Dialoge - Formalie oder Lappalie?

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chris_master
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Re:

von chris_master (12.01.2009, 09:49)
morningstar hat geschrieben:
Entschuldigung! ich bin tatsächlich blind heute. cool1 Habe den ganzen Rattenschwanz nach Siegfrieds Erklärung nicht gesehen. Jetzt probiere ich mal alle die dort aufgeführten Möglichkeiten durch. Wenn das nicht funktioniert, komme ich wieder.
morningstar


Alternativ findet man die Guillemets auch in den Sonderzeichen von Word.

Was ich allerdings nochmals zwecks Zeichensetzung wissen möchte, ist folgende Situation.
Um Unsicherheiten bei Personen beim Sprechen darzustellen, werden gerne Pausen oder Unterbrechungen genutzt. Ich habe diese Methode:

»Sag mal Schatz ... könntest Du ... wenn es dir nicht all zu viele ... Umstände macht«, stotterte Fred [...]

gesehen. Allerdings muss ich sagen, dass dies total unschön wirkt und man es ja wahrscheinlich besser lösen sollte:

»Sag mal Schatz.«, Fred überlegte wie er es seiner Frau erklären sollte, »Könntest Du«, stotterte er, »Wenn es dir nicht all zu viele Umstände macht« [...]

Also ich denke, dass dies die bessere Variante wäre. Allerdings weiß ich nicht, wie ich da die Zeichen zu setzen habe innerhalb der wörtlichen Rede, da der Satz ja nicht zu Ende ist. Ich setzte jetzt mal die für mich denkbaren Varianten rein und es wäre super, wenn mir jemand die richtige Schreibweise nennt oder sie halt ergänzt

1.) (Wörtliche Rede jeweils mit Interpunktion beendet, nächste wörtliche Rede mit Großbuchstaben begonnen)
»Sag mal Schatz.«, Fred überlegte wie er es seiner Frau erklären sollte, »Könntest Du.«, stotterte er, »Wenn es dir nicht all zu viele Umstände macht.« [...]

2.) (Wörtliche Rede jeweils ohne Interpunktion beendet, nächste wörtliche Rede mit Großbuchstaben begonnen)
»Sag mal Schatz«, Fred überlegte wie er es seiner Frau erklären sollte, »Könntest Du«, stotterte er, »Wenn es dir nicht all zu viele Umstände macht« [...]

3.) (Wörtliche Rede ohne Interpunktion beendet, nächste wörtliche Rede mit Kleinbuchstaben begonnen)
»Sag mal Schatz«, Fred überlegte wie er es seiner Frau erklären sollte, »könntest Du«, stotterte er, »wenn es dir nicht all zu viele Umstände macht« [...]

4.) (Wörtliche Rede mit Interpunktion (Komma anstelle von Punkt), nächste wörtliche Rede klein begonnen)
»Sag mal Schatz,«, Fred überlegte wie er es seiner Frau erklären sollte, »könntest Du,«, stotterte er, »wenn es dir nicht all zu viele Umstände macht,« [...]

5.) (Wörtliche Rede mit Interpunktion (Komma anstell von Punkt), nächste wörtliche Rede groß begonnen)
»Sag mal Schatz,«, Fred überlegte wie er es seiner Frau erklären sollte, »Könntest Du,«, stotterte er, »Wenn es dir nicht all zu viele Umstände macht,« [...]

LG Christopher

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Judith
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Re:

von Judith (12.01.2009, 11:56)
Hallo Chris,

ich benutze auch gerne die Version deines Negativbeispiels (was bei meinen Pubertäts-Mädchenromanen immer mal vorkommt, wenn die Protagonistin den jungen Helden ihrer Träume trifft :wink: ), weil ich finde, dass damit das Stottern deutlich hervorgehoben wird. Ansonsten würde ich sagen, Nummer 3 ist richtig.

Grüßle,
Judith
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chris_master
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Re:

von chris_master (12.01.2009, 12:04)
Judith hat geschrieben:
Hallo Chris,

ich benutze auch gerne die Version deines Negativbeispiels (was bei meinen Pubertäts-Mädchenromanen immer mal vorkommt, wenn die Protagonistin den jungen Helden ihrer Träume trifft :wink: ), weil ich finde, dass damit das Stottern deutlich hervorgehoben wird. Ansonsten würde ich sagen, Nummer 3 ist richtig.

Grüßle,
Judith


Das war kein Negativbeispiel. Ich finde die Form halt nur nicht ganz so schick. Aber wer weiß, vielleicht komme ich ja auch bald in die Situation wo die ... naja ... halt die drei Punkte vorteilhaft sind. Wie gesagt, habe diese Variante ja auch schon in einigen Büchern gesehen.

Danke dir Judith.

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morningstar
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Re:

von morningstar (16.01.2009, 22:35)
jetzt hat sich beim Durcharbeiten eines Textes eine neue Frage aufgeworfen. Mein Gefühl sagt mir, dass man in einem Text dann durchgehend die Guillemets benutzt, und zwar nicht nur bei der direkten Rede sondern auch wenn etwas zitiert wird, z.B.

Er las gerade Fontanes »Effi Briest«.

Liege ich damit richtig?
morningstar

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chris_master
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Re:

von chris_master (17.01.2009, 10:34)
Ja, ein Buch wird immer einheitlich, entweder in Guillements oder halt in Anführungsstrichen gehalten. Egal ob Zitate, Reden, besonders herausgehobene Worte etc..

DavidLiese
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Re:

von DavidLiese (22.07.2009, 19:36)
Jetzt muss ich hierzu auch noch einmal eine wichtige Frage aufwerfen, den Buchsatz betreffend.

Wenn ich einen Dialog zwischen zwei Personen schreibe, die nebenbei handeln (z.B. frühstücken), wie sieht es mit den Absätzen aus? Muss ich nach jeder wörtlichen Rede einen Absatz machen?


also z.B.:

"Die Marmelade schmeckt gut", sagte er schmatzend.
Er griff nach dem Glas und las das Etikett.
"Oh, das ist ja Waldbeere! Darauf bin ich allergisch!"
Schlagartig ließ er die Semmel fallen.
Sie sprang auf und lief zum Telefon.
"Ich ruf gleich den Notarzt, Herbert!", rief sie vom Gang aus.


Bisher handhabe ich es so, dass ich Absätze mache, wenn die handelnde Person bzw. der Sprecher wechselt. Also:


"Die Marmelade schmeckt gut", sagte er schmatzend. Er griff nach dem Glas und las das Etikett. "Oh, das ist ja Waldbeere! Darauf bin ich allergisch!" Schlagartig ließ er die Semmel fallen.
Sie sprang auf und lief zum Telefon.
"Ich ruf gleich den Notarzt, Herbert!", rief sie vom Gang aus.


Wie ist es richtig bzw. gibt es da überhaupt Regeln?

Danke für eure Hilfe!

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AmberStuart
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Re:

von AmberStuart (22.07.2009, 19:42)
@ DavidLiese


Dein zweites Beispiel liest sich für mich besser... :wink:


LG, Amber

Thesken

Re:

von Thesken (22.07.2009, 20:09)
Ich stehe gerade vor der gleichen Frage, da ich das Manuskript einer Freundin korrigiere. Bislang dachte ich, man müsste einen Absatz machen (also Beispiel 1), ich habe es selber auch immer so gehandhabt. Meine Freundin hat eher die 2. Variante gewählt, so dass ich es bei ihr bisher immer korrigiert habe ...

Wenn ihr mir jetzt schreibt, beides sei richtig, dann schreie ich ... :shock::
... und korrigiere danach meine Korrektur cheezygrin

Liebe Grüße,
Theresa

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Lisa_Sonnenblume
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Re:

von Lisa_Sonnenblume (22.07.2009, 21:00)
Bis jetzt ist mir Beispiel 2 noch nie runtergekommen, zum Glück.
Wie furchtbar und anstregend. Gute Dialoge zu finden/lesen ist sowieso eine Seltenheit, da muss es auch nicht so aussehen wie Beispiel 2 ...
LG,

Lisa

DavidLiese
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Re:

von DavidLiese (22.07.2009, 21:11)
Wenn ich einen Roman z.B. vom Heyne-Verlag aufschlage, finde ich aber fast immer die zweite Variante...

Auszug aus S. King "Der Turm":

"Ich dachte schon, dass wir hinter dem Hotel ein kleines Feuer machen", sagte er. "Allerdings brauche ich derart übel riechendes Zeug nicht dazu." Er sprach mit einem Anflug von Verachtung.
"Nein, vermutlich nicht."

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Lisa_Sonnenblume
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Re:

von Lisa_Sonnenblume (22.07.2009, 21:37)
Gefällt mir trotzdem nicht blink3 so bin ich gezwungen alle "sagte er" und "fragte er" und "meinte er" und die andere Banalitäten zu lesen.

Mit Beispiel 1 kann ich das langweilige Zeug überspringen ...
Zuletzt geändert von Lisa_Sonnenblume am 23.07.2009, 00:38, insgesamt 1-mal geändert.
LG,



Lisa

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Judith
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Re:

von Judith (23.07.2009, 00:27)
Hallo David,

man macht beim Wechsel der Person den Abschnitt. Also ist dein zweites Beispiel richtig. Eventuell könntest du nach dem Telefon noch den Abschnitt zusammenziehen, wobei es sich da jedoch um eine etwas spätere Zeit und einen anderen Ort handelt.

Grüßle,
Judith
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SeFish
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Re: Dialoge - Formalie oder Lappalie?

von SeFish (23.07.2009, 08:29)
@Siegfried

Super Zusammenstellung thumbbup
Zuletzt geändert von SeFish am 25.07.2009, 13:26, insgesamt 1-mal geändert.

Thesken

Re:

von Thesken (23.07.2009, 12:28)
Judith, weißt du das sicher? Ich habe leder keine deutschpsrachigen Romane zu Hause, um das zu überprüfen ... angle:

Liebe Grüße,
Theresa

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Judith
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Re:

von Judith (23.07.2009, 15:07)
Ja, Theresa, da bin ich sicher. Früher hat man auch mal einen Bindestrich dazwischen gesetzt, aber das ist unübersichtlich und heute unüblich. Siehe auch hier.

Grüßle,
Judith
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