Originaltexte in Memoiren: Wie gehe ich mit Fehlern um?

Verträge, Rechte und Pflichten: Was man als Autor beachten sollte.


rbader
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Originaltexte in Memoiren: Wie gehe ich mit Fehlern um?

von rbader (22.12.2008, 02:23)
Hallo Autoren

Hier zunächst zum Kontext meiner Frage:

Ich arbeite gegenwärtig an einem Buch, das auf den Kindheits- und Jugenderlebnissen meines Vaters basiert (in Köln geboren, verstecktes Kind in Belgien, nach dem Krieg in Palästina/Israel). Der Zeitraum ist ca 1931-1956.

Die Form des Buchs lässt sich nicht klar einordnen, passt aber wohl am ehesten in die Kategorie Memoiren.

Ursprünglich sollte das Buch rein auf den Erzählungen meines Vaters und anderer Familienmitglieder sowie auf ein paar Briefen und anderen Zeitdokumenten beruhen.

Vor ein paar Monaten gelangte ich dann vollkommen unerwartet an einen fast kompletten Briefwechsel zwischen meinem Vater, seinem Bruder und anderen Personen aus den entscheidenden Jahren.

Nun überlege ich, ob es funktionieren könnte, sowohl die Erzählungen als auch die Briefe auf eine ansprechende Art im selben Buch zusammenzutragen.

In diesem Zusammenhang habe ich das folgende Problem und bitte euch bitte euch um eure Meinung:

Wie soll ich mit den zahlreichen Rechtschreib- und Zeichensetzungsfehlern in den Briefen umgehen? Am liebsten würde ich daran nichts ändern, denn sie erzählen auch eine Geschichte über Menschen auf der Flucht/im Exil und was mit ihrer Muttersprache passiert.

Im Buch meiner Mutter, dass nur ein paar Briefe enthielt, löste ich dieses Problem, indem ich an den entsprechenden Stellen eine Fußnote benutzte, die klarstellte, dass der Orginaltext ohne Korrektur wiedergegeben wurde.

Mir ist natürlich grundsätzlich die Benutzung des Zusatzes "sic" vertraut, aber das käme hier nicht in Frage, auch wenn ich es beim Transkribieren erstmal eingetragen habe, damit ich weiß, welche Fehler von mir stammen und welche aus dem Original.

Was meint ihr? Alles korrigieren? Nichts korrigieren?

Schönen Gruss
Ruth

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Zoba
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Re:

von Zoba (22.12.2008, 08:52)
Hi,

die wichtigsten Fragen hier sind:

Leben diese Personen noch?

Sind sie mit der Nutzung ihrer Schriftwerke einverstanden?

Du kannst nicht einfach Texte Dritter (auch der eigenen Familie) nutzen, wenn du nicht entweder das Nutzungsrecht/Urheberrecht geerbt hast, oder diese Menschen dir die Erlaubnis zur Veröffentlichung gegeben haben. Gegebenenfalls müssen sie alle befragt werden, bzw. alle Erben damit einverstanden sein. Das ist das rechtliche Problem.

Und wenn diese Menschen noch leben, dann würde ich sie auch direkt fragen, ob sie die Briefe ohne Korrekturen veröffentlicht sehen wollen.

Ich könnte mir zB vorstellen, daß es jemandem durchaus peinlich sein könnte, wenn bekannt wird, daß er/sie so viele Fehler beim Schreiben machte, bzw. weiteren Nachfahren dieser Menschen könnte dies peinlich sein. Dies wäre das (zwischen)menschliche Problem.

Ich würde jedenfalls sicherstellen, daß ich überhaupt das Recht habe, die Briefe zu verwenden und ich würde zusehen, die Leute zu fragen bzw. eventuelle weitere Rechteinhaber und Verwandte zu fragen, was sie davon halten.
Gruß,

Zoba

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rbader
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Re:

von rbader (22.12.2008, 09:31)
Danke fuer deine Kommentare, Zoba. Ich habe die Erlaubnis der entsprechenden Personen zur Veroeffentlichung und den Inhalt so zu bearbeiten, wie es mir sinnvoll erscheint. Aber es ist gerade die Frage, was hinsichtlich der Fehler die beste Loesung ist, die ich gerne klaeren wuerde.

Schoenen Gruss,
Ruth

rbader
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Re:

von rbader (22.12.2008, 09:35)
Danke fuer deine Kommentare, Zoba. Ich habe die Erlaubnis der entsprechenden Personen zur Veroeffentlichung und den Inhalt so zu bearbeiten, wie es mir sinnvoll erscheint. Aber es ist gerade die Frage, was hinsichtlich der Fehler die beste Loesung ist, die ich gerne klaeren wuerde.

Schoenen Gruss,
Ruth

hwg
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Re:

von hwg (22.12.2008, 09:39)
Also, ich würde den Text der Briefe ins heute gebräuchliche Deutsch "übersetzen" und Auszüge aus dem Original als
Faksimile beifügen.

Amator Artium

Re:

von Amator Artium (22.12.2008, 10:10)
Vielleicht wäre die Frage hier leichter zu beurteilen, wenn Du einen typischen Auszug aus solch einem Brief hier einstellen würdest. Dann könnte man konkreter sagen, ob es so für den Leser genießbar oder aufschlußreich bzw. für den Autoren peinlich wäre oder nicht.


Viele Grüße,
Sigmar

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hawepe
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Re: Originaltexte in Memoiren: Wie gehe ich mit Fehlern um?

von hawepe (22.12.2008, 10:31)
Hallo Ruth,

rbader hat geschrieben:
Mir ist natürlich grundsätzlich die Benutzung des Zusatzes "sic" vertraut, aber das käme hier nicht in Frage, auch wenn ich es beim Transkribieren erstmal eingetragen habe, damit ich weiß, welche Fehler von mir stammen und welche aus dem Original.

Was meint ihr? Alles korrigieren? Nichts korrigieren?


Eine sehr komplizierte Frage. Meiner Meinung nach solltest du dir als erstes überlegen, ob es sich eher um belletristisch gestaltete Memoiren oder eher um ein Zeitzeugnis handeln soll.

Bei ersterem steht es dir natürlich frei, die Briefe zu korrigieren. Bei zweiteren würde ich darauf verzichten.

Dass du die Nutzungsrechte für die Briefe brauchst, wurde bereits gesagt. Ggfs. würde ich mir aber auch noch die Zustimmung zur unveränderten Veröffentlichung der Briefe holen. Vielleicht mag ja der eine oder andere doch nicht, wenn seine Fehler abgedruckt werden. Notfalls nimm einige Briefe aus der Zustimmung aus oder sichere dir die Abdruckgenehmigung für jeden einzelnen Brief gesondert.

In den jeweiligen Zitaten würde ich aber auf jede Kennzeichnung verzichten. Das ist eigentlich nur bei Zitaten aus wissenschaftlichen Werken nötig, weil man in ihnen keine Rechtschreibfehler usw. erwartet. Für die Briefe reicht ein Hinweis im Vorwort. Dort lässt es sich auch sehr nett formulieren, von wegen unter großem Zeitdruck, mit knurrendem Magen, usw.

Beste Grüße,

Heinz.

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Rainer Paul
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Re:

von Rainer Paul (22.12.2008, 10:33)
Liebe Ruth,
ich finde die Wiedergabe im Original besser, auf diese Weise kann sich der Leser eher in die betreffende Person einfühlen. Die Texte in Auszügen zu "übersetzen" und die Originale in Kopie in den Anhang stellen ist m.E. dann sinnvoll, wenn die wiederzugebenden Texte zu lang sind, und dabei die Gefahr besteht, daß der Leser die Verbindung zum Erzählzusammenhang verliert.
Eine schwere Entscheidung, aber ich würde die Wiedergabe im Original vorziehen, wenn die Texte typische Aussagen wiedergeben, die für die Beschreibung von Personen und Ereignissen von Bedeutung und nicht zu lang sind ( etwa 1 bis eineinhalb Seiten).
Ansonsten kurze Passagen auswählen, nicht "übersetzen" und in Fußnote auf die komplette Wiedergabe im Anhang verweisen.

Liebe Grüße
Rainer
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Speedy
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Re:

von Speedy (22.12.2008, 11:25)
Ich würde die Briefe so behutsam wie möglich korrigieren, d.h. offensichtliche Rechtschreibfehler zwar beheben, jedoch Satzbau und Zeichensetzung unverändert lassen. Gleichzeitig würde ich vor jeder Korrektur überlegen, ob es sich hier tatsächlich um einen Schreibfehler handelt oder es sich eventuell um ein im Dialekt oder gar einer anderen Sprache geschriebenes Wort handelt. Das würde ich dann auf jeden Fall unverändert lassen.

So oder so, Du hast Dir da eine ganz schöne Arbeit vorgenommen und ich wünsche Dir dabei viel Erfolg.

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Zoba
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Re:

von Zoba (22.12.2008, 13:35)
Hi,

nachdem du die Rechte hast, noch ein konkreter Kommentar zur Form.

Ich würde es vermutlich auch so halten, sanft zu korrigieren, also die offensichtlichen Rechtschreibfehler herausnehmen, aber den Tonfall lassen.

Es läßt sich nicht sagen, wie Bekannte und Freunde dieser Menschen, oder der Nachfahren dieser Leute, oder auch völlig Fremde reagieren werden. Solche Veröffentlichungen könnten auch irgendwann gewaltig in die Hose gehen, es gibt Menschen, die sich auf solche Schwächen stürzen und sie ausweiden. Ich würde niemanden einer solchen Gefahr aussetzen, wenns nicht sein muß.

Einmal publiziert läßt sich so etwas nicht un-publizieren. :wink:

Man sollte auch einfach einmal hinterfragen, ob dies (das unkorrigierte Veröffentlichen) sein muß oder nicht. Wenn nicht, dann kann man auch allein schon deshalb darauf verzichten.
Gruß,



Zoba



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Judith
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Re:

von Judith (22.12.2008, 23:34)
Hallo Ruth,

ich würde es auch wie speedy und Zoba machen. Auf jeden Fall hast du dir eine schwere Aufgabe vorgenommen!

Grüßle,
Judith
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rbader
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Vielen Dank

von rbader (23.12.2008, 08:33)
Zunächst mal eine Entschuldigung für das zweifache Absenden meiner letzten Nachricht. Ich habe etwas übereifrig den Internetzugang auf meinem Handy getestet und dabei auf dem kleinen Display nicht mitgekriegt, dass ich dieselbe Nachricht 2x rausschickte. Das ist mir erstmal eine Lehre, und ich lasse lieber in Zukunft die Finger davon. :oops:

Jetzt aber zum eigentlich Teil: Recht herzlichen Dank an alle für die guten Ratschläge! Die verschiedenen Beiträge sind für mich sehr hilfreich, und ich werde das Problem und die weiteren Konsequenzen der einen oder anderen Vorgehensweise nochmal überdenken.

@Zoba: Die von dir angesprochenen Themen (Urheberrechte schützen, Nutzen und Risiken der Publikation) bewegen mich seit Jahren, d.h. seitdem ich an diesen Zeitzeugen-Geschichten arbeite und dafür Materialien sammle bzw Gespräche mit den relevanten Personen führe. Die Frage der Auswirkungen einer Veröffentlichung auf die (direkt oder indirekt) Betroffenen ist natürlich eine schwierige. Sowohl für das bereits veröffentlichte Buch (meiner Mutter) als auch für das gegenwärtige (meines Vaters) habe ich immer akzeptiert, dass es eventuell gar nicht zu einer Veröffentlichung von bestimmten Teilen und dem Buch als Ganzem kommen kann. Beim ersten Buch glaube ich die richtige Balance zwischen der „Notwendigkeit“ der Publikation einerseits und den damit verbundenen Risiken andererseits gefunden zu haben.

@hwg: Vielen Dank für den Vorschlag, ich denke, darauf wird es wohl hinauslaufen, d.h. überwiegend (sanft) korrigierter Text, und hier und da Abbildungen von entscheidenden (leicht lesbaren) Originalbriefen.

@Sigmar: OK, kann ich verstehen, dass ein Auszug das Problem greifbarer machen würde. Hier drei Beispiele (Originaltext ohne Korrektur):

„Ich habe heute schon gearbeitet. Ja, M. wenn du kommst must du unbedinkt dass handtuch dass bei Dir vergessen habe mitbringen und die grosse Brillen mit welche ich gekomen bin mitbringen weil sie niecht mir gehören.“

„Ich habe gehofft zu Dir kommen zo habe ich nicht zo gelernt wie ich es sonst getan hatte. Mir felten aber nur 3 Punkten für 75% zu haben.“

„Seidt nicht böse und glaut nicht daß ich vergessen habe oder undankbar bin. Aber hoffe daß nachdem Du meine Zeilen gelesen hast mich verstehen wirst.“

@Heinz: Ich denke, dieses zweite Buch ist (im Gegensatz zum ersten) klarer als Zeitzeugnis zu definieren. Daher rührt auch mein Grübeln, denn die Authentizität der Aussagen ist mir wichtig. Zugleich frage ich mich, ob die zahlreichen Zeichensetzungs-, Rechtschreib und Grammatikfehler nicht ein zu großer Störfaktor beim Lesen sein könnten. Übrigens mache ich mir keine Sorgen, dass von den Überlebenden jemand etwas an den Fehlern peinlich oder unangenehm finden könnte. Da erhebt ohnehin niemand für sich den Anspruch auf einwandfreies Deutsch.

@Rainer: Kurze Passagen „unübersetzt“, aber mit Fußnote, das könnte gut funktionieren. Ich frage mich rückblickend, ob ich das im ersten Buch besser hätte handhaben sollen/können. Da sind ein paar Briefe, mit Ausnahme anonymisierter Namen und heikler Textstellen, komplett und unkorrigiert wiedergegeben.

@Speedy: Das richtige Maß an Behutsamkeit zu finden, das wird wohl die Hauptherausforderung sein. Ich weiß nicht, ob die ganzen Zeichensetzungsfehler bei längeren Passagen nicht störend wären.

@Judith: Ja, ich glaube auch „softly, softly“, wie man hier sagt, ist da die Divise.

Nochmals herzlichen Dank für eure Gedanken zu diesem Thema.

Schönen Gruss
Ruth

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Zoba
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Re:

von Zoba (23.12.2008, 10:15)
Hi Ruth,

die Beispiele sind ziemlich erleuchtend. Nein, so etwas ließe ich persönlich von keinem meiner Verwandten in ein veröffentlichtes Buch. Nie und nimmer. Selbst die etwas dröge Großtante würde sicher nicht so von mir bloßgestellt.

Übrigens kannst du dir tausendmal sicher sein bei denen, mit denen du dich unterhalten kannst. Aber mit jenen, mit denen du dich nicht unterhalten kannst, weil sie noch nicht geboren sind oder dir unbekannt sind, kannst du dich nun mal nicht abstimmen.

Ist schon zigmal passiert, irgendwer gräbt irgendwann solche Texte aus, benutzt sie, um davon Betroffene zu verunglimpfen, was regelmäßig wenig Anklang bei den Betroffenen findet. Es gibt durchaus den einen oder anderen Politiker, der wegen so etwas nie über die Kreisebene herauskam, den Priester, der immer nur ein solcher blieb, den mittleren Manager, der es nie über diese Hürde hinaus schaffte. Die Umwelt sieht so etwas als Makel an, immer noch und teilweise auch bei vielen wieder.

Für entsprechenden psychisch-seelischen Schmerz reicht aber auch aus, daß die neue Freundin deines Enkels, die mit der er eine Familie gründen will, über diese Memoiren stolpert, sie liest und sich unbefangen darüber lustig macht.

Was die Korrekturen betrifft, so muß man sicher kein perfektes Hochdeutsch daraus machen, Satzzeichen sind ebensowenig das Problem, die krassen Fehler, die sollte man ganz einfach ausbessern. Im Übrigen wären diese Texte zumindest bereits so altertümlich geschrieben, daß man das Verbessern auch tatsächlich mit besserer Verständlichkeit für den Leser rechtfertigen kann.

Was die Authentizität des Gesamten betrifft, so läßt sich für bestimmte Personen in einem einfachen Nebensatz abklären, daß z.B. Deutsch (oder Englisch oder was auch immer) nicht ihre Muttersprache ist. Es reicht völlig anzumerken, daß A. oder S. nur gebrochenes Deutsch sprach. Darunter kann sich auch jeder etwas vorstellen, ohne daß derjenige bloßgestellt wird. angle:

Darauf paßt noch ein nettes Beispiel, das das Ganze sehr deutlich macht: Sowohl Heinrich Lübke als auch John F. Kennedy waren Präsidenten, über Lübke wird heute noch wegen des Satzes "equal goes it loose" gelästert, Kennedys "Ich bin ein Berliner" ist die ernstzunehmende Äußerung geblieben, die sie damals war. Beide Sätze prägen also heute noch den Eindruck, den wir von diesen Menschen haben.
Gruß,



Zoba



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Christoph S.
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Re:

von Christoph S. (23.12.2008, 11:22)
Schwierige Frage. Ich würde offensichtliche Rechtschreibfehler (zo, dass, must) in jedem Fall korrigieren. Die "große Brillen" würde ich als persönlichen, mundartlich eingefärbten Stil stehen lassen, das gelegentliche Auslassen des Subjekts ebenso. Dazu den bereits erwähnten Satz im Vorwort, dass du genau das getan hast, nämlich die Rechtschreibung zugunsten der Lesbarkeit behutsam korrigiert hast, den Stil jedoch unverändert übernommen.
Viel Glück mit dem sicher sehr interessanten Projekt.
Christoph
He either fears his fate too much,
Or his deserts are small,
That puts it not unto the touch,
To win or lose it all.
(Montrose) - www.montrose-de.net

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hawepe
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Re: Vielen Dank

von hawepe (23.12.2008, 12:30)
Hallo Ruth,

rbader hat geschrieben:
Hier drei Beispiele (Originaltext ohne Korrektur):

„Ich habe heute schon gearbeitet. Ja, M. wenn du kommst must du unbedinkt dass handtuch dass bei Dir vergessen habe mitbringen und die grosse Brillen mit welche ich gekomen bin mitbringen weil sie niecht mir gehören.“

„Ich habe gehofft zu Dir kommen zo habe ich nicht zo gelernt wie ich es sonst getan hatte. Mir felten aber nur 3 Punkten für 75% zu haben.“

„Seidt nicht böse und glaut nicht daß ich vergessen habe oder undankbar bin. Aber hoffe daß nachdem Du meine Zeilen gelesen hast mich verstehen wirst.“

@Heinz: Ich denke, dieses zweite Buch ist (im Gegensatz zum ersten) klarer als Zeitzeugnis zu definieren.


Nach deinen Beispielen ist mir dein Problem sehr viel klarer. Diese Massierung von Fehlern ist mit Zeitdruck und Hunger nicht mehr glaubwürdig zu entschuldigen.

Ich denke, ich würde in diesem Fall dann doch eher zu sanften Eingriffen neigen, auch wenn die Briefe dann für wissenschaftliche Veröffentlichungen nicht mehr zitierfähig sind. Selbst wenn diese Menschen nicht mehr leben oder nichts einzuwenden haben, sie haben Nachfahren, denen es peinlich sein könnte.

Beste Grüße,

Heinz.

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