Nochmal Steuererklärung

Verträge, Rechte und Pflichten: Was man als Autor beachten sollte.


Arachne
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Nochmal Steuererklärung

von Arachne (15.10.2008, 18:19)
Ich weiß, das wurde schon mehrfach angesprochen. Wenn ich hier nicht im richtigen Forum bin, bitte verschieben.


Ich habe jetzt eine Excel-Tabelle angelegt. Die Einnahmen über Bookshop, Buchhandel etc. sind klar. Wo ich gestockt habe, waren meine Ausgaben, soweit es Autorenexemplare betrifft, und die Einnahmen aus Direktverkauf durch mich.
1. Kann/ muß ich die Kosten für z.B. 30 Autorenexemplare, die ich am Stück bezogen habe, in dem jeweiligen Quartal/ Jahr angeben, oder stelle ich sie erst dann ein, wenn ich die entsprechende Anzahl verkauft habe, d.h. ggf. im nächsten Jahr/ Quartal?

2. Oder ist es sinnvoller, überhaupt nur den Gewinn anzugeben? Aber schließlich habe ich diese Kosten gehabt, oder ist das eben mein Privatvergnügen?

3. Und wieviele Exemplare würde mir das Finanzamt im Fall 1.) sinnvollerweise anrechnen? Ich meine, fragen die, was ich mit dem nicht verkauften Rest gemacht habe?

Bin in solchen Sachen unbedarft...

Sigrid

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hawepe
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Re: Nochmal Steuererklärung

von hawepe (15.10.2008, 21:30)
Hallo Sigrid,

Arachne hat geschrieben:
1. Kann/ muß ich die Kosten für z.B. 30 Autorenexemplare, die ich am Stück bezogen habe, in dem jeweiligen Quartal/ Jahr angeben, oder stelle ich sie erst dann ein, wenn ich die entsprechende Anzahl verkauft habe, d.h. ggf. im nächsten Jahr/ Quartal?


Da du mit Sicherheit eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung machst, kommt es alleine auf den Zu- oder Abfluss von Geldern an. Gebucht wird immer für den Tag, an dem du eine Zahlung erhalten bzw. geleistet hast, undzwar genau über den jeweiligen Betrag.

2. Oder ist es sinnvoller, überhaupt nur den Gewinn anzugeben? Aber schließlich habe ich diese Kosten gehabt, oder ist das eben mein Privatvergnügen?


Natürlich darfst du von deinen Einnahmen deine Ausgaben abziehen.

3. Und wieviele Exemplare würde mir das Finanzamt im Fall 1.) sinnvollerweise anrechnen? Ich meine, fragen die, was ich mit dem nicht verkauften Rest gemacht habe?


Das interessiert das Finanzamt nicht.

Erst wenn du mehrere Jahre hintereinander Verlust machst, musst du mit Fragen rechnen. Wenn das Finanzamt den Eindruck gewinnt, dass es sich nur um ein Hobby handelt und keine Gewinnerzielungsabsicht vorliegt, kann das allerdings sehr schnell gehen.

Beste Grüße,

Heinz.

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Judith
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Re:

von Judith (16.10.2008, 01:04)
Hallo Sigrid,

ich führe genau Buch über die nicht verkauften Bücher, also z.B. verschenkt an Patenkind, Bücherei, eigenes Vorleseexemplar, geklaut etc. Falls mal eine Buchprüfung kommt, kann ich den Verbleib vorweisen.

Grüßle,
Judith
Du willst mehr wissen? Bitte hier - meine Website.

Arachne
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Re:

von Arachne (16.10.2008, 18:18)
Danke, Heinz und Judith, für die Antworten.

Diesen Nachweis über die (nicht verkauften) Bücher hatte ich mir ohnehin schon angelegt, allein um einen Überblick zu haben was noch da ist.

Sigrid

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Corvinus
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Re:

von Corvinus (06.02.2009, 12:53)
Die Frage ist letztlich ab wann einem unternehmerisches Handeln unterstellt werden kann. Der Verkauf von einigen wenigen Autorenexemplaren zählt da sicher nicht dazu. Und es gibt eben unzählige BOD Autoren, deren Verkaufszahlen so marginal bleiben, dass sie unter eine Billigkeitsgrenze fallen, welche von den Finanzbehörden keine weitere Beachtung findet.
Zuletzt geändert von Corvinus am 10.02.2009, 16:00, insgesamt 1-mal geändert.
Zahlreich sind die Dinge derer ich nicht bedarf...

Thesken

Re:

von Thesken (06.02.2009, 13:00)
Also ich mache es so, dass ich Bücher, die ich verschenke, mit dem Einkaufspreis als Privatentnahme auf die Einnahmenseite schreibe. Bücher wiederum, die ich als Werbeexemplare verschenke etc kommen nicht auf die Einnahmenseite, da es so gesehen reine Werbeausgaben sind.

Ich muss aber auch dabei sagen, dass ich mich komplett selbstständig machen will und deshalb wahrscheinlich etwas genauer Buch führe als die meisten hier müssten angle:

Liebe Grüße,
Theresa

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Corvinus
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Re:

von Corvinus (06.02.2009, 13:12)
Ist im Großen und Ganzen wohl auch richtig so. Wichtig ist halt nur, dass das verschenkte Buch buchhalterisch richtig verbucht wurde. Und zwar entsprechend der jeweils geltenden Bewertungsvorschriften.
Zuletzt geändert von Corvinus am 10.02.2009, 16:05, insgesamt 1-mal geändert.
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Dozen-Roses

Re: Nochmal Steuererklärung

von Dozen-Roses (06.02.2009, 13:31)
Arachne hat geschrieben:
Ich weiß, das wurde schon mehrfach angesprochen. Wenn ich hier nicht im richtigen Forum bin, bitte verschieben.


Ich habe jetzt eine Excel-Tabelle angelegt. Die Einnahmen über Bookshop, Buchhandel etc. sind klar. Wo ich gestockt habe, waren meine Ausgaben, soweit es Autorenexemplare betrifft, und die Einnahmen aus Direktverkauf durch mich.
1. Kann/ muß ich die Kosten für z.B. 30 Autorenexemplare, die ich am Stück bezogen habe, in dem jeweiligen Quartal/ Jahr angeben, oder stelle ich sie erst dann ein, wenn ich die entsprechende Anzahl verkauft habe, d.h. ggf. im nächsten Jahr/ Quartal?

2. Oder ist es sinnvoller, überhaupt nur den Gewinn anzugeben? Aber schließlich habe ich diese Kosten gehabt, oder ist das eben mein Privatvergnügen?

3. Und wieviele Exemplare würde mir das Finanzamt im Fall 1.) sinnvollerweise anrechnen? Ich meine, fragen die, was ich mit dem nicht verkauften Rest gemacht habe?

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Sigrid


Wir sind im letzen Jahr einfach zu einem Steuerberater gegangen, der das ganze Brimbamborium in Bezug auf Buchveröffentlichung gut und mit Fachwissen abgewickelt hat. Und siehe da, wir haben sogar etwas erstattet bekommen. cheezygrin

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Corvinus
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Re:

von Corvinus (06.02.2009, 18:23)
Also wer seine Buchverkäufe wirklich im großen Stil abwickelt oder sowieso unternehmerisch tätig ist, dem empfehle ich auch den Gang zum Steuerberater. Ist ja dann eh mehr oder weniger ein Abwasch.

Für den "50-Buch-im-Jahr-an-den-Mann-Bringer", der ausschließlich privat verkauft, ist es rausgeschmissenes Geld
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hawepe
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Re:

von hawepe (08.02.2009, 20:52)
Hallo,

manchmal ist es schon spaßig, wie hier munter mit irgendwelchen Begriffen um sich geworfen wird.

Wer Bücher kauft, um sie zu verkaufen, ist immer unternehmerisch tätig. Der Verkauf auch von Autorenexemplaren ist damit grundsätzlich eine unternehmerische Tätigkeit.

Zu unterscheiden ist allerdings zwischen selbständiger und gewerblicher Tätigkeit. Hier gibt es allerdings das große Problem, dass es keine gesetzlich eindeutige Regelung gibt :-(

Der Bundesfinanzhof hat 1976 mal entschieden: "Die Verwertung eigener schriftstellerischer Erzeugnisse geht über den Rahmen einer freiberuflichen Tätigkeit hinaus, wenn sie sich nach dem Gesamtbild der zu diesem Zweck geschaffenen organisatorischen Einrichtung nicht auf eine der schriftstellerischen Tätigkeit dienende Funktion beschränkt, sondern eine neue Erwerbsgrundlage darstellt. Durch den gewerblichen Massenvertrieb verliert auch eine ihrer Natur nach schriftstellerische Tätigkeit ihren freiberuflichen Charakter."

Eine gerichtliche Präzisierung gab es vermutlich nicht, jedenfalls ist der Freienberatung Mediafon kein Urteil bekannt.

Und natürlich darf man Bücher verschenken. Sie sind auch in keiner Weise von irgendwelchen ominösen "Bewertungsvorschriften" betroffen, weil diese nur für bilanzierungspflichtige Unternehmer gelten. Ich weiß jetzt nicht die entsprechenden Größenordnungen, aber bei Umsätzen bis in den hohen fünfstelligen Bereich reicht eine einfache Überschussrechnung aus, in der lediglich Einnahmen und Ausgaben, aber keinerlei Bestände erfasst werden.

Eine andere Frage ist, wie lange das Finanzamt mitspielt, dass man die Kosten für Druckdienstleister, Autorenexemplare und Werbung von der Steuer abzusetzen versucht, ohne irgendwann auch einmal Einnahmen durch verkaufte Bücher zu erzielen. Vermutlich dauert es dann nicht mehr lange, dass das Finanzamt alles zu einer Liebhaberei erklärt.

Beste Grüße,

Heinz.

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Corvinus
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Re:

von Corvinus (08.02.2009, 22:14)
Hallo hawepe... :lol:

...manchmal ist es schon spaßig, wie hier munter mit irgendwelchen Begriffen um sich geworfen wird.


Uiii... Uiii...Uiii... Glaube, da lehnt sich gerade jemand ein ganz klein wenig zu weit aus dem Fenster. Und was ist mit denen, die selbst nicht verkaufen, sondern ausschließlich verkaufen lassen? Auf gut deutsch gesagt, sich ihre Marge auszahlen lassen.

Bitte nicht böse sein, aber ich nehme mal an, dass Du mit der Materie "Deutsches Steuerrecht" beruflich nicht sehr vertraut bist. Von daher wäre es vielleicht besser etwas Zurückhaltung zu üben in Bezug auf nicht ganz so fundierte Kenntnisse in diesem Bereich. Ein sehr gutes Allgemeinwissen (welches ich Dir jetzt einfach mal unterstelle) reicht hier bei weitem nicht aus um das deutsche Steuerrecht mit all seinen Gesetzen, Richtlinien und Verordnungen erfassen zu können.

Fakt ist:
Laut Steuergesetz ist Unternehmer, wer eine gewerbliche oder berufliche Tätigkeit selbstständig ausübt. Das Unternehmen umfasst die gesamte gewerbliche oder berufliche Tätigkeit des Unternehmers. Gewerblich oder beruflich ist jede nachhaltige Tätigkeit zur Erzielung von Einnahmen, auch wenn die Absicht , Gewinn zu erzielen, fehlt oder eine Personenvetreinigung nur gegenüber ihren Mitgliedern tätig wird.


Also wenn man das so liest, kann man schon ganz schnell auf den Gedanken kommen mit jedem noch so kleinen Buchverkauf unternehmerisch tätig zu sein. Dem ist aber nicht so. Bei verschwindend kleinen Mengen aus eigenen Verkäufen handelt derjenige weder "gewerblich", noch "beruflich" oder gar "nachhaltig". Hier kommt es ausschließlich auf die Einzelfallbetrachtung an. Autoren die selbst gar keine Bücher verkaufen, sondern ausschließlich die Marge von BOD erhalten ( Verkäufe durch Amazon, Libri & Co ) haben in dem Fall eher "Sonstige Einkünfte", handeln selbst aber nicht unternehmerisch oder gewerblich.

Berufsautoren und Schriftsteller arbeiten Freiberuflich und haben somit Einkünfte aus selbstständiger Arbeit, kaum aber aus Gewerbebetrieb.

Und natürlich darf man Bücher verschenken. Sie sind auch in keiner Weise von irgendwelchen ominösen "Bewertungsvorschriften" betroffen, weil diese nur für bilanzierungspflichtige Unternehmer gelten.


Das ist schlichtweg Blödsinn. Diese angeblich ominösen Bewertungsvorschriften gelten für 4/3 rechnende Freiberufler ebenso wie für bilanzierende Unternehmensformen. Man werfe mal einen Blick in das HGB und dem entsprechend die die davon nicht betroffen sind in das EStG!

Ich weiß jetzt nicht die entsprechenden Größenordnungen, aber bei Umsätzen bis in den hohen fünfstelligen Bereich reicht eine einfache Überschussrechnung aus, in der lediglich Einnahmen und Ausgaben, aber keinerlei Bestände erfasst werden.


Auch das ist so nicht ganz richtig. Die 4/3 Rechnung (Einnahmen-/Überschussrechnung) basiert auf § 4 Abs. 3 EStG in welchem es heißt, dass Steuerpflichtige, die nicht auf Grund gesetzlicher Vorschriften verpflichtet sind Bücher zu führen und keine Abschlüsse machen, als Gewinn den Überschuss der Betriebseinnahmen über die Betriebsausgaben geltend machen können. Hier aber sind hauptaugenmerklich die Freien Berufe gemeint.

Die Verpflichtung auf Grund gesetzlicher Vorschriften Bücher zu führen liegt nämlich in der Kaufmannseigenschaft selbst (Ist-Kaufmann, Kann-Kaufmann, Kaufmann kraft Rechtsform). Bei Angehörigen freier Berufe entsteht die Pflicht dann, wenn die Umsätze ( seit 01.01.2008 ) einen Rahmen von 500.000 Euro überschreiten. Freiwillig kann übrigens jeder bilanzieren und es gibt auch einige die das tun.

...Vermutlich dauert es dann nicht mehr lange, dass das Finanzamt alles zu einer Liebhaberei erklärt.


Ein "Vermutlich" gibt es in diesem Bezug nicht. Der Gesetzgeber, beziehungsweise die Finanzbehörden haben hier einen etwaigen Spielraum von 3 Jahren, der allerdings verhandelbar ist. In der Regel wird das Ganze aber nach Ablauf dieser Zeit zur Liebhaberei erklärt, so dass die Verluste nicht mehr steuermindernd geltend gemacht werden können. Aber Vorsicht, auch dann werden die Einkünfte steuerlich gewinnerhöhend berücksichtigt!

LG
Zuletzt geändert von Corvinus am 10.02.2009, 16:27, insgesamt 2-mal geändert.
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hawepe
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Re:

von hawepe (09.02.2009, 08:43)
Hallo Corvinus,

Corvinus hat geschrieben:
Bitte nicht böse sein, aber ich nehme mal an, dass Du mit der Materie "Deutsches Steuerrecht" beruflich nicht vertraut bist. Von daher wäre es vielleicht besser etwas Zurückhaltung zu üben in Bezug auf nicht ganz so fundierte Kenntnisse in diesem Bereich.


Eben weil ich da nur über ein gutes Allgemeinwissen verfüge, frage ich lieber bei meiner Gewerkschaft nach.

Das deutsche Steuerrecht ist mit all seinen Richtlinien (die übrigens nicht im Gesetz stehen) sehr umfangreich und nicht so leicht zu durchschauen.


Genau deshalb sollte man es hier aber nicht in einer Weise darstellen, dass es nur jenen etwas bringt, die eigentlich bereits alles verstanden haben.

Fakt ist:
Laut Steuergesetz ist Unternehmer, wer eine gewerbliche oder berufliche Tätigkeit selbstständig ausübt. Das Unternehmen umfasst die gesamte gewerbliche oder berufliche Tätigkeit des Unternehmers. Gewerblich oder beruflich ist jede nachhaltige Tätigkeit zur Erzielung von Einnahmen, auch wenn die Absicht , Gewinn zu erzielen, fehlt oder eine Personenvetreinigung nur gegenüber ihren Mitgliedern tätig wird.


Und was möchtest du uns damit sagen? Dass die Nachhaltigkeit gefordert wird? Aber genau das habe ich geschrieben, bloß etwas weniger verklausuliert.

Also wenn man das so liest, kann man schon ganz schnell auf den Gedanken kommen mit jedem noch so kleinen Buchverkauf unternehmerisch tätig zu sein. Dem ist aber nicht so. Die Finanzbehörden haben da auch gar kein Interesse dran.


Die Entscheidung sollte man allerdings besser dem zuständigen Finanzamt überlassen. Nicht umsonst wird hier immer wieder empfohlen, einfach mal anzurufen und zu fragen.

Ganz abgesehen davon liegt es häufig eher im Interesse der Autoren, ihre Autorentätigkeit als "unternehmerische" Tätigkeit anerkannt zu bekommen, weil sie dann auch ihre Ausgaben steuerlich geltend machen können.

Auch der von Dir zitierte Unterschied von selbstständigem und gewerblich unternehmerischem Handeln ist themenbezogen hier nicht existend. Der einzige Unterschied wäre der Unterschied von "Einkünften aus Selbstständiger Arbeit" nach § 18 EStG und "Einkünften aus Gewerbebetrieb" nach § 15 EStG. Das aber hat hier themenbezogen keinerlei Bedeutung.


Den letzteren Unterschied meinte ich. Hatte ich etwas unglücklich formuliert. Gerade der ist aber relevant. Für eine gewerbliche Tätigkeit brauchst du zwingend einen Gewerbeschein, musst eine Gewerbesteuererklärung abgeben und wirst Zwangsmitglied der IHK.

Die Bewertungsvorschriften gelten natürlich nicht nur für bilanzierungspflichtige Unternehmensformen. ( Allgemeine Wirtschaftslehre, Umsatzsteuerrecht und Buchführung 1. Semester ) Jeder der einen Wareneinkauf in welcher Form auch immer steuerlich zur Geltung bringt, muss auch den Ertrag (zum Beispiel beim Verschenken, was einer Lieferung gegen Entgelt gleichgestellt ist) aus dieser Ware buchhalterisch und steuerlich berücksichtigen. Und zwar nach den allgemein geltenden Bewertungsvorschriften. Ist eben so...


Okay, ich bin erst seit 1969 freiberuflich steuerpflichtig, da kaynn es natürlich sein, dass keinem meiner Finanzämter oder zwischenzeitlich auch mal beauftragten Steuerberater davon wussten.

Aber vielleicht kannst du mal verraten, wie du ein Buch, das du vom Verlag zum Autorenpreis oder gar kostenlos als Belegexemplar bezogen hast, in deiner Überschussrechnung einbringst, wenn du es z.B. als Rezensionsexemplar an eine Zeitung verschenkst? Bei mir erscheint es zum Einkaufspreis oder auch gar nicht in der Überschussrechnung bzw. nur mit den Versandkosten an die Redaktion.

Es kann natürlich sein, dass den Finanzämtern lediglich nicht bekannt ist, dass diese seit 1969 geübte Praxis unzulässig ist.

Ich weiß jetzt nicht die entsprechenden Größenordnungen, aber bei Umsätzen bis in den hohen fünfstelligen Bereich reicht eine einfache Überschussrechnung aus, in der lediglich Einnahmen und Ausgaben, aber keinerlei Bestände erfasst werden.


Das ist so nicht ganz richtig. Die 4/3 Rechnung (Einnahmen-/Überschussrechnung) basiert auf § 4 Abs. 3 EStG in welchem es heißt, dass Steuerpflichtige, die nicht auf Grund gesetzlicher Vorschriften verpflichtet sind Bücher zu führen und keine Abschlüsse machen, als Gewinn den Überschuss der Betriebseinnahmen über die Betriebsausgaben geltend machen können. Hier sind hauptsächlich die Freien Berufe gemeint.


Und was habe ich geschrieben. Lies es noch mal und du wirst überrascht sein :-)

Freiwillig kann übrigens jeder bilanzieren. Nur wer macht das schon...


Du sagst es. Ich kenne nur einen Menschen, der sich darauf eingelassen hat, weil ihn sein Steuerberater dazu überredete. Leider musste er sich einen neuen berater suchen, weil sein damaliger inzwischen wegen zahlreicher Machenschaften sitzt :-(

Natürlich kann man auch beim privaten Buchverkauf eine unternehmerische Tätigkeit unterstellen, wenn die Verkäufe über ein bestimmtes Maß hinausgehen.


Nur um diese Frage ging es in diesem Forum bislang bestenfalls am Rande. Die Kernfrage ist immer, ob sich der Verkauf eigener Bücher noch eine freiberufliche Tätigkeit, oder bereits eine gewerbliche ist.

Da du Fachmann für Steuerfragen zu sein scheinst, wäre es schön, wenn du die von mir auszugsweise zitierte Entscheidung des BFH mal auf seine Details durchschauen könntest. Leider werden derartig alte Entscheidungen nur selten online gestellt, und diese gibt es eben auch nicht im Internet. Ich kenne nur die Auszüge, die mir meine Gewerkschaft übermittelt hat.

...Vermutlich dauert es dann nicht mehr lange, dass das Finanzamt alles zu einer Liebhaberei erklärt.


Ein "Vermutlich" gibt es in dem Bezug nicht. Der Gesetzgeber, beziehungsweise die Finanzbehörden geben hier 3 Jahre Spielraum. Unter ganz bestimmten Umständen ist das noch verhandelbar, allerdings nur bei größeren Unternehmen. In der Regel aber wird das Ganze nach 3 Jahren zur Liebhaberei erklärt und die Ausgaben können nicht mehr steuermindernd geltend gemacht werden.
[/quote]

Dann kannst du bestimmt auch den entsprechenden Gesetzesparagraphen oder Ausführungsvorschrift nennen. Du weisst damit nämlich mehr als die Rechtsberatung der Gewerkschaft.

Ganz nebenbei widersprichst du dich selbst kräftig. Wenn der Gesetzgeber3 Jahre vorschreibt, gibt es für die Finanzämter kein "in der Regel".

Tatsächlich darf man lediglich davon ausgehen, dass die Finanzämter sich 3 Jahre tolerant zeigen, danach aber nachfragen. Das haben ich und auch andere hier allerdings schon mehrere Male erklärt.

Beste Grüße,

Heinz.

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Corvinus
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Re:

von Corvinus (09.02.2009, 17:05)
Na ja, wer meint es besser zu wissen - kein Problem - ich erhebe hier ganz sicher keinen Anspruch darauf. Und ganz ehrlich, ich hab weder Lust noch Zeit hier eine steuerrechtliche Diskussion mit jemandem zu führen der selbst nicht vom Fach ist. Von daher...

Allerdings empfehle ich ernsthaft Interessierten, eventuellen Dauerzweiflern oder auch Hobbysteuerbeschäftigten die entsprechende Fachlektüre zum Nachlesen, welche da wäre:

Aktuelle Steuertexte 2008 vom Verlag C. H. Beck - ISBN 9783406573323

Wichtige Steuerrichtlinien von nwb - ISBN 9783482528545

Bornhofen Steuerlehre 1 - Rechtslage 2008 - ISBN 9783834904904

Letzteres kann man schon als ernstzunehmende steuerliche Lernlektüre bezeichnen, während die aktuellen Steuergesetze und Richtlinien bereits ein Grundverständnis vom deutschen Steuerrecht voraussetzen. Und dabei möchte ich es nun auch bewenden lassen.

Aber eins noch...
Ganz nebenbei widersprichst du dich selbst kräftig. Wenn der Gesetzgeber 3 Jahre vorschreibt, gibt es für die Finanzämter kein "in der Regel".


Nach wie vor falsch verstanden und wenn das hier schon so oft erörtert wurde muss ich feststellen, dass da jemand etwas auf der Leitung steht.
Der Gesetzgeber sieht nun mal in seinen Richtlinien diese 3-Jahres Frist vor. Wenn der Unternehmer dann nicht glaubhaft machen kann, dass er durch sein weiteres Wirtschaften in angemessener Zeit Gewinne erzielt, sind die Finanzbehörden angewiesen, jenes Handeln zur Liebhaberei zu erklären. Natürlich gibt es auch Ausnahmen und manchmal lassen die Behörden auch 4 oder 5 Jahre gelten. Aber dies ist nun mal nicht die Regel, sondern die Ausnahme...

( Den Rest meines Beitrages habe ich jetzt allerdings gelöscht, da ich auf sinnlose Diskussionen dieser Art gut und gerne verzichten kann... )

LG Corvinus
Zahlreich sind die Dinge derer ich nicht bedarf...

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