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Euer Forum für Diskussionen zum Thema Self-Publishing und Buchveröffentlichung.


julia07
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Re:

von julia07 (18.09.2007, 15:11)
Genauso habe ich früher auch gedacht - bevor ich aufgewacht bin cheezygrin

Ich bin mir ganz sicher, dass Du "falsch" liegst :wink:
Dieses Thema ist so interessant, dass es sicher spannend wäre, hierzu mal eine Diskussion loszutreten...

Meine, inzwischen jahrelangen, Studien zu unserer Gesellschaft ergeben da leider ganz andere Verhaltensmuster, zumindest, was die "Masse" angeht. Mit "Masse" meine ich übrigens nicht die Qualität der Individuen, sondern deren Menge!
Wenn man sich nur mal im eigenen Umkreis umsieht, wird man zugeben müssen, dass das mit der Manipulation der Massen prima funktioniert, egal wie hoch der jeweilige IQ ist.

Zum Glück gibt es da aber auch noch die Ausnahmen, von denen Du in Deinen Überlegungen ausgehst und deshalb wirst Du sicher mit der Zeit auch die ausreichende Menge an jungen Lesern bekommen.

Lieber Gruß,
Julia

Pliekolus
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Re:

von Pliekolus (18.09.2007, 15:48)
Liebe Julia,

danke!
Mir fiel gerade noch ein, dass ich viele Leser kenne, die prinzipiell nur gebrauchte (weil billiger) Bücher kaufen.

Ich weiß trotzdem was du meinst. Kauft man billig, kauft man zweimal. Habe ich erst vor kurzen an einem Eimer grüner Farbe wieder feststellen müssen. Hätte ich gleich das teure Grün gekauft, hätte ich nicht den teureren Faust-Eimer 2 Tage später kaufen müssen. Der billigere hatte so eine hundsmiserable Qualität. Da schwamm das Öl doch tatsächlich über dem Grün drüber weg und die Wände sahen aus, als hätte ich gemähtes Gras dran geklebt.

Liebe Grüße Jacqueline

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ChrisK
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Re:

von ChrisK (18.09.2007, 16:00)
Pliekolus hat geschrieben:
Kiddis, die Wert auf Markenklamottchen, etc. legen, besuchen die Hauptschule...

Ich leite gerade ein Projekt, dass Hauptschulabsolventen bei der Lehrstellensuche unterstützt. Die meisten Hauptschüler, um die wir uns kümmern, könnten sich Markenklamotten gar nicht leisten.
Gruß
Chris

Pliekolus
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Re:

von Pliekolus (18.09.2007, 20:22)
Oh Chris,

ich wollte niemand damit verletzen und es war auch eher symbolisch gemeint. Für mich passen Leute, die ihre Marken zur Schau tragen und Leseratten einfach nicht zusammen. Die einen haben meist intellektuelle Komplexe und kompensieren das mit Marken. Die anderen stehen über diesen Marken.
Ich meine natürlich nicht die Hauptschüler, denen einfach mehr das Handwerkliche liegt.
Ich wollte mit der Bemerkung meine Entscheidung begründen, wieso ich den Buchpreis extrem niedrig angesetzt habe. Nämlich nicht, weil ich den Marken-Typen Futter geben, sondern weil ich denen, die mein Buch lesen möchten, einen kindgerechten Preis bieten wollte.
Die Leute, die auf Marken stehen und nur teure Sachen kaufen, können ja dann ein Dieter Bohlen- oder Paris Hilton-Buch kaufen, was vermutlich einen extrem hohen Preis hat.

Lieben Gruß Jacqueline

Versailles
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@ Jacqueline

von Versailles (19.09.2007, 01:08)
Bin ein bisschen später dran, aber wollte noch etwas loswerden:

Jeder fragt ständig, was ich denn nun an einem Buch verdiene und ob ich davon reich werde und wann ich nicht mehr arbeiten gehen werde.
Ich habe auf eine ähnliche Frage geantwortet: "du bist der erste, der von mir eine Karte aus der Südsee bekommt." Nimm' solch' ein Gelaber bloss nicht ernst! Entweder sind die Leute neidisch und Neid ist auch eine Form der Aufmerksamkeit - oder sie sind einfach nur neugierig. Dann kannst du ja die Neugier befriedigen, ohne konkrete Zahlen zu nennen.
Mir wäre es ehrlich gesagt am liebsten, wenn sich die Leser die Bücher selber im Buchhandel besorgen würden.
Dann sag' es ihnen doch?!
Aber, vielleicht wollen sie mir auch damit/durch diese Geste zeigen, dass sie ein Buch von mir kaufen. Wer weiß?
Es gibt für den Akt des Buchkaufs nur eine legitime Handlungsweise: nicht rumquatschen, sondern das Buch kaufen, egal wo!

Grüße
Amalia


p.s.
Die Leute, die auf Marken stehen und nur teure Sachen kaufen, können ja dann ein Dieter Bohlen- oder Paris Hilton-Buch kaufen, was vermutlich einen extrem hohen Preis hat.
das Buch vom Dieterle gibbet jetzt für'n 10er als TB bei amazon :wink:
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hwg
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Re:

von hwg (19.09.2007, 08:03)
Die vorhin vorgenommene "Unterteilung" in lesebegierige und lesefaule Kids auf Grund ihres Schulbesuchs (Hauptschule, Mittelschule etc.) und/oder Kleidung ist auf Grund von gründlichen Studien (in Österreich) nicht zutreffend.

Kinder in Up-To-Date-Kleidung kommen meistens aus etwas begüterten Familien, in denen oft auch überdurchschnittlich viel Bücher vorhanden sind. Kinder aus einfacheren Verhältnissen sind begeisterte Besucher von Leihbüchereien. Es hängt vielfach vom Elternhaus ab, ob gelesen wird.

Der Anteil von ständigen Bücherlesern beträgt seit Jahrzehnten etwa 12 Prozent der Gesamtbevölkerung - der Anteil der Jugendlichen nimmt in dieser Studie sogar leicht zu. Soviel ich weiß, ist die Situation in D ähnlich, in Frankreich etwas besser, in Italien viel schlechter.

Klar, die Auswahl der Bücher ist bei Kids eine andere, als es sich Erwachsene (und Autoren) oft wünschen würden. Wer aber einmal zu dem Alter gerecht werdenden Büchern greift, wird es immer wieder tun, denke ich.

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ChrisK
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Re:

von ChrisK (19.09.2007, 11:05)
hwg (Moderator) hat geschrieben:
Klar, die Auswahl der Bücher ist bei Kids eine andere, als es sich Erwachsene (und Autoren) oft wünschen würden. Wer aber einmal zu dem Alter gerecht werdenden Büchern greift, wird es immer wieder tun, denke ich.


Natürlich ist das so. Als Kind und Jugendlicher habe ich mit der allergrößten Freude den damals so bezeichneten "Schund" (Jerry Cotton, Perry Rhodan, Doc Holliday, Fussballer-Biographien usw.) verschlungen, obwohl Vater und Lehrer mir Gehirnerweichung sowie eine Verbrecherkarriere mit anschließendem Gossenaufenthalt prophezeiten, wenn ich meine Lesegewohnheiten nicht änderte. hat mir aber nicht geschadet. Mit ca. 14 fing ich dann an, Literatur wahrzunehmen und zu schätzen. Hauptsache, ein junger Mensch liest. Was er liest, ist m. E. erst mal egal. Das wird schon.
Gruß
Chris
Zuletzt geändert von ChrisK am 19.09.2007, 12:03, insgesamt 1-mal geändert.

Versailles
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Re:

von Versailles (19.09.2007, 11:38)
Hauptsache, ein junger Mensch liest. Was er liest, ist m. E. erst mal egal. Das wird schon

Ja, so sehe ich es auch!

In jedem Fall - finde ich - ist das Elternhaus Vorbild. Wenn die einzige Lektüre aus der morgendlichen Bild und "Frau im Koma" besteht, ist es egal, ob der Vater ein fettes Gehalt mit heim bringt. Davon werden halt keine Bücher gekauft, sondern tatsächlich irgendwelcher Plastikschund und die Kids vergammeln vor der Glotze und der Gameconsole.

Ein ganz anderes, durchaus sehr beachtenswertes Phänomen ist Harry Potter - ich verneige mich vor einer Autorin, die es geschafft hat, dass 'reiche' und 'arme' Kinder nachts vor Buchhandlungen campieren, um etwas zu LESEN, zur Not auch auf englisch! Ausserdem: sie nehmen vielleicht noch Wörterbücher zur Hand und verbessern so ihre zweite Sprache. Der Hype um diese Serie ist m.E. vielleicht ein wenig zu aufgeblasen, aber der Effekt ist wünschenswert: Kinder und Erwachsene lesen. Soweit ich weiss kosten die Hardcover bei Neuerscheinen auch richtig viel Geld. Da wird Geld gespart, um Harry lesen zu können. Ich glaube nicht, dass sich Mrs. Rowling fragt, ob die Kids vielleicht diese 25 Euro nicht bezahlen können. Wenn ich etwas lesen WILL, kaufe ich mir das Buch.
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Judith
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Re:

von Judith (19.09.2007, 11:55)
Amalia, damit hast du absulut recht!

Aber sag mal, bist du nicht verreist?

Schönen Tag wünscht
Judith

P.S. Meine Bücher sind heute angekommen. :P
Du willst mehr wissen? Bitte hier - meine Website.

Versailles
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Re:

von Versailles (19.09.2007, 11:59)
bin wieder da - seit gestern nacht cheezygrin
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Re:

von ChrisK (19.09.2007, 12:02)
Versailles hat geschrieben:
Wenn ich etwas lesen WILL, kaufe ich mir das Buch.

Ich gestehe: Ich hab mir den neuen Potter von amazon in den Urlaub liefern lassen. Am Erscheinungstag war er morgens um zehn da. Einen Tag später war ich durch.:)
Gruß
Chris
Zuletzt geändert von ChrisK am 19.09.2007, 12:19, insgesamt 1-mal geändert.

Versailles
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@ Chris

von Versailles (19.09.2007, 12:11)
Ich gestehe: Ich hab mir den neuen Potter von amazon in den Urlaub liefern lassen. Am Erscheinungstag war er morgens um zehn da. Einen Tag später war ich durch.

Respekt!

Na, die Frau Rowling hat ja auch eine unglaubliche Liebe zu den Details ihrer Figuren und dazu ein eigenständiges Potter-Universum geschaffen. Wenn man dann bedenkt, dass sie von manchem Verlag sogar abgelehnt wurde.
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Re: @ Chris

von ChrisK (19.09.2007, 13:48)
Versailles hat geschrieben:
Wenn man dann bedenkt, dass sie von manchem Verlag sogar abgelehnt wurde.

Das muss übrigens gar nichts mit der Qualität des Manuskripts zutun gehabt haben. Für einen Verlag ist ja in erster Linie wichtig, ob so ein Buch eine Marktchance hat, und die haben eingie Verlage bei Harry Potter eben nicht gesehen, nicht zuletzt, weil Mrs. Rowling ja zwei Genres (Den englischen Public-School-Roman und Fantasy) zu einem neuen (dem Public-School-Fantasy-Roman) verschmolzen hat und es durchaus als Risiko gelten konnte, ob das klappt.
Akif Pirincci hat mal in einer Talkshow den Aktenordner mit den Ablehnungen für Felidae rumgezeigt. War sehr komisch ("Katzen können nicht sprechen!"), aber - wenn ich mich recht entsinne - an der Detektivgeschichte an sich hatte keiner was zu meckern. Die meisten glaubten einfach nicht, dass das verschmelzen zweier Genres (Detektiv- und Tiergeschichte) zu einem neuen auf AKzeptanz bei der Leserschaft stoßen würde.
Gruß
Chris

Lally
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Re:

von Lally (22.09.2007, 11:21)
Hier ist eine sehr interessante Diskussion entfacht, wie ich sehe.

Zum Thema Hauptschüler und Lesen: Ich führe gelegentlich freizeitmäßig quasi eine Beobachtung durch und komme zu dem Ergebnis, dass die Stichprobe aus der Gesamtmasse "Hauptschüler" die Vermutung, dass diese Gruppe wenig liest, unterstützt. In unserem Viertel gehen die Vertreter eben dieser Gruppe gleich nach der Schule nach draußen, wo sie die Zeit mit irgendwas vertreiben, und kehren erst durchschnittlich gegen elf Uhr nach Hause. Wann sie ihre Hausaufgaben machen, weiß ich nicht. Vielleicht lesen sie ja auch spät am Abend, weiß ja niemand.
(Nebenbei erwähnt, etwa 30% der Jugendlichen aus meinem Viertel kommen aus einem recht wohlhabenden Haushalt.)
Aber, wie gesagt, es war nur eine Stichprobe, die nicht die volle Wahrheit über die Gesamtmasse aussagt.


Außerdem möchte ich hinzufügen, dass ich (als ich noch zur Schule ging) kaum Gymnasiasten kannte, die nicht neben der Schule einem Nebenjob nachkamen, um sich Klamotten, Bücher etc. leisten zu können. Die, die von ihren Eltern finanziell unterstützt wurden, gaben ihr Geld nicht zwangsweise für Markenklamotten o.Ä. aus.
Ich kann mir daher gut vorstellen, dass sich die Konsumgruppe für Dein Buch, Jacqueline, z.T. mehr oder weniger aus Realschülern und Gymnasiasten zusammensetzt, die recht gut an eigenes Geld kommen (können).

P.S. Es würde mich sehr interessieren, was Du geschrieben hast, Jacqueline, da ich selber an einem ähnlichen Projekt arbeite.

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Dalma Lee
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Re:

von Dalma Lee (27.09.2007, 13:02)
Musste noch meinen Senf zu den "hohen Kosten" abgeben :D
Dass wir (sollte das Buch kein Bestseller werden) nicht wirklich "reich" damit werden sollte eigentlich jedem klar sein.
Wenn man Glück hat kommen die Ausgaben (Werbung etc. mitgezählt) wieder rein, aber wirklich verdienen...

Aber ich denke man sollte sein Buch nicht zu "billig" anbieten, Gedankengut hat ja seinen Wert und sollte nicht "verramscht" werden.

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