Woolf71 ; Gesammelte Gedichte

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Woolf71
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Großmutter ; Am Morgen

von Woolf71 (21.08.2007, 19:56)
Großmutter

Herbstluft, wohlig warm, würzig,
lässt sich gut atmen
letzte wärmende Sonnenstrahlen
raschelndes Laub unter den Füssen
emsige Tiere sammeln noch hastig
ihre letzten Vorräte
Kinder lassen Drachen steigen
alles wird melancholisch
erster Nachtfrost bedroht die Pflanzen
die Tage werden kürzer
du stehst vor dem Haus
siehst deine Familie
freudig den Gartenweg entlang kommen
das Laub deines Lebensbaums fällt
auf dich herab, es ist Herbst geworden
aber die fallenden Blätter sind bunt



Am Morgen

Das erste Licht des Tages
fällt durchs Fenster
Sonnenstrahlen kitzeln die
noch müden Augen
ich höre dich atmen
leise, gleichmäßig
du drehst dich um
zarte Haut, wohlig duftend
verlässt dem Schutz
der wärmenden Decke
schlafe weiter ich wache
ich nehme dich in den Arm
rutsche näher zu dir
jetzt bin ich deine
wärmende, schützende Decke
Grüße an: BUK; Sartre; Leon; Camillieri und Koontz

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Woolf71
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Schmerz

von Woolf71 (26.08.2007, 09:55)
Schmerz

Stille geht,
Bewegung steht
Gewicht erdrückt,
Gedanken verrückt
der Totenglocke Schall
hallt wieder überall,
der Schmerz er kam
alle unsere Liebe nahm
Leichen auf der Strasse liegen
es sind nur Hass
und Wut geblieben
es dauert einen Augenblick
den Knopf gedrückt
Bomben geschickt
einer Nation den Tot gebracht
am Himmel sich davon gemacht
Grüße an: BUK; Sartre; Leon; Camillieri und Koontz

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Phosphorkeule
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So etwas

von Phosphorkeule (02.09.2007, 18:35)
nennt man glaube ich "Liebe auf den ertsen Blick".
LG Norbert
Da ich weiß, das ihr nicht schnell lesen könnt, werde ich langsam schreiben... grins !!!
Viel Spaß mit meinen Gedichten und Kurzgeschichten
eure
Phosphorkeule - Norbert van Tiggelen

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Woolf71
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Re: So etwas

von Woolf71 (04.09.2007, 18:42)
Phosphorkeule hat geschrieben:
nennt man glaube ich "Liebe auf den ertsen Blick".
LG Norbert


Moin Norbert,
welches Gedicht meinst Du?
Freut mich jedenfalls, das Dir meine " Werke " gefallen thumbbup

Danke Wolfgang
Grüße an: BUK; Sartre; Leon; Camillieri und Koontz

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Woolf71
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feine Fäden ; Mit Dir zu schlafen

von Woolf71 (04.09.2007, 18:47)
Feine Fäden

Gedanken
feinen Fäden gleich
ziehen langsam
wachsen weich
umgarnen mich
empfindungsreich
spielen und necken
geben Zeit meine
Wunden mir zu lecken
lassen ergründen
dunkelste Ecken
mögest du mich endlich
wecken
feine Fäden werden stark
erschaudern lassend
wie ein Schlag
kommt Erkenntnis
mit dem Tag
nicht eingelullt auch
nicht umgarnt
bin eingespannt
im Netz ganz hart
Welt sie lacht
der Spinne gleich
wollt mein Herz
wird wieder weich







Mit Dir zu schlafen

Spannung im ganzen Körper
freudige Erwartung deiner Berührung.
Und dann, der erste Hautkontakt.
Schlagartige Entladung.
Alles zieht sich zusammen,
in der Hoffnung auf mehr.
Aus Fingerspitzen wird die Hand.
Wohlige Schauer wandeln in Stürme.
Gefäße zum Platzen gespannt.
Warme Lippen lassen Schwellkörper
Pulsieren. Aufbäumen.
Der Körper, durchströmt von Hitze,
windet sich, sucht der angenehmen
Qual zu entgehen.
Feuchtigkeit umschließt, das ist das Ende.
Süßer Gifttot, süße Sünde.
Schwitzen, hecheln, nichts mehr denken.
Kompression will den Ausgleich erzwingen
und dann kommt die Explosion.
Geballt, lüstern und befreiend.
Sinke hinab in die Tiefe der Erfüllung.
Grüße an: BUK; Sartre; Leon; Camillieri und Koontz

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Phosphorkeule
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Re: So etwas

von Phosphorkeule (04.09.2007, 19:21)
Woolf71 hat geschrieben:
Phosphorkeule hat geschrieben:
nennt man glaube ich "Liebe auf den ertsen Blick".
LG Norbert


Moin Norbert,
welches Gedicht meinst Du?
Freut mich jedenfalls, das Dir meine " Werke " gefallen thumbbup

Danke Wolfgang


Hey Woolf! Das ist eine verdammt gute Frage! Ich befürchte, dass sich mein Kommentar hier schwer verirrt hat.

"Großmutter" und "Am Morgen" sind jedenfalls sehr schöne Werke! Diese wunderbare Herbstatmosphäre bringst du sehr ausdruckstark rüber. Besonders der letzte Satz mit diesem bunt in den Blättern gefällt mir außerordentlich.
"Am Morgen" läßt es sich im Herbst besonders gut kuscheln... auch gut rüber gebracht.
LG Norbert
Da ich weiß, das ihr nicht schnell lesen könnt, werde ich langsam schreiben... grins !!!

Viel Spaß mit meinen Gedichten und Kurzgeschichten

eure

Phosphorkeule - Norbert van Tiggelen

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Woolf71
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Wandlung

von Woolf71 (05.09.2007, 21:59)
Wandlung

Auferstehung, neues ich,
betrachtet, analysiert, agiert,
erntet Lob am Tisch
altes ich schaut neidisch zu
voll Missgunst,
satt der Niedertracht
entfesseln will
die große Schlacht
hämisch grinsend
hält es still
muss ruhen
wenn es Siegen will
lugt achtsam
manschmall nur hervor
in Erwartung, Hoffnung
offen Tor
neues ich welch stets bedacht
hält verschlossen Tor
und unter Wacht
doch wehe wenn die Wacht versagt
Ruhe an den Nerven nagt
altes ich den Ausbruch wagt
es ist mir bang vor diesem Tag.


Krieger

Nebelschwaden, klammer Morgen,
dunkle Wälder, keine Vögel, Rehe
oder sonstiges Waldgetier.
Der Boden, feucht, schwer sich darauf
zu bewegen. Anspannung. Ernste Gesichter.
Gedanken an Frau und Kinder. Daheim
bei den unbestellten Feldern. Beim Vieh.
Der Geruch der Angst schleicht durch
die Reihen. Aus Männern werden Kinder.
Hier ein Wimmern, dort ein flehender Blick.
Glaube hilft, oder auch nicht.
Verhasste Besatzer, eine Welle Ihres Blutes
soll sie dahin spülen wo sie herkamen.
Und wieder bei den Kindern.
Wie soll die Frau allein der Aufgaben Herr werden?
Eigentlich egal, geht diese Schlacht verloren,
gibt es keine Aufgaben mehr.
Dann regieren Terror, Gewalt und Unterdrückung.
Vergewaltigung, Plünderungen und Brandschatzung.
Es ist Kalt. Die Gedanken kauernder Gestallten
geben dem Gehölz eine schaurige Aura.
Hoffnungen steigen zum Himmel
und dann kommt das unvermeidliche.
Der Befehl zum Angriff.
Gott stehe Ihnen bei.
Grüße an: BUK; Sartre; Leon; Camillieri und Koontz

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Woolf71
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ich für dich

von Woolf71 (10.09.2007, 20:52)
ich für dich

Bin für dich da
geleite Deinen Weg
stehe zu und hinter dir
halte böses von dir frei
stütze dich, stärke dich
ebne Deinen Weg
kämpfe für dich
und mit dir
tröste dich und Bau dich auf
bewache Deinen Schlaf
wärme dich halte dich
versorge und verwöhne dich
nehme alle Last von dir
lass dich fliegen frei
teile Deine Phantasie
Träume träume ich mit dir
tue dir Gutes, wie du mir
Grüße an: BUK; Sartre; Leon; Camillieri und Koontz

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Ich will ; siamo soli

von Woolf71 (24.09.2007, 10:27)
Ich will

Will dich jetzt halten.
Dich küssen, streicheln und
zärtlich beißen.
Deinen Körpergeruch inhalieren
und in deinen Haaren wühlen.
Deine Wärme absorbieren,
dir Liebe geben.
Dich verführen, romantisch und
langsam. Deine Lust bis ins fast
schmerzende treiben, um sie dann
explodieren zu lassen.
Möchte in dich kriechen, dich
in mir aufnehmen.
Das und noch viel mehr möchte ich,
kann es aber nicht,
weil und tausend Kilometer trennen


siamo soli

Nicht verstehen wollend
geht ihr durchs Leben,
hetzt euch vorgesetzten
Idealen nach.
Danach gefragt antwortet ihr,
das war doch schon immer so.
Vor denen die auch nur im
Ansatz verstehen und ändern
wollen, habt ihr Angst.
Verdrängt sie aus eurer blank
polierten Illusion.
Mannschmal beneide ich eure
Gleichgültigkeit.
Die macht es euch einfacher.
Schlafende Schafe auf dem Weg zum
Schlachthof.
Und so kommt es das wir alle
Einsam sind, ihr in eurer angepassten
Gleichgültigkeit und wir wenigen in
unserer Veränderung.
Grüße an: BUK; Sartre; Leon; Camillieri und Koontz

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Steine ; Feind - Ich

von Woolf71 (14.10.2007, 18:27)
Steine

Steine, Symbol für Ewigkeit
erleben, überleben viel.
Sehen Freude und Leid,
sind Teil großer Geschichte
oder der kleinen Story.
Wachen, schützen, sind Kunst.
Liegen unnütz herum,
werden achtlos geworfen und
als Waffe missbraucht.
Jetzt liegt einer hier auf
meinem Schreibtisch und
erzählt mir seine Geschichte.
Und ich merke, ich werde
viel Zeit brauchen.




Feind - Ich

Wenn Gedanken
auf dem schmalen Grad
der Steilküste einer Seele
balancieren,
das Blut, zähem Altöl auf der
Brake gleich, langsam
durch die Adern kriecht,
die das Etwas umgebende Hülle
sich ihrer natürlichen
Eigenbewegung unbewusst
zu entziehen sucht,
ist es Zeit des Götzen
Selbstmitleid abzuschwören
geliebte Feindbilder am Wegesrand
zurückzulassen und sich aufzumachen
dem wahrem Feind zu stellen
dem eigenem ich.
Grüße an: BUK; Sartre; Leon; Camillieri und Koontz

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