Aha

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klaasen1
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Aha

von klaasen1 (02.07.2009, 21:11)
Opas letzter Wunsch

Wenn man aus Alters- oder aus anderen, ähnlich betröppelten Gründen kein junger Spund mehr werden kann, braucht man deswegen noch lange nicht zu verzweifeln. Aber, wer von uns alten, geringeren Sterblichen kann es ihm darin gleichtun? Ich! Ich kann es ihm gleichtun. Es braucht keinen jungen, ausgefransten Gehirnlosen, um eine Frau zu beglücken. Es braucht nur Mut, Tatkraft, und die Hingabe zur eigenen Fantasie, meinte Opa.

Opa hatte heute Geburtstag und, wenn ich ihn mir so anschaue, war er in jungen Jahren ein richtiger Filou oder besser gesagt ein Tausendsassa. Opa hat mich gefragt, ob ich ihm einen Wunsch an seinem Geburtstag erfüllen kann. Ich sagte „ja“, wusste aber nicht worauf ich mich da eingelassen hatte. Zu spät. Ich hatte es versprochen und konnte nicht mehr von meinem Versprechen zurück treten. Die ganze Sippschaft saß am Tisch und eine große Torte stand im Raum. Nach einigen belanglosen Wortfetzen, die man sich so sagt, nahm ich das Glöckchen und bimmelte zwei- dreimal. Dann sah ich wie Augen mich inspizierten und ich erhob die Kaffeetasse und sagte lachend: „Prost!“ "Keine Angst!" beschwichtigte ich die am Tisch sitzenden und erstaunten Gesichter. Tante Elisabeth saß eingehüllt unter einer alten Decke und sah in die Runde. Als sie feststellte, dass keiner von uns Notiz von ihr nahm, holte sie den unter der Decke versteckten Flachmann hervor und trank in leer. Onkel Hans bohrte sich die Nase wund und es floss Blut. Herbert, Irmas ältester Sohn, spielte mit einem Geldstück Mister Großkotz. Er ließ die Münze über die Finger gleiten so als wäre sie ein Tropfen Wasser. Obwohl sein Blick auf die Münze gerichtet war, konnte man, wenn man ihn lang genug anschaute, feststellen, dass er nicht die Münze ansah sondern uns.

Clara, Opas Frau, war damit beschäftigt, das Kreuzworträtsel zu lösen und brüllte fortwährend die zu beantwortenden Fragen des Kreuzworträtsels in den Raum. Allerdings tat jeder am Tisch Anwesende so, als habe er die Frage nicht verstanden. Das machte sie fuchsteufelswild. Sie nahm ein Zuckerstück und schmiss es dem schlafenden Opa an den Kopf. Der sah sie an und machte seinen Mund so auf, als wolle er pfeifend einen Uhu imitieren. Ingrid, die Jüngste am Tisch, fing laut an zu kichern. Was wiederum Oskar, ihren Vater, dazu ermutigte, ihr einen Klaps auf den Hinterkopf zu geben. Das Chaos war nicht mehr aufzuhalten. Jetzt gingen sie sich an den Kragen. Man muss schon sagen, dass es heute länger dauerte als sonst. Normalerweise dauert es keine zehn Minuten bis sich die Verwandtschaft zerfleischt. Heute sind wir schon in der dreißigsten Minute. Nun ja, so ist es eben. Und wollen wir doch einmal ehrlich sein. Es ist überall gleich auf dieser Welt. Wir sind eben doch alle Affen. Ach ja, beinahe hätte ich es vergessen. Opa wünschte sich von mir eine Packung Viagra. Die hat er von mir auch bekommen. Er starb mit einem Lächeln auf dem Gesicht.

klaas klaasen
Zuletzt geändert von klaasen1 am 18.09.2009, 23:33, insgesamt 3-mal geändert.
ich bin ein hut weil ich meinen kopf nicht finde

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Peter-Pitsch
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Re:

von Peter-Pitsch (02.07.2009, 21:27)
Hallo Klaas,

würdest Du häufiger brilliante Sätze dieser Art abrufen:
In einem hochwogenden, ebenso zum Überschwappen wie zum Überschnappen neigenden Mädchenmeer herum zu planschen, setzt schließlich Schwimmkünste voraus, die
... dann könnte ich Dir einen außergewöhnlichen Sprachwitz bescheinigen! Vielleicht beim nächsten Mal. cheezygrin

Bis dann
Peter

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klaasen1
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Re:

von klaasen1 (03.07.2009, 03:46)
genau dieser satzt, hat mich zu diesem kleinen text inspiriert. ha!
danke fürs erinnern.
so, jetzt habe ich ihn verknuddelt.
klaas
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Detlef Schumacher
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Re:

von Detlef Schumacher (03.07.2009, 07:59)
Hallo Klaas, bei aller Lust am Dichten nicht auf die Orthographie verzichten.
Gruß Detlef

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klaasen1
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Re:

von klaasen1 (18.09.2009, 23:33)
habe es jetzt überarbeitet.

klaas
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