Gewerbe anmelden?

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julia07
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Re:

von julia07 (02.04.2009, 20:45)
Immer wieder nett zu lesen,
wie die Angelegenheiten des Gewerbetreibens
mit denen des Finanzamts verwechselt werden :wink:

LG,
Julia

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hawepe
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Re:

von hawepe (02.04.2009, 21:08)
Hallo Seshmosis,

Seshmosis hat geschrieben:
Nein, auch dann braucht man keinen Gewerbeschein, weil sich an der Art des Geldverdienens nichts ändert.
Man ist immer noch Autor/Autorin und damit künstlerisch / eigenschöpferisch tätig.


Und trotzdem stimmt es so nicht. Auch wenn es offenbar von den Finanzämtern so gehandhabt wird, gesetzlich geregelt ist dieser Fall nicht. Es gibt lediglich eine uralte Entscheidung des Bundesfinanzhofes, die ich schon mal zitiert habe, die diese Handhabung für rechtens erklärt, solange die Verkaufstätigkeit nicht ein bestimmtes Maß überschreitet. Wo die Grenze zu ziehen ist, ließ der BFH jedoch offen.

Ich z.B. bin umsatzsteuerpflichtig und muss vierteljährlich meine Umsatzsteuererklärung abgeben. Dennoch bin ich nicht gewerbescheinpflichtig.


Weil das eine mit dem anderen nichts zu tun hat.

Beste Grüße,

Heinz.

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Seshmosis
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Re:

von Seshmosis (02.04.2009, 21:30)
Hallo Heinz!

hawepe hat geschrieben:
Hallo Seshmosis,

Seshmosis hat geschrieben:
Nein, auch dann braucht man keinen Gewerbeschein, weil sich an der Art des Geldverdienens nichts ändert.
Man ist immer noch Autor/Autorin und damit künstlerisch / eigenschöpferisch tätig.


Und trotzdem stimmt es so nicht. Auch wenn es offenbar von den Finanzämtern so gehandhabt wird, gesetzlich geregelt ist dieser Fall nicht. Es gibt lediglich eine uralte Entscheidung des Bundesfinanzhofes, die ich schon mal zitiert habe, die diese Handhabung für rechtens erklärt, solange die Verkaufstätigkeit nicht ein bestimmtes Maß überschreitet. Wo die Grenze zu ziehen ist, ließ der BFH jedoch offen.

Ich z.B. bin umsatzsteuerpflichtig und muss vierteljährlich meine Umsatzsteuererklärung abgeben. Dennoch bin ich nicht gewerbescheinpflichtig.


Weil das eine mit dem anderen nichts zu tun hat.


Um mit dem zweiten anzufangen:
Genau das war meine Aussage, die sich auf dieses Posting von Haifischfrau bezog:

Ernst wird es dann, wenn man umsatzsteuerpflichtig wird, das ist aber erst bei einem Umsatz zwischen 15 und 20.000 € /p.a. der Fall (genauen Betrag kenne ich nicht) - und dann müsste wohl auch ein Gewerbeschein her.


Und zum ersten Punkt: Es mag sein, dass es so nicht in allen finanztechnischen Feinheiten stimmt und der BFH da nicht eindeutig ist.
Aber bei Autoren, die gerade überlegen, wo und wie sie ihr erstes Buch bei BoD oder ähnlichen Anbietern veröffentlichen, ist die diffuse bzw. vom BHF nicht definierte Bemessungsgrenze wohl irrelevant.

Ich weise noch einmal auf mein anderes Posting hin:
Zuerst schreiben!
Darauf kommt es doch an.
Wenn dann Geld fließt, kann man sich immer noch die Hilfe eines Steuerberaters holen.

Gruß Gerd / Sesh

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hawepe
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Re:

von hawepe (02.04.2009, 21:34)
Seshmosis hat geschrieben:
Wenn dann Geld fließt, kann man sich immer noch die Hilfe eines Steuerberaters holen.


Und eines Anlageberaters cheezygrin

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Judith
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Re:

von Judith (02.04.2009, 23:22)
Holz, danke für den tollen Link! thumbbup

Grüßle,
Judith
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holz

Re:

von holz (03.04.2009, 08:25)
Judith hat geschrieben:
Holz, danke für den tollen Link! thumbbup

Grüßle,
Judith


gern geschehen.
ein guter link spart zeit und viele worte :lol:

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Sabine P.
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Do ud dare!

von Sabine P. (18.04.2009, 16:18)
Sofern man über einen gewissen steurlichen Freibetrag im Jahr nicht hinausschießt (ich glaube, der liegt bei 2400,- Euro), muss man nichts anmelden. Es sei, man möchte sich über den Lohnsteuerjahresausgleich Geld zurückholen. Dann ist es besser, mehr Verlust als Haben anzugeben (außer man kann tatsächlich "Massen" verkaufen, dann ist man in der Steuerzahlungspflicht - Mogeln ist also nicht). Seine BoD-Rechnung um das Buch zu gestalten, Lay-outen, was auch immer, kann man auf jeden Fall absetzen - auch wenn man nebenbei noch einer "normalen" Tätigkeit nachgehen sollte. Ich in dem Fall arbeite an einer Schule & habe für 2008 alles dem Fiskus angegeben & bekomme auch gut zurück. thumbbup
S. de S.A.Pires
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hawepe
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Re: Do ud dare!

von hawepe (18.04.2009, 16:42)
Hallo Sabine,

Sabine P. hat geschrieben:
Sofern man über einen gewissen steurlichen Freibetrag im Jahr nicht hinausschießt (ich glaube, der liegt bei 2400,- Euro), muss man nichts anmelden.


Wäre es nicht doch empfehlenswert, als Autorin auch mal zu lesen? In diesem und anderen Threads ist schon mehrere Male erklärt worden, dass die Steuererklärung nichts mit der Gewerbeanmeldung zu tun hat. Und du verkündest ganz unbekümmert, letztere sei nur bei Überschreiten eines Freibetrages notwendig.

Beste Grüße,

Heinz.

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Sabine P.
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Re:

von Sabine P. (18.04.2009, 17:12)
Lieber Hawepe,

tatsächlich ist es aber so, das in erster Linie "Bürger" (nicht Promis) die sich schöpferisch austoben wollen & ihr Werk unter die Menschheit bringen möchten BoD bedienen. Und eben nicht allen ist es genau klar, wie sie mit dem Geldverdienen eines verkauften Buches wirklich umzugehen haben!
S. de S.A.Pires

-Freie Autorin-

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Lyxar
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Re:

von Lyxar (01.05.2009, 16:46)
Und da dachte ich vorher noch, alles verstanden zu haben, und nun ist wieder alles überm Haufen geworfen.

Okay, ich versuche mal alle für mein Unverständnis relevanten Details zu formulieren.

Zu mir:
- Ich habe bereits zu einem anderen Thema ein Gewerbe angemeldet.
- Habe in den letzten 10 Jahren an einem Sachbuch gearbeitet, welches nun inhaltlich fertig ist.
- Verfüge über Erfahrung hinsichtlich Selbstständigkeit, Promotion, Grafikdesign, Layouting, Programmierung, Webdesign. Ich kann also eigenständig das Buch bis zum fertigen PDF bringen, und habe die nötigen Kenntnisse, es eigenständig zu vermarkten.
- Aus diesen Gründen interessieren mich weder "komplette" BoD-Anbieter, noch reine Druckereien, noch normale Verläge. Was ich brauche, ist schlicht jemand, welcher druckt, lagert, ein Online-Bestellformular für Kunden anbietet, Bestellungen abwickelt und die Bücher versendet. Nicht mehr und nicht weniger.
- Starten werde ich mit einem Buch. Die Gesammtanzahl an Büchern steht noch nicht fest. Jedoch wird die Erscheinung eines weiteren Buches wohl durchschnittlich 1,5 Jahre in Anspruch nehmen. Es kann sich also lange hinziehen bis es "viele" Bücher werden - wenn denn überhaupt.
- Ich habe bereits jetzt einen mittelgrossen Interessenkreis.
- Der Gewinn aus Verkäufen wird realistisch eingeschätzt durchschnittlich monatlich vorerst bei 100-200 Euro liegen - und im Laufe der kommenden Jahre wohl kaum 1000 Euro überschreiten.

Nun zu meinen Unklarheiten:
- Trifft die Nichtnotwendigkeit ein Gewerbe anzumelden auf obige Situation zu?
- Falls ja, was kommt dann überhaupt ins Impressum rein? Führe ich auch ohne die Gewerbeanmeldung dann gewissermassen einen Eigenverlag, dessen Name ich frei wählen kann (sofern er Vor/Nachname enthält)? Oder ist dies dann nicht der Fall?
- allgemein wäre für mich eine kurze und klare Stichpunktliste hilfreich, was denn nun wann der Fall ist. Ich finde in diesem Thread und im Web zwar viele verstreute Puzzlestücke, aber ich bin mir noch nich so sicher, wie diese nun genau zusammenzusetzen sind.

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Judith
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Re:

von Judith (01.05.2009, 21:25)
Lyxar hat geschrieben:
- Der Gewinn aus Verkäufen wird realistisch eingeschätzt durchschnittlich monatlich vorerst bei 100-200 Euro liegen - und im Laufe der kommenden Jahre wohl kaum 1000 Euro überschreiten.

Nach dem, was mein Steuerberater sagte, müsstest du bei solchen Beträgen ein Gewerbe anmelden. Aber warum fragst du nicht selbst deinen Steuerberater? Der müsste es wissen.

Grüßle,
Judith
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jordi
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Schriftstellerei ist KEIN Gewerbe!!!!!

von jordi (25.05.2009, 19:26)
Hallöchen,

ich bin neu hier und bin gerade auf diesen Teil des Forums gelandet. Tja, und da kann ich wirklich etwas zu sagen, denn ich bin hauptberuflich seit Jahren in der Steuerberatung tätig.

Also!: man muss 2 Arten von Steuern hier grds. unterscheiden. 1. Die Einkommensteuer und 2. die Umsatzsteuer.

1. (Einkommensteuer)
Gemäß § 18 EStG gehört die Schriftstellerei zu den sog. "freien Berufen".

Man erziehlt daher EINKÜNFTE AUS SELBSTÄNDIGER ARBEIT. Dies sind KEINE gewerblichen Einkünfte!!! Folglich muss man KEIN Gewerbe anmelden; ja, es wäre sogar falsch.

Wer es doch tut, schenkt dem Staat völlig unnötig Kosten und Gebühren beim Ordnungsamt.

Eine selbständige arbeit muss man nur mit einem sog. "Betriebseröffnungsbogen" beim Finanzamt anmelden. Kostet nix! Das Formular kriegt man beim Finanzamt oder auf den Homepages bei den Oberfinanzdirektionen als Download.

Außerdem wäre es arg ungeschickt, ein Gewerbe anzumelden, weil man ab einer bestimmten Gewinngröße auch Gewerbesteuer zahlen müsste, was man aber explizit nicht tun muss, weil man eben kein Gewerbe hat! ;-)
Die Unterscheidung zwischen Gewerbe und Selbständiger Tätigkeit ist ebenfalls im Gesetz geregelt...dürfte aber hier niemanden interessieren..oder? Dem Ordnungsamt ist die Unwissenheit der Bürger erstmal egal- die kassieren Gebühren-egal ob es rechtens ist oder nicht. ist so.

Der Gewinn wird als Einnahmen über die Ausgaben ermittelt. Ein jahresabschluss (Bilanz+ Gwinn-und Verlustrechnung) ist nicht notwendig. Man hat hierzu die Anlage "EÜR" auszufüllen und das Ergebnis noch in der Anlage "GSE" einzutragen.

2. (Umsatzsteuer)
Als Schriftsteller ist man im umsatzsteurgesetzlichen Sinne ein sog "Unternehmer". Bis zu einer Umsatzgröße von € 17.500,00 im laufenden Jahr und voraussichtlich €50.000,00 im Folgejahr nicht überschreitend, fällt KEINE USt (Umsatzsteuer oder auch Mehrwertsteuer genannt) an. Dies müsst ihr angeben, wenn ihr euern o. g. Betriebseröffnungsbogen ausfüllt. Dies ist in § 19 UStG geregelt. man gilt dann als sogenannter KLEINUNTERNEHMER.

Man kann auch gleich ust-pflichtig seine Umsätze der USt unterwerfen (freiwillige Option). Dürfte aber für die wenigsten interessant sein. Dann gilt der Steuersatz von 7 (!!!!) %. Wer hierzu noch Fragen hat, kann sich gerne melden


UND noch was: Das o. g. gilt auch für den EIGENVERLAG.
Wer für andere etwas verlegt ist aber Gewerbetreibender.
Ich habe extra für die Wissbegierigen die Paragraphen dazugeschrieben.

Aber es ist so- Schriftsteller sind KEINE Gewerbetreibende! :D

Ich hoffe, ich konnte euch helfen.

LG
Lars
:-)

Thesken

Re:

von Thesken (25.05.2009, 20:04)
Dazu habe ich aber auch noch eine Anmerkung:

Das Einkommensteuergesetz und das Gewerbegesetz sind nochmal zwei völlig unterschiedliche Paar Schuhe. So ist z. B. eine unterrichtende Tätigkeit nach dem EStG immer freiberuflich, das Gewerbegesetz unterscheidet hierbei aber zwischen unterrichtender Tätigkeit im eigentlichen Sinne (freiberuflich) und Prüfungsvorbereitung (z. B. Nachhilfe, Kurse mit IHK-Prüfung am Schluss etc), für die man ein Gewerbe braucht. Man sollte sich also nicht ausschließlich auf die Definitionen im EStG verlassen wenn es um die Frage: Gewerbe - ja oder nein? geht.

Daher glaube ich auch nicht wirklich, dass ein Eigenverlag ohne Probleme als freie Tätigkeit eingestuft wird. Da wird man immer entscheiden müssen, ob das Schriftstellerische überwiegt und der Rest nur Mittel zum Zweck ist, oder ob man mit dem Verlag einen kfm. Betrieb hat (der dann unter Gewerbe laufen würde). Grundsätzlich würde ich bei einem richtigen Eigenverlag (also nicht über BoD etc), der für Produktion, Versand etc selber verantwortlich ist, von einem Gewerbe ausgehen. Ein Autor dagegen, der seine eigenen Werke über BoD, Shaker etc veröffentlicht und einen Teil seiner Bücher selbst im Rahmen von Lesungen oder über eine eigene Homepage (kein Online-Shop!!!) verkauft, wäre in meinen Augen ausschließlich freiberuflich tätig, da er eben KEINEN kfm. Betrieb benötigt.

Liebe Grüße,
Theresa

P.S.: Die oben gemachten Angaben beziehen sich ausschließlich auf mein Wissen und meine Erfahrungen und sind keine rechtsverbindlichen Auskünfte.

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hawepe
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Re: Schriftstellerei ist KEIN Gewerbe!!!!!

von hawepe (25.05.2009, 21:25)
Hallo Lars,

jordi hat geschrieben:
Aber es ist so- Schriftsteller sind KEINE Gewerbetreibende! :D


Das ist aber eben auch nicht die Streitfrage. Die Diskussion beginnt beim Punkt Direktvertrieb: Ist der Verkauf eigener Bücher eine gewerbliche Tätigkeit oder nicht. Hier gibt es aber nur die von mir schon mehrmals genannte uralte Entscheidung des Bundesfinanzhofes. Steuerrechtlich bleibt es damit eine Grauzone.

Oder kennst du eine neuere Entscheidung?

Beste Grüße,

Heinz.

jordi
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Gewerbetreibender ja oder nein?....NEIN! ;-)

von jordi (25.05.2009, 22:49)
Hallo Theresa, Hallo Heinz,


erstmal "sorry", dass ich das wohl missverstanden habe. Das mit dem Dirktvertrieb hatte ich ehrlich gesagt nicht gelesen.

Also § 6 I Satz 1 GewO schließt, Theresa, das Unterrichtswesen als Gewerbebetrieb grds. aus. Du hast aber Recht mit deiner Anmerkung, dass man hier genau unterscheiden muss. So ist es richtig, dass auch eine unterrichtende Tätigkeit ein Gewerbebetrieb sein kann. Das hängt davon ab, ob die Tätigkeit zu einem nach dem jeweiligen Landesrecht anerkannten Schul- oder Berufsausbildungsabschluss führt oder eben nicht; denn nur ersteres ist strenggenommen eine freiberufliche Tätigkeit.

So ist es auch im Steuerrecht. Denn Die Definition des Gewerbes, auch i. S. der GewO, richtet sich lt. Rechtsprechung nach dem Steuerrecht. Das Gewerbesteuergesetz verweist sogar z.B. in § 2 II Satz 2 GewStG auf das EStG; hier wird es deutlich: " Unter Gewerbebetrieb ist ein gewerbliches Unternehmen im Sinne des Einkommensteuergesetzes zu verstehen."

Vor diesem Hintergrund bin ich mir zu 99,999% sicher, dass ein Schriftsteller keine Gewerbeerlaubnis benötigt. Habe auch in der Praxis Schriftsteller, die auch nach Betriebsprüfung Freiberufler waren- die Problematik wurde übrigens null problematisiert.

Zu Heinz: Ja, Direktvertrieb....hm...ich habe beim Überfliegen deine Fundstelle nicht gefunden. Richtig ist aber, dass grds. auch eine freibeufliche, sprich selbständige Tätigkeit, auch in die Gewerblichkeit übergehen kann. So kann z. B. ein Steuerberater, der rein selbständig per Gesetz ist, ab einer bestimmten Größenordnung auch zum Gewerbetreibenden werden. Die Rechtsprechung des BFH, die mir hierzu bekannt ist, betrifft dem Grunde nach sämtliche Freiberufler. Der Tenor der Entscheidung lautet sinngemäß und vereinfacht gesagt: "Alles, was der Feiberufler noch eigenverantwortlich an zu erledigenden Arbeiten selbst schaffen/erledigen kann, ist selbständig und nicht gewerblich". Solltest du also ein Buch schreiben, eine Druckerei nur dafür betreiben mit 100 Angestellten (etwas überspitz dargestellt), dazu 1000 Vertriebler und Marketingexperten mit angegliederter Werbeagentur (50 Leute..oder so), ja, dann wärst du GEWERBETREIBENDER. Da dies wohl aber von dir nicht so gemeint sein dürfte, kannst du meiner Meinung nach von einer selbständigen Tätigkeit i. S. v. § 18 EStG ausgehen.
( BFH: sog. "Vervielfältigungstheorie")

Zur schriftstellerischen Tätigkeit: ...ich habe `mal eben in die Kommentierung zu § 18 geschaut (Lippross).... da heißt es ganz allgemein: " Eine schriftstellerische Tätigkeit liegt vor, wenn in selbständiger Gestaltung Gedanken schriftlich für die Öffentlichkeit niedergelegt werden. Das geschriebene muss für die Öffentlichkeit bestimmt sein (...) "

Nunja- wenn es für die Öffentlichkeit sein soll, so muss es auch nachgewiesen werden; d.h. es muss veröffentlicht werden. Wenn das der Schriftsteller selbst erledigt, dürfte es wohl noch zum Bereicht des Schriftsteller gehören- also freiberuflich/selbständig.

Aus der Praxis weiß ich, dass oft versucht wird, eine gewerbliche Tätigkeit als freiberuflich beim Finanzamt zu deklarieren. Das geht jahrelang gut, bis ein Betriebsprüfer kommt und feststellt, dass es sich um ein Gewerbe handelt. Entweder streitet man sich dann mit dem Finanzamt oder eben nicht. Jedenfalls ist es so, dass dann die Gewerbesteur nacherhoben wird. Mir ist bis dato noch kein Fall bekannt geworden, in dem das Gewerbeamt deswegen "gezickt" hat. Keiner musste eine Gewerbeanmeldung nachreichen oder wurde mit einem Bußgeld belegt- das stellen die dann einfach von amtswegen fest. Darüber bekommt man auch keinen Bescheid oder so. Und auch hier zeigt sich, dass sich das Gewerberecht dem Steuerrecht beugt. Das Gewerbeamt macht da im Zweifel das, was das Finanzamt sagt.

Lange Rede, kurzer Sinn: Als Schriftsteller, auch, wenn man seine Bücher selbst herstellt und vertreibt, dürfte man weder mit dem Finanzamt noch dem Gewerbeamt Probleme bekommen, wenn man dies als selbständige Tätigkeit deklariert.

LG

Lars
:-)

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