keine Chance für Legastheniker

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Rudolf
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Re:

von Rudolf (22.12.2008, 17:14)
Das dir der Satz bekannt vorkommt kann ich verstehen, deswegen mein Einwand, es sagt zwar nichts. Meine Frage war, kann es sein, das die Österreicher mit einer anderen Sprache besser umgehen können? Übrigens der einzige der mich eigentlich nicht angegriffen hat ist Lord Kotz
Das ist eine Basis, mit der man doch mal anfangen könnte.

büchernarr

Re:

von büchernarr (22.12.2008, 18:36)
Hallo Rudolf,
ich hatte keineswegs die Absicht, dich in irgendeiner Form "anzugreifen".
Sollte das unbeabsichtigt geschehen sien, bitte ich um Entschuldigung, bevor ich mich hier ausklinke..
Immerhin bleibt dir ja noch Lord Kotz zum Zwiegespräch.

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cosmopolit
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Re:

von cosmopolit (22.12.2008, 19:02)
LordKotz
Faszinierend.

Doch ehrlich ich bin immer wieder fasziniert davon wie sehr sich die Menschen doch über eine „Banalität“ auseinander setzen können.
Sicherlich ist es richtig und auch wichtig, die Sprache zu beherrschen.
Ich selbst tue es nicht zu 100%, ein Manko der mir bewusst ist und den mir viele Leute gerne wieder und wieder unter die Nase reiben. Und trotz oder gerade wegen meiner zahllosen „Fans“ da draußen arbeite ich stetig an mir!
Was mich dabei irritiert ist lediglich der Umstand das sie im Bezug auf das geschriebene überhaupt nicht auf den Inhalt eingehen. Es ist tatsächlich so! Es wird sich belustigt aufgrund „Handwerklicher“ Mängel und die Geschichte oder was auch immer wird unter den Teppich gekehrt. Würde mich nicht wundern wenn der eine oder andere „GROßMÄCHTIGE“ Schriftsteller heimlich dann doch mal den Inhalt studierte und sich danach daran gemacht hat etwas ähnliches zu schreiben.
Natürlich rein hypothetisch!

Letztlich kann auch eine Kartoffel Brot backen wenn man sie nicht permanent zu Pommes Frites verarbeitet sondern ihr zeigt wie das mit dem Mehl und dem Wasser funktioniert.
Aber in der Realität wird halt Pommes draus.

Natürlich heißt das nicht das jeder der schreiben will das auch kann!

2/3 macht das Talent aus, 1/3 die Handwerkskunst.
Letzteres kann man lernen, ersteres nicht!

Genau so ist es.
Aus Wikipedia
Der größte Teil der künstlerisch Tätigen versucht, persönliche Befriedigung im Schaffen selbst zu finden - ohne dass die öffentliche Anerkennung unwillkommen wäre. Die öffentliche Präsenz eines Künstlers oder einer Künstlerin kann jedoch zu einem großen Teil davon abhängen, ob sie sich zum medialen Hochleistungsmanager ihrer individuell ausgeformten Kunst und einer Kunststrategie eignen, und mit einschlägigen Spezialisten zusammenarbeiten. Der Name des Künstlers kann zur Handelsmarke werden und seine mediale Präsenz sein Kapital. Die Orientierung an bekannten Künstlernamen und ihre ständige Erwähnung (engl.: namedropping) gehört daher zu den Eigenheiten des Obwohl es im Sinne der Kunst ein Ideal sein könnte, sich unvoreingenommen auf einzelne Werke einzulassen und erst von dort aus die jeweilige Künstlerin oder den Künstler zu entdecken.

Das mal für alle die sich auf die Kunst berufen.
Erwachsen wirst du nicht mit dem alter,sondern erst dann wenn du die Fehler zuerst bei dir suchst. http://uae-alfred.blogspot.com/

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (22.12.2008, 20:10)
Rudolf hat geschrieben:
Legasthenie was ist das eigentlich, als ich zur Schule ging kannte man das Wort wahrscheinlich gar nicht und ich habe es erst fiel fiel später erfahren um was es geht und jetzt ist es nicht mehr zu ändern. Meine Legasthenie, hat etwas mit einen Geburtsfehler zu tun, einer Sehschwäche auf dem linken Auge, der Sehnerv sitzt nicht ganz im Zentrum.


Einer der erfolgreichsten Schriftsteller der letzten 30 Jahre ist Legastheniker. In den 1950ern wurde bei ihm im Alter von 14 Jahren ein Mangel beim (Wieder-)Erkennen von Worten festgestellt. Den Begriff Legasthenie bzw. Dyslexie gab es damals noch nicht.

Trotz - oder gerade wegen - dieser Schwäche entschloss sich dieser Legastheniker mit 19 Jahren, Romane zu schreiben. Er begann, hart an sich zu arbeiten. Er besuchte Literaturkurse an der Universität, las Bücher ohne Ende, darunter anspruchsvolle Weltliteratur, und lernte das Handwerk des Schreibens. An seinem ersten Roman arbeitete er sechs Jahre.

In der Folge veröffentlichte er im Abstand von drei bis vier Jahren zwei weitere Romane, ehe er dann, zehn Jahre nach seinem Erstling, mit einem Roman den weltweiten Durchbruch als Romanschriftsteller schaffte.

Bis heute hat dieser Legastheniker elf Romane geschrieben, von denen mehr als die Hälfte Weltbestseller wurden. Fünf seiner elf Bücher wurden verfilmt. Für ein Drehbuch hat dieser Legastheniker sogar einen Oscar bekommen.

Zum Schreiben seiner Romane sagt dieser Legastheniker selbst: "Schreiben ist wie ein Ringkampf. Man braucht Disziplin und Technik." Und Technik ist durchaus als Schreib-Handwerk zu verstehen.

Der Name dieses Legastheniker-Autors? John Irving.

Legasthenie ist offenbar kein ausreichender Grund, sich dem Schreib-Handwerk zu verweigern.

LG
Siegfried

Rudolf
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Re:

von Rudolf (22.12.2008, 20:33)
Danke für deine nüchterne und Sachliche Feststellung

Rudolf
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Re:

von Rudolf (22.12.2008, 20:45)
Ich habe einmal versucht mein Buch so zu beginnen was ist daran nicht richtig ich wäre dankbar wenn sich jemand die Mühe macht es anders auszudrücken und es mir über Mail zu schickt

Ein wunderschöner Sommer Morgen, aus tiefblauen Himmel hörte man die Lärchen singen, der Duft von frisch gemähten Gras wurde von einer leichten Brise herüber getragen auf den Friedhof, der am Ortseingang von Winingsbühl angesiedelt war. Das Totenglöcken klingelte einen Rhythmus, den man schon oft hörte und einem immer wieder in eine schwermütige Stimmung versetzte, denn es bedeutete, das der Pfarrer seine Ansprache in der Aussegnungshalle beendete und den Sarg mit Weihwasser besprüht.
Der Bürgermeister verließ als erster die Aussegnungshalle, durch ein leichtes nicken seines Kopfes begann die Örtliche Blaskapelle der Feuerwehr mit dem Trauermarsch von Mozart in c-Moll. Leider hat Willi mit der großen Tuba wie immer seinen Einsatz verschlafen. Die ersten Trauergäste hatten beim heraustreten durch das große Tor mit der Fassung zu kämpfen, mache bissen sich sogar auf die Lippen um nicht lauthals lachen zu müssen.
Bis die Blaskapelle den gemeinsamen Rhythmus fand vergingen quälende 20 Sekunden und das ist lang, sehr lang.
Langsam setzte sich die Trauergemeinde in Bewegung. Zu Grabe getragen wurde Frau Marianne Elisabeth Seifert, sie hatte das Biblische alter von 97 Jahren erreicht. Friedlich muss sie unsere Welt verlassen haben erzählten sich die Schwarzgekleiteten Witwen des Ortes, die bei solchen Anlässen immer zahlreich und meist vollständig vertreten sind.
Für die Gemeinde war es ein Problem, sie musste feststellen das Frau Seifert mittellos war und nur eine kleine Sterbefallversicherung hatte, die nur einen minimalen Teil der anfallenden Kosten der Beerdigung übernehmen konnte. Mann hatte sich vor zwei Tagen bei einer Gemeindesitzung beraten wie man die Kosten auf ein Minimum reduzieren könnte. Es wurde beschlossen die Ortsansässigen Gewerbetreibenden um eine Spende zu bitten. Das Hab und Gut von Frau Seifert wurde bei einer Ortsbegehung der Mietwohnung als wertlos eingestuft und man hatte sich geeinigt, eine Entrümpelungsfirma zu beauftragen, die Wohnung zu räumen. Die Beerdigung war vorbei doch die Tradition schreibt einen Leichenschmaus zwingend vor, auch wenn kein Geld dafür übrig war, es wurde um eine Eigenbeteiligung gebeten und alle haben der Situation wegen zugestimmt. Als es zum Stangerl Wirt ging, konnte man als Außenstehender nicht ahnen das es sich um eine Trauergemeinde handelt die da die Alle des Kreuzweges vom Kalvarienberg herunter kam. Laute, sehr laute Unterhaltung und viel Gelächter war zu hören. In der Wirtschaft angekommen setzten sie sich alle an ihre angestammten Plätze im Biergarten. Die Kapelle wie immer neben dem Podium das sie bei schönen Wetter

So harmlos das Buch anfängt, es endet mit eine Hetzjagd auf die zwei Söhne dieser Frau die von Amerika, wohin sie ausgewandert waren nach Deutschland kommen und etwas suchen das im Gerümpel versteckt war
Zuletzt geändert von Rudolf am 23.12.2008, 15:15, insgesamt 2-mal geändert.

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (22.12.2008, 23:32)
Alle Änderungen/Textteile/Kommentare von mir in blau ...


Ein wunderschöner Sommermorgen, aus tiefblauem Himmel hörte man die Lerchen singen, der Duft von frisch gemähten Gras wurde von einer leichten Brise herüber getragen auf den Friedhof, der am Ortseingang von Winingsbühl lag. Das Totenglöckchen klingelte einen Rhythmus, den man schon oft gehört hatte und der einen immer wieder in eine wehmütige Stimmung versetzte, denn es bedeutete, dass der Pfarrer seine Ansprache in der Kapelle beendet und den Sarg mit Weihwasser besprüht hatte.
Der Bürgermeister verließ als erster die Kapelle, nach einem leichten Nicken seines Kopfes begann die örtliche Blaskapelle der Feuerwehr mit dem Trauermarsch von Mozart in c-Moll. Leider hat Willi mit der großen Tuba wie immer seinen Einsatz verschlafen. Die ersten Trauergäste hatten beim Heraustreten durch das große Tor mit der Fassung zu kämpfen, mache bissen sich sogar auf die Lippen, um nicht lauthals lachen zu müssen.
Bis die Blaskapelle den gemeinsamen Rhythmus fand, vergingen quälende 20 Sekunden und das ist lang, sehr lang.
Langsam setzte sich die Trauergemeinde in Bewegung. Zu Grabe getragen wurde Frau Marianne Elisabeth Seifert, sie hatte das biblische Alter von 97 Jahren erreicht. Friedlich muss sie unsere Welt verlassen haben, erzählten sich die schwarz gekleideten Witwen des Ortes, die bei solchen Anlässen immer zahlreich und meist vollständig vertreten sind.
Für die Gemeinde war es ein Problem, sie mussten feststellen, dass Frau Seifert mittellos war und nur eine kleine Sterbefallversicherung hatte, die nur einen minimalen Teil der anfallenden Kosten der Beerdigung übernehmen konnte. Man hatte sich vor zwei Tagen bei einer Gemeindesitzung beraten, wie man die Kosten auf ein Minimum reduzieren könnte. Es wurde beschlossen, die ortsansässigen Gewerbetreibenden um eine Spende zu bitten. Das Hab und Gut von Frau Seifert wurde bei einer Ortsbegehung der Mietwohnung als wertlos eingestuft und man hatte beschlossen, eine Entrümpelungsfirma zu beauftragen, die Wohnung zu räumen. Die Beerdigung war vorbei, doch die Tradition schreibt einen Leichenschmaus dringend vor, auch wenn kein Geld dafür übrig war, es wurde um eine Eigenbeteiligung gebeten und alle haben der Situation wegen zugestimmt. Als es zum Stangerl Wirt ging, konnte man als Außenstehender nicht ahnen, dass es sich um eine Trauergemeinde handelte, die da, die alle des Kreuzweges vom Kalvarienberg herunter kam. Laute, sehr laute Unterhaltung und viel Gelächter war zu hören. In der Wirtschaft angekommen, setzten sie sich alle an ihre angestammten Plätze im Biergarten. Die Kapelle wie immer neben dem Podium, das sie bei schönen Wetter [Text bricht an dieser Stelle ab]


Bei dem Text handelt es sich meiner Auffassung nach weniger um einen Romananfang, sondern um einen Zeitungsartikel aus dem Lokalteil. Es gibt keine erkennbare Hauptfigur, die Erzählperspektive ist auktorial, die Erzählstimme von außen kommentierend.

Im Text selbst ist nur schwer eine Erzählstruktur zu erkennen, die Gedanken kommen sehr sprunghaft und begeben sich von der eigentlichen Handlung weg (Beisetzung von Frau Siefert, dann Rückblende auf die Gemeinderatssitzung und die Wohnungsentrümpelung).

Mehrfach tauchen Sprünge im Erzähltempus auf, außerdem sind manche Ausdrücke und Satzkonstruktionen zumindest gewöhnungsbedürftig:

"dass es sich um eine Trauergemeinde handelte, die da, die alle des Kreuzweges vom Kalvarienberg herunter kam."

Die "Ausstellungshalle" habe ich zur Kapelle abgeändert. Tote werden im Allgemeinen nicht ausgestellt, sondern aufgebahrt. Man könnte sich überlegen, es "Aufbahrungshalle" oder "Aufbahrungsraum" zu nennen, aber nicht "Ausstellungsraum".

LG
Siegfried
P.S. Ich stelle die Bewertung hier ein, damit andere auch etwas aus der Textkritik ziehen können

Rudolf
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Re:

von Rudolf (22.12.2008, 23:43)
Ich werde es mir genau ansehen. wie gesagt bei uns in der Gemeinde ist es so das sich die Trauergemeinde in der Aussegnungshalle trifft und von dort geht es dann zum Grab, wie beschrieben
Danke noch mal aber ich gehe jetzt ins Bett gute Nacht

Die Sprünge in Rückblende, kommen von meiner Drehbuchschreiberei her, mir ist da vielleicht deswegen nichts aufgefallen
Zuletzt geändert von Rudolf am 23.12.2008, 00:06, insgesamt 1-mal geändert.

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Re:

von Rudolf (23.12.2008, 00:00)
Jetzt muss ich doch noch mal, für mich war es vollkommen klar, das es sich um Marianne Elisabeth Seifert handel, da sie die einzige Person ist, die richtig vorgestellt wurde ich habe ihr extra dafür zwei Vornamen gegeben um es nochmals zu unterstreichen. Genügt das nicht? Ich würde auch diesbezüglich die Meinung von anderen hören.

Rudolf
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Re:

von Rudolf (23.12.2008, 09:40)
Ich habe mir jetzt viel überlegt, es ist bestimmt mein Fehler den Aufbau nicht in vorne herein erklärt zu haben. Vielleicht wärst du dann zu einem anderen Entschluss gekommen, bitte bleiben wir Sachlich, da hier zwei Meinungen aufeinander treffen.
Ich erkläre jetzt wie ich mir den Aufbau gedacht habe.
Diese Beerdigung ist zwar der Grund, aber Zeitlich gesehen eigentlich der Mittelteil der Geschichte, kann man auch noch besser ausschmücken! Die Trauergemeinde kommt in Biergarten und ich als Erzähler setze mich zu den Witwen an den Tisch und höre ihnen zu. Die Alten Damen tauschen Erinnerungen aus die mich noch weiter in die Vergangenheit zurück führen, bis in das Jahr 1936 Sie erzählen von der Heirat der Verstorbenen u.s.w
1936 passieren Dinge, die dem Leser klar machen, was in dem Gerümpel auf dem Boden der Verstorbenen versteckt wurde. Der Mann der Verstorbenen hat Vorsorge getroffen, für seine Alter. Aber nicht legal, er wird aber im Russlandfeldzug als Vermisst gemeldet und kommt nicht mehr zurück. Die Verstorbene hat aber nun das Teil, da es aber unrechtmäßig von ihrem Man angeeignet war, konnte sie es nie veräußern.
Die Gemeinde hat es aber bei der Ortsbegehung nicht gefunden, weil es versteckt war.
Also passieren ein paar gewaltige Sprünge. Ich möchte aber nicht jeden Satz mit dem Wort Rückblende beginnen, wie es schon mal üblich war, das man jetzt aber nur noch bei Drehbüchern anwendet. Was die Vorstellung der Person betrifft, es wird die ersten zehn Seiten nur von dieser Person erzählt, das müsste als Vorstellung doch genügen. Ich habe bemerkt, das du kein Wort darüber verloren hast, über Willi den Tuba Spieler, der mich als Leser wahrscheinlich zum Lachen gebracht hätte, aber einen Lektor völlig kalt lässt und das ist glaube ich das Hauptproblem. Ein Lektor liest die Geschichte nicht, er begibt sich auf Fehler Suche. Darum habe ich bei der Eröffnung des Forums auf die Lektoren so gewettert und Gott sei dank hast du dir die Mühe gemacht nach berühmten Legasthenikern zu suchen, ich hätte in vorne herein auf John Irving hinweisen können aber ich habe es nicht getan, sonst hätte jemand gesagt ich bin größenwahnsinnig. Noch ein Hinweis, es ist nicht der einzige Schriftstellen der Legastheniker war oder ist. Die Legasthenie bekommt man nie raus, bin ich der Meinung, Jetzt habe ich mich selbst erwischt, würdest du nicht sagen, der Meinung bin ich? Was hört sich besser an, für den Leser, für den Lektoren. Also tut sich bei mir zwangsläufig die Frage auf, erzählt ein Legastheniker seine Geschichte anders, ist es gerade das was das Publikum begeistern könnte, weil es anders klingt. Hatten diese Schriftsteller einen Vorteil dadurch. Auch eine Frage die ich schon mal gestellt habe, hätte ich mit meiner Art zu schreiben in Österreich mehr Chancen. Nicht weil man Witze über sie macht, sondern weil deren Sprache farbiger ist und die Lektoren auch diese Sprache sprechen.
Als ich den Spruch des Tages bei der Foren Öffnung eingestellt habe, hatte ich auch auf eine Reaktion gehofft, ich war fast flach gelegen als er mir einfiel, aber hier findet man ihn anscheinend gar nicht lustig, auch ein Phänomen das mir zu denken gibt.
Ich will aber auch das es alle begreifen das Legasthenie mit Dummheit nicht gleichzustellen ist, EINSTEIN war Legastheniker. Leonardo da Vinci
Ich habe mit 20 Jahren ein Gebrauchsmuster angemeldet, das Motorrad auf Wasserski, wollte kein Schwein haben. 15 Jahre später habe ich es auf der Leinwand in einen James Bond Film sehen müssen. Ich will damit sagen. dass ich in meiner Jugend schon Kreativ war, nur in einem anderen Bereich und damals schon gegen Windmühlen gekämpft habe, erfolglos. Du würdest wahrscheinlich schreiben, das ich damals schon erfolglos gegen Windmühlen gekämpft habe. Das ist noch ein Beispiel wie ich eine Geschichte erzählen würde. Was klingt in deinen oder den Ohren eines Lesers besser, oder interessanter. Ich will damit sagen das eine exakte Schreibe für mich klingt, wie die Gebrauchsanleitung einer Waschmaschine und ich mich des Gähnens ich erwehren kann. Das hier zwei grundsätzliche Meinungen aufeinander treffen ist mir klar, aber solltest nicht auch du deine Blockade brechen und die Sache zumindest überdenken.

Ich möchte nur am Rande kurz erwähnen, dass ich auch schon Positive Reaktionen über E-Mail erhalten habe und nicht ganz alleine stehe. Man kann mich auch verbessern, mit meiner Meinung nicht ganz alleine stehe, ist für mich aber langweilig da auch so jeder weiß was gemeint ist.

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (23.12.2008, 15:10)
Rudolf hat geschrieben:
Ich werde es mir genau ansehen. wie gesagt bei uns in der Gemeinde ist es so das sich die Trauergemeinde in der Aussegnungshalle trifft und von dort geht es dann zum Grab, wie beschrieben


Siehst du: Hier schreibst du von einer Aussegnungshalle. In deinem Text heißt es Ausstellungshalle. Das ist ein Unterschied (Autos werden ausgestellt, nicht Verstorbene)

Rudolf hat geschrieben:
Jetzt muss ich doch noch mal, für mich war es vollkommen klar, das es sich um Marianne Elisabeth Seifert handel, da sie die einzige Person ist, die richtig vorgestellt wurde ich habe ihr extra dafür zwei Vornamen gegeben um es nochmals zu unterstreichen. Genügt das nicht?


Marianne Elisabeth Seifert ist weder die Erzählstimme des Textes (was dann vermutlich zu einer personalen Erzählprspektive in der dritten Person Singular führen würde), noch ist Marianne Elisabeth Seifert als Hauptfigur der Handlung erkennbar (sie ist tot und wird zu Grabe getragen, fällt als handelnde Figur in dieser Szene folglich aus). Die Erzählperspektive ist auktorial, dazu mit einer sehr großen Distanz zu geschilderten Handlung. Deshalb berührt die Szene den Leser auch recht wenig.

Rudolf hat geschrieben:
Ich erkläre jetzt wie ich mir den Aufbau gedacht habe.
Diese Beerdigung ist zwar der Grund, aber Zeitlich gesehen eigentlich der Mittelteil der Geschichte, kann man auch noch besser ausschmücken! Die Trauergemeinde kommt in Biergarten und ich als Erzähler setze mich zu den Witwen an den Tisch und höre ihnen zu.


Heißt das, es gibt einen Ich-Erzähler als handelnde Figur in dem Roman? Steht so nicht im Text, kann von mir also auch nicht bewertet oder kommentiert werden.

Rudolf hat geschrieben:
Die Alten Damen tauschen Erinnerungen aus die mich noch weiter in die Vergangenheit zurück führen, bis in das Jahr 1936 Sie erzählen von der Heirat der Verstorbenen u.s.w


Auch das steht nicht in dem von dir vorgestellten Text. Ich kann nur das beurteilen, was mir vorgelegt wird.

Rudolf hat geschrieben:
1936 passieren Dinge, die dem Leser klar machen, was in dem Gerümpel auf dem Boden der Verstorbenen versteckt wurde. Der Mann der Verstorbenen hat Vorsorge getroffen, für seine Alter. Aber nicht legal, er wird aber im Russlandfeldzug als Vermisst gemeldet und kommt nicht mehr zurück. Die Verstorbene hat aber nun das Teil, da es aber unrechtmäßig von ihrem Man angeeignet war, konnte sie es nie veräußern.
Die Gemeinde hat es aber bei der Ortsbegehung nicht gefunden, weil es versteckt war.
Also passieren ein paar gewaltige Sprünge. Ich möchte aber nicht jeden Satz mit dem Wort Rückblende beginnen, wie es schon mal üblich war, das man jetzt aber nur noch bei Drehbüchern anwendet. Was die Vorstellung der Person betrifft, es wird die ersten zehn Seiten nur von dieser Person erzählt, das müsste als Vorstellung doch genügen.


Die Rückblenden, die Rückerinnerungen mögen auf Läge des ganzen Romanes vielleicht Sinn machen. Hier in der vorgestellten Szene kommen sie als Paket und reißen den Handlungsstrom derart auseinander, dass der Text stilistisch zu einem Zeitungsartikel mutiert.

Rudolf hat geschrieben:
Ich habe bemerkt, das du kein Wort darüber verloren hast, über Willi den Tuba Spieler, der mich als Leser wahrscheinlich zum Lachen gebracht hätte, aber einen Lektor völlig kalt lässt und das ist glaube ich das Hauptproblem.


Die Frage ist, warum du diesen Einschub mit Willi und seiner Tuba bzw. dem Orchester, das den Takt nicht halten kann, eingebaut hast - und dabei insbesondere den Tubaspieler Willi in den Vordergund schiebst. Hat dieses Bild des jämmerlichen Orchesters eine Bedeutung für die Handlung? Soll sie die Trauergesellschaft oder die Bürger des Ortes in irgendeiner Art und Weite charakterisieren? Soll das schräge Musizieren die Trauerszene in irgend einer Weise aushebeln? Wenn etwas in einem Roman geschieht, sollte es einen ausreichenden Grund dafür geben, eine Absicht. Ansonsten ist das - böse gesagt cheezygrin - nichts weiter als "Zeilenschinderei". cheezygrin

Rudolf hat geschrieben:
Ein Lektor liest die Geschichte nicht, er begibt sich auf Fehler Suche.


Ein Lektor liest die Geschichte sehr wohl, allerdings ist es seine Aufgabe, die Geschichte auf Schwachpunkte abzuklopfen. Das beste Buch, das die Zusammenarbeit zwischen einem Autor und einem Lektor bei der Erarbeitung eines Romanes zeigt, ist für mich bis heute "Bestseller" von Al Zuckerman. Hier wird die Entstehung eines Romanes über vier Entwürfe begleitet und ausgiebig kommentiert. Aber Vorsicht - dieses Buch kann man nicht einfach so herunterlesen, da muss man eine Menge Arbeit reinstecken, um überhaupt zu verstehen, wo die Schwächen der einzelnen Entwürfe liegen und wie diese Schwächen überwunden wurden mit dem jeweils nächstfolgenden Entwurf. Ich schätze, das Buch stellt Arbeit für ein halbes Jahr dar.

Rudolf hat geschrieben:
Also tut sich bei mir zwangsläufig die Frage auf, erzählt ein Legastheniker seine Geschichte anders, ist es gerade das was das Publikum begeistern könnte, weil es anders klingt. Hatten diese Schriftsteller einen Vorteil dadurch.


Es ging mir nicht darum, ob Legastheniker Geschichten anders erählen, es ging mir mit dem Beispiel John Irving darum, dass auch Legastheniker das grundsätzliche Handwerk des Schreibens erlernen können - durch harte Arbeit, so wie es Irving selbst zugibt - und man sich nicht auf die Legasthenie zurückziehen kann und anderen die Basisarbeit aufbürdet.

Rudolf hat geschrieben:
Ich möchte nur am Rande kurz erwähnen, dass ich auch schon Positive Reaktionen über E-Mail erhalten habe und nicht ganz alleine stehe. Man kann mich auch verbessern, mit meiner Meinung nicht ganz alleine stehe, ist für mich aber langweilig da auch so jeder weiß was gemeint ist.


Das ist schön, dass du positive Rückmeldungen zu deinem vorgestellten Text bekommen hast. Aber die Frage ist, ob sie dir - außer einem guten Gefühl - etwas nutzen? Und was mich an diesen positiven Rückmeldungen interessiert: Welche Qualität haben sie? Widerlegen sie die von mir in deinem Text markierten Schwachpunkte?

LG
Siegfried

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Re:

von Rudolf (23.12.2008, 15:25)
Ich werde versuchen aus deiner Kritik einen Nutzen zu ziehen, aber nur gebügelt zu werden hat auch keinen Nutzen.
Ich danke dir trotzdem das du dir die mühe gemacht hast.

Also tut sich bei mir zwangsläufig die Frage auf, erzählt ein Legastheniker seine Geschichte anders, ist es gerade das was das Publikum begeistern könnte, weil es anders klingt. Hatten diese Schriftsteller einen Vorteil dadurch.

Diese Frage war deswegen gestellt, da ich der Meinung bin dass er zwar das Handwerk gelernt hat aber wegen seiner Legasthenie vielleicht eine andre Erzähl form hatte und deswegen so erfolgreich wurde?

Ich werde mir mal seine Bücher kaufen und lesen bin gespannt was ich dabei fühle

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Re:

von Rudolf (24.12.2008, 11:17)
Da das Thema ist stocken geraten ist, führe ich wieder eine neue Frage an.

Das obere Beispiel zeigt wie ich den Roman beginnen möchte. Es sind mir bestimmt ein, oder mehrere Fehler unterlaufen. Ich möchte jetzt nicht von Grammatischen reden und komme zu dem Schluss ich hätte es näher erklären sollen.

Es ist ein Problem, wenn mir etwas selbstverständlich ist, so werde ich es nicht erwähnen, ich komme erst in diesem Moment drauf, wenn mein Schreibpartner daraus Schlüsse zieht, die ich mir wiederum im ersten Moment nicht erklären kann.
Ich muss nachdenken, Dinge die mir vollkommen klar sind, stellt mein Schreibpartner grundsätzlich in Frage.
Liegt es daran das wir total verschiedene Sprachen sprechen und dadurch bedingt, auch verschieden Auffassungen haben.
Oder kann es sein, dass man mich grundsätzlich ignorieren und vorführen möchte, darum habe ich meinen Schreibpartner einen Spitznamen gegeben - Der Beißer – Ich hoffe er hat Humor und nimmt mir das nicht übel, weil ich im Grunde der Meinung bin, ich könnte viel von ihm lernen wenn er nicht immer zubeißen würde und es wäre für mich von Vorteil, wenn er sich herablassen würde meine Sprache zu verstehen, weil ich seine bis jetzt nicht verstehen kann.

Siegfried hat geschrieben:
Siehst du: Hier schreibst du von einer Aussegnungshalle. In deinem Text heißt es Ausstellungshalle. Das ist ein Unterschied (Autos werden ausgestellt, nicht Verstorbene)


Das ist zum Beispiel ein Typisches Legastheniker Problem die Worterkennung. Ich schreibe ein Wort und das automatische Koreckturprogramm gibt mir ein Wort vor und schon wird aus Aussegnungshalle Ausstellungshalle und ich lese 20 mal drüber und merk es nicht. Aber schon bekomme ich einen Biss, obwohl er mein Problem kennt.


Rudolf hat geschrieben:
Die Trauergemeinde kommt in Biergarten und ich als Erzähler setze mich zu den Witwen an den Tisch und höre ihnen zu.


Siegfried hat geschrieben:
Heißt das, es gibt einen Ich-Erzähler als handelnde Figur in dem Roman? Steht so nicht im Text, kann von mir also auch nicht bewertet oder kommentiert werden.


Ich als Erzähler ist meiner Auffassung nicht automatisch gleich wie in diesem Fall ein Ich-Erzähler

Kann ein Missverständnis sein aber gut habe es analysiert und mich abgefunden.

Habe meinen nächsten Beitrag so begonnen, was einer Entschuldigung gleich kommt.

Rudolf hat geschrieben:
Ich habe mir jetzt viel überlegt, es ist bestimmt mein Fehler den Aufbau nicht in vorne herein erklärt zu haben. Vielleicht wärst du dann zu einem anderen Entschluss gekommen, bitte bleiben wir Sachlich, da hier zwei Meinungen aufeinander treffen.


Leider wurde nicht darauf eingegangen.

Rudolf hat geschrieben:
Der Bürgermeister verließ als erster die Aussegnungshalle, nach einem leichten Nicken seines Kopfes begann die örtliche Blaskapelle der Feuerwehr mit dem Trauermarsch von Mozart in c-Moll. Leider hat Willi mit der großen Tuba wie immer seinen Einsatz verschlafen. Die ersten Trauergäste hatten beim Heraustreten durch das große Tor mit der Fassung zu kämpfen, mache bissen sich sogar auf die Lippen, um nicht lauthals lachen zu müssen.
Bis die Blaskapelle den gemeinsamen Rhythmus fand, vergingen quälende 20 Sekunden und das ist lang, sehr lang.



Siegfried hat geschrieben:
Die Frage ist, warum du diesen Einschub mit Willi und seiner Tuba bzw. dem Orchester, das den Takt nicht halten kann, eingebaut hast - und dabei insbesondere den Tubaspieler Willi in den Vordergund schiebst. Hat dieses Bild des jämmerlichen Orchesters eine Bedeutung für die Handlung? Soll sie die Trauergesellschaft oder die Bürger des Ortes in irgendeiner Art und Weite charakterisieren? Soll das schräge Musizieren die Trauerszene in irgend einer Weise aushebeln? Wenn etwas in einem Roman geschieht, sollte es einen ausreichenden Grund dafür geben, eine Absicht. Ansonsten ist das - böse gesagt - nichts weiter als "Zeilenschinderei".


Und schon wieder beißt er zu.

Kann man nicht versuchen am Anfang, den Leser mit einer kurzen Ablenkung in eine Stimmung zu versetzen die ich ihm auf den nächsten Seiten wieder wegnehmen kann. Sollte ich ihn nicht schrittweise mit Stimmungswandel langsam dahin führen das es ein Triller wird und kein wie zu Beginn vermutet Bergdoktor. cheezygrin

Jetzt Frage ich mich auch, warum gehen die Meinungen über ein Buch so auseinander, sollte man nicht von vornherein Bücher in Klassen aufteilen und es groß auf den Umschlag schreiben, um nicht Gefahr zu laufen, es wird von einem Publikum gelesen für das es gar nicht bestimmt war? Ist es nicht gefährlich den Mittelweg gehen zu wollen und im Grunde damit keinen zufrieden zu stellen. Vielleicht, gibt es viele Menschen die eine ganz andere Auffassung der Abläufe wahrnehmen wenn man ihnen ein Buch vorlegt, gibt es darüber Studien, wie ein Buch wahrgenommen wird von verschiedenen Bevölkerungsschichten.
Zuletzt geändert von Rudolf am 24.12.2008, 15:18, insgesamt 2-mal geändert.

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Valerie J. Long
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Re:

von Valerie J. Long (24.12.2008, 14:23)
Rudolf, solltest du dich von mir persönlich angegriffen gefühlt haben, bitte ich hiermit um Entschuldigung.

Rudolf
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Re:

von Rudolf (24.12.2008, 14:36)
Entschuldigung, aber du bist nicht gemeint, du bist jemand der Objektiv ist und seine Meinung frei äußert ohne verletzend zu sein. Sollte ich bei dir den Eindruck erweckt haben, so tut mir es leid.
Ich habe gestern bei Amazon 3 Bücher bestellt "Wie man einen verdammt guten Roman schreibt" James N. Rrey "Kreativ schreiben" Fritz Gesing" sind heute schon eingetroffen und habe sie in Händen und von Siegfried empfohlenen Bestseller. Wie man einen Erfolgsroman schreibt"
Albert Zuckerman leider noch nicht da. Hoffe sie bringen mir was!

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