Prolog - komplett überarbeitet neuer Versuch

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noteingang
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Re:

von noteingang (20.03.2009, 12:41)
Hi Christian,

genau auf der Ebene habe ich den Text geschrieben. WItzig ist, du bist einer der Ersten, die ihn auch so lesen. Die meisten, oder fast alle anderen Probeleser sehen einfach nur einen Jugendlichen, der Drogen nimmt.

Im Endeffekt ist Toni, soll es sein, eine Hülle und in ihm projeziere ich einen Glücksentwurf, in den 3 anderen Personen andere Entwürfe.

Mein show don't tell funktioniert hier anders, in dem wie er denkt, soll gezeigt werden, was er denkt.

Viele Probeleser sagen es sei langweilig, weil eben zu wenig passiert, bzw zu wenig Handlung fortschreitet aber das ist ein Entwicklungsroman, hier geht es um den Fortschritt seines Denkens, wie verändert er sich, wie sieht er die Welt.

Schön ist, dass es anscheinend bei einer Person mal so halbwegs angekommen ist.

Wichtig ist der erste Spruch von ihm, Zynismus ist die Religion der Religionslosen. Hier dreht es sich sehr stark um eine 'Ersatzreligion', etwas Glückstiftendes. Er glaubt er wäre zynisch, aber das ist Selbstbetrug, er ist Drogenabhängig.

Später gibt es dann noch eine Materialistin (Konsum etc) einen auf Körperlichkeit fixierten (hauptsache Sex) und eben eine religöse. Die Konflikte unter denen sollten auch immer Konflikte der Metatypen sein. Materialismus korrumpiert Religion ergo Säkularisierung. Tja und weil genau das nicht ankommt, oder kaum jemand verstehen will (schreibe absichtlich nicht kann) schreibe ich nun etwas total flaches.

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Kris. K.
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Re:

von Kris. K. (22.03.2009, 20:26)
Hi Noteingang-
also den Text hast du fein zurechgezimmert. Er liest sich angenehm und ist in sich logisch. Bis auf eine Sache die aber nur ein Kleinigkeit ist. Ich kann kinder nicht leid3en weiß aber aus eigener erfahrung und vielleicht weil ich selbst kindlich denke wie die blagen ticken. Dein Protagonist ist schon im Vorspann ein ganz besonderes Kind allein schon durch sein Umfeld. Aber es hat mich irritierrt das der Kleine als seine mutter nicht reagiert einfach wegläuft. Die allermeisten Kinder nerven und zupfen so lange an den Großen herum bis sie sich mit ihnen beschäftigen, jammern nicht leise und lethargisch herum weil das in ihrer Kindlichen Welt weniger bringt als Lärm zu machen. Naja ist nur eigene Erfahrung und dein Kind darf sich so komisch benehmen wie es will. cheezygrin
Zu dem weiteren Text- ich finde es wunderbar das du so viel beschreibst nur so kann man sich ein Bild von der Figur, seiner Weltsicht und seiner Umgebung machen- so ist das eben.
Und mir ist seine hochgestochene Ausdrucksweise gar nicht aufgefallen. Das Deutsche kann man beinahe nur entweder arrogant unnatürlich oder total unverständlich prollig vermitteln und letzters eignet sich nun mal nicht für das Schriftliche. Die annehmbare Sprache + die Schimpfwörter sind der beste Weg um zu zeigen das der Junge ein im grunde ein nachdenklicher( so sind viel Jugendliche auch wenn es selten nach außen tritt) und intelligenter Kerl ist ohne allerdings seine Underdogumwelt entwachsen zu sein. Eine platte "dämmliche" Figur kann nie so eine Entwicklung nehmen wie eine kluge vielschichte und über solche Typen kann man schlecht ein Buch schreiben. Auch kluge Leute können Asozial handeln und abstürzen. Sogar die Protagonistin der Kinder vom Bahnhof Zoo kann zwischen gut und schlecht höhen und Tiefen unterscheiden und eine Lehre aus dem Erfahrenen ziehen. Also lass deine Figur so wie sie ist thumbbup
zur Schreibweise- Ich mag sie echt, klischees hin oder her- das Leben besteht nun mal daraus. Viel Redewendungen, die du hast sind nicht nur komisch sondern auch wahr. Wie du weißt steh ich auf zynismus und Sarkasmus auch in der inneren Welt die Leute- Das muss ein Abwehrmechanismus sein, den man sich in dieser Umgebung und mit einer gewissen gegebenen Intelligenz auch aneignet.
Was ich nicht ideal fand waren einige aber verschwindend geringe Wortfehler die nicht reingehörten Zum Beisspiel:
Tote Bäume auf unweißem Schnee? cheezygrin Ich dachte bis jetzt das nennt man grau.
Weihnachten- ein zynischer Abgesang?- wer singt wo?- ein zynischer Abklatsch wäre vielleicht besser.
Diese Kälte kann keine Heizung der Welt wärmen? Kälte selbst ist Kälte und muss nicht gewärmt werden- der bezug auf den frierenden Menschen ist Grund zum Aufwärmen oder so ähnlich. Vielleicht besser: Diese Kälte kann keine Heizung der Welt vertreiben.
Nun ja ich hab ich jetzt auf diesen Absatz versteift nicht als pure Beispiele sondern weil das auch die bösesten Fehler waren und alle drei so kurz aufeinanderfolgen, dass sie auffielen. Ansonsten ist dein Text so gut wie einwandfrei.
Alles in allem richtig gut. cheezygrin
Gruß Kris Kesselring

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noteingang
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Re:

von noteingang (22.03.2009, 20:58)
Hi Kris,

mir wärmen vs. vertreiben hast du recht, schön dass ich x-mal rübergelesen habe und es einfach nicht erkannt habe..

unweißem schnee ist natürlich metaphorisch, schnee ist ja auch koks und und koks ist weiß, unweißer schnee ist eben keine Droge. Grau wäre hier unpassend und dann wäre es noch weniger verständlich, als es eh schon ist.

Abgesang hat eine spezielle Bedeutung und hat nur etymologisch mit Singen zu tun, passt hier auch. Sozusagen das unrichtige/unformale Ende... Das Ende, das eigentlich anders sein sollte.

Und das mit dem Kind, okay da habe ich möglicherweise die Authentizität etwas gebeugt, um eine Message rüberzubringen.

Danke dir für dein Feedback..

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Gitte
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Registriert: 11.10.2008, 23:32

Dein Prolog

von Gitte (22.03.2009, 21:19)
Hallo Noteingang,
ich habe nicht den ganzen Text gelesen aber der Beginn der Geschichte macht auf jeden Fall schon mal neugierig und Lust auf mehr. Mir gefällt dein Stil, in ähnlicher Weise schreibe ich auch. Worauf du vielleicht achten solltest ist, dich nicht in Doppelformulierungen zu verlieren, z.B "die auf dem Sofa liegende Frau..." Der Satz kommt in zu kurzer Folge zwei mal vor und bringt den Fluß des Textes etwas ins Wanken.
Wer war es gleich, der äußerte (ich glaube Kris), dass Toni untypisch für ein Kind zu schnell nachgibt, wenn die Mutter nicht auf seine Wünsche eingeht.
Ich denke, hier muss man unterscheiden. Im Normalfall ist das ja auch so, die Plagen nerven, bis sie ihren Willen haben.
Man darf hier aber nicht vergessen, dass Tonis Mutter eine Alkoholikerin ist und der Junge sicherlich viel schneller resigniert als ein Kind, welches in sogenannten, geordneten Verhältnissen aufwächst. Ich glaube schon, dass die Reaktion des Jungen typisch für die Verhältnisse ist, in denen er lebt.
Nö, nö, schon gut so, lieber Schreiberlingkollege.
Ich wünsche dir weiter gutes Gelingen und sende

LG Gitte book:

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