realistischer Verkaufspreis ?

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andypbc
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realistischer Verkaufspreis ?

von andypbc (11.02.2008, 14:29)
hallo zusammen,

nachdem ich, dank euer Hilfe, mein Coverproblem endlich in den Griff bekommen habe, hab ich schon wieder ein neues....

Mein Buch umfasst 284 Seiten, keine Farbseiten, Format 12x19 cm, Paperback. Ich wollte eigentlichen einen Verkaufspreis von 11,90 € machen. Aber der BoD-Kalkulator sagt, das ist nicht kostendeckend.

Naja, dann dachte ich mir, ich mach halt 16,90 €. Soll ja auch noch was hängenbleiben :)

Das war dann das Ergebnis:
hre Marge beträgt 1.30 EUR netto pro Verkauf im Buchhandel.
Das entspricht 8.2% vom Ladenpreis

Ist das zu billig? Zu teuer? Ich will zukünftige Kunden ja nicht verschrecken.

Schöne Grüße

Andy

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Claire
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Re:

von Claire (11.02.2008, 15:00)
Hallo Andy,

zu billig ist es nicht, eher hart an der Grenze dessen, was für ein Taschenbuch ausgegeben wird.

LG Claudia
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PvO
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Re:

von PvO (11.02.2008, 15:25)
Dein Problem ist so alt, wie BOD selbst. Mein Erstling hat über 400 Seiten und kostet 19,80. Zur Erinnerung, das wären 38,72 DM. Wer, bitteschön, soll so viel für ein Taschenbuch eines Nonameautors ausgeben? Als ich meinen zweiten herkömmlichen Verlag ans Land gezogen hatte, hatte ich nur eine Bedingung: der Verkaufpreis sollte unter 10 Euro liegen. Der Verlag konnte das nicht gwähren. Es kam zu keinen Vertragsabschluss. Ich selber - und das dürfte ich eigentlich gar nicht sagen - kaufe meine Bücher auch nur, wenn sie unter 10 Euro liegen.
Der Verkaufpreis und das Lektorat sind m.E. die Schwachstellen eines BOD`s überhaupt. Mit allen anderem könnte man leben.

Weasel

Re:

von Weasel (11.02.2008, 15:29)
Also ich habe mir das so gedacht (bei meinem ersten Roman, der bald fertig ist):

Ich will ihn unter die leute bringen und möglichst viele Kritiken erhalten. Mir geht es erst einmal nicht ums Geld. Darum werde ich ihn so günstig wie möglich auf den markt werfen, selbst wenn dass dann letztenendes für mich gegen Null läuft vom Gewinn her. Aber hauptsache so viele Menschen wie möglich lesen mein Werk. Und das geht halt am besten, wenns günstig ist.

Man muss sich denke ich erst einmal einen namen machen, bevor man ans Geld verdienen denken kann

Melissa
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Re:

von Melissa (11.02.2008, 15:55)
[vom Verfasser entfernt]
Zuletzt geändert von Melissa am 18.07.2015, 20:08, insgesamt 1-mal geändert.

andypbc
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Re:

von andypbc (11.02.2008, 17:48)
ja, da habt ihr uneingeschränkt recht.

ich weiß noch nicht genau, wie ichs jetzt mache. vielleicht 14,90, oder doch anders Format. Naja, mal sehen.


danke auf alle Fälle für die guten Tipps und Meinungen.

Schöne Grüße

Andy

Nele Neuhaus
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Re:

von Nele Neuhaus (11.02.2008, 18:03)
Hallo Andy,

ich stand vor ein paar Jahren auch vor der Frage, welchen preis ich für mein Buch verlangen sollte. Mein Verlag (nicht BoD, aber ähnlich) meinte, ein TB mit 569 Seiten müsste etwas um die 25 EUR kosten. Das schien mir abstrus teuer, wer kauft soetwas?

Also habe ich verhandelt und gerechnet. Schließlich habe ich mich dafür entschieden, nicht die klassische BoD-Variante zu wählen, sondern eine
ganze Auflage drucken zu lassen. Ich habe 500 Exemplare drucken lassen und hatte gleich von Anfang an einen recht ordentlichen Verdienst, wobei ich natürlich einmal in den sauren Apfel beißen und EUR 4.000 für die Auflage löhnen musste.

Mittlerweile habe ich mein viertes Buch in einer Startauflage von 5.000 Stück drucken lassen und verdiene schönes Geld. Die anderen Bücher habe ich in 500er und 1000er bzw. jetzt in einer 2.000er Auflage drucken lassen. Die Kosten habe ich mehr als hereingeholt und kann neue
Auflagen locker finanzieren.

Vielleicht hatte ich Glück, aber ich habe immer genau gerechnet und mir echt Mühe mit der Vermarktung gegeben: Lesungen, Lesungen, Klinken bei Buchhandlungen geputzt etc. Heute sind meine Bücher hier bei uns in der gegend Selbstläufer. Und vor kurzem hat sich einer der größten deutschen Publikumsverlage bei mir gemeldet, weil sie mein nächstes Buch mit mir machen wollen. Also - ich rate zu einem gut kalkulierten Risiko, bei dem man vorher unbedingt den Markt sondieren sollte. Sonst lieber BoD und vorsichtig rantasten.

Viel Erfolg!!!

Nele Neuhaus

Gerhard
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Re:

von Gerhard (11.02.2008, 18:05)
Weasel hat geschrieben:
Also ich habe mir das so gedacht (bei meinem ersten Roman, der bald fertig ist):
Ich will ihn unter die leute bringen und möglichst viele Kritiken erhalten. Mir geht es erst einmal nicht ums Geld. Darum werde ich ihn so günstig wie möglich auf den markt werfen, selbst wenn dass dann letztenendes für mich gegen Null läuft vom Gewinn her. Aber hauptsache so viele Menschen wie möglich lesen mein Werk. Und das geht halt am besten, wenns günstig ist.


Also ich weiß nicht, ob das die richtige Strategie ist. Wenn in meinen Augen ein Autor seine Bücher für " 'n Appel und 'n Ei" auf den Markt wirft, heißt das für mich, der Autor ist von der Qualität seines eigenen Werkes nicht sehr überzeugt. Du solltest dir schon sicher sein, welchen Wert dein Werk hat und dann auch einen entsprechenden Preis dafür nehmen.

Wenn mir der Inhalt eines Buches gefällt, dann ist der Preis zweitrangig, und wenn mir der Inhalt überhaupt nicht gefällt, dann kann das Buch auch nur 1,50 kosten und ich würde es mir nicht kaufen.

Verkaufe dich und deine Bücher nicht unter Wert.
Herzliche Grüße
Gerhard

_________________________________

Die Welt ist anders, als sie uns erscheint. "Auf der Suche nach der Realität" , ISBN 978-3833493294

www.GerhardPhilipp.de

Weasel

Re:

von Weasel (11.02.2008, 18:09)
Klar, hast schon recht, von wegen, man solle sich nicht unter Preis verkaufen. Aber mir ist es lieber, dass mein Werk von 500 Leuten gelesen wird und ich dabei nichts verdiene als dass es nur 10 Lesen und ich dann 20 Euro verdient habe (oder auf 90 weiteren Büchern oder so sitzen bleibe).

Denn ein Taschenbuch, dass vielleicht 8Euro kostet ist für den Kunden sicherlich attraktiver als eines für 16,90 oder so

CeKaDo

Re:

von CeKaDo (11.02.2008, 22:00)
Du solltest einfach noch mal ein bißchen recherchieren. Der Verlag, für den ich arbeite und schreibe, bietet derzeit einige "dicke" Bücher an, deren Preisgestaltung weit von dem abweicht, was ich hier lese.

So sind derzeit 365 Seiten mit 11,90 € auf dem Markt und 890 Seiten kommen für eben jene 16,90 € in den Handel. Es kommt nicht nur ein bißchen auf die Druckerei und die Spannen an, die jemand haben möchte.

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Judith
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Re:

von Judith (12.02.2008, 00:40)
Hallo andy,

ich würde dir raten, 14,80 Euro zu verlangen. Es gibt immer so psychologische Preisgrenzen, und 15 Euro ist eine davon. Entweder hast du dann nur 25 cent Marge oder du verringerst die Ränder oder Schriftgröße im Buch ein wenig. Bei 264 Seiten hättest du 80 cent verdient. Vielleicht schaffst du es, die 20 Seiten einzusparen.

Grüßle,
Judith
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M.Hartmann

Re:

von M.Hartmann (12.02.2008, 08:19)
CeKaDo hat geschrieben:
Du solltest einfach noch mal ein bißchen recherchieren. Der Verlag, für den ich arbeite und schreibe, bietet derzeit einige "dicke" Bücher an, deren Preisgestaltung weit von dem abweicht, was ich hier lese.

So sind derzeit 365 Seiten mit 11,90 € auf dem Markt und 890 Seiten kommen für eben jene 16,90 € in den Handel. Es kommt nicht nur ein bißchen auf die Druckerei und die Spannen an, die jemand haben möchte.


Wenn man mit keinem Vertriebspartner zusammen arbeitet (ausgenommen LUUBooks), kann man solche Dumpingpreise machen, nur ob sich die Bücher auch entsprechend verkaufen, wer weiß...
Es ist nur seltsam, dass viele Bücher nicht einmal über Amazon erhältlich sind, was natürlich für die Autoren, die ja für ihre Veröffentlichung zahlen, nicht gerade vorteilhaft ist.

Bücher sollten sicher einen realistischen Preis haben, nur das Problem bei einer geringen Auflage sind die Herstellungspreise, was nicht nur für BoD gilt sondern generell. Auf der anderen Seite ist es für einen unbekannten Autor/in schwierig 500 Bücher drucken zu lassen und zu verkaufen, nur um einen vertretbaren Preis zu erlangen.

Aber unter Wert, wie auch immer man dies definieren möchte, sollte man sich und sein Werk tatsächlich nicht verhöckern.

Marc

CeKaDo

Re:

von CeKaDo (12.02.2008, 08:57)
Grundsätzlich sind alle Bücher von Autoren über amazon und Co. zu erhalten, die im VLB stehen. Denn amazon holt sich dort die Daten und bietet die Bücher an. Das geschieht kostenlos und hat mit dem "Vertriebspartner amazon" absolut nichts zu tun.

Selbstverständlich kann jeder Verlag am Advanced-Programm teilnehmen, doch er sollte sich dann klar darüber sein, daß neben der kostenfreien Lieferung auch 55 Prozent Rabatt an amazon gehen.

Woher nun die Weisheit kommt, daß einige Autoren dort nicht gelistet sind, vermag ich nicht nachzuvollziehen. Einzig die Bücher, die beispielsweise im Shop meines Verlages bereits vorbestellbar sind, erst neu im VLB eingetragen wurden oder aus dem VLB gelöscht wurden, dürften dort nicht erhältlich sein.

Außerdem dürfte jeder Verlag m.E. wirtschaftliche Interessen beim Vertrieb haben. Sonst macht das ja keinen Sinn. Der Buchhandel bekommt zwischen 30 und 40 Prozent, der Autor für seinen eigenen Verkauf 30 Prozent und so weiter. Da sind "Dumpingpreise" beim besten Willen nicht drin. Die guten Preise und ein gutes wirtschaftliches Kalkül für die Bücher ab Nr. 51 ergeben sich im wesentlichen aus den verhandelten Preisen der Druckerei.

Es macht einen deutlichen Unterschied (den jeder Laie nachvollziehen kann) ob ich ein 300-Seiten-Buch für 3,58 € herstellen kann, oder es für 12,78 € drucken lasse. Hier sind Recherchen, Tipps und Verhandlungsgeschick unverzichtbar. Und hier zeigt sich der Unterschied zwischen einem Autoren, der ohne ISBN mal eben 20 Bücher herstellen lassen will und einem Verlag, der jeden Monat hunderte von Büchern drucken lässt.

M.Hartmann

Re:

von M.Hartmann (12.02.2008, 09:33)
@CeKaDo
Grundsätzlich sind alle Bücher von Autoren über amazon und Co. zu erhalten, die im VLB stehen. Denn amazon holt sich dort die Daten und bietet die Bücher an. Das geschieht kostenlos und hat mit dem "Vertriebspartner amazon" absolut nichts zu tun.

Ich schrieb nicht vom Vertriebspartner Amazon, und meinte eigentlich Libri, Umbreit und Co. Die einen Rabatt von 50% nehmen.

Selbstverständlich kann jeder Verlag am Advanced-Programm teilnehmen, doch er sollte sich dann klar darüber sein, daß neben der kostenfreien Lieferung auch 55 Prozent Rabatt an amazon gehen.

Der Verlag sollte aber in der Lage sein, selbst seine Produkte zum Kauf anzubieten, was möglich ist.

Außerdem dürfte jeder Verlag m.E. wirtschaftliche Interessen beim Vertrieb haben. Sonst macht das ja keinen Sinn. Der Buchhandel bekommt zwischen 30 und 40 Prozent, der Autor für seinen eigenen Verkauf 30 Prozent und so weiter. Da sind "Dumpingpreise" beim besten Willen nicht drin. Die guten Preise und ein gutes wirtschaftliches Kalkül für die Bücher ab Nr. 51 ergeben sich im wesentlichen aus den verhandelten Preisen der Druckerei.
Nicht der Autor sollte für den Verkauf seiner Bücher allein verantwortlich sein, sondern dessen Verlag, schließlich zahlt der Autor einen erheblichen Betrag für solche Leistungen. Und wenn ein Buch, was z. B. im Dezember 2007 erschienen ist, seitdem aber als "Derzeit nicht verfügbar" gelistet wird, dann muß ich mich als Autor fragen, ob sich der finanzielle Aufwand gelohnt hat. Denn jeder weiß, dass ein Buch nur in den ersten drei Monaten wirklich interessant für Leser und Buchhandlungen ist.

Es empfiehlt sich auch mal dahingehend zu recherchieren, inwieweit der Verlag seine Bücher vermarktet, oder aber sich auch mit einem Autor aus diesem Verlag in Verbindung setzt, um mal zu fragen, wie die Leistungen des Verlages aussehen, und auch umgesetzt wurden. Wenn man schon zahlt, dann sollte der Betrag auch gut angelegt werden, wie in jeder anderen Branche auch.

Und wenn ein Buch nicht, oder kaum im Handel erhältlich ist, dann wird es auch nicht gelesen... book:

Marc

mtg

Re:

von mtg (12.02.2008, 09:48)
M.Hartmann hat geschrieben:
Denn jeder weiß, dass ein Buch nur in den ersten drei Monaten wirklich interessant für Leser und Buchhandlungen ist.

Das kann man so pauschal nicht sagen. Das kommt auf das Buch, das Thema und die Zielgruppe an.

Beste Grüße
Matthias

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