Akzeptanz von BoD-Büchern bei Nur-Lesern

Euer Forum für Diskussionen zum Thema Self-Publishing und Buchveröffentlichung.


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Aengus
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Re:

von Aengus (29.06.2009, 20:49)
Sobald man irgendetwas veröffentlicht hat kommt Neid auf. Sowohl von Seiten mancher Bekannter, wie auch von völlig fremden Menschen. Dazu muss man sich nur mal manche Forumsbeiträge ansehen. Es wird an Interpunktionsfehlern herumgemäkelt, oder man findet das Cover total mies, alles wird schlechtgeredet.
Wohlgemerkt, hier ist mir das noch nicht passiert! thumbbup
Aber wie mir gerade hier im Forum eine kluge Frau gesagt hat:
Nur wer etwas erreicht hat produziert Neider!
Also klopfen wir uns doch einfach auf die Schulter und sind stolz auf uns!

Thesken

Re:

von Thesken (29.06.2009, 21:44)
Also, ich kann mit einem leichten Anflug von Stolz sagen, dass eine ortsansässige Buchhandlung durchweg positiv auf meine persönliche Buchvorstellung reagiert hat und direkt 10 (!) Exemplare auf Kommission wollte, "damit es im Regal ein schöner Stapel ist".

Als ich dann einige Monate später einige meiner Lesezeichenflyer vorbeigebracht habe, versprach mir "meine" Buchhändlerin, einen Teil an der Kasse auszulegen und einen weiteren Teil den Kunden mit in die Tüte zu legen, die Bücher des gleichen Genres gekauft haben *freu* cheezygrin

Sie hat übrigens erst, nachdem sie mein Buch für interessant und auslegenswert befunden hatte, gefragt, ob ich für die Veröffentlichung bezahlen musste. Und da ich bei Shaker Media nicht in Vorleistung treten musste, konnte ich die Frage verneinen - habe ihr aber das Konzept erklärt, und sie war ehrlich interessiert und ganz und gar nicht abgeneigt. Selbst die "nur" 25 % Buchhändlerrabatt von Shaker Media haben sie nicht abgehalten angle:

Und unsere städtische Bücherei hat schon lange ein Exemplar meines Romans im Regal stehen. Ich habe es persönlich vorgestellt und dann festgestellt, dass meine beste Freundin (und Stammgast der Bücherei) schneller war und bereits eine Wunschkarte für mein Buch ausgefüllt hatte :wink: Ich musste mein Buch also gar nicht mehr großartig vorstellen, da sie sich bereits informiert hatte, und sie hat es dann auch bestellt.

Soviel zu meinen Erfahrungen hier im Ort. (Eine andere Buchhandlung habe ich übrigens nicht mehr betreten, seit sie mein Buch auf Kommission hatten, aber meinem Freund bei seiner Nachfrage nach Titel und Autorin gesagt haben: "Können wir nicht bestellen.")

Ich selber kaufe die meisten Bücher nach Autor, da ich einige schreibfreudige Lieblingsautoren habe. Andere, neue Autoren wähle ich nach Originalsprache, Thema und Klappentext aus sowie ab und zu, wenn ich die Gelegenheit habe, nach einer Leseprobe. Erst letztens habe ich so eine deutsche Jungautorin entdeckt, die noch nicht veröffentlicht hat (und es wahrscheinlich im Selbstverlag machen wird), mich aber so mit ihrer Leseprobe gefesselt hat, dass ich mich habe vormerken lassen*g*

Liebe Grüße,
Theresa

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PvO
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Re:

von PvO (02.07.2009, 08:13)
Eins vorweg: ich hab hier nicht alles gelesen.
Ich bin Vielleser. Stelle ich ein ausgelesenes Buch ins Regal, nehme ich mit der selben Handbewegung ein neues raus. Ich kann aber von keines der Bücher, die ich gelesen habe, sagen, aus welchen Verlag sie waren/sind. Das interessiert mich nicht. Und ich denke, das es dem Nur-Leser genauso geht. Weiter noch: ich wage zu behaupten, dass sie nicht einmal wissen, was BOD überhaupt ist. Die Diskussionen gegen BOD finden nur in diversen Internetforen statt, von Leuten, die sich etwas besseres dünken. Es wäre so, als zu sagen, in das Restaurant gehe ich nicht, da wird auf diesen neuen modischen Induktionsherden gekocht. Das Essen ist minderwertig, richtiges Essen muss auf Gas, Kohle oder E-Herd gekocht werden. Mir muss das Essen schmecken, gleich, woher es kommt und das ist mit Bücher genauso.

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Valerie J. Long
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Re:

von Valerie J. Long (02.07.2009, 10:39)
In einem kanadisch/amerikanischen Forum wurde kürzlich über eBooks vs. "richtige Bücher" diskutiert. Ein paar Punkte sind mir ins Auge gesprungen:

Eine e-Book-Autorin stellte fest, dass sie mehr verdient als eine andere Autorin, die in den Top Ten der New York Times-Bestsellerlisten vertreten war.

Eine erfolgreiche e-Book-Autorin erwähnte, dass sie von Agenten Absagen bekam, weil sie nicht nach "Formel" schriebe.

Insgesamt: e-Books sind im Kommen. Während das für uns Autoren, die wir nicht in den ganz großen Verlagen untergekommen sind, nur ein weiterer möglicher Weg ist, steht die Belletristik-Branche insgesamt vor einem großen Umbruch.

Und dann stellt sich irgendwann die Frage, wie es mit der Akzeptanz eines BoD-Buchs aussieht, nicht mehr - Futter für den Kindle kauft man nicht beim Buchhändler im Regal.

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MarleneGeselle
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Re:

von MarleneGeselle (02.07.2009, 14:30)
Gut gebrüllt, Valerie.

Aber leider ist das deutsche Lesepublikum bisher nicht bereit, sich Lesegeräte anzuschaffen, allem Medienrummel zum Trotz. Als ich das Projekt, mit dem ich über die Sommerferien fertig sein werde, startete, hörte ich mich auch diesbezüglich um.

Umsonst als PDF-Datei jederzeit gerne, aber keinen kupfernen Cent, wenn das Buch als eBook auf den Markt kommt. Solange sich daran nichts ändert, bleibe ich bei den gedruckten Versionen und überlege mir auch, ob ich Hörbücher rausbringen soll.

Was leicht zu kopieren ist, dafür gibt der Mitmensch nun einmal kein Geld aus. Was über den Rechner ins Haus kommt, dafür will praktisch niemand zahlen. Da fehlt es hier einfach noch an der Kultur, die in den USA bereits da ist.

Liebe Grüße
Marlene
Es gibt kein größeres Laster als Tugend im Übermaß.
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Aengus
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Re:

von Aengus (03.07.2009, 07:05)
Eines vorweg, ich bin keineswegs böse, dass die amerikanische "Kultur" nicht immer gleich zu uns rüberschwappt. Da kommt wahrlich nicht nur gutes her. Was die e-books angeht, natürlich eine feine Sache für uns Neuautoren, aber leider bin ich ebenfalls ein völliger Urahn der Lesekultur, ich will ein Buch in Händen halten. Hörbücher kaufe und höre ich immer erst nachdem ich das Buch gelesen habe. Vielleicht liegt es an meinem bequemen Lesesessel der mich immer wieder zum Buch zieht, aber es ist und bleibt für mich weiterhin die einzige Alternative.
Trotzdem ist es eine feine Sache und nicht abzuwerten. Der Nutzen ist immens und sollte tatsächlich in unserem Land hinter den sieben Bergen Einzug halten.

@Valerie

Ich stimme dem Gesagten absolut zu. Man muss bei den großen Verlagen nach Formel schreiben, das zerstört meiner Meinung nach die vielgerühmte künstlerische Freiheit. Natürlich muss ein Satz einer grammatikalischen Regel entsprechen, sollte aber niemals rein nach einer Formel gesetzt werden. Manchmal müssen auch Wortschöpfungen erlaubt sein. Mir wurde einmal von einem Verlag gesagt meine Dialoge wären zu bissig. Seltsamerweise ist genau das der Punkt, den nun die meisten Leser loben. Die in ihren Augen manchmal witzig-spritzigen Dialoge.

@PvO

Wunderbar, dass es solche Leser gibt. thumbbup
Ich gehe mit der selben Einstellung an Bücher heran. Wenn mich der Inhalt anspricht, ich womöglich noch eine Leseprobe voher einsehen konnte und dann auch noch das Cover anspricht, dann kaufe ich. Der Verlag ist dabei vollkommene Nebensache.

WalterJoergLangbein

Akzeptanz?

von WalterJoergLangbein (03.07.2009, 07:40)
@Aengus

Da geht es mir wie Dir, wenn ich eine Zeitung lese, möchte ich eine RICHTIGE Zeitung aus Paier lesen, möchte darin blättern, das Knistern des Papiers hören.. mit Bleistift das Kreuzworträtsel lösen...

Wenn ich ein Buch lese, dann möchte ich ein richtiges Buch aus Papier in den Händen halten, möglichst gebunden... Ein Buch ist für mich nicht nur Text, es ist auch sinnliches Erlebnis.. bis hin zum Duft des frischen, neuen Buches oder des ehrwürdig alten Werkes.

Zur Akzeptanz von BOD-Büchern bei Nur-Lesern. Die meisten NUR-Leser wissen nicht, was BOD ist oder halten BOD für einen ganz normalen Verlag wie jeden anderen auch. Nur-Leser akzeptieren meiner Meinung nach BOD, so wie jeden anderen Verlag auch.. so sie in Kontakt mit BOD-Büchern kommen.

Ich selbst habe schon manches BOD-Buch gelesen.. Die ersten BOD-Bücher, die ich mir kaufte, waren Sachbücher. Damals hatte ich keine Ahnung von BOD und machte mir auch keine Gedanken.

Ich glaube, den Nur-Lesern ist es vollkommen egal, ob ein Buch bei BOD oder sonstwo erschienen ist...

Walter

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PvO
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Re:

von PvO (03.07.2009, 09:18)
Aber leider ist das deutsche Lesepublikum bisher nicht bereit, sich Lesegeräte anzuschaffen,

Das ist nicht richtig. Ich habe mich mit dieser Materie ausführlich befasst. Der Markt ist ganz stark im Kommen und die Lesegeräte werden auch gekauft. Verlage sind dabei, ihre Angebote auf eBooks zu erweitern. Ich selber habe auch schon Anfragen bekommen.
Sobald der Preis für die Lesegeräte sinken, werde ich zuschlagen. Ich kann auf das Knistern des Papiers gerne verzichten.
Ich glaube, den Nur-Lesern ist es vollkommen egal, ob ein Buch bei BOD oder sonstwo erschienen ist...

Genauso sehe ich das auch. thumbbup

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MarleneGeselle
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Re:

von MarleneGeselle (03.07.2009, 09:55)
Guten Moren PvO,

ich freue mich für dich, dass du diesbezüglich andere Erfahrungen gemacht hast. Bei mir sah es leider nicht so aus.

In den nächsten Jahren werden wir da klüger werden.

Liebe Grüße
Marlene
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frauGeier83
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Re:

von frauGeier83 (03.07.2009, 10:10)
ChrisK hat geschrieben:
chiquitita hat geschrieben:
Vielleicht ist es auch nur der Neid, dass wir doch etwas geschaffen haben, wozu sie nicht den Mut hatten.

Wenn man versucht, etwas auf die Beine zu stellen, hört man beinahe überall auf der Welt: "Toll, wie du dich reinhängst." In Deutschland hört man: "Wenn das mal gut geht..."
blink3
Gruß
Chris


Da hast du Recht! Das nervt. Jeder hier denkt nur negativ. Anstatt dass mal einer sagt: Hey, ich könnt das nicht! Respekt.
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skipteuse
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Re:

von skipteuse (03.07.2009, 12:43)
Wie gesagt, im privaten und im Privatleser-Bereich gibt es vielfach (nur) positive Reaktionen auf meine BoD-Bücher; im "business-Bereich", sprich Buchhandlungen etc. wird es da schon z.T. etwas schwieriger ...
So zumindest sind bis jetzt meine Erfahrungen,

LG. Barbara

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Valerie J. Long
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Re:

von Valerie J. Long (03.07.2009, 13:43)
@Aengus: Mit "Formel" ist wohl nicht nur der Satzbau gemeint, sondern der komplette Plot der Geschichte. Wie das Ergebnis aussieht, kann man z.B. bei Dan Brown sehen. (Mein Lieblingsfeindbild cheezygrin )


Ich bin ja auch so ein Traditionalist, für den ein "Buch" greifbar sein muss. Wenn ich mir meine überquellenden Regale ansehe, oder die vom Urlaubslesestoff eingerissenen Träger meines Handgepäck-Rucksacks, dann werde ich jedoch nachdenklich.

So oder so. Mein erstes englisches Buch wird wohl parallel auch für Kindle herauskommen. Und bei den deutschen Titeln denke ich darüber nach.

julia07
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Re:

von julia07 (03.07.2009, 20:02)
Aengus hat geschrieben:
Sobald man irgendetwas veröffentlicht hat kommt Neid auf. Sowohl von Seiten mancher Bekannter, wie auch von völlig fremden Menschen. Dazu muss man sich nur mal manche Forumsbeiträge ansehen. Es wird an Interpunktionsfehlern herumgemäkelt, oder man findet das Cover total mies, alles wird schlechtgeredet.

Bist Du Dir sicher, dass es hier um Neid geht? Ich kenne Deine Bücher nicht, aber könnte es sich da nicht auch um Kritik handeln? Ich kenne jedenfalls niemanden, der aus Neid auf Kommafehler aufmerksam machen würde :roll:

LG,
Julia

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Aengus
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Re:

von Aengus (04.07.2009, 17:03)
@Julia

Ich meinte wohl auch kaum allein den Hinweis auf Kommafehler! cool1
Obwohl die Interpunktionsfehler sogar dann angekreidet werden, wenn sie nachweislich gar nicht vorhanden sind. Von denen habe ich bestimmt welche in meinem Romanen, weil ich dummerweise einfach nicht perfekt bin und sogar meine Lektorin noch was übersehen könnte. Dafür bin ich menschlich!
Kritik ist vollkommen in Ordnung, bringt den Autoren wenn gerechtfertigt auch weiter. Neid ist das berühmte Herumhaken auf Dingen die gar nicht zur Debatte stehen.
"So toll können deine Verkäufe bei BoD nicht sein!"
"Wenn du diese Verkaufszahlen schon super findest stellst du aber keine hohen Ansprüche!"
"Wenn die Bücher wirklich was taugen würden, dann hätte dich ein richtiger Verlag genommen."
Etwas in der Art ist für mich eher eine Neidäußerung.

@Valerie

Feindbild Dan Brown? Zwei Bücher habe ich super gefunden. Das dritte war mehr als mau!

Der Plot, tja das ist so eine Sache, den kann man natürlich ganz subjektiv betrachten und vielleicht manches runtermachen, was viele andere anspricht. Ich habe auch schon Bücher gelesen bei denen ich mir am Ende dachte: Warum habe ich mir das angetan?
Andere loben die gleichen Bücher in den Himmel.
Aber du hast schon recht, der Plot sollte Hand und Fuß haben.

@chnuppesager

Sorry wenn falsch geschrieben, der Name ist echt schwer.
Selbstherrliche Arroganz habe ich hier nur äußerst selten gefunden. Die Leute sind einfach stolz auf das, was sie geschaffen haben. Klar mag ein anderer die Werke nicht so toll finden, aber letztendlich hat der auch nicht Tage und Wochen damit zugebracht zu schreiben, zu korrigieren usw.
Da ist ein bischen Selbstherrlichkeit doch erlaubt. :lol:

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PvO
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Re:

von PvO (05.07.2009, 08:23)
Ich habe auch schon Bücher gelesen bei denen ich mir am Ende dachte: Warum habe ich mir das angetan?
Andere loben die gleichen Bücher in den Himmel.

Das ist völlig normal. Sieh dir mal ein paar Rezensionen bei Amazon an. Selbst bei Bestsellern sind auch welche dabei, die nur einen Stern bekommen haben. Ich lese momentan so ein Buch. Voll des Lobes. Ich finde es fast langweilig.
Für uns Autoren gilt - wie für andere Berufe auch: Es allen Menschen recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann.

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