Aufgeben?

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Nitram
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Re:

von Nitram (30.04.2009, 15:08)
Hallo Zeitloch,
du machst m.E. einen Riesenfehler:
Du richtest Deine Lebensplanung über einen viel zu langen Zeitraum aus.
Ich persönlich plane max. auf 1 Jahr und schau dann, wie die Situation ist und erstelle ggf. eine neue Planung.

Du musst dzt. irgendwie deine Lebenshaltungskosten finanzieren.
Das hat Priority ggü. dem Schreiben.
Ok, dann tu das, aber behalte die Schreiberei trotzdem im Auge.

Schreiberei als Haupt-Brotberuf ist finanziell schwierig.
Ok, dann schreib´halt nebenbei.

Sieh´alles ein bisschen lockerer! thumbbup

Nitram

Bea_Wagner
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Re:

von Bea_Wagner (30.04.2009, 15:25)
Markus hat geschrieben:

OT:
Das bringt mich zu meinem persönlichen Problem, das sicher hier auch schon abgehandelt wurde (habe nicht gesucht):

die ewige Gleichberechtigung beim Schreiben. Das ist SO mühsam zum Schreiben und zum Lesen. Grad hier beginnt es "Autoren" oder "Autorinnen" oder "AutorInnen" oder.... bringt mich oft zum verzweiflen ... book:


Wusste ich es doch, dass darauf Reaktionen kommen cheezygrin

Um mal mit Uli Stein zu sprechen: „Liebe Kinderinnen und Kinder“ – finde ich auch sehr anstrengend.

Dennoch zwei Buchempfehlungen:

Luise Pusch: Das Deutsche als Männersprache: Aufsätze und Glossen zur feministischen Linguistik, edition suhrkamp ISBN-13: 978-3518133248

Senta Trömel-Plötz: Gewalt durch Sprache: Die Vergewaltigung von Frauen in Gesprächen, Fischer-TB.-Vlg.,Ffm; ISBN-13: 978-3596237456

Gruß
Bea

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (30.04.2009, 15:27)
Bea_Wagner hat geschrieben:
Nicht mit meinen Büchern, sondern mit Auftragsarbeiten … ich wusste gar nicht, dass das hier Pfui ist …


    (Auszug aus einem Drehbuch, nach Vorbild "Autorenpool.info" geschrieben)
      Der Autor legt den Handrücken gegen die Stirn und den Kopf in den Nacken. Er schüttelt kurz das schulterlange Haar.

      Autor (mit leicht nasaler Stimme)
      Auftragsarbeit? Pah! Da bin ich ja in meiner Kreativität behindert!

cheezygrin

LG
Siegfried
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Ilse Höfels
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Re:

von Ilse Höfels (30.04.2009, 17:16)
Hallo Zeitloch,
Aufgeben? Ja, soweit bin ich auch schon, dank BoD. 960 Euro bezahlen, die man nie mehr zurückbekommt. Trotz dieser hohen Investition ist mein Buch völlig überteuert. Wer kauft schon sowas und vor allem: wo? Unser Buchhändler am Ort will mit BoD nichts zu tun haben. Das gibt zu denken. Nun bin ich aber schon im Schlamassel. Um nicht noch mehr Geld zu verlieren, gebe ich das Schreiben auf. Basta.
Ja, ich würde gerne jemanden kennen lernen, der tatsächlich mit Schreiben Geld verdient.

Ilse Höfels

Markus

Re:

von Markus (30.04.2009, 17:19)
Bea_Wagner hat geschrieben:
Dennoch zwei Buchempfehlungen:

Luise Pusch: Das Deutsche als Männersprache: Aufsätze und Glossen zur feministischen Linguistik, edition suhrkamp ISBN-13: 978-3518133248

Senta Trömel-Plötz: Gewalt durch Sprache: Die Vergewaltigung von Frauen in Gesprächen, Fischer-TB.-Vlg.,Ffm; ISBN-13: 978-3596237456

Gruß
Bea


Liebe Bea,
es wäre mir VIEL, VIEL lieber, wenn Du mir einfach in einigen Sätzen die Quintessenz verraten würdest. Was ich tun soll! Eventuell bin ich da als Schweizer besonders froh :wink:

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S.C. Brandes
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mach weiter

von S.C. Brandes (01.05.2009, 22:58)
Lieber Zeitloch,

Du darfst niemals aufgeben - jeder Weg ist steinig und manchmal er das alleinige Ziel ist.

Mach als Hobby weiter - aber das wurde hier ja schon oft gesagt. Ich kann nur zu gut verstehen, dass man auch Momente hat, in denen man alles hinschmeissen könnte, aber sieh mal wie weit Du es bisher gebracht hast: DU erreichst schon Menschen mit Deinen Zeilen - ich hingegen stehe ganz am Anfang und verdiene pro Bruch bei meinem Erstling 90ct und bei meinem Zweitling 94ct, weil ich einfach den Schritt für mich an die Öffentlichkeit zu gehen im Vordergrund sehe.

Mir tut das auch weh, wenn die Buchhandlungen mich ablehnen und meine Verkaufszahlen nicht so wirklich hoch sind; gerade weil in meinen Büchern so viel Herzblut steckt.

In solchen Momenten sage ich mir aber immer wieder, dass ich um des Schreibens Willen schreibe - und wenn ich auch nur einen einzigen Menschen damit erreiche und ihm helfen kann.

Meine Familie gab mir auch einen schönen Satz mit auf den Weg (ironisch), als ich stolz meine Bücher präsentierte Zitat: "Na, da kann man mal sehen, wer zu viel Zeit hat."

Ich schreibe weiter!

Ich stelle mir vor, dass Schreiben Dein Leben ist, daher nimm Dir eine Auszeit und schlüpf bei einem Freund unter und denke einmal nicht über das Schreiben oder Geldverdienen nach.
Dann sammle Ideen und schreibe sie auf, was man machen könnte, um Geld zu verdienen. Denke Dir halt - so mache ich das auch - dass der Job eben zur Sicherung des Lebensunterhaltes dient und teilweise das Schreiben und Veröffentlichen finanziert.

Ich wünsche Dir auf jeden Fall alles erdenklich Gute - Du triffst schon die richtige Entscheidung.

Alles Liebe

Stefanie
www.youtube.com/watch?v=d5i492pfW1w
(Leseprobe)
"BLUME, EDELSTEIN und HIMBEERBONBONS"

"Es ist alles schon einmal geschrieben worden - nur nicht von jedem "

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PvO
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Re:

von PvO (02.05.2009, 09:05)
Eins vorweg, ich hab nicht alle Beiträge gelesen. Es gehört schon eine ganz gehörige Portion Naivität dazu, zu glauben, man könne von seiner Schreiberei leben. Das können in Deutschland nur sehr sehr wenige. Mein Rekord beim Verkauf lag bei 2.000 Stück in einem halben Jahr. Davon aber leben können, da war ich meilenweit von entfernt. Was bleibt ist das, wie es viele sehen, einen Brotberuf haben und nebenbei ein Hobby, nämlich die Schreiberei und sich freuen, wenn man nach Jahren dann endlich mal - wenn auch kleine - aber schwarze Zahlen schreibt.
Siehe auch hier: http://peters-buchladen.de/html/seminar.html#verdienst

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Zeitl0ch
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Re:

von Zeitl0ch (02.05.2009, 10:09)
Da hättest du nochmal den ganzen Thread lesen sollen. Aber ich mache das auch nicht immer, ist ja auch viel.
Mir ging es nicht einfach nur um "Vom Schreiben Leben", siehe oben. Allerdings habe ich einen Versuch in die Richtung unternommen mit dem Förderantrag.

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Haifischfrau
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Re:

von Haifischfrau (02.05.2009, 10:34)
Hallo Markus,

Bea hat da ja - dankenswerter Weise - etwas ganz Altes hervorgekramt (Luise Pusch)! Vermutlich liegt es an meiner Vorstellung dessen, was selbstverständlich ist: für mich gehört dazu, sich als AutorIn (oder: Autorin oder Autor) mit dem Thema Sprache zu beschäftigen. Die Quintessenz möge dann jeder für sich selber ziehen!

@Bea: gute Idee von dir!

Gruß
Haifischfrau

Ursula Prem (Moderator)

Re:

von Ursula Prem (Moderator) (02.05.2009, 10:38)
Ilse Höfels hat geschrieben:
Hallo Zeitloch,
Aufgeben? Ja, soweit bin ich auch schon, dank BoD. 960 Euro bezahlen, die man nie mehr zurückbekommt. Trotz dieser hohen Investition ist mein Buch völlig überteuert. Wer kauft schon sowas und vor allem: wo? Unser Buchhändler am Ort will mit BoD nichts zu tun haben. Das gibt zu denken. Nun bin ich aber schon im Schlamassel. Um nicht noch mehr Geld zu verlieren, gebe ich das Schreiben auf. Basta.
Ja, ich würde gerne jemanden kennen lernen, der tatsächlich mit Schreiben Geld verdient.

Ilse Höfels


Hallo Ilse Höfels,
960 € für eine Veröffentlichung bei BoD zu bezahlen, das ist nicht unbedingt notwendig. Mit dem Classic-Paket geht das auch schon für 39 €, zuzüglich der monatlichen Datenerhaltungsgebühren von knapp 2 € für fünf Jahre.
Wenn man davon ausgeht, mit der Veröffentlichung eines einzelnen Buches sei es getan, dann geht man von den falschen Voraussetzungen aus, denke ich.
Betrachtet man herkömmliche Verlage, so stellt man fest, dass Bestseller eigentlich immer "gemacht" werden müssen, mittels einer sehr aufwendigen Werbekampagne. Da werden Summen investiert, die geradezu irrwitzig sind: Anzeigen, Internet-Kampagnen, ganz zu schweigen von der Tatsache, dass sämtliche Buchhandlungen mit dem Titel beliefert werden müssen, ohne vorher sicher zu wissen, dass das Werk sich auch verkaufen wird. Herkömmliche Verlage gehen da in gewaltige Vorleistung. Aber natürlich nur, wenn sie nach Analyse der Marktlage davon ausgehen können, dass ein Erfolg wahrscheinlich ist.
Diese Vorgehensweise kann man von BoD oder einem anderen On-Demand-Publisher nicht erwarten. Wie sollte das gehen? BoD müsste in diesem Fall knallhart aussortieren, (d.h., nur Titel publizieren, die sich aller Voraussicht nach verkaufen werden). Dann wäre BoD ein herkömmlicher Verlag. Aber die Publikationsmöglichkeiten für das Gros der Autoren würden dann einfach wegbrechen. Für den Buchverkauf hilft nur eines: Der Autor selbst muss permanent darüber nachdenken, ob und wie er sein Buch vermarkten will. Den richtigen Weg dafür zu finden, kann eine lange Reihe mehr oder weniger erfolgreicher Versuche bedeuten. Dranbleiben ist da alles!

Grüße,
Ursula Prem

Bea_Wagner
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Re:

von Bea_Wagner (02.05.2009, 16:58)
Markus hat geschrieben:
Bea_Wagner hat geschrieben:
Dennoch zwei Buchempfehlungen:

Luise Pusch: Das Deutsche als Männersprache: Aufsätze und Glossen zur feministischen Linguistik, edition suhrkamp ISBN-13: 978-3518133248

Senta Trömel-Plötz: Gewalt durch Sprache: Die Vergewaltigung von Frauen in Gesprächen, Fischer-TB.-Vlg.,Ffm; ISBN-13: 978-3596237456

Gruß
Bea


Liebe Bea,
es wäre mir VIEL, VIEL lieber, wenn Du mir einfach in einigen Sätzen die Quintessenz verraten würdest. Was ich tun soll! Eventuell bin ich da als Schweizer besonders froh :wink:


Hallo Markus,

ich verlege die Antwort mal in die Schreibwerkstatt.

Gruß
Bea

Weasel

Re:

von Weasel (02.05.2009, 17:17)
Klar, wessen Traum ist das nicht? Vom Schreiben leben! Den ganzen Tag zu hause abpimmeln und dann, wenn man Bock hat, ein bisschen was schreiben...

MAN, ALTER, WIE NAIV BIST DU??

Hast du dir mal ausgerechnet, was du monatlich mit dem Schreiben verdienen müsstest, um davon zu leben? Ich wette, selbst viele der Autoren, die bei Heyne oder so veröffentlichen, können davon nicht leben. Das schafft man nur, wenn man so was wie Harry Potter landet oder eine große Fangemeinde ansammelt (Tom Clancy, Stephen King etc.)

Du solltest dein Leben nicht danach ausrichten, dass du hauptberuflich Autor werden willst, du brauchst ne solide Grundlage. Erlerne einen richtigen beruf, schreibe nebenbei. Es kann immer sein, dass du nen Glückstreffer landest und dann plötzlich keinen anderen Job mehr brauchst, aber du darfst damit nicht rechnen!

Genausowenig wie du mit Förderungen oder so rechnen darfst. Filmförderungen bekommen eher Filmemacher, die das Geld brauchen, um einen Film zu machen, aber fürs Drehbuchschreiben braucht man eigentlich kein Geld. Und es gibt genug, und damit meine ich wirklich genug Leute, die ihre Drehbücher in der Freizeit schreiben und kostenlos anbieten, und darunter gibt es wirklich gute Scripts. Also warum solte man gerade dir eine Förderung geben?

Nimms nicht persönlich, aber wenn ich sowas lese, dann kann ich nur den Kopf schütteln. Und wenn du die Schreiberei aufgeben willst, dann ist es auch nicht deine große Leidenschaft, und wenn es nicht deine Leidenschaft ist, dann wirst du davon niemals leben können.

Markus

Re:

von Markus (02.05.2009, 17:19)
Haifischfrau hat geschrieben:
Hallo Markus,

Bea hat da ja - dankenswerter Weise - etwas ganz Altes hervorgekramt (Luise Pusch)! Vermutlich liegt es an meiner Vorstellung dessen, was selbstverständlich ist: für mich gehört dazu, sich als AutorIn (oder: Autorin oder Autor) mit dem Thema Sprache zu beschäftigen. Die Quintessenz möge dann jeder für sich selber ziehen!

@Bea: gute Idee von dir!

Gruß
Haifischfrau


Hallo Haifischfrau,
danke für Deine Zeilen. Das mag ja sein, ich fragte nur einfach mal so. Also gibt es in DE offenbar keine Sprachregelung bezüglich diesem "Problem", die sich durchgesetzt hat!?

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Judith
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Re:

von Judith (02.05.2009, 22:04)
Hallo Weasel,

ganz so wie von dir beschrieben sieht es nicht aus. Auch mit viel Fleiß kann man vom Schreiben leben, selbst wenn man keinen Bestseller landet, aber doch ganz gut "im Geschäft" ist. Allerdings braucht es dazu ein paar Jahre Vorlauf. Wenn man pro verkauftem Buch durchschnittlich 50 cent bekommt (bei Hardcover etwas mehr, Taschenbücher etwas weniger), dann muss man, um im Monat auf 1000 Euro netto zu kommen, ungefähr 36.000 Bücher verkaufen. Wenn man pro Jahr 8 Bücher schreibt und alle noch laufen, dann sind es nach drei Jahren 24 Bücher. Jedes muss durchschnittlich pro Jahr etwa 1.500 mal verkauft werden.
Oder man verkauft pro Buch etwa 1.000 Exemplare pro Jahr und macht noch jeden Monat ungefähr vier Lesungen.
Das ist auch bei mittelgroßen Verlagen realisierbar. Ich will versuchen, es zu schaffen.

Von einem bis zwei Büchern pro Jahr leben zu können halte ich dagegen für utopisch und das ist ganz sicher nur für wenige Bestsellerautoren erreichbar.

Grüßle,
Judith
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Siegfried
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Re:

von Siegfried (03.05.2009, 00:10)
Judith hat geschrieben:
Wenn man pro Jahr 8 Bücher schreibt und alle noch laufen,


Acht Bücher im Jahr? :shock::
Ist das nicht der durchschnittliche Jahres-Output von Wolfgang Hohlbein?

LG
Siegfried
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