Das Pseudonym oder Sind wir nicht alle ein bisschen schizo?

Euer Forum für Diskussionen zum Thema Self-Publishing und Buchveröffentlichung.


Benutzeravatar
Hypewriter
Beiträge: 47
Registriert: 07.09.2008, 09:40
Wohnort: Costa Blanca

Re:

von Hypewriter (14.06.2009, 12:52)
Hakket (Moderator) hat geschrieben:
Wenn du Lust hast, dann acker das doch mal durch:
http://www.autorenpool.info/pseudonyme- ... onyme.html

cheezygrin

Gruß
Hakket


Du meinst doch jetzt nicht mich, oder? :D ;)
Ja, danke, werde ich mal durchackern. Wenngleich es mir hier mehr um die Einschätzung geht, ob man mir das Pseudonym übel nähme, wenn ich offen dazu stünde.

Gitte hat geschrieben:
Warum sollte ich nicht namentlich zu dem stehen, was ich erschaffen habe?

LG Gitte


Es gibt sicher einige Gründe, unter einem Pseudonym zu schreiben.

Zum Beispiel, um seine eigene Identität geheimzuhalten, oder sich gar selbst zu schützen. Dann müssen natürlich auch die wahre Identität und womöglich auch Fakten aus der Vita des Autors geheimgehalten werden.

Das andere Extrem: Man benutzt ein Pseudnym aus "kosmetischen Gründen". Molière klingt halt griffiger als Jean Baptiste Poquelin. Da ist es dann aber egal, ob das Gesicht zum Pseudonym bekannt wird. Da kann man abgesehen vom Namen mit Tatsachen arbeiten.
Das Problem hast du mit "Förster" nicht, aber selbst du operierst schon am "ö" rum ;)
Stell dir vor, jemand hat nicht nur Umlaute sondern endlos scheinende Konsonantenfolgen im Namen (Zbygrwski z.B.). Da ist ein Pseudonym geradezu Dienst am Leser cheezygrin

Und zwischen diesen beiden Extremen ist noch viel Raum für Schattierungen - auch pathologische ;)

(Voltaire hat mehr als 150 verschiedene benutzt)

Benutzeravatar
Gitte
Beiträge: 248
Registriert: 11.10.2008, 23:32

Pseudonym

von Gitte (14.06.2009, 15:12)
cheezygrin klasse und feix. :D Natürlich, wenn ich den unkomplizierten Namen "Zbygrwski" tragen würde, wäre ein P. schon angebracht. Aber ob man nun "Förster" oder "Foerster" schreibt, die Sprechweise ändert sich dadurch nicht.
Unter einem P. zu schreiben, bedeutet ja letztlich, einen völlig anderen Namen zu benutzen. Gibst du mir da Recht?
Wenn nicht, ist mein Sonntag gelaufen.... cry::

Gruß aus der hochsommerlichen Oberlausitz von

Gitte
Die Website zum Thriller "Im Alleingang"

Bei Freudensprüngen kann die Landung problematisch werden.

Benutzeravatar
Aengus
Beiträge: 305
Registriert: 28.05.2009, 11:44

Re:

von Aengus (14.06.2009, 15:23)
Ich kann deine Sicht der Dinge verstehen, allerdings denke ich der Leser kann ganz gut damit umgehen wenn ein Geschlecht in der Ich-Form über das andere Geschlecht schreibt. Das tun doch viele.
Was deine Frage nach der Glaubwürdigkeit angeht, ich denke wenn du auf deiner Seite auch den Grund für das Pseudonym nennst, dann geht auch das in Ordnung.
Gut, vielleicht bin ich da sehr tolerant.
Im Übrigen muss ich jedoch sagen, ich mag keine Bücher in der Ich-Form. Es gibt einen einfachen Grund dafür: Ich, als Leser werde dazu gezwungen mich mit der Ich-Figur zu identifizieren. Dabei liebe ich es ja gerade am Lesen, wenn ich mir eine Figur herauspicken kann in der ich mich wiederfinde. Und das wird mir in der Ich-Form genommen.

Benutzeravatar
Hypewriter
Beiträge: 47
Registriert: 07.09.2008, 09:40
Wohnort: Costa Blanca

Re: Pseudonym

von Hypewriter (14.06.2009, 15:39)
Gitte hat geschrieben:
...
Unter einem P. zu schreiben, bedeutet ja letztlich, einen völlig anderen Namen zu benutzen. Gibst du mir da Recht?
Wenn nicht, ist mein Sonntag gelaufen.... cry::

Gruß aus der hochsommerlichen Oberlausitz von

Gitte


Können wir uns darauf einigen, dass ein P. bedeutet, die Identität zu verschleiern, egal mit wie vielen Buchstaben? ;)

Damit dein Sonntag nicht ganz den Bach runtergeht, noch ne Bitte/Empfehlung:
Schreib doch auf deine Bestellseite noch Umfang (322 S.) und Ausstattung (kartoniert) - und evt. auch noch Format. Dann müssen nicht alle danach googlen ;) :P

Sonnige Grüße von der Costa Blanca
Ulli

Benutzeravatar
Aengus
Beiträge: 305
Registriert: 28.05.2009, 11:44

Re:

von Aengus (14.06.2009, 15:43)
@Gitte

Ich bin derart stolz auf meine Romane, dass es mir das Herz brechen würde, wenn da nicht auch mein Name drüber steht. zwinker::
Einen kurzen Moment habe ich darüber nachgedacht ein Pseudonym zu nehmen, aber dann fand ich meinen eigenen Namen viel schöner und ehrlicher.
Und da ich mal nicht davon ausgehe einen Status wie J.K.Rowling zu erringen, wird mir wohl die Welt nicht die Bude einrennen. angle:

Benutzeravatar
Hypewriter
Beiträge: 47
Registriert: 07.09.2008, 09:40
Wohnort: Costa Blanca

Re:

von Hypewriter (14.06.2009, 16:00)
Aengus hat geschrieben:
Ich kann deine Sicht der Dinge verstehen, allerdings denke ich der Leser kann ganz gut damit umgehen wenn ein Geschlecht in der Ich-Form über das andere Geschlecht schreibt. Das tun doch viele.

Natürlich tun das viele, aber es ist, glaube ich, ein nicht unerheblicher Unterschied, ob Agatha Christie ihren Captain Hastings die Fälle des Hercule Poirot beschreiben lässt, oder ob es sich um eine deftige Bettszene handelt (wobei mir als Mann da ja auch noch andere latente Ängste im Weg stehen - soll natürlich keine Verallgemeinerung sein)

Aengus hat geschrieben:
Im Übrigen muss ich jedoch sagen, ich mag keine Bücher in der Ich-Form. Es gibt einen einfachen Grund dafür: Ich, als Leser werde dazu gezwungen mich mit der Ich-Figur zu identifizieren.

Ich akzeptiere natürlich deine Meinung, aber ich wage zu bezweifeln, dass sich tatsächlich alle Sherlock-Holmes-Leser mit Dr Watson identifizieren. ;)

kathischeichenost
Beiträge: 50
Registriert: 12.11.2007, 10:52
Wohnort: Kassel

Re:

von kathischeichenost (14.06.2009, 16:04)
Also ich selbst würde kein Pseudonym benutzen, aber es gäbe auch für mich Gründe, wann es Sinn macht..

Mal ganz abgesehen von der Art des Buches, kann es sicherlich auch zu Problemen führen, gerade wenn man nicht hauptberuflich schreibt, weil vielleicht diverse Themen im beruflichen oder privaten Umfeld nicht gerade auf Gegenliebe stoßen.

Dann kenne ich jemanden, der eigentlich Kinderbücher schreibt.. Nun aber einen erotischen Roman veröffentlichen will. Auch hier finde ich kann ein Pseudonym nicht schaden.
Alles über meine Romanreihe "Liebe auf Eis" unter www.liebeaufeis.jimdo.com

Benutzeravatar
Aengus
Beiträge: 305
Registriert: 28.05.2009, 11:44

Re:

von Aengus (14.06.2009, 16:16)
@hypewriter

Ist auch nur meine private Meinung und ganz ehrlich, nein, mit Watson würde ich mich auch nicht identifizieren, aber trotzdem wäre ich in seine Rolle katapultiert. Oder wurde ich, denn die Geschichten habe ich alle gelesen und immer wieder dachte ich, wenn doch nur die Ich-Form nicht wäre. Aber er betrachtete sich ja auch als Chronist und das wurde gleich zu Beginn sehr treffend dargestellt, daher kam ich nicht gar so arg in den Zwang mich mit ihm zu identifizieren.

Also wenn das nicht erst recht interessant ist. Ein Mann schreibt deftige Szenen aus Sicht der Frau. Da könnte ich ja direkt Interesse entwickeln. Man kann dann schön feststellen wie ein Mann manches betrachtet. zwinker::

Benutzeravatar
Hypewriter
Beiträge: 47
Registriert: 07.09.2008, 09:40
Wohnort: Costa Blanca

Re:

von Hypewriter (14.06.2009, 16:33)
Aengus hat geschrieben:
Also wenn das nicht erst recht interessant ist. Ein Mann schreibt deftige Szenen aus Sicht der Frau. Da könnte ich ja direkt Interesse entwickeln. Man kann dann schön feststellen wie ein Mann manches betrachtet. zwinker::

cheezygrin
Genau das ist der Punkt:
Wenn ich "als Mann" schreibe, rufe ich vielleicht Interesse hervor, gleichzeitig aber auch ein "Was weiß der den schon?"
Unter dem Pseudonym einer Frau wirke ich dagegen kompetent cheezygrin und der Leser lässt sich vertrauensvoll auf die Geschichte ein.

Und um falsche Erwartungen gleich im Keim zu ersticken: Deftige Szenen aus der Ich-Perspektive sind allerdings eher selten angle:

Benutzeravatar
Aengus
Beiträge: 305
Registriert: 28.05.2009, 11:44

Re:

von Aengus (14.06.2009, 16:35)
Erst den Mund wässrig machen und dann feige einen Rückzieher machen. Schäm dich. :twisted:
Außerdem nicht einmal Frauen verstehen Frauen, warum sollte es da euch Männern besser ergehen. blink3

Benutzeravatar
Hypewriter
Beiträge: 47
Registriert: 07.09.2008, 09:40
Wohnort: Costa Blanca

Re:

von Hypewriter (14.06.2009, 16:52)
Aengus hat geschrieben:
Erst den Mund wässrig machen und dann feige einen Rückzieher machen. Schäm dich. :twisted:
Außerdem nicht einmal Frauen verstehen Frauen, warum sollte es da euch Männern besser ergehen. blink3


Ich habe nie behauptet, Frauen nicht zu verstehen - im Gegenteil bin ich einer der größten Frauenversteher überhaupt. Sonst würde ich mich sowas gar nicht trauen. cool1

Ich wähle ein weibliches Pseudonym, um vollständige Harmonie zwischen Erzähler(in) und Geschichte zu erreichen. Ich gehe sogar so weit, meine Protagonistin zur Autorin zu machen. Fakten und Fiktion vermischen sich, bis niemand mehr weiß, ob es sich nicht doch um eine wahre Geschichte handelt ... book:


cheezygrin


Aber - für alle, die darauf noch nicht geantwortet haben - zurück zur ursprünglich gestellten Frage:

Würdet ihr (stellvertretend für den Leser) mir übelnehmen, wenn ich offen mit meiner zweiten Identität umginge? Soll ich deshalb lieber ein Doppelleben führen?

kathischeichenost
Beiträge: 50
Registriert: 12.11.2007, 10:52
Wohnort: Kassel

Re:

von kathischeichenost (14.06.2009, 17:02)
Also ich würde es dir nicht übel nehmen, sofern du dir nicht auch noch eine Vita aus den Fingern saugst, die zu sehr aus der Luft gegriffen ist..

Im Endeffekt kann man sich bei keinem Schriftsteller sicher sein, außer man kennt ihn persönlich, ob er nicht vielleicht doch ein Pseudonym benutzt
Alles über meine Romanreihe "Liebe auf Eis" unter www.liebeaufeis.jimdo.com

Benutzeravatar
Gitte
Beiträge: 248
Registriert: 11.10.2008, 23:32

Pseudonym...

von Gitte (14.06.2009, 23:20)
Danke Ulli,
Habe auf meiner Homepage die Daten, die du angesprochen hast, ergänzt. Man lernt immer dazu. Also, nix mehr googeln, bis der Arzt kommt.

LG Gitte smart2
Die Website zum Thriller "Im Alleingang"



Bei Freudensprüngen kann die Landung problematisch werden.

Benutzeravatar
Hypewriter
Beiträge: 47
Registriert: 07.09.2008, 09:40
Wohnort: Costa Blanca

Re:

von Hypewriter (15.06.2009, 07:20)
Gern geschehen ;)



Aengus hat geschrieben:
Also wenn das nicht erst recht interessant ist. Ein Mann schreibt deftige Szenen aus Sicht der Frau. Da könnte ich ja direkt Interesse entwickeln. Man kann dann schön feststellen wie ein Mann manches betrachtet. zwinker::


Da würde ich dir den Klassiker empfehlen:
John Cleland: Die Memoiren der Fanny Hill

cool5

Benutzeravatar
PvO
Beiträge: 854
Registriert: 21.10.2007, 09:50
Wohnort: Ostseebad Prerow

Re:

von PvO (15.06.2009, 07:43)
Eins vorweg: ich hab das hier nicht alles gelesen. Ich habe 7 BOD`s gemacht, unter meinem Namen und dann hab ich mich für ein völlig anderes Genre entschieden und hab das unter Pseudo rausgebracht und ausgerechnet das Buch fand auf Anhieb einen "normalen" Verlag, wurde herkömmlich verlegt und hat es bis über den Teich geschafft. Ich schreibe nicht mehr, aber sollte ich das jemals wieder tun, würde ich mich genau so entscheiden.

Zurück zu „Self-Publishing“


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

Über BoD

BoD™ ist die führende deutsche Self-Publishing-Plattform. Seit mehr als 20 Jahren sind wir die Anlaufstelle für das einfache, schnelle und verlagsunabhängige Veröffentlichen von Büchern und E-Books. Bereits mehr als 40.000 Autoren haben sich mit uns den Traum vom eigenen Buch erfüllt.