Erfahrungen mit Verdienst für Auftragsarbeiten gesucht

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Thesken

Erfahrungen mit Verdienst für Auftragsarbeiten gesucht

von Thesken (30.04.2009, 17:52)
Da ja einige hier im Forum Erfahrungen mit Auftragsarbeiten verschiedener Länge haben, stelle ich meine Frage dazu hier auch mal rein:

Ich soll jetzt einige kurze Märchen schreiben und habe keine Ahnung, in welchem Rahmen sich das Honorar dafür dann bewegen soll/kann.

Die Märchen werden ca. 12.000 - 15.000 Zeichen inkl. Leerzeichen haben und werden dann über längere Zeit regelmäßig von einer Märchenerzählerin erzählt.

Über jeden Hinweis oder konkrete Erfahrungswerte bin ich dankbar.

Liebe Grüße,
Theresa

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Gitte
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Auftragsarbeiten

von Gitte (30.04.2009, 18:04)
Hallo Theresa,

erst mal Glückwunsch. Da hast du wahrscheinlich eine potentielle Geschichte an Land gezogen - schön!

Ja, preislich gesehen wird das Ganze wohl Verhandlungssache sein. Lasse deinen Auftraggeber auf dich zukommen und höre, was er bietet. Wenn dies dann deinen Vorstellungen entspricht-okay.
Wenn nicht, fordere das ein, was dir vorschwebt.
Viel Glück thumbbup

LG Gitte


Thesken

Re:

von Thesken (30.04.2009, 19:14)
Danke, das hilft mir schonmal ein wenig weiter, genau diese SEiten habe ich grade auch gesucht (wusste leider nicht mehr genau, wo ich sie mal gesehen hatte book: )

Meiner Auffassung nach kann man meine Aufträge am ehesten mit den Reden vergleichen, da sie ja immer wieder vorgetragen, aber nicht gedruckt werden sollen, oder was meint ihr?

Liebe Grüße,
Theresa

Thesken

Re:

von Thesken (02.05.2009, 02:35)
So, habe das erste Märchen jetzt fertig, es hat doch nur knapp 11.000 Zeichen. Bin mir aber immer noch unsicher, wieviel ich nun verlangen kann. Wenn ich es mit den Reden in der einen Honorarempfehlung vergleiche, müsste ich ca. 700 Euro verlangen, aber das kommt mir doch recht viel vor.

Kann so eine Summe verlangt werden, oder vergraule ich damit eher meine Kundin? Wieviel würdet ihr als Minimum verlangen? Habe ca. einen ganzen Tag an dem Märchen gesessen ... book:

Bin für jede Meinung dankbar, damit ich meine Kundin nächste Woche anrufen kann.

Liebe Grüße und gute Nacht,
Theresa

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Judith
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Re:

von Judith (02.05.2009, 10:53)
Hallo Theresa,

von mir wurde mal eine Kurzgeschichte mit 2.700 Zeichen auf der Samstags-Kinderseite der Südwestpresse veröffentlicht (Auflage 350.000). Dafür habe ich 30,- Euro bekommen.

Ich würde an deiner Stelle wahrscheinlich mit einer Verhandlungsbasis von 250 Euro beginnen und das Märchen nicht unter 100 Euro verkaufen.

Grüßle,
Judith
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Bea_Wagner
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Re:

von Bea_Wagner (02.05.2009, 12:46)
Judith hat geschrieben:
von mir wurde mal eine Kurzgeschichte mit 2.700 Zeichen auf der Samstags-Kinderseite der Südwestpresse veröffentlicht (Auflage 350.000). Dafür habe ich 30,- Euro bekommen.


Hallo,

Falls das in den letzten Monaten gewesen sein sollte, hat man Dir 13,55 Euro zu wenig bezahlt. Oder es gelten für die Kinderseite andere Tarife?
Das Zeilenhonorar beträgt zurzeit ungefähr 1 Euro die Zeile. Eine Zeile = 62 Anschläge.

es hat doch nur knapp 11.000 Zeichen. Bin mir aber immer noch unsicher, wieviel ich nun verlangen kann. Wenn ich es mit den Reden in der einen Honorarempfehlung vergleiche, müsste ich ca. 700 Euro verlangen, aber das kommt mir doch recht viel vor.


Natürlich solltest Du versuchen, so viel wie möglich rauszuschlagen. Aber 700 Euro wird Dir wahrscheinlich niemand zahlen. Oder nur einmal und Dir danach nie einen Auftrag erteilen.
Diese Angaben von Verdi usw. sind ja ganz nett, auch die Tarife für Lesungen hören sich gut an. Nur müsstest Du erst mal jemanden finden, der bereit ist, das auch zu zahlen … Solange Du nicht Günter Grass oder Dieter Bohlen heißt, wird Dir das kaum gelingen.

Aus meiner persönlichen Erfahrung: Ich würde das Zeilenhonorar ausrechnen = 177 Euro. Und da es sich hier um eine Geschichte handelt, die nicht nur einmal gedruckt, sondern mehrmals erzählt wird, diesen Betrag einfach verdoppeln und damit beginnen. Und nach Verhandlungen wirst Du wohl bei den 250 Euro landen, die Judith vorgeschlagen hat.

Gruß
Bea

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hawepe
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Re:

von hawepe (02.05.2009, 12:59)
Hallo Theresa,

wichtig ist auch die Frage, ob du exklusive Nutzungsrechte einräumst oder das Märchen noch anderweitig verbreiten darfst.

Die Honorarempfehlungen für Reden kann man meiner Meinung nach übrigens nicht anwenden, weil man dort wirklich alle Nutzungsrechte abtritt und nicht einmal als Autor genannt wird.

Eine Orientierung an den Kurzgeschichtenhonoraren dürfte realistischer sein. Und da dann auch eher der unteren Auflagenbereiche. Oder liest die Erzählerin vor Hunderttausenden?

Beste Grüße,

Heinz.

Thesken

Re:

von Thesken (02.05.2009, 13:12)
Hallo Judith und Bea,

danke für eure Antworten. Eine Frage hätte ich aber noch:

Beziehen sich eure Honorarvorschläge darauf, dass ich das exklusive Nutzungsrecht bzw sämtliche Rechte am Märchen mitverkaufe, oder darauf, dass ich nur das Nutzungsrecht für mündliche Wiedergabe abtrete?

Ich hatte nämlich eventuell vor, aus diesem und anderen kurzen Kindermärchen noch ein Erstlesebuch zu machen und würde meiner Kundin dann das Recht abtreten, das Märchen in Deutschland unbegrenzt zu erzählen, aber nicht exklusiv (will ja dann auch selber Lesungen halten, würde das Recht aber ansonsten an niemanden mehr verkaufen), und sämtliche anderen Rechte behalten.

Wie sieht es dann aus?

Ich weiß, Fragen über Fragen, aber ich habe damit leider noch keine Erfahrungen sammeln können angle: Schreibe aber hinterher auch hier rein, wie es ausgegangen ist, für die nächsten Fragesteller :wink:

Liebe Grüße,
Theresa

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hawepe
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Re:

von hawepe (02.05.2009, 13:25)
Hallo Theresa,

rufe doch einfach mal beim Schriftstellerverband in Ver.di an und frage, ob sie dir einen Tip geben können. Schließlich ist es auch in ihrem Interesse, wenn Dumpinghonorare verhindert werden.

Beste Grüße,

Heinz.

Thesken

Re:

von Thesken (02.05.2009, 13:57)
Heinz, da hätte ich ja eigentlich auch selber drauf kommen können, DANKE thumbbup

Wozu bin ich schließlich seit einem Jahr Mitglied in dem Verein ... blink3 #

Liebe Grüße,
Theresa

Bea_Wagner
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Re:

von Bea_Wagner (02.05.2009, 16:00)
hawepe hat geschrieben:
Hallo Theresa,

rufe doch einfach mal beim Schriftstellerverband in Ver.di an und frage, ob sie dir einen Tip geben können. Schließlich ist es auch in ihrem Interesse, wenn Dumpinghonorare verhindert werden.

Beste Grüße,

Heinz.


Hallo Heinz,
das ist sicher die beste Empfehlung! Auch wenn man die genannten Honorare meist nicht erreichen kann, ist es immer gut zu wissen, wie hoch sie eigentlich sein sollten.

Wozu bin ich schließlich seit einem Jahr Mitglied in dem Verein ... #


Kann ich hier eigentlich auch nur allen anderen ans Herz legen. Selbst wenn es momentan für reine Print on Demand AutorInnen noch nicht ganz so einfach ist, Mitglied zu werden.

Gruß
Bea

hwg
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Re:

von hwg (02.05.2009, 16:43)
Mein Mindesthonorar für Texte - freigegeben für einmaligen Abdruck - beträgt 30 Euro pro 1000 Anschläge inkl. Leertaste. Die Rechte für eine Weiterwendung des Textes bleiben bei mir. Ich arbeite aber auch für Printmedien, die mehr als das Mindesthonorar berappen. Deshalb - Angebot abwarten!

Für Lesungen im Rundfunk wird nach Minuten - also nach der Dauer des vorgelegten Textes - honoriert. Da gibt es zwischen den einzelnen Rundfunkanstalten gravierende Unterschiede.

In D wird aber meistens mehr bezahlt als in Österreich.

Thesken

Re:

von Thesken (03.05.2009, 00:54)
@ Bea: Im Schriftstellerverband selber bin ich nicht, aber bei ver.di. Das reicht ja schon, um kostenlose Beratung zu bekommen.

Danke auf jeden Fall an alle, die sich bisher geäußert haben, jetzt habe ich zumindest schonmal einen Rahmen. An den VS von ver.di habe ich heute eine E-Mail geschrieben (damit ich es nicht bis Montag wieder vergessen habe) und werde spätestens Dienstag auch anrufen, wenn ich noch keine Antwort haben sollte. Ich teile euch dann gerne mit, was mir dort geraten wurde.

Das Märchen hat jetzt übrigens rund 1.000 Zeichen mehr, also knapp 12.000 Zeichen inkl. Leerzeichen, nachdem ich noch ein paar Anmerkungen meines Freundes "reingearbeitet" habe. Vorgetragen dürfte es ca. 10-12 Minuten dauern.

Liebe Grüße und einen schönen Sonntag,
Theresa

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Judith
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Re:

von Judith (03.05.2009, 01:00)
Theresa, hast du es schon mal laut vorgelesen? In 10 - 12 Minuten bekomme ich gerade mal 6.000 bis 7.000 Zeichen unter. Nun gut, das Publikum wird dabei einbezogen, aber ein Märchen wird ja auch eher langsam vorgetragen. Bei 12.000 Zeichen würde ich schon 15 - 20 Minuten schätzen.

Grüßle,
Judith
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