Wie siehts rechtlich mit einem Autoren-Barsortiment aus?

Euer Forum für Diskussionen zum Thema Self-Publishing und Buchveröffentlichung.


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Paddy
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Wie siehts rechtlich mit einem Autoren-Barsortiment aus?

von Paddy (30.09.2007, 15:45)
Hallo zusammen,

mal eine einfache Frage (die wahrscheinlich 1000 komplizierte Lösungen bietet...):

Die Lieferzeiten sind ja bei BOD nun nicht mit dem Versprechen "das Buch ist nach 12 Stunden fertig" deckungsgleich. Ist es nicht möglich und rechtlich zulässig unter den BOD Autoren ein "Barsortiment" anzulegen?
Ich stelle mir das so vor, dass das Barsortiment...nennen wir es mal "SmallAuthors"... ein Verein ist, der von den Autoren gegründet wird. Dieser Verein hält immer einen bestimmten Anteil der Bücher seiner Mitglieder im Barsortiment und ist somit lieferfähig. Dem Barsortiment werden die Bücher in Kommission überlassen, was das Startkapital somit auf alle Mitglieder verteilt.

Wäre sowas rechtlich möglich?
Wo liegen Hürden?

Cu Paddy

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jola
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Re:

von jola (30.09.2007, 17:40)
Hallo Paddy,

ad hoc fallen mir etliche Fragen dazu ein:

(1) Wo sollen die Bücher gelagert werden?

Angenommen, jedes Mitglied dieses Forums (aufgerundet sind es 500 Leute) gibt 10 Exemplare in Kommission, das alleine macht schon 5.000 Exemplare. Jedes 2. Mitglied hat 2 Bücher publiziert, da kommen nochmal 2.500 Stück dazu. Macht gesamt 7.500 Bücher. Diese müssen buchgerecht bei entsprechender Temperatur und Luftfeuchtigkeit gelagert werden. So eine Lagerhalle ist alles andere als preisgünstig, womit sich gleich die nächsten Fragen anschließen:

(2) Wer bezahlt die Kosten für die buchgerechte Lagerung?

(3) Wer bezahlt die Kosten für die Lagerverwaltung? Bei 750 Titeln kommt man mit einer Stricherlliste & Karteikarterln nicht weit. Ergo werden eine gute Lagerverwaltungssoftware + Scanner + EDV-Hardware etc. etc. benötigt.

(4) Wer zahlt die Leute, die das Lager verwalten? Auslieferung muss zumindest 1x täglich erfolgen, sonst bringt das alles nichts. Damit dies reibungslos gewährleistet werden kann, müssen mindesten 2 Personen dort arbeiten. Und das ist mit enormen Personalkosten verbunden.

(5) Eine einwandfreie und transparente Buchhaltung/Abrechnung ist unumgänglich bei so einem Projekt. --> Wer zahlt die Person, die sich drum kümmert?

(6) Wer verpackt die Bücher und bringt sie zur Post? Muss ja auch bezahlt werden. Kostenlose Lieferung klingt ja gut, doch auch da summieren sich die Verpackungs- und Portokosten.

(7) Wer kümmert sich um PR & Marketing? Ein Profi kostet entsprechend viel.


Und nein, so ein riesen Projekt funktioniert im realen Leben nicht auf ehrenamtlicher Basis, sprich für lau! Ich bin zwar eine Optimistin, aber bevor mal die Kostenrechnungsfragen nicht für mindestens das erste Jahr geklärt und gesichert sind, sehe ich das als klassisches Beispiel für eine vorhersehbare Bruchlandung.

lg,
jola

hwg
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Re:

von hwg (30.09.2007, 17:52)
In Österreich wäre dafür eine Buchhandelskonzession erforderlich.
Damit verbunden eine Anmeldung bei der Gewerbebehörde, bei
der zuständigen Versicherungsanstalt und nicht zuletzt beim Finanzamt.

Die selbe Idee hatten seinerzeit auch schon Klein- und Eigenverleger bei uns in die Tat umgesetzt - nach zwei Jahren war wieder Schluss. Erstens wollten die Mitarbeiter eine vernünftige Entlohnung bzw. Übernahme ins
Angestelltenverhältnis, zweitens blieben die erhofften Umsätze aus, drittens gab es deswegen bald Streit unter den Verlegern wegen angeblich unzulänglicher Abrechnungen.

Und eine Selbstorganisation der Autoren dürfte schon deswegen zum Scheitern verurteilt sein, weil da viel zu viele unterschiedliche Charaktere unter "einen Hut" gebracht werden müssten.

Soviel aus meiner Sicht - und ich zähle eigentlich nicht zu den Pessimisten. :lol:

Paddy
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Re:

von Paddy (30.09.2007, 18:54)
Eine Gewerbemeldung ist auch in Deutschland nötig, aber das ist das kleinste Problem.

Vielleicht sehe ich die Sache regional etwas anders. Das in Östereich der Versand etwas komplizierter ist als hier in NRW und speziell dem Ruhrgebiet kann ich gut nachvollziehen. Hier leben auf einem Gebiet, das nur ein 20tel der Fläche von Österreich hat 5/8 der Bevölkerung Österreichs. Das Resultat sind kurze Wege zum Handel.

Um eines mal im Vorfeld zu klären: Die Idee soll die Autoren unterstützen und nicht die Kassen von Unternehmern füllen. Es geht darum Bücher der Autoren bestell und lesbar zu halten. Aussagen wie "Lieferbar in 4-6 Wochen" oder "z.Z. nicht lieferbar" unterstützen die Autoren gleich Null.
Mein Privater Buchbestand liegt ungefähr bei 2.000 unterschiedlichen Büchern und daher schrecken mich 5.000 Bücher nicht wirklich. Die Frage ob ich mir das antun würde soll damit aber nicht beantwortet sein, denn hier gehts erst einmal um reine Theorie.
Um das Model mal vorran zu treiben:
Ich wohne in Essen, einer Stadt mit vielen großen und kleinen Buchläden. Kein Buchladen ist weiter als 10km von mir entfernt. Ok, die zugegeben geringen Durchsatzzahlen von BOD und eigenvertrieben Büchern ist zugegeben etwas mau für ein Betriebswirtschaftlich erfolgreiches Handeln, doch ob diese Zahlen aussagekräftig über das Potenzial sind steht auf einem anderen Blatt:
-Viele Bücher werden über Empfehlungen in Buchläden verkauft...doch wer empfiehlt Waren die er nicht direkt an den Kunden verkaufen kann? Sicherlich kann ein Autor einem Buchhandel Bücher in Kommission geben...aber wenn das zum Beispiel über einen Verein geregelt wird funktioniert das viel einfacher.
-Flyer drucken und verteilen kann man alleine machen oder im Verbund. Letzeres hat den Vorteil, dass man als Autor nicht für ein Buch, sondern für mehrere Bücher Flyer platziert oder sich einen Flyer teilt (Vorder- und Rückseite). Damit erreicht man Personenkreise die man als Don Quichote niemals erreichen könnte.
-Autoren die sich als Verbund organisieren ist auch ein prima Thema für Lokalzeitungen und immer für eine Meldung gut.

Zur Lagerverwaltung:
Barcodescanner kosten heute nicht mehr wirklich viel und Warenwirtschaftstools hab ich schon auf MySQL- und PHP-Basis geschrieben...nicht wirklich Rocketscience. Die Hardware ist für sowas ein Witz. Wir sprechen nicht von Datenbanken für 100.000 Büchern, sondern eher einem Volumen, welches vom Umfang her kleiner ist als das jeder Videothek die sowas mit ihren Pentium 1 Rechnern verwalten kann.
Zu den Personalkosten:
Das ganze ist ein Kind von Autoren, also können sie sich auch um die Arbeiten kümmern. Wenn keine Bücher verkauft werden ist wenig zutun. Wenn viele Bücher verkauft werden, dann kann man auch Personal bezahlen. Zudem gibt es auch die Möglichkeit das Bestellsystem so auszulegen, dass die Buchläden übers Internet bestellen und so ein Bestellvorgang von den Mitgliedern einsehbar ist (und zwar mit Laden, Uhrzeit, Titel, Menge, Naturalrabatt, etc!!!). Wenn keine Bestellung eingeht, dann muß sich auch keiner um den Versand oder die Auslieferung kümmern.
Apropo Auslieferung:
Wir leben in einer Zeit der Fitnessfanatiker und ich denke unter den Autoren dürften der ein oder andere dabei sein. Was spricht nun dagegen, dass ich mich auf mein Mountainbike schwinge und die Bücher direkt ausliefere oder sie nach der Arbeit auf dem Weg nach Hause reinreiche?
Als Argument: "Dann will ich mal sehen wie du 50 Bücher per Fahrrad auslieferst" sag ich direkt, dass sich dann auch eine Lieferung per PKW rechnet und ich dann zwar keine frische Luft bekommen hab aber weiß, dass ich für mein Werk oder das Werk meiner Mitstreiter was bewirkt hab und das ebenso befriedigend sein kann, wie 1Std Radfahren.

julia07
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Re:

von julia07 (30.09.2007, 19:09)
Hallo Paddy,

ich sehe da ehrlich gesagt den Bedarf auch nicht, denn...

1. wenn das Buch "läuft', ist es auch bei Amazon lieferbar (eigene Erfahrung!)
2. damit ich auch mal schnell selbst ein Buch verschicken kann, habe ich von jedem Buch ständig eine Handvoll Exemplare vorrätig
3. wie oben schon vorgerechnet, ist das ein vorprogrammiertes Verlustgeschäft!

Im Übrigen gehe ich davon aus, dass Amazon demnächst das bestehende Liefer- und Sortimentproblem gelöst haben wird :wink:

LG, Julia

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jola
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Re:

von jola (30.09.2007, 19:37)
Hallo Paddy,

Dann sag doch gleich, dass es nur für den Essener Raum und für ne Handvoll AutorInnen gedacht ist. Und dass DU Dich um alles kümmerst.

Ich möcht gern Mäuschen sein, wenn sich der erste Autor aufregt, weil was nicht erwartungsgemäß funktioniert hat. Man braucht sich ja nur hier im Forum die Beiträge bez. "Unregelmäßigkeiten bei der Abbrechnung" etc. anschauen ... viel Spass dabei.

Net bös sein, es ist kein persönlicher Angriff. Ich habe beruflich mit PHP, MySQL, Internet & Co zu tun. Wenn jemand, der selber programmiert, sagt, och des is ja eh alles nur ein Klacks und eine einfache Hardwareausstattung tut's auch, dann frag ich mich schon, in welcher Realität Du Dich bewegst. Es ist jedenfalls nicht meine Realität.

SCNR

lg,
jola

Paddy
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Re:

von Paddy (30.09.2007, 21:03)
Sorry Jola, aber für 500 bis 1000 Buchtitel mit Lagerort, Bestand, SollMenge etc ist nun wirklich kein Clusterserver notwendig, vor allem wenn nicht 50 Vertriebsmitarbeiter gleichzeitig auf das System zugreifen.
Ich habe nicht behauptet, dass sich sowas in 5Min. lösen läßt, aber ein Buch braucht auch seine Zeit.
Was ich zudem erschreckend finde: 5000 Autoren veröffentlichen Bücher und kein Mensch denkt daran sich zu organisieren! Vergleichst du bitte mal die Negativthreads zu der Unmenge an positiven Erfahrungen im Forum. Abrechnungen funktionieren seltsam unregelmäßig, Bücher werden als nicht verfügbar eingestuft, Autoren müssen Lesungen ohne Bücher machen und Dinge mit ähnlichem Charakter.

Versteh mich bitte nicht falsch: BOD ist ne super Sache, aber wenns irgendwo Probleme gibt, dann muß man die auch mal kreativ lösen und nicht nur den Kopf in den Sand stecken. Ich bin hauptberuflich Eigentümer einer grafischen Fullserviceagentur inkl. Marketing und das bringt einen dann schon mal auf etwas gewagtere Ideen. Studiert hab ich Informatik und im Vergleich zu anderen Anwendungen an der ich in meiner Vergangenheit beteiligt war ist so ein System nun wirklich recht einfach.
Zudem hab ich das Privileg nicht vom schreiben leben zu müssen oder zu wollen, da in er Werbung doch recht ordentlich bezahlt wird.
Ich habe auch nicht nur von Essen gesprochen. Nimm als Beispiel mal noch einen Autor in Köln dazu, der ähnlich "fitnessbegeistert" ist und der sich um die Buchläden im Kölner Raum kümmert. Damit komm ich auf mehr als 1,5 Mio Leser die mit nur 2 Personen erreichbar sind. Wenn jetzt noch Hamburg, Berlin und München dazu nehme bin ich fast auf 8 Mio!!! und bei jeder Stadt mit 2 Helfern gerechnet sind das 10 Autoren (und mal die Frau oder der Filius des Autors oder der Autorin). Es sind also im kleinen Rahmen genausoviele Leser ereichbar wie Österreich Einwohner hat!!!
Das die Rechnung noch ziemlich viel "Augen zudrücken" und "fünfe grade sein Gelasse" dabei hat ist mir auch klar, nur finde ich eine Sammlung von Möglichkeiten besser, als nur negatives zu schreiben.
Alle schreiben: "Sowas funktioniert ehrenamtlich nicht" oder "da findet sich keiner der sich darum kümmert"...
Ich habe kein Wort von Ehrenamt gesagt, sondern ich sagte Verein! Die Gema zum Beispiel ist auch ein Verein, aber da arbeiten auch kaum Leute ehrenamtlich.
Ich versuche das jetzt mal anders und benutze Methoden die in der Werbung in Kreativsitzungen benutzt werden:
Nichts schlecht machen, sondern Lösungen suchen:
Frage 1:
Wie kann man Titel von jungen und unbekannten Autoren dem Buchhandel und damit den Leser näher bringen?
Meine Antwort:
Indem man sie schnell verfügbar und Kundennah hält, was sich für mich nach einem Barsortiment anhört.

Welche Hürden gibt es:
Software, Lagerraum, Mitarbeiter, Geld

Lösungen:
-Geld für das Sortiment könnte man über Kommissionswaren regeln.
-Software: Gibt es Informatiker unter den Autoren (icch wäre schon einer) die zusammen an dem Projekt arbeiten wollen
-Lagerfläche: Hat einer von uns für den Anfang vielleicht einen Raum über in dem begonnen werden kann? Vielleicht hab ich ja ein Lager von 50qm noch leerstehen oder als Rumpelkammer umfunktioniert...
-Mitarbeiter: Jeder bekommt von jedem gelieferten Buch einen Anteil. Ein Barsortment hält immer ca. 10 Prozent vom VK für sich ein. Der "Verein" soll den Autoren helfen, aber ja nicht umsonst. Ich muß ehrlich sagen, dass wenn ich sowieso mit dem Rad unterwegs bin und dann noch ein paar Euro damit verdienen kann eine andere Strecke zu fahren...warum nicht?

Das man davon nicht leben kann ist klar, aber dann stelle ich mal ne Gegenfrage: Bücher schreiben braucht auch Zeit und wenn ich meine Erfahrungen mit den Absatzzahlen im Forum vergleiche muß ich sagen...das lohnt sich auch nicht! Ein PC braucht heute ca € 0,18 Strom in 2 bis 2,5 Stunden. Ich komm etwa auf 1500 Worte am Tag was gegengerechnet auch ein gutes Verlustgeschäft ist und ich denke vielen anderen wird es genauso gehen. Warum in aller Welt finden sich also alle damit ab, dass sie ihre Bücher zwar schreiben, aber nicht verkaufen?

julia07
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Re:

von julia07 (30.09.2007, 21:20)
Es ist wirklich beeindruckend, mit welcher Energie Du dieses gemeinnützige Projekt vorantreibst, obwohl kaum einer HIER schreit. Können 499 Leute so irren? :wink:

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jola
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Re:

von jola (30.09.2007, 22:00)
Tja, Paddy, ich sagte ja, wir leben in anderen Realitäten.

Ich habe nur eine kleine Ein-Frau-Firma und von daher wären beispielsweise Investitionen auch für nur einige Barcodescanner im Wert von je 30,00 EUR keine Sache, die einfach so aus der Portokasse beglichen werden können.

Außerdem weiß ich von jahrelanger eigener ehrenamtlicher Tätigkeit (= hackeln für lau, viel Zeit, Energie und auch Geld reinstecken, und wenn's gut geht, kommt mal ein Danke, falls überhaupt) + Organisation & Handling von anderen Ehrenamtlichen, daß bereits ein paar Tage Regenwetter oder Glatteis und Schneestürme reichen und Bücher würden nicht mehr ausgeliefert werden, schon gar net per Fahrrad.

Wenn Du schon Methoden einer Kreativsitzung ansprichst, gerne, dann verweise ich nur auf Brainblooming. Nichts anderes habe ich mit meinen Fragen getan. Ich habe lediglich das zur Ideenfindung beigetragen, was mir zum Thema einfällt. Und wenn diese Beiträge nur Kritisches beinhalten, dann ist das halt so.

Anyway, falls Du so ein Projekt aufziehst, wünsch ich Dir viel Erfolg. Aber zieh das selber auf und lass nicht die MitarbeiterInnen Deiner Agentur alles organisieren, denn dann schaut die Sache schon gleich anders aus.

Grüße aus Wien,
jola

Paddy
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Re:

von Paddy (01.10.2007, 02:19)
@Julia: Bisher hab ich nur die Meinungen von 3-4 Personen und nicht 499. Foren sind u.a. für solche Diskussionen nützlich und wer kann sagen ob sich bei so einem Thread nicht eine völlig andere Lösung bietet...z.B. ein Onlinebuchhändler der die Strukturen hat und vielleicht nur selber nicht auf die Idee gekommen ist. Also nochmal ich reiß mich hier um nix, sondern suche nur Wege. Ich könnte auch gegenfragen, warum die 499 anderen Autoren nicht bei großen Verlagshäusern sind...können diese Häuser so irren? Die Antwort auf beide Fragen lautet: "Möglich?!?", doch bevor man sich (und vielleicht in größerer Runde ) darüber nicht den Kopf zerbrochen hat kann man sowas nie sagen.

@Jola: Da du jetzt Marketing/Werbetechniken ansprichst:
"Auslieferung muss zumindest 1x täglich erfolgen, sonst bringt das alles nichts"...ist ja jetzt auch nicht wirklich der Fall. Wenn ein Händler einen verbindlichen Termin von Mo,Mi,Fr hat kanns evtl auch gehen, who knows?
"Und nein, so ein riesen Projekt funktioniert im realen Leben nicht auf ehrenamtlicher Basis"...woher weißt du das...schon probiert?
Ist etwas schnell geschossen, genauso wie "...bevor die Kostenrechnungsfragen nicht für mindestens das erste Jahr geklärt und gesichert sind, sehe ich das als klassisches Beispiel für eine vorhersehbare Bruchlandung"...warum kommst du schon mit Kostenrechnungen wenn das Modell noch nicht mal als mit der heißen Nadel zusammengenäht bezeichnet werden kann. Es gibt kein Modell und damit auch keinen Ansatz für Kostenrechnungen.

Um bei den Kreativsitzungen zu bleiben: Das waren alles Mindkiller und in solchen Sitzungen pflege ich Bullshit-Bingo zu spielen. Die Frage die ich am Anfang gestellt hatte war "Welche Hürden vorhanden sind". Dann sagst du z.B. das es schon wegen z.B. einem Barcodescanner nicht funktionieren würde, da du dir keinen kaufen kannst...Surprise...ich hab einen in der Ecke liegen, direkt neben einem Bondrucker, einem alten Laserdrucker und min. 3 alten PCs (P3 & Athlons) die für Bildbearbeitungszwecke bei uns nicht mehr taugen.

Ob ich die Mitarbeiter meiner Agentur einsetzten würde weiß ich nicht, denn schreiben ist für mich nicht Broterwerb und damit wie für nahezu alle anderen hier ein Hobby. Die ein oder andere Werbekampagne würde ich wahrscheinlich vom Team machen lassen...warum auch nicht? Denen ist egal woran gearbeitet wird solange am 1. das Geld auf dem Konto ist und ich sehe nicht ein, dass das Team an Leerlauftagen Däumchen dreht. Was ich sicherlich nicht machen würde ware Freelancer an die Sache zu setzen, denn das wäre mir mit € 300.- bis 500.- pro Tag ziemlich Sinnfrei.

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jola
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Re:

von jola (01.10.2007, 03:16)
Hallo Paddy,

> Also nochmal ich reiß mich hier um nix, sondern suche nur Wege.

Weshalb? Was treibt Dich dazu?

> Das waren alles Mindkiller

Auch Mindkiller haben eine Daseinsberechtigung. cool5

> Es gibt kein Modell und damit auch keinen Ansatz für
> Kostenrechnungen.

Ich finde es gut und wichtig, dass man aus unterschichtlichen Sichtwinkeln und mit unterschiedlichen fachlichen und persönlichen Backgrounds an eine Sache rangeht. Aber noch wichtiger finde ich ist es, dass man auch die anderen Sichtweisen von Anfang an zuläßt und sich mal Gedanken drüber macht.

Du kannst bei einem Projekt, wo kaum jemand der zukünftigen Mitwirkenden Geld reinstecken wird wollen/können, genau so handeln wie bei Aufträgen, deren Budget höher ist als das Jahresfamilieneinkommen von zahlreichen Autoren, die hier im Forum herumkrebsen.

> woher weißt du das...schon probiert?

Es reichen mir meine Erfahrungen in großen Organisationen. Frankly, ich habe ein äußerst ungutes Gefühl, wenn ich von solchen Projektideen auf gemeinnütziger Vereinsbasis lese. Im Endeffekt profitiert nur eine Handvoll Leute davon, nämlich vorwiegend diejenigen, deren Firmennamen unter "gesponsert von" etc. angeführt sind sowie einige ganz wenige Autoren, die auf ihren von ihnen vorfinanzierten Büchern nicht sitzen bleiben.

Dass Bücher innerhalb von xy Stunden lieferbar sind, ist noch lange kein Garant dafür, dass diese Bücher auch bestellt werden. Ware in Kommission zu geben, bedeutet ja auch nciht, dass man damit schon Geld verdient hat, im Gegenteil, das bedeutet, dass man erst Etliches investieren muss, bevor eventuell ein Teil davon wieder zu einem zurück kommt. That's real life. Von daher ist eine zusätzliche Konkurrenz zu den bestehenden Großhändlern mit eigenem Lager in meinen Augen kontraproduktiv.

Daher nochmals meine Anfangsfrage: Weshalb willst Du so ein Projekt aufziehen?

jola

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Thomas Becks
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Re:

von Thomas Becks (01.10.2007, 04:03)
@Paddy: Du hast kein Profil, Du hast wahrscheinlich schon in anderen Foren Deine Idee ausgelebt, ich bin seit 14 Jahren Selbstständig und höre mir immer wieder Ideen wie Deine an. Ein gutes Buch braucht kein EXTRASORTIMENT, ein gutes Buch schafft es auch sooooooooooo. Paddy, wer bist Du? Stelle Dich doch mal vor, bevor Du uns missionierst. Deine Beiträge sind soo laang, in der Kürze liegt die Würze!

julia07
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Re:

von julia07 (01.10.2007, 06:56)
Stimmt!
Deswegen von mir nur noch dieser:
No more comment!

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hawepe
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Re:

von hawepe (01.10.2007, 08:01)
Hallo Thomas,

Thomas Becks hat geschrieben:
@Paddy: Du hast kein Profil,


Das ist auch fuer mich das k.-o.-Kriterium.

Allerdings muss man meiner Meinung nach auch immer zwischen demjenigen, der eine Idee vortraegt, und der Idee "als solchen" differenzieren.

Du hast wahrscheinlich schon in anderen Foren Deine Idee ausgelebt, ich bin seit 14 Jahren Selbstständig und höre mir immer wieder Ideen wie Deine an.


Ich bin mit Unterbrechungen seit 1969 freiberuflich taetig und war seitdem auch immer wieder in verschiedenen Vereinen usw. ehrenamtlich engagiert. Dass man da selbst auf viele Ideen kommt oder auf Menschen stoesst, die viele Ideen haben, bleibt nicht aus - aber auch nicht die Ernuechterung, dass sich vieles leichter anhoert als es nachher ist.

Allerdings waechst auch die Gefahr, dass man manches vorschnell ablehnt.

Ein gutes Buch braucht kein EXTRASORTIMENT, ein gutes Buch schafft es auch sooooooooooo.


Letzteres glaube ich allerdings nicht. Bei mehr als einer Million lieferbarer Buchtitel hat kein Leser oder Buchhaendler mehr die Chance, sich auch nur einen annaehernden Ueberblick ueber die Buchlandschaft zu verschaffen.

Ein weiterer Barsortimenter ist da allerdings auch nicht die Loesung. Der fehlende Verkauf im Buchhandel liegt nicht an Lieferzeiten, sondern an der fehlenden Nachfrage und dem unstrukturierten Angebot.

Beste Gruesse,

Heinz.

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Judith
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Re:

von Judith (01.10.2007, 12:26)
Jola, du sprichst eine deutliche Sprache. thumbbup

Grüßle und schöne Woche,
Judith
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