Vorsicht bei der Verlagssuche!!!

Euer Forum für Diskussionen zum Thema Self-Publishing und Buchveröffentlichung.


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Judith
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Re:

von Judith (15.09.2007, 20:45)
hawepe hat geschrieben:
Nicht nur BoD und Engelsdorf stehen vor dem Problem, nicht in den klassischen Buchhandel zu kommen, sondern ebenso die grosse Mehrheit der Kleinverlage. Gerade die Kleinverlage arbeiten deshalb gerne auf Erfolgsbasis - entweder der Autor uebernimmt selbst das Marketing oder sein Buch wird ein Ladenhueter und er geht honorarmaessig weitgehend leer aus :-(


Eben. Deshalb habe ich beschlossen, die Angelegenheit gleich selbst in die Hand zu nehmen. Da sind für mich die Bedingungen besser und eindeutig.

Grüßle,
Judith
Du willst mehr wissen? Bitte hier - meine Website.

hwg
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Re:

von hwg (16.09.2007, 07:17)
Falls es wen interessiert: Im literaturcafe.de findet man jede Menge Berichte über DKZ-Unternehmen.

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Amos
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Re:

von Amos (16.09.2007, 09:48)
Moin an Alle, ....Sinnhaftigkeit des DKZV...?
Liebe Mitautorinnen und Mitautoren, es gibt nicht einen vernünftigen Grund mit einen DKZV zu arbeiten.
Auf der nächsten Buchmesse in Frankfurt,( wenn treffe ich da von Euch?) sind viele dieser DKZV am Start. Hände weg.
Gerade habe ich miterlebt, wie eine Kinderbuchautorin 5000€ investiert hat, 200 Bücher selber dann gekauft hat und sonst war nix. Das Buch ist qualitativ gut, für 5000 € !!, hat eine ISBN und der Verlag bewirbt es noch nicht einmal unter Neuigkeiten in seiner website.
DKVZ sind nichts anderes als eine Form von Geld verdienen mit der Eitelkeit der Menschen.
Sein eigenes Buch im Regal zu sehen ist schön.
Kostengünstiger geht das mit BoD.
Viel Erfolg für Alle bei der Verlagssuche
Gruß Amos
Das aktuelle Buch: Die bösen Tage sind vorbei Planungshilfen für den beruflichen Erfolg.
ISBN 3-8334-4103-8
www.amos-ruwwe.de

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hawepe
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Re:

von hawepe (16.09.2007, 13:01)
Hallo Hans,

hwg (Moderator) hat geschrieben:
Jeder, auch ein "klassischer" Verlag, kann sich der BoD-Produktion bedienen. Und wenn nach abgeschlossenem üblichen Verlagsvertrag
es sich herausstellt, dass das Buch keine Käufer findet, da können die
Honorarbedingungen noch so gut sein, dann der Autor eben leer aus - logisch.


Sag' ich doch, das Honorar kann immer weniger als Unterscheidungskriterium herangezogen werden.

Doch das ganze Prozedere der Buchherstellung übernimmt der "klassische" Verlag ohne dafür einen Druckkostenbeteilung vom Autor zu fordern und trägt eben, wie gesagt, das volle Herstellungsrisiko.


Bei 40 Euro bei BoD und 50 Euro bei Lulu faellt es aber doch schon recht schwer, von einer Druckkostenbeteilung zu sprechen.

Trotzdem wird ein angesehener "klassischer" Kleinverlag eher auf die Qualität des Buchinhaltes achten, als ein Druckkostenzuschuss-Unternehmen, das im Grunde nur von der Geldausgabebereitschaft der Autoren profitiert.


Das sehe ich in der Tat noch als den entscheidenden Unterschied an. Ein "Muss" ist es allerdings nicht. Immer mehr Kleinverlage drucken inzwischen ebenfalls digital. Und da sie fast nie in den Buchhandelsketten vertreten sind, koennen sie es sich zunehmend auch leisten, nur geringste Vorraete auf Lager zu halten. Gekoppelt mit erfolgsorientierten Honorarbedingungen naehern sie sich damit aber zunehmend dem Book on demand an.

Dass das Qualitaetsproblem beim Book on Demand meiner Meinung nach eines der zentralen Probleme ist, habe ich auch schon mehrmals geschrieben. Von daher also auch gar kein Widerspruch zu deiner Aussage :-)

Deshalb bin ich noch immer nicht von der Sinnhaftigkeit einer DKZV-Veröffentlichung überzeugt.


Bezueglich DKZV stimme ich dir ebenfalls zu, Book on Demand verstehe ich jedoch nicht als DKZV.

Beste Gruesse,

Heinz.

hwg
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Re:

von hwg (17.09.2007, 07:41)
Guten Morgen Heinz!

Gut, dass wir uns weitgehend einig sind. Bloß ein Einwand: BoD Norderstedt ist laut allgemeiner konventioneller Branchenmeinung eben kein Verlag, sondern eine Druckerei mit speziellen Zusatzangeboten.

Und die Bezeichnung "Kleinverlage" ist manchmal auch etwas irreführend.
Bei uns in Graz ist beispielsweise der Literaturverlag Droschl GmbH ein "Kleinverlag", der rund 600 Titel im Programm hat und zahlreiche Autoren aus dem In- und Ausland, darunter auch die "Elite" der österreichischen zeitgenössischen Literaten, vorzüglich betreut.

Besonders gefördert werden von Droschl neue, noch unbekannte Autoren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie aus den Ländern Osteuropas. Und der Verlag lässt in heimischen Druckereien arbeiten, wodurch eine ausgezeichnete Buchqualität gewährleistet ist. Dadurch erzielt er auch im herkömmlichen Buchhandel eine entsprechende Resonanz. "Klein - aber oho" kann ich dazu nur sagen! Und Droschl verlangt von seinen Autoren garantiert kein Geld, sondern honoriert
ganz ordentlich (natürlich ebenfalls nach jeweiligem Buchabsatz).

Das wollte ich nur zum Thema "Kleinverlag" hinzufügen.

Gruß Hans

julia07
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Re:

von julia07 (17.09.2007, 08:14)
Hallo Hans,
diesen Beitrag finde ich sehr wichtig, zeigt er doch, dass nicht alles nur schwarz oder weiß ist und es immer irgendwo eine Niesche gibt, in die man möglicherweise hinein passt.
Was mich im Falle von Droschl interessieren würde, ist die Frage, wie die auswählen. Ich könnte mir vorstellen, dass so ein Verlag einen Zuspruch hat, der normalerweise nur dadurch zu bewältigen ist, dass man, gemäß Schema "F", jedes zweite Exposé in die Tonne klopft :(
LG, Julia

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hawepe
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Re:

von hawepe (17.09.2007, 08:34)
Hallo,

julia07 hat geschrieben:
Ich könnte mir vorstellen, dass so ein Verlag einen Zuspruch hat, der normalerweise nur dadurch zu bewältigen ist, dass man, gemäß Schema "F", jedes zweite Exposé in die Tonne klopft :(


In dem Zusammenhang waere es natuerlich auch interessant, mal zu erfahren, wie die Book-on-Demand-Anbieter selbst die von ihnen gedruckten Buecher einschaetzen.

Vielleicht kann ja Tino Hemmann mal verraten, wie hoch etwa der Anteil der bei Engelsdorf erscheinenden Buecher ist, die er auch im Programm haette, wenn er Verleger waere.

Beste Gruesse,

Heinz.

julia07
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Re:

von julia07 (17.09.2007, 08:39)
Sehr gute Frage thumbbup
Womit wir wieder einmal bei der berühmten QUALITÄT wären...

hwg
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Re:

von hwg (17.09.2007, 08:48)
Guten Morgen Julia!

Verleger Max Droschl hat die Verlagsführung seiner Tochter Annette Knoch übergeben. Beide widmen sich, gemeinsam mit einem Lektor,
sehr genau jedem eingehenden Text und pflegen zu "ihren" Autoren auch ausführliche persönliche Kontakte. Die literarischen Qualitätsansprüche sind relativ hoch, jedoch keinesfalls unerreichbar, denke ich.
Infos unter www.droschl.com

Einen angenehmen Tag und lieben Gruß!

julia07
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Re:

von julia07 (17.09.2007, 09:05)
Danke Dir!
Werde mir die Homepage sicher ansehen.
Ich muss anerkennend den Hut vor diesen Unternehmern ziehen. Es gibt sie also doch noch, diejenigen, die nicht nur auf Gewinnmaximierung aus sind, koste es, was es wolle
LG, Julia

Laura
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Re:

von Laura (20.09.2007, 20:55)
Mir sind auch schon Kleinverlage untergekommen, die sich "Autorenverlage" nennen, meist kriegt man nicht so leicht raus, wie die sich definieren, manche sind so genannte Dienstleister, velangen also Geld für die Veröffentlichung.

Andere wiederum behaupten, sie nennen sich so, weil sie nicht "für die breite Masse" publizieren sondern das, was Autoren gerne selbst lesen würden, wobei ich diese Definition sehr schwammig finde.

Grundsätzlich kann man nach meiner Erfahrung - ich tummle mich schon seit vier Jahren in diesem Metier - Kleinverlage wohl kaum zu den Publikumsverlagen zählen, wohl eher zu den "Hobbyverlagen".

Generell finde ich die Szene eher undurchsichtig, deshalb bin ich jetzt auf BoD verfallen, weil ich momentan keine Lust auf weitere einschlägige Erfahrungen habe.

Mit meinem ersten Roman hat mich ein Kleinverlag trotz Vertrags sitzen lassen, ich brachte ihn dann als ebook unter und habe mir jetzt die Erlaubnis geben lassen, ihn selbst bei BoD zu veröffentlichen. Gruß Laura

hwg
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Re:

von hwg (21.09.2007, 08:50)
Aus meiner Sicht definieren sich Kleinverlage aus der Anzahl der angestellten und freien Mitarbeiter und nicht über den Bekanntheitsgrad bzw. die Auflagenhöhe der produzierten Bücher.

Es gibt auch Publikumsverlage, die ihre Ausgaben in Kleinauflagen drucken und auf diesen "sitzen" bleiben.

Der angesehene Diogenes-Verlag hat ja unlängst eine Liste der kaum abgesetzten Bücher - auch von sehr prominenten Autoren - veröffentlicht. Etliche viel beworbene und besprochene Werke von "Literaturstars" haben oft nicht einmal 80 Käufer gefunden. Es ist eben alles relativ.

Die viel zitierten "schwarzen Schafe" gibt es leider in jeder Branche. Es müsste jedoch ziemlich verflixt zugehen, wenn ein Autor immer nur an diese gerät. Oft wird eine schlechte Erfahrung in Gedanken so lange multipliziert, bis einem das Ergebnis als Realität erscheint... :lol:

Laura
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Re:

von Laura (21.09.2007, 12:03)
Dass die Definition "Kleinverlag" von der Anzahl der Mitarbeiter abhängt, stimmt schon, aber Kleinverlage sehen sich selbst oft nicht als Publikumsverlage sondern als Autorenverlage, was immer der einzelne Verlag dann auch darunter verstehen mag.

Kleinverlage werden oft nebenberuflich, also als Hobby betrieben, und die Werbung ist Sache des Autors, also kann man auch gleich bei BoD veröffentlichen.

Sicher gibt es in jeder Branche schwarze Schafe, aber meiner Erfahrung nach muss man bei Kleinverlagen schons sehr aufpassen, die Foren sind voll von negativen Erfahrungsberichten, und selbst habe ich auch schon mehr als eine schlechte Erfahrung gemacht. Gruß Laura

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WernerF
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Neue Variante der Abzockerei

von WernerF (25.10.2007, 23:28)
Liebe Kolleginnen und Kollegen,

mit Spannung habe ich Eure Diskussionen zum Thema Druckkostenzuschussverlage, BoD, und so weiter verfolgt. Nun kann ich eine neue, sehr originelle Variante der DKZVs hinzufügen, die ich gerade selber erfahren habe.
Ich habe mein Buch, das ich bei BoD verlegt habe (Ihr findet es im Forum Buchvorstellung: Belletristik, Titel "Marie, Engel der Grenze") noch einmal wie ein Manuskript an Verlage geschickt, weil ich mit meiner BoD-Veröffentlichung nicht glücklich geworden bin, und diesen Weg wohl auch nicht wieder beschreiten würde (bei Interesse gerne Näheres dazu). Dabei bin ich auch auf eine Literaturagentur aufmerksam geworden und habe mit ihr eine – zugegeben sehr seriöse – Vertretungsvereinbarung abgeschlossen. Nach ca. zwei Monaten kommt nun ein für jeden Autor höchst erfreuliches Schreiben: man habe „einen der renommiertesten Verlage gewinnen können“, der eine Veröffentlichung des Buches zugesagt habe. Beigelegt war neben dem Verlagsvertrag (der ziemlich mäßige Konditionen bot, aber als unbekannter Autor darf man da wohl nicht allzu wählerisch sein) eine Kopie eines Schreibens dieses Verlags an die Agentur, in dem sehr positiv über meinen Text geschrieben wurde. Und es enthielt den Satz: „Das Manuskript (...) muss noch einmal das Korrektorat/Lektorat durchlaufen.“ Das hat mich schon etwas geärgert, da ich sehr viel Zeit und Mühe auf die inhaltliche wie formale Überarbeitung meines Textes verwendet habe (ich war früher professionell als Korrektor tätig, es handelt sich also gewiss nicht um ein stümperhaftes Feld-, Wald- und Wiesenmanuskript). Für die BoD-Veröffentlichung habe ich auch den kompletten Satz selber gemacht. Der Text ist also in Ordnung, über Kleinigkeiten kann man natürlich immer reden, da würde ich mich auch nicht stur stellen. Was aber der Hammer war: es lag noch ein „Angebot Korrektorat“ eines Servicebetriebes bei, der mir für sage und schreibe 11.965,- Euro mein Manuskript „entsprechend den Vorgaben des Verlags“ bearbeiten wollte. Da blieb mir dann doch die Luft weg. Was BoD verlangt, brauche ich Euch nicht zu sagen, und auch andere Korrekturdienste verlangen in der Regel für die Bearbeitung eines Textes vom Umfang meines Buches (146 Normseiten à 1800 Zeichen) zwischen 250 und 400 Euro, z.T. sogar einschließlich Lektorat.
Man muss sich das mal vorstellen, wie raffiniert die vorgehen: da gibt es offenbar eine Arbeitsteilung zwischen Agentur, Verlag und Korrekturservice, und wenn der Autor darauf reinfällt und zahlt, dann teilen sich die drei händereibend den Erlös. Denn natürlich tritt der Verlag höchst seriös auf, verlangt selbstverständlich keinen Druckkostenzuschuss, und auch die Agentur ist, wie schon erwähnt, ein Muster an Seriosität.
Ich kann vor solchen Gaunern nur dringendst warnen!
Bei Interesse gerne mehr darüber, dann kann ich gerne auch die Namen der drei sauberen Brüder nennen.

Herzliche Grüße an Euch alle
Werner Friedl
www.werner-friedl.de

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PvO
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Re:

von PvO (26.10.2007, 09:48)
dann kann ich gerne auch die Namen der drei sauberen Brüder nennen.

Vorsichtig, Werner. Ich hab das auch mal gemacht und eine 50.000 Euro-Klage am Hals gehabt.
Was du da schreibst, hab ich ebenfalls hinter mir und nicht nur einmal. Habe gerade vor ein paar Wochen wieder so ein Angebot einer Agentur bekommen und weißt du, was ich damit gemacht habe? Ich nutze die unbeschriebenen Rückseiten für Probedrucke. Viele Autoren freuen sich über folgenden Satz: Ihr Manuskript hat uns überzeugt, es gefällt uns sehr gut... Bei mir hingegen schrillen bei diesem Satz erst mal alle Alarmglocken.
(bei Interesse gerne Näheres dazu).

Ich habe mir auf die Fahne geschrieben, Jungautoren zu helfen, das mache ich einmal als Mentor und zum weiteren, in dem ich sie über solche Art Praktiken aufkläre. Hättest du Lust dabei mitzuarbeiten? Sieh dir doch mal bitte folgendes an: http://peters-buchladen.de/html/interessantes.html Diese Rubrik läuft auf meiner HP unter Interessantes. Du könntest dort einen Gastbeitrag einstellen. Meine HP ist über 15.000 Mal aufgerufen worden. Dein Beitrag würde andere davor bewahren, in eine solche Falle zu stolpern. Wie das geht? Du schreibst den Beitrag und mailst ihn mir. Ich stelle ihn dan ein. Das Angebot gilt natürlich auch für alle anderen Kollegen.
www.peters-buchladen.de

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