Der gute Ton

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Boris.Cellar
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Der gute Ton

von Boris.Cellar (19.07.2009, 10:25)
Hallo,

ich möchte Euch ein kleines Beispiel der Art meines Schreibens vorstellen. "Der gute Ton" ist meine erste Geschichte in "Gedichtform".

Viel Spaß

Boris

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Boris.Cellar
Beiträge: 26
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Re:

von Boris.Cellar (19.07.2009, 10:26)
Der gute Ton


Ersonnen und erdacht
von Geistes Schöpferkraft,
aus kreativen Strömen
und künstlerischer Gabe -
Vater, Mutter -
habt ihr mich erschaffen,
ließet mich erblicken
in Harmonie
das Licht der Welt.

Jung und unerfahren
im Dasein angekommen,
stelle mir die Fragen,
strebsam nach dem Weg,
der mir vorbestimmt.
Wer ich bin?
Warum ich hier verweile?
Was der Sinn des Lebens ist?

Immer stärker wachsend.
in der Jugend Kraft,
bereit, zu vollbringen
was mich bedeutend macht.
Vollkommenheit,
wo Anderen Versagen bleibt.
So dürstet mein Verlangen,
ein guter Ton zu sein.

Des Klanges Farbenspiel,
meisterlich vorgetragen,
Mezzoforte ziehe ich,
im Vibrato meine Bahnen.
Bin ein Teil der Melodie,
des Komponisten Oberschicht,
sonne mich in Sphären,
die andren nicht vergönnt.

Nicht alleine stemme ich,
des Werkes große Last,
doch meine Leistung ganz allein,
trägt des Stückes Pracht.
Andere sind unter mir,
unterstützend, mich begleitend,
nichtssagend und bedeutungslos,
meinen Glanz beneidend.

So erklingt der Höhepunkt,
deutlich, klar und rein.
Aufgesogen,
wahrgenommen,
geht ins Ohr hinein.
Ziel erreicht!
Gar übertroffen,
glücklich zweifellos.
Zum Ende hin,
dann doch verklungen -
Finale des Seins.

So frage ich voll Wehmut nun:
War das des Lebens Sinn?
Ein perfekter Augenblick
ist alles, was ich bin?
Die Ehre noch nicht voll erfasst,
die letzten Klänge schon verhallt.
Gelebt in egoistisch Bahn
ohne abzugeben,
allein des Publikums Gedanken,
lassen mich weiterleben.

Gehetztes, schales Sein,
ewige Sucht nach Ruhm,
gebrochen, unvollendet,
kommst du nie zur Ruh.
Ewiges Streben,
ohne Glück im Hier und Jetzt,
ist Leben nur ein Trauerspiel
das Leere zurücklässt.
Ohne Sinn getrieben,
zum nächsten Augenblick,
bleibt man unvollkommen,
was man sich nie vergibt.

Doch voll der Schmach erfüllet,
irgendwo unverhofft,
werde ich gesummt,
gepfiffen und gesungen.
Mein kleiner Hauch von Ewigkeit,
mit anderen vereint,
lebe ich in Erinnerungen,
von Ruhmessucht befreit.
Melodie und Harmonie,
stehen nie für sich allein,
Ein guter Ton mit anderen,
werd im Tod ich immer sein.

hwg
Beiträge: 6034
Registriert: 24.04.2007, 16:39

Re:

von hwg (19.07.2009, 10:38)
Guten Tag Boris!

Zu diesem Erzählgedicht nicke ich anerkennend, obwohl manche Worte mir etwas zu "altertümelnd" vorkommen (ließet, verweile, erfülltet...).

Gruß aus der Steiermark!
Hans
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