Erfahrungen mit Shaker Media?

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WDG
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Re:

von WDG (25.12.2008, 20:02)
Der deutsche Gartenzwerg will auch gefragt werden.
Das Thema geht ihn nichts an, auch hat er nichts von Bedeutung beizutragen, aber niemand hat ihn vorher gefragt.
So geht das nicht, so wird das nichts.
Er muß seinen Senf zur Torte geben, oder er zerplatzt.
Ja, die Kritikaster sind wie Eunuchen. Sie WISSEN, wie man's macht!
Sie geben die Gouvernante, sie passen auf, daß alles seine Ordnung hat.
Und tanzt einer aus der Reihe, hei, dann ist der Blockwart da.
Der deutsche Gartenzwerg will schließlich auch mal gefragt werden.

Deutsche Autoren sollten freisinnig sein und bleiben.
Und von denen kann sich keiner angesprochen fühlen.
Und Autor kann nur der werden, der einen Spruch meines seligen Deutschlehrers beachtet:
Wer brauchen ohne zu gebraucht, braucht brauchen gar nicht zu gebrauchen!
Zuletzt geändert von WDG am 26.12.2008, 08:30, insgesamt 1-mal geändert.
Die noch fehlenden Milliarden holen wir uns einfach von den Obdachlosen!

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hawepe
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Re:

von hawepe (25.12.2008, 20:06)
WDG hat geschrieben:
Der deutsche Gartenzwerg will auch gefragt werden.
Das Thema geht ihn nichts an,


Der FÜHRER hat gesprochen.

Ich weiß, ich weiß, früher hätte man unsereins ... Aber Pech gehabt, kommst einige Jahrzehnte zu spät.

Amator Artium

Re:

von Amator Artium (25.12.2008, 21:30)
Komm, Heinz, laß Dich doch nicht auf dieses Niveau herunterziehen!

Was sagst Du zu der Frage, ob es sich bei SM um einen 'richtigen' Verlag handelt oder nicht, insbesondere unter diesem:

Der Unterschied wirkt sich praktisch darin aus, daß Shaker Media seine eigenen Unkosten durch den Gewinn aus den ersten Buchverkäufen refinanziert. Das bedeutet, daß dieser Verlag nur Titel ins Programm aufnehmen kann, bei denen zumindest der Verkauf einer solchen Kleinauflage garantiert ist. Unverkäufliches können sie im eigenen Interesse nicht ins Programm nehmen.
Das kann der Autor dann bei BoD drucken lassen, BoD trifft nämlich keinerlei Auswahl. Müssen die auch nicht, weil sich das Geschäft für BoD schon durch die Gebühr rechnet, die der Autor einzahlt.

Da die Unkosten des Verlages bei einer Kleinauflage von 50 bis 100 Stück, noch dazu bei Auslagerung des Lektorats, sehr gering sind, kann Shaker Media kleine Auflagen verwirklichen. Das alleine bedeutet aber noch nicht, daß es sich um einen 'unrichtigen' Verlag handelte. Es ist ein Verlag, der auf Kleinauflagen spezialisiert ist.


Aspekt?

Und: Weißt Du etwas davon, daß SM seine Geschäftsbedingungen abgeändert hätte und den Endkunden jetzt Versandkosten berechnet?

Herzliche Grüße,
Sigmar

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hawepe
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Re:

von hawepe (25.12.2008, 22:04)
Hallo Sigmar,

Amator Artium hat geschrieben:
Komm, Heinz, laß Dich doch nicht auf dieses Niveau herunterziehen!


Keine Angst. Aber mich ärgert es, wie auf eine unfreundliche Bemerkung von Siegfried losgeschossen wird, während WDG sich permament danebenbenehmen darf, ohne dass sich der sonst übliche Widerspruch regt.

Was sagst Du zu der Frage, ob es sich bei SM um einen 'richtigen' Verlag handelt oder nicht,


Meines Wissens bestreitet Shaker Media nicht, dass es sich bei ihm um einen Book-on-Demand-Dienstleister handelt. Shaker Media ist ja auch bewusst in Abgrenzung zum Shaker-Verlag gegründet worden.

Der Unterschied wirkt sich praktisch darin aus, daß Shaker Media seine eigenen Unkosten durch den Gewinn aus den ersten Buchverkäufen refinanziert. Das bedeutet, daß dieser Verlag nur Titel ins Programm aufnehmen kann, bei denen zumindest der Verkauf einer solchen Kleinauflage garantiert ist. Unverkäufliches können sie im eigenen Interesse nicht ins Programm nehmen.


Das ist der Unterschied zu BoD.

Das kann der Autor dann bei BoD drucken lassen, BoD trifft nämlich keinerlei Auswahl. Müssen die auch nicht, weil sich das Geschäft für BoD schon durch die Gebühr rechnet, die der Autor einzahlt.


Wer will das außerhalb von BoD wissen? Es kann so sein, aber es kann sich auch um eine Mischkalkulation handeln. Gleiches trifft meiner Meinung nach aber ebenso für Shaker und die anderen Dienstleister zu.

Da die Unkosten des Verlages bei einer Kleinauflage von 50 bis 100 Stück, noch dazu bei Auslagerung des Lektorats, sehr gering sind, kann Shaker Media kleine Auflagen verwirklichen. Das alleine bedeutet aber noch nicht, daß es sich um einen 'unrichtigen' Verlag handelte. Es ist ein Verlag, der auf Kleinauflagen spezialisiert ist.


Shaker Media ist keinesfalls ein Kleinauflagenverlag. Kleinauflagen sind aber auch im Digitaldruck günstiger als der Druck einzelner Exemplare. Letztlich ist es nichts weiter als eine Frage der Kalkulation. Da durch die Kleinauflagen das Risiko für Shaker Media größer ist, müssen sie natürlich Manuskripte genauer prüfen. Da diese Kleinauflagen allerdings vertraglich nicht mit Zahlen unterfüttert sind, könnten es auch nur einige wenige Exemplare sein.

Und: Weißt Du etwas davon, daß SM seine Geschäftsbedingungen abgeändert hätte und den Endkunden jetzt Versandkosten berechnet?


Keine Ahnung. Im Online-Shop wird sich zu dieser Frage ausgeschwiegen. Ich wollte schon mal nachfragen, aber dann gibt es immer so viele andere Punkte, die es zu besprechen gilt, dass ich es vergesse.

Herzliche Grüße,

Heinz.

Amator Artium

Re:

von Amator Artium (26.12.2008, 09:27)
Na gut, vielleicht muß ich meine Sichtweise revidieren. Schauen wir mal.

Die Frage mag für Dich naiv klingen, aber: Was ist ein Kleinauflagenverlag (Definition, Beispiele)? Heißt "Kleinauflage" zwingend "Offset-Druck"?

Da durch die Kleinauflagen das Risiko für Shaker Media größer ist, müssen sie natürlich Manuskripte genauer prüfen.


Ich halte das für einen so wesentlichen Unterschied zu BoD-Norderstedt, wo nachweislich ALLES gedruckt wird, was nicht gegen Gesetze verstößt, daß hier auch ein Unterschied gemacht werden sollte.

Mischkalkulation hin oder her, Shaker Media trägt mit jedem Titel ein unternehmerisches Risiko, da der Verlag Leistungen erbringt, die ihren Ertrag durch den Verkauf der Bücher auslösen (und nicht durch die Bezahlung durch den Autor). Diese Vorleistung ist für mich das definitive Merkmal eines Verlages; das Wort kommt bekanntlich von 'vorlegen'. Auf Mischkalkulation beruhen auch die Programme der Großverlage.

Du hast gesagt, SM würde nicht bestreiten, ein PoD-Dienstleister zu sein. Wo aber behaupten sie es denn? Die Produktionstechnologie allein kann diese Bezeichnung nicht rechtfertigen, denn diese wird auch von bekannten Großverlagen genutzt.

In meinem Universum ist ein Dienstleister jemand, der gegen Bezahlung eine Dienstleistung erbringt. Im hiesigen Zusammenhang ist das kennzeichnende Merkmal, daß es der Autor ist, der den Verlagsdienstleister als Kunde in Anspruch nimmt, um seine Bücher drucken und vertreiben zu lassen. Das trifft auf SM aber nicht zu, soweit es um diesen Kern des ganzen Geschäfts geht. Die Kosten dafür trägt der Endkunde, der Leser.

Was für Deine (und wohl auch allgemein vorherrschende) Sichtweise spricht, ist die Auslagerung von Lektorat, Layout/Satz und wesentlichen Werbemaßnahmen, die man zum Teil gegen Gebühr einkaufen kann. Diese Merkmale hat SM mit BoD-Dienstleistern gemeinsam, und sie kommen bei Großverlagen so auch nicht vor. Allerdings sind auch ordentliche Kleinverleger oftmals gezwungen, derartige Tätigkeiten dem Autor zu überlassen, weil sie selbst einfach nicht die Kapazitäten dafür haben. Auch dies kann für mich nicht begründen, SM die Eigenschaft eines Verlages abzusprechen.
Für mich ist wesentlich, ob das unternehmerische Risiko beim Verleger liegt oder beim Autor.

Daraus ergibt sich nämlich ein wesentlicher Umstand: die Entscheidung über die Aufnahme von Titeln ins Verlagsprogramm. SM muß wegen der oben beschriebenen Kostenminimierung nicht so wählerisch sein wie, sagen wir mal, Reclam. Wiederholt habe ich aber hier im Forum von der Ablehnung von Titeln durch SM gelesen. Bei BoD wurde m.W. von einer Auswahl noch nichts berichtet, und das ist ja nachvollziehbar, weil BoD hauptsächlich von den Autoren und ihren Eigenbestellungen lebt und nicht von den Lesern. Aus dem Verzicht auf Auswahl resultiert aber der üble Ruf von BoD-Publikationen.

Kannst Du meine Gedanken bis hierher nachvollziehen, oder habe ich mich irgendwo in etwas verrannt? Wenn ersteres zutrifft: Wäre es nicht angezeigt, zwischen dem PoD-Dienstleister BoD Norderstedt und dem PoD-Verlag Shaker Media einen begrifflichen Unterschied zu machen?


Herzliche Grüße,
Sigmar

Arachne
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Re:

von Arachne (26.12.2008, 10:23)
Ich habe eben probeweise ein Buch aus dem Buchshop von Shaker bestellt, allerdings ohne bis zum bitteren Ende, und es waren 0,- € Versandkosten aufgelistet. Genau so war es, als ich mir den Autorenratgeber gekauft habe, und es ist mir auch von Shaker per email bestätigt worden.
WDGs Aussage ist also definitiv "Dummsinn", um ihn selbst zu zitieren. Weiter werede ich mich nach seinem letzten Erguß nicht mehr mit ihm befassen.

Sigrid

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hawepe
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Re:

von hawepe (26.12.2008, 13:34)
Hallo Sigmar,

Amator Artium hat geschrieben:
Die Frage mag für Dich naiv klingen, aber: Was ist ein Kleinauflagenverlag (Definition, Beispiele)? Heißt "Kleinauflage" zwingend "Offset-Druck"?


Naiv finde ich deine Frage überhaupt nicht. Mit dem Digitaldruck wird eine Abgrenzung tatsächlich immer schwerer.

Ob es irgendwelche verbindlichen Kriterien gibt, weiß ich nicht. Meines Wissens ibt es auch keine Foren, die sich schwerpunktmäßig mit der Buchproduktion befassen und in denen man dementsprechend zuverlässige Antworten erhoffen kann.

Kleinauflagen sind natürlich keineswegs an ein bestimmtes Druckverfahren gebunden.

Ganz unabhängig vom Druckverfahren kennzeichnet einen klassischen Verlag aber die Orientierung an Auflagen. Abhängig von der Auflagenhöhe wird dann das Druckverfahren festgelegt, wobei sehr hohe Auflagen zur Minderung des Risikos und der Lagerkosten auch in Teilauflagen gedruckt werden.

Da durch die Kleinauflagen das Risiko für Shaker Media größer ist, müssen sie natürlich Manuskripte genauer prüfen.


Ich halte das für einen so wesentlichen Unterschied zu BoD-Norderstedt, wo nachweislich ALLES gedruckt wird, was nicht gegen Gesetze verstößt, daß hier auch ein Unterschied gemacht werden sollte.


BoD kommt jedenfalls offensichtlich auch mit niedrigsten Auflagen über die Runden. Shaker Media scheint etwa 40 Exemplare als Vorrat zu drucken, einige Vorratsexemplare druckt aber auch der Engelsdorfer Verlag.

Mischkalkulation hin oder her, Shaker Media trägt mit jedem Titel ein unternehmerisches Risiko, da der Verlag Leistungen erbringt, die ihren Ertrag durch den Verkauf der Bücher auslösen (und nicht durch die Bezahlung durch den Autor).


Naja, der Autor bezahlt sie durch Verrechnung mit seinem Autorenhonorar. Dass er nicht in Vorleistung gehen muss, finde ich auch sehr gut, aber kostenlos ist es für ihn trotzdem nicht.

Diese Vorleistung ist für mich das definitive Merkmal eines Verlages; das Wort kommt bekanntlich von 'vorlegen'.


Ob es davon kommt, weiß ich nicht, aber das entscheidende Merkmal lt. Verlagsgesetz ist, dass der Verlag voll in das Risiko geht und dem Autor ein Honorar garantiert. Auch wenn dieses Prinzip zunehmend aufgeweicht wird, darf der Autor doch noch von einem halbwegs kalkulierbaren Mindesthonorar ausgehen.

Du hast gesagt, SM würde nicht bestreiten, ein PoD-Dienstleister zu sein. Wo aber behaupten sie es denn? Die Produktionstechnologie allein kann diese Bezeichnung nicht rechtfertigen, denn diese wird auch von bekannten Großverlagen genutzt.


Sie beschreiben ihre "verlegerische" Praxis. Book on Demand wollen sie nicht verwenden, um sich zu BoD abzugrenzen, wie mir erklärt wurde. In der Praxis werde von den meisten Autoren Book on Demand mit BoD Norderstedt gleichgesetzt, aber nicht mit Shaker Media in Verbindung gebracht.

Ich hatte deshalb eine längere Diskussion mit Herrn Lammertz. Wir haben uns dann auf Publishing on Demand geeinigt, obwohl dieser Begriff sich in D nicht durchgesetzt hat.

In meinem Universum ist ein Dienstleister jemand, der gegen Bezahlung eine Dienstleistung erbringt. Im hiesigen Zusammenhang ist das kennzeichnende Merkmal, daß es der Autor ist, der den Verlagsdienstleister als Kunde in Anspruch nimmt, um seine Bücher drucken und vertreiben zu lassen. Das trifft auf SM aber nicht zu, soweit es um diesen Kern des ganzen Geschäfts geht. Die Kosten dafür trägt der Endkunde, der Leser.


Wie gesagt, Shaker Media finanziert nur vor, denn das Honorar für die ersten verkauften Exemplare verbleibt bei Shaker Media.

Was für Deine (und wohl auch allgemein vorherrschende) Sichtweise spricht, ist die Auslagerung von Lektorat, Layout/Satz und wesentlichen Werbemaßnahmen, die man zum Teil gegen Gebühr einkaufen kann. Diese Merkmale hat SM mit BoD-Dienstleistern gemeinsam, und sie kommen bei Großverlagen so auch nicht vor.


Das sind eben alles Aufgaben, die lt. Verlagsgesetz dem Verleger obliegen.

Allerdings sind auch ordentliche Kleinverleger oftmals gezwungen, derartige Tätigkeiten dem Autor zu überlassen, weil sie selbst einfach nicht die Kapazitäten dafür haben. Auch dies kann für mich nicht begründen, SM die Eigenschaft eines Verlages abzusprechen.


Hier verschwimmen die Grenzen in der Tat.

Für mich ist wesentlich, ob das unternehmerische Risiko beim Verleger liegt oder beim Autor.


Und das liegt meiner Meinung nach auch im Falle Shaker Media im wesentlichen beim Autor. Dass er die 50 Euro für die ISBN usw. nicht vorlegen muss, ist zwar erfreulich, aber wer nicht alle Arbeiten selbst erledigen kann, muss sehr viel mehr als 50 Euro vorstrecken und durch Verkäufe wieder einzunehmen versuchen.

Aus dem Verzicht auf Auswahl resultiert aber der üble Ruf von BoD-Publikationen.


Da stimme ich dir vollkommen zu.

Kannst Du meine Gedanken bis hierher nachvollziehen, oder habe ich mich irgendwo in etwas verrannt? Wenn ersteres zutrifft: Wäre es nicht angezeigt, zwischen dem PoD-Dienstleister BoD Norderstedt und dem PoD-Verlag Shaker Media einen begrifflichen Unterschied zu machen?


Außer diesen beiden gibt es auch noch andere Dienstleister, die teilweise wiederum andere Konzepte verfolgen. Der Engelsdorfer Verlag gestaltet z.B. seine Lyrikbände vom kommenden Jahr an einheitlich, um bestimmte formale Mängel zu verhindern und die Titel besser im Buchhandel plazieren zu können.

Verrannt hast du dich meiner Meinung nach nicht, aber ich erkenne noch nicht den praktischen Nutzen.

Beste Grüße,

Heinz.

Amator Artium

Re:

von Amator Artium (26.12.2008, 14:19)
Lieber Heinz,

der praktische Nutzen liegt für mich in der Abwehr von Äußerungen wie der, daß es sich bei Shaker Media um einen "unrichtigen Verlag" handelte (ich weiß nicht mehr, wer sowas von sich gegeben hat; ist auch unwichtig...).

Diese Vorleistung ist für mich das definitive Merkmal eines Verlages; das Wort kommt bekanntlich von 'vorlegen'.



Ob es davon kommt, weiß ich nicht, aber das entscheidende Merkmal lt. Verlagsgesetz ist, dass der Verlag voll in das Risiko geht und dem Autor ein Honorar garantiert. Auch wenn dieses Prinzip zunehmend aufgeweicht wird, darf der Autor doch noch von einem halbwegs kalkulierbaren Mindesthonorar ausgehen.


Welchem Teil des Verlagsgesetzes entnimmst Du das? Ich lese im Gegenteil in § 24, daß sich die Vergütung nach dem Absatz bestimmen kann und in diesem Fall der Verleger dem Verfasser Rechnung zu legen hat. Eben das tut SM.

Was für Deine (und wohl auch allgemein vorherrschende) Sichtweise spricht, ist die Auslagerung von Lektorat, Layout/Satz und wesentlichen Werbemaßnahmen (...).


Das sind eben alles Aufgaben, die lt. Verlagsgesetz dem Verleger obliegen.


Tut mir leid, aber das stimmt so nicht. Zu Layout und Werbung steht im Verlagsgesetz kein Wort. Einzig die Korrektur ist in § 20 dem Verleger aufgegeben. So weit ich sehe, handelt es sich dabei aber nicht um eine zwingende, sondern um eine abdingbare Norm, d.h. die Vertragspartner können von diesem Grundsatz durch individuelle Vereinbarung abweichen, ohne, daß der Vertrag seinen Charakter als Verlagsvertrag verlöre.
Zwingende Vorschrift ist, soweit es die Aufgaben betrifft, nur § 1 VerlG, in welchem der Verlagsvertrag und damit auch der Folgebegriff des Verlegers definiert wird. Nach § 1 S. 2 ist der Verleger verpflichtet, das Werk zu vervielfältigen und zu verbreiten. Genau das tut Shaker Media. Deren Verträge mit Autoren sind also vollwertige Verlagsverträge, unbeschadet der (aus traditioneller Sicht) unkonventionellen Maßnahmen zur Minimierung des wirtschaftlichen Risikos.


Mischkalkulation hin oder her, Shaker Media trägt mit jedem Titel ein unternehmerisches Risiko, da der Verlag Leistungen erbringt, die ihren Ertrag durch den Verkauf der Bücher auslösen (und nicht durch die Bezahlung durch den Autor).


Naja, der Autor bezahlt sie durch Verrechnung mit seinem Autorenhonorar. Dass er nicht in Vorleistung gehen muss, finde ich auch sehr gut, aber kostenlos ist es für ihn trotzdem nicht.


Ne, das stimmt so auch nicht. Verrechnen (Aufrechnen) kannst Du nur mit einem Anspruch, der irgendwann entstanden ist. Die Verträge mit Shaker sehen aber vor, daß ein Honoraranspruch überhaupt erst ab dem n-ten Exemplar entsteht. Davor gibt es keinen, und Geld, daß Du nie hattest, kannst Du auch nicht ausgeben. Bei genauer Betrachtung zahlt der Autor also tatsächlich für den Kern des Publikationsprojektes (Druck und Vertrieb) keinen Cent. Damit handelt es sich m.E. nicht um eine Dienstleistung durch Shaker gegenüber dem Autor.


Was den Umfang der Vorleistung betrifft, sprichst Du an mehreren Stellen von der tatsächlich hergestellten Erstauflage. Auch die ist natürlich ein Merkmal für einen Kleinauflagenverlag.
Es kommt ja aber noch die tatsächlich vorgelegte Gebühr für die ISBN-Nummer hinzu, so gering die pro Stück bei Abnahme großer Kontingente auch sein mag.
Unabhängig davon entstehen dem Verlag Kosten für die erbrachte Arbeit im Zusammenhang mit dem Projekt, von der Begutachtung der Projektvorschläge und Manuskripte (NB: Es findet eine Basis-Qualitätskontrolle statt, anders als bei BoD) und der Meldung an VLB und Amazon bis zur Produktion und Einlagerung. Es dürfte allgemein bekannt sein, daß sich die Mitarbeiter von SM weit mehr Mühe mit den Autoren geben als die auf Massenabfertigung getrimmten Norderstedter.

Ich hatte deshalb eine längere Diskussion mit Herrn Lammertz. Wir haben uns dann auf Publishing on Demand geeinigt, obwohl dieser Begriff sich in D nicht durchgesetzt hat.

Den Begriff, auf den Herr Lammertz (Geschäftsführer von SM) sich eingelassen hat, finde ich zu Abgrenzungszwecken geeignet. Ich hatte ja oben schon Shaker einen PoD-Verlag genannt, im Unterschied zu einem "PoD-Dienstleister".
Ein Begriff kann sich natürlich nur dann durchsetzen, wenn er auch benutzt wird - und dieser wird sicherlich erst dann benutzt, wenn der Unterschied in dem Geschäftsmodell zwischen SM und BoD und seiner Bedeutung für die Qualität der produzierten Bücher allen Beteiligten klar geworden ist.


Herzliche Grüße,
Sigmar

P.S.:
Um unnötigen Streit zu vermeiden möchte ich anmerken, daß ich Autoren, die bei BoD Norderstedt veröffentlichen, in keiner Weise anzugreifen beabsichtige. Diejenigen, die sich in einem Forum wie diesem hier engagieren, repräsentieren ja nicht unbedingt dasjenige Klientel, deren Texte den schlechten Ruf des Publishing on Demand verschuldet haben. Dieser hat unbestreitbar dazu geführt, daß PoD-Verlage von vorurteilsbehafteten Menschen z.T. nicht als Verlage und dort veröffentlichende Autoren nicht als Autoren anerkannt werden. Nur darum geht es mir.
Autoren, die aus diversen Gründen Qualität bei BoD Norderstedt veröffentlichen, sind von meinen Ausführungen nicht betroffen.

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PaulPic
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Re:

von PaulPic (27.12.2008, 17:19)
hawepe hat geschrieben:
Keine Angst. Aber mich ärgert es, wie auf eine unfreundliche Bemerkung von Siegfried losgeschossen wird, während WDG sich permament danebenbenehmen darf, ohne dass sich der sonst übliche Widerspruch regt.

Ich finde es immer hilfreich, wenn man sich bei jeglicher Äußerung folgenden Spruch vor Augen hält: „Jeder blamiert sich, so gut er kann.“ Selbstverständlich beziehe ich diesen Spruch auch auf alle meine eigenen Äußerungen - damit hier kein Mißverständnis aufkommt.

hawepe hat geschrieben:
Ganz unabhängig vom Druckverfahren kennzeichnet einen klassischen Verlag aber die Orientierung an Auflagen. Abhängig von der Auflagenhöhe wird dann das Druckverfahren festgelegt, wobei sehr hohe Auflagen zur Minderung des Risikos und der Lagerkosten auch in Teilauflagen gedruckt werden.

Vielleicht zur Unterscheidung zwischen Technologie und Unternehmenstyp: Lulu läßt meines Wissens bei Lightning Source drucken. Diese Firma ist ihrerseits Tochter eines Grossisten genauso wie BoD Tochter von Libri ist. Im Gegensatz zu BoD wurde das Endgeschäft aber nicht selbst entwickelt und später Lulu überlassen.

Das Hauptgeschäft besteht aus Aufträgen regulärer Verlage, etwa der vielen University Press-Unternehmen, die vermutlich zunächst mit Nachdrucken und später vielleicht auch mit regulären Auflagen dort haben drucken lassen. Vor etwa einem Jahr habe ich mir ein Video von Lightning Source auf deren Webseite angeschaut. Darin wurde eine interessante Zahl genannt: Druckvolumen pro Monat 1 Million Exemplare, durchschnittliche Auflage pro Titel etwa 1,7!

Ursprünglich hatte sich der Grossist seiner Tochtergesellschaft gegenüber verpflichtet, von jedem einzelnen Buch zwei Exemplare auf Lager zu nehmen, um diese Bücher dem Buchhandel gegenüber als lagernd ausweisen zu können. Das erwies sich aber schnell als wirtschaftlich untragbar; zu viel Kapital und Lagerfläche wurde dadurch gebunden. Als Lightning Source schließlich schnellere Lieferzeiten garantieren konnte, wurde die Lagerverpflichtung einfach aufgehoben.

Wieviele reguläre Verlage inzwischen auch hierzulande digital drucken lassen (z.B. durch BoD), wird wohl niemand verraten (können).

hawepe hat geschrieben:
BoD kommt jedenfalls offensichtlich auch mit niedrigsten Auflagen über die Runden. Shaker Media scheint etwa 40 Exemplare als Vorrat zu drucken, einige Vorratsexemplare druckt aber auch der Engelsdorfer Verlag.

Meine naive Vorstellung vom Produktionsprozeß sieht so aus, daß die Produktion eines digitalen Buches vergleichbar ist mit dem Ausdruck eines Dokuments auf einem Personalcomputer. Es macht keinen Sinn, Vorratsexemplare eines Dokuments zu drucken, wenn der Drucker bei Anforderung in einem vernünftigen Zeitfenster verfügbar ist.

Wenn also Vorratsexemplare gedruckt werden, deutet das für mich darauf hin, daß die Druckmaschine in erheblichem Maße ausgelastet ist und ein solches Zeitfenster regulär nicht garantiert werden kann. Diese Situation entsteht natürlich insbesondere im Stoßgeschäft vor Weihnachten, womit wir wieder beim Thema wären. Vorratsexemplare entsprechen dem herkömmlichen Verlagsmuster, wobei man hier von einer Teilauflage sprechen könnte, deren Größenordnung erheblich unter der im herkömmlichen Verlagswesen angesiedelt ist. Das wiederum ist den unterschiedlichen Grundkosten und Vorlaufzeiten bei den bisher üblicherweise eingesetzten Technologien geschuldet.

Amator Artium hat geschrieben:
[...] Abwehr von Äußerungen wie der, daß es sich bei Shaker Media um einen "unrichtigen Verlag" handelte [...]

Für mich war Shaker Media nicht ein Print-on-Demand-Dienstleister, der sich zu einem Verlag mauserte oder als Verlag ausgab, sondern ein Verlag, der die Digitaltechnologie aufgrund der Verlagsausrichtung - Dissertationen, Habilitationen, Tagungsmitschriften, allesamt Publikationen mit niedriger Auflage - sehr früh zu nutzen wußte und nun den logischen Schritt vollzog, nämlich die digitale Technologie für das herkömmliche Verlagswesen fruchtbar zu machen.

Herkömmliche Verlage leiden ja eben unter dem verlegerischen Risiko. Wenn ich gleich 1000 Stück herstellen lassen muß, werde ich bei neuen Autoren oder neuen Titeln von bereits eingeführten Autoren sehr viel vorsichtiger sein müssen. Daraus erklärt sich zum Teil auch die Zurückhaltung der Verlage gegenüber neuen Autoren.

Wenn aber ein Verlag, der in einem bestimmten Bereich etabliert ist, einen anderen Bereich erschließen möchte, hier also beispielsweise die Belletristik, so stellt sich das Problem, daß der Verlag ohne Autoren nichts in Händen hat. Wie bekommt also ein Jungverleger vielversprechende Autoren? Da haben wir wieder einmal das Problem von der Henne und dem Ei. Weil der Verlag unbekannt ist, wird ein ernstzunehmender Autor diesen Verlag nicht kontaktieren wollen. Die anderen Autoren will der Verlag aber nicht haben und darf die auch nicht nehmen, denn schon mit dem ersten Autor und dem ersten Titel definiert er seinen Anspruch und sein Renommee im Markt.

Durch die Verpflichtung eines Lektors ist der Verleger erst einmal in Vorleistung gegangen. Er muß sich nun für die Freier (Autoren) hübsch machen und möglichst viel Attraktivität entwickeln. Nur durch die Möglichkeit der Ablehnung kann der Verlag ganz allmählich sein Profil entwickeln und schärfen.

Letzten Endes wird sich dieser Verlag, so er denn erfolgreich ist, gar nicht wesentlich von einem herkömmlichen Verlag unterscheiden können, indem er nämlich die überwiegende Mehrzahl der Manuskripte schlicht ablehnen muß. Sobald er über erfolgreiche Autoren verfügt, kann er jederzeit die angemessene Technologie einsetzen, also auch gleich höhere Auflagen im Offset drucken.

Sollte der Verlag aber im Mittelmaß versinken oder noch schlimmer versacken, wäre für mich nicht undenkbar, daß der Verleger die ganze Angelegenheit als mißglücktes Experiment beendet - so würde ich jedenfalls reagieren. Wie bei jedem anderen Verlag auch hängt die Qualität also ganz wesentlich von der Güte des Lektorats ab.

Eine solche Entwicklung ist vermutlich selbstverstärkend. Je besser die Bücher sind, die veröffentlicht werden, desto interessantere Autoren werden aufmerksam - und umgekehrt. Bei BoD wird man die Tendenz nicht umkehren können und auch gar nicht wollen, denn das Geschäftsmodell funktioniert ja. Wenn man einfach nur Arbeitsplätze schaffen und Geld verdienen will, reicht das allemal.

BoD ist im Grunde einfach nur eine andere Art Zuschußverlag, und Zuschußverlage hat es schon immer gegeben und wird es auch immer geben. Ein Verleger zeichnet sich aber eben dadurch aus, daß er nicht einfach nur Geld verdienen möchte - dann könnte er ja auch Autos verkaufen oder Kartoffeln. Daß Libri als Großhändler nur am Umsatz interessiert ist und nicht an der Qualität der Titel, liegt auf der Hand. Deshalb braucht BoD auch nichts weiter als Gewinne zu erwirtschaften.

Bei Shaker sehe ich die Situation etwas anders. Ich kenne den Verleger nicht persönlich und habe nie mit ihm zu tun gehabt, vielleicht liege ich mit meinen Vermutungen völlig schief. Da aber das Kerngeschäft über 20 Jahre entwickelt worden ist und kein Grund zu sehen ist, warum dieses Not leiden sollte, scheint mir meine Spekulation durchaus realistisch.

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Re:

von hawepe (27.12.2008, 17:57)
Hallo,

PaulPic hat geschrieben:
Meine naive Vorstellung vom Produktionsprozeß sieht so aus, daß die Produktion eines digitalen Buches vergleichbar ist mit dem Ausdruck eines Dokuments auf einem Personalcomputer. Es macht keinen Sinn, Vorratsexemplare eines Dokuments zu drucken, wenn der Drucker bei Anforderung in einem vernünftigen Zeitfenster verfügbar ist.


Es ist schon ein Unterschied, ob jemand zehn Dateien in jeweils einem Exemplar oder eine Datei in zehn Exemplaren ausdruckt.

Das Problem im Digitaldruck sind auch nicht die "normalen" Zeiten, sondern besonders die Wochen vor Weihnachten. Stoßzeiten geringeren Ausmaßes gibt es außerdem auch noch in anderen Monaten. Oder ganz simpel: Eine Bestellung geht Freitag nachmittag ein. Soll sie dann noch am gleichen Tag ausgeführt werden oder bis Montag liegenbleiben?

Beste Grüße,

Heinz.

Speedy
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Re:

von Speedy (05.01.2009, 12:13)
Also ich habe bei Shaker das volle Programm hinsichtlich der Vertriebswege gebucht, doch es hängt gewaltig.
Nach 6 Wochen Wartezeit war mein Buch gerade mal im Shaker Bookshop erhältlich. Inzwischen sind weitere 2 Wochen ins Lande gegangen. Bisher hat sich nichts getan und ich stehe noch immer in den Startlöchern. Solange mein Buch weder im VLB noch bei einem Grossisten gelistet ist, kann ich mir ja jegliche Werbung sparen. Sie würde ohnehin ins Leere laufen.
Nicht einmal meine Autorenexemplare sind bisher bei mir eingetroffen und sicherlich kann jeder nachvollziehen, dass einem Autoren die Zeit von Anfang November bis heute ziemlich lang werden kann.

Speedy
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Re:

von Speedy (05.01.2009, 12:16)
hawepe hat geschrieben:
WDG hat geschrieben:
Der deutsche Gartenzwerg will auch gefragt werden.
Das Thema geht ihn nichts an,


Der FÜHRER hat gesprochen.

Ich weiß, ich weiß, früher hätte man unsereins ... Aber Pech gehabt, kommst einige Jahrzehnte zu spät.


Solche Äußerungen finde ich nun doch etwas daneben. Selbst wenn der damit gemeinte Diskussionspartner nicht gerade der geborene Diplomat ist.

büchernarr

Re:

von büchernarr (05.01.2009, 12:19)
Mein Buch erschien am 15.12.2008 im Shaker-Bookshop und war gleichen Tags bei Amazon gelistet (ist dort auch schon mindestens 1mal verkauft worden). Schon am 16. hatte ich meine Autorenexemplare in der Hand.
Ich bin mit der Shaker-Arbeitsweise ziemlich zufrieden.
Grüße
Bernd

Speedy
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Re:

von Speedy (05.01.2009, 12:22)
Dann werde ich mal ganz freundlich bei Shaker nachfragen, weshalb es bei mir dann so hakt.

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Re:

von hawepe (05.01.2009, 12:45)
Hallo Speedy,

Speedy hat geschrieben:
Nicht einmal meine Autorenexemplare sind bisher bei mir eingetroffen und sicherlich kann jeder nachvollziehen, dass einem Autoren die Zeit von Anfang November bis heute ziemlich lang werden kann.


Kann ich verstehen. Was hat dir denn Shaker gesagt, als du das letzte mal dort angerufen hast?

Übrigens gehört es auch in Foren zum guten Stil, eine Anrede und einen Gruß zu verwenden.

Beste Grüße,

Heinz.

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