Entwicklung von Verkaufszahlen

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AFV

Re:

von AFV (14.02.2009, 18:18)
Wer das Schreiben nur von irgendwelchen Verkaufszahlen abhängig macht, kurz wer glaubt am Schreiben etwas zu verdienen, der sollte nie ein Manuskript beginnen, reine Papierverschwendung.

book: Literarischen Gruß

Jens

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schreiberlein
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Re:

von schreiberlein (14.02.2009, 18:22)
Hmmm, nun ja, ich verkaufe ja keine Autos, sondern versuche lediglich ein paar Bücher an den Mann/die Frau zu bringen. Ich glaube kaum, dass die gesamtwirtschaftliche Lage einen so großen Einfluss auf Ausgaben im Bereich von 10 - 20 Euro hat. Wer lesen will, der tut das auch. Ich selbst hab' zu Zeiten, in denen es mir finanziell weitaus schlechter ging als heute, auf alles mögliche verzichtet, auf Bücher aber nie.

Wenn die Verkaufszahlen sinken, wird das wohl eher andere Gründe haben. Dass Lesen bei vielen mittlerweile völlig out ist, mag einer sein; dass gute Literatur im Müllgedümpel der Verlage nur schwer zu finden ist, ein anderer. Ich selbst verliere mittlerweile auch die Lust, ein Buch zu kaufen, wenn ich in der Bücherei das x-te Buch, in das ich hinein gelesen habe, wieder zurücklege, weil der hochgelobte Bestseller nur ein Aufguss des Buches X ist, das im letzten Jahr so ein Renner war.

Nun, auch das wird nur ein Faktor unter vielen sein. Aber das ist die Konjunkturflaute meiner Meinung nach auch.

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Alexandra_Sperling
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Re:

von Alexandra_Sperling (14.02.2009, 18:43)
Hi schreiberlein,

schreiberlein hat geschrieben:
Nun, auch das wird nur ein Faktor unter vielen sein. Aber das ist die Konjunkturflaute meiner Meinung nach auch.


Absolute Zustimmung thumbbup

Die Frage nach den Verkaufszahlen anderer Autoren ist genau genommen eh sinnlos, denn für das eigene Buch heisst das gar nichts.

Wenn sich ein Hunde-Buch gut verkauft heisst das ja nicht, dass sich eines über Schweizer Käse auch gut an den Leser bringen lässt.

Und selbst wenn die Bücher das gleiche Thema behandeln kann sich sehr wohl das eine gut und das andere schlecht verkaufen, vielleicht ja nicht mal, weil das eine Buch gut und das andere schlecht ist, sondern eventuell ist beim einen das Cover besser, die Werbung an der geeigneteren Stelle gewesen oder oder oder...

Liebe Grüße,
Alex
--
Gestreift macht Schlank - Von der Gemeinheit, dass nicht mal Diät-Schokolade beim Abnehmen hilft und Karotten nicht glücklich machen...
ISBN: 978-3837056181
http://alexandra-sperling.blogspot.com/

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schreiberlein
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Re:

von schreiberlein (14.02.2009, 19:06)
:lol: Bisher dachte ich aber immer, schweizer Käse sei, thematisch gesehen, DER Bestsellergarant :P

Recht hast Du, Alex. Ich gönne jedem seine Verkaufszahlen, aber ob das nun bei anderen Autoren 5000, 500, 50 oder 5 Bücher sind, ist für mich persönlich völlig wurscht. Wenn mir aber jemand sagt: "He, ich hab' dein Buch gelesen und fand's gut!", dann ist das eine verkaufte Buch mehr wert als 5000, die ich vielleicht hätte verkaufen können.

Dächte und empfände ich anders, würd' ich auch über andere Dinge schreiben. Schweizer Käse wäre vielleicht wirklich eine Überlegung wert... cool5

MToss
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Re:

von MToss (14.02.2009, 19:10)
Also, ich finde diesen Thread einmalig und wichtig.
NIRGENDWO sonst erfährt man, wie viele Bücher durchschnittlich Autoren verkaufen. Kein Verlag, auch BoD nicht, keine Quelle, kein amazon, niemand verrät wie viele Exemplare verkauft wurden (es sei denn es ist ein absoluter Ausnahme-Bestseller).
Man wüsste überhaupt nicht wo man steht (wie stehe im Vergleich zu anderen da? Wie viele Exemplare braucht es um in die BoD-Bestseller Liste zu gelangen? Verkauft ein Kleinverlag mehr Exemplare? Wann ist mein Buch als "Erfolg" zu sehen? usw).
Ich habe jedenfalls nichts vergleichbares darüber gefunden....
Deshalb finde ich diesen Thread wichtig und sinnvoll

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schreiberlein
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Re:

von schreiberlein (14.02.2009, 19:23)
MToss hat geschrieben:
Man wüsste überhaupt nicht wo man steht (wie stehe im Vergleich zu anderen da? Wie viele Exemplare braucht es um in die BoD-Bestseller Liste zu gelangen? Verkauft ein Kleinverlag mehr Exemplare? Wann ist mein Buch als "Erfolg" zu sehen? usw).


Das interessiert mich gar nicht. Mein Buch ist ein Erfolg, weil ich es geschrieben habe. Und es ist ein großer Erfolg, weil es nicht nur mir gefällt. Da kann keine Zahl etwas dran ändern. Schon gar nicht Zahlen, die mit meinem Buch gar nichts zu tun haben.

MToss hat geschrieben:
Ich habe jedenfalls nichts vergleichbares darüber gefunden....
Deshalb finde ich diesen Thread wichtig und sinnvoll


Ist es wirklich sinnvoll, sein Bild von sich und seinem Tun von so etwas abhängig zu machen? Vergleichen ist der Anfang der Unzufriedenheit.

Wichtig finde ich diesen Thread nicht, allerdings sehr interessant, weil er viel über die Intention aussagt, aus der heraus Autoren schreiben. Und - da bitte ich darum, richtig verstanden zu werden - edel ist weder meine, noch die derer, die mit Verkaufszahlen jonglieren.

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skipteuse
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Re:

von skipteuse (14.02.2009, 19:29)
Nix für ungut, aber:
Also ich denke, dass die Verkauszahlen nicht zwangsläufig etwas mit der Intention des Autors zu tun haben müssen...!

Und ich fand es letztes Jahr auch sehr spannend für mich, diesen Thread zu entdecken, weil man endlich einmal Einblick auch in diesen Part bekommt ... ;-))

Besten Gruß an alle "Schreibwütigen",
Babs

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schreiberlein
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Re:

von schreiberlein (14.02.2009, 19:47)
skipteuse hat geschrieben:
Nix für ungut, aber:
Also ich denke, dass die Verkauszahlen nicht zwangsläufig etwas mit der Intention des Autors zu tun haben müssen...!


Mich erinnern hier einige (bei weitem nicht alle) Postings fatal an Gespräche von Autofreaks, die sich PS-Zahlen um die Ohren hauen.

hwg
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Re:

von hwg (15.02.2009, 09:04)
Hallo Jens,

wäre ich Deinem Ratschlag gefolgt, ich hätte nie mit der Schreiberei begonnen... :lol: Rückblickend bin ich mit einer Berufswahl aber doch sehr zufrieden und daher auch glücklich!

Gruß Hans

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PvO
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Re:

von PvO (15.02.2009, 09:35)
Schließe mich Hans an.
kurz wer glaubt am Schreiben etwas zu verdienen,
Hier sollte man mal den Begriff verdienen definieren. Natürlich wollen wir alle verdienen. Wer das Gegenteil behauptet, den nehme ich nicht ernst. NUR: vom Verdienst leben zu wollen und das auch noch gut, das ist weit an der Realität vorbei. Ich habe nie des verdienens wegen geschrieben. Habe aber auch nichts dagegen, wenn etwas Geld in Form von verkauften Büchern wieder reinkommt.

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Re:

von schreiberlein (15.02.2009, 11:45)
Das, PvO (Peter?), nenne ich eine gesunde Einstellung. Das Ganze als eine Leidenschaft zu sehen, bei der man vielleicht nichts drauflegen muss und im günstigsten Fall sogar noch etwas herausspringt.

Dann werden Verkaufszahlen (die eigenen und erst recht die der anderen) zu völlig nebensächlichen Spielereien. Schon klar, dass, um gelesen zu werden, ein Buch auch erst einmal gekauft werden muss. Aber der Umkehrschluss, dass ein gekauftes Buch auch gelesen wird und gefällt, ist nicht zwingend. Und zweites ist eben das, was mir wirklich wichtig ist.

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Judith
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Re:

von Judith (15.02.2009, 11:53)
Ich denke mal, dass beides seine Berechtigung hat. Wenn man verkaufen will, muss man sich i.d.R. dem Markt anpassen, ist also gewissermaßen an das gebunden, was die Verlag wollen. Das bedeutet nicht, dass man sich total einschränken muss, aber man hat eben einen gewissen Rahmen zur Verfügung (wenn man nicht gerade das Glück hat, etwas Neues zu produzieren, das dann auch noch ein vielbesprochener Bestseller wird).

Ich habe zwar braune Augen, bin aber doch so blauäugig, zu hoffen, bis in etwa zwei Jahren einen beträchtlichen Teil meines Lebensunterhaltes mit der Schreiberei zu verdienen. Deshalb schreibe ich das, wovon ich meine, dass die Verlage es lesen wollen, was mir aber dennoch Spaß macht. Den letzten Reaktionen diverser Lektorinnen nach zu urteilen, liege ich damit gar nicht so falsch. Warum soll ich an der Supermarktkasse sitzen oder putzen gehen, wenn ich stattdessen mit dem Schreiben Geld verdienen kann?

Grüßle,
Judith
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schreiberlein
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Re:

von schreiberlein (15.02.2009, 11:59)
Ich wünsche Dir viel Glück dabei, Judith.

Die Gegenfrage ist aber auch berechtigt: Warum soll ich mich für einen Markt verbiegen und nicht 100% das schreiben, was ich wirklich schreiben will, wenn ich bereits gutes Geld mit einem Job verdiene, den ich liebe?

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skipteuse
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Re:

von skipteuse (15.02.2009, 13:15)
Ich denke, das eine schließt das andere nicht aus ...

(Natürlich ist es einfach unvergleichlich, wenn man ein ehrliches Lob bekommt!)

In diesem Sinne, einen lieben Gruß von Barbara, die schreibt, was ihr gefällt UND nach den schwerfälligen Anfangsjahren nun ein paar Bücher mehr verkauft, freu! angle:

beelzebob
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Re:

von beelzebob (15.02.2009, 18:58)
Hi,

schreiberlein hat geschrieben:
Ich wünsche Dir viel Glück dabei, Judith.

Die Gegenfrage ist aber auch berechtigt: Warum soll ich mich für einen Markt verbiegen und nicht 100% das schreiben, was ich wirklich schreiben will, wenn ich bereits gutes Geld mit einem Job verdiene, den ich liebe?


Es gibt Leute die schreiben als Hobby, dazu gehörst Du. Es gibt Leute, die wollen erfolgreich schreiben und definieren ihren Erfolg über Mammon. Und es gibt Leute, die schreiben aus Eigentherapie.

Was nicht ausschließt, dass es noch viele andere Beweggründe gibt. Aber wenn sich die Fragestellung primär um Erfolg und 'was geht' dreht ist m.E. der Hinweis auf alle Arten von 'Verbiegung' unangemessen - oder nicht? :-)

Viele Grüße,
Bob

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