keine Chance für Legastheniker

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (24.12.2008, 16:43)
Rudolf hat geschrieben:
Ich habe gestern bei Amazon 3 Bücher bestellt "Wie man einen verdammt guten Roman schreibt" James N. Rrey "Kreativ schreiben" Fritz Gesing" sind heute schon eingetroffen und habe sie in Händen und von Siegfried empfohlenen Bestseller. Wie man einen Erfolgsroman schreibt"
Albert Zuckerman leider noch nicht da. Hoffe sie bringen mir was!


Dem Buch von Frey "Wie man einen verdammt guten Roman schreibt" stehe ich recht zwiespältig gegenüber, da Frey seine Thesen sehr plakativ vertritt und zum Teil stark vereinfacht. Was man im Buch von Frey aber unbedingt lesen sollte, sind die Abschnitte zum Thema "Prämisse".

Fritz Gesings "Kreativ schreiben" ist ein echtes Arbeitsbuch, doch leider schimmert immer wieder der Germanist durch, was die Arbeit in und mit dem Buch manchmal etwas trocken macht. Es ist aber deutlich gehaltvoller als das Buch von Frey.

Zu Zuckermans "Bestseller" habe ich schon das eine oder andere gesagt. Um dieses Buch zu verstehen, ist eine Menge Arbeit notwendig. So muss man wohl ein paar der in "Bestseller" genannten Bücher lesen, um die Kommentare Zuckermans zu verstehen. Absolut notwendig ist "Der Mann aus St. Petersburg" von Ken Follett, weil sich die gesamte Darstellung einer Romanentwicklung auf dieses Buch bezieht und dabei richtig in die Details geht. "Bestseller" ohne die entsprechenden Romane zu lesen bringt m. E. gar nichts.

Rudolf hat geschrieben:
Es ist ein Problem, wenn mir etwas selbstverständlich ist, so werde ich es nicht erwähnen, ich komme erst in diesem Moment drauf, wenn mein Schreibpartner daraus Schlüsse zieht, die ich mir wiederum im ersten Moment nicht erklären kann.
Ich muss nachdenken, Dinge die mir vollkommen klar sind, stellt mein Schreibpartner grundsätzlich in Frage.
Liegt es daran das wir total verschiedene Sprachen sprechen und dadurch bedingt, auch verschieden Auffassungen haben.


Vermutlich sprechen wir unterschiedliche Sprachen und vermutlich haben wir auch unterschiedliche Auffassungen, was das Schreiben und die Interpretation von Texten angeht.

Ich gehe davon aus, dass alles, was ich in einem Text vorfinde, einen Grund haben muss, der in der erzählten Geschichte eine Rolle spielt. Deshalb stelle ich bei bestimmten Sachen, die sich mir nicht erschließen, immer die Frage: "Warum steht das im Text und warum an dieser Stelle?" Wie gesagt: Wenn sich der Grund mir nicht erschließt.

Rudolf hat geschrieben:
Siegfried hat geschrieben:
Siehst du: Hier schreibst du von einer Aussegnungshalle. In deinem Text heißt es Ausstellungshalle. Das ist ein Unterschied (Autos werden ausgestellt, nicht Verstorbene)


Das ist zum Beispiel ein Typisches Legastheniker Problem die Worterkennung. Ich schreibe ein Wort und das automatische Koreckturprogramm gibt mir ein Wort vor und schon wird aus Aussegnungshalle Ausstellungshalle und ich lese 20 mal drüber und merk es nicht. Aber schon bekomme ich einen Biss, obwohl er mein Problem kennt.


Ein Biss?

Wird das falsch benutzte Wort "Ausstellungshalle" (statt "Aussegnungshalle") richtiger, weil bei dir eine Legasthenie diagnostiziert wurde? Soll ich wegen dieser Diagnose die "Ausstellungshalle" als richtig akzeptieren, wenn ich das Wort and dieser Stelle für falsch halte?

Rudolf hat geschrieben:
Rudolf hat geschrieben:
Die Trauergemeinde kommt in Biergarten und ich als Erzähler setze mich zu den Witwen an den Tisch und höre ihnen zu.


Siegfried hat geschrieben:
Heißt das, es gibt einen Ich-Erzähler als handelnde Figur in dem Roman? Steht so nicht im Text, kann von mir also auch nicht bewertet oder kommentiert werden.


Ich als Erzähler ist meiner Auffassung nicht automatisch gleich wie in diesem Fall ein Ich-Erzähler

Kann ein Missverständnis sein aber gut habe es analysiert und mich abgefunden.


Um das Missverständnis aufzuklären bzw. weitere Missverständnisse zu vermeiden, wäre es vermutlich das Sinnvollste, du würdest dein inhaltliches Verständnis der Begriffe "Autor", "Erzähler", "Erzählperspektive" und "Figur/Charakter" kurz vorstellen. Ich habe das Gefühl, dass da etwas mächig durcheinander geht.

Rudolf hat geschrieben:
Rudolf hat geschrieben:

Ich habe mir jetzt viel überlegt, es ist bestimmt mein Fehler den Aufbau nicht in vorne herein erklärt zu haben. Vielleicht wärst du dann zu einem anderen Entschluss gekommen, bitte bleiben wir Sachlich, da hier zwei Meinungen aufeinander treffen.


Leider wurde nicht darauf eingegangen.


Ich glaube nicht, dass da ein Fehler vorliegt. Die vorgestellte Szene muss für sich bewertet werden. Was ich an Anmerkungen zu der Szene geschrieben habe, gilt auch, wenn der Aufbau vorher erklärt worden wäre. Die Szene hat - für mich - bestimmte Mängel, und diese Mängel verschwinden nicht, weil eine Erklärunge vorangestellt wird.

Rudolf hat geschrieben:

Siegfried hat geschrieben:

Die Frage ist, warum du diesen Einschub mit Willi und seiner Tuba bzw. dem Orchester, das den Takt nicht halten kann, eingebaut hast - und dabei insbesondere den Tubaspieler Willi in den Vordergund schiebst. Hat dieses Bild des jämmerlichen Orchesters eine Bedeutung für die Handlung? Soll sie die Trauergesellschaft oder die Bürger des Ortes in irgendeiner Art und Weite charakterisieren? Soll das schräge Musizieren die Trauerszene in irgend einer Weise aushebeln? Wenn etwas in einem Roman geschieht, sollte es einen ausreichenden Grund dafür geben, eine Absicht. Ansonsten ist das - böse gesagt - nichts weiter als "Zeilenschinderei".


Und schon wieder beißt er zu.

Kann man nicht versuchen am Anfang, den Leser mit einer kurzen Ablenkung in eine Stimmung zu versetzen die ich ihm auf den nächsten Seiten wieder wegnehmen kann. Sollte ich ihn nicht schrittweise mit Stimmungswandel langsam dahin führen das es ein Triller wird und kein wie zu Beginn vermutet Bergdoktor.


Ich beiße nicht zu. Ich stelle Fragen. Fragen, die sich ergeben, während ich den Text lese. Etwa, warum ausgerechnet der Tubaspieler mit Namen (nur Vornamen!) erwähnt wird. Taucht er später in einer bedeutsamen Funktion im Roman wieder auf? Gibt es einen Grund - außer dem Lacher beim Leser -, die Stimmung bei der Beisetzung derart kippen zu lassen? Ist die Tote eine lächerliche Figur oder soll sie lächerlich gemacht werden? Die Fragen sind nachwievor da, bleiben aber unbeantwortet.

Rudolf hat geschrieben:
Jetzt Frage ich mich auch, warum gehen die Meinungen über ein Buch so auseinander, sollte man nicht von vornherein Bücher in Klassen aufteilen und es groß auf den Umschlag schreiben, um nicht Gefahr zu laufen, es wird von einem Publikum gelesen für das es gar nicht bestimmt war? Ist es nicht gefährlich den Mittelweg gehen zu wollen und im Grunde damit keinen zufrieden zu stellen. Vielleicht, gibt es viele Menschen die eine ganz andere Auffassung der Abläufe wahrnehmen wenn man ihnen ein Buch vorlegt, gibt es darüber Studien, wie ein Buch wahrgenommen wird von verschiedenen Bevölkerungsschichten.


Jemand, der Science Fiction liebt, wird mit einem Herz-Schmerz-Roman nicht gerade glücklich werden. Von daher gibt es durchaus Leser, die eine gewisse Erwartungshaltung an ein Buch legen. Aber das soll einen Autor beim Schreiben erst einmal nicht kümmern. Man kann es nicht allen Lesern recht machen.

Was ich mich aber viel mehr frage:
Warum gibt es hier eigentlich niemanden (außer mir), der bereit ist, deinen Text durchzuarbeiten und zu kommentieren?
Trauen die anderen sich nicht (was ich nicht glaube, denn bei Beiträgen, die sich nicht um Texte drehen, sind einige sehr schnell und deutlich mit ihren Kommentaren präsent)?
Fühlen sie sich nicht in der Lage, den Text eines anderen zu kommentieren (wie beurteilen sie dann eigene Texte oder Bücher, die sie lesen)?
Wieso gibt es hier relativ viele Autoren und Autorinnen, die um Kommentare zu ihren eigenen Texten bitten, selbst aber nie in Erscheinung treten, wenn es um die Kommentierung von Texten anderer geht?
Warum gibt es niemanden, der einen recht kurzen Text untersucht und sagt: Hier stimmt dieses nicht, dort stimmt jenes nicht, und kann das auch entsprechend begründen?

Ist dir, Rudolf, das völlig egal, dass hier niemand deinen Text durcharbeiten will. dass so wenig Resonanz kommt? Und ist das den anderen still Mitlesenden auch egal?

LG
Siegfried

Rudolf
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Re:

von Rudolf (24.12.2008, 17:24)
Erst mal vielen Dank, ich fühle mich das erste mal von dir nicht angegriffen sondern es handelt sich um eine sachliche Darstellung. Was die Resonanz auf unsere Diskussion zeigt, lese ich an den Klick´s ab, warum sich keiner beteiligt, weiß in noch nicht. Ich habe so viele Fragen eingestellt die, glaube ich nicht nur für mich interessant sein könnten. Ich glaube wenn die grundsätzliche Hackerei beendet ist und wir uns gegenseitig akzeptieren werden sich vielleicht auch andere der Diskussion anschließen. Da es sich um Betrachtungsweisen handelt die wahrscheinlich so noch nicht diskutiert wurden. und jetzt Frohe Weihnacht!

P.S. Vielleicht gibt es viele, die nicht so standhaft sind und wissen wer du bist und sich einfach nicht mit dir diesbezüglich anlegen wollen, da du selbst glaube ich, nie nachgibst und das macht dann ja auch keinen Spaß.

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Dalma Lee
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Re:

von Dalma Lee (24.12.2008, 20:36)
Rudolf hat geschrieben:
Ich glaube wenn die grundsätzliche Hackerei beendet ist und wir uns gegenseitig akzeptieren werden sich vielleicht auch andere der Diskussion anschließen. Da es sich um Betrachtungsweisen handelt die wahrscheinlich so noch nicht diskutiert wurden. und jetzt Frohe Weihnacht!

P.S. Vielleicht gibt es viele, die nicht so standhaft sind und wissen wer du bist und sich einfach nicht mit dir diesbezüglich anlegen wollen, da du selbst glaube ich, nie nachgibst und das macht dann ja auch keinen Spaß.


Nur ein kleiner Einwurf von mir cool1
Ich sehe die Anmerkungen von Siegfried nicht als "Hackerei" sondern um eine (nachvollziehbare) Anregung - die du dir ja durch deine Leseprobe ja quasi erhofft/erbeten hast.

Zu deiner Leseprobe kann ich nichts sagen, da sie mich persönlich leider nicht anspricht (nicht das Genre was ich zu lesen bevorzuge).


Schöne Feiertage cheezygrin

Rudolf
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Re:

von Rudolf (24.12.2008, 21:54)
Ich freue mich, das es jemand für mich neues geschafft hat, wenigstens, wenn auch nur für kurz, bei uns vorbei zu schauen. Ich weiß, dass mir Siegfried eine große Hilfe ist, aber auch ein Dickschädel genau wie ich und wenn sowas zusammen trifft, da rührt sich dann auch was.

Fröhliche Weihnacht

g.c.roth

Re:

von g.c.roth (25.12.2008, 06:17)
Guten Morgen!

Warum gibt es hier eigentlich niemanden (außer mir), der bereit ist, deinen Text durchzuarbeiten und zu kommentieren?
Trauen die anderen sich nicht (was ich nicht glaube, denn bei Beiträgen, die sich nicht um Texte drehen, sind einige sehr schnell und deutlich mit ihren Kommentaren präsent)?
Fühlen sie sich nicht in der Lage, den Text eines anderen zu kommentieren (wie beurteilen sie dann eigene Texte oder Bücher, die sie lesen)?
Wieso gibt es hier relativ viele Autoren und Autorinnen, die um Kommentare zu ihren eigenen Texten bitten, selbst aber nie in Erscheinung treten, wenn es um die Kommentierung von Texten anderer geht?
Warum gibt es niemanden, der einen recht kurzen Text untersucht und sagt: Hier stimmt dieses nicht, dort stimmt jenes nicht, und kann das auch entsprechend begründen?


Für mich kann ich das so beantworten:
Ich halte mich nicht für jemanden, der kompetent genug wäre, einen Text so kritisch zu hinterfragen, da ich selber ein "aus-dem-Bauch-Schreiber" bin.
Und genauso lese ich auch Texte.
Entweder sie sprechen mich an, dann lese ich mehr als zwei drei Absätze. Dann entstehen Bilder in meinem Kopf, die mich neugierig auf eine Fortsetzung machen.
Oder sie verursachen von Anfang an entweder Langeweile oder das Gefühl, nicht zu verstehen, worum es geht. Dann lese ich auch nicht weiter.

Somit bleibt mir auch nur die Möglichkeit zu sagen: "Gefällt mir, spricht mich an, will ich mehr von lesen, gibt mir Denkanstöße, macht traurig oder heiter ..."
Gefällt mir ein Text nicht, kann ich nichts dazu sagen, weil ich ihn dann nicht zu Ende lese.

Trotzdem hab ich mir den Text jetzt noch mal angesehen. Kann aber nicht wirklich formulieren, was mich an ihm stört. Deshalb habe ich versucht, ihn umzuschreiben. Dennoch ist auch der Text von mir nur ein Bericht, weil ich gar nicht weiß, worauf es am Ende ankommt, welchen Part man hervorheben sollte, weil er irgendwann wichtig sein könnte.

Ich weiß auch nicht, ob ich als Trauergast die Szene beschreibe oder als jemand, der die ganze Geschichte erzählt, ohne dabei gewesen zu sein. Ich weiß nicht, ob die Dröpeligkeit von Willi sich bei jeder Beerdigung wiederholt, ob alle froh waren, dass die Stimmung ins Heitere umschlug, oder ob Frau Seifert auch einen Menschen hatte, der um sie trauerte.

Verwirrend ist für mich die spätere Erklärung, dass der Autor zunächst den Leser in eine Richtung schicken will (in welche?), um anschließend die ganze Szene als unwichtig, wieder in der Versenkung verschwinden zu lassen.

Hier mein Versuch:
Der Bürgermeister verließ als Erster die Aussegnungshalle. Sein leichtes Kopfnicken war für die Feuerwehrkapelle das Zeichen, den Trauermarsch anzustimmen. Willi verpasste mit seiner Tuba wie üblich seinen Einsatz und sorgte damit bei den anderen Musikern für Verwirrung, so dass Mozarts Klänge zu einer eigenwilligen Komposition mutierten. Die ohnehin wenig feierliche Atmosphäre kippte daraufhin in eine befreiende Leichtigkeit, die einige Trauergäste sichtlich amüsierte.

Dementsprechend gelockert machte die Gemeinde sich auf in den Biergarten der Dorfschänke, um sich dem gemütlichen Teil von Frau Seiferts Heimgang zu widmen. Ebenso wie die Beerdigung hatten die Dorfbewohner auch den Leichenschmaus selber organisier und finanziert, da die gute Elisabeth scheinbar keinerlei Ersparnisse hinterlassen hatte.

Dank des warmen Sommerwetters versprach die Einkehr in den heimischen Biergarten, unter der musikalischen Begleitung durch die Feuerwehrkapelle, eine feuchtfröhliche Abschiedsfeier zu werden.


LG Grete

Rudolf
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Re:

von Rudolf (25.12.2008, 09:00)
Deine Erzählungsweise finde ich sehr gut und ich freue mich das du die Plattform betreten hast und mir zeigst, das dir gerade dieser Abschnitt gefallen hat.
Jetzt komme ich aber trotzdem ins Grübeln was Siegfried meint. Ich habe mir, wie du lesen konntest auf sein anraten hin, 3 Bücher gekauft und 2 davon habe ich schon in meinem Händen. Den Anfang des Buches habe ich nach Siegfrieds anfänglicher Kritik unstrukturiert. Bin mit mir aber noch nicht so ganz im reinen.

Ich habe mich entschlossen, das ich vielleicht gerade auf der ersten Seite dem Leser und somit auch dem Lektor, der das Buch ja als erster zu sehen bekommt, einen Knochen hin zu werfen.

Ich bin zu dem Entschluss gekommen, aber noch nicht 100% sicher, durch kurzes überfliegen der Bücher die ich mir besorgt habe, den Bogen im ersten Satz des Buches zu spannen.


Als Frau Seifert am --------- starb konnte in der kleinen Gemeinde noch keiner ahnen dass dies der Auslöser einer unvorstellbaren Tragödie sein sollte.

Ein wunderschöner Sommer Morgen, aus tiefblauen Himmel hörte man die Lerchen singen, der Duft von frisch gemähten Gras wurde von einer......

Wenn ich mit diesem Satz den Bogen spanne, hat Siegfried glaube ich gar nicht so unrecht, dass ich die Erwartungshaltung mit der falschspielenden Kapelle, wieder abschwächen könnte. Obwohl sie in einem anderen Buch, mit einer anderen Geschichte, bestimmt ein nettes Beiwerk wäre. Ich sehe nun, dass gerade dieser eine Satz, die ganze Geschichte die vorher banal anfing, mit Spannung auflädt. Jetzt kann ich auch verstehen, dass ich nicht begreifen konnte, dass Siegfried die Sache so lapidar abkanzelte, da die Geschichte zwar in meinem Kopf ist, aber nicht in seinem. Man überlegt, will er nicht, oder kann er nicht und wird nur Aggressiv und die Aggressivität in einem baut wiederum neue Blockaden auf und blockiert dann logisch zu Denken und jetzt muss ich in nachhinein gestehen, dass Siegfried eigentlich der geduldigere war, den mit seinem Sachverstand hätte ich an seiner Stelle gesagt, was will dieser Arsch eigentlich von mir und ich hätte ihn, mit seinen Problemen allein gelassen.
Selbsterkenntnis ist der erste Weg zur Besserung.

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Valerie J. Long
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Re:

von Valerie J. Long (26.12.2008, 14:33)
Siegfried hat geschrieben:
Was ich mich aber viel mehr frage:
Warum gibt es hier eigentlich niemanden (außer mir), der bereit ist, deinen Text durchzuarbeiten und zu kommentieren?
Trauen die anderen sich nicht (was ich nicht glaube, denn bei Beiträgen, die sich nicht um Texte drehen, sind einige sehr schnell und deutlich mit ihren Kommentaren präsent)?
Fühlen sie sich nicht in der Lage, den Text eines anderen zu kommentieren (wie beurteilen sie dann eigene Texte oder Bücher, die sie lesen)?
...
Und ist das den anderen still Mitlesenden auch egal?

LG
Siegfried

Den Schuh muss ich mir wohl auch anziehen.
Ich sag's mal so: einen Schnellschuss hat Robert nicht verdient, und für eine ausreichend gründliche Würdigung (für die Du, Siegfried, die Messlatte recht hoch gehängt hast :wink: ) fehlt mir im Moment die Zeit.
Ich bin nämlich noch dabei, meine eigenen Bücher druckreif zu machen, und da habe ich viel Nachholbedarf. :?
LG
Valerie

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cosmopolit
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Re:

von cosmopolit (26.12.2008, 15:22)
Siegfried hat Folgendes geschrieben:
Was ich mich aber viel mehr frage:
Warum gibt es hier eigentlich niemanden (außer mir), der bereit ist, deinen Text durchzuarbeiten und zu kommentieren?
Trauen die anderen sich nicht (was ich nicht glaube, denn bei Beiträgen, die sich nicht um Texte drehen, sind einige sehr schnell und deutlich mit ihren Kommentaren präsent)?
Fühlen sie sich nicht in der Lage, den Text eines anderen zu kommentieren (wie beurteilen sie dann eigene Texte oder Bücher, die sie lesen)?
Wieso gibt es hier relativ viele Autoren und Autorinnen, die um Kommentare zu ihren eigenen Texten bitten, selbst aber nie in Erscheinung treten, wenn es um die Kommentierung von Texten anderer geht?
Warum gibt es niemanden, der einen recht kurzen Text untersucht und sagt: Hier stimmt dieses nicht, dort stimmt jenes nicht, und kann das auch entsprechend begründen?


Also ich muss gestehen das ich das nicht so gezielt kann,für mich ist eine gewisse Stimmigkeit und Handlung im Text die mich anspricht oder nicht.Den einzigen Kommentar den ich dann abgeben könnte währe gut oder schlecht.Auf keinem Fall könnte ich das so begründen das der andere daraus nutzen ziehen kann.
Deshalb lass uns doch auch als stille Leser deine Kommentare mitlesen und wenn möglich daraus lernen.Es gibt doch hier keinen Zwang sich dazu zu melden.
Der Umkehrschluss deines Vorwurfes ist ja,wenn man zu den eingestellten Texten nichts sagt sollte man sich nirgendwo zu Wort melden.Ja ganz toll.
Frohes Fest
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Valerie J. Long
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Re:

von Valerie J. Long (26.12.2008, 16:55)
@cosmopolit: Oh, ich hatte Siegfrieds Frage mehr rhetorisch und an Rudolf gerichtet verstanden: wenn sonst keiner antwortet, liegt es am Text?

Ganz grundsätzlich: wenn ich in einem Internet-Forum Fragen stelle, ist es nur fair, wenn ich auch einmal Antworten gebe. Geben und Nehmen, so funktioniert das Web. Allerdings sehe ich das so: wer sich zur Textkritik berufen fühlt, zerpflückt fremde Texte, wer sich mit Computerei auskennt, gibt technische Tipps. Letzteres ist leichter, man tritt nicht so leicht jemandem auf die Füße.

Warum kein Autor seinen eigenen Text kritisiert, ist doch klar: wir sind befangen.

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (26.12.2008, 18:21)
cosmopolit hat geschrieben:
Also ich muss gestehen das ich das nicht so gezielt kann,für mich ist eine gewisse Stimmigkeit und Handlung im Text die mich anspricht oder nicht.Den einzigen Kommentar den ich dann abgeben könnte währe gut oder schlecht.Auf keinem Fall könnte ich das so begründen das der andere daraus nutzen ziehen kann.


Aber irgendworan machst du doch dein Urteil über einen Text fest. Wenn dir etwas gefällt - warum? Und wenn dir etwas nicht gefällt - ebenfalls warum? Das wäre für mich die Mindesterwartung von den Lesern hier, wenn ich einen Text zur Diskussion stelle.

cosmopolit hat geschrieben:
Deshalb lass uns doch auch als stille Leser deine Kommentare mitlesen und wenn möglich daraus lernen.Es gibt doch hier keinen Zwang sich dazu zu melden.


Natürlich gibt es keinen Zwang zum Kommentieren, aber ich sehe das ähnlich wie Valerie: Wer Texte vorstellt und um Kritik (also um Arbeit von anderen) bittet, der sollte auch so fair sein, selbst Arbeit in die Texte anderer zu stecken. Eben ein Nehmen und Geben auf gemeinsamer Basis.

cosmopolit hat geschrieben:
Der Umkehrschluss deines Vorwurfes ist ja,wenn man zu den eingestellten Texten nichts sagt sollte man sich nirgendwo zu Wort melden.Ja ganz toll.


Wieso kommst du auf den Umkehrschluss? Wenn ich mich frage, warum die Leute nicht kommentieren, bedeutet das doch nicht, dass ich den Leuten die Mitarbeit an anderen Themen untersagen will. Mir fällt nur auf, dass einige Leute hier Texte einstellen mit der Bitte um Kritik, sich selbst aber nicht an der Kritik anderer Texte beteiligen. Das hinterfrage ich - leite daraus aber weder Forderungen noch Verbote ab. Lies es als Aufforderung: Nicht nur nehmen, sondern auch mal was geben!

LG
Siegfried

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cosmopolit
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Re:

von cosmopolit (26.12.2008, 19:48)
Hallo Siegfried
Ich akzeptiere ja deine Gedankengänge,nur bitte akzeptiere doch auch das ich Bücher und Texte für mich im Kopf als Schei.. e,oder gut ablege.
Ich denke nur das jemanden mitzuteilen ist ja nicht fair und auch nur meine subjektive Meinung.Leider fehlt mir die Fähigkeit mit den Worten so zu spielen,und auch noch erklären zu können weshalb man da oder da ein anderes Wort einsetzen soll,oder einen anderen Verb.Wenn wie schon gehabt eine Klassifizierung nach Noten gegeben werden soll dann kann ich das machen,aber ich kann das nicht so erklären das jemand nutzen daraus zieht.Das kann ich in meinen Job,da weiß ich was ich kann.
Erwachsen wirst du nicht mit dem alter,sondern erst dann wenn du die Fehler zuerst bei dir suchst. http://uae-alfred.blogspot.com/

Kellermann
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Re:

von Kellermann (26.12.2008, 20:08)
edit
Zuletzt geändert von Kellermann am 06.01.2009, 10:45, insgesamt 1-mal geändert.

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LordKotz
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Eigentlich nicht so mein Ding

von LordKotz (26.12.2008, 21:21)
aber da nur eine Meinung wenig Sinn macht wie ich finde, hab ich mich auch einmal an den Text gewagt:

Ein wunderschöner Sommer Morgen, aus tiefblauen Himmel hörte man die Lärchen singen, der Duft von frisch gemähten Gras wurde von einer leichten Brise herüber getragen auf den Friedhof(herüber auf den Friedhof getragen), der am Ortseingang von Winingsbühl angesiedelt war. Das Totenglöcken klingelte einen Rhythmus, den man schon oft hörte und einem immer wieder in eine schwermütige Stimmung versetzte.
Es bedeutete, das der Pfarrer seine Ansprache in der Aussegnungshalle beendete und den Sarg mit Weihwasser besprüht.(hm kenne mich mit Beerdigungen nicht so aus, aber wird denn wirklich der Sarg mit Weihwasser besprüht bevor es läutet?)
Der Bürgermeister verließ als erster die Aussegnungshalle, durch ein leichtes nicken seines Kopfes begann die Örtliche Blaskapelle der Feuerwehr mit dem Trauermarsch von Mozart in c-Moll. Leider hat Willi mit der großen Tuba wie immer seinen Einsatz verschlafen. Die ersten Trauergäste hatten beim heraustreten durch das große Tor mit der Fassung zu kämpfen, mache bissen sich sogar auf die Lippen um nicht lauthals lachen zu müssen.( na wenigstens sorgt Willi für Spass^^)

Bis die Blaskapelle den gemeinsamen Rhythmus fand vergingen quälende 20 Sekunden und das ist lang, sehr lang.
Langsam setzte sich die Trauergemeinde in Bewegung. Zu Grabe getragen wurde Frau Marianne Elisabeth Seifert, sie hatte das Biblische alter von 97 Jahren erreicht. (könnte man abkürzen, z.b. Marianne Elisabeth Seifert, die das stolze"bieblische" Alter von 97 Jahren erreichte wurde zu Grabe getragen *oder konnte nun zu Grabe getragen werden-bezugnehmend auf das nun eingespielte Orchester* Friedlich muss sie unsere Welt verlassen haben erzählten sich die Schwarzgekleiteten Witwen des Ortes, die bei solchen Anlässen immer zahlreich und meist vollständig vertreten sind.(Die traditionsgemäß ganz in schwarz gekleideten Witwen des Ortes, die zu solchen Anlässen immer sehr Zahlreich erschienen, waren sich sicher das sie wohl freidlich gegangen sein muß ... usw)

Hier fehlt mir der Zusammenhang. Ich weiß nicht wie der Bruch nun plötzlich auf die Finanzsorge zustande gekommen ist.
Zumal im vorangegangenen nirgends darauf eingegangen wird. Vielleicht wäre hier ein Übergang Sinnvoll.
Z.b. Niemand schien die sorgenvolle Miene des Pfarrers zu bemerken(oder eben gedankenverloren oder sowas), was für die "Schäfchen" eine Abwechslung zum *z.b. tristen Alltag* (als Beispiel, da ich nichts weiter zu der Geschichte weiß kann es ja auch total unpassend sein) war, war für die Gemeinde ein Problem.

Frau Seifert war mittellos und hatte nur eine Sterbegeldversicherung die nur einen kleinen Teil der anfallenden Kosten der Beerdigung abdecken würde.(Habe ich einfach umgestellt)
Mann hatte sich vor zwei Tagen bei einer Gemeindesitzung beraten wie man die Kosten auf ein Minimum reduzieren könnte(klingt auch unglücklich, Gemeindesitzung im Sinne der Kirchengemeinde oder im Sinne Gemeinde weltlich?).
Es wurde beschlossen die Ortsansässigen Gewerbetreibenden um eine Spende zu bitten. Das Hab und Gut von Frau Seifert wurde bei einer Ortsbegehung der Mietwohnung als wertlos eingestuft und man hatte sich geeinigt, eine Entrümpelungsfirma zu beauftragen, die Wohnung zu räumen. Die Beerdigung war vorbei doch die Tradition schreibt einen Leichenschmaus zwingend vor, auch wenn kein Geld dafür übrig war, es wurde um eine Eigenbeteiligung gebeten und alle haben der Situation wegen zugestimmt.
(Klingt leider alles in allem unglücklich, besser wäre die Handlung zu ordnen wie z.b.:
Die eillig vor zwei Tagen angesetzte Gemeindesitzung aufgrund der finanziellen Situation von Frau Seifert ... usw.)

Als es zum Stangerl Wirt ging, konnte man als Außenstehender nicht ahnen das es sich um eine Trauergemeinde handelt die da die Alle des Kreuzweges vom Kalvarienberg herunter kam.(erschließt sich mir leider nicht, sie waren doch alle in schwarz gekleidet? und wenn es an die Kohle geht sind sie wohl nicht in Volksfeststimmung?) Laute, sehr laute Unterhaltung und viel Gelächter war zu hören.(warum? die frau war arm und es wird nicht weiter auf sie eingegangen als das man diesen Teil verstehen könnte) In der Wirtschaft angekommen setzten sie sich alle an ihre angestammten Plätze im Biergarten. Die Kapelle wie immer neben dem Podium das sie bei schönen Wetter(Biergarten und angestammte Plätze in kleinen Gemeinden ... ok kenne ich auch, aber wenn die Frau so arm war und man betteln mußte um sie unter die Erde zu bekommen, warum spielt dann die Kapelle augenscheinlich auch beim Leichenschmaus? Das wären Kosten die man sparen könnte?)
Wenn Du es mit selbstherrlichen Arroganzlingen zu tun hast, lächle einfach in dem Wissen, dass Arroganz die Karikatur des Stolzes ist.
www.oliver-wehse.de

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (26.12.2008, 23:15)
cosmopolit hat geschrieben:
Leider fehlt mir die Fähigkeit mit den Worten so zu spielen,und auch noch erklären zu können weshalb man da oder da ein anderes Wort einsetzen soll,oder einen anderen Verb.


Der Satz hat mich extrem überrascht. Warum bist du (Cosmopolit) der Auffassung, als Autor (!) nicht mit Worten spielen zu können?

Kellermann hat geschrieben:
Bewertungen von Texten kann ich nur aus dem Gefühl heraus für mich vornehmen. Ich weiß wohl, daß es da wissenschaftliche und fachmännische Kriterien gibt, aber diese kann ich nicht anwenden.


Auch da bin ich überrascht. Warum kannst du (Kellermann) Texte nicht anders als aus dem Gefühl heraus bewerten?

Und an alle: Wenn ihr wisst, dass euch ein gewisses Rüstzeug fehlt, um Texte - nicht nur fremde, auch eigene - entsprechend zu untersuchen und zu bewerten, könntet ihr euch vorstellen, euch dieses Rüstzeug irgendwie anzueignen? Oder gibt es von eurer Seite Argumente, die ganz massiv dagegen sprechen?

LG
Siegfried

Kellermann
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Re:

von Kellermann (26.12.2008, 23:31)
edit
Zuletzt geändert von Kellermann am 06.01.2009, 10:47, insgesamt 1-mal geändert.

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