!


Und mein Manuskript würde thematisch natürlich zu Reclam passen - das behaupte ich, das entnehme ich den Informationen ihrer Seite, da ich ja mein Manuskript kenne. Ich hatte gewiss nicht vor, dem Verlag meine Memoiren, eine Horrorkurzgeschichte oder einen Erotikthriller zukommen zu lassen. :wink:

Zur letzten Frage von holz:
Weil ich mich und mein Werk dort sehr stolz und gut aufgehoben fühlen würde . . .

Eine letzte Bitte: Friede auf Erden! :D

Beste Grüße und vielen Dank an alle Beiträge,
Thorsten

Lennet

Re:

von Lennet (04.12.2008, 19:27)
hawepe hat geschrieben:
Hallo cosmopolit,

cosmopolit hat geschrieben:
Wenn ich in einem anderen Fall,weil ich einen Job suche meine Bewerbung unaufgefordert sende ist mir der Personalchef(Verlagslektor) doch nicht völlig egal.(Ansonsten dürfte sich jeder nur Bewerben wenn er die Aufforderung dazu hat.)So denke ich verhält es sich ja auch mit einem Manuskript,es ist ja auch eine Bewerbung.


Wie schon in der Antwort an Lennet geschrieben: Hier ging es darum, ruhig Manuskripte auch an Verlage zu schicken, wenn sie schreiben, dass sie bestimmte Genres oder Themen grundsätzlich nicht verlegen.

Wenn jemand trotzdem sein Manuskript hinschickt, verbaut er sich vielleicht nur seine eigenen Möglichkeiten, aber anderen vorzuschlagen, das einfach zu ignorieren, finde ich nicht korrekt.

Übrigens sollte man auch nicht vergessen, dass es Menschen mit gutem Gedächtnis gibt. Ich finde es jedenfalls immer wieder faszinierend, an welchen Stellen man manchmal Menschen wiedertrifft, die man überall, nur nicht dort erwartet hätte. Ob es dann wirklich gut ankommt, wenn dieser vielleicht den Eindruck hat, ein Manuskript würde wie sauer Bier angeboten?

Beste Grüße,

Heinz.


Ich schrieb auch, dass Reclam vielleicht nicht der richtige Verlag für Neueinsteiger sei - ich würde andere Wege gehen. Dass man sein Manuskript wie sauer Bier anbieten solle, entspricht nicht dem, was ich schrieb. Allerdings sollte man von seinem Werk so überzeugt sein, dass man es auch entsprechend anbieten kann. Wenn Thorsten der Meinung ist, dass sein Manuskript bei Reclam ins Programm passen könnte, dann sollte er es versuchen. Die wenigsten Erfolgreichen haben vorher um Erlaubnis gefragt. So "rücksichtslos" sollte jeder sein, dass er die Miesmuscheln ignoriert.

Dass du etwas nicht für korrekt erachtest braucht kein Maßstab für andere zu sein. Es ist deine persönliche Meinung, die du niemandem aufdrücken solltest. Du magst Erfolgserlebnisse damit erzielt haben, dass du immer streng und korrekt nach Vorschrift gehandelt hast. Ich dagegen habe positive Erfolge erzielt, indem ich couragiert und beherzt andere Schritte gegangen bin. Etwas, was auch jeder Erfolgscoach rät. Autoren wie Joanne K. Rowling, Stephen King und Margaret Mitchell sind bekannt dafür, dass sie ihre Manuskripte "rücksichtslos gegen die Lektoren" dutzendfach und unaufgefordert eingesandt haben. Es war die richtige Entscheidung, wie wir wissen.

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Judith
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Re:

von Judith (04.12.2008, 22:05)
Hallo Lennet,

es geht Heinz nicht um das unaufgeforderte Einsenden von Manuskripten. Wenn du aber an deinen Briefkasten einen riesengroßen Aufkleber machst: Bitte keine Teppichwerbung einwerfen, dann wirst du dich über die Teppichwerbung eher ärgern und keinen Teppich aus dem unerwünschten Prospekt kaufen.

Grüßle,
Judith
Du willst mehr wissen? Bitte hier - meine Website.

Lennet

Re:

von Lennet (04.12.2008, 23:05)
Judith hat geschrieben:
Hallo Lennet,

es geht Heinz nicht um das unaufgeforderte Einsenden von Manuskripten. Wenn du aber an deinen Briefkasten einen riesengroßen Aufkleber machst: Bitte keine Teppichwerbung einwerfen, dann wirst du dich über die Teppichwerbung eher ärgern und keinen Teppich aus dem unerwünschten Prospekt kaufen.

Grüßle,
Judith

Hmmm... es kam so herüber. Wenn explizit darauf hingewiesen wird, dass unaufgefordert eingesandte Manuskripte nicht beachtet werden, dann ist das natürlich eine andere Sache. Allerdings sehe ich das als keinen Anlass so negativ und ausfallend zu reagieren... Aber lassen wir das. Schwamm drüber. :wink:

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (05.12.2008, 02:49)
Lennet hat geschrieben:
Vielleicht ist Reclam wirklich nicht der richtige Verlag für neue Autoren. Allerdings solltest du es trotzdem versuchen, wenn du dir gewisse Chancen ausrechnest - oder dein Herz an Reclam hängt. So wirst du dir in 20 Jahren nicht vorwerfen müssen, dass du es nicht wenigstens einmal versucht hast! Vielleicht ist dein Manuskript ja so brillant, dass sie eine Ausnahme machen! ;)


Es wäre eigentlich sinniger, sich mit seinem Manuskript an einen Literaturagenten zu wenden (sofern man die Absicht hat, bei einem renommierten Publikumsverlag unterzukommen), als selbst irgend welche Verlage auf Verdacht anzuschreiben.

Ein Agent hat den Vorteil, dass man sich viel Arbeit ersparen kann. Ein Agent wird das Manuskript aus dem Blickwinkel der Verkaufbarkeit bewerten, d. h. wenn der Agent "Ja" zum Manuskript sagt, dann ist es verkäuflich. Ein Agent wird auch wissen, bei welchem Verlag das Manuskript wirklich eine Chance hat und wo nicht (ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Action Roman bei Suhrkamp veröffentlicht wird).

Ein guter Agent wird für seine Arbeit nur dann Geld nehmen, wenn er selbst erfolgreich war. Agenten, die vom Autor per se Geld haben wollen, sind keine guten Agenten. Die sollte man meiden.

Bisher habe ich hier im Forum - trotz reichlicher Diskussion "Welchen Verlag sollte man wie kontaktieren?" - noch gar nichts von Literaturagenten gelesen. Meidet ihr Literaturagenten ganz bewusst? Oder gibt es irgend eine Furcht vor diesen Menschen?

Der Münchener Literaturagent Michael Meller rät jedem Neuling in der Branche, er solle sein Manuskript nicht unverlangt an Lektorate oder Literaturagenten senden. Besser sei es, zuerst anzurufen, seine Buchidee knapp mündlich vorzutragen und zu fragen, ob er sein Exposé und eine Leseprobe seinem Gesprächspartner schicken dürfe. In diesem Fall könne sich nämlich der Autor anschließend brieflich an eine bestimmte Person wenden und sich auf das Telefongespräch beziehen. Schlechte Erfolgschancen haben - laut Michael Meller - jene Autoren/innen, die ihr ganzes Manuskript unverlangt abschicken und ihren Begleitbrief mit der Anrede "Sehr geehrte Damen und Herren" beginnen.

Die Leseprobe sollte drei Kapitel oder etwa 50 Manuskriptseiten mit je 30 Zeilen zu je 60 Anschlägen im Schriftgrad zwölf Punkt umfassen. Es empfiehlt sich, im Begleitbrief zu erwähnen, was die übrigen Kapitel enthalten. Fast immer in den Papierkorb wandern - so Michael Meller - bei vielen Verlagen alle Manuskripte, die ohne Rückporto eingereicht wurden. Verpönt sind auch komplett fertige und bereits gebundene Manuskripte. Ein solcher Text ist nämlich unhandlich und liegt schwer in der Hand, wenn man aus Zeitnot nur einige Seiten schnell prüfen will.

Ein Anfänger sollte nach Ansicht des Münchener Literaturagenten nie ein Buchmanuskript vollenden, ohne Gewißheit darüber zu haben, ob sich der enorme Aufwand an Zeit und Geld jemals lohnt. Erst nach der schriftliche Zusage eines Verlages über die Veröffentlichung könnte man getrost monate- und nicht selten jahrelang seinen Text schreiben.

Im Gegensatz zu Romanen und Gedichtbänden entstehen vor allem bei Sachbüchern meistens erhebliche Kosten für die Recherchen: Je nach Stoff sind mehr oder weniger Reisen, Fachliteratur, Porto sowie Telefon- und Internetgebühren erforderlich. Nur wenige Autoren in spe wissen, daß sie sich die Suche nach einem Verlag sehr erleichtern können, wenn sie einen Literaturagenten engagieren. Dieser kann nämlich ebensogut wie ein Lektor die Qualität eines Manuskriptes beurteilen. Meistens ist der Literaturagent ein ehemaliger Lektor oder - wie der erwähnte Michael Meller in München, - ein früherer Verlagsmanager. Der Literaturagent kennt Verlage, die für das vorliegende Thema in Frage kommen und schickt ihnen ein Exposé mitsamt Leseprobe zu. Für diese Mühe muß der Möchtegern-Autor vorab nichts bezahlen. Der Lohn des Literaturagenten besteht nämlich darin, bei Abschluß eines Vertrages zwischen Verlag und Autor eine Provision in Höhe von meistens 15 Prozent zu erhalten, die von den Honoraren des Schriftstellers abgezogen wird. Da Literaturagenten in der Regel gute Verträge für ihre Kunden aushandeln, ist der Abzug der Provision vom Erlös des Autors leicht zu verschmerzen.

Vorteilhaft ist die Einschaltung eines Literaturagenten auch aus anderen Gründen: Er kennt bestens die Fallstricke, die in Verträgen für Buchautoren enthalten sind, und wird seinen Klienten vor finanziellem Schaden bewahren. Seriöse Verlage bieten ihren Autoren einen Vertrag an, der pro verkauftem Exemplar ein Honorar mit einem bestimmten Anteil vom Ladenpreis vorsieht. Bei Romanen winken 10 bis 13 Prozent, bei Sachbüchern wegen den durch die Abbildungen verursachten höheren Herstellungskosten 7,5 bis 12,5 Prozent und bei Kinderbüchern 6 bis 10 Prozent. Außerdem zahlen die Verlage bei Vertragsabschluß einen Vorschuß, verpflichten sich, auf ihre Kosten die erforderlichen Abbildungen zu beschaffen, übernehmen etwaige Beraterhonorare und stellen nach Erscheinen 10 bis 30 kostenlose Belegexemplare zur Verfügung. Auch die meistens bescheiden ausfallenden Honorare für Lizenzausgaben werden von vorneherein geregelt. Dabei sollte der Nebenrechtserlös zugunsten des Autors nicht weniger als 50 Prozent betragen.
(Ernst Probst, Papierkorb statt Bestsellerliste - Was Anfänger falsch machen; auf der Webseite der Autorin Ulrike Linnenbrink: Wege zum Buch gefunden)

LG
Siegfried

Hanna
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Re:

von Hanna (05.12.2008, 08:35)
Bisher habe ich hier im Forum - trotz reichlicher Diskussion "Welchen Verlag sollte man wie kontaktieren?" - noch gar nichts von Literaturagenten gelesen. Meidet ihr Literaturagenten ganz bewusst? Oder gibt es irgend eine Furcht vor diesen Menschen?

Hallo Siegried
Leider machte ich vor etwa vier Jahren mit einer Berliner Literaturagentur dermassen schlechte Erfahrungen, dass ich eine Anwältin einschalten musste. Leider erfolglos. Der Typ ist mit allen Wassern gewaschen. Seither bin ich von Agenturen geheilt.
Liebe Grüsse Hanna

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noteingang
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Re:

von noteingang (05.12.2008, 08:44)
Ich möchte ja niemand zu nahe treten, aber kommt einigen, hier händeringend nach Verlagen suchenden, nicht auch mal in den Sinn, dass eure Werke einfach zu "schlecht" sind.

Mal abgesehen von Promibonus+Modewellenmitsurfern ist meiner Ansicht genug Platz auf dem Literaturmarkt. Auch diese herumgeisternde Zahl von fast 100.000 Neuerscheinungen jedes Jahr glaube ich so erst einmal nicht, da sind bestimmt zu großen Teilen wissenschaftliche Publikationen und sehr spezielle Sachbücher dabei.

Ernsthafte Romane, nein nicht irgendwelche Massenmörderthriller und Krimis (wobei die durchaus auch ernsthaft sein können) oder die X-te Abkupferung von Bekannten ala Herry Potter, der kleine Prinz, etc etc sind in der Form sicher nicht an den Mann (hier Verlag zu bringen) weil das Original meist eh besser und auch billiger ist (da schon im Druck).

Ich kann mir nicht vorstellen, dass wenn bei einem Verlag ein außergewöhnliches Werk (das merkt man in der Regel anhand der ersten paar Seiten) sowohl sprachlich wie auch thematisch ins Haus flattert, dass die da immer gleich nein sagen.

Speziell Literaturagenten müssen das natürlich etwas skeptizieren, da sie ja davon leben, dass man es über sie regelt. Ich glaube bei Absagen, sollte man einfach mal (wenn es viele Absagen sind) in sich kehren und genaustens überdenken, ob das eigene Werk eben doch nur einen besseren Hobbycharakter hat.

Bei vielen Büchern, die ich so in den letzten Jahren las habe ich oft den Kopf geschüttelt und konnte nicht glauben, wie so etwas gedruckt werden kann, ich will mir gar nicht vorstellen, was alles so nicht gedruckt wird.

Und wer kann es Lesewilligen verdenken, dass die erst einmal den Riesenhaufen etablierter Weltliteratur durchforsten, deren Menge schon heute niemand wirklich komplett lesen kann.

Belangloses und Durchschnittliches wurde und wird zu Haufe geschrieben, gerade in Zeiten, in denen immer weniger Menschen lesen (erst gestern Bericht) dürfte es niemand wundern, dass die Verlage nur noch Prommikram und eben vermeintliches Außergewöhnliches, ganz Besonderes wollen. Wäre ich nen Verlagmensch, ich würde es nicht anders handhaben.

Ich will mit meinen Texten kein Geld verdienen, weil das eh vom Kosten/Nutzen AUfwand absolut unrealistisch ist und ich auch nicht gut genug bin. Aber wenn jemand lediglich will, dass die Werke gelesen werden, wieso stellt ihr sie nicht kostenlos ins Internet?


Edit: Um mal eine Idee auszuführen, es war einmal eine Zeit, in der war das Internet noch recht neu und wenig besucht. Da war ich mal Hobbyprogrammierer, man konnte meine Programme kostenlos auf meiner Website herunterladen und ich gab meine Bankverbidnung an und wenn jemand so begeistert war, dass er mir ein kleines Dankeschön in Form von Geld zukommen lassen wollte, konnte er/sie es tun. Ich will garnicht ausführen, wie oft mir jemand Geld überwies, meist waren es nur 5 mark (damals) aber einmal waren es sogar 100 mark, im Endeffekt habe ich damals bestimmt fast 1000 mark an dem programm verdient. Weshalb bei Literatur nicht genauso, kostenlos ins Internet und Bankverbindung angeben und wenn jemand die Geschichte wirklich gefällt, die überweisen teilweise schon, das glaubt man nie, aber es ist so.

Ich glaube im Endeffekt kommt man da Netto oft viel besser weg als hier und man hat eventuell durch die kostenlose Geschichte einen Riesenhaufen an Lesern und darum geht es uns doch wirklich, unsere Werke sollen gelesen werden. Reich wird hier sicher niemand, oder eventuell einer von 100.000.
Zuletzt geändert von noteingang am 05.12.2008, 09:03, insgesamt 1-mal geändert.

DavidLiese
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Re:

von DavidLiese (05.12.2008, 08:57)
@ noteingang: Weil niemand einen 180seitigen Roman im Internet liest.

Hanna
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Re:

von Hanna (05.12.2008, 09:03)
Mein Problem hatte mit einem guten oder schlechten Manuskript nichts zu tun, sondern mit einem nicht existierenden Verlag und damit verbundener Veruntreuung. Mit falschen Versprechungen und Lügen.
Da klönt man ständig über DKZV's. Dabei gibt es wahrlich auch schwarze Schafe unter den Agenten.
Hanna

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noteingang
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Re:

von noteingang (05.12.2008, 09:03)
DavidLiese hat geschrieben:
@ noteingang: Weil niemand einen 180seitigen Roman im Internet liest.


pdf download anbieten, mir Ausdruckrechten

Und wenn man es schlau anstellt, verdient man sogar an den Klicks auf der eigenen Seite, Werbung etc

andie

Re:

von andie (05.12.2008, 09:28)
Na dann viel Spaß beim Ausdrucken, Papierverbraten und Tinteverschleudern cheezygrin

LG, Andrea

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