Ein "BOD"-Titel ist in den Top-10

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Pliekolus
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Ein "BOD"-Titel ist in den Top-10

von Pliekolus (05.10.2007, 22:33)
Hallo ihr,

ich habe mir heute die Bestsellerliste bei Amazon.de angesehen und festgestellt, dass ein "BOD"-Buch unter den Top-10 ist. Als ich mir das Buch "In der Nacht sind alle..." angesehen habe, gab es dazu bereits Diskussionen. Natürlich habe ich mir diese auch durchgelesen und da wurde total über dieses Buch hergezogen. Grund dafür ist, dass sich die Autoren dieses Buches vermutlich mittels ausgedachter Anmeldenamen zig Lieblingslisten erstellt haben und nun bei fast jedem Amazon-Artikel erscheinen. Beim groben nachzählen, bin ich bereits auf 81 verschiedene Listen gekommen, in denen zum Teil irgendwelcher Sex-Schmuddel-Plunder enthalten ist.
Die Diskussionsteilnehmer waren nun total erbost, dass bei allen Büchern nur noch diese Katzen-Lieblingslisten aufgeblendet werden, weil sie in so umfangreichem Maße angelegt wurden.
Über die Rezensionen des besagten Buches wurde auch extrem hergezogen.
Das Ergebnis dieser Diskussion lautete dann: BOD-Bücher sind eh Schitt, weil die Autoren keinen Verlag gefunden haben und über solche Mittel sich nun dem anspruchsvollen Leser aufdrängen. Die größte Verärgerung kam auch daraus zustande, dass es keine ordentlichen Lieblingslisten mehr gibt, da die Katzen-Listen alles verdrängen.
Was sagt man dazu?
Anfangs fand ich die Idee genial, aber mittlerweile stört es mich auch, dass permanent dieses Cover erscheint, egal, was man sich ansieht.

Jacqueline, deren Buch immer noch nur über die Drittanbieter bestellbar ist. cheezygrin

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Heiner
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Re:

von Heiner (05.10.2007, 22:56)
Hallo,

hm, sowas interessiert mich immer. Sollte da eine Lücke bei amazon sein cool5 ...

Die meisten der dort Schreibenden wissen nicht, dass man heute für einige 1000 Euros auch bei `renomierten´ Verlagen veröffentlichen kann. Ich habe es noch nicht gemacht, aber ich schätze, wenn man sagt, ich möchte, dass mein Buch genauso wie ich es geschrieben habe, veröffentlicht wird, werden diese auch zustimmen. Man muss nur zahlen...

Grüße

Heiner

Lally
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Re: Ein "BOD"-Titel ist in den Top-10

von Lally (05.10.2007, 23:31)
Pliekolus hat geschrieben:

Das Ergebnis dieser Diskussion lautete dann: BOD-Bücher sind eh Schitt, weil die Autoren keinen Verlag gefunden haben und über solche Mittel sich nun dem anspruchsvollen Leser aufdrängen.


Zugegeben, es spricht Vieles dafür, dass manche BoD-Romane erhebliche Mängel aufweisen, sei es die Sprache, Ausdrucksweise, magere Geschichte oder Logikfehler. Aber darunter befinden sich ebenso - ich wage zu sagen - Juwele, die aus dem Grund keinen Verlag gefunden haben, unter Umständen, weil das Verlagsprogramm für das nächste Jahr bereits voll ist, oder weil dem Verlag irgendwas am MS missfällt (z.B. keine eindeutige Zuordnung bei einem Roman mit Fantasy-Elementen, etc.). Gründe gibt es genügend. Allerdings heißt es nicht zwangsweise, dass das MS grottenschlecht war, o.Ä.

Wenn ich den ein oder anderen Roman eines "echten" Verlags in die Hand nehme und lese, stelle ich mehr oder weniger überrascht fest, wie durchschnittlich die Ausdruckweise, wie vorhersehbar die Handlung, wie klischeehaft die Figuren sind, dann frage ich mich ernsthaft, wieso man wieder etwas auf den Markt wirft, was ohnehin en masse vorhanden ist.

Oft verhält es sich auch folgendermaßen: Jemand, der sich literarisch experimentierfreudig zeigt und Neues liefert, hat bei einem rational kalkulierenden Verlag selten eine Chance. Schließlich verlässt sich ein Verlag oft auf Altbekanntes, was meist 08/15-Ware ist (obwohl es heißt, dass man stets auf der Suche nach wahren "Perlen" sei, die sich vom Vorhandenen stark unterscheiden).

Das alles wollte ich einfach mal los werden. Aber ich schätze, das führt etwas zu weit weg vom eigentlichen Thema.

Gab es nicht schon mal ein BoD-Buch, welches die Top Ten erreichte und mit "echten" Büchern konkurrierte? Oder hatte da auch jemand seine Finger im Spiel?

Pliekolus
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Re:

von Pliekolus (05.10.2007, 23:59)
in der besagten Diskussion wird auch ein BOD-Titel "Der Milchkontrolleur" genannt, der solche Machenschaften eingesetzt haben soll.
Ist nur blöd, wenn einige Bücher anscheinend über "alles" geschickt werden und dann einen schlechten Ruf für BOD hinterlassen.
Ich z.B. habe mich erst gar nicht bei "großen" Verlagen beworben, weil ich im Web gelesen hatte, dass die Verlage bereits jetzt das Frühjahresprogramm für 2010 planen. Mir war das einfach viel zu lange. Nach über 13 Jahren Schreibarbeit wollte ich einfach nicht noch 3 Jahre warten, bis ich das Buch in den Händen halten würde.
Aber andererseits kaufen bei Amazon erwachsene Menschen, die selber einschätzen können müssten, ob sie von der Werbung verblendet sind oder ob sie wirklich Interesse an diesem Buch haben.
Und wenn man mal bei anderen Büchern schaut, sind auch meistens 2 Lieblingslisten hinter einem Rezensenten, die das gleiche Buch hoch loben. Vielleicht ist das ja auch gängige Praxis bei "großen" Verlagen: dem Ahnungslosen permanent "H.P." zu zeigen, bis man endlich glaubt, das tolle Buch muss ich auch kaufen.
Wer weiß. Nächste Woche ist das Katzenbuch bestimmt auf Platz 1 und löst HP ab, was schon wieder lustig wäre.
Jacqueline

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Judith
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Re:

von Judith (06.10.2007, 02:05)
Das sind ja üble Machenschaften! Ich habe mir eben ca. 20 Rezensionen durchgesehen, und bis auf eine hatten alle nur eine einzige Rezension geschrieben.

Pliekolus hat geschrieben:
Nach über 13 Jahren Schreibarbeit wollte ich einfach nicht noch 3 Jahre warten, bis ich das Buch in den Händen halten würde.


13 Jahre? An einem Buch? Boh, die Geduld hätte ich nicht! Mein letztes habe ich in vier Wochen geschrieben, und dann werde ich bestenfalls noch ein paar Monate dran rumkorrigieren. Sind allerdings nur ca. 110 Normseiten (Kinderbuch ab 9 Jahren).

Grüßle,
Judith
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Chaoshexchen
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Re:

von Chaoshexchen (06.10.2007, 08:48)
Heiner hat geschrieben:
Die meisten der dort Schreibenden wissen nicht, dass man heute für einige 1000 Euros auch bei `renomierten´ Verlagen veröffentlichen kann. Ich habe es noch nicht gemacht, aber ich schätze, wenn man sagt, ich möchte, dass mein Buch genauso wie ich es geschrieben habe, veröffentlicht wird, werden diese auch zustimmen. Man muss nur zahlen...


Hallo Heiner,

ist das tatsächlich so? Ich kann es mir schwer vorstellen, dass seriöse und im Markt etablierte Verlage sich dafür hergeben, DKZ-Verträge abzuschließen für Bücher, hinter denen sie sonst nicht auch stünden. Die Verlage, die es tun, sind doch schnell als DKZ-Verlage entlarvt und haben nicht so die Marktpräsenz wie "normale" Verlage. Hast du da konkrete Hinweise, dass sowas in größeren Verlagen läuft? Sozusagen als weitere Einnahmequelle oder wie muss ich mir das vorstellen?

Viele Grüße
Claudia

hwg
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Re:

von hwg (06.10.2007, 09:52)
Seriöse Verlage mit eigenen Druckereien verlangen von einem Selbstverleger dann Geld, wenn er (nur) der Druckerei einen Auftrag gibt.

Das hat aber überhaupt nichts mit der Herausgabe von Büchern
aus dem Verlag zu tun. Möglicher Weise wird das hin und wieder durcheinander gebracht.

Jedoch ist es immer üblicher geworden, dass öffentliche oder private Stellen manchen Verlag bei der Herausgabe von Büchern finanziell unterstützen. Das wird aber stets im Impressum vermerkt.

Für den Autor ändert das nichts an einer (hoffentlich) korrekten Honorarabrechnung.

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Dalma Lee
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Re:

von Dalma Lee (06.10.2007, 09:59)
Wo genau ist denn besagtes Buch zu finden?
*mal Renzensionen lesen will* :P

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ChrisK
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Re: Ein "BOD"-Titel ist in den Top-10

von ChrisK (06.10.2007, 11:20)
Lally hat geschrieben:
Gab es nicht schon mal ein BoD-Buch, welches die Top Ten erreichte und mit "echten" Büchern konkurrierte? Oder hatte da auch jemand seine Finger im Spiel?


Zwei. "Lucy mit c" auf der Taschenbuchbestsellerliste, und "Die 7 Sünden beim Gründen" auf der Wirtschaftsbestsellerliste des manager magazin.
Gruß
Chris

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Dana
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Re:

von Dana (06.10.2007, 13:07)
Raphaela_Taha hat geschrieben:
Wo genau ist denn besagtes Buch zu finden?
*mal Renzensionen lesen will* :P


Buchtitel bei amazon eingeben.
Die Diskussionen dazu sind dann ganz unten zu sehen.

Ich finde solche Lieblingslistenspams oder - fakes ziemlich mies, zumal dann auch gleich alle BOD-Autoren über einen Kamm geschoren werden. :(


edit: Ich hab nach Judiths Hinweis den direkten Link gelöscht.
Zuletzt geändert von Dana am 06.10.2007, 13:19, insgesamt 2-mal geändert.

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Judith
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Re:

von Judith (06.10.2007, 13:11)
...und mit diesem Link wird das Buch leider noch weiter gepusht. :? dozey:

Grüßle,
Judith
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Dana
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Re:

von Dana (06.10.2007, 13:18)
okay, war nur hilfreich gemeint - ich nehm ihn gleich wieder raus

Interessanterweise taucht das Buch bei BOD aber nicht mehr in den Bestsellerlisten auf und bei amazon ist es auch nicht unter Books on Demand zu finden, sondern unter Verlag: Edition Erozuna

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hawepe
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Re:

von hawepe (06.10.2007, 14:11)
Hallo Hans,

hwg (Moderator) hat geschrieben:
Jedoch ist es immer üblicher geworden, dass öffentliche oder private Stellen manchen Verlag bei der Herausgabe von Büchern finanziell unterstützen. Das wird aber stets im Impressum vermerkt.

Für den Autor ändert das nichts an einer (hoffentlich) korrekten Honorarabrechnung.


Stimmt. Ausser wenn er selbst einiges zuschiessen muss. Leider stimmt es wirklich, dass inzwischen auch renommierte serioese Verlage dazu uebergehen, die Veroeffentlichungsentscheidung auch von einer Eigenbeteiligung abhaengig zu machen.

Wenn es irgendwelche Stiftungen oder Foerderprogramme sind, wird es vermerkt, aber wenn der Autor oder eine interessierte dritte Seite zuschiessen, steht es natuerlich nicht drin.

Praktiziert wird es meines Wissens bislang nur bei Fachbuechern, aber es duerfte nur eine Frage der Zeit sein, dass in der Belletristik nachgezogen wird.

Verlagsnamen nenne ich uebrigens nicht, weil ich dann ganz schnell aus dem Satzgeschaeft waere.

Beste Gruesse,

Heinz.

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hawepe
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Re:

von hawepe (06.10.2007, 14:19)
Hallo Jacqueline,

Pliekolus hat geschrieben:
Ist nur blöd, wenn einige Bücher anscheinend über "alles" geschickt werden und dann einen schlechten Ruf für BOD hinterlassen.


Leider scheint die Versuchung fuer Book-on-Demand-Autoren besonders gross zu sein, weil sie ihre Buecher auf sich allein gestellt gestellt bewerben und unter's Volk bringen muessen.

Man braucht sich doch nur mal dieses Forum anschauen, wieviele Autoren lediglich sich und ihr Buch vorgestellt, danach aber nie wieder etwa von sich haben lesen lassen. Und in vielen Buecherforen sieht es leider nicht besser aus.

Beste Gruesse,

Heinz.

Pliekolus
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Re:

von Pliekolus (06.10.2007, 21:14)
Hallo Heiner,

als ich in den Lieblingslisten immer wieder das Katzenbuch sah, dachte ich: "Oh, das Buch muss aber beliebt sein." Später ging mir das ständige Anzeigen des Covers auf die Nerven und ich sah mir die Rezensionen an. Dann zählte ich die Lieblingslisten und die Namen dazu und ich muss zugeben, ich dachte: "Aha, so macht man gescheite Werbung. Vielleicht sollte ich das auch so machen, um mich bekannt zu machen. Vielleicht könnte man sich mit anderen BOD-Autoren für diese Werbung zusammentun."
Ich sah dem Treiben des Katzenbuchs noch einige Tage zu und grübelte, ob das wirklich der richtige Weg wäre. Auf der einen Seite, kommt man so ganz schnell an viele Leser, andererseits nervt man auch Leser und was noch schlimmer ist: man tut so, als wäre man besser als Hohlbein, Potter, und wie sie alle heißen mögen, die guten, bekannten Autoren.
Ich bekam Skrupel, diesen Weg zu gehen. Ich wollte nicht anmaßend sein. Seit ich die Schimpf-Wut-Hass-Diskussionen, von abgenervten Lesern gelesen habe, ist mir klar geworden, dass es so nicht geht, dass es falsch ist und dass auch jeder gute Wein seine seine Zeit braucht.

Jacqueline

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