Wer bin ich, was will ich? Stefanie Eisenhardt

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Stebifibi
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Re:

von Stebifibi (28.01.2009, 18:27)
Hallo zusammen!

Gespannt und gefesselt hab ich in den letzten Tagen eure Diskussionen mitverfolgt, hatte aber nicht wirklich das Bedürfnis mich einzumischen. Ich finde es schön, dass ihr die Meinungen der anderen stehen lassen könnt, auch wenn ihr sie nicht teilt.

Ich hab meine Meinung zu diesem Thema an Richard geschickt.
@Richard: Falls du die Nachricht noch hast, kannst du sie ja kopieren und reinstellen, dann muss ich nicht alles noch mal schreiben.

Meine Meinung zum Thema Gottes Sohn: Der christliche Glaube spricht ja vom dreieinigen Gott, ich denke man könnte den Sohn also auch mit menschgewordener Teil Gottes beschreiben. Gott wird Mensch und durchlebt Entwicklung, wird konfrontiert mit Hunger, Schmerz, Trauer, Wut, Angst ... und bleibt doch ohne Schuld. Als Gott hat er natürlich den freien Willen, aber eben auch die Größe (die uns oft fehlt) um Nein zu sagen (denkt man z.B. an Jesu Versuchung durch den Teufel). Damit wird er uns zum Vorbild.

Meine Meinung zum Thema Theater: Grundsätzlich teile ich diese Vorstellung, ich denke unser freier Wille ist Gott heilig, wir sind keine Marionetten, die an Fäden hängen. Wir dürfen (müssen) selbst entscheiden und Verantwortung übernehmen. Die Sache mit dem Eingreifen beim Tod Jesu sehe ich allerdings etwas anders. Jesus hat Tote zum Leben erweckt und Kranke geheilt. Warum hätte er da nicht einfach vom Kreuz herabsteigen sollen? Ein solcher Eingriff wäre ja nicht unbedingt ein Eingriff in den freien Willen der Menschen gewesen, sondern mehr eine Art Naturgesetzerweiterung "Ich bin Gott, ihr könnt mir nichts tun". Aber Jesus ist nicht herabgestiegen. Er hat sich weder gegen Spott, Schläge noch Nägel gewehrt, weil er wusste, dass er eine Macht besitzt, die keiner der Menschen hat. Den Tod zu besiegen. Indem er als Mensch starb, ging er uns in den Tunnel des Todes voraus und hat ihn überwunden. Durch ihn ist es dem Menschen möglich nach dem Tod in eine neue Rolle zu schlüpfen (wie auch immer die dann aussehen mag). So sehe, hoffe und glaube ich das zumindest.

Vielen Dank für das allseits herzliche Willkommen bei euch und liebe Grüße aus dem Süden Deutschlands.

Steffi
Gott ist von einem Problem genauso beeindruckt, wie ein Elefant von einem Ast, der ihm im Weg liegt.

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Conny
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Re:

von Conny (28.01.2009, 19:32)
Hallo liebe Steffie,
ich finde auch, dass jeder seine eigene Meinung darüber ruhig äußern sollte und natürlich auch darf. Und ich finde es gut, dass niemand belehrend und mit erhobenem Zeigefinger da steht.
Jederzeit bin ich für die Meinung anderer offen, höre sie mir an, und entscheide dann, ob da für mich was "dran" ist oder auch nicht.

LG, Conny
"Ein Text ist nicht dann vollkommen, wenn man nichts mehr hinzufügen kann, sondern dann, wenn man nichts mehr weglassen kann."
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M-F Hakket
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Re:

von M-F Hakket (28.01.2009, 19:40)
Hi und willkommen Steffi ...
wenns auch schon viel zu spät ist :cry:.

Zu dem ganzen Thema gibt es einen sehr interessanten Film:


http://video.google.de/videoplay?docid= ... 1371195960

Dauert eine Weile, ist aber ausgeprochen :shock:: Die ersten 5 min kann man sich sparen.

Gruß
Hakket

Richymuc
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Re:

von Richymuc (29.01.2009, 08:18)
Stebifibi hat geschrieben:
Hallo zusammen!

Ich hab meine Meinung zu diesem Thema an Richard geschickt.
@Richard: Falls du die Nachricht noch hast, kannst du sie ja kopieren und reinstellen, dann muss ich nicht alles noch mal schreiben.

Steffi


Hallo Steffi,
Dein Wunsch wird sofort erfüllt:

Mail von Steffi:

Hallo Richard!

Erstmal freue ich mich über deine Begrüßung und deinen Mut, die Suche nach Antworten fortzusetzen obwohl du schon so oft an Grenzen gestoßen bist. Ich würde mich nicht als Fachfrau bezeichnen (kein Bibelstudium oder so), aber ich versuche meinen Weg durchs Leben an Gottes Hand zu gehen und habe dabei immer wieder wunderschöne, bereichernde Erfahrungen machen dürfen.
Deine spezielle Frage wird in meinem Buch nicht aufgegriffen, aber ich kennen eine nette Geschichte, die dir vielleicht Antwort gibt:
Es war einmal ein Mann, der lebte mit seinem kleinen Sohn in der Nähe eines kleinen Wäldchens. Direkt hinter dem Gartenzaun lag eine Schienenweiche und der Mann war dafür zuständig die Weichen richtig zu stellen, denn die Geschichte spielt vor der Zeit, in der dies elektrisch möglich wurde. Am Haus vorbei führte auch ein altes Gleis, das schon lange nicht mehr benutzt wurde und seinem kleinen Sohn oft als Abenteuerspielplatz diente. Eines Tages, sein Sohn erkundete gerade wieder die Schienen des alten Gleises, erhielt der Mann die Nachricht, dass an einer Weiche ein Fehler passiert war und jetzt gerade zwei Züge auf dem selben Gleis aufeinanderzufuhren. Er sollte nun die Weiche so stellen, das einer der Züge auf das alte Gleis geleitet wurde, damit ein Zusammenstoß und somit der Tod vieler Menschen verhindert werden konnte. Ihm blieben nur noch wenige Minuten Zeit und er hatte keine Möglichkeit seinen Sohn vorher in Sicherheit zu bringen. Es lag allein in seiner Hand, ob sein Sohn leben und viele andere Menschen sterben sollten oder ob er das Leben seines Sohnes opferte, damit viele andere gerettet werden konnten. Unter Tränen betätigte der Mann den Weichenstellhebel und sah zu, wie der erste Zug auf das alte Gleis raste und seinen Sohn unter sich begrub ...

Eine sehr traurige Geschichte, die aber sehr menschlich und verständlich Gottes Dilemma mit uns Menschen schildert. Er hat uns erschaffen, in diese Welt gebracht und liebt uns. Er hat uns nach seinem Bild geschaffen, also mit einem freien Willen, der Freiheit auch in die falsche Richtung zu gehen. Und nun laufen die Menschen in die falsche Richtung und Gott sieht, dass die einzige Möglichkeit all diese geliebten Menschen zu retten die ist, seinen Sohn zu opfern. Sein Sohn ist frei von Schuld. Ein reines, unschuldiges Opfer, das die Macht hat den Tod, die Hölle zu besiegen und die Sünden der Menschen auszulöschen. Er opfert seinen Sohn um uns zu retten! Das Gott dies weder gern getan hat noch schön fand, zeigt finde ich die biblische Schilderung von Jesu Tod: Alles wurde dunkel, die Erde bebte und im Tempel zerriss der Vorhang zum Allerheiligsten (Trauernde zerrissen im alten Israel ihre Kleider). Nicht vergessen darf man bei dieser Frage auf keinen Fall, dass Gott wusste, dass Jesus auferstehen würde. Als sein Sohn, ein Teil von Gott hatte er allein die Macht den Tod zu besiegen und an seine Seite zurückzukehren. Er hätte ebenso die Macht gemacht, Gott den Rücken zu kehren und den Tod am Kreuz zu verweigern, aber er tat es nicht. Er fügte sich dem Willen seines Vaters, weil er uns ebenso liebt und bereit war für uns und den großen Plan seines Vaters zu sterben.

Konnte ich dir weiterhelfen? Ich wünsche dir viel Erfolg auf deiner Suche, gib nicht auf! Gott liebt dich, er ist da und in dem er dir diese Fragen ins Herz legt, ruft er dich. Er will dich in seiner Nähe haben, so wie alle seine verloren geglaubten Kinder!

Liebe Grüße,
Steffi
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Silvia Kirschner
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Re:

von Silvia Kirschner (29.01.2009, 09:29)
hallo steffi,

hab grad deine zeilen gelesen, die richard eingefügt hat.

also mir ist ja grad fast schlecht, wenn ich an deine geschichte mit diesen zugschienen denke. ich bin selber mama und finde das sowas von furchtbar, ach, und damit kein missverständnis vorliegt: ich glaube auch an gott - ich bin zwar nicht so, dass ich dafür eine kirche brauch und in meiner vergangenheit hab ich auch schon phasen durchlebt, in denen ich innerlich nach gott rief und mich fragte, warum er mich verlassen hat. aber dennoch bin ich der meinung, dass es da irgendwo sicher eine kraft oder macht gibt - und die nenne ich gott.

es steht zwar nicht wirklich zur frage, aber ich muss nun selber erkennen, dass ich (obwohl es sonst nicht meine eigenschaft ist) wohl ein egoistischer mensch bin. denn ich würde selber sterben müssen, wenn ich - wie in deiner geschichte - mein eigenes kind töten würde, um andere zu retten. das könnte ich nicht.
so hart es jetzt vielleicht auf alle, die dies lesen, wirken wird - es ist so. ich weiß zwar nicht, wie ich mit der bürde leben könnte, zu wissen, dass viele menschen nicht gestorben wären, wenn ich die zugweichen anders gestellt hätte - aber GAR NICHT leben könnte ich, wenn es -wegen mir und meiner handlung- mein eigenes kind getroffen hätte.

wenn man dies nun also von der sicht eines elternteiles sieht, muss - wenn es ihn gibt - gott ein sehr armes, weinendes und leidendes elternteil sein. keine schöne vorstellung.

lg, silvia

Richymuc
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Re:

von Richymuc (29.01.2009, 10:52)
Nachgedacht...

Wenn also Gott die Weiche auf seinen Sohn gestellt hat um uns Menschen zu retten, dann ist aber leider festzustellen, dass es nicht viel gebracht hat.

Es wäre ja schön, wenn es tatsächlich noch "Was" geben würde, damit es später zu einer Gerechtigkeit kommt.
Es wäre doch sehr ungerecht, wenn es keinen Ausgleich für die Lebensweise der Menschen geben würde.

Für Massenmörder und vorbildliche, gute Menschen muss es doch einen Unterschied nach dem Tod ? geben (...oder auch nicht.)

Die Ungerechtigkeit fängt ja schon bei der Geburt an, es wird sich keiner freiwillig einen Slum in Afrika aussuchen. Ist das nun Glück oder Bestimmung wenn man in einem reichen Land aufwächst?
Oder einfach nur Zufall?

Keine Angst über kurz oder lang wird es jeder von euch herausfinden, ob da noch "was" kommt. Das Problem ist nur, er kann es nicht weitersagen.

Also immer schön anständig und sozial bleiben, -vielleicht kommt sonst noch eine dicke Strafe auf euch zu.

Nix für ungut
Gruß vom Richard
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LOFI

Re:

von LOFI (29.01.2009, 10:58)
Richymuc hat geschrieben:
Wenn also Gott die Weiche auf seinen Sohn gestellt hat um uns Menschen zu retten, dann ist aber leider festzustellen, dass es nicht viel gebracht hat.


Hi,

du kannst die Frage auch andersrum stellen: Was hätte es gebracht, wenn das nicht geschehen wäre, bzw. wenn die christliche Religion sich nicht etabliert hätte?

VG
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cosmopolit
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Re:

von cosmopolit (29.01.2009, 11:18)
Richymuc:
Also immer schön anständig und sozial bleiben, -vielleicht kommt sonst noch eine dicke Strafe auf euch zu.

Genau dieses Spiel mit dem "vielleicht" haben schon Generationen von Herrschern und Kirchenfürsten durchgespielt.Sie haben es auch geschafft die Menschen unter der Knute zu halten.
Sehen wir uns doch selbst,wenn ich weiß was mich erwartet,bin ich zwar nicht immer einverstanden,aber ich kann mich drauf einstellen.
Dieser Moment wird hier genutzt,nicht wissen,nicht drauf einstellen können.Ergo kann ich mit den Ängsten spielen.
Wie verhält es sich eigentlich mit den Religionen die Jesus als Sohn Gottes nicht anerkennen?Sind die alle verdammt?Wer verdammt die?Haben die keine Hoffnung auf ein Wiedersehen im "Paradies".Ist das nur der Elitären Glaubensgemeinschaft des neuen Testaments versprochen?
Das sind alles nur Fragen.
Alfred
Erwachsen wirst du nicht mit dem alter,sondern erst dann wenn du die Fehler zuerst bei dir suchst. http://uae-alfred.blogspot.com/

Richymuc
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Re:

von Richymuc (29.01.2009, 11:18)
Lofi das stimmt.

Die Menschen haben doch vor Jesus Geburt auch schon gelebt, ob sich nach der Geburt viel am Verhalten der Menschheit geändert hat würde ich mal stark bezweifeln.
2 Weltkriege usw. haben die "Christen" auch nicht beinflussen oder verhindern können.

Es ist aber trotzdem schön, wenn Menschen einen Glauben haben und darin eine Zuflucht, Seelenheil oder Zuspruch finden.
Außerdem leben ganze Wirtschaftszweige davon.

Wenn sich tatsächlich alles als große Luftnummer herausstellen würde, wäre das tragisch. Was könnte ein arbeitloser Papst schon anfangen?
Da dies aber nicht geschied wird sich auch nix ändern und alles bleibt so wie es ist.

Da Gedanken bekanntlich frei sind, so jeder das denken was ihn persönlich glücklich macht. Ohne Druck und Zwang soll jeder entscheiden was er mag, auch wenn uns die Geschichte zeigt, dass die Kirchen in dieser Richtung auch massiv nachgeholfen haben.

LG Richard
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LOFI

Re:

von LOFI (29.01.2009, 11:52)
cosmopolit hat geschrieben:
Wie verhält es sich eigentlich mit den Religionen die Jesus als Sohn Gottes nicht anerkennen?Sind die alle verdammt?Wer verdammt die?Haben die keine Hoffnung auf ein Wiedersehen im "Paradies".Ist das nur der Elitären Glaubensgemeinschaft des neuen Testaments versprochen?
Das sind alles nur Fragen.


Und diese sind völlig berechtigt. Wir dürfen darüber hinaus nicht vergessen, dass auch die Wissenschaften ihren Anteil an der Sinnsuche haben. Diese und auch philosophsche Überlegungen können auch mich als katholisch christlich orientierten Menschen nicht kalt lassen. Man betrachte z.B. die neuesten Untersuchungen zum Begriff des Bewußtseins auf Quantenebene. Was dort untersucht wird, kann durchaus Sinn machen hat aber keinen religiösen Anspruch. Für mich kann trotzdem die Naturwissenschaft und Christlichkeit durchaus nebeneinander existieren, wenn es um die Sinnfrage und Göttlichkeit geht.

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cosmopolit
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Re:

von cosmopolit (29.01.2009, 12:50)
Für mich kann trotzdem die Naturwissenschaft und Christlichkeit durchaus nebeneinander existieren, wenn es um die Sinnfrage und Göttlichkeit geht.


Ich gebe dir Recht.Im Grunde ist es für mich doch nur das Problem,das viele der "Gläubigen" sich damit nicht auseinander setzen,und jegliche anders lautende Meinung wird nicht wahrgenommen.Gerade der Christliche Glaube setzt ja Toleranz voraus,und das ist das was ich so oft vermisse.Glaube heißt ja Glauben und nicht wissen,dadurch muss man dem der nicht glaubt eher verstehen und darauf hoffen als Gläubiger das auch der eine Erleuchtung hat.Hingegen denke ich das im Grunde genommen sehr viele Menschen glauben,an was auch immer,aber ein Großteil nicht mit der vorgeschalteten Institution "Kirche" sich identifizieren können.
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Gerhard
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Re:

von Gerhard (29.01.2009, 13:29)
@Steffi,

dein Beispiel mit dem Vater, dem Sohn und dem Bahngleis, auf dem der Vater den Sohn opfert, ist für mich ... ich sag es mal zurückhaltend ... ziemlich konstruiert und absurd.

1. Wenn Gott allmächtig, allgütig und allwissend ist, dann steht er vor keinem Dilemma. Ihm zu unterstellen er müsse seinen Sohn opfern um uns zu erlösen ... so einen Unsinn braucht ein allmächtiger Gott nicht. An dieser Stelle bringe ich in meinem Buch folgendes Beispiel: Ein Teeanger benimmt sich völlig daneben, Bankeinbruch, Überfall usw. Was ist aber von dem Vater dieses Teenangers zu halten, wenn der nun sagt, liebe Nachbarn, bitte foltert meine Tochter, nur dann kann ich meinem Sohn seine Taten vergeben. Hirnrissig ... oder? Gott braucht niemanden zu opfern um uns irgendwelche Verfehlungen zu vergeben.

2. Und außerdem, Gott wußte (er ist allwissend!!), dass wir fehlen ... wozu also das Opfer seines Sohnes?

3. Auch der Vater hätte seinen Sohn auf dem Gleis nicht opfern müssen. Gleis umstellen, dann mit wilden Gesten der Lokführer zum Halten veranlassen. Und dann stelle ich mir bei solch abstrusen Beispielen immer die Frage, wo denn Gott hier ist? Er hätte doch, wenn er die Menschen wirklich liebt, die beiden Züge einfach anhalten können.


@Richymuc,

Die Ungerechtigkeit fängt ja schon bei der Geburt an, es wird sich keiner freiwillig einen Slum in Afrika aussuchen. Ist das nun Glück oder Bestimmung wenn man in einem reichen Land aufwächst?
Oder einfach nur Zufall?


Sorry, wenn ich jetzt wieder mit meinem Theater komme, aber das erklärt diese Welt ungemein gut: Warum nur hat sich Bruno Ganz in dem Film "Der Untergang" die Rolle des Menschenfeindes Nr. 1 rausgesucht, die des Adolf Hitler? Weil er einfach die Rolle spielen wollte. Warum hat sich Richard Gere, der Liebling aller Mütter, in einem Film die Rolle eines Mörders herausgesucht? Weil er sie spielen wollte. Wenn du mal offen und unvoreingenommen über diese Idee nachdenken würdest, fändest du auf alle deine Fragen eine Antwort.

Im übrigen, manche fragen sich auch, wie bescheuert man sein muß, um zu Fuß zum Nordpol zu laufen oder auf den Everest zu klettern oder sich ein Seil um den Fuß zu binden und sich dann in die Tiefe zu stürzen. Da sagt man, der ist halt so ... wenn sich aber jemand die Rolle eines Slumbewohners aussucht, wird sofort geschrien: "So was sucht sich keiner aus."


@Cosmo,

Sehen wir uns doch selbst,wenn ich weiß was mich erwartet,bin ich zwar nicht immer einverstanden,aber ich kann mich drauf einstellen. Dieser Moment wird hier genutzt,nicht wissen,nicht drauf einstellen können.Ergo kann ich mit den Ängsten spielen.

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Re:

von Richymuc (29.01.2009, 16:56)
@ hakket

Habe mir gerade Deinen Videotip angesehen. Wirklich sehr gut und eindrucksvoll.

Hat mir sehr gut gefallen.
LG Richard
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Re:

von Richymuc (29.01.2009, 17:06)
Hallo Gerhard,

bei Deinen Filmrollen und dem Spaziergänger zum Nordpol gibt es einen kleinen Unterschied zum Slumbewohner.

Die Schauspieler machen es freiwillig weil sie das wollen.
Der Slumbewohner wird sich seinen Geburtsort sicher nicht freiwillig ausgesucht haben.

Ich habe da meine eigene Theorie.
Jeder bekommt von Geburt an einen gewissen "Bilderrahmen" zur Verfügung gestellt.

Jeder Einzelne ist selber dafür verantwortlich welches Bild (Leben) er nun
auf diesen Rahmen malt.
Es kann begrenzt auf seinen Rahmen ein schönes oder auch grauenhaftes Bild werden.

Nur so nachgedacht ...
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Re:

von cosmopolit (29.01.2009, 17:36)
Gerhard:
Im übrigen, manche fragen sich auch, wie bescheuert man sein muß, um zu Fuß zum Nordpol zu laufen oder auf den Everest zu klettern oder sich ein Seil um den Fuß zu binden und sich dann in die Tiefe zu stürzen. Da sagt man, der ist halt so ... wenn sich aber jemand die Rolle eines Slumbewohners aussucht, wird sofort geschrien: "So was sucht sich keiner aus."

Nix für Ungut aber da verstehe ich was nicht.(mangelnder Intellekt?)
Wenn ich in meinem Verständnis über den Slum Bewohner sagen würde
" der ist halt so" ist das meines Erachtens die Krone des Zynismus.
Der Vergleich hinkt nicht nur,er ist total daneben.
Der Idiot mit dem Seil ums Bein,kann immer noch das Seil abmachen,und entscheiden es nicht zu tun.Bitte gib mir einen Typ wie der Barrio Bewohner sich entscheiden kann.
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