Kunde bezahlt Bücher nicht - Erfahrungen mit Mahungen???

Verträge, Rechte und Pflichten: Was man als Autor beachten sollte.


PvdO
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Re:

von PvdO (03.02.2009, 15:33)
Heinz hat - wie sooft - Recht. Man macht sich zum Affen. Ich hab das auch alles durch, allerdings nur einmal.
Frage: wie viel nimmst du pro Buch ein, Netto, nicht Brutto. Und wie hoch sind deine Mahngebühren bis jetzt schon? Es wird immer nur teurer werden und schon bald übersteigen deine Gebühren den Gewinn. Man könnte nun sagen: lass es einfach. Eine sehr drastische Möglichkeit gibt es dennoch: Maile den Typ an, gebe ein Zahlungsziel und drohe damit, bei Nichtzahlung ihn mit Namen und Adresse im Net zu veröffentlichen. Wenn du dich dazu durchringen kannst, schlage alle bis jetzt angefallenen Kosten drauf. So was wirkt oft Wunde.
Viel Glück.
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hawepe
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Re:

von hawepe (03.02.2009, 20:37)
Hallo Peter,

PvdO hat geschrieben:
Eine sehr drastische Möglichkeit gibt es dennoch: Maile den Typ an, gebe ein Zahlungsziel und drohe damit, bei Nichtzahlung ihn mit Namen und Adresse im Net zu veröffentlichen.


Verständlich, aber trotzdem eine sehr schlechte Idee. Wenn der Schuldner gewieft ist, kehrt er den Spieß um und verklagt Silvia auf Schadenersatz. Er braucht nur zu behaupten, er habe bezahlt, aber irgendetwas sei bei der Bank schief gelaufen, oder, oder, oder ...

Selbst eine Anzeige wegen Betruges kann deshalb nach hinten losgehen.

Es hat seinen Grund, warum das Nichtbezahlen von kleineren Rechnungen zunehmend beliebter wird. Wenn der Schuldner stur ist, muss der Gläubiger ein Risiko eingehen, das er sich selten leisten werden wird.

Beste Grüße,

Heinz.

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PvO
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Re:

von PvO (04.02.2009, 09:32)
Vom Prinzip richtig, Heinz, aber ich könnte mir vorstellen, dass solche Drohung auch wahre Wunder bewirken kann.

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Birgit Fabich
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Re:

von Birgit Fabich (05.02.2009, 09:39)
Liebe Silvia,
ich hatte dasselbe Problem,
habe den Vorgang einem Inkassounternehmen übertragen,
das auch für kleine Geldsummen sich die Mühe macht,
also für Dich entstehen gar keine Kosten, wenn sie erfolgreich sind, 1/2 1/2.
Bei mir waren sie erfolgreich und ich habe mehr bekommen, als die ursprüngliche Forderung war...
wenn Du mehr wissen möchtest, PN
Gruß Birgit
und vor allem gute Besserung, arbeite auch noch an einigen grippalen Nachwirkungseffekten :?
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Richymuc
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Re:

von Richymuc (05.02.2009, 12:10)
Hallo,

vielleicht noch ein Tipp wenn es mal um größere Beträge geht. Gilt allerdings nur für Deutschland.

Ich arbeite sehr erfolgreich mit der Firma aczepta.com zusammen, die treiben das Geld der miesen Zahler für mich ein.

Kostet mich keinen Cent und die Erfolgsaussichten liegen bei 95%
Für größere Beträge zu sehr empfehlen.

Gruß Richard
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Der Satirische Kreuzfahrt-Flüsterer ISBN 978-3-8370-9816-7
Feindschaftsbuch ISBN 978-3-8370-9803-7
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Corvinus
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Re:

von Corvinus (05.02.2009, 20:16)
Wie schon gesagt wurde, vorgeschriebene Mahnstufen gibt es nicht. Würde hier aber kulanterweise nochmals eine Rechnung schicken, Mahnkosten und Porto aufschlagen und wenn dann noch immer nicht gezahlt wird - Mahnbescheid...
Zahlreich sind die Dinge derer ich nicht bedarf...

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Birgit Fabich
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Hilfe nicht nötig????

von Birgit Fabich (06.02.2009, 14:12)
Tja, wie soll ich sagen,
da ich bisher keine PN bekommen habe, nehme ich an,
dass der Leidensdruck noch nicht groß genug ist.
Ich für mein Teil arbeite also mit einem Inkassounternehmen zusammen,
dass sich um die nicht bezahlten Rechnungen kümmert.
Um säumige Zahler brauche ich mir keine Gedanken machen,
kann mich stattdessen um meine Geschichten kümmern.
Viele Grüße
Birgit
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Corvinus
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Re: Hilfe nicht nötig????

von Corvinus (06.02.2009, 18:41)
Auszugsweise:
Birgit Fabich hat geschrieben:
Ich für mein Teil arbeite also mit einem Inkassounternehmen zusammen,
dass sich um die nicht bezahlten Rechnungen kümmert.
Um säumige Zahler brauche ich mir keine Gedanken machen...


Da man aber nie wirklich weiß ob was beim Schuldner zu holen ist, kann das kostentechnisch auch ganz schön nach hinten losgehen. Je nach dem ob die Inkassofirma auf Erfolgsbasis arbeitet oder nicht.

Auszugsweise:
Richymuc hat geschrieben:
Ich arbeite sehr erfolgreich mit der Firma aczepta.com zusammen, die treiben das Geld der miesen Zahler für mich ein. Kostet mich keinen Cent und die Erfolgsaussichten liegen bei 95%.


Weiß nicht, ob hier Werbung für einen bestimmten Inkassodienst wirklich sinnvoll ist. Eine angebliche Erfolgsquote von 95% ist aber bei weitem Blödsinn, da ein Inkassounternehmen auch keine weitreichenderen Rechte oder Möglichkeiten hat wie der stinknormale Gerichtsvollzieher von nebenan. Man kann natürlich Glück haben und zufällig bekommt das Inkasso was zum krallen - das aber hätte dann auch der normale Gerichtsvollzieher...

Muss "Richymuc" aber in einem Punkt recht geben. Bei größeren Summen lohnt es sich gegebenenfalls die Forderung an ein Inkasso zu verkaufen. Dann kommen doch noch ein paar Euro in die Kasse, den Rest muss man dann eben als "uneinbringliche Forderung" abschreiben können...

Auszugsweise:
PvdO hat geschrieben:
Eine sehr drastische Möglichkeit gibt es dennoch: Maile den Typ an, gebe ein Zahlungsziel und drohe damit, bei Nichtzahlung ihn mit Namen und Adresse im Net zu veröffentlichen.


Nun, ist bereits ein Straftatbestand und kann unter Umständen sehr teuer werden. Auch Telefonterror kann rechtlich sehr bedenklich werden und den Straftatbestand der Belästigung erfüllen. Da empfehle ich dann doch den normal üblichen Weg des Mahnverfahrens bis hin zum Gerichtsvollzieher...
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hawepe
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Re: Hilfe nicht nötig????

von hawepe (06.02.2009, 20:32)
Hallo Corvinus,

Corvinus hat geschrieben:
Da man aber nie wirklich weiß ob was beim Schuldner zu holen ist, kann das kostentechnisch auch ganz schön nach hinten losgehen. Je nach dem ob die Inkassofirma auf Erfolgsbasis arbeitet oder nicht.


Das ist wie mit den DKZV. Ein Inkassounternehmen, das erfolgsunabhängig kassiert, hat es häufig nicht nötig, die Forderungen wirklich einzutreiben. Verdient hat es nämlich auch so schon :-(

Eine angebliche Erfolgsquote von 95% ist aber bei weitem Blödsinn, da ein Inkassounternehmen auch keine weitreichenderen Rechte oder Möglichkeiten hat wie der stinknormale Gerichtsvollzieher von nebenan. Man kann natürlich Glück haben und zufällig bekommt das Inkasso was zum krallen - das aber hätte dann auch der normale Gerichtsvollzieher...


Letzteren zu beauftragen ist allerdings sehr viel aufwendiger. Gerade wenn man sonst mit solchen Dingen nichts zu tun hat, kann ein Inkassounternehmen eine lohnende Alternative sein. Diese wissen z.B. auch, welche Möglichkeiten es mit der Schufa gibt, denn Schufa-Einträge stören Schuldner meistens sehr, weil ihre Kreditwürdigkeit empfindlich leidet.

Beste Grüße,

Heinz.

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Corvinus
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Re:

von Corvinus (06.02.2009, 21:08)
Also den einzigen Vorteil den ich sehen kann ist, wenn das Inkassounternehmen die Forderung tatsächlich aufkauft. Ansonsten bringt es wohl keinerlei nennenswerte Vorteile.

Wichtig oder sogar entscheidend ist hier auch, ob die Forderung bereits tituliert wurde ( Vollstreckungsbescheid oder Urteil ), denn das ist nicht Aufgabe des Gerichtsvollziehers. Ebenso wenig Schufameldungen und dergleichen. Inkassodienste kümmern sich da schon eher drum, melden die Forderung oft auch an die Schufa, arbeiten dann aber nur selten auf reiner Erfolgsbasis. Das Ausfallrisiko wäre einfach zu hoch.

Wie gesagt, hat alles seine Vor- und Nachteile, wobei Inkassodienste sicher auch ihre Daseinsberechtigung haben. Solange es nicht die Lacher vom M-Inkasso sind...
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MarleneGeselle
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Re:

von MarleneGeselle (10.02.2009, 15:15)
Guten Tag,

natürlich ist es möglich, mit einem gerichtlichen Mahnverfahren ans Geld zu kommen. Aber auf die Dauer ist das keine Lösung.

Nach meiner Erfahrung kümmern sich Ärzte und andere Freiberufler nur zum Quartalsende um Finanzielles wie z. B. Rechnungen bezahlen. Viele übertragen diese Arbeiten komplett ihren Steuerkanzleien, Ehefrauen usw. Am erfolgreichsten ist eine Mahnung dann, wenn sie in der letzten Woche eines Quartals eingeht - wenn also die entsprechenden Leute die Post in die Finger kriegen, nicht der Onkel Doktor, der mit seinen Gedanken woanders ist und delegiert!

Wenn du die Möglichkeit hast, dann rufe in der Praxis an, lasse dich mit der Sekretärin verbinden und weise diese auf die offene Rechnung hin. Diese kann dann die Überweisung fertig machen und dem Herrn in die Unterschriftenmappe legen.

Liebe Grüße
Marlene
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Silvia Kirschner
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Re:

von Silvia Kirschner (10.02.2009, 18:21)
hmmm, danke, das ist echt eine tolle idee! (da muss man ja schon echtes insiderwissen von ärzten haben... cool5 )
danke!
silvia

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Birgit Fabich
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Re:

von Birgit Fabich (11.02.2009, 10:02)
Marlene, wie Recht Du hast. thumbbup
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chris_master
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Re:

von chris_master (11.02.2009, 10:40)
Hi Sylvia,

wenn du damals schon auf dem ersten Zahlungsschein ein Zahlungsziel vorgegeben hast, und er es bis dato nicht bezahlt hatte, ist er automatisch in Verzug (auch ohne eine Mahnung von dir). Du kannst dich demzufolge ganz dummfrech auf diese Rechnung samt Zahlungsziel berufen, und da stehen dir eigentlich mehrere Möglichkeiten offen.

- Entweder kannst du sogesehen vom Kaufvertrag zurücktreten und kannst entsprechend deine Bücher zurückfordern. Das kann natürlich bis zum Inkassobüro führen, wenn er im Zahlungsverzug ist.

- oder du gehst direkt zur Inkassostelle und forderst das Geld ein (quasi Leistungserbringung und evtl. sogar noch Schadensersatz z.B. Mahnkosten etc.). Naja das führt dann auch relativ schnell dazu, dass du dann mit einem richterlichen Mahnbescheid ankommst, und dann geht es richtig ab (für den netten Medizinmann).

Aber ich kann dir erstmal sagen, dass man mit, ich nenn es mal "Zahlungsunfähigen" stets ärger hat --- weil du ja nicht weißt, was er mit deinen Büchern gemacht hat, und einfach so zurückholen ist halt schwierig (wenn die Seiten schon einzeln in seiner Praxis verteilt sind und sich langsam gelb färben).

LG Christopher

micha-el
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Re:

von micha-el (11.02.2009, 11:01)
Hi Silvia,

Dir kann keiner die Entscheidung abnehmen. Ich persönlich würde z.B. ihm nur noch ne "nette" mail schreiben, das ich es schade finde, das man sich auf Menschen nicht verlassen kann.

Denn man muss ja folgendes betrachten, lohnen sich für Summe i.H. von 5.- bis 20.-Euro (mehr wird das Buch ja in der Regel nicht kosten) solch ein Aufwand mit Inkasso, GV, Gericht ect, und steht das im Verhältnis, das dieser gute Herr danach eventuell überall mein Buch schlecht macht und ich dadurch eventuell potenzielle Leser verliere.

Wie gesagt, man kann Dir die Entscheidung nciht abnehmen, ich würde es eben nicht soweit kommen lassen, das sogar Inkasso Büros ect beauftragt werden. Ich glaube der Schaden und der Aufwand wäre größer, als eventuell ein paar Euro zu bekommen.

Es gibt nun mal auch solche Menschen, diese Erfahrung wird jeder mal machen. Und da es solche Menschen gibt, verkaufe ich meine Bücher grundsätzlich nur per Vorkasse, und es hat sich bisher noch nie ein Kunde/Leser darüber beschwert.

Ich wünsche Dir viel Erfolg und eine weise Entscheidung.

LG Michael
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