Auftrag Terror

Stellt euren Text vor und holt euch Feedback der BoD Community.


Tyler Durden
Beiträge: 7
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Auftrag Terror

von Tyler Durden (06.07.2009, 17:30)
Hallo liebe Buchfreunde,

nachdem ich nun seit über sechs Monaten jeden Artikel auf dieser Plattform gierig verschlinge, habe ich mich heute zu einer Anmeldung überwunden.

Anonym, erstmal.

Ich habe einen Thriller (Science Fiktion) geschrieben und befinde mich Momentan bei der Feineinstellung. Das Problem: Nur ICH habe bisher gelesen, was ICH geschrieben habe, und es ist mir natürlich unmöglich meinen eigenen Text objektiv zu beurteilen.
Deshalb meine Bitte an euch, den kuzen Abschnitt zu lesen und eventl. ein Feedback zu geben. Ich weiß, dass der Ausschnitt aus dem Zusammenhang gerissen wenig Rückschlüsse auf Thema und Inhalt zulässt, aber mehr zu veröffentlichen wage ich nicht.

VORSICHT: Die Story/der Ausschnitt ist sicherlich keine leichte Kost, entweder man mag den Style - oder man hasst ihn!

Es sind etwa 1000 Wörter, die ich als Anhang beigefügt habe (ist es besser wenn ich den Text direkt auf die Seite kopiere?) .

Wenn ich gegen Regeln des Forums verstoße, so lasst es mich wissen,

viele Grüße

Tyler
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Auftrag TERROR.doc
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Erst nachdem wir alles verloren haben, haben wir die Freiheit, alles zu tun.

HuWes
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Re: Auftrag Terror

von HuWes (06.07.2009, 18:15)
Tyler Durden hat geschrieben:
Ich habe einen Thriller (Science Fiktion) geschrieben und befinde mich Momentan bei der Feineinstellung. Das Problem: Nur ICH habe bisher gelesen, was ICH geschrieben habe, und es ist mir natürlich unmöglich meinen eigenen Text objektiv zu beurteilen.
Deshalb meine Bitte an euch, den kuzen Abschnitt zu lesen und eventl. ein Feedback zu geben. Ich weiß, dass der Ausschnitt aus dem Zusammenhang gerissen wenig Rückschlüsse auf Thema und Inhalt zulässt, aber mehr zu veröffentlichen wage ich nicht.


Heruntergeladen, gelesen - und schier entsetzt. :shock::

Nicht wegen der angedeuteten Handlung (Kinder werden als gewaltätige Terroristen hingestellt - das ist in einer Gegenwart, wo Kindersoldaten an allen Kriegen der Welt aktiv beteiligt sind, kaum noch als sensationell zu bezeichnen -, nein, mein Entsetzen gilt der Gewalt, die der Autor der Sprache angetan hat.

Da fehlen Kommata an unzähligen Stellen, da ist fortwährend dem Autor der Unterschied zwischen Substantiv und Adjektiv nicht bekannt, da wird der Konjunktiv in falscher Form gebraucht, das Wissen um den Unterschied zwischen "das" und "dass" ist nicht vorhanden.

Bei manchen Beschreibungen schüttelt es mich vor Verwunderung - nicht weil das gewollt Beschriebene abscheulich sein soll, sondern weil die benutzte Form abscheulich ist.

    schweiß rinnt in Bächen über seine Stirn weil sein Herz
    mit 180 Schlägen in der Minute verflüssigtes Blut durch seine
    verengten Adern schießt

Dieser Satz ist typisch für das gesamte Machwerk:

Das - nicht existente - adjektivisch genutzte Wort "schweiß" ist eigentlich ein Substantiv (also "Schweiß"). Vor dem "weil" fehlt ein Komma. Und semantisch hängt der Nebensatz durch: Das Herz schießt Blut durch die Adern. Sehr seltsam.

Aber was ist verflüssigtes Blut? Ist Blut nicht immer flüssig? Oder sind diese Kinder ansonsten mit kristallinem Blut ausgestattet?

    Ich folge dem Fließband mit den Augen und sehe vor
    jedem Halbstarken in der Reihe den gleiche Haufen Pharmaka.


Es erstaunt mich immer wieder, wie wenig selbsternannte Autoren den Unterschied zwischen "Blicken" und "Augen" kennen. Wenn die Augen dem Fließband folgen, steht der Ich-Erzähler blind im Supermarkt. Dem Fließband können also nur Blicke folgen, die Augen bleiben selbstverständlich in den Augenhöhlen.

Die Warnung, der Text sei keine leichte Kost, trifft sicherlich zu, jedoch nicht wegen der Handlung oder wegen des Inhaltes, sondern wegen der mangelhaften Schreibkunst des Autoren. Die etwa 1000 Wörter waren nur schwer erträglich.

Kollegiale Grüße
Hubert

Tyler Durden
Beiträge: 7
Registriert: 06.07.2009, 16:45

Re:

von Tyler Durden (06.07.2009, 18:35)
Hi Hubert,

danke fürs lesen, jedes Feedback ist hilfreich für mich. Deine Kritik wird sicherlich Beachtung finden;)

Viele Grüße

Tyler
Erst nachdem wir alles verloren haben, haben wir die Freiheit, alles zu tun.

Inselchen

Du batest um ehlriche Kritik

von Inselchen (06.07.2009, 19:25)
Ich weiß nicht, ob es mir als Neuling hier, zusteht, Kritik anzubringen, aber du bittest ja direkt um eine ehrliche Meinung.

Es ist völlig anstrengend, den Text zu lesen.
Vielleicht ist es ja beabsichtigt, dass vielfach keine ganzen Sätze geschrieben sind, aber mich persönlich stört das, wenn es zu häufig gemacht wird. Hier erkenne ich den Sinn der vielen unvollständigen Sätze nicht.
Gezielt eingesetzt kann auch ein Einwortsatz an der richtigen Stelle eine Wirkung haben. Es kann ein Gehetztsein ausdrücken. Wenn man solche sprachlichen Mittel einsetzt, muss man sie auch richtig beherrschen, es gibt ja z.B. auch Trümmerliteratur aus der Nachkriegszeit, wobei die Worttrümmer die Trümmer dieser Zeit spiegeln, dort ist es gewollt. Hier auch? Was möchtest du damit erreichen?
Wer das nicht beherrscht, sollte meiner Meinung nach überwiegend Sätze bilden, in denen mindestens ein Subjekt und ein Prädikat vorkommen. Diesen Satz z.B. verstehe ich überhaupt nicht:
„Oder mit einem dumpfen Gegenstand auf meinem Hinterkopf, dann, würde es allerdings keinen Kampf geben.“ Auf was bezieht sich das Wort „dann“ ?
Auch diesen Satz z.B. verstehe ich nicht: Sein Ziel ist die Unsterblichkeit in der Geschichte: Gehasst oder vergöttert.
Auch die häufig gleichen Satzanfänge kann man machen, aber ich finde es störend, mehrere Sätze nacheinander mit dem Wort „Er“ zu beginnen. Es befinden sich in der Tat unheimlich viele Rechtschreib- und Zeichenfehler in diesem Textausschnitt, ich kann da nur dringend empfehlen, dir einen sehr guten Lektor zu gönnen. Um mal kleine Beispiele zu nennen. Es gibt eine ganz leichte Regel, wann man das und wann man dass schreibt. Man schreibt das, wenn man es durch dieses, jenes oder welches ersetzen kann und dass, wenn man es nicht durch dieses, jenes oder welches ersetzen kann.

„… gerade laut genug das ich es verstehen kann…“

Es müsste heißen, laut genug, dass…..
Mit Zähnreihen ist sicher Zahnreihen gemeint….
Insgesamt denke ich, du solltest dir überlegen, welche Wirkung du erzielen willst und warum du Sprache so einsetzt, wie du es machst.

Ich möchte dich nicht demotivieren, nur dazu motivieren, dein Buch gut zu überarbeiten oder dir Hilfe dabei zu holen. Ich hoffe, meine Antwort enttäuscht dich nicht zu sehr und klingt nicht oberlehrerhaft. Du sollst ja nachher mit dem Ergebnis zufrieden sein.

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Thomas Becks
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Re:

von Thomas Becks (06.07.2009, 19:50)
Man braucht sich nicht unbedingt mit "dieses, welches oder jenes" herumzuquälen, wenn man sich vergegenwärtigt, dass "dass" ein Bindewort ist, wie z.B. das "und".
Gruß Thomas

HuWes
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Re:

von HuWes (06.07.2009, 20:09)
Thomas Becks hat geschrieben:
Man braucht sich nicht unbedingt mit "dieses, welches oder jenes" herumzuquälen, wenn man sich vergegenwärtigt, dass "dass" ein Bindewort ist, wie z.B. das "und".
Gruß Thomas



Wie geht das mit dem "und"? book:


Sie schließen die Tür zu, auf das/dass keiner hereinkommen möge.

Das Wasser war zu kalt, als das/dass man darin hätte baden können.



Ich weiß hier zwar die richtige Lösung, aber wie machst du das mit der Konjunktion, wenn eine Konjunktion vorausgeht (auf / als)?

Kollegiale Grüße
Hubert

Tyler Durden
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Re:

von Tyler Durden (06.07.2009, 20:10)
Hi Inselchen,

danke fürs lesen und die hilfreichen Tipps. Deine Kritik klingt plausibel, es ist interessant zu sehen wie der Text auf Leser wirkt.

In diesen Momenten liebe ich die Anonymität des Internets;)

Viele Grüße

Tyler
Erst nachdem wir alles verloren haben, haben wir die Freiheit, alles zu tun.

Inselchen

Re:

von Inselchen (06.07.2009, 20:34)
HuWes hat geschrieben:
Thomas Becks hat geschrieben:
Man braucht sich nicht unbedingt mit "dieses, welches oder jenes" herumzuquälen, wenn man sich vergegenwärtigt, dass "dass" ein Bindewort ist, wie z.B. das "und".
Gruß Thomas



Ich persönlich hab mir immer die einfachsten Eselsbrücken gemerkt und für meine Hirnwindungen ist diese Eselsbrücke einfacher.

Also, ich muss auch mal etwas Positives anmerken, es gehört ja schon Mut dazu, sich der Kritik aller zu stellen, man weiß ja nie, was da kommt. Und vielleicht kannst du noch einen kleinen Sprung über deinen Schatten springen, du hast ja indirekt angedeutet, dass du nur zunächst anonym erscheinst. Und es ist auch eine Sache Kritik zu üben, dann fallen die Fehler, die man selber macht, leicht doppelt auf. :roll:
Also, ich hoffe, wir können dir Mut machen, entmutigen will wohl keiner. Dafür ist Textkritik ja auch zu anstrengend. book:
Zuletzt geändert von Inselchen am 07.07.2009, 13:45, insgesamt 1-mal geändert.

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Thomas Becks
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Re:

von Thomas Becks (06.07.2009, 23:20)
HuWes hat geschrieben:
Thomas Becks hat geschrieben:
Man braucht sich nicht unbedingt mit "dieses, welches oder jenes" herumzuquälen, wenn man sich vergegenwärtigt, dass "dass" ein Bindewort ist, wie z.B. das "und".
Gruß Thomas



Wie geht das mit dem "und"? book:


Sie schließen die Tür zu, auf das/dass keiner hereinkommen möge.

Das Wasser war zu kalt, als das/dass man darin hätte baden können.



Ich weiß hier zwar die richtige Lösung, aber wie machst du das mit der Konjunktion, wenn eine Konjunktion vorausgeht (auf / als)?

Kollegiale Grüße
Hubert

Eins vorweg, ich bin kein Deutsch-Experte.
Das "UND" ermöglicht einen Satz hinter einem Satz zu bilden.
Sie schließen die Tür zu, auf das/dass keiner hereinkommen möge.

Das Wasser war zu kalt, als das/dass man darin hätte baden können.
Der erste Satz ist meines Erachtens nicht treffend ausgedrückt.
Sie schließen die Tür zu, so dass keiner hereinkommen möge.
Das Wasser war zu kalt, als dass man darin hätte baden können. - würde ich schreiben.
Gruß Thomas

Inselchen

Anonymität des Internets

von Inselchen (06.07.2009, 23:33)
Ich mag es lieber, wenn ich weiß, wen ich vor mir habe. Viele haben ja Nicknamen, aber wer wissen möchte, wer ich es gerne erfahren. Aber ist schon legitim, sich die Meinungen anderer einzuholen, die bereit sind, ihre Meinungen abzugeben, wenn man merkt, es wird posiitv aufgenommen und der Anonyme macht keinen Missbrauch damit. Ich fand es schon gut, dass du deinen Text eingestellt hast und unsere Meinungen erfragst. Du kannst sie ja annehmen, musst auch nicht.
Eine Meinung ist halt eine Meinung und keine Wir-Ung, Unser-Ung, Euer-ung. Ich denke, ein gegenseitiger Respekt ist da trotz der Anonymität, die ich nicht unbedingt bevorzuge. Also, mach dein Ding, zieh es durch. Nicht jeder möchte einen perfekten Text lesen oder einen, den andere für perfekt halten.

Andreas T.
Beiträge: 344
Registriert: 11.04.2007, 19:08

Re: Auftrag Terror

von Andreas T. (07.07.2009, 11:20)
Goodbye!
Zuletzt geändert von Andreas T. am 28.07.2009, 16:17, insgesamt 1-mal geändert.

Inselchen

Umgangston

von Inselchen (07.07.2009, 14:06)
Lieber Andreas,

mir ist dein Umgangston schon sehr positiv aufgefallen, überhaupt gefällt es mir hier. Kritik muss ja konstruktiv und begründet sein und wenn sie erbeten ist, ist sie ja auch erwünscht oder man geht zumindest davon aus. Man möchte nur nicht irgendwo erscheinen und sagen: Hier bin ich, bin der Literaturpapst und alles, was ich sage, hat absolute Gültigkeit.
Ich bin da ohnehin etwas vorsichtig mit, weil ich ohnehin früher den Rotstift als "Werkzeug" hatte und ihn lange Zeit am liebsten absolut in die Ecke schmeissen wollte, denn mir ist klar, mit dem Rotstift kann man auch demotivieren.

Ich finde es gut, dass man hier Hilfe erbitten kann, wenn das wohl nicht der Schwerpunkt dieses Forums ist, wenn ich es richtig deute.

Was ich hier auch gut finde, dass die Leute ernsthaft, aber oft auch nicht bierernst aufeinander eingehen.

Also, ich freu mich auf weitere nette Begegnungen hier.

Winks Elfie

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