Textaufteilung und Absätze

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westfriend
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Textaufteilung und Absätze

von westfriend (11.03.2021, 12:26)
Hallo zusammen :)

Wie haltet Ihr es mit der wörtlichen Rede im Textfluss? Im Moment schreibe ich im Endlosformat. Ich nutze Absätze eigentlich mehr oder weniger nur für mich, weil ich ansonsten Schwierigkeiten mit dem Lesen auf dem Screen bekomme. Ich verliere dann die Zeilen.

Meine Geschichte hat sehr viele Dialoge. Schreibt man diese besser im Endlosformat oder aber in separaten Zeilen. Letzteres habe ich auch schon gesehen, bin mir aber nicht sicher, ob sowas sinnvoll ist und der Geschichte wirklich dient.

Wie haltet Ihr es mit den Absätzen? Viele, wenige oder gar keine. Es gibt ja auch Kapitel.

Für die Profis unter euch sind solche Fragen sicher ein alter Hut, aber mich beschäftigt das. Auch, weil es Einfluss auf den Lesefluss hat.

Ansonsten wächst meine Geschichte. Gestern habe ich die 12000-Worte-Marke geknackt und bin erst bei Kapitel 2. Auch für mich ist das eine spannende Reise. :)

Habt alle einen guten Tag.

Claudia

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Monika K.
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Re: Textaufteilung und Absätze

von Monika K. (11.03.2021, 13:00)
Hallo Claudia,

da dieses Thema meist kontrovers diskutiert wird, schildere ich hier ausdrücklich meine Vorgehensweise, die meinen Vorlieben als Leserin entspricht und keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit erhebt.

In der direkten Rede setze ich bei jedem Wechsel des Sprechenden einen Absatz. Sagt eine Person mehrere Sätze, die von Erzähltext unterbrochen werden, setze ich in diesem Abschnitt keinen Absatz.

Im normalen Erzähltext (= Erzählerrede) setze ich einen Absatz, sobald etwas, das inhaltlich zusammengehört, beendet ist und etwas Neues kommt. Sorry, ich kann es nicht besser erklären. Dabei gehe ich mit Absätzen lieber etwas sparsam um.

Einen Absatz mit einer Leerzeile setze ich bei einem Zeitsprung, einer Ortsveränderung oder einem Wechsel der Erzählperspektive. Dabei muss man übrigens beachten, dass nach einer Leerzeile kein Zeileneinzug gesetzt wird.

Viele Grüße
Monika
»Better a witty fool, than a foolish wit.« (Shakespeare’s »Twelfth Night«)

westfriend
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Re: Textaufteilung und Absätze

von westfriend (11.03.2021, 20:24)
Hallo Monika,

vielen Dank für die guten Tipps. Ich glaube, dass das auch bei vielen Romanen gut funktionieren kann. Ich habe das auch schon gesehen und deshalb auch meine Frage.

Meine Geschichte besteht aber zum allergrößten Teil aus Gesprächen, Dialogen, Gedanken. Ich befürchte, dass die Zeilenform, so wie du sie beschreibst, dann eher den Lesefluss aufhält und in eine Art Er sagt - Sie sagt - Form zerfällt.

Vielleicht stelle ich zu einem späteren Zeitpunkt mal einen Absatz meiner Geschichte ein. Dann versteht man auch besser, was ich meine.

Viele Grüße

Claudia

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Monika K.
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Re: Textaufteilung und Absätze

von Monika K. (11.03.2021, 20:42)
westfriend hat geschrieben:
Ich befürchte, dass die Zeilenform, so wie du sie beschreibst, dann eher den Lesefluss aufhält und in eine Art Er sagt - Sie sagt - Form zerfällt.


Meiner Meinung nach ist das Gegenteil der Fall. Wenn der Absatz jeden Wechsel zwischen zwei sprechenden Personen markiert, kann man über viele Wechsel hinweg auf den Hinweis verzichten, wer gerade spricht, und hängt nur hin und wieder einen Satz an, der einen Hinweis gibt.
Ich schaue mir gern mal ein Beispiel an und gebe meinen Senf dazu. Da ich mir unter deiner Du-Perspektive noch immer nichts vorstellen kann, besteht die Gefahr, dass wir aneinander vorbeireden.

Obwohl ich im Erzähltext eher sparsam mit Absätzen umgehe, mag ich trotzdem keine sogenannten "Bleiwüsten".

Viele Grüße
Monika
»Better a witty fool, than a foolish wit.« (Shakespeare’s »Twelfth Night«)

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Patrick Wunsch
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Re: Textaufteilung und Absätze

von Patrick Wunsch (04.04.2021, 10:03)
Neuer Sprecher – neuer Absatz. :) Das hat nicht nur den Vorteil, dass, wie bereits gesagt, der Sprecher auch ohne Nennung klar ist, sondern führt auch ganz nebenbei dazu, dass die Dynamik des Dialogs mit abgebildet wird. Wenn die Beiträge kürzer werden, werden auch die Zeilen kürzer und das Ganze nimmt an Fahrt auf – und umgekehrt.

Dem entgegenwirken kann man dann, wenn man muss (kurze Redebeiträge, aber Zögern oder Bedenkzeit dazwischen), mit Nebentext.

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