"Echter" Verlag um jeden Preis?

Euer Forum für Diskussionen zum Thema Self-Publishing und Buchveröffentlichung.


büchernarr

Re:

von büchernarr (08.01.2009, 13:08)
Hallo,
den Rekord dürfte Edgar Wallace halten. Ich habe gelesen, das er eines seiner Bücher in 4 Stunden hingerasselt hat, normalerweise allerdings doch einen ganzen Tag gebraucht hat.
Gruß
Bernd

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Judith
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Re:

von Judith (08.01.2009, 13:13)
Hallo Tom,

das mit den 4 Wochen war nur mit den Erstkorrekturen, es kamen noch ca. 3 weitere Korrekturlesungen + Umbruch dazu.

Ich habe mich im Kinderbuchbereich umgesehen und festgestellt, dass die bekannten Autoren (damit meine ich im besten Fall erreichbare Vergleiche) um die zehn Bücher pro Jahr schreiben. Wobei man dazu sagen muss, dass ein Erstlesebuch nur etwa zwanzig Normseiten hat. Ist allerdings auch nicht so einfach, da eine gute Geschichte unterzubringen, außerdem muss man sehr auf die Wortwahl achten (keine zu langen und schweren Wörter, auch ohne Hilfe von Erwachsenen verständlich).

Grüßle,
Judith
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Valerie J. Long
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Re:

von Valerie J. Long (08.01.2009, 13:27)
@Hakket:
Ein Buch über Harry Popper hätte im Erwachsenenbereich bestimmt noch mehr Kasse gemacht... cheezygrin

Mit acht Büchern in zwei Jahren (einschließlich Korrekturzyklen und POD-Veröffentlichung) bin ich auch verdächtig schnell. Aber ich feile zugegebenermaßen auch nicht so an jedem Adjektiv herum wie Siegfried. :wink:

Die Kostenkalkulation hat mich vor Libri-BOD zurückschrecken lassen. Bei Lulu bleibe ich einschließlich Korrektur- und DNB-Belegexemplar deutlich unter hundert Euro pro Titel, habe keine jährlichen Folgekosten und keine Kündigungsgebühr.

Im direkten Vergleich schneidet allerdings dieses Forum von der literarischen Qualität her deutlich besser ab.

Grüße,
Valerie

Tom
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Re:

von Tom (08.01.2009, 14:55)
Valerie J. Long hat geschrieben:

Die Kostenkalkulation hat mich vor Libri-BOD zurückschrecken lassen. Bei Lulu bleibe ich einschließlich Korrektur- und DNB-Belegexemplar deutlich unter hundert Euro pro Titel, habe keine jährlichen Folgekosten und keine Kündigungsgebühr.


Hallo Valerie,

keine Folgekosten und keine Kündigungsgebühr hört sich gut an. Was mich bei Lulu allerdings stutzig macht ist nur, dass kaum eines der über Lulu verlegten Bücher im Online-Buchhandel aufzutreiben ist. Habe mal beim Vergleich einiger POD-Anbieter die ISBN verschiedener Bücher bei Amazon u. Co eingegeben, aber es war kaum ein Buch lieferbar. Ähnlich schlecht sah es bei epubli und tredition mit der Verfügbarkeit der Bücher aus. Zumindest auf den ersten Blick scheint es, als wäre BoD in diesem Punkt besser im Online-Buchhandel positioniert.

Wie sind deine Erfahrungen mit Lulu was die Verfügbarkeit betrifft? Wo sind deine Lulu Bücher überall vertreten und wie lange sind die Lieferzeiten?
Neid ist eine häßliche, aber zumindest sehr aufrichtige Art der Anerkennung.

Viele Grüße vom Tom

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MW
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Re:

von MW (08.01.2009, 15:05)
ihr seid ja alle schnell. ich arbeite locker ein jahr an einen thriller ... natürlich nicht als fulltimejob, aber doch recht regelmäßig ... allein für recherchen geht oft ein vierteljahr drauf ...
aktuelles sachbuch: "design kalkulieren"
www.designkalkulieren.de

artwork: www.designers-inn.de
schreiben: www.angenehme-vorstellung.de
thriller: www.marclinck.de
musik: www.linck-live.de

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Valerie J. Long
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Re:

von Valerie J. Long (08.01.2009, 15:24)
Hallo, Tom,
ja, den Eindruck der besseren Anbindung bei BOD habe ich auch.

Wobei es bei Lulu einen großen Unterschied gibt:

Für 0 € bekomme ich eine amerikanische ISBN und "Published by Lulu". Das Buch ist bei Amazon.com lieferbar, das hat ca. 6 Wochen gedauert.
ISBN: 978-1-4092-3555-2
Link
Lieferzeiten habe ich nicht getestet.
Bei Amazon.de ist es gelistet, aber nicht bestellbar.

Für derzeit rund 38 Euro kann man für bestimmte Formate "Erweiterte Distribution" kaufen, damit wird das Buch auch bei Amazon.de oder über VLB lieferbar. Leider geht das für A5 nicht.

Für 99 € kann man "Published by You" hinzu kaufen (immer noch recht günstig: nicht auf 350 Seiten beschränkt, auch hier keine jährlichen Folgekosten und keine Kündigungsgebühr), wobei man selbst als "Publisher" auftritt und Lulu die ISBN nur verwaltet.
Ist mir zu teuer und ich möchte auch so nicht auftreten.

In allen drei Fällen behält man alle Rechte am Inhalt, kann also z.B. zusätzlich zu einem Lulu-Paperback bei einem anderen Drucker ein Hardcover mit derselben Story herausbringen.

Was die Verbreitung angeht, mache ich mir keine Illusionen, zumindest solange ich mich (noch) nicht ums Marketing kümmere.

LG, Valerie

Tom
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Re:

von Tom (08.01.2009, 15:55)
MW hat geschrieben:
ihr seid ja alle schnell. ich arbeite locker ein jahr an einen thriller ... natürlich nicht als fulltimejob, aber doch recht regelmäßig ... allein für recherchen geht oft ein vierteljahr drauf ...


Das entspricht auch dem, was ich von anderen (teilweise Bestsellerautoren) gelesen habe. Keine Sorge, du bist also in bester Gesellschaft. thumbbup

@ Valerie:

Hab mir mal den Link angeschaut. Dein Buch scheint nur beim englischsprachigen Amazon.com erhältlich zu sein. Das erhöht die Verkaufschancen für ein deutschsprachiges Buch wahrscheinlich nicht allzu sehr. :? Bei Amazon.de steht (wie bei den meisten Lulu Büchern) "nicht verfügbar". Bei buecher.de, buch24.de usw. findet man die Lulu Bücher gar nicht.

Unter den Umständen ist es natürlich ganz schwierig mit der Selbstvermarktung, das ist klar. Für Belletristik nimmt wahrscheinlich auch kein Leser wochenlange Lieferzeiten in Kauf. (Würde ich auch nicht.)Dafür gibt es in diesem Bereich einfach zu viele Bücher.

Bei BoD gibt es (wenn ich das richtig verstanden habe) die deutsche ISBN für 39,- Euro, incl. Eintrag ins VLB u. Verfügbarkeit bei den meisten Onlinehändlern. Das scheint mir vom Preis-Leistungsverhältnis insgesamt günstiger. Was genau hat dich denn bei der Kostenkalulation von BoD so abgeschreckt? Die 1,99 monatlich?
Neid ist eine häßliche, aber zumindest sehr aufrichtige Art der Anerkennung.



Viele Grüße vom Tom

hwg
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Re:

von hwg (08.01.2009, 15:58)
Hallo Tom!

Du findest bei den "normalen" Verlagen fast keine neuen deutschsprachigen Autoren? Da muss ich doch widersprechen! :lol:
Es gibt in D, A und CH, ich weiß jetzt nicht wieviel, sicher mehr als 100 so genannnte schöngeistige Verlage, in denen jährlich Tausende von Büchern
auch bislang unbekannter Autoren erscheinen. Und ich meine hier sicher nicht Druckkostenzuschussunternehmen, die ich grundsätzlich ablehne.

Bezüglich der Honorare stimme ich Dir zu. Wenn sich ein Buch nur eintausend Mal verkauft, kommt für den Autor nicht viel heraus.
Ein "richtiger" Verlag hat jedoch den Vorteil, dass seine Bücher oft vielfach rezensiert werden, der Autor von einschlägigen Fachverbänden als solcher vom Berufsbild her anerkannt wird, zumindest auf irgend einen Literaturpreis hoffen darf und - bei entsprechendem Können und Fleiß - mit Auftragsarbeiten rechnen kann.

Ein in einem "richtigen" Verlag mit seinem Werk aufscheinender Autor hat zudem bessere Chancen, Texte für Rundfunk und Zeitschriften für ein halbwegs ordentliches Honorar zu schreiben.

Ich verdiene seit Jahrzehnten meinen Unterhalt ausschließlich mit dem Schreiben von Non-Fiction-Texten, die von der Zunft der "Dichter" allerdings als "Unterhaltungsware" eingestuft werden. Würde das Honorar für mein Dasein nicht reichen, hätte ich sicher einen anderen Beruf ergriffen. Das ist jedoch glücklicher Weise nicht notwendig gewesen.
Euro-Millionär bin ich aber auch noch nicht? :lol:

Jedem, der den Mut hat, Bücher bei BoD oder im Eigenverlag herauszubringen, wünsche ich viel Erfolg. Ich bin sicher kein Gegner dieser Veröffentlichungsart, bloß, für mich ist sie nie in Betracht gekommen.

Gruß aus der Steiermark!

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JessM
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Re: "Echter" Verlag um jeden Preis?

von JessM (08.01.2009, 15:59)
Tom hat geschrieben:
Ich frage mich: Warum eigentlich? :shock::

Mal ehrlich: Geht es vorrangig ums Prestige?

Oder verspricht man sich vom “echten” Verlag die Chance auf den Sprung in die Bestsellerlisten? Leisten “echte” Verlage (für einen Newcomer Autor ohne Promi-Namen) tatsächlich so viel mehr an Marketing, als man es selbst könnte?



Warum ein "echter" Verlag, bei mir hat es diese Gründe.

* Sie bezahlen meinen Lektor, was bei einem Buch um die 500 Seiten oder mehr mal umgerechnet circa 1000 Euro (mehr oder weniger) sein können.

* Geben mir die Möglichkeiten Cover zu wählen, wo es leichter ist die Rechte zu bekommen. Schließlich kann ich nicht einfach das Bild eines Fotografen nehmen ohne seine Rechte dafür zu haben.

* So könnte ich Schriftarten wählen, die abermals einiges kosten.

* Ich würde einen gewissen Vorschuss bekommen, im Prinzip Gehalt, damit ich mich voll auf das Buch konzentrieren kann.

* Ich müsste mich nicht um die Promotion kümmern, sowie Termine, das würde mein Lektor machen. Allgemein würde mein "Manager" alles Regeln, damit ich mich rein auf das Schreiben konzentrieren kann


Und es ist in dem Sinne nicht richtig, dass man alle Rechte abgibt, kommt auf die Art des Vertrags ab, meistens handelt der Vertrag nämlich nur alleine um das Buch und die Geschichte darin.
Sprich die Charaktere gehören immer noch mir und ich könnte sie in anderen Geschichten einbauen.

Verträge sind aus eigener Erfahrung auch immer eine Verhandlungssache, es lässt sich immer etwas verändern, klären, hinterlegen, dass beide Partein nachher zufrieden sind. Man sollte nicht unbedingt immer sofort alles unterschreiben, auch wenn ein großer Name dahinter steht.


Im Allgemeinen ziehe ich einen "echten" Verlag nur wegen der Gestaltung des Buches vor, da ich ein Team hätte, welches meine Wünsche mit ihrem Konzept versucht zu verbinden.
Daher sehe ich das nicht so schlimm, ist eher ein Geben und Nehmen.
Würde ich mit meinem Buch einschlagen, würde ich es noch als Sahnehäupchen sehen. cheezygrin
Zuletzt geändert von JessM am 08.01.2009, 16:03, insgesamt 1-mal geändert.

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Seshmosis
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Re:

von Seshmosis (08.01.2009, 15:59)
Tom schrieb:

Kann ich das (frei interpretiert) als eine Art Bestätigung meiner "Theorie" ansehen?

Ein klares Jein!

Wenn man weiß, wie man ein Buch vermarkten kann und will und auch noch etwas Zeit, Arbeit und Geld investiert, kann man bei BoD-Publikationen durchaus etwas verdienen.
Ich habe bisher 3 Titel bei BoD gemacht und jeder war in der BoD-Bestseller-Liste und hat es auf über 1.000 verkaufte Ex. gebracht.

Aber natürlich hilft einem das Renommee eines großes Verlages dann weiter. Es ist ein Wechselspiel.

Zu Deiner anderen Frage:
"Der Nomadengott" war 2004 auch für den Phantastikpreis der Stadt Wetzlar nominiert (als 1. selbst verlegtes Buch in der Geschichte des Preises in der Endrunde der letzten Acht!) und belegte hinter "Tintenherz" den 2. Platz.
Eine Jurorin empfahl mich dann Heyne ...

Zur Arbeitszeit für einen Roman:
Ich schreibe sehr Recherche-intensiv und brauche für einen Roman im Durchschnitt ein halbes Jahr und ein halbes Leben (Erfahrung!).
Das bedeutet für mich maximal ein Roman pro Jahr, da ich die andere Zeit für andere Projekte, Vorträge, Lesungen etc. brauche.
Zuletzt geändert von Seshmosis am 08.01.2009, 17:22, insgesamt 1-mal geändert.

Tom
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Re:

von Tom (08.01.2009, 16:15)
hwg (Moderator) hat geschrieben:
Du findest bei den "normalen" Verlagen fast keine neuen deutschsprachigen Autoren?


Ich habe nicht behauptet dort keine deutschsprachigen Autoren zu finden, aber ich habe noch nie einen deutschen Newcomer-Autor auf der Amazon Startseite oder in besonders werbewirksamer Position im Buchladen gesehen. Natürlich findet man viele Newcomer, aber sie werden nicht großartig vom Verlag beworben.

Ausnahmen: z.B. eine knapp 18-jährige, die perfekt das Lolita-Image verkörpert und ein so provokantes Sexbuch schreibt, dass Sie damit auf der Titelseit der Bildzeitung landet und diverse Promis. :wink:

Ansonsten möchte ich euch allen zwischendurch mal für die vielen interessanten Ausführungen und Denkansätze danken. thumbbup Hat sich zu einer sehr interssanten Diskussion entwickelt, finde ich. Macht Spaß bei euch!
Neid ist eine häßliche, aber zumindest sehr aufrichtige Art der Anerkennung.



Viele Grüße vom Tom

hwg
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Re:

von hwg (08.01.2009, 16:28)
Tom, auch ich betrachte diese Diskussion als sinnvoll.

Dass sich jeder "neue" Autor mehr Werbung für sein Buch wünscht, ist selbstverständlich. In der von mir bevorzugten Buchhandlung liegen immer wieder die aktuellen Neuerscheinungen auch von bisher noch unbekannten Autoren auf. Erstlingswerke (allerdings meist von österreichischen Schriftstellern) kommen regelmäßig in die Auslage.

Dass es Buchhändler gibt, die sich ausschließlich auf "Bestseller" festlegen, will ich nicht bestreiten, doch dann ist dieser kein guter Buchhändler! :lol:

Freunde von neuer Literatur stöbern diese ohnehin meistens in Fachpublikationen auf oder lesen Buchbesprechungen in der FAZ, der SZ, der NZZ oder im Standard.

Über den Versandhandel via Internet weiß ich nicht gut Bescheid. Bei Amazon habe ich jedoch bereits etliche Exemplare bereits vergriffener Bücher entdeckt und zugegriffen.

Gruß Hans

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Valerie J. Long
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Re:

von Valerie J. Long (08.01.2009, 16:37)
Tom hat geschrieben:
@ Valerie:
(1) Hab mir mal den Link angeschaut. Dein Buch scheint nur beim englischsprachigen Amazon.com erhältlich zu sein. ... Bei Amazon.de steht (wie bei den meisten Lulu Büchern) "nicht verfügbar".

(2) Was genau hat dich denn bei der Kostenkalulation von BoD so abgeschreckt? Die 1,99 monatlich?

Hallo, Tom,
zu (1): Genau, das hatte ich geschrieben.

Zu (2): Macht 119,40 € in fünf Jahren, plus die 39 € für BOD Classic, zusammen 158,40 € - und das alles mal acht Titel. 1267,20 € sind ein Wort, oder?
____

Ich hatte zudem einen Vergleich gemacht:
Musterfall: Paperback, A5, 700 Seiten

Bei BOD:
Belegexemplar 48.69 €
Ladenpreis bei minimaler Marge: 37 €

Bei Lulu habe ich jetzt für den kommenden Titel "Der Traum der Löwin" einen Endpreis von 26,50 €, immer noch teuer genug.
Mein Belegexemplar kostet 19,46 €. Das ist weniger als die Hälfte!

Ich meine, wir haben es schwer genug, die Bücher überhaupt zu verkaufen. Da muss der Preis halbwegs im Rahmen bleiben.

Gruß, Valerie

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Siegfried
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Re: "Echter" Verlag um jeden Preis?

von Siegfried (08.01.2009, 17:18)
Tom hat geschrieben:
Hallo liebe Autoren,


Hallo lieber Autor! cheezygrin

Tom hat geschrieben:
Ich frage mich: Warum eigentlich? :shock::

Mal ehrlich: Geht es vorrangig ums Prestige?

Oder verspricht man sich vom “echten” Verlag die Chance auf den Sprung in die Bestsellerlisten? Leisten “echte” Verlage (für einen Newcomer Autor ohne Promi-Namen) tatsächlich so viel mehr an Marketing, als man es selbst könnte?


Der elementare Vorteil eines "echten" Verlages ist, dass die mir dort eine Menge Arbeit und Kosten abnehmen.

Ich muss das Buch "nur" schreiben

Der Verlag lektoriert es und weist mich auf Fehler hin - kostenlos

Der Verlag produziert das Buch - kostet mich nichts

Der Verlag übernimmt die Werbung für das Buch - kostet mich auch nichts

Der Verlag verfügt über die notwendigen Kontakte, um das Buch der Öffentlichkeit vorzustellen, angefangen mit Lesungen in Buchhandlungen über Redakteure der lokalen Presse bis hin zu Radio- und Fernsehstationen

Der Verlag zahlt mir allein schon durch Vertragsabschluss eine Fixsumme, die ich behalten kann, auch wenn das Buch durch irgendwelche Umstände gar nicht produziert wird (Garantiehonorare, allgemein bekannt als "Vorschüsse", sind nicht rückzahlbar)

Entwickelt sich der Verkauf des Buches positiv, greift bei einem vernünftigen Verlagsvertrag eine Staffelung der Tantieme mit den Auflagenzahlen (z. B. bis 5000 Exemplare 7 %; von 5001 bis 8000 Exemplare 8 %; von 8001 bis 15000 Exemplare 9 %, ab 15001 Exemplare 10 %).

Der Verlag regelt für mich die Honorarnebenrechte. Honorarnebenrechte betreffen hauptsächlich fünf Bereiche:

a) der Abdruck in einer Zeitschrift oder Zeitung, etwa als Fortsetzungsroman

b) die Veröffentlichung eines Hardcovers als Softcover

c) die Neuveröffentlichung des Buches im Rahmen eines Buchclubs (wie etwa Bertelsmann) oder eines Re-Print-Verlages (wie etwa Weltbild)

d) die übersetzten Versionen als Lizenzausgaben im Ausland

e) die Rechte für Verfilmungen, etwa durch TV-Produktionsgesellschaften

All das sind Honorarnebenrechte, deren Nutzung natürlich auch den Verlag brennend interessiert, vor allem, wenn der Verlag Teil eines weltweiten Konzerns ist (man beachte einfach mal, welche deutschen Verlage alles zu "Bertelsmann-Random House" gehören: Bassermann, Blanvalet, Blessing, DVA, Falken, Goldmann, Heyne, Luchterhand, usw.)

Ein sich gut verkaufendes Buch wird allein durch die Marktposition und das Image des Verlages für die Nebenrechtsverwertung mehr als interessant.

Welche der fünf genannten Nebenrechtsmöglichkeiten kann ein On-Demand-Autor erreichen? Meist gibt es schon Probleme, wenn ein Autor eine Lesung bei einem Buchhändler durchführen will, der nicht in der unmittelbaren Nachbarschaft sein Geschäft führt.

Von daher hat die Veröffentlichung bei einem "echten" Verlag schon einiges für sich - ganz abgesehen von dem Druck, qualitativ deutlich besser zu werden, eben weil man im gleichen Teich wie die Profis schwimmt.

LG
Siegfried

powbase
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Re:

von powbase (08.01.2009, 17:19)
Tom hat geschrieben:
Valerie J. Long hat geschrieben:
@powbase: Herzlichen Glückwunsch und viel Erfolg! thumbbup 5000 ist ja schon was. Respekt! Dann kannst du ja demnächst aus deiner Erfahrung berichten. Würde mich sehr interessieren. Was ist es denn für ein Buch und bei welchem Verlag kommt es raus?


Hallo und Danke der Nachfrage bzw. Glückwünsche.
Mein Buch ist eine Mischung aus einem Sachbuch und aktueller autobiografischer Lebenshilfe. Es erscheint in einem größeren süddeutschen Verlag. Ich melde mich rechtzeitig, bevor das Buch erscheinen wird. Weiterhin viele Grüße und Erfolg

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