Rechtliche/Vertragliche Frage

Verträge, Rechte und Pflichten: Was man als Autor beachten sollte.


Jama
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Rechtliche/Vertragliche Frage

von Jama (02.03.2009, 20:33)
Ich habe eine vertragliche Frage, die sich warscheinlich in der rechtlichen Grauzone befindet.

Nehmen wir mal an, ein Verlag möchte mein Buch haben, welches bei Books on Demand veröffentlicht worden ist.
Ich habe natürlich die Möglichkeit 299 Euro zu zahlen und auszusteigen.

Was wäre jedoch, wenn ich eine neue Auflage erstelle und diese mit anderem Inhalt und anderem Titel versehe?
Darf ich dann das alte Buch woanders veröffentlichen?
Was meint ihr?

Mac

Re: Rechtliche/Vertragliche Frage

von Mac (02.03.2009, 21:41)
Hi Jama
Jama hat geschrieben:
Was wäre jedoch, wenn ich eine neue Auflage erstelle und diese mit anderem Inhalt und anderem Titel versehe?
Darf ich dann das alte Buch woanders veröffentlichen?

Also zuerst mal ist es dann ein anderes Buch (vorausgesetzt, Du hast nicht nur Marginalien im Inhalt geändert). Das unter anderem Titel kannst Du denke ich schon woanders veröffentlichen. Allerdings verlierst du dann Wiedererkennungswert und machst Dir selber Konkurrenz - das kannst also eigentlich vergessen. Dann lieber die Euronen latzen. My 2 cent.

Jama
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Re: Rechtliche/Vertragliche Frage

von Jama (02.03.2009, 22:01)
Mac hat geschrieben:
Hi Jama
Jama hat geschrieben:
Was wäre jedoch, wenn ich eine neue Auflage erstelle und diese mit anderem Inhalt und anderem Titel versehe?
Darf ich dann das alte Buch woanders veröffentlichen?

Also zuerst mal ist es dann ein anderes Buch (vorausgesetzt, Du hast nicht nur Marginalien im Inhalt geändert). Das unter anderem Titel kannst Du denke ich schon woanders veröffentlichen. Allerdings verlierst du dann Wiedererkennungswert und machst Dir selber Konkurrenz - das kannst also eigentlich vergessen. Dann lieber die Euronen latzen. My 2 cent.


Hallo Mac,

Ich meine das eigentlich ganz anders.
Ich habe Projekt a bei BOD angelegt und mache daraus durch eine Neuauflage ein anderes Buch, nämlich Projekt b mit einer anderen ISBN. Das Buch wäre komplett anders aber dennoch laut BOD System eine Neuauflage, da man bei BOD auch den Titel/Seitenzahl bei einer Neuauflage ändern kann. Dadurch verschwindet doch Projekt a von BOD und ich könnte es prinzipiell woanders veröffentlichen?
Warum würde ich mir dann selber Konkurrenz machen?

Mac

Re:

von Mac (02.03.2009, 23:16)
Hi Jama

vielleicht hab ich ja was falsch verstanden oder nicht richtig begriffen. Eine Neuauflage ist in der Regel das gleiche Buch, das vergriffen war, noch mal in den Druck zu bekommen. Eine überarbeitete Neuauflage ist das gleiche Buch mit einigen wahrscheinlich eher marginalen Änderungen - aber immer noch das gleiche Buch.
Also entweder hast du das alte Buch - egal welchen Titel es trägt - dann machst Du Dir doch nur selber Konkurrenz . Oder Du hast ein anderes Buch - und das kannst Du verlegen wo Du willst.

Ich versteh wohl Dein Problem nicht, sorry.

herzblatt
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Re:

von herzblatt (02.03.2009, 23:36)
Hi Jama,

hier ein Auszug aus dem ISBN-13-Handbuch:

"Es muss eine neue ISBN vergeben werden, wenn an einem oder mehreren Teil(en) einer Publikation wesentliche Änderungen vorgenommen werden. Falls der Titel verändert wird, benötigt man ebenfalls eine neue ISBN. Wird nur der Umschlag neu gestaltet oder der Preis einer monographischen Publikation neu festgesetzt, so wird keine neue ISBN vergeben.
Bei geringfügigen Änderungen an einer Auflage (z.B. Korrekturen von Druckfehlern) ist ebenfalls keine neue ISBN notwendig."


Du benötigst demnach eine neue ISBN für dein Vorhaben. Neue ISBN bedeutet aber auch einen zusätzlichen neuen Vertrag mit BoD. Du hast dann zwei Verträge mit 5-Jahres-Laufzeiten. Beide Bücher sind dann z.B. über Libri zu bestellen und werden von BoD vertragsmäßig gedruckt und ausgeliefert.

julia07
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Re: Rechtliche/Vertragliche Frage

von julia07 (03.03.2009, 00:13)
Jama hat geschrieben:
Was wäre jedoch, wenn ich eine neue Auflage erstelle und diese mit anderem Inhalt und anderem Titel versehe?
Darf ich dann das alte Buch woanders veröffentlichen?
Was meint ihr?

Man kann vieles machen, aber ob das legal oder sinnvoll ist? cheezygrin
Ich fände es jedenfalls äußerst unsportlich Deinen Lesern gegenüber, wenn Du mauscheln würdest. :wink:
Bei solchen Fragen sollte man sich einfach in die Lage des Käufers versetzen und sich fragen, ob einem das so angenehm wäre. Ich bezweifle, dass Deine Käufer ähnlich "großzügfig" denken würden wie DU!

LG,
Julia

Jama
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Re:

von Jama (03.03.2009, 00:24)
Hallo,

Warum wäre das unsportlich? Der Leser hätte davon doch gar keinen Schaden. Und das mit der neuen ISBN weiß ich ja.
Mein Anliegen ist scheinbar höchster Denksport mit Paradigmenwechsel. :wink:

Ich versuche es nocheinmal anhand eines praktischen Beispiels:

Ich habe bei BOD ein Buch mit dem Titel "Peter der Hund" herausgebracht.
Verlag "Tierstein" ist an dem Buch tierisch interessiert, erwartet jedoch, dass ich bei BOD kündige. Das würde mich nun ein hübsches Sümmchen kosten, diese Kündigung.
Nun modifiziere ich bei BOD meine Neuauflage und änder "Peter der Hund" um in "Ulf das Pferd", ich veränder den kompletten Inhalt, das Cover, vergebe eine neue ISBN - und voila: Aus der Neuauflage ensteht plötzlich ein ganz neues Buch, was ja bei BOD möglich ist.
Jetzt exisitiert "Peter der Hund" nicht mehr bei BOD und ich könnte das Buch doch prinzipiell bei Verlag "Tierstein" rausbringen.

Vielleicht ist die Möglichkeit jetzt ein wenig klarer.
Zuletzt geändert von Jama am 03.03.2009, 00:26, insgesamt 1-mal geändert.

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Judith
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Re:

von Judith (03.03.2009, 00:25)
Hallo Jama,

ich kann dir zwar rechtlich nichts dazu sagen, aber in meinen Augen wäre das schlichtweg Betrug.

Grüßle,
Judith
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kante
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Re:

von kante (03.03.2009, 00:28)
Was mich stutzig macht: Ein Verlag will von dir "Peter der Hund" kaufen, verlangt aber dafuer dass du bei BoD kuendigst. Also bietest du ihnen stattdessen "Ulf, das Pferd" an. Die wollen aber nicht Ulf, die wollen Peter. Und nu?

Jama
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Re:

von Jama (03.03.2009, 00:29)
Wem gegenüber wäre das ein Betrug? Gegenüber BOD oder gegenüber den Lesern? BOD würde ja weiterhin verdienen und für den Leser würde es auch keinen Schaden bringen?

Ich würde ja selber lieber ordentlich kündigen, um mir allerlei Ärger zu ersparen. Es geht mir vielmehr um diese theoretische Möglichkeit, die ja soetwas wie eine Lücke bei BOD ist? angle:

Jama
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Re:

von Jama (03.03.2009, 00:32)
kante hat geschrieben:
Was mich stutzig macht: Ein Verlag will von dir "Peter der Hund" kaufen, verlangt aber dafuer dass du bei BoD kuendigst. Also bietest du ihnen stattdessen "Ulf, das Pferd" an. Die wollen aber nicht Ulf, die wollen Peter. Und nu?


Nein, dem richtigen Verlag biete ich ja das Buch "Peter der Hund" an. Bei BOD ist auch "Peter der Hund" aber "Ulf das Pferd" an

BOD: Aus "Peter der Hund" wird -> "Ulf das Pferd"
Neuer Verlag: Kriegt "Peter der Hund"
Jetzt komme ich selbst durcheinander. book:

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kante
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Re:

von kante (03.03.2009, 00:37)
Ah, ok, das ist etwas klarer. Trotzdem glaub ich nicht, dass das geht. Der neue Verlag wird sich auf solche Spielchen nicht einlassen und wenn BoD dahintersteigt dass du den Roman dort durch irgendwelchen Bloedsinn als "Neuauflage" ersetzt hast, die eigentlich gar keine ist, werden die dir wohl auch auf die Fuesse treten, nehme ich an, weil's ja keine Neuauflage ist, sondern nun ploetzlich ein komplett anderes Buch.

Jama
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Re:

von Jama (03.03.2009, 00:40)
kante hat geschrieben:
Ah, ok, das ist etwas klarer. Trotzdem glaub ich nicht, dass das geht. Der neue Verlag wird sich auf solche Spielchen nicht einlassen und wenn BoD dahintersteigt dass du den Roman dort durch irgendwelchen Bloedsinn als "Neuauflage" ersetzt hast, die eigentlich gar keine ist, werden die dir wohl auch auf die Fuesse treten, nehme ich an.


Selbst wenn die Neuauflage kein Blödsinn ist, sondern ein komplettes und hochwertiges Buch? Zudem wird das alte Skript durch das neue ersetzt.
Naja, wie auch immer. Interessant sind solche Gedankenspielchen allemal. smart2

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kante
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Re:

von kante (03.03.2009, 00:45)
Jama hat geschrieben:
Selbst wenn die Neuauflage kein Blödsinn ist, sondern ein komplettes und hochwertiges Buch? Zudem wird das alte Skript durch das neue ersetzt.


Auch oder gerade dann, meiner Meinung nach. Eine Neuauflage ist das, was der Name schon sagt: Eine neue Auflage, eines existierenden Buches. Vom Nachdruck nach neuen Rechtschreibregeln bis hin zum mit aktualisierten Inhalt versehenen Ratgebern.

Wenn du nun Buch A durch Buch B ersetzt, ist es keine Neuauflage, sondern ein anderes Buch. Und BoD wird sich da glaube ich auf keine Spielchen einlassen.

Konstruiertes Beispiel: Stell dir vor ein Leser geht in die Buchhandlung und meint zum Beispiel "Ich hab da mal ein Buch gelesen, ein Reisefuehrer aus Italien". Der Verkaeufer sagt ihm nun, dass das alte Buch nicht mehr existiert, dafuer gibts ne Neuauflage. Nun bestellt sich der Kunde diese Neuauflage und hat ploetzlich nen Kriminalroman der in Berlin spielt, in der Hand. Der kommt sich warscheinlich schoen veralbert vor. Abgesehen davon, dass sowas warscheinlich gar nicht erst als Neuauflage durchgehen wuerde...

Jama
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Re:

von Jama (03.03.2009, 00:53)
Ja, das ist verständlich. Wobei das mit verschiedenen ISBN Nummern ja nicht passieren würde.
Es wundert mich nur, dass BOD bei der Bearbeitung der Neuauflagen keinerlei Hinweise dazu gibt, jede erdenkliche Freiheit zulässt und scheinbar auf die moralische Vernunft der Autoren hofft.

Ich hab zudem schonmal beobachtet, wie ein Autor aus einer Neuauflage scheinbar einen komplett anderen Titel gemacht hat.
Das Buch sah danach komplett anders aus, hatte einen völlig anderen Titel, dennoch stand dahinter: 3. Auflage. :wink:

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