Daumenschrauben

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Versailles
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@ Jasmin

von Versailles (30.12.2007, 17:14)
Hallo,
du schreibst
Risiko hieß früher noch, etwas wirklich gewagtes zu machen, etwas, das bisher noch nie dagewesen war.

Dem stimme ich dir zu, und es gilt auch heute noch, aber wann früher meinst du in diesem Zusammenhang?

Ein Beispiel: ich beginne gerade ein Buch über "Das Parfum", in dem es sinngemäß heisst, die Agentin des Herrn Süsskind habe das Manuskript (1985!) an zahlreiche deutsche Verlage geschickt und vielfach die gleiche Absage erhalten: man könne diesen Stoff dem deutschen Leser nicht zumuten. Wie gesagt, wir sprechen von einer Zeit, die gerade einmal 20 Jahre zurück liegt.
Ein Schweizer Verlag tat es aber doch und liess sich auf das Abenteuer ein. Er mutete den Deutschen und dem Rest der Welt den Stoff um J.B. Grenouille zu und das Folgende (die Verkaufszahlen nämlich) ist legendär. Und nur mal so am Rande: lt. Info gab es das Buch "Das Parfum" fast 10 Jahre lang nur als Hardcover zu kaufen. Wäre so etwas heute überhaupt denkbar??

Heutzutage scheint für Agenten und Verlage schon die kleinste Abweichung aus eingetretenen Pfaden ein "Risiko" zu sein.
Das scheint mir auch so. Und wie gesagt: nicht nur heute, auch vor 20, 50 oder 100 Jahren mag es so gewesen sein.

Liebe Grüße
Amalia
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PvO
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Re:

von PvO (30.12.2007, 17:20)
Habt ihr gewusst, dass ein Verleger eine Story ablehnte, mit der Begründung, dass es kein Mensch abnehmen würde? Viele Jahre später trat das ein, was jener Autor beschrieben hatte. Der Untergang der Titanic.

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Zoba
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Re:

von Zoba (30.12.2007, 17:35)
Hi PvO,

ja, die Story kenne ich, allerdings wurde sie schon damals meines Wissens nach als hellseherisch bezeichnet, da kann ich eine Ablehnung verstehen.
Gruß,

Zoba

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"In Deutschland gilt derjenige als viel gefährlicher, der auf den Schmutz hinweist, als der, der ihn gemacht hat." - Carl von Ossietzky

Mick Baxter
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Re:

von Mick Baxter (06.02.2009, 15:47)
hwg (Moderator) hat geschrieben:
Bei uns gibt es noch so etwas wie eine "Prüfungsstelle für jugendgefährdende Schriften", die von einer katholischen Kommission besetzt ist, allerdings ohne rechtsverbindlichen Charakter.

Soviel ich weiß, werden die von ihr ausgehenden
Empfehlungen nur noch von wenigen Verlagen befolgt.
Und Verlage mit christlichem Hintergrund machen ihr Geschäft ohnehin nur mit Büchern "frommen" oder wertkonservativen Inhalten (wogegen ja überhaupt nichts zu sagen ist :lol: ).

Die manchmal angeheizte Hysterie hinsichtlich erotischer und/oder pornografischer Literatur ist ohnehin schwachsinnig, schließlich wissen schon Kids heutzutage viel mehr über Sexualität als früher ein (auch "abgebrühter") Erwachsener auch nur zuzugeben bereit war. Oder liege ich total falsch?

Ich bin erstaunt, daß ein Moderator nicht die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien kennt (früher Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften).
Natürlich haben die Urteile der BPjM rechtsverbindlichen Charakter. Indizierte Schriften dürfen nicht beworben werden und nur "unter dem Ladentisch" oder in Sexshops verkauft werden. Auch beim Internethandel gibt es erhebliche Einschränkungen.
Zwar spielten die Kirchen traditionell immer eine große Rolle in der BPjM, als aber ein Heft der Kinder-Comicserie "Sailor Moon" wegen Darstellung des Mißbrauchs von Minderjährigen (der nur in der Phantasie der Gremiumsmitglieder existierte) indiziert wurde, war kein Kirchenvertreter beteiligt.

julia07
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Re:

von julia07 (06.02.2009, 17:29)
Mick Baxter hat geschrieben:
Ich bin erstaunt, daß ein Moderator nicht die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien kennt (früher Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften).

Das liegt wohl daran, dass dieser Moderator Österreicher ist (siehe das winzig kleine "A" vor dem Wohnort) und deswegen weder die deutschen Gesetze, noch deutsche Behörden kennen muss :wink:

LG,
Julia

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