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hawepe
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Re:

von hawepe (08.05.2007, 11:07)
Hallo,

Linguist hat geschrieben:
"Du, ich habe das und jenes Programm selber ausprobiert. Das sind die jeweiligen Stärken, das die Schwächen usw."
Nach so einer Hilfe hatte ich eigentlich gesucht.


Bloss die kann es nicht geben, weil man dazu zum einen dein Manuskript kennen muesste, und zum anderen deine Vorlieben wissen muesste.

Jedes Computerprogramm hat alleine schon von seiner Benutzeroberflaeche seine Eigenheiten. Wenn du dich mit ihnen nicht anfreunden kannst, nuetzt dir das tollste Programm nichts. Auch wenn ich momentan nur Sachbuecher schreibe, meine ich, dass man auch nach dem Bauch entscheiden sollte. Mir sagt mein Gefuehl jedenfalls meistens schon sehr schnell, ob ein Programm mir zusagen koennte.

Beste Gruesse,

Heinz.

Linguist
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Re:

von Linguist (08.05.2007, 11:34)
Bloss die kann es nicht geben, weil man dazu zum einen dein Manuskript kennen muesste, und zum anderen deine Vorlieben wissen muesste.


Heinz, ich denke die "Vorlieben" liegen hauptsächlich im Bereich der Gewöhnung. Wenn ein Programm Hand und Fuß hat, bin ich auch bereit, mich gewöhnungsmäßig einzuarbeiten, denn was hilft mir ein Programm, mit dem ich auf den ersten Blick gut zurecht komme, nur um nach Wochen oder Monaten feststellen zu müssen: Leider kann es meine Dateien nicht weiterkonvertieren oder ist nicht kompatibel zu anderen, wichtigen Programmen oder, wie im Fall des MS Word, kann mit langen Buchtexten nicht umgehen usw.
Gerade letzter Fall zeigt m.E. sehr deutlich, wo das Problem liegt.
Word ist aus vielen Gründen zurecht das gängige Textverarbeitungsprogramm. Es enthält alle wichtigen Funktionen, die in der büroalltäglichen Textverarbeitung so anfallen. Es ist kompatibel mit den hauseigenen sonstigen Office-Programmen, ist den meisten Anwendern (z.B. zur Weiterverarbeitung etc.) bekannt, in Verlagen anerkannt und hat jede Menge Zusatzfunktionen (die allerdings wohl die wenigsten brauchen...).
Aber:
Es ist ein Textverarbeitungsprogramm für den Büroalltag - kein DTP-Programm für professionelle Buchautoren. Um genau dies aber selber herauszufinden, musst du erst mal einige hundert Seiten geschrieben haben, um dann diese Probleme erst feststellen zu können.
Dann bleibt im Prinzip nur noch:
Deine Texte kapitelweise in Word zu schreiben und zusammen mit Grafiken, Tabellen, Präsentations-Clips usw. in einen der teuren DTP-Boliden hochzuladen, bei denen dann die nächste Entscheidung ansteht:

Quarks Express (für Grafikorientiertes DTP)
Pagemaker (für zeitungsähnliches Misch-DTP)
Framemaker (für textorientiertes DTP)

Hier denke ich helfen Bauchentscheidungen herzlich wenig.

Gruß zurück
Rudolf

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hawepe
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Re:

von hawepe (08.05.2007, 13:50)
Hallo Rudolf,

Linguist hat geschrieben:
Bloss die kann es nicht geben, weil man dazu zum einen dein Manuskript kennen muesste, und zum anderen deine Vorlieben wissen muesste.


Heinz, ich denke die "Vorlieben" liegen hauptsächlich im Bereich der Gewöhnung.


Du musst natuerlich beide Aussagen von mir als Einheit verstehen. Die konkreten, von dir benoetigten Moeglichkeiten kennst nur du.

Wenn ein Programm Hand und Fuß hat, bin ich auch bereit, mich gewöhnungsmäßig einzuarbeiten, denn was hilft mir ein Programm, mit dem ich auf den ersten Blick gut zurecht komme, nur um nach Wochen oder Monaten feststellen zu müssen: Leider kann es meine Dateien nicht weiterkonvertieren oder ist nicht kompatibel zu anderen, wichtigen Programmen


Ich habe natuerlich unterstellt, dass man als erstes schaut, ob ein Programm von seinen Funktionen her ueberhaupt geeignet ist. Von meiner bevorzugten Textverarbeitung Textmaker habe ich mich z.B. verabschiedet, weil sie das odt-Format nicht beherrscht.

oder, wie im Fall des MS Word, kann mit langen Buchtexten nicht umgehen usw.
Gerade letzter Fall zeigt m.E. sehr deutlich, wo das Problem liegt.


Bloss so krass sind die Probleme selten, so dass viele Benutzer Probleme gar nicht merken,weil sie ausgerechnet die Funktion gar nicht oder nur sehr selten benutzen, die man selbst als Grundfunktion benoetigt.

Die einzige Moeglichkeit, da rechtzeitig auf moegliche Probleme aufmerksam zu werden, sind nach meiner Erfahrung die jeweils einschlaegigen Newsgroups und Foren. Meistens reicht es schon ein wenig zu stoebern, um die fuer einen selbst vermutlich entscheidenden Knackpunkte zu sehen.

Es ist ein Textverarbeitungsprogramm für den Büroalltag - kein DTP-Programm für professionelle Buchautoren. Um genau dies aber selber herauszufinden, musst du erst mal einige hundert Seiten geschrieben haben, um dann diese Probleme erst feststellen zu können.
Dann bleibt im Prinzip nur noch:
Deine Texte kapitelweise in Word zu schreiben und zusammen mit Grafiken, Tabellen, Präsentations-Clips usw. in einen der teuren DTP-Boliden hochzuladen, bei denen dann die nächste Entscheidung ansteht:


Als erstes wuerde ich mir dann mal OpenOffice ansehen. Herunterladen und installieren dauert nicht so lange, und dann weiss man schon ein Ende mehr. Laut Tests der ct ist es jedenfalls sehr viel stabiler als MS Office. Nur die Seitennumerierung ist lediglich mit einem Workaround nutzbar.

Uebrigens sollten sich auch immer nette Menschen finden lassen, die einem eine Datei in ein anderes Format konvertieren.

Quarks Express (für Grafikorientiertes DTP)
Pagemaker (für zeitungsähnliches Misch-DTP)
Framemaker (für textorientiertes DTP)


Laut Aussagen von Kollegen ist Quark Express weniger geeignet, weil es eher für Layouts (Plakate, Werbebroschueren usw.) konzipiert ist.

Neben Pagemaker und Framemaker ist sonst noch Indesign zu nennen. Und eben Papyrus und LaTeX.

Ende letzten Jahres hatte ich es bei einem Kunden in einem Projekt mit Indesign zu tun. Angeblich kann es nur seitenorientiert arbeiten, was mir ueberhaupt nicht gefiel (der Bauch :-) ), weil fuer mich die Gesamtheit eines Buches im Mittelpunkt steht. Aber ich konnte das Programm natuerlich nicht bei mir installieren, sondern nur beim Kunden nutzen.

Solange sich hier niemand zu seinen konkreten Erfahrungen mit den einzelnen Programmen ausser Papyrus und LaTeX aeussert, werden wir wohl leider kaum vorankommen.

Beste Gruesse,

Heinz.

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ChrisK
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Re:

von ChrisK (08.05.2007, 15:52)
hawepe hat geschrieben:
Solange sich hier niemand zu seinen konkreten Erfahrungen mit den einzelnen Programmen ausser Papyrus und LaTeX aeussert, werden wir wohl leider kaum vorankommen.

Ich benutze für das Erstellen eines Buchsatzes/Layouts Pagemaker, die Texte selbst erfasse und bearbeite ich in verschiedenen Textverarbeitungen, bevorzugt zur Zeit Openoffice. Die Textverarbeitungsfunktionen in Pagemaker sind unkomfortabel und rudimentär, denn das Programm ist wirklich nicht für das Erfassen von Texten konzipiert. In anderen Textverarbeitungen erstellte Texte lassen sich jedoch unkompliziert (mit den allen bzw. fast allen Formatierungen) importieren. An DTP-Funktionen ist Pagemaker nicht zu toppen, man kann mit dem Programm ALLES im Printbereich machen, es ist ein absoluter Funktionsriese. Das hat aber auch zur Folge, das man sich in das Programm richtiggehend einarbeiten muss UND man muss wissen was man tut. Pagemaker ist kein Programm, das den Buchsatz für einen erledigt, Pagemaker ist ein Programm, mit dem man den Buchsatz machen kann, wenn man weiß, wie es geht und was man will.
Ich habe mehrere Wochen intensiver Arbeit benötigt, um mich einzuarbeiten, seitdem möchte ich dieses Programm als Gestaltungswerkzeug nicht mehr missen.
Pagemaker wird m. W. übrigens noch von Adobe unterstützt, aber nicht mehr weiterentwickelt. Adobe setzt in Zukunft auf andere Produktlinien wie Indesign. Umsteigen will und brauche ich nicht, weil Pagemaker wirklich alles bietet, was ich mittelfristig im Printbereich benötigen werde.
Um es noch einmal ganz deutlich zu machen: Diese DTP-Programme wie Pagemaker, Indesign, Quark Express usw. sind keine Layout-Automaten, die mal schnell "von alleine" einen Buchsatz machen. Das sind Werkzeuge für Menschen, die damit umgehen können.
Gruß
Chris

Linguist
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Re:

von Linguist (08.05.2007, 21:35)
Hallo Chris,

Danke zuerst für Ihre Pagemaker-Beschreibung. Sie deckt sich in etwa mit den anderen beiden von mir genannten DTP-Programmen.
Eine Frage:
In Bezug auf Stichwortverzeichnisse, Sach- oder Personenregister, usw., gibt es da bei Pagemaker Möglichkeiten der Automatisierung, so dass, wenn ich beispielsweise einen Begriff oder Namen eingebe, er mir diesen Begriff oder Namen auf allen Seiten sucht und - alphabetisch, seitenweise oder thematisch - diesen nach bestimmten Suchkriterien auflistet. Oder dass PM anhand von Wörterbüchern Eigennamen erkennt und aussortiert, oder Fußnoten nach unterschiedlichen Kriterien selbständig ordnet usw.?
MfG
Rudolf

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ChrisK
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Re:

von ChrisK (09.05.2007, 10:33)
Linguist hat geschrieben:
In Bezug auf Stichwortverzeichnisse, Sach- oder Personenregister, usw., gibt es da bei Pagemaker Möglichkeiten der Automatisierung, so dass, wenn ich beispielsweise einen Begriff oder Namen eingebe, er mir diesen Begriff oder Namen auf allen Seiten sucht und - alphabetisch, seitenweise oder thematisch - diesen nach bestimmten Suchkriterien auflistet. Oder dass PM anhand von Wörterbüchern Eigennamen erkennt und aussortiert, oder Fußnoten nach unterschiedlichen Kriterien selbständig ordnet usw.?

Pagemaker hat ein sehr vielseitiges Plugin zur Erstellung von Indexeinträgen mit Seitenverweisen, Querverweisen, Themenbereichen und allem Pipapo. Hab ich in extenso selbst noch nie verwendet, sollte aber ausreichend sein. Deine konkreten Ansprüche lassen sich jedoch - wenn ich dich richtig verstehe - nur mit einer Datenbankfunktionalität realisieren. Die hat Pagemaker nicht.
Gruß
Chris

SusanIwanowa
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Re:

von SusanIwanowa (09.05.2007, 11:33)
Word ist ja einfach zu bedienen. Die Formatierung gehen alle unkompliziert und die Anführungszeichen kann man Alt+174 oder 175 einsetzen. Das dürfte auch kein Problem sein.
LG

ike
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Re: Registererstellung

von ike (15.05.2007, 13:11)
Moin!

Andreas T. hat geschrieben:
Jetzt möchte ich aber langsam mal eine Anerkennung von Papyrus.de für meine Werbung bekommen! :wink:


Na, frag Ulli (Ramps) doch mal. Für 'ne Werbung gibt (oder gab) es tatsächlich mal Geld.

Zu meiner Arbeitsweise: Ich habe bislang alle meine Texte direkt in LaTeX erstellt. Meinen neuen Roman werde ich in Papyrus erstellen, ich habe auch mit der in Papyrus integrierten Datenbank bereits experimentiert, um dort z.B. Personen und Objekte mit ihren Eigenschaften abzulegen. Zusätzlich bietet Papyrus die Möglichkeit, zu Textstellen Anmerkungen zu hinterlegen (so 'ne Art "Post-It").

Ich werde demnächst den Papyrus-Export anpassen, so dass ich in etwas exportieren kann, was ich über wenige Umwege in LaTeX setzen kann. (In Papyrus kann man eigene Exportformate definieren)

Ich arbeite übrigens unter MacOS X. Meine früheren (LaTeX)-Texte habe ich zeitweise gleichzeitig unter OS/2, Linux, Windows und auf meinem Atari Portfolio geschrieben (letzteres in einigen tausend Metern Höhe - zu einer Zeit, als Notebooks an Bord von Flugzeugen noch verboten waren)

Michael

ike
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Re:

von ike (15.05.2007, 13:16)
Moin!

hwg hat geschrieben:
Da für mich die ganzen Programmbezeichnungen "chinesisch" klingen und ich mich auch nie zu einem Technikfreak entwickelt werde, lasse ich so Angelegenheiten wie Satz, Schriftgrade, Layout und dergleichen den Druckern bzw. Verlagen über. Hat bis jetzt bestens geklappt.

Ja okay. Das ist aber auch ein etwas anderes Betätigungsfeld. Bei BoD erstellt man in der Regel ja das komplette PDF selber.
hwg hat geschrieben:
Allerdings bewundere ich schon so manche Eigenverlagsproduktion, wenn sie professionellen Ansprüchen gerecht wird. Leute, die so etwas zustande bringen, müssen Genies sein - gut schreiben, das Buch selber produzieren und dann noch erfolgreich an die Leser bringen zu können, dürfte nicht jedem, der sich zu dies allem aufrafft, gelingen. Mir sicher n i c h t , obwohl ich keinen Minderwertigkeitskomplex habe... :D

Ich muss immer aufpassen, dass ich nicht zuviel Zeit in die Technik stecke (ich bin Programmierer, da passiert das schnell) und mehr Zeit aufs Schreiben. Das Vermarkten habe ich noch nicht ausprobieren müssen, da ich noch in der Phase bin, dass ich meine Werke derzeit noch nicht als veröffentlichungsreif bezeichne.

Michael

Andreas T.
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Re: Registererstellung

von Andreas T. (15.05.2007, 13:31)
Goodbye!
Zuletzt geändert von Andreas T. am 28.07.2009, 15:12, insgesamt 1-mal geändert.

ike
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Re: Registererstellung

von ike (15.05.2007, 14:45)
Andreas T. hat geschrieben:
Ein Klaps auf die Schulter würde mir schon genügen! Der Ulli soll das Geld ruhig in die Weiterentwicklung der Software stecken, reich wird man mit solch einem Projekt bestimmt nicht!

Nö, da gehe ich auch nicht von aus. Ich habe ihn mal letztes oder vorletztes Jahr in Berlin getroffen. Wir haben einen netten Abend gehabt und uns gut unterhalten. Den Klaps würde er Dir sicherlich persönlich geben, wenn Du massiver Papyrus-Multiplikator wirst ;-)

Michael

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