Dialekt

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Jürgen R
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Dialekt

von Jürgen R (08.08.2009, 20:27)
Kann ich in einem Roman in dem alle Deutsch reden meine Schweizer Grenzposten diesen uhrigen Schweizer Dialekt reden lassen?

Oder müsste ich dan jede Person im Roman seinen Dialekt reden lassen, was meint ihr?
Jürgen Rupprecht - Kaffeesüchtiger aus Baden

Verbrochen habe ich:
Die Leiche im Sumpf ---
(ISBN:9783837094077)

Vollkommene Macht ---
(ISBN:9783839162224)

*schäm* :-)


http://rupprecht-autor.de/

Weasel

Re:

von Weasel (08.08.2009, 20:37)
Ich denke, du kannst ruhig einzelne Personen im Dialekt sprechen lassen, so ist es Gang und Gebe, wenn man bei einer Figur ganz besonders auf dessen Herkunft hindeuten möchte. Alle Figuren im Dialekt sprechen zu lassen, halte ich hingegen für gefährlich, da so der Lesefluss ins Stocken geraten könnte (nicht jeder Leser kennt jeden Dialekt) und der Leser unter Umständen Verständnisschwierigkeiten haben könnte.

Rita Hajak

Re:

von Rita Hajak (08.08.2009, 20:50)
Lass doch die Deutschen deutsch reden!

Den Schweizer kannst du dann seinen Dialekt sprechen lassen.


LG.Rita

Nitram
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Re: Dialekt

von Nitram (08.08.2009, 21:22)
Jürgen R hat geschrieben:
Kann ich in einem Roman in dem alle Deutsch reden meine Schweizer Grenzposten diesen uhrigen Schweizer Dialekt reden lassen?

Ich habe es in meinem Buch so gehalten, dass ich bestimmte Passagen im Dialekt (Wienerisch) belassen habe, da sonst die Authentizität und die "Würze" verloren gegangen wäre.
Anschliessend habe ich dann diese Passagen komplett ins Hochdeutsche übersetzt.
Das wäre vielleicht auch für deinen Roman eine Idee, weil das "Schwyzerdütsch" ja doch ziemlich schwer verständlich ist.
Gruß
Nitram
Tu felix Austria - die andere Seite der Alpenrepublik - zweite Auflage
ISBN 978-3-8391-0512-2
HP: www.robert-brettschneider.com
Video: http://www.youtube.com/user/RobertBrettschneider

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JMertens
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Re:

von JMertens (09.08.2009, 01:55)
Poe hat mal eine ganze Geschichte in einem merkwürdigen Dialekt geschrieben (ich glaube, es war "Warum der kleine Franzose seine Hand in der Schlinge trägt"). Da werden die Leser ein paar Zeilen Switzerdeutsch wohl überleben :wink:

Ursula Prem (Moderator)

Re: Dialekt

von Ursula Prem (Moderator) (09.08.2009, 06:43)
Jürgen R hat geschrieben:
Kann ich in einem Roman in dem alle Deutsch reden meine Schweizer Grenzposten diesen uhrigen Schweizer Dialekt reden lassen?

Oder müsste ich dan jede Person im Roman seinen Dialekt reden lassen, was meint ihr?


Hallo Jürgen,
sicher kannst Du das! Warum denn nicht? Im "wahren Leben" sprechen auch nicht alle Menschen mit gleicher Zunge. Ein bisschen Dialekt ist wie das Salz in der Suppe, vorausgesetzt, Du machst das so geschickt, dass die mundartlichen Passagen auch für Nichtschweizer noch verständlich sind.

LG,
Ursula

chnuppesaager

Re:

von chnuppesaager (09.08.2009, 09:16)
Also, ich bin ja Schweizer. Trotzdem nervt es mich extrem, wenn ich längere Passagen Schwyzerdüütsch lesen muss. Ich denk, für Nicht-Schweizer sind so einzelne Sätze im Dialekt okay, vor allem wenn der Sinn sich aus der Situation erschliesst; längere Passagen strengen aber zu sehr an.

Grüsse.

Ch.
Zuletzt geändert von chnuppesaager am 09.08.2009, 09:31, insgesamt 1-mal geändert.

chnuppesaager

Re:

von chnuppesaager (09.08.2009, 09:28)
Nachtrag.

Noch ein Problem kommt dazu; das Schwyzerdüütsch lässt sich
nämlich gar nicht korrekt schreiben mit den vorhandenen Buchstaben,
deswegen wirkt das geschriebene Schwyzerdüütsch auf mich irgendwie doof und unbeholfen.

Ein Beispiel.

Das Wort für "Bauer" übersetzt:

entweder "Puur" mit "P"

oder "Buur" mit "B"

Beides falsch, denn gesprochen wird das Wort mit sehr weichem "P" beziehungsweise sehr hartem "B". Den Buchstaben dafür gibts aber nicht ...

cheezygrin cool5
Zuletzt geändert von chnuppesaager am 09.08.2009, 09:39, insgesamt 1-mal geändert.

Bau Pau - Blauer Elephant

Re:

von Bau Pau - Blauer Elephant (09.08.2009, 09:37)
Hat sich erledigt.
Zuletzt geändert von Bau Pau - Blauer Elephant am 16.08.2009, 14:43, insgesamt 1-mal geändert.

chnuppesaager

Re:

von chnuppesaager (09.08.2009, 09:51)
@ Bau Pau

... dass "ernsthafte" Literatur immer auch zum Nachdenken anregt, dass Lesen grundsätzlich ein gewisses Maß an Anstrengung erfordert ist klar.

Nur: wenn ein Leser seitenlang mit teilweise unbekannten Wörtern in einem ihm unbekannten Dialekt konfrontiert wird, ist das möglicherweise doch ein bisschen zu viel verlangt ... dozey:



Obwohl, man könnte ja noch ein Schyzerdüütsch-Dialekt-Lexikon
mitliefern. Da kann der Leser dann die einzelnen Worte nachschlagen.

Ja, Kunst fordert eben. Die darf das, gell?

cornflake
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Re:

von cornflake (09.08.2009, 10:49)
Hi!
Na klar, ich finde das klasse. In meinen Krimis spricht der Polizeirat auch richtig schön Berlinerisch. Mach Dir um die richtige Schreibweise keinen Kopf.

Liebe Grüße,
cornflake

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skipteuse
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Wohnort: Potsdam

Re:

von skipteuse (09.08.2009, 13:49)
aber mit Untertiteln... Nein ;-)

In meinem Roman "Meine berliner Kindheit" wird relativ viel berlinert, aber eben auch nicht von allen ... Ich würde aus Gründen der Authentizität auf jeden Fall Dialekt bei dieser Person Dialekt einfließen lassen, aber darauf achten, dass es a) nicht zu lang wird bzw. b) die Lesbarkeit nicht allzusehr (über längere Passagen) flöten geht.

Lieben Gruß von Barbara,
(die ihr Romanmanuskript übrigens gerade ein wenig "entberlinern" muss - wegen der Lesbarkeit ... ;-)

idebe
Beiträge: 155
Registriert: 17.06.2009, 13:42

Re:

von idebe (09.08.2009, 14:02)
Ist wohl ein bisschen Geschmackssache. Ich "musste" Das verborgene Wort von Ulla Hahn abbrechen, weil seitenweise - und für mich ohne erkennbare Funktion - Dialoge in Dialekt wiedergegeben wurden. Dabei hätte ich es so gern gelesen!

Zwei, drei Sätze in Dialekt sind okay, aber lange Passagen schrecken mich persönlich ab.

Viele Grüße
Ina

Bau Pau - Blauer Elephant

Re:

von Bau Pau - Blauer Elephant (09.08.2009, 15:13)
Hat sich erledigt.
Zuletzt geändert von Bau Pau - Blauer Elephant am 16.08.2009, 14:43, insgesamt 1-mal geändert.

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Aengus
Beiträge: 305
Registriert: 28.05.2009, 11:44

Re:

von Aengus (09.08.2009, 15:17)
Ich finde das Einfügen von Dialekten sehr reizvoll als Leser.
Selbst habe ich es mit einem Franzosen versucht, was sich als verdammt schwer entpuppte. Aber ablehnend stehe ich dem niemals gegenüber.
LG

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