Amok in Winnenden

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WalterJoergLangbein

@sylviab

von WalterJoergLangbein (27.03.2009, 08:59)
Liebe sylviab!

Danke für Deine Überlegungen. Da mag was dran sein, durchaus. Ob was dran ist, das vermag ich aber ohne Kenntnis des Buches nicht zu beurteilen.

Natürlich würde ich mich als Presseberichterstatter ärgern, wenn meine Arbeit einfach abgekupfert wurde. Ich kenne aber das beanstandete Werk nicht. Daher weiß ich nicht, ob abgekupfert wurde oder nicht.

In einem Punkt irrst Du aber ganz sicher: Der Hinweis darauf, daß Pressematerial verwendet wurde, reicht meiner Meinung nach nicht aus für eine einstweilige Verfügung. Warum sollte nicht auch Pressematerial verwertet.. bewertet werden?

In den Medien lief da ja wohl einiges schief, gelinde gesagt. So soll, habe ich in Erinnerung, ein Mann, der namensgleich mit dem Täter war/ist, vorschnell in manchen Medien als Täter dargestellt worden sein.

Eine kritische Auseinandersetzung mit der Darstellung der Morde in der Presse ist sicher eine lohnende Aufgabe!

Walter

DavidLiese
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Re:

von DavidLiese (27.03.2009, 09:02)
Bevor sich hier alle in Spekulationen verrennen, eine Bitte an den Autor: Eine Leseprobe, die repräsentativ für das Buch steht, wäre wirklich hilfreich, um dich evtl. von diversen Anschuldigungen freizusprechen (oder sich in ihnen bestätigt zu sehen).

bash:

WalterJoergLangbein

Leseprobe? Nein!

von WalterJoergLangbein (27.03.2009, 09:08)
Also ich bin dagegen, daß eine Leseprobe hier in den Raum gestellt wird, damit wir dann sozusagen zu Gericht sitzen können. Ich bin ein Verfechter der Pressefreiheit und gegen Zensur. Deshalb bedauere ich, daß das Buch hastig wieder zurücjgezogen wurde.

Walter

PS) Ich stelle keinerlei Spekulationen über den Inhalt des Buches an. Ich stelle lediglich fest, daß ich keine Spekulationen anstelle.. daß ich das Buch nicht beurteile, weil ich es nicht kenne.

DavidLiese
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Re:

von DavidLiese (27.03.2009, 09:11)
Was hat das mit Zensur zu tun? Ich möchte mir lediglich ein Urteil über das Buch bilden können, wie ich es in einer Buchhandlung auch machen würde...

Deswegen verbiete ich dem Autor doch nicht die Veröffentlichung?!

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Sylvia B.
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Re:

von Sylvia B. (27.03.2009, 09:12)
David, ich denke einmal, es ist eine frage der macht und damit verbunden eine frage des geldes. wäre ich journalist, dann wäre ich in einem verband organisiert. wegen haftung und was weiß ich alles. und dieser verband dürfte dann auch eine gute rechtsabteilung haben. und ein guter anwalt kann auch mit dem verdacht auf etwas arbeiten. da wird geschrieben: es besteht der dringende verdacht. der autor kann gegen diese verfügung widerspruch einlegen. hat er rückendeckung, weil in einem autorenverband oder eine gute rechtschutzversicherung, die solche fälle abdeckt, dürfte das kein problem sein. ansonsten kann eine starke organisation oder jemand mit langem atem einen autor durchaus in den offenbarungseid treiben. darum sollte man sich das alles gut vorher überlegen.
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WalterJoergLangbein

2 Antworten

von WalterJoergLangbein (27.03.2009, 09:20)
David, wenn ein Buch auf dem Markt ist und ich kann irgendwo eine Leseprobe einsehen, dann kann ich entscheiden, ob ich das Buch kaufe oder nicht. Aber das Buch, um das es geht, wurde ja - leider - zurückgezogen.

Natürlich betreibst Du keine Zensur. Im vorliegenden Fall betreibt der Autor Selbstzensur, zieht das Buch zurück.

Sylviab: Auch wenn ich kein Jurist bin.... Allein der Hinweis darauf, daß Pressematerial verwendet, ausgewertet wurde... kann nicht für eine einstweilige Verfügung ausreichen. Es müsste doch wohl bewiesen werden, daß konkret Rechte anderer beschnitten wurden.

Das Verwenden von Pressematerial ist doch zulässig. Zum Beispiel kann man aus verschiedenen Pressemeldungen zitieren und widersprüchliche Pressemeldungen einander gegenüberstellen. Deshalb sehe ich keine Chance für eine einstweilige Verfügung.

Walter

Weasel

Re:

von Weasel (27.03.2009, 09:30)
Du glaubst gar nicht, wie schnell die dir aus irgendeiner Kleinigkeit einen Strick drehen. Die großen Mediengeseelschaften haben Rechtsabteilungen, gegen die man als kleiner Mann nicht ankommt und die machen den ganzen Tag nichts anderes, als irgendwelche Leute wegen irgendwelchem Nonsens zu verklagen.

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Sylvia B.
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Re:

von Sylvia B. (27.03.2009, 09:31)
Wie ein Tsunami erschien auf einmal eine journalistische Recherche


das hat mich dann doch stutzig gemacht
und das hatte ich ergoogelt:

Der verfassungsrechtliche Schutz der Persönlichkeit läßt es jedoch nicht zu, daß das Fernsehen sich über die aktuelle Berichterstattung hinaus etwa in Form eines Dokumentarspiels zeitlich unbeschränkt mit der Person eines Straftäters und seiner Privatsphäre befaßt.

und das:
http://www.lichtblick99.de/buchrez22.html


vielleicht greifen mehrere sachen. ich denke einmal, dass Pit gut daran getan hätte, gerade weil es ein brisantes thema ist und er offensichtlich die gunst der stunde nutzen wollte, das buch schon im vorfeld einer genauen prüfung zu unterziehen. denn selbst verlage müssen einräumen, dass autoren fehler unterlaufen sind.

ich hätte nicht den mut gehabt, ein solches buch ungeprüft auf den markt zu bringen.
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Sylvia B.
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Re:

von Sylvia B. (27.03.2009, 09:59)
jetzt versuche ich einmal die angelegenheit wasserdicht zu machen. so könnte man das auch machen:
der anwalt des verbandes setzt sich mit dem anwalt von tim´s eltern zusammen und mit einem anwalt der opferfamilien. dann könnte ein antrag folgendermaßen aussehen:
der verdacht verstoß urheberecht
verletzung persönlichkeitsrechte
verletzung opferschutzrechte.
das nennt man in trockene tücher bringen
und das ganze an BoD als verlag und an den autor
vielleicht hat man sich die kosten einer verfügung erspart. da dürfte ein anschreiben schon reichen. an BoD versteht sich
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julia07
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Re:

von julia07 (27.03.2009, 10:20)
Mich hat an diesem Buchprojekt folgendes gestört:

... dass der Autor seine Überlegungen zum Phämomen "Amoklauf" an Winnenden aufgehängt hat. Genau das löst diesen reißerischen Effekt aus und der bereitet mir, angesichts der vielen trauernden und verzweifelten Familien, gehöriges Bauchweh. Marketingmäßig war das sicher richtig, aber moralisch kann ich so etwas nicht gutheißen, denn man muss nicht aus allem Leid Kapital schlagen. Ohne das Wort Winnenden wäre es zu diesem Moment ganz sicher auch ein Marketing-Knüller geworden. Warum also noch eins draufsetzen, zumal er vermutlich zu den tatsächlichen Fakten von Winnenden nicht wirklich alles wissen konnte?

... dass der Autor sein Buch zwar vehement verteidigt, es dann aber wegen der hier geäußerten Meinungen stoppt :shock:: Wenn ich von einer Sache überzeugt bin, lasse ich sie nicht beim ersten Gegenwind wie eine heiße Kartoffen fallen, sondern ich recherchiere noch einmal nach, gehe in mich und nehme höchstens Änderungen vor!

Liebe Grüße,
Julia

Klaus D. Klimke

Re:

von Klaus D. Klimke (27.03.2009, 11:40)
Zu schnell und zu kurz geschossen.
Ein Thema, an dem sich die "Gelehrten" fast die Zähne ausbeißen. Eine Lösung scheinbar in absehbarer Zeit nicht möglich.
Es bedürfte genauer Analysen, und zwar nicht nur den aktuellen Fall betreffend, sondern mittels eines möglichst breiten Spektrums. Das erfordert jedoch Zeit und Mittel.
Meine Meinung:
Letztendlich können wir die Lösung nur bei uns selbst suchen und finden. Das Suchen wird dabei nicht das wesentliche Problem sein. Wir werden jedoch mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eher daran scheitern, die erhaltenen Erkenntnisse in anwendbare Praxis umzuwandeln, weil wir uns dann von vielen unserer gesellschaftlich geprägten Verhaltensmuster* verabschieden, endlich den Weg in eine friedfertigere Gesellschaft antreten müssten. Das hieße aber Abschied von der Ellbogengesellschaft, Abschied von Gewaltspielen, Gewaltdarstellungen (Z.B. in den Medien), Abschied von Waffen, Abschied von permanentem Misstrauen usw. usw., endlich einen Neubeginn wagen.

Ein Buch mit diesem Titel (ganz gleich, was drin steht) und zu diesem Zeitpunkt, bedient genau diese Schiene*.
Gruß von
Klaus

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77sound
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Re:

von 77sound (27.03.2009, 14:32)
@ hwg (Moderator) Reizt es nicht auch manchen Autor unter uns, auf "einen Schlag" mehrere Hunderttausend Leser zu erreichen?


Stellt euch mal vor, mich würde es intressieren wenn euere kinder diese schreckliche tat erlebt hätten usw, würdet ihr PIT immer noch mut machen so ein buch rauszubringen? Oder ein autor wünschen das er hunderttausender leser erreicht? Mit dem tod euere kinder?

DENKE WOHL NICHT... PUNKT!!!
" Der Mensch ist dazu geboren, Großes zu leisten,
wenn er versteht, sich selbst zu besiegen..."

WalterJoergLangbein

@77sound

von WalterJoergLangbein (27.03.2009, 14:43)
77sound, Du hast geschrieben:

"DENKE WOHL NICHT !!!! PUNKT!!!"

Wenn meine Kinder so ein grauenhaftes Erlebnis gehabt hätten.. und jemand wollte darüber ein Buch schreiben, dann würde ich ihn unterstützen!

77sound, ein offenes Wort: ich mag solche Sätze wie "DENKE WOHL NICHT !!!! PUNKT!!!" Das klingt sehr danach, als würde einem der Mund verboteb, was Du sicher nicht beabsichtigst!

Walter

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Sylvia B.
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Re:

von Sylvia B. (27.03.2009, 15:28)
[quote]Wenn meine Kinder so ein grauenhaftes Erlebnis gehabt hätten.. und jemand wollte darüber ein Buch schreiben, dann würde ich ihn unterstützen![quote]

Walter, bei allem respekt, aber heute schreiben wir den 27.März. das drama fand am 11.März statt. also vor 16 tagen. am 24.März wurde das buch hier vorgestellt, also 13 tage danach. deine unterstützung wäre gar nicht erwünscht gewesen, sie wäre über deinen kopf und dein herz erfolgt. ich habe jetzt wirklich schwierigkeiten, dir diese äußerung abzunehmen.
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lisali
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Registriert: 01.03.2009, 18:50

Re:

von lisali (27.03.2009, 15:39)
Was solls`s unsere Gesellschaft ist doch eh am Arsch?
Da kommts doch auf das Buch auch nicht mehr drauf an?
Scheiß doch auf die Trauer der Mutter, die drei Stunden
zuvor ihre Tochter liebevoll geweckt hat. Mit ihr am Frühstücks-
Tisch saß und ihr einen Kuss zum Abschied gab.
Scheiß doch auf die Todesangst, die die Kinder hatten
als sie mit ansahen wie ihr Kamerad tot zusammenbrach.
Scheiß doch darauf das diese kleinen Seelen nie wieder
lachen werden. Nie wieder wird ihr Leben so sein, wie es
einmal war. Nicht für Eltern, Geschwister, Tanten, Onkel oder Freunde.
Ohne Mitgefühl, ohne Rücksicht und ohne Respekt wurden
ein paar Blätter bekritzelt. Und für was? Für etwas Ruhm?
HEY WACHST DU MAL AUF!!!! Das ist real!!! Das war keiner der Krimis
die uns jeden Abend über den Fernsehschirm berieseln. Kein Fantasie Roman in denen alles erlaubt ist!

Ich geh jetzt kotzen....


Lisali


Schreiben befreit die Seele, aber bitte überlasst es doch diejenigen, die es betrifft.
Wenn sie breit dazu sind, werden sie es tun.

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